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Hessische Abendzeitung

Nummer 146

Fernsprecher 951 und 952

Sonntag, 25. Juni 1922,

Fernsprecher 951 und 952

12. Jahrgang

AtWmMk über die Getreibe-llmlage

Verwirrung überall,

in

des Geschmacks

vor allem

ien. Ehe man an

Paris, 24. Juni.

Die Kammer hat gestern über den vom

Dt« Äaffeler Neuesten plachrtchte» erschetueu wüchenMch sechtmal «u> mta a b « nb I. »«. ?r?äetnnoUld) Marl bet freier Zustellu», tnl Hau», in der J*- "m rt monQttl& «uswLrtr durch die Post bergen 28.- Mark S-.. Bestellungen werden jederretr entgegengenommen. Druckerei,

K/Xunverlangt eingesandte BeitrLg« kann 5? ltt?S^>rtan9 »der «ewühr tn keinem Falle übernehmen. Rück^hlung de, «e,ug«gelde» oder ilnsprüche wegen etwaig« nicht ordnüngtmStziger Lieferung aulgeschlofse».

Am die Broßvezsorgung.

Die Getreideumlage ist noch ungewiß.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 24. Juni.

Die Beratung im Volkswirtschafttick,en Aus­schuß des Reichstages über die Gctrcideumlage ist abgebrochen worden. Das Schicksal der Regierungsvorlage ist damit völligunüber- sichtlich geworden. Die Koalitionspar- t c i e n stnd sofort zu Verhandlungen zusammen, getreten, bei beiten sich herausstellte, daß man sich im wesentlichen über alle Frage» einig wußte, daß nur die Preisfrage der Punkt sei, in dem bisher eine Verständigung unmöglich war. Die Verhandlungen sind im Laufe des gestrigen TageS zwischen den Kvalitionspartcien fortgesetzt worden. Es bleibt abzuwartcn, ob eine Eini­gung zu erziele» ist. Bisher sind die Aussichten hierfür sehr gering. Der Volkswirtschaftliche Aus­schuß wird wahrscheinlich heute wieder zusam- mentrctrn. Sollte bis dahin nicht eine Mehrheit für die Eetreidcumlage hergcsteltt sein, so ist die parlamentarischeKrisiS möglich, da die Sozialdemokraten in diesem Falle aus dem Ku- biuett Wirth austreien wollen.

richtet, de» sie davon in Kenntnis setzt, daß die deutschen politischen Gefangenen von Oberschlesien nach dem Rheinland zur strenge­ren Ueberwachung überführt werden sollen.

*

Bedrohung der Selbstbestimmung.

Varis, 24. Juni. (Eigene Drahtmelduna.) Wie heute früh berichtet wird, ist die Note der Botschasterkonferenz gegen die anschlußfreundli­che Rede des derrtschen RcichstagSpräfidenten Löbe noch nicht aügrsandt worden, weil eine nachträgliche redaltionrlle Benderung vorzuneh­men ist. Die Rote verlangt eine ausdrück­liche Mißbilligung der Rede des Reicks- tagsprasidenten durch die deutsche Regierung und Maßnahmen gegen eine Wiederholung der Aufforderung des Rcichstagspräfidcnten zur Verletzung des Versailler Vertrags.

toter öer fremden Aufsicht.

Dio unwürdige Kontrolle.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 24. Juni.

schon Könnens zu höchster Durchbildung und Vollendung gelangt, wollte das Publikum Schnörkel und Beiwerk. Heute hat sich eine Arn» berung durchgesetzt. Wir sehnen uns wietmr

Gegen Oesterreichs Anschluß.

Dee alliierte Dotschafterrat protestiert.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 24. Juni.

Rach demEcho de Paris" hat der Botfchaf- terrat verschiedene wichtige Beschlüsse gefasst. Er hat einen Vries an die deutsche Regierung ausgesetzt, um gegen die kürzlichen Kundge» Jungen zugnnHrn des österreichischen An- schlnsses Protest z» erheben, besonders beS. halb, weil daran verschiedene politisch matzge. bende Persönlichkeiten teilgenommen haben. Ferner wurde ein Schreiben an den Präsidenten der «Merten Oberkommiffion im Rheinland ae-

DTton befürchtet rlnruhen.

Paris» 24. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Londoner Berichte und Pariser Kommentare befürchten, dass in I r l« n d die Londoner MI- tischen Morde ein blutiges Nachspiel haben wer­den. Die Ruhe, die in den Städten herrscht, ist nicht echt. Die beiden M ö r d e r des Marschalls Wilson werden heute vor dem Untersuchungs­richter in Westminster erscheinen, wo ihnen die formelle Anklage vorgelegt wird. In London sind schon gestern abend verschiedene Stadtvier- tel der Sinn feiner von der Polizei durch, sucht. Massen beschlagnahmt und sech­zehn verhastungeu vorgenommen worden.

Straßrnkamps in Belfast.

London, 24. Juni. (Eigene Drahtinel- düng.) In Belfast (Irland) ist gestern zu heftigen Unruhen gekommen. In mehreren Strassen fanden Feuergefechte statt. Eine grosse Anzahl von Personen wurde verwun- des und eint AnzaU Tote geborgen.

Kriegsminister eingebrachten Antrag beraten, der den Kredit für die Levante-Armee betrifft. Für das Jahr 1928 werden insgesamt 164 Millionen Franken gefordert. Poincarö warnte im Ver­laufe der lebhaften Tebatre. die es über den An­trag gab, vor irgend welcher Herabsetzung der französischen Truppenstärke in Sy­rien. Das wäre eine Erfahr für die Sicherheit der französischen Kolonialtruppt ~ eine Herabsetzung der Streitkräfte denken könne, müsse General Guraud hierüber befragt werden. Infolgedessen bat Poincarö um die einstweilige Annahme der verlangten Kredite für einen Zeit­raum von vier Monaten statt für das ganze Halbjahr 1922. Der radikale sozialistische Abge­ordnete Daladier beantragte demgegenüber die Herabsetzung der Truppenstärke auf zwölf­tausend Mann. Daraufhin stellte Poincarö die Vertrauensfrage. Unter dem Eindruck, den diele Frage auf die Kammer machte, wurde zur Abstimmung geschritten und der Antrag De- ladierS nttt 396 gegen 181 Stimmen ab gelehnt.

lichteit ist es nur ein Scheimnanövor. Wenn die Russen ihre Vorschläge vorlegen, wird doch nur zwischen wenigen maßgebenden Leuten ver­handelt, geprüft und entschieden, oder man reist ohne Ergebnis wieder nachhause. Während tm Haag viel geredet wird, bemühen sich im Stillen Poincarö und Lloyd George, eine Vereinbarung abzuschließen. Frankreich würde freie jptittib int dicrHen £)ftcn gewähren, wofür England den Franzosen freie Hand den Reparationsforderungen ließe. Das Ge- tchäst ist noch im Gange. Ein Kuhhandel, bei dem Deutschland wieder einmal die Zeche be­zahlen zoll! K F. D

überflüssige Garantieaus- «ar nicht daran, irgend etwas zur Besei- ttgung der dmtschen Nottage zu tun, sondern « seine Ausgabe, eu prüfen, wie viel aus jlchIanb enteeber mit oder ohne An- kürdi« Entente herauSquschinden ist.

2f£,tC J"L0 wett geben, daß eine rücksichtslose Einmischung in die innere ?eI?21u«S erfolgt. So wird schon ange- ^euwsi was <®e8 in den Rei-bSauSgabon ge- nrteben werden soll. Reben dem bereits bestehen- den Verbot, (!) das Brot durch Reichszuschuß w verbllkgen, toill der Ausschuß auch die staar- Unterstützmwien für Theater und andere hmftterttae und ollgemetne Zwecke streichen und Bahnbauöni a« WerWsstg erklären. (!) Diese Herren mit dem engen Horizont wissen mrElrch nicht, wie dies im deutschen Volke neue Erschüttenmgen nach sich ziehen würde. Aber bat ist der Fluch der bösen Tat. ES waren ja damals deuttche Männer, die diese GeisKr rie­fen, die wir nun nicht mehr los werden!

Inzwischen spielt sich wieder eine Komödie ta j? a fl g ab. Die erste Woche der f»genannten Sachverständigen - Konferenz ist damit vertan worden, daß etliche Unterkommilsionen gebildet wurden, um weniastens den Anschein zu ertoek- ken, als ob die zahlreichen D »legierten der vier« undidreißlg Staaten beschäftigt wären. In Wirk«

Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung -----

Neuerungen gehörig Rechnung trug. Der @nt> wnrfszeichner wurde über den Meister gesetzt.. Unter dieser ästhetisierenden Einstellung, welche die letzten und feinsten Frage» des " vorwitzig an den Anfang stellte, hatte der Handwerker zu leiden. Statt Arbeit z» dtgen, die auf der gediegenen Grundlage t höchster Durchbildung

DieTimes" erfährt, daß in der Frage der deutschen Schutzpolizei ein sehr ernster Konslikt zwischen der alliierten militärischen Kontrollkommission und der deut­schen Regierung ausgebrochen sei. Die deutsche Negierung habe in den letzten Tagen an General Rollet eine Note gerichtet, die dar­auf hinausläuft, daß die deutsche Regierung der KonirvNominission das Recht verweigert, die Polizei zu kontrollieren. Dazu beinern das Blatt: Men» das die öfsentlick-e Haltung der Re­gierung ist, kann man sich nicht wundem, dass der einzelne Deutsche eilte ähnliche Stellung ein» nimmt. Drr Artikel beschwert sich dann dar­über, daß die Deutschen, die der Kontrollkom­mission Informationen geben, als H o ch v e r. röter betrachtet werden und steht darin einen Beweis für die Erstarkung der monarchisti-. schen Partei (?) in Deutschland.

Mssons Ermordung.

Die Erregung im britischen Unterhaus.

(Eigene Drahimeldung.)

London, 24. Juni.

Dir Emrordung des Marschalls Wilson hätte beinahe einen Sturz der englische» Regiemng herbeigeführt. Eine Reihe Nnterhausmitglie- ber wollte wissen, warum bie Regierung die b e- sonderen Maßnahmen zum Schutze bes bedrohten Marschalls nach ber Unterzeichnung des irischen Vertrags aus gehoben hat. Die Lage war für bie Regierung so gefährlich, dass sie klar erkannte, eine Abstimmung werde bei der int Unterhau e herrschenden Erregung zwei­fellos eine schwere Niederlage nach sich ziehen. Die Demühungen sämtlicher Minister warm da­her darauf gerichtet, eine Vertagung der Aus­sprache bis zum Montag zu erreichen. DaS ist ihnen schließlich auch gelungen.

3m irischen Parlament.

London, 21. Juni. (Eigene Drahtmel» düng.) Aus Dublin wird berichtet: Der Präsi­dent des Sinnfein-Parlaments, Arthur Grif­fith, hat öffentlich erklärt, daß er die Handlungs­weise der beiden irischen Attentäter streng verurteilt. Er sagte: Ich weiß nicht, ob die Ermordung auf persönlichen Haß zurückzuführen ist oder ob sie politische Motive bat. Es ist aber strenger Grundsatz jeder zivilisierten Reale- nmg, daß es für politische Morde über­haupt kerne Rechtfertigung gibt. Die po­litische Ansicht Marschall WUsonS war allerdings nicht die der Mehrheit seiner Mitbürger, aber ich bin überzeugt, daß die große Mehrhett diesm Mord streng vemrtellt und ihn als einen anar­chistischen Anschlag bezeichum wird.

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Auch bie Parteien sind nicht einig.

Berlin, 24. Juni. (Privattelegramm.) Die Einigungsverhandlungen unter den Koali- tionspar.teien des Reichstages über die Frage der Getreideumlage wurden gestern bis in die späten Abendstunden fortgesetzt. Während am Nachmittag die Verhandlungen schon soweit gediehen schienen, daß mau glaubte, von einer Lösung des Problems unter den Parteien spre­chen zu können, mutzte» schließlich wider Erwar­ten die Verhandlungen abgebrochen werden, ohne daß eine endgültige Lösung gefun­den war. Das Weitere wird nun von den Bera­tungen des volkswirtschaftlichen Aus­schusses abhängen, die heute weitergchen.

Französische Truppen.

Wieder eine Vertrauensfrage Pornearöö.

(Eigene Drahtmeldung.)

4-emmung inne» ani» »utzen.

Eine kritische Lage entstand in der ab gelaufe­nen Woche durch den Zusammenprall der Gegen- tu Politik uns Wirtschaft, und diese Um- stände strhrten uns wieder die ganze Zerfahren- hett uuierss öffentlichen Lebens vor Äugen. auatrn sich bie zurzeit berufenen Führer der Re- gterung und der Parteien ab in dem Bestreben die Löbensverhältnisse des Bottes zu beifern, r**E all die langen Reden und Pläne besteht, scheint au es nur mangelhaftes Stuck wer k zu ,em, das wohl laum die Gesauu- hctt zusrtedenstellen wird. An dieser Unvolttoub- ^Klt.tst ja unbestreitbar die engherzige Par- Kte ?ur 6£rai3c Ar ihren Vollsteil "der bennemutche Vorteile zu erhaschen sucht, mitschuldig, aber die innerste Ursache ist de» «w» u»k«e Armut, zu der wir dur^ den Zwang der ehemaligen i Feinde teerbammt sind. Welche Kämpfe hat schon die eine Ausgabe der Brotversorgung hervor« nicht mehr viel, baß bie Ge- und Rechts in der Frage l61 m 1" 6 e SU einer Regiemngs- M ?aUen. Es ist »och nicht sicher, ob diese Gekahr durch em Kompromiß, das die Par- nntelnander versuchen, abgewendet werden kann Daneben war es die Zwangs-An- die für wette Kreise von größter Bedeu­tung tst und dte Wirtschaftlichen Gruppen in Er- regung versetzte. Wird bei dem einen Problem io wird bei dem andern die Industrie am stärksten in Mitleidenschaft gezogen

Zullen steht diesen Gruppen eine gegenüber, die gerade von Land« nnb Zudufme größere Leistunzen für das Gemeinwohl verlangt.

jungten die genannten Streitftagen schon, mn Handel und Wandel zu Vorsicht und Zurück- veranlassen, so kam mit einigermaßen eine Warnung aus btm Munde des Reichskanzlers 3Utaae die kl'^U 'Hernlich als Notsignal an das alliierte °m a n * V? otnltee gerichtet war, das jetzt ^me zweifelhafte Tätigkeit begonnen rr°> °dtinnstifche Dr. Wirth

E-' JaK§ bisherige Entente- weiter gewißen werde, ein weiterer Z u - *>m«enbruchder Mark erfolgen müsse, dann darf man schon annehmen, daß unsere Fi« schlechteste Aussicht bietet. ®eme Befüvchwngen werden beftütiat durch die ^cung des .^ebanfbräfibenten Haven- hir -I^w-erig, ja für unmöglich M m,4 ßurken Kursschwankungen die

r16 durch irgendwelche Stützungsversuch« den^am^u^^l/e n Rach feiner Ansicht wür- ben baför awft die größten auswendbaren Mift'l nicht ausretchen. Das betagt also, daß kEt^Äe. noch die Versncbe deS Garantie! komiteeS die darniederlleaenden Finanzen heben eS wirklich so weit kommen, wie man in politischen Kreisen befürchtet, daß weder die inneren Finanzplane durchgeMbrt. noch die WiedergutmachunFszahlungen geleistet werden ^i^^_destenft!lls wird man noch ein oder ko weiterwursieln können, bis der ungesagt werden muß, wenn uM. Dulente doch eines Besseren besinnt mrd ihre WahusinnS-fordernngen herabsetzt. Jn- Ävischen bleibt bei einer solchen Entwicklung nur des Trost -. eS klingt wie Holm, daß ^Hl-derschl^temng der Mark unsere Erport- "Hcstrie auf dem Weltmärkte konkurrenzfähig blcibt und die Betriebe dor dem Stilliegen be- wa^rt werden.. Dabei müssen wir leider eine fortschreitend« Teuerung im Lande mit in Kauf neymen.

Aus der Werkstatt.

Der Wert der Handwerksarbeit.

ES ist in nuferer heutigen Zett notwendig, vatz da« Sandwerk, Deffeit Erz.ugniffe in den letzten Jahren, wie alle« andere, unter schiekhrent Material und ichneUer Arbeit ae» litten Haden, wieder da« Beispiel,n soliden Leistungen gibt. Darüber schreibt der Reichs, »unstwart Dr. RedSlob da« Nachfolgender Gute Arbeit wird nur geleilstet, wo Wissen und Können sich die Wage halten. SÄbald das Wissen gegenüber dem Können einseitig wiegt, tritt eine Stagnierung ein. Dieser Gefahr ist das neunzehnte Jahrhundert vielfach unterlegen. Man verlor das Verständnis für das Entstehen der Dinge und Wmmerte sich nur um ihre äußere Erscheinung. Es tarn beispielsweise bet einem Schrank weniger auf die Qualität und werk- gerechte Behandlung des Materials an, als viel­mehr daraus, daß sein Zierrat historischen ©en* timentalttäten oder der Sucht zu modischen

; Die billige Welnsendung.

i Untersuchung des Falles Hennes.

' (Eigener Bericht.)

Berlin, 24. Junt.

, Die gestrige Sitzung des Geschästsordnungss» , Ausschusses behandelte den Antrag de- Reichs- Ministers des Innern, die Men dss Falles Her­mes dem Generalstaatsanwalt beim Landgericht 1 auSzuliesern. Der Ausschuß-Berichterstatter, Abg. Brodaus (Dem.) erklärte, daß nach sei­ner Auffassung der Reichstag nidit verpflichtet

1 sei, dem Gericht die Men auszuuefern, da er keine Behörde sei. Abg. W ar mut hlDeutsch- national) trat für Auslieferung der Men ein. Wbg. Levi (Unakch.) gab sodann ein RechtS- gntachten ad, in dem aurgyW>rt Mrd, dass der Reichstag keine Wrb« t6 rn$

nach handfestem Können

und begreifen, daß nicht daS ,WaS" der Om« mentif, sondern dasWie" der Arbeit den Wert eines Stückes auSmächt. Auch steht MM em. daß auch dem Großbetrieb mirklschß Meisterarbeit nötig ist, wett der Handwerk ter als Hüter und Entwickler von Könne» und Materialkenntnis ber beste Lehrer des Nachwuch­ses ist. Man begreift auch, daß man erfolgreich nur va typisieren und normieren kann, wo Me experimentell« Arbeit des erfahrenen Handwtt« kers vorausgegangen ist. Man begreift also, dass die Erhaltung der Tradation und damit die Er­ziehung eines gesunden Nachwuchses da» von abhängt, ob sich das Handwerk Wied« ut künstlerischer Gesinnung durchringt. ES will scheinen, alS ob wir au8 der Periode heraus wären, in der das Handwerk sich genötigt sah, die Industrie zu unterbieten. Das Handwerk muß betouti nach Höchstleistung streben, bene infolge der Erfahrungen der letzten Jahr« bringt im Publikum die Einsicht durch, daß ein hand­gearbeitetes Stück bereits vrinzchiell mehr wert ist als ein Massenartikel. Nicht zuletzt verbreitete die Auffassung ber Künstler, sowie die Tätigkeit der Sammler und Forscher ein neues Verständnis für die geheimnisvolle Kraft des handgefertigten Stückes, tote für daS Geheimnis der Lebenswänne, die nur MS ber Hand, nicht über aus der Maschine zum Men­schen zu strSmen vermag.

DaS Streben der kommenden Zeit

Mht daher nicht nach einer Vermengung von Industrie und Handwerk, eS geht nach klarer Scheidung. Norm und Typus stnd die Forderun- gen, die toir an die Inbuftrie stellen. Höchste Wertsteigerung deS Materials, Beseelung unb inneres Leben aber werden mehr als je vom Handwerker erwartet. Diese Gesundung uhrt gleichzeitig zu einer Abrechnung mit ben Verfallserscheinungen des Hand­werks. Vor allem warnt sie jeden Meister davor, mehr Verkäufer als Gestalter sein zu wollen und die Verbindung mit dem Künstler und dessen schöpferischem Willen nur als Festdekdration, nicht ober a$8 ernste Verpflichtung auszufassen. Mr brauchen die Abkehr deS Handwerker« von der materiellen Auffassung, die ihn feine Ar- beitSmethoden zu sehr auf Verkauf einstellen und damit zum kleinen Zwischenhändler werden ietz. Mr brauchen Handwerker, die bewußt urch imz daS Können ihres Volkes tn festen Händen Iber die Krisen ber Zett hinüberretten, Mämier also, die ihren Arbeitsbetrieb nicht als Laden, andern als Werkstatt auffaffen, und bie bantm ein Recht haben, sich .Meister^ zu nennen.