Nummer 89.
Fernsprecher 951 und 952
Freitag, 14. April 1922.
Fernsprecher 951 und 952
12. Jahrgang
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Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
SMeres Angebot von Sutter und Vieh
kommisfio« ans die deutsche Antwort heute de« deutscheu Botschafter in Paris überreicht werde«. — Der Sonderberichterstatter >eS „Slatin" a»S Genua meldet, daß in der gr- trigeu Zusammenkunft Barthous mit Lloyd George derfrauzSstsche Vertreter angesichts der Ablehnung der Reparationsnote durch Deutschland erklärte, alle Bvrsichtsmaß- nah-neu zu treffen, damit daS Etuveruehmrn
werden. Denn Freiheit und Notwendigkeit, i>r§ lehrt uns das Leben mit jedem Tage, den wir älter werden- um so deutlicher, sind nicht entgegengesetzte- vielmehr in einander ausgehende Begriffe.
Weitere Sachverständige Das deutsche Problem in Genua. (Vrivat-Telcgramm.)
tung der Konferenz zu den deutschen Fragen bilden lasse, daß jedoch der bisherige Verlauf der Konferenz ungefähr den Erwar- tungeu entspricht, die man in Berlin gehegt hat. — Aus Genua wird gemeldet, daß Lloyd George am Mittwoch eine halbstündige Unterredung mit dem deuffchen Außenminister Dr. Rathen au gehabt hat. Ueber die Unterredung der beiden Staatsmänner ist bisher noch nichts bekannt geworden.
Jesu Tod ist die vollkommenste Offenbarung des in der Welt herrschenden niedrigen Geistes. Keine Partei oder Richtung ist es gewesen, die ihm das Grab gegraben, sondern ein Menschengeschlecht, das heute so gut lebt wie damals, das das Wahre, Gute, Große notwendig vernichten muß. Freiwillig war Jesu Tod. Denn er wird aus tiefer, verstehender, mitfühlender Liebe auf sich genommen. Darin besteht seine Versöhnung und seine Erlösung, darin das Wunder, das Golgathas Kreuz zum Freiheitsbaume der Geschichte und der menschlichen Entwicklung macht. Jesu Liebe kann nur erlebt, nur angeeignet werden durch die innerliche Nacheiferung seiner Liebe in steter Selbstverleugnung, durch Aufnahme seiner Treue bis in den Tod in das eigene Denken und Tun. Dann werden wir nicht nur einen Karfreitag feiern, sondern ein Karfreitag - Erlebnis haben, das uns Mut zum Tragen und zum Wagen gibt, Ausharren in immer ernster werdenden Zeilen, Aufblick und Hoffnung auf einen Himmel, der sich nicht ewig verschließen, auf ein Auferstehe«, das dem Sterben folgen wird.
Sie Reparationssrage.
Entscheid der Wiederherstellnngskommisfiou.
; Brdxrt-Trlegrarmn.)
Berlin, 13. April.
Srnüynrngs-Konferevr.
Berlin, 13. April. (Privattelegrarmn.) Eine neue Konferenz der Ernährnngsminister im Reiche findet ht der ersten Woche nach Ostern in Berlin statt. Die Konferenz wird die end- güMge Grundlinie für die Getreide- und Kartoffel-Wirtschaft im deutschen Reiche für den kommenden Herbst sestlegen.
Loiwoner Zahlungsplan wieder in Kraft gesetzt wird. Das hätte zur Folge, daß die deutsche Regierung sofort mit etwa fünfhundert Millionen Goldmark im Verzüge wäre. E r st d a n n, wen« von der deutschen Regierung die Einhaltung des Londoner Zahlungsplanes verweigert oder aus Mangel an Z ahlungsmitteln unterbleiben müßte, wäre für die französische Regierung An- laß zu irgend welchem Vorgehen geboten, und auch dann müßte dir Frage, was $n geschehen hat, zuerst dem Obersten Ententerat anheimgestellt werden. Wenn der Oberste Rat eine Entscheidung fällen würde, mit der Frankreich ein» verstanden sein könnte, da«« erst hätte Frankreich wenigstens de« Schei» eines Anspruchs auf Selbsthilfe. Dazu kommt, daß mit der deut- chen Antwortnote die vo« der ReparationAom- misfion für tue Annahme der Bedingungen geteilte Frist, die bekanntlich erst Ende Mai ab läust, immer noch in Kraft bleibt.
Sinkende greife.
Rückgang der Dreh- und Butterpreise.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 13. April.
Ein ftorteS Sinken der Butterpreise machte sich auf der estrigen Auktion der Meierei- verbände gellend. Die Notierungen bewegten sich zwischen 54 bis 57 Mark. Die Gründe dürsten zum Teil in reichlichen Zufuhren liegen, z«m Teil in bereits angekündigten Maßnahmen der Reichsregierung und der Preisprüfungsstelle. Stärkerer Preisrückgang hat sich auch aus dem gestrigen Viehmarkt gezeigt. Der große Austrieb in Gattungen aller Art hatte zur Folge, daß das Geschäft im allgemeinen schlep. pend verlief. Die Preise gingen durchweg erheblich zurück und zwar bei Rindern und Kälbern um je 200 Mark, Großhandels-Lebendgewicht, bei Schafen und Schweinen um je 300 Matt für den Zentner Lebendgewicht.
Berlin, 13. April.
Gestern abend find weitere sec^ehn Sachver- ländige aus Berlin nach Genua abgestchre«. An amtlicher Berliner Stelle erklärt man, daß auf Grund der bisher eingegangenen Berichte aus Ge«« ßch «mH keinerLei Urteil »her diu frelA
md, wie schon gesagt, günstig sowohl als Haus« beamtin in leitender Stellung als auch als Hilfskraft der Hausstau. Es konmtt aber darauf an, daß nur tüchtige Kräfte ausgebildet werden, damit ein Berufsstand geschaffen wird, der im Wirtschaftsleben etwas bedeutet dadurch, daß er beweist, daß durch seine Arbeit die Haus- rauentätigkeit gehoben und vor allem die Pro- duttiou der ländlichen Hauswirtschaft gesteigert wird. — Ein zweiter landwirtschaftlicher Frauenberuf ist der der Gutssekretürin. Hie: sind di« Aussichten allerdings nicht so günstig. Ws Vorbildung wirb Volksschul-, Mittelschuloder Lhzeumsbildung verlangt. Da notwendige Kenntnisse in landwirtschaftlicher Buchführung, Schreibmaschine, Stenographie, Versiche- rungs- und Krankenkassenwesen evtl, in Gutsund Amtsvorstehergeschäften erforderlich sind, o geschieht die Ausbildung am besten durch den Besuch einer Handelsschule, prakttsche Arbeit in einem landwirtschaftlichen Buchführungsinstitut und vor allem in prattischer Betätigung im larid- wirtschastlichen Betrieb oder sogar int Besuch einer wirtschaftlichen Frauenschule. Da? Ar- ?eitsfeld der Gutssekretärin kann ganz ver- ^chieden sein. Auf Rentengütern wird eS haupt- achlich eine schriftliche Tätigkeit sein, zu der häufig auch Beaufsichtigung der Milchausgabe und des Speichers hinzukornntt. In mtttleren Betrieben wird noch viel mehr auf die land- Wittschastlich praktische Arbeit Wert gelegt und auch Betätigung im Haushalt und in der Geflügelzucht gewünscht. Eine
gründliche Prattische Ausbildung
Frankreichs leere Drohung.
Roch keine Einmarsch-Gefahr.
(Eigene Draht Meldung.',
Berlin, 13. April.
Das aus Paris gekommene Gerücht, das! Frankreich beabsichtige, die Ententesorderungen durch einen Einmarsch ins Ruhrgebiet oder nach Frankfurt $n erzwingen, ist übertriebe«. Die Lag- ist wie folgt: Die von der Wiederher- stellungs - Kommission gewährte Stundung war an gewisse Bedingungen geknüpft, die von der deutschen Regierung abg elehnt wurden. Das Nächste kann nur sein- daß die Stu n- dungSfrist als hinfällig erklärt und der
es überhaupt keine menschliche Tätigkeit von wahrhaft geistiger Bedeutung gibt, die nicht in einer mehr oder minder bewußten Beziehung zu Gott und göttlichen Dingen ihren Ursprung hat, so läßt sich eine große, des Namens würdige Nation gar nicht denken, deren Politisches Leben nicht von religiösen Zielen angeregt und erhoben würde. Glaub enserlebnis, das ist alles. Ein solches aber wird nach Klarheit streben über die Frage: Warum starb Christus? Und nicht nur das. Sondern: Warum mußte er den schmählichsten und schandvollsten aller Tode erleiden, den Kreuzestod, dem nur der gemeine Verbrecher überantwortet wurde?
Logisch am Klarsten, das ist zweifellos, hat oer Apostel Paulus diese Frage beantwortet: Der Kreuzestod Jesu eine Tat fteiwilligen Gehorsams gegen den göttlichen Willen. Christus leistete sterbend als Vertteter der ganzen Menschheit Gott die Genugtuung für die Sünde, die die in der Sünde noch befangene Menschheit zu leisten nicht fähig war. Durch seinen Tod hob er Heu auf der Menschheit lastenden Fluch des Gesetzes auf, erlöste sie von Strafe und Tod und versöhnte mit Gott. Mit unendlich scharfer Dialektik gestaltete dann Anselm von Canterbury diese paulinische Lehre zu einer juristischen Sa- tissaftionslehre: Christus gibt der durch die fortgesetzte Sünde der Menscoheft beleidigten Ehre Gottes die notwendige Genugttlung, indem er für die satisfakttonsfähige Menschheit sein unschuldiges Leben in den Tod gibt. Mer auch diese Auslegung war vergeblich. Die Genugtuungslehre Anselms, mag sie noch so logisch erfaßt und aufgebaut fein, dem modernen Menschen liegt sie zu ferne, sie ist zu mittelalterlich zu äußerlich und zu konstruiert, um dem Bedürfnis des suchenden Herzens entgegenzukommen, um inneres Glaubenserlebnis zu werden.
Nein, ein Christus starb nicht für Gott. Der bedurfte seines Kreuzeswdes nicht. Für die Menschen starb er. Die bedurften seiner. Nicht um Gottes beleidigte Ehre wiederherzustellen starb er, sondern um den verlorenen Frieden, das entschwundene Glück einer irrenden : Menschheit neu aufzurichten. Christus stirbt, ' um das Größte und Letzte zu tun, was die Liebe
Frauenberufe.
Betätigung in der Landwirtschaft.
Da zur Oste«,eit «ich» nur fite die männlich» Jugend, sondern in vielen Füllen auch f#r die jungen MädLen die E-iverdSsrag- wichtig ist, geben wir der nachstehenpen Znschrtfr Raum. Die weibliche Berufsftage spielt in heutiger Zeit eine große Rolle. Unter allen weiblichen Berufen wird aber auf die landwirtschaftlichen Frauenberufe viel zu wenig hingewiesen und doch bieten gerade sie noch die günstigsten Aussichten. Die Nachfrage nach tüchtigen Hausbeamtinnen ist augenblicklich größer als das Angebot, ein Zeichen, daß ein wirtschaftliches Bedürfnis für diesen Beruf besteht. Es werden aber überall gründliche haus- wirtschaftliche Kenntnisse verlangt. Daher ist eine gründliche Ausbildung praktischer wie auch theoretischer Art unbedingt erforderlich für alle, die in diesem Beruf etwas leisten und selbständig arbeiten wollen. Diese Ausbildung besteht in dem einjährigen Besuch einer wirt- schaftlichen Frauenschule oder hauswittschaftli- chen Schule oder in einer zweijährigen praktischen Ausbildung im Privathaushalt. Neuerdings ist im Einzelfall auch mehrjährige Berufspraxis oder berufsmäßige Beteiligung im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb zulässig. Diese Vorbildung berechtigt dann zum Besuch der Hausbeamtinnenschule, bei der die vorgeschriebene Zett auf ein Jahr festgesetzt ist. Solche Hausbeamtinnenschulen sind: Wirtschaftliche Frauenschule Reifenstein bei Wirkungen-Eichs- feld, Ländliche Hausfrauenfchule Beomrode bei Leinefelde, Wirtschaftliche Frauenschule Arveds- hof, Post Hofgarten, Bezirk Leipzig, Witt- schaftliche Frauenschule Jnselbad bei Paderborn, Ländliche Hausftauenschule Kühn-Maß- mann, Nassau a. d. Lahn, Landhaushattungs- schule Groß Graupa bei Pinna in Sachsen, Deutsche Frauenschltle Gainehofen a. Untersee, Baden, Lehrgut Schorn bei Pöttmes, Oberbayern, Waldhaus Häcklingen bei Lüneburg, Sonnenhof bei Königl. Neuendorf, Ostpreußen.
Die Anstellungs-Aussichten
Wozu starb EWstus?
Erne Karfreitags-Betrachtung.
Von Artur Brause weiter.
Warum starb Christus? Wie oft ist diese Frage aufgeworfen — und wie falsch ist sie beant- wottet worden! Drängte er sich nach dem Mär- tyreriode? Oder starb er, weil ihm lein anderer Ausweg blieb? Oder ging er gar in den Tod, weil er an seinem LebenSwerk verzweiselte? In ivesentlicher Wtt e unterscheidet sich der Tod Jesu von dem eines jeden anderen Menschen. Hier bildet er den Abschluß des Lebens. Bei Christus aber steht er im Mittelpunkt seines Seins. Sein Top erst beleuchtet und erklätt sein Leben. Wer sich dieses innerlich zu eigen machen, wer in eine Gemeinschaft mit dem lebenden Christus treten will, mutz erst seine bestimmte Stellung zum Sterben des Heilands einnehmen. Der Tod Jesu ist der entscheidende Wendepuntt in der Geschichte der Menschheit. Eine neue Kultur datiert von ihm. Er ist zugleich der entscheidende Wendepunkt in der Entwicklung der Religionen. Und doch liegt darin nicht seine hauptsächliche Bedeutung. Sondern in etwas anderem: In der innerlichen Aufnahme dieses Todes in daS Fühlen und Leben des deutschen Volkes. Es bleibt uns heute nur noch Eins: Je mehr wir an äußeren Gütern verloren, um so mehr zu versuchen, sie durch innere zu ersetzen
Oder bedarf ein Volk vielleicht gar nicht innerer, vollends religiöser Güter? Ein Wott Julian Schmidts mag die Antwort geben: Weder die Politik noch die Volkswirtschaftslehre sind im Stande, ohne Beihilfe anderer sittlicher Mächte die Menschheit besser und glücklicher zu machen. Und Leopold von Ranke meint: Wie .
gation nahestehende Persönlichkeiten versichern, daß die deutsche Frage bereits in den Hi«- tergrnnd gedrängt sei. Die ritfsische Fruge tehe gegenwärtig im Mittelpunü der Beachtung. Man dürfe aber nicht vergesse«, daß die Lösung der russischen Frage abhängt von der Lösung des deutschen Problems.
ist also unbedingt erforderlich, es ist damtt au tz die GÄegercheit gegeben, ganz in Hauswirtschaft, vche Stellen überzugehen. — Als dritter landwirtschaftlicher Frauenberuf kommt dann noch ^^?.^^^^EgeschWester in Frage, deren AusbAdungsgang folgender ist: ein Jahr Land- pflegeichule mit Abschlußprüfung, anschließend zwei Jahre Krankenpflege einschl. Säuglings- ■ lege in bestimmten Anstalten mit staatlicher ..rufung. Als Vorbild wird eine gute Allgemeinbildung verlangt und Verständnis und Lieb« für ländliche Verhältnisse. Die aanze Wie daS Pariser Journal des Debats" Ausbildung beträgt drei Jahre. Die Anstellung meldet, wird die Entscheidung der Reparativns- erfolgt dann von Gütern und Gemeinden, eine selbständige Landpflegestatton erhalten o.e Schwestern aber nicht vor dem 26. Lebensjahre. Ihre Tätigkeit kann ihnen viel Freude uns seelische Befriedigung geben. Neben chr«-. eigentlichen Betätigungsfeld können sie auch praftische Arbeit in Haus und Garten leisten zur Unterstützung der Hausftau und damit auch ihren Teil zur produktive:! landwirtschaftlicher: Frauenarbeit beitragen. Ebenso müßte auch ir Gemeinden und Gütern, die sch keine Land- pflegeschwester halten können, die Gutssekretä-
Dle wichtigsten Fragen.
Ansichten der Abordnungen in Genna.
(Eigener Drahtbericht.)
Genua, IS. April.
Ein deutscher Sonderberichterstatter hatte an die Delegierten-Kreise die Frage gerichtet, was sie für die wichtigste Angelegenhett der Konferenz hatten. Aus Kreisen der englischem Delegierten wurde geantwortet, das Wichtigste sei dierussischeFrage. Die Franzosen find überzeugt, daß die russische Frage im Laufe der Verhandlungen auch die deutsche Frage in den Vordergrund des Interesses rücken wird. Die Franzosen sagen Wetter, sie feien sich klar darüber, daß die wirtschaftliche Sanierung Deutschlands das allgemeine Interesse in Anspruch nimmt, fürchten aber, daß diese Sanierung auf Kosten Frankreichs erfolgen wird. Die Russen betrachten als die wichtigste Frage die russische Frage selbst. Der deutsche« Dele-
zu tim vermag: sich selbst zu opfern. Denn Liebe ist Todesbereitschast, und da nur ist Liebe wo fteudige, selbstverssändliche Bereitschaft ist. sein Leben jede Sekunde für den Geliebten in den schmerzlichsten Tod zu geben. .Niemand hat größere Liebe, denn die, daß er sein Leben lasse für seine Freunde'. Dies sein Wott durch die Tat zu erhünen, stirbt Christus in Golgatha. Für eine suchende, irrende Menschheit stirbt er, ihr den höchsten Beweis seiner Treue bis an den Tod, ja bis über den Tod hinmis zu geben, sie zum Frieden und zur Liebe Gottes zurückzuführen. Zweierlei macht den Tod Jesu beachtenswett: Daß er ganz frei und ganz notwendig zugleich war. Nur aus diesen beiden Nmstönden kann er verstanden
tlmbtnSttistunss-SMstand
Die Frage der Armeeferien.
(Eigener Drahtbettchi.)
Paris, 13. April.
Das „Echo de Paris" schreibt unter anderem: Der erste Att in Genua ist zu Ende gegangen, mm wird sich der Borhang über den Meilen Att erheben. Das Schauspiel ist jetzt schon zu erraten. Lloyd George wird feinen berühmten Plan einer internationalen Urbereinkunst für zehnjährige „Armeeferien" vorbringen. Lloyd George bleibt seinen Besprechungen von Bou- logne treu und vermeidet es, in Genua eine Debatte über die allgemeine Abrüstung anzuzetteln, aber er verlangt von allen gegenwärtig vertretenen Staaten das Versprechen, gegenseitig die Grenzen während zehn Jahren zu respektieren, und Lloyd George rechnet daraus, daß er damit allen Kräften, die in Europa für die allge - meineAbrüstung arbeiten, einen Antrieb gibt. ES braucht nicht darauf anfmerksam ge- macht zu werden, daß dieses Unterfangen sich gegen Frankreich richtet, denn Sie ruflische Abrüstung kann nicht überprüft werden, die deutsche Entwaffnung ist beendet und die englische ist ebenfalls durchgeführt. — Demgegenüber wird aus Londou gemeldet: Der englische Finanzminister bestritt in Genua sämtliche der Lloyd George zugeschriebenen Pläne von Armeeserieu bei allen Nationen.