Meter Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Nummer 74
Dienstag, 28. März 1922
12. Jahrgang
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- Hessische Abendzeitung
Die Wirkung der Merken Forderungen.
e bedeutet einen schr o f- nisse geradezu revolutionieren. Die im Steuer- die Selbständigkeit derikompromiß beschlossenen Summen schrumpfen zu
einem Nichts zusammen gegenüber der flirchter- Achen Verwüstung, die durch die Geldentwer
tung von ein paar Tagen auf Grund der Reparations-Note eingetreten ist, und durch die die Rcichsbedürfnisse nunmehr in ungemessene phantastische Höhen getrieben werden.
Rückwirkungm
Die Folgen der Entente-Note.
Frankreich vleidt anspruchsvoll.
Paris, 27. März. (Eigene Drahtmeldung.) hnvaS meldet, daß das französische Kabinett in
Llm dieReparattonsnore.
England ist zn Verhandlungen bereit.
(Telegraphische Meldung.)
Berlin, 27. März.
Die Rückwirkung der Ententenote auf Eng. land und Frankreich ist nicht ohne Eindruck ge> blieben. Frankreich ist wegen der deutschen Geldentwertung sehr besorgt, und England scheint zu einer Milderung bereit zu sein. Go wird a»S Londoner RegienntgSkrriftn
sie die deutsche Wirtschaft auf eine festere Basis stellten und damit Amerika zur Hergabe einer großen Anleihe reizen könnten. Das Experiment ist mißglückt. Jetzt besieht man sich allenthalben die Scherben.
Daß wir in Deutschland unseren Haus- halt in Ordnung bringen müssen, muß selbst- lerständlich unsere Aufgabe sein. Aber mit den Mitteln des Ententedoktors Eisenbart ist das nicht zu machen. Wie ist ein Gleichgewicht im Budget und eine stetige, ruhige wirtschaftliche Entwicklung zu gewährleisten, wenn man jeden Augenblick solch törichten, allen wirtschaftlichen Grundbedingungen Hohn sprechenden Forderungen ausgesetzt ist, die schon durch die Tatsache ihrer Aeußerung die Geldmarktverhält-
nichtamtlich ongebentet; Wenn die letzte Note der Reparationskommission auch in ihrer äußeren Form ein aus die hrerschende politische Son. stellation zurückzuführendes. schroffes Aussehen ;abe. so seien doch tatsächlich ihre Bestimmungen nach britischer Ansicht nicht so unannehmbar, (?) wie dies in Deutschland auf den ersten Blick er» scheine. Vor allem gehe nicht a«S der Note hervor, daß sie ein Ultimatum darstelle. -allS die deutsche Regierung nach eingehender Prüfung der Note uad aller darin enthaltenen Bestimmungen z« bet Ueberzeugung gelangen sollte, daß verschiedene Punkte der Aufklärung bedürfen, und daß sie sich aus diesem Grund an sie Reparationskommission wenden müsse, so sei nicht einzusehen, weshalb die Türe alS geschlossen betrachtet werden feilte.
Das sind Worte, Worte, Worte! Dazu noch nicht einmal schöne. Daß nach diesen Forderungen der Entente noch von einer Bewegungs- freiheit der deutschen Regierung gesprochen wird, ist mit unseren Begriffen von Freiheit und Selbständigkeit einfach gar nicht mehr zu vereinbaren. Auch in Frankreich ist die Aufnahme der Reparationsnote in der öffentlichen Meinung Deutschlands nicht ohne Eindruck geblieben. Auch dort zeigt man sich besonders beunruhigt über die ersten Rückgänge, die sich an der deutschen Valuta bemerkbar machten. Die Franzosen sehen wieder einmal, welch ein großes und schweres Problem es ist, das deutsche Volk und seine Wirtschaft „vernichtend" zu treffen, zugleich aber auch die ReparationSbediirfuifle zu bestiedigen. Mit der jetzigen Methode sind diese Fragen nichi zu bewältigen. Man kann ganz gewiß nicht der Auffassung sein, daß die Entente mit ihren jetzt vorgeschlEnen Mitteln darauf hinzielte, die deutsche Währung zu gesunden. Dazu wären die allerersten Voraussetzungen der Abbau und schließlich die gänzliche Beseitigung der Inflation, der Banknotenausgabe und des Noten- «mlauss. Und doch soll angeblich diese Absicht für die an den Reichskanzler persönlich gerich-
Richt nur um Entscheidung der Frage: Aust e h m e n oder Ablehnen handelt es sich bei der Stellungnahme der deutschen Reichsregierung und des Parlaments zu der neuen Reparationsnote der Entente, sondern um die Beantwortung der Frage, ob Deutschland die f»genannten „Ga- lanrien und Bedingungen" einmal vereinbar hält mit der Souveränität des Reiches und zum Zweiten als brauchbare und et* trägliche Methode zur Abtragung der Re- parationsvrrpflichtungen ansieht. Schon aus dieser Fragestellung ergibt sich die Antwort: Der Inhalt der Entente-Note bedeutet einen schroffen Eingriff in U.. ____
Reichsverwattuua, und die finanzpolitischen Vorschläge und Forderungen würden das Gegenteil von dem bewirken, was sie erreichen sollen. Das Letztere haben die vergangenen Tage mit erschreckender Deutlichkeit nicht nur uns selber, sondern dem gesamten Auslande vor Augen geführt. Ja, man kann feststellen, daß sowohl in England wie aber auch in Frankreich eine förmliche Bestürzung über die ersten Wirkungen der Reparationsnote in Deutschland und auf dem deutschen Geldmarkt Platz gegriffen hat. Man beeilt sich nämlich, von London her „beruhigend" die deutsche Stimmung zu beeinflussen. Es sei ja alles nicht so schlimm gemeint, über die verschiedensten Punfte sei ja noch zu reden, es sei nicht einzusehen, „weshalb die Tur als geschlossen bewachtet werden solle", man denke nicht an eine Ottomanisierung Deutschlands, der deutschen Regierung soll genügend Bewegungsfreiheit gelassen werden, um nach eige- reni Ermessen den deutschen Staatshaushalt aufzustellen.
teten „Bemerkungen", die der eigentlichen Note beigefiigt war, maßgebend sein. Aber es ist die völlig entgegengesetzte Wirkung eingetreten: die deutsche Währung hat einen sürchter- lichen Schlag erlitten, und cs kann gar kein Zweifel darüber bestehen, daß bei einer Verwirklichung der neuen Steuerforderungen der Entente der Banknotenumlauf sich ins Unaemes- sene steigern müßte Das alles zeigt, wie schlecht die Reparationskommission wirtschaftlich beraten war. Es wird höchste Zeit, daß die Ententeregierungen gründlich Umschau danach halten, tote in dieser Kommission die volkswirtschaftlichen Probleme unserer Zeit von ihren Vertte- tern behütet werden. Einem solchen völligen Fiasko nicht nur in den Fachkreisen der ganzen Wett, sondern auch dem einfachsten Laien gegen* über, der nur ein bißchen Ahnung urb Verständnis für die Voraussetzung wirtschaftlicher Le- bensverhättnisse hat. sich auszusetzen, kann nicht auf die Dauer selbst eine so hoch stehende und mächtige Instanz sich leisten.
Allerdings wissen wir aus weiteren Infor. Motionen aus gut unt rrrchteter Quelle, daß die Entscheidung der Reparationskommission, deren »schroffes Aussehen" nach einer Londons Aeußerung „auf die herrschende politische Konstellation" zurückzuführen sei — eine Bemerkung übrigens, in welcher England seine völlige Ohnmacht gegenüber den französischen Anforderungen öffentlich bescheinigt — zustande gebracht wurde mit der Tendenz, auf Amerika zu wirken. Man wollte offenbar, nachdem Amerika mit der Forderung feines Anteils an den Besatzungskosten und mit dem Beschluß, die Be- fatzungstruppen au 1. Juli vom Rheinland zu- rückzuziehen, die EnteMepolitik sehr stark belastet batte, nun aus Amerika gewissermaßen einen Druck dahin ausüben, daß cs sich doch wieder mehr den europäischen Interessen zuwende. Als ein Mittel zu diesem Zweck betrachtet man anscheinend die Aufstellung von Forderungen, von denen man. freilich irrigertoetfe, annahm, daß
seiner letzten Sitzung den Inhalt der Rote der Reparationskommiffion an DeutMand als das Mindestmaß der für den franzsischen Staatshaushalt notwendigen Repara- iionszahlungen erklärt hat, ohne dessen Ergeb. «iS es Frankreich nicht möglich sei, die erforderlichen Wiederaufbau-AuSgaben für 1923 zu leisten. (Hätte Frankreich den Wiederaufbau DeutManv überlassen, bann wäre die Hälfte des zerstörten Gebietes schon wiederhergestellt. Es ist aber bekannt, daß Frankreich die deutschen Gelder nicht zum Wiederaufbau verwendet.)
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Deutschlands ablehnende Haltung.
Berlin, 27. März. (Privattelegramm.) I« »er ablehnenden Haltung der Parteien und »er Regierung zu der Reparationsnote ist keine Aenderung eingetreten. Die Besprechung »eS Kanzlers mit den Parteien dauerte auch am Sonnabend nachmittag fort. Am Dienstag wird nach beet Rei-'Bkanzler auch Dr. Rlfthenau im Reichstage sprechen
e
Die Neutralen verurteilen die Rote.
Berlin, 27. März. (Prtvattekegramm.) AnS Schweden wird berichtet, baß dort die Forderungen der Alliierten allgemein verurteilt werden. Man will nicht glauben, daß es nach den Erfahrungen der letzten Jahre tatsächlich noch immer Leute gibt, die solche Beschlüsse fassen »önnen. „Stockholms Dagblad" nennt die Rote jer Reparationskommiffion eine Drohung, die an Brutalität alle früheren übertreffe und unzweideutig beweise, daß diele alliierte Kommis
sion sich als Sklavenhalter gengenüber dem deutschen Volke fühle.
Frankreich und Belgien.
Eine Entschließung gegen Deutschlaud.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 27. Mär».
„Echo de Paris" meldet: Der deutsche Botschafter hatte am Sonnabend eine Besprechung mit PoincarS, die über eine Stunde dauerte. Der Inhalt dieser Besprechung soll der Repa- rationsnote gegolten haben. — Die Finanzkommission deS französischen Senats hat sich am Sonnabend eingehend mit der Reparationsftage besaßt. Laut „Matin" und „Echo de Paris" wurde eine Entschließung angenommen, die die Regierung ausfordert, neuerliche Verhandlungen der Reparations-Bedingungen abzu- lehnen und energisch zu beharren auf der ganzen Durchführung der jetzigen Bertragsver- pslichtungen Deutschlands.
Die belgischen Mitiüuser.
Brüssel, 27. März. (Eigene Drahtmeldung.) Die belgische Presse verneint allgemein die Verhandlungs-Möglichkeiten über die Rote der Re- parationökommission mit Deutschland. „Soirc" schreibt, daß Belgien keine Rotwenvig- keit erblicke zu Zugeständniffen »der Verhandlungen. Verhandlungen würden eine ernste Gefährduna der Rechte Belgiens (?) bedeuten.
Die cAmerttaner am Rhein.
Die Zurückziehung der Truppen.
(Eigener Drahtbericht.)
Paris, 27. März.
„Matin" meldet: Im Botschafterrat legten am Sonnabend die militärischen Sachverftän- bigen einen Plan für die Uebernahme der bisherigen amerikanischen Besatzungszone vor. Danach wird Frankreich drei Fünftel dieses Abschnittes übertragen während Belgien ein Fünf- tel zugewiesen erhält. Das restliche Fünftel wirb von England übernommen— Der Pariser Vertreter der „Chicago Tribnne", Harry WillS, berichtet: Die Entente hat die amerikanische Regierung aufgeforbert, ihren Be. schluß beS gänzlichen Rückzuges ber amerikanischen Garnisonen am Rhein abzuänbern und wenigstens ein kleines Kontingent unter bem Sternenbanner am Rhein zu belassen. WillS schreibt bazu, daß diese Anregung der Entente englischen Ursprungs sei. (?)
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tim Sie Besatzungskosten.
Paris, 27. März. (Eigene Drahtmeldung.) Der englische Finanzminister Str Hörne ist wider alle Erwartungen nicht in Paris eingetrof- fen. Er hatte sich am Sonnabend früh beim französischen Finanzminister telegraphisch angemeldet, um über die amerikanische Note wegen der Besatzungskosten zu verhandeln. Horne wird dafür Ende dieser Woche auf dem Pege nach Genna in Paris vorsprechen.
Reue Gtrettabflchten?
Ei« warnendes Rundschreiben.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 27. März.
Der Hauptvorstand des freigewerkschafttichen Deutschen Eisenbahner - Verbau. deS hat ein Rundschreiben an seine Mitglieder erlassen, in welchem es heißt: „Reue Streikgerüchte schwirren anläßlich einer erweiterten Bor- standssttzung der Reichsgewerkschaft im Lande herum Sollte es wiederum jetzt über unsere Köpfe hinweg zu einem neuen Streik kommen, fo existiert biefer überhaupt nicht für uns. Wir kennen auch keine Streikarbeit. Wir verlangen, wenn eS zum Streik kommt, daß unsere Mit- glichet vollzählig im Betriebe bleiben."
Aus dem Transpvkiarvelier-Derband.
Berlin, 27. März. fPrivattelegramm.) Die Leitung deS deutschen Trans^ortarbeiterverban- beg hat beschlossen, im Lause des heutigen Ta- >es mit den Hörigen Funktionären des TranS- vortgewerbes in Fühlung zu treten, um die Bor. bereitungen zur Durchführung deS Solidari- lätsstreikS zn treffen.
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Thüringer Landarbeiter.
Weimar, 27. März. (Privattelegramm.) Im Bezirk Allstedt ist wegen Lohnstreftigkeiien ein Iandatbeiterstreik auZgebro-H,, Der Streik erstreckt sich auf über fünfzig Betriebe. NotstandSarbeiten werden verrichtet.
Seuchen vom Osten?
Was das ReichSgesunbheitsamt erklärt.
®a Die Zuwanderung »om Olten her, au« Rutz, lau», hesouders in Berlin wegen der Wohnung«, not al« sehr lästig empfunden wird, find »euer, ding« auch Bcsvrqnine anfaetancht, daß «». steckende Krankhe teu eingeschleppt werden tonn, ten. Darüber wird un« äu« Berlin grfchriebenr In ungeheuren Distrikten Rußlands wütet die ergreifendste Hungertragödie, die wohl die Welt je erlebt hat, und ihre Begleiterscheinungen beginnen Europas Sicherheit zu bedrohen. Besonders im Wolgagebiet siechen Millionen von Menschen dahin, vom Hunger bis zum Wahnsinn gequält. Tas Baum- rindenbrot, das ihre Hauptnahrung bildete, soll auch zu Ende gehen. Kaum besitzt man die Kraft, die grauetivollen Berichte mit anzuhören, die von dort zu uns gelangen, die von Leichen- esscrn berichten, von wahnsinnig gewordenen Müttern, tue sich vorn Fleisch ihrer Kinder nähren. Ein letzter verzweifelter Gedanke bohrt sich in das Gehirn der Sterbenden ein: Flucht. Ungezählte Menschen setzen sich in Bewegung und wanken nach Sibirien, nach Norden — nach Westen. Andere, wohl die überwiegende Zahl haben nicht einmal zum Wandern mehr Kraft genug. Auch einige wenige Eisenbahnen fahren. Eine neue Völkerwanderung setzt ein. Unter solchen Umständen ist es begreiflich, daß sich auch der Westeuropäer eine größere Besorgnis bemächtigt. Noch ist Deutschland nicht dirett von Gefahr bedroht. Aber die Seuchenepldemicn droben beretts sich unseren Grenzen ;u nähern: TvPhuS, Docken, Fleck- imb Rucksallfieber. Kann uns der Sommer nicht auch die Cholera bescheren? Ucberängst- liche sprechen schon vorn Eindringen der Pest... Im Reichsgesundheitsamt sieht man, auf Grund der bisherigen Erfahrungen und der getroffenen unb noch zu treffenden Maßnahmen den kommenden Dingen
ohne Besorgnis entgegen. Unter den Schutzmaßnahmen gegen die Seucheneinschleppung sind in erster Linie die an den Ostgrenzen errichteten Quarantäne st ationen zu nennen. Dis aus den Hungergebieten geflüchteten Wolgadeutschen, dre jetzt nach Deutschland zurückwandern, werden sofort, nachdem sie auf heimatlichen Boden angekommen sind, in Extrazü« gen den Quarantäneanstalten zugeführt. Dabei wird die peinlichste Vorsicht geübt, um jede Berührung mit der Bevölkerung zu vermeiden. Die Züge sind plombiert. In den Lager» werden die Flüchtlinge, die meistens infolge Hungers, Entbehrungen und Strapazen vollkommen erschöpft sind, sofort einem Entlaus sungsprozeß unterzogen. Alle Eingelieferien müssen zur Beobachtung drei Wochen lang im Quarantänekager bleiben und dürfen vor Ablauf dieser Zeit auf keinen Fall entlassen werden, da mitgebrachte Fleckfieberkeime noch nach drei Wochen zum Ausbruch kommen können. Hat sich bis dahin kein verdächtiges Symptom gezeigt, fo können die Betreffenden entlassen werden. Die Gesamtzahl der bisher auf deutschem Boden angekommenen Wolgaflüchtlinge erreicht nahezu die Zahl tausend. Augenblicklich sollen in der Gegend von Minsk noch dreitausend Flücktlinge sein, die, allen Anzeichen nach, gleichfalls die Äbsickt haben, nach Deutschland zu kommen. Deutschland läßt nur Flüchtlinge deutscher Sprache und Abstammung ein. Die meisten von ihnen wollen übrigens nach Amerika weiterwandern. — Die (infolge des schwierigen Verkehrs) nur wenigen von Rußland nach Deutschland Einreisenden müssen sich an der Grenze
einer Krztlichen Untersuchung unterziehen, die zwar nicht allzu gründlich fein kann, aber immerhin die Gefahr der Seuchen- einschleppung etwas verringert. Die zahlreichen geheimen Grenzübenritte bei Nacht geben viel eher zur Beunruhigung Anlaß. Trotzdem wird auch hier erfolgreich vorgegangen, indem eine äußerst feingegliederte und organisierte Nedizinalverwaltung ein « setzt: Jeder verdächtige Fall wird sofort dem Kreisarzt zugewiefen und alle Verfonen, mit denen ein Seuchenberdächtiger in Berührung gestanden hat, schnellstens einem Quarantänelager übergeben. Tatsächlich ist infolge dieser umfassenden, durch-neifenden Maßnahme ein epidc- miemäßiges Ausbreiten einer Seuche bisher noch immer verhindert worden. Eine neue strenge Maßnahme soll ergriffen werden, sie ist aber in den Einzelheiten nock? nicht fest, gestellt. Im wefentt'ichen handelt es sich darum, daß sämtliche Personen, die aus dem Osten zugereist sind, künftig an ihren Aufenthaltsorten drei Wochen lang einer Gesundheitsbe« obacktnng un»erstehen werden, etwa in der Weise, daß sie sich zweimal in der Wache einer ärztlichen Untersuchung unterziehen las» len müssen. — Die in diesen Tagen in Warschau, auf Veranlassung des Völkerbundes ta- gendr internationale SanilS-ökon-