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Nummer 112.

Sonntag, 14. Mai 1922.

Fernsprecher 951 und 952

12. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

Vie Fortdauer der Konferenz ist gesichert

orche;

en uni

stehenden Grenzen Europa vorzuschlagen, bis an der L e ss ifch e n H eimstälte* und

Kommission fürdenruflis-rnW--der°ufbau essischen Heim a t" um ein! Million und «?n^'Een.beend-t hat und e:n endgültiges öMOOO Marl zu erhöhen und ferner Bürg. Ucrommen Mit Rußland geschloffen rst, Schäften für Siedlungskredite zugun-

Um europas Krenzes.

Genua, 13. Mai. (Eigene Drahtmeldung.)

Die M»ss«le> Neueft«- Rachrtlhten «rlÄÄneu wöthkntlich fecMmal uni» poar adln»«. Der HbomtexnentSptdS beträgt mortatltd) M. Mark bei freier flufleBung in« Hau«. Ku«, märt« durch sie iöoli bejogen tl- Marl monatlich ewlchUeSlich Zustellung. Benellungee werden ieberjjtt von bet Eeschäktsiielle ober den Boten entgegengenocimen. $ruderet, Berlag and RedakNon . EchlachthoffUatze Bi,'M, Für unoerlangt eingesandte Beiträge iann Ste Redaktion eine t'eiantro ortung oder «ernähr in keinem Falle übernehmen. RüSzalNung de« Be,ug«geideS oder llnsprüche wegen etwaiger nicht otdnüngrmätziger Sieserung -»«geschloffen.

gnserUonSsreife e) Einheimische Aufträge: Tie einspaltige Lnzsigenzeile R. 3., die etnfpatttge «etlamejetle M. » b) 8ta«märttge Aufträge: Die einfoalNge Anzeigenzeile 91. di« einspaltige Reklame,eile M. 8, alles einschließlich Deuerungäzuschlaz unb «nzeigensteuer. Für Anzeigen mit besonder« schwierigem Satz hundert Bro,en: Ausschlag. Kür die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme- baten und Plätze kann eine Pewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht, hofflraße 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5, Telephon Nummer 951 und 932

Ser Landesausschutz wurde erfreulicherweise ermächtigt, die Anteile des Kommunalderbandes

Genauere DorschlLge werden verlangt.

Genua, 13. Mat. (Eigene Drrchtmeldung.s Lloyd George und die Mitglieder der englischen Delegation sind zu dem Entschluß gekommen, daß die russische Antwort zu allgemein gehakten sei, statt genaue und bestimmte Vorschläge zu machen. Dir englische Delegation ist entschlos­sen, um jeden Preis Europa und Rußland den Frieden zu erhalten. England ist einverstanden, daß die finanzielle Frage des russischen Wieder­aufbaues einer gemischten Komisfion gut Prü- stng übergeben wird. Wenn man wegen der russischen Antwort die Verhandlungen mit Ruß­land abbreche, würde man die kleinen Nachbar­staaten Rußlands einem Angriff auSsetzrn.

Neber das Schicksal des russischen Vor­schlages, einen gemischte» Sachverständigen- Ausschuß zu bilden, der die russische Frage wei­ter behandeln soll, erklärt der italienische Außen­minister Schanzer, er könne keinen endgültigen Bescheid geben, weil diese Frage erst in der po­litische» Kommission geprüft werden soll. Der Erfolg der Konferenz bestehe darin, daß die An­näherung der Mächte an Rußland zur Tatsache geworden sei und daß die Russen mit den anderen europäischen Mächte» für Sen Frie­den zusammenarbeiten «ollen. Die Konferenz von Genua sei noch nicht $n Ende, sie müsse fort- dauern, um für den Frieden Wetter zu arbeiten. Auf eine Austage erklärte Schanzer noch, daß über den Garanttepav bis jetzt «och kein kon- steter Vorschlag auf den Tisch der Konstrenz ge­legt worden sei und daß, solange ein solcher Vor schlag nicht vorliege, er nicht sagen könne, ob die Konstrenz auch ichne den Abschluß eines Ga- ranticpaksts beendet werde« könne.

Genua, 13. Mai.

HärHavas"-Bericht aus G-nqa vom Frei­tag kautet: Die russisch« Antwort läßt wesen.li- che Fragen der Alliierten unerledigt. Die f r a « zösische Delegation hat zugestimmt, in einen weiteren Notenwechsel mit den Rus­sen einzutreten, da die russischen Erwiderungen keine Ablehnung der alliierten Forderungen ausspricht. Go ist das Verbleiben der französi­schen Delegation in Genua möglich geworden. In englischen «reisen wird erklärt, daß

die politische Kommiffio« drei Unterabteilungen für di« Behandlung der russischen Frage bilden werde: 1. für die Kredit - Gewährung, 2. für die VorkriegSschulden und Z. für die Eigentumssrage.

Sin Sommerausentdoit?

Zürich, Ist. Mai. (Eigene Drahtmekdung.) DieNeue Züricher Zeitung,, meldet aus Ge­nua: Ma« kann nicht sagen, wann daS Redespiel in Genua zu Ende kommt, nachdem Tschitscherin am Donnerstag den Führern der Delegationen versichert hat, seine Delegatton finbe einen Dvmmrraustnihalt in Genna sehr schön. (!)

Xfm Rußlands Antwort.

Weitere Verhandlungen find gsfi H?rt.

(Eigener Berichts

In der englischen Presse-Konferenz wurde ge­stern erklärt, daß die Srittsche Delegation zunächst die Absicht habe, eine^-toiga-Dei" l-tnen Gottrsfrieden) auf der Basis b*t tatsächlich be-

Weftere Stellungnahme.

Genua, 13. Mai. (Eigene Drahtmeldung) Die Erklärungen Schanzers wurden im All­gemeinen günstig ausgenommen. Die Engländer waren mit ihr sehr zufrieden. Die Franzo- en dagegen sagten, daß Schanzer die Beschul­digungen der russischen Rost gegenüber den Mächten hätte energisch zurückweiscn müssen. Die Russen wollen übrigens zu den AuSführun- gen SchanzerS durch eine Erklärung Rakowskis

in diesen Tagen Stellung nehmen.

Genua, 13. Mai.

Frankreich will erklären, daß es oer Bildung einer neuen Kommission zup-mm?« wür^ d« unter der Bedingung, bi# sie Arbeiter, der Konferenz in den Beschlüssen bit.tr Kommission gipfeln. Es soll auch darüber völ.qe Klarheit geschaffen werden, daß der Kreiö der Pröble- me, die die Kommission beschäftigen werd'«, «icht erweitert werden-ü:st Mit Sicher­heit läßt sich auch annehmen, daß Meinung« verschSedenhetstn zwischen Frankreich und Eng­land über die Forderungen Llrvd Georgesae. icke«. daß während der Kommiffionsverhand- lungen keine gesonderten Abmachungen erfo'gen. Das Wesentlich« an der jetzt erfolgte» Stellung­nahme Frankic'chs ist, daß sämtliche Pläne, die die Friedrnssicherhcit Etlropas betreffe», in der Versenkung verschwunden find.

DauemdeGpannung

Keine Versöhnlichkeit in Genua?

land seine erzwungenen Verpflichtungen nicht bis zum 31. Mai erfüllt. Es ist die Aufgabe Les Finanzministers HermeS, der heute in Paris anFekommcn ist die Reparationskommis- sion von der finanziellen Schwäche Deutschlands zu überzeugen und einen Zahlungsaufschub her- beizufi'chren. Daß die Kommission überhaupt bereit ist, Dr. Hermez zu empfangen, darf man vielleicht als ein günstiges Zeichen betrachten. Aber alles ist in der Schwebe, und die Gesamt­lage ist so ungewiß, daß das ganze Wirtschafts­leben darunter leidet. Ob Genua oder Pa- r i s, es wäre endlich an der Zett, daß die ver­wirrten Köpfe zur Besinnung Kimen. K. F. Dr.

Die Konferenz dauert fort.

Annäherung der Mächte an Rußland.

(Eigener Trahtbericht.

Genua, 13. Mai.

und nannte die Geistlichen Sachwalter kapitalisti­scher Interessen, die es mit den Bauern halten. Dann forderte er eine durchgreifende dauernde Kontrolle der in Familien untergebrachten Für- sovgezöglinge und weitgehendere Ausbildung im Handwerk. Landesrat Dr. Schellmann wi­dersprach entschieden der Behauptung Pappen­heims, daß da-S System falsch sei, und verwahrst die Geistlichen auf dem Lande gegen die erhobe­nen Borwürfe. Sie Haben sich in ost vorbild­licher Weise bemüht, den Zöglingen eine schöne und sonnige Jugend zu verschaffen.

Abg. v. Hammerstein.Wormsthal (Hess. Arbeits-Eem.) legte geharnischten Protest da- gegen ein, daß Pappenheim den gesamten Stand der Kleinbauern durch die Ausdrücke .Ausbeu^

MS Präsident von Keudell den Abg. Pap. vcnheim rügt, weil er vom Abg. v. Hammerftein behauptest, er gehe in demagogischer Art um» Weise vor erwiderte P a p p e n h e i m. der Prä­sident sei kein Papst und er nicht katbolisch. Präsi­dent v. Keudell verbat sich diese Kritik und er­teilte Pappenheim einen Ordnungsruf. Der greise Superinstndent D. Wissemann aus Hofgeismar (H. A.--G.) sprach rührend schön und humorvoll über Vorwürfe hinsichtlich schlechter Kleidung der Fürsorgezöglinge. Dabei bemerkte er unter allgemeiner Heiterkeit: Wie wir alle nicht mebr so gekleidet find wie früher, so gehen auch die Zöglinge nicht mehr so elegant (!) wie früher! Sauber und ordentlich find sie immer gegangen!

Beim Voranschlag des Leihhauses in Kassel trat Abg. Wittrock-Kassel (Soz.) für ein neues Kleid des Hauses ein und teilte mit, daß Uebernahme dieser Einrichtung auf die Stadt Kassel in Erwägung gezogen worden ist.

SNiSreise von Sachverständigen.

Berlin, 13. Mai. (Privattelegramm.) Ge­stern sind aus Berlia auf telegraphische Beru­fung eine Anzahl deutscher Sachver- ständiger nach Genua zurückgxfahren. Auch aus der russischen Gesandtschaft find wieder Sowjetvertreter nach Genua unterwegs. Es erscheint jedoch verfrüht, Schlußfolgerungen für eine günstigere Situation in Genua aus die­ser erneute« Zurückbcrufung zu ziehen.

Die deutschen -Zahlungen.

Beginn der Verhandlungen in Paris.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 31. Mai.

Reichsminister Dr. Hermes wird dir durch den Botschafter Bergmann begonnenen offi­ziösen Verhandlungen mit dem alliierten Wie- derhcrstellungsauSschuß fortfetzen. Rach dem Journal des DebatS" werde« diese Unterhand- lunge« am Montag beginnen. Die Wiederhcr- fstllungskommisston wird auf die letzte Rost der deutschen Regierung erst antworten, wen« sie Kenntnis von den neuen Vorschlägen grnom- «wn hat, bic Hermes mitbringt. Es so« sich hier­bei um einen finanziellen Plan und einen Anleihe-Vorschlag handeln. Wie aus Berlin gemeldet wird, enthält der neue deutsche Gegenvorschlag an die Reparationskom­mission als Hauptteil das Verlangen nach wei­terer Stundung aller Reparattonszahlüngen bis zum Abschluß einer internattonalen Anleihe.

Jetzt ist die Frage, die alle Welt in Spannung Hält: wie wird die weitere Entwick­lung? Wird Frankreich auf seinem anspruchs­vollen Standpunfte verharren oder doch noch mit sich reden lassen? Trotz aller Großsprecherei der Pariser Rationalisten scheint es nicht, als ob es die französische Negierung darauf ankommen las­se« werde, mtt England zu brechen und eines Tages isoliert dazustehen. Es werden allerdings mancherlei Vermutungen ausgesprochen, wonach die in Genua vertretenen Mackste obne Frankreich »eiter verhandeln würden, oder Frankreich sich selbst zurückziehen werde, um Mein vorgehen zu können. Niemand weiß, tote sich die näch­sten Tage gestalten werden. Welch« Schmach für unsere gegenwärtige Zeit ist es, daß das Schick­sal der europäischen Völker von Zufälligkeiten und von den Stümpereien Keiner Cliquen ab­hängig ist. Nach jahrelangen fruchtlosen Kämp­fen scheint noch immer nicht die Vernunft zurück- zukehren. Immer weiter tobt der Haß und dje zügellose Gier nach Gewinn auf Kosten des an­dern. Es muß sich in biefen Tagen entscheiden, cO Frankreichs Wahnsinn heilbar ist oder nicht. Seine Außenpolitik ist bisher ununterbrochen auf Kampf eingestellt, sei eS gegen Deutschland, Rußland oder England. Für Tevtschland wird die Zügellofigkeit des westlichen Nachbarn da­durch bedenklich. daß in Frankreich jetzt die F r a g e der Z w a n g s m « ß n a h m e n auf der Tagesordnung steht für den Fall, dcrtz Deutsch.

ter* undseelische und körperliche Mißhandlung* beleidigt hat, namentlich die ^Bauernfrauen, die derartige Kinder oft mit der gleichen Liebe be­handeln wie ihre eigenen Kinder. Diese Rede iaurbe vom Abg. Schnabrich. Herfeld (Soz.) als stark agitatorisch klingend bezeichnet. Dann orderte er Stellung der Zöglinge auf dem Lande unter die Jugendämter urtb eine neue Organifation. Dann sprach der Handwerker-Ab­geordnete Murawski (Hess. A.-G.) aus Ha- nau. Auf die Frage der Fürsorge, die in so gründlicher Weise hier im hohen Hause besprochen worden war, ging er nicht weiter ein. Er wies nur die Angriffe des Abgeordneten Pappenheim. :*er den Handwerksmeistern vorwarf, die Für- '"äcgltnge als Ausbeulungsobiekle zu betrach- ittto siegeschmackvoll* als Krauter bezeich- nete, auf das entschiedenste zurück. Wir wachen, o sagte er, in unserer StarchrSorganisation auf daS allerschSrfste selber darüber, daß jeder Wei­ter seinen übernommenen Verpflichtungen auch restlos nachkommt.

Kommunal-Landtag.

Die dritte öffentliche Sitzung.

(Eigener Bericht.)

Kassel, 13. Mat.

Die gestrige Nachmittags-Sitzung des Kom­munallandtags dauerte genau vier Stunden. Es galt aber auch, an die vierzig Vorlagen zu er« lebigen. Im allgemeinen schleppte sich die Sit- zmiä lang und breit dahin. Meist waren Vor­anschläge festzustellen. Interessante Momente gab es, als das Haus eine Erhöhung der Bezüge eines Pfarrers in Cappel für die Ausübung der Seelforg« in der Landesheilanstalt Marburg ge- iiehmigte Diefe Bezüge waren von 1876 vis ISA) die gleichen geblieben und jetzt betragen fie erst das Vierfache des Betrages von 1876. Bei dieser Gelegenheit erklärte sich der Kommunist Rehbein aus Hanau grundsätzlich dagegen, daß in einer Irrenanstalt Hilfe in religiöser Be­ziehung geboten wird, zumal Religion Privat­fache fei. Wer geistlichem Zuspruch in Anspruch nehmen will, solle auch die Kosten dafür auf­bringen. Der Redner kann nicht einsehen, daß bei oer finanziellen Lage des Bezirksverbandes öffentliche Mittel für solche Zwecke aufge­wendet werden, die besser zu sozialen Aufgaben benutzt werden könnten. Diese Erklärung wurde vom Hause mit eistgem Schweigen aufgenom- men. Bon einem Abgeordneten wurde Wert auf die Feststellung gelegt, daß keinerlei Unterschied mehr besteht bei der Unterbringung der Irren in Marburg, Merxhausen oder Haina.

Beim Voranschlag der Fürsorge-Er- ziehung Minderjähriger wurde die erste Aussprache hervorgerufen durch den Unab­hängigen Pappenheim aus SchmaAalden, der die Forderung aufstellte, daß die Fürsovge- zöglinge zu nützlichen Mtgliedern der bürger­lichen (Lachen im Saal), überhaupt menschlichen Gesellschaft gemacht werden. Er sprach von Ausbeutung der Kinder durch die Kleinbauern

Seit fünf Wochen tagen nun die Delegierten aus aller Welt in Genua. Versucht man sich dar­über klar zu werden, was eigentlich getan und erreicht worden ist, so kommt man zu dem trau­rigen Ergebnis, daß die Konferenz bei wahnsin­niger Zeit- und Geldverschwendung ihr Ziel ganz aus den Augen verloren hat. Es ist nvi- roeitbig, sich in Erinnerung zurückzurufen, daß damals vom den Einberufern versprochen wurde, die Wiederherstellung Euro­pas solle erstrebt werden. Zu diesem Zweck foHlten die Machte gleichberechtigt an den Beratungen teilnehmen können. Diese schöne Absicht ist ja von vornherein von den Franzosen zerstört worden durch ihre Bedingung, daß weder der Versailler Vertrag noch die deutsche» Wiedergukmachungsyflichten erörtert werden dürsten. Da aber ohne diese beiden Frage» an eine Wiederherstellung Europas nicht zu denken ist, war damit das ursprüngliche Ziel der Kon­ferenz begraben. So ist es erklärlich, daß sich die Beratungen in uferlofem Gerede u. uw aufhorlichem Notenwechsel verloren. Es ist eine frevelhafte Vergeudung von Zeit und Geld. Taz einzig Positive ist der deutsch-russische Vertrag, der außerhalb der Konferenz abgeschlossen wurde, aber dem Konferenz-Programm wenig­stens eine bestimmte Richtung gab. Wäre dieser Vertrag nicht dazwischen gekommen, so hätten sich die Delegationen der alliierten Mächte wahr­scheinlich überhaupt noch nicht mit Deutschland beschäftigt. Für Deutschland ist also ein indirek­ter Erfolg zu buchen, der noch dadurch an Be­deutung gewinnt, daß die Reparalions kommif- fion den Vertrag als zu Recht bestehend aner­kennen mußte.

Am meisten hat bisher das russische Pro- bIem die Konferenz beschäftigt, das bis heute noch nicht gelöst ist. Während man politische Phrasen im Munde führt, geht es hinter den Kulissen um das Geschäft, um PetroleumLonzes- sionen. Die Vorschläge und Bedingungen der Alliierten an Rußland sind durch die russische Antwort abgefertigt worden. Rußland stellt hohe Gegenforderungen und bringt diese in einem scharfen und selbstbewußten Tone vor. der die Gleichberechtigung zum Ausdruck bringen soll. Zugleich wird Anklage gegen die imperialistische Politik der gegnerischen Mächte erhoben und ihnen die Schuld zuge­schrieben, falls keine Einigung erzielt werden sollte. Die Erklärungen im Einzelnen enthal­ten verschiedentlich Konzesstonen und Entgegen- kommen, stellen aber zugleich Forderungen, die für die Gegenpartei einen bitteren Beigeschmack haben. Sofort fühlen sich die empfindlichen Franzosen tief gekränkt, einmal weil sie die Anklagen sehr richtig auf sich beziehen, bann aber auch, weil die Vorschläge eine Zurückweisung erfahren haben. Sie find deshalb von der russi­schen Antwort Höchst unbefriedigt, ja sogar darüber empört. Anders die Engländer. Lloyd George äußerte sich g ü n st i g besonders über die russische Anregung, die finanziellen Fragen einem Sachverständigen - Ausschirß zu überweisen, der später an einem noch zu bestim­menden Orte zusammentreten soll. Dari« erblickt er einen gangbaren Weg zu weiteren Verhand­lungen. Ihm ist sehr viel an der Fortführung gelegen, wogegen die Franzosen mit unbestreit­bar bösem Willen die Konferenz ohne Eraeluus auSgehen lassen möchten und die Schuld den Russen zuzuschieben sich bemühen. Der englisch- französisch« Gegensatz wird dadurch immer mehr verschärft.

Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Dorlüuflse Siellungaahme. __

Paris, 13. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Havak" berichtet: Infolge Ausbleibens der eng- lifchen Vertreter wurde die Sitzung des Wieder- herstelluugS-AuSschuffes auf den kommenden Dienskag vertagt- Cs soll eine vorläufige Stellungnahme des Ausschusses gut deutschen Note erfolgen Rach demJournal des Debats" wird diese Stellungnahme unabhängig von dem neuen Angebot fallen, das Dr. Hermes von der Regierung mit nach Paris bringt.

Voincars hofft auf DerstLndigung.

Paris, 13. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Ministerpräsident Poinears äußerte zu der deutschen Rote an die Rcparationskommisfion aus dem gestrigen Presseempfang die zuversicht­liche Hoffnung, daß eine Verständigung in der WiedergutmachnngSfrage erzielt werden könne. Frankreich und England könnten dabei wieder geschlossen vorgehen.

(Sine neue Kommission.

Die Friede üspläne find wieder beseitigt.

(Eigener Drahtbericht.