Hessische Abendzeitung
Nummer 19.
Fernsprecher 951 und 952
Sonntag, 22. Januar 1922.
Fernsprecher 951 und 952
12. Jahrgang
Die schwielige (Steuerberatung
K. F. Dr.
etrrlfr.rlyang In Sachsen.
&^rtoS^*8S!iiaM
®«»n au^etoBt batte. Das Leben nngSum hai tun« erkennt den Ausland nicht an, aber es Sei«egt. Rußland hat seine tieffte Krisis Wer-I scheint doch als ob sie nicht mehr iüe Macht hSt-
ins Elend gestürzt, und Mord, Hunger,. Armut und Schwindsucht verbreitet. Trautzen aber sing das Leben in der Welt weiter unb wartete, bis
te, ihn zu verhindern. Die beiden bürgerlichen Eifenbahnerverbände find aitfS schrrffte geoen einen Streik, aber cS fragt sich, ob sie die" Kraft haben werden, die Arbeiter weiter bei der Arbeit U halten, während die Beamten ytm großen Teil als sicher gelten können. Die Streikbewe- gung geht in erster Linie von den Werkstüttenar- bertcrn ans. Die Eisenbahner der drei Dresdener Bahnhöfe haben beschlossen, sofort mit großer Mehrheit gegen den Streik einzutreten.
interfrattionelle Besprechung angesetzt, an der sich auch die Demokraten beteiligen dürsten. Für die Antwort an die Reparntionskommiffion haben die vier beteiligten Refforts vier verschiedene Borentwürfe ausgearbeitet. Die Arbeiten für das Progranun Mr Wirtfchastskonferenz von Genua habe« noch nicht begonnen.
nal zu gestalten. Daß dazu die eigenen Interessen den Anstoß gegeben haben, sei nur nebenbei bemertt. Andere Länder, wie Belgien, Frankreich, Amerika, die den Ausfall des russischen Marttes nicht so unmittelbar gespürt haben, machen noch Einwendungen gegen die Heranziehung der Sowfettegierung zur Konferenz. Wer dies« Einwendungen entspringen politt- schen Ursachen. Es bestechen noch Bedenken, daß der Bolschewismus immer noch das Bestreben habe, seine Zerstörungsideen in die westlichen Staatengebilde zu tragen und deren Grund-
Kundgebung der Kommunisten.
Paris, 21. Januar. Eigene Drahtmeldung.) DaS Journal" berichtet: Nach Scheust der Kmnmersitzung am Donnerstag kam es zu einer Demonstration der Kommunisten und der radikalen Gewerkschasten vor der Deputietten- kammer. Ter Place de la Concorde war von Tausenden ungefüllt. Man sah rote Fahnen und Schilder mit der Aufschrift: Gegen den Krieg. Die Demonstranten erhielten gegen fünf Uhr Zuzug. Die Polizei hatte die Zugänge Mr Deputiettenkamnker besetzt. Es kam zu keinen Ruhestörungen. Gegen sieben Uhr zerstreute sich dir Menge. Die ..Humanits" kündigt die Fortsetzung der Kundegbungen gegen das Kabinett Poiucarö für die nächsten Tage an.
gen Monate»! schon durch einen Handelsvertrag angeknüpst waren, zu erweitern uttd internatto-
Dresden, 21. Januar. (Privattelegramm.) Der Ausstand der Eisenbahner soll so durchqefühtt luctbcn. daß bis heue nach' 12
standen und beginnt langsam zu genesen In diesem Genesungsprozeß sucht die Sowfet- tegtentng die alten Wege auf, die über die Grenzen zu den Nachbarn führen. Sie ergreift die zur Versöhnung ausgestreckten Hände und ist bereit, wieder Ordnung und Sitte anzunehmen. Anstelle der komMunist-schen GemeiMvirt- lchast, die auf allen Gebieten kläglich zusam- mengelbrochen ist, wurden wieder der Privat- wittschrsi die alten Rechte eingeräumt, da nur durch persüalichen Unternehmungsgeist aufbauende Arbeit geleistet werden kann. Man darf jetzt überzeugt sein, daß der Bolschewismus überwunden ist, ohne daß Deutschland von dieser Krankheit angesteckt worden war. Das ist zugleich ein Beweis für Deutschlands starken Geist^und unoeMmMichs Kraft, die trotz der harten Schicksalsschläge den gesmrden Kern unseres Volkes bilden.
Hilfsaktion für Rußland
Bedauerliche Vorkommnisse?
Zug nach dem Osten.
Die Be-iehunge« zu Rußland.
Nachdem die Sowsettegierung tatsächlich zur Wirtschafts-Konferenz nach Genua eiugeladen ist, betrachtet man Rußland von einem anderen Gesichtspunkte aus. Die Einladung ist die Be- ftätigiutg, daß die alliierten Staaten, genauer gesagt deren Regierungen, das östliche Riesen- reich wieder als wirtschaftlichen Faktor in ihre Rechnung einbeziehen. Das setzt voraus, daß diese Regierungen bis zu gewissem Maße Vertrauen aus die Moskauer Gewalthaber setzen und für die Sufypft eine Besserung der Verhältnisse erhoffen. Dns eigentliche Bestreben geht ja dahin, an dieser Besserung mitzuhelfen, um Rußland wieder zu einem Produktionsund handelsfähigen Lande zu machen, das sich selbst und der Wett wieder Nutzen bringen känn. Man kann nur bedauern, daß ein so ungeheures Land, das sich über den größten Teil Europas und Asiens auSbreitet, so viele Jahre brach gelegen hat. Wenn es endMch wieder als nützliches Mitgfted in die Reihe der Völker eintritt, so geschieht damit etwas Selbstverständliches. England, das das Brachliegen Rußlands in feiner Handelsbilanz fühlt, hat nun die An-
3rt«rttün*ptttfe: u CtxftetKtftfc Huttrte«! DU etafpalttje «njttgenitlle SS. 2.-. bte nntpemg* Stenamejrtte SR. i,— Hu*»äntge Äuftrige: ®te etnfpaltta« SnietaenieUe rtn»a“‘e‘ «enamaette M. alt« kUuchNkWch $«uenm8S|u|tbtag uns HnKtgmttewt S*r «njetgen mit befenberf fdjrotertgem Sa, bunten $roient « uff d, lag. gut bte RkchNgkeU aller durch Pernforedjer abgegebenen Hnjetgen, fom'.c für «ulnahme. ttaten unv Platze kann eine Sewädr ntchl übernommen werden, — Druckerei: Schlacht- tzsmrase ItfW. •eftbüftiftefle: Ködrtsche 6trabe t. Delevhon Stummer 951 und 952.
regung gegeben, die Beziehungen, die seit eint- gekommen. Zwar sand gestern nachmittag eine 6öt M,rv* s,,rA Besprechung zwischen den Vertretern der M e br-
heitssozialtften und des Zentrums statt, doch konnte man sich nicht einigen. In parlamentarischen Kreisen spricht man offen davon, daß sich neue Schwierigkeit en .eiugest Lt haben, die sich vor allem darauf beziehen sollen, wie die Zwangsanleihe praftisch üurchge- sühtt werden kann. Für heute vormittag ist eine
Lohu-Verhandkungen.
BesfchSofuug der Lago in Hamburg? lVrivat-Telearamm.)
Hamburg. 21. Januar.
Die Verhandlungeu der BerbandSkeitungen der hamburgischen Staatsarbeiter mit dem Senat über die Vorschußfrage haben zu keinrrEinigung geführt. Der Senat besteht darauf, daß der im Dezember mit Genehmigung des Staates und des Reiches gezahlte Borschutz innerhalb Februar und März zurückgezahlt werden müsse, während die Vertreter der Arbetter den bewilligten Vorschuß von den am 1. Januar gestellten Lohnforderungen in Abzug bringen wollen. Die Funktionäre des Sraatsarbelterver- bandes haben nun beschlossen, ihre Forderungen mit allen Mitteln dnrch.zusühren. Man einigte sich schließlich dahin, daß am Sonnabend ein vom Reichsarbeitsministerimn gebildetes Schiedsgericht zusammentritt, um einen letzten EinigimgSversuch zu machen. In linkS- radikolen Kreisen der Staatsarbeiter wird füt einen Streif scharf agitiert
Dotauosetzung für die Reparationen.
_ Der l i n, 2L Januar. (Privattelegramm.) Der Reichskanzler hat gestern abcnd PatIomentarier der Koalitionsparteirn bei sich empfangen. Der Kanzler ersuchte die Herren, in ihren «reifen auf eine Beschleuui- Iung der Steuervorlagen knnzuwirken. Die ReichSregierung erachtet die Einigung in der Steuerfrage als Voraussetzung für die Weiterverhandlungen in der durch den Schritt der Garantie-Kommission nunmehr dringend rae= wordeuen Reparationssrage.
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Arn ein Kompromiß.
Berlin, 21. Januar. (Privattelesramm.) Höchstwahrscheinlich wird sich der Reichskanzler in der nächsten Tagung selbst an den Kompro- mitzverhaudlungen im Reichstage beteilige». Vorläufig sind die Schwierigkeiten, die einer Verständigung zwischen Zentrum und Sozial- demokratie im Wege stehen, nicht unerheblich.
mauern zu untergraben. Daher stellen sie Be- bingungen, die vielleicht eine Sicherheit sein sollen.
Deutschland ist an der neuen Entwicklung natürlicherweise am stärksten interessiert denn Rußland ist rrotz des polnischen Korridors ein eng anschließender Nachbar, der politisch und wirtschaftlich für uns von der größten Bedeutung ist. Maßgebend ist heute für uns der wirtschaftliche Teil Wir haben die russische Produttionslosigkeit am meisten von allen Län- derit empfunden. Wir hätten nicht so sehr unter Getteidemangel zu leiden, wenn die russische Landwirtschaft intakt geblieben wäre, und Misere Mark wäre nicht so sehr entwertet werden, Wenn Rußland ein Handels fähiger Abnehmer in den letzten Jahren gewesen wäre. Wie wir unter der Sperre der Ostgrenze gelitten haben, so wissen wir auch am besten, was es bedeutet, wenn diese Grenze uns wieder offen steht. Diesen Umstand haben die 9t(Werten allerdings auch nicht außer acht gelassen und deshalb suchen sic Weite t»» die direkten Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland zu unterbinden. Aber der Anfang ist gemacht. Es werden bereits deutsche Lieferungen an Rußland aus- geführt — an denen ja auch die Kasseler Maschi- nenindustrie beteiligt ist —, und wenn erst ein- mal die Sowjetregierung öffentlich auf der europäischen Konferenz mit den anderen Regierungen in voller amtlicher Eigenschaft das zerrissene Band wieder zmmnmengeknüpft hm, dann erweitern sich auch die Handelswege.
Da die russische Regierung ihre Teilnahme an der Konferenz zugesagt hat, darf man darin oie Bestätigung erblicken, daß sie ihre starren bolschewistischen Grundsätze, die nur auf Zerstörung gerichtet waren, über Bord geworfen hat. Aus mancherlei Maßnahme.» kann man bereits eitenuen, daß die Einsicht auch in Rioskau wieder erwacht, nachdem die Zer- stöiungswättigen gesehen haben, daß sie keine» Erfolg ernten. Von dem Wahne, daß erst alle Staaten vernichtet werden müßten, um dann das bolschewistische Paradies einrichten zu können, sind wohl nur noch die ganz Unheilbaren besessen. Einen schweren Leidensweg hat der Bolschewismus sehen müssen. Mit sinnloser Brutalität hat er ein großes, wohlhabendes Volk
Die in einigen Zeitungen ausgestelüe B« . Gilpinug, deuftche Regierungsoertreter feien an Pelz- uvto Brilläntenschiebunaen in Rußland beteiligt wird von amtlicher Seite als mtwahr bezeichnet Vielmehr soll es sich um TeLneHmer der nach Rußland entlaubten Delegation sitr die Durchführung der Hilssattiou gegen den Hunger, die Mitglieder des Roten KreuzeS sind, handeln Ein Mitglied der Dele-attzm fott
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leberjut bo» b«t »efchdftrftcü« ober den Idolen entgegenaenemmen Druckerei ^rSebaWton e^8^'nnt^ld’t6OIflTalt 2W' ,W “’m*11““«1 “«gefanbte »eltrage kann Me Redaktion eine «eranhoottung ober Ecwühr in keinem Faü« üdernehme». Xucteabluna bei »«tRgrgelde« ober «nsprSche wegen etwaiger nicht orbnu*g«ma|lger «ieferung aubgekchtoks-u.
Deutschland und Polen.
Formnliernng des Abkommens.
(Eigene Drahtmeldung.)
Kattmvitz. A. Januar.
Die Arbeiten in den Unterkommisfione.i nähern sich ihrem Ende. Die Unterkommission für die Post, die das endgültige Projett der Konvention festzmegen hat, ist mit der Formulierung der einzelnen Artikel besckäftiat. Der Text der polnisch-deutschen Konvention wird iber fünfhundert Artikel umfassen. Der Stand der Arbeiten in der Uutettonnnission für das Eifeubahnwesen ist beendet. In der Un- terkommifston Mr Finanzen wurde der Rest der strittigen Fragen erledigt. Auch in der Nn- terkonumfsion für die Z S l l e sieht eine Einigung zwischen Deutschen und Polen bevor.
Französische Bestrebungen.
London, 21. Januar. (Eigene Drahtrnel- dung.) England will nicht über die von Briand damals in Aussicht gestellten Sanktionen der Rh-insanv? hinanSgebon, während Psincars aua> das Ruhrgebiet unter srauzösifthr Kontrolle haben will, ebensowenig ist Lloyd George geneigt, das Garantieabkommen aus Pofen auS- zudehnen, dagegen will England nötigenfalls den Franzosen über das früher vorgesehene Maß hinans militärische Beteiligung am Schutz- der Ostgrenzen zngestehen und auch rn Besprechungen über den von Poinearö an sskregten, zwecks schneller Bereitstellung militari- scker Hilfe Englands geforderten Bau des Kanal-Tunnels eintreten.
Erne drohende Sprache.
Pvinearö und die französische Presse.
(Eigen. Drohtmeldung.)
Paris, 21. Januar.
Nachdern die Kammer ein Vertrauensvotum für Poinrars ausgesporchen und damit feine neue Politik billigt, wird die Rede in dcr nmional orientierten Preffe wie „Malin", „Teuips", „Journal" und „Echo", als Beginn erner neuen Phase zur Erfüllung deS Bersatller Vertrags anfgefatzt. Der '„Matin" schreibt: Potncars kümmett sich nicht um die innerpolitische Lage Deutschlands, nicht um den Fortbestand oder den Sturz des Kabinetts Wirth, sondern nur um die Verpflichtungen Deutschlands Frankreich gegenüber. DaS französische Heer bleibt marschbereit, bis dcr letzte Frank von Deutschland bezahlt ist.
Kasseler Neueste Nachrichtm
Kasseler Abendzeitung Kefflfwe AbendLntc»»^
; Vei-sichemngspflichl
t Die Angestellten, und Lebensverfichernug..
Zahlreich» Anfragen ans «naefteSteMreis«,'
1 ÄÄrf?'« WÄrtEÄ Uber dA« Fragen Unklarheit bestetzt. tn fol- «ufsatz, btr inSbefonvere die Möglich- teil ver Befrei»»« von der DcrficyemnaaS- pfiicht behandelt, gibt hierüber Anfschkuh.
. -Sn Ge^tz vom 13. Dezember 1921 hat sehr wichtige Neuerungen für die Angestelltenversi- chenmg in der Frage des Verhältnisses von An- gestelltenversichernng m Lebensversicherungen gebracht. Es ist bekannt, daß auch früher schon tu gewissem Umfang die Möglichkeit vorgesehen war. eine Befreiung von der halben Bei- tragslerstung auf Grund des Abschlusses einer Lebensversicherung zu erwirken. Dieser Gedan. ke tst retzt auch für die im vorigen Sommer erfolgte Heraufsetzung der Versicherungspftichf ' grenze auf 30 000 Mark aufgegriffen worden. ; Das nette Gesetz gibt nämlich bte Möglichkeit ei- ner solchen Befreiung für f»genannte Neu- verstcherte und Wiederverstcherte. wenn für sie ein Lebensversicherungsverttag mit folgenden Maßnahmen vorliegt: Der Abubluß Vertrages mußte spätestens am 10. Juni 1921 bet einer öffentlichen oder privaten Ver- »cherungsunternehmung beantragt worden fein. Es ist also nicht nötig, daß er schon damals abgeschlossen war. Weiter müssen die Prämien eine bestimmte Höhe haben; es muß nämlich der Jahresbetrag der Beiträge für die Lebensversicherung einschließlich der Beittäge für etwaige Nachversicherungen am Tage des Beftei- nngsantrages mindestens dem Beitragsanteir gletdMommen, den bei Versicherte entsprechend seinem Jahrcsarbeitsverdienste nach dem Gesetz pom 28 JE 1921 zu tragen hätte. Wesentlich ift also hierbei besonders bet Umstand, baß bei der Berechnung dieser Gleichwertigkeit schon die durch das oben erwähnte Gesetz' vom 23. Juli J921 neu eingeführten Gehaltskrassen in den W aeren Gehaltsstufen in Betracht kommen. Wenn inrolgebeffen eine spätestens am 10. Juni 1921 bei der Lebensversicherung beantragte Hanptver' gcherung keine ansreicbend hohe Prämie hat, so »onnte noch eine Nachversicherung genommen toerben, unb zwar konnte her Antrag hierfür b«s zum »1. Dezember 1921 bei der Lebens- vetttchetung gestellt werden. Auch hier ist also wesentlich, daß nicht notwendig der Abschluß selbst bis zu diesem Tage vorltegen müßte, fort, bem daß bie Stellung des Antrages bei her Lebensversicherung genügte. Zu unterscheiden hiewon ist nun der
Antrag auf die Befreiung
selbst. Dieser mvß besonders gestellt werden. Er ist an die Ausgabestelle der Anaesielltenver- icherimg zu richten und mutz späte'stens biß 3um 31. Januar 1922 gestellt sein Die Entscheidung trifft die Reichsversicherungsan- ftatt. Sie kann aber auch der Ausgabestelle fekbst die Enffcheidung ftbertragen. Im letzteren Fall- ist gegen eine ablehnende Entscheidung der Aus- gabestelle binnen Monatsftist Anttag auf Entscheidung der Reichsversicherungsanftalt selbst zugelassen. Sind solche Befteinngen bewilligt, fo bestimmt das Gesetz, daß doch eine Grenze für die Befreiung Infofern besteht, als sie. falls die Dersicherungspfrichtgrenze gesetzlich weiter er- böot werden sollte, nur solange wirken, als der FakhreSarbeitsverdienst von 30 Ott) Mark nicht überschritten wird. Es bedarf noch einer kurzen Erwähnung, was unter dem Begriff
„Wiederverfieberte" Und ..Neuversicherte"
zu verstehen ift. Neuversicherte sm», fol# -he Personen, die durch die Erhöhung der Ber- sscherungspffichtarenze auf 30 000 Mark in die Bersicherungspflicht eintreten, ohne eine laufende Arttv-artschaft au5 früherer Pffichtversichemng zu besitzen. Dabei geht diese Eigenschaft dadurch nicht verloren, daß der Versicherte die frühere Vftichiversicherung fteiwillig fottgesetzt hat. W-. ederversichorte sind solche Personen, die zwar verftcherungspflichtia waren, aber dann infolge Erhöhung ihres Jähresarbeftsverdien- stes aus der Versicherungspsticht ausgefchieden waren und nunmehr durch die neue Erhöhimg der Verftck»erungSpftichtgrenze wieder verstzbe- rnngspfsichttg geworden find. Das Gesetz ent» büß noch berfdnebene Einzelheiten hierzu, auf die an dieser Stelle aus Raummangel nicht näher eingegangen werden <ann.
Das Steuer-Aroblem.
Schwierigkeiten -wische« de« Parteien.
(Privitt-Telegramm.!
Berlin, 21. Januar.
Der Lvkalanzeiger berichtet: Tie Verhandlungen in der Steu rfrage sind noch nicht weiter-
Konferenz von Genua.
Eine umfangreiche Tagesordnnng.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, A. Januar.
Das Pariser Blatt „Eclair" ist in der Lage, die Tagesordnung für die Konferenz von Genua mitzuteilen. L Es soll geprüft werden, wie die Grmidsätze der Resolution vom 6. Januar praktisch zur Anwendung kommen können. 2. Eine sichere Grundlage für den eucopäischeu Frieden soll gefunden werden. 3. Notwendige Borbediugungen zur Wtederherstellung des Vertrauens, ohne daß bestehende Verträge verletzt werden, jtt schaffen. 4. Finanzfragen. 5. Wiri- lchasts- und Handels-Fragen. 6. Trauspvrt- frogen. — Es soll außerdem ein von Lloyd Ge orge unterzeichnetes Protokoll bestehen, in dem bestiinuli wird, daß bie Frage der Wiedergutmachung mir zwischen den verbündeten Alliierten eröttert werden kann und darf.