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Meter Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Mittwoch, 18. März 1922.

Fernsprecher 951 und 952

12. Jahrgang.

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Nummer 63

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Kein veschlutz über den Zahlungsaufschub

Amerikas Druck.

Die überraschte Alliiertenkonferenz.

Amerika schwatzt nicht mehr, es handelt. Es KM Winke, aber diese Winke »tröffen von dem, an den sie gerichtet sind, verstanden werden. Kaum hat die Washingtoner Regierung ihre grundsätzliche Weigerung, an der 8ien.ua - Kon - ferenz teilzunehmen, bekannt gegeben, als sie scyon daran geht, die Richtlinien, die darin zum Ausdruck kommen zu verwirklichen. Poli­tik ist also, ganz im Gegensatz zu den angeblich am Wiederaufbau Europas arbeitenden West- müchten keine negative, wie es nach ihrer bis­herigen Haltung zur Reparationsfrage scheinen mochte, sondern eine sehr reale, die ein festes Ziel im Auge Hat und mit Sicherheit daraus los­steuert. Gewiß hat Amerika mit dieser entschie­denen Politik lauge genug gezögert, vielleicht schon zu lange, denn es hätte angesichts feiner wirtschaftlichen und politischen Machtmittel schon beim Beginn der Diskussion Wer die Repara- lionssrage eingreifen und dieser eine Wendung geben können, die allen Rationen, nicht zuletzt Amerika selbst, hüte von Nutzen fein müssen. Es mußte erst die wirtschaftlichen Nöte am eigenen Leibe erfahren, bis es sich entschloß, ein entscheidendes Machtwort zu sprechen.

Dieser Augenblick dürfte jetzt gekommen fein. Washington zeigt, daß es auch noch da ist und daß es bei aller Abneigung gegen Europa nicht gewillt ist, sich bei der Regelung der großen Weltwirtschastsfragen als überflüssig ausschalten zu lassen. Daher beginnt es, den von der ame­rikanischen Presse angekündigten »sanften Druck" In Wirksamkeit treten zu lassen. Zunächst hat es !-.i:e Forderung für die von ihm veraus­lagten Besatzungslosten in Paris präsen­tiert. Rur eine Kleinigkeit: rund eine Milliarde Goldmark. Der Ausbruch ist einwandfrei. Wird er aber befriedigt, dann dürfen Frankreich und die andere» Ententeländer, die sich be­reits in dje deutschen Zahlungen geteilt haben, mit leeren Händen dastehen. Vermutlich ist das Gesicht der Herren de Lastevrie und Horne nicht sehr geistreich gewesen, als ihnen der ame­rikanische Delegierte die Rechnung seiner Regie­rung präsentierte. Am schnellsten scheint der Engländer seine Fassung wiedergewonnen zu Haben, wenn nicht dle Auffassung berechtigt ist, daß diesem Streich bereits entslprechende Verabredung zwischen London und Washington vorausgeangen sind. Sir Horne erklärte im Auf­trage seiner Regierung, daß England auf seinen Anteil an der deutschen Schuld zu verzichten be­reit sei.

Die Finanzkommifsion hat auch eine Erwäg­ung in Betracht gezogen, wonach die deutsche Reparationsschuld von rund 136 Milli­arden in zwef Teile geteilt würde, von denen der eine, 65 Milliarden, zur Verfügung Amerikas bleiben tolle. Offenbar sind in diesen Betrag die Guthaben eingerechnet, die Amerika bei den Alliierten hat, sodaß also in dem Augenblick, wo Amerika seine sämtlichen Auslands-Schulden streicht, dieser Detraig von 65 Milliarden sofort Deutschland erlassen werden könnte. Ohne Frage liegt ein derartiger Antrag bereits in der Richtung der amerikanischen Wünsche, aber ob das Kabinett Holding sich damit zufrieden gibt, und ob es nicht weitergehende Opfer von den Verbündeten verlangt, insbesondere von Frankreich, muß dahingestellt bleiben. Jeden­falls wäre eine Summe von siebzig Milli­arden, die Deutschland zu zahlen hätte, immer noch ein Poften, der weit über seine Zah­lungsfähigkeit hinauSginge. Ja, man darf sogar sagen, daß eine solche scheinbar ermäßigte For­derung für Deutschland immer noch gefährlich wäre, insofern als die völlig unerfüllbaren An­sprüche etne Phantasie waren, die gerade wegen ihrer Unsinnigkeit Deutschland nicht einmal im äußersten Sinne verpflichtete, während unsere Gläubiger bei der Annahme einer Summe, die wir zur Rot leisten können, nichts unversucht las­sen werden, um uns bis zur letzten Erschöpfung unserer Mittel zu drangsalieren.

Immerhin, weniger als je ist jetzt Pessimis- tnus am Platze. Amerika erscheint aus der Bild­fläche und wird seinen Einfluß geltend machen. Es wird dies tun, nicht etwa Deutschland zu­liebe, für das die Stimmung auch heute noch jenseits des Ozeans eine wenig herzliche ist. Es muß vielmehr aus reinem Eigennutz han­deln, denn es muß seine Handelsbezieh­ungen zu Europa schleunigst wiederherstellen, wenn es nicht sozusagen in seinem eigenen Fette ersticken will. In Uebereinsrinmmng mit dieser Politik ist auch die amerikanische Ablehnung der Genua-Konferenz. Heute weiß alle Welt, daß diese Ablehnuna einem diplomatischen Verweis tzleichkommt, der der französi­schen Regierung von einem Lande erteilt wird, dessen Autorität in internationalen Fra­gen heute von sämtlichen Rationen des Erdballs als unbestritten anerkannt wird. Amerika rügt nicht nur, daß das Programm der Konferenz keine Richtlinien enthalte, die ihm die Teilnahme an den Verhandlungen ermöglichen, es rügt.such.

daß man in Paris und London der Union zumn- tet, den Versailler Friedensvertrag als völkerrechtliche Grundlage der Genue­ser Besprechungen anzuerkennen, daß es sich so­mit den Beschlüssen des Obersten Rates einfach Mi fügen hätte. Und so ist es in der Tat: Der sogenannte Oberste Rat unterwirft oder versucht seinem Diktat zu unterwerfen nicht nur Deutsch­land, sondern auch alle anderen Staaten, die den Versailler Vertrag nicht anerkannt haben es ist nMürlich, daß sich ein souveräner Staat von der Bedeutung Amerikas eine solche Zumutung nicht gefallen lassen kann, während stch ja Deutsch­land leider immer noch in einer Lage befindet die ibm kernen wirksamen Protest gegen die Ver- gewaltiguna seiner ehemaligen Gegner gestattet. In Frankreich emvsind-t man die Maß­regelung, die ihm von Washington ans zu­teil geworden ist, jedenfalls in ihrer ganzen Schwere. Vielleicht trägt die nette Lage dazu bei. die Franzosen zum Rackdenken zu veran­lassen. N. P. K.

Am dm Zahlungsaufschub.

Keine Entscheidung der Finanzkonfereuz.

lEiaener Drohtberlcht.)

Paris, 14. Mürz.

Journal de Rationale" schreibt zur M o r a toriumsfrage: Die Finanzminister haben eine Entscheidung nicht getroffen, sondern le­diglich die Vorschläge der Reparationskonnnis- sion gebilligt, die Deutschland für drei bis sechs Monate Zahlungsaufschub bewilligen. Die nächste Sitzung brr MPmnrkwNAwsSiikApt.M* bet am Sonnabend statt. Erst dann wird eine Mitteilung an die deutsche Regierung abgehen können.Temps" meldet: Die Finanzkon­ferenz wird keine Wiederholung in der nächsten Zeit finden können. Die internatto­nale Anleihe an Deutschland herbeizusühren, mutz ausschließlich Aufgabe der deutschen 'Re­gierung bleiben. In Genau wird die Anleihe- frage nicht erörtert werden.

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Die siebente Rate ist bereit.

Paris, 14. März. (Eigene Drahimeldung.) DerTemps" meldet aus Berlin, datz auch die Zahlung der siebenten deutschen Rate von clnunddreitzig Millionen Goldmark von der deutschen Regierung zum 17. März bereit sei.

Die Konferenz in Genua.

Erste Sttzmrg am 10. April.

(Eigener Drohtberlcht.)

Paris, 14. März.

Chamberlain erklärte im Unterhause, datz die Abgeneigtheit der amerikanischen Regierung, an der Genueser Konferenz trilzunehmen, z« keiner Aenderung des Zeitpunktes der Konferenz füh­ren würde. Amerika habe neuerdings mitge­teilt, datz es einen Vertreter ernennen werde, der als Beobachte« in Genua der Konferenz bei- wohnen solle. Die erste Sitzung der Kon­ferenz sei aus den 10. April festgesetzt. Auf eine Anfrage, ob die Aburteilung der deutschen Kriegsbeschuldigten unter den Frage« sei. bie in Genua zur Verhandlung komme« werden, antwortete Chamberlain mit Rein.

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Rußianbs neue Stellungnahme.

Paris, 14. März. (Eigener Drahtbericht.) Wie die Sowjet-AgenturRossija" meldet, ist es nicht ausgeschlossen, datz Rußland seine Betei­ligung in Genua ab sagen wird, falls seine Vertreter zu der am 21. März beginnenden Sach­verständige« Konferenz, die in London znsam- mentritt, nicht zugezogen werden sollten.

Reform der Arbeitszeit.

Beratung eines neue« Gesetzes.

(Privai-Telegramm.)

Berlin, 14. März.

Gestern traten die Spitzenorganisationen der Gewerkschaften zusammen, um sich mit dem « r - beitszeitaesetz zu beschäftigen. Die Ver­handlungen .die bekanntlich in der letzten Woche zwischen dem Reichsverkehrsministerium «nd den Gewerkschaften über dieselbe Frage begon­nen hatten, waren an dem Widerstmtt» der Reichs- gewerkschaft der Eisenbahner gescheitert, die zu­erst gegen die Einführung eines Sondergesetzes für die Eisenbahner protestiert hatte. Eine Ent­scheidung über diese Frage ist auch gestern zwi­schen den Organisationen nicht zustande gekom­men. ES ist nicht ausgeschlossen, datz bis zmn Jnkrasttrete« des allgemeine« ArbeitSzeitgesetzes ei« vorläufiger Vertrag zwischen den GMtz-rssstft-fte« eatih tzc* Sketchsvegkehi^miAi-

sterium zustandekommt, da bei der Eisenbahn be­kanntlich die Streitfälle über Dienstzeit und Dienst-Bereitschaft noch nicht gellärt sind.

Gegen das Versailler Diktat.

Die internationalen Gewerkschaften.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 14. März.

DerVorwärts" veröffentlicht eine lange Er- Närung des internattonalen Gewerkfchaftsbun- des in Amsterdam, in der das Proletariat darauf hingewiesen wird, datz der V e r s a i l l e r B e r- trag das wirtschaftliche Gleichge­wicht vollständig zerstört habe. Dieser Pro­zeß einer allgemeinen Verwirrung werde noch verschlimmert durch den Zusammenbruch der ge­samten Prodnktton. Die Folgen dieses Zusam­menbruchs seien eine erdrückende Arbeitslosigkeit und bitterste Rot. Allen diesen Feststellungen zum Trotz verharrten die Machthaber in ihrer Taubhett und widersetzten sich den Forderungen der Arbeiterschaft. Zum Schluß wird die Arbei­terschaft aufgefordert, am 1. Mai überall für diese Forderungen und für die Macht des vereinigten Proletariats zn demonstrieren.

Kämpfe in Rußland.

Bauernaufs and gegen die Kommunisten. (Eigener Drahtbertcht.)

Riga, 14. März.

AuS Moskau wird gemeldet: Im Takenower Gouvernement, das zmn Hungerbezirk qe- hört, ist es zu ernsten Zusammenstößen mit den Kommunisten gekomme«. Der Kosaken-Haupt- mann Antono hat die Bauernbevölkerung auf- gefordert, sich seinen Abteilungen zum Kampfe gegen die Kommunisten auzuschließen. Biele Freiwillige sollen diesem Aufruf gefolgt sein. Bei Borifloglepsch und an mehreren an­deren Stellen ist es bereits zu blutigen Zu­sammenstößen mit den kommunistischen Truppen gekommen. Antono versuchte, die Eisen­bahnlinie nach Moskau in seine Hand zu be­kommen. Er hat berettS verschiedene Lebens­mittelzüge, die für die rote Armee bestimmt wa­ren, angehalten und in das Hungergebiet geleitet.

Der Streit um Fiume.

Die SLdflawe« gegen die Italiener.

(Eigene Drahtmeldung.)

Belgrad, 14. März.

In Belgrad fand gestern eine Volks­versammlung statt, die zu den italienischen Drohungen in Fiume Stellung nahm. Sie for­derte energische Schrftte der italienische« Regie­rung, nötigenfalls durch ein bewaffnetes Eingrei­fen. Dann bewegte sich ein Zug vor das Mini­sterium des Aeußern, wo eine Entfchlie- ßunggegenJtalien überreicht wurde. Die Belgrader Regierung, fo heißt es in der Ent­schließung, möge der italicuischen Regierung mit­teilen. datz die Rationalisten in Südslawien so- wichl ans eigenem wie aus italienischem Gebiet ebenfalls Sonderaktionen nach dem Muster der Faszisten einleiten werden. Wenn die Ita­liener nicht bald Ordming schassen, würden die Südslawen sie eines Besseren belehren.

Die Unruhen in Südafrika.

Bedrängte Lage der Briten.

(Eigen« Drahimelduug.1

Rotterdam, 14. März.

Morningpost meldet aus Johaunisburg: Das Regierungsgebäude wirb von englischen Trup­pen gehalten. Johaunisburg ist von den Revolutionären umzingelt. Englische Verstärkungen find unterwegs. Das Stand- re ch t ist verkündet und hat zur E r s ch i e ß u n g von achtzehn Mitglieder« des Streivomftees ge­führt. Die Bergwerke hat die Artillerie «ach schwerem Kamps besetzen können. Weiter wird berichtet: Die Unruhen haben einen anarchisti­sche« Charakter angenommen. Die Verbindun­gen mit der Stadt sind unterbrochen. Es war de« Aufrührern gelungen, die Aemter zu be­setzen. Rach einer späteren Meldung soll es den Polizettruppen gelungen sein, die öffent­liche« Gebäude wieder zu erstürmen, wobei es M fchwereu Kämpfe« ka«,-

MiMonen-Verlufte.

Fehler derKaffelsrElettrizitätswerk-Leitmtgst Gelegen«»» der Beratung «der de« bevor, stehende» Ausban de« Kasseler Losse.Werks wurden in der gestrigen Stadtverordneter«, fitzung Andentungen qenrack»«, die geoig. aet find, berechtigtes Änfsehen zn eetege» Seit einer Reihe von Wochen wir» der Direk­tor des Städtischen Elektrizitätswerks, GLu­ther, nur noch am Königstor nicht mehr im Lossewerk. lieber die Ursachen dieser Abgren­zung gehen die verschiedensten Gerüchte um. So heißt es, daß die von ihm beantragte und auch in der Durchführung begriffene Er­weiterung des städtischen Elektrsizi- tätswerks voreilig gewesen fei. Der Staat fei schon damals bereit gewesen, gemeinfant mit der Stadt an den großzügigen Ausbau des Kas­seler Losse-Werks heranzugehen, mit dem sich die gestrige Stadwerordneten-Versammlung beschäf- tigte. Dadurch sind brr Stadt Milli onen-Aus- ga&en entstanden, die bei richtigem Erfassen der Sachlage hätten vermieden werden können. Man spricht mich von sonstigen Verluste«, die in die Millionen gehen. Vorläufig ist dir Lei­tung des Loffe-Wereks dem Stadtverordneten Dr. Günther anvertraut worden.

Die gesamte Angelegenheit wird von den zu­ständigen Stellen mit größter Verschwiegenheit behandelt. Die vorstehenden Mitteilungen kön­nen mrS diesem Grunde keinen Anspruch auf vollkommene Richtigkeit oder Vollständigkeit er­heben Tatsache ist aber, daß in der gestrigen Stadtverordnetenversammlung für die ver­trauliche Sitzung eine demokratische Anfrage angeWndigt wurde, und Stadtverordneter Kreiß sprach offen von Fehlern und Vernach­lässigungen in der Vergangenheit, auf die Mil- lionen-Verluste der Stadt zurückruführen find. Damit verband er den Wunsch, daß die Leitung des erweiterten Lossewerks in fachmännische Hände gelegt wird, ein Verlangen^ das wir in stadtparlamentarischen Kreisen verlautet nur auf die Person des jetzigen Interims-Direk­tors gemünzt fein kann, der von Haus aus Ehe- miker ist. Unter den obwaltenden Verhältnisse« wird es Sache des Magistrats fein, schon um Legendenbildnngen vorzubcugen, Aufklä­rung zu geben. Dieses Anschneiden der Ange­legenheit möge der Magistrat als offene An« frage betrachten!

Die Licht-Störungen.

Wenn die Stadtverordneten gestern achk Millionen Mark bewilligten Mr Erwei-t terungsarbei ten im Lossewerk so handelt es sich um eine Folge des 1913 schon zwischen der Stadt Kassel und dem preußischen Staat geschlossenen Vertrags. Die jetzigen Er­weiterungsbauten fußen nicht zuletzt auf den Er­fahrungen, die mit der Edertalfperre während der ttockenen Jahre seit Kriegsende gemacht wor­den sind. Die Stadt beabsichtigt, für das Elek-> trizttätswerk eine Anleihe von 42 Millio­nen mlszunehmen. Aus diese Anleihe sollen die jetzt bewilligten acht Millionen verrechnet wer­den. lieber den Vertrag mit dem Staate hin­sichtlich der Beteiligung an dem Erweiterungs­bau schweben noch Verhandlungen. Gelegentlich der gestrigen Erörterungen nun gab Dr. Günther AnsÜärung über die Lichtstöruuge« der letzten Zeit. Diese entstehen dadurch, daß die Edertalfperre zum Ueberlaufen gefüllt ist. Das ablaufende Wasser wird daher restlos zur Erzeugung von Energie verwendet und diese an die Stadt Kassel abgegeben. Die plötz­liche Ueberleitung hat dann Stromschwan­kungen die besagten Störungen im Ge­folge. Diese Ergänzung unseres Kohlen­stroms ift so wertvoll, daß die Störungen ht Kauf genommen werden sollten. Man hofft, daß in acht Tagen das Werk von Hemfurth geregelten Wasserablauf hat. Dann wird die Zett der Stö­rungen vorüber sein.

Zur Vorlage ist zu bemerken: Durch die Er­weiterung M das städtische Elektrizitätswerk <Mf eine Leistungsfähigkeit von 24000 Kilowattstun­den gebracht werden, um dem staatlichen Eckek- trizitätsamt eine Leistung von 8000 KÄowatt- stunden dauernd zur Verfügung halten zu kön­nen. Die Erweiterungsbauten erfordern eine Aufwendung von 3033 Millionen Mark.

Weitere Gas- und Sström-Vertcuermrg.

Der schon mitgeteilten Lohnerhöhung für die städtischen Arbeiter wurde ;uqe- ftimmt unter einstimmiger Annahme eines An­trags Dohr (Fr. b. V.), der von der Linken erwettert worden war dahin, daß der nächste« Sitzung eine vergleichende Aufstellung der pro- zentualen Erhöhungen der Urbeiterlöhne tat Verhältnis zu den prozentualen Erhöhungen der Beamtenaebälter seit dem 1. April 1914 vor- geleat wird. Bürgermeister Brunner erMrte, daß im laufenden Etatsjahre noch 680 000 Mark anszubringen find, während in den neuen Etat 5% Millionen Mark einguftelfeB find für Ar- ' üertabjee und betonte: Wir werde» sicht twr