12. Jahrgang
Donnerstag, 29. Zrmi 1922
Fernsprecher 951 «nd 952
Nummer 149.
Fernsprecher 951 und 952
Sie Ausnahme-Verordnung als Gesetz?
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urksiurz oder sonstige Million deutscher Ar,
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Lande zu bei
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deS Brmües tu dte Klinik gebracht werden mutzten. Der im Auto herbeieilenden Schutzpolizei gelang eS noch, einige der Haupttater festzuftellen und fie zur Wache zu bringen.
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Die Nachwehen.
Zusammenhänge mit RathenauS Tod.
Lum Schutz der Republik.
Dauernde Ausnahme-Vesosdnuug» (Privat-Telegramm.)
Berlin. 28. Juni.
Der Reichskanzler hat vor der Trauerfeierlich- leit im Reichstag den Führern der Koalitionsparteien Mitteilung über den Inhalt des n e « e n Nesetzentwurss zum Schutze der Republik gemacht. Die Beratungen über den Gesetzentwurf werden noch diese Woche im Kabinett abgeschlossen. DaS Gesetz wird bereits Anfang Juli vom Reichsrat und Reichstag verabschiedet werden können. Es deckt sich im allgemeinen mit den erlassenen AuSnahmeverordnun- gen des Reichspräsidenten, die damit zu dauern- der Gesetzesvorschrift mngeMtet «erden. Ein von der sächsischen Regiernng gestellter Antrag, im Verordnnngswege die Schutzmaßnahmen für die RepiMik noch! weiter zu verschärfen, ist vom Reichskabinett abgelehnt worden.
der aneinander »o-rbeisahrenden Züge gerieten. Bon den Fahrgästen im Inneren der Wageu wurden die Züge durch softrttges Ziehen der Notbremsen zum Stehen gebracht. Als man zu der Nnglüüsstellr eilte, fand man einen furcht- baren Knäuel blutender «nd zerfetzter Menschen» körper aus denen schreckliche Hilferufe «nd entsetzliches Stöhnen und Wimmern erscholl. Das Personal der Züge, sowie die herbeieilendeu Beamten des Bahnhofes Gesundbrunnen nahmen im Verein mit den Fahrgäste» der Züge daS Rettungswerk in Angriff. Die Verletzte« wurden zunächst außerhalb der Geleise aus ein Stück Feld niedergelegt «nd so gut e» in der Eile ging, versuchte nm» das Anlegen von Notverbänden. Inzwischen war vom Bahnhof Gesundbrunnen aus die Feuerwehr «nd das städtische Rettungsamt alarmiert worden. In Kürze erschienen Rettungswagen an ter UrrglückSstelle. Ein Rettungswagen brachte zahlreiche Aerzte. die gemeinsam mit Arbeitersamaritern, die sich aus dem Wege zur Demonstration im Lustgarten befanden, die Schwerverletzte« versanden. An Ort tmb Stelle mußte leider festgestellt werden, daß
viele Menschen tot
waren. Die Schwerverletzte», Wer fünfzig, wurden sofort in die i« der Nähe befind- lichen Krankenhäuser überführt. Die zahlreichen Leichtverletzten brachte man nach den nächsten Rettungsstationen. Die meiste» der Toten und Schwerverletzten haben Schädewrüche erlitten. Im ganzen dürste sich die Zahl der T o 1 e n nach den letzten Feststellungen aus mehr alS dreißig belauft». Die Untersuchung Über de» Hergang ist biS fttzt noch nicht einwandfrei fest- gestellt worden, weil die meisten der Betroffenen nicht vernehmungsfähig sind. Allem Anschein nach hat sich der Vorfall so abgespielt, wie er oben geschildert worden ist. Die Verletzte» find durch die Latten deS betreffenden Manne S erfaßt worden und wurden herabgeriffen.
Blutige Ausschreitungen,
eine zügellose Menge in Darmstadt.
(Telegraphischer Bericht.)'
Darmstadt, 28. Juni.
Bei einer Protestkundgebung, die hier gestern am Tage der Berliner Beisetzung RathenauS stattfand, drang gegen Abend die Menge in die Wohnungen der Abgeordneten der Deutschen Bolkspartei Dingeldey und Dr. Osann ein und zertrümmerte die Wohmlngseiurichtung. Der Abgeordnete Dingeldey wurde so schwer verletzt, daßan seinem Aufkommen gezweifelt wird. Auch Abgeordneter Dr. Osann wurde schwer MtzhmwÄt. Alsdann drang die Menge in die Redaktion der .hessischen Landeszeitung" ein. zerschlug die Türen und Fensterscheiben. demolierte das Mobiliar und warf die Zeitungen «nd Manuskripte auf die Straße. Auch in der Redaktion deS täglichen Anzeigers" wurden sämtliche Fensterscheibe« ein» geflogen, daS Mobiliar zertrümmert und die Zeitungen ans die Straße geworfen. Gegen fieben Ähr abends schritt die Polizei ein, feuerte nach einigen blinden Schüssen scharf auf die Menge, worauf diese «tseinander stob. Mehrere Personen wurden getroffen.
Schweres Eisenbahnunglück.
Zwischen zwei Vorortzstgen.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 28. Juni.
Ei» entsetzliches Eisenvahu-Unglück geschah gestern mittag um 1 Uhr in Berlin auf der Nord- ringbahn zwischen den Stationen Schönhauser «Lee und Gesundbrunnen, als zwei Personen- züge aneinander vorüber fuhren. Da anläßlich der politischen Trauerftier der Straßenbahn-, Omnibus- und Hochbahnverkehr ruhte, war die Ringbahn derart überfüllt, daß noch viele Leute trotz des Verbots auf den Trittbrettern standen. Durch Latte», die aus dem Tragsack eines auf dem Trittbrett stehenden Mannes herausragten, wurde eine große Anzahl der auf den Trittbrettern deS anderen Zuges stehenden und sitzenden Arbeitern heruntergeschle»- d e r t und fielen so unglücklich zwischen die beiden Geleise, daß die Mehrzahl von ihnen
unter die Räder
Zusammenstöße in Haste.
Halle a. d. ©., 28. Juni. (PrivattÄegramm.) Als Mitglieder deS Vereins „Stahlhelm" z« einer Verimstaltung gingen, wurden sie von halbwüchsigen Burschen angerempelt und mit Stöcken bearbeitet. Sagar ein Kriegsinvalide wurde nicht verschont. Man riß ihm das „Stablhelm"-Abzeichen von der Brust und verprügelte ihn. Zu ähnlichen Ausschreitungen kam es auch gegenüber Mitgliedern des „BiS- marckbundec", die einen Ausflug unternommen hatten. Dian stürzte sich auf sie und verprügelte sie derart mit Stöcken, daß einige Mitglieder
Drrschiebung im Parlament?
Berlin, 28. Juni. (Privattelegramm.) Wie verlautet, rechnet man in Regierungskrrisen mit einer Umänderung der parlamentarischen Machtverhältnisse unmittelbar nach der Vorlegung des Gesetzentwurfs zum Schutze der Republik. — I« seiner gestrigen Besprechung mit Vertretern der Zentrumspartei sprach Reichskanzler Dr. Wirth die Erwartung aus, daß auch dte Unabhäugigensich fttzt zu einer Betätt- gung in der Regierung entschließen müßten.
Beratung im «adineit.
Berlin, 28. Juni. (Privattelegramm.) Nm ünf Vhr nachmittags trat das Kabinett zu einer Beratung zusammen «nd beschäftigte sich mit der Wcitrrberalung des Gesetzentwurfs zum Schutze der Republik. Die Verhandlungen konn- ten noch nicht abgeschlossen werden.
Die Untersuchungen haben einen ausgedehn- ien Umfang angenommen. Sie sind bei weitem nicht nur auf Berlin beschränkt, sondern erstrek- ken sich auf viele andere deutsche Städte. Dabei hat sich die Wahrscheinlichkeit ergeben, daß ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den Mördern Erzbergers und denen Rathenaus besteht. Die untersuchende Behörde ist nach den bisherigen Ergebnissen der Äusfaffung, daß die ,Organisation C" in München auch in die- jer Sache ihre Hand im Spiele habe. Die Orga- nisatton C ist, wie durch den Killingerprozetz bekannt wurde, die Organisation Eoätsul, hewor-
better brotlos.
Englische Kohle geht heute nicht mir wieder in die deutsche» Seehafenstädte und nach Berlin, sie geht auch den Rhein herauf. Die bayerische Lan, deSkohlenstelft hat die Feststellung veröffentlicht, daß auch nach Bayern immer mehr englische Kohle eingeMhrt werde. Im Jahre 1920 hatten wir ohne Kohlen eine Einfuhnnenge >m Wette vom S6 Milliarden; ihr stand eine Ausfuhr von 69 Milliarden gegenüber. Wir mutzten als» iebenundKvanzia Milliarden Banknoten in Unraus setzen, um den Einfuhrüberschuß bezahlen zu können. Rechnet man dazu noch die Milliar- >en für die heutige Kohleneinfthr, so lammen wir auf mehr als vierzig Milliarden Mark, die wir heute in unserer Votlksrvirtschast mehr verzehren alS produzieren. Es ist Mo ür sie, solange sie unter dem Druck des ©£a» Abkommens ttebt. von außerordentlicher Be
deutung, daß die deutsche Kohlenförderung gesteigert wird. Ein darauf hinzielendes Lohn- und Ueberschichtenabkommen mit den Ruhrbergleuten ist bekanntlich immer noch nicht zustande gekommen. Es ist bisher bäran gescheitert, daß die Bergleute mit der ihnen zugebMgten Lohnerhöhung nichtznfrieden sind. Sie weisen auf die höheren Löhne der Bauarbeiter hin und vergleichien mit deren Wc- beit ihre weit schwerere, die es gewiß verständlich erscheinen läßt, daß sie mit ihren Löhnen da- 8ater nicht Zurückbleiben wollen. Wurden aber
e Fiorderungen der Beugleute bewilligt, so Würde die deutsche AnSfuhrmdustrie für uttfere Kohle weit mehr bezahlen müssen, als die eng- li-sche für ihre Kohle. Dte Folge Wäre weiter
eine große Beschäftigungslosigkeit in der deutsthe» Ausfuhrindustrie. Schm setzt ist englische Kohle in Hamburg billiger als e. (I) Ausländisches Eisen — der EisenpretS bekanntlich vom KohleUpreiS ob- hängig — utet schon jetzt den deutschen Martt; der Absatzmarkt der französischen Elsen. inSmstrie liegt bereits zwischen Lier und Köln, die Gladbrnber Texrilindusttte lauft schon heute einen großen Teil ihrer Baumwollgarne trotz des Zolls in England billiger aö bei uns. Auf der anderen Seite ist, um eine Ber- feilTtgung der deutschen-Kohle zu erzielen, em Abbau der Kohlensteuer unmöglich, weil baiftr kein Ersatz beschafft werden konnte. Und alS unmöglich wird es auch von Setten der Reichs regiernng bezeichnet, Die Lohnerhöhung durch Kürzung des Nnternehrnergewinns -nisguglei» chen, weil dadurch der Bergbau aufs Schwerste gefährdet würde. Sonach hat man es im Ruhr» berAau gegenwärtig mit einer
sehr kritischen Lage
zu tun. Auf der einen Seite verlangt die deutsche Wirtschaft dttnglichst eine Steigerung der Koh. lenproduktlon und kein weiteres Anziehen de» KMenprerseS, während die fott«setzte Bette«, erung deS Lebensunterhaltes und die bessere Bezahlung anderer Arbeitergruppen die Bergleute unzufrieden macht. Namentlich wurden dabei aus Befürchtung für den den Bergleuten znge- bMgten Siebensjundentag Bedenken gegen die Uebevfchichtcn laut. Run ist. nachdem mehrere Einigungsverhandlungen gescheitert waren, nach erneuten Verhandlungen im ReichSarbettSmini» fkrium ein Schiedsspruch zur Regelung der Sohnfrage im Bergbau gefällt Worden, der den
Richt minder fdjttoer als durch die Repara- tionSzahlunge» wird das deutsche Wirtschaftsleben durch die in dem Spa - AbSammen er» i toungene Sohlenaussuhr getronen. IW Saargebtet werden Feierschichten eingelegt, aber unablässig,, tagaus, Mein, rollen deutjche Kohlenzüge über den Rhein nach Frankreich und Belgien. Aufs Schwerste entbehrt unsere Jn- dustne gerade die QualitäMohle, die gratfrei* beansprucht. Da die deutsche Förderung nicht ansreicht, sind wir gezwungen, für unser stark entwertetes Geld vom Ausland Kohle ein- zuführen. Die Einfuhr englischer Kohle beiss sich vom Oktober 1921 bis Mürz 1922 auf einÄvAdrittel Millionen Tonnen tm Werte von etwa zwei Milliarden Mark; rm Mai beug die Kohleneinfuhr (einschließlich der Saarkohle) annÄhernd 796000 Tonnen. Die gesamte Einfuhr tm Juni aber wird voraussichtlich mehr als eilte Million Tonnen betragen. Wenn die Einsuhr so weiter gebt, haben wir mit einer Ausgabe von sechzehn Milliarden Mark an die Entente für Kohlen im Jahre zu rechnen. Würde diese Einfuhr, ohne daß eine Steigerung der eigenen Förderung eintrete, ver- hindert werden, durch MarksUirz oder ^sonstig« Ereignisse, so würde eine 1---------
Deutsche Kohlennot.
States dem Zwang der Entente.
®rO6c Gefahr droht dem deutschen fchaf«». uut> auch »<«” V®tootteten den »ohlenmangel und die Teuer»««. Uetzer di, Ursache der «ohlennot, dieunte» dem fetudlicheu zwang «utftanden ist, gib« der nachstehend« Aufsatz eine klare Au»kuust.
gegangen aus der Marinebttgade Ehrhardt, dem! feine Anhänger den Beinamen Consul gegeben s haben. Es sind eine ganze Reihe von Verhaftungen in Berlin und anderwärts vorgenommen worden, darunter befinden sich auch mehrere Offiziere, die als Mitglieder der Organisation C tm Offenburger Prozeß ausgetreten sind. Ob man der Täter aber habhaft werden • wird, kann man trotzdem noch nicht sagen. Bestimmte Ergebnisse der Untersuchung können rm Interesse der Aufklärung der Tat und ihrer Zu- sammenhänge noch nicht in die Oeffentlichkeit gegeben werden. Aus Negierungskreisen wird er- klärt, daß nun mit allem Nachdruck gegen die GeheimorganisatioNLn vorgegangen wird. Nachdem dte erste Erregung nachgelassen Hot, ist man m den maßgebenden parlamentarischen Kreisen der Ansicht, daß irgend eine P ar tet im Reichstage oder verantwortliche Politiker auch der äußersten Rechten keine Verbindung mit der Ge- heiniorganisatton hoben. Es ist nicht unwahr- fcdeinlich, daß der beim Münchener Strafgettcht anhängige Prozeß wegen Gehelmbündelei, der die Fortsetzung deS Offenburger Prozesse« und die Untersuchung der Organisation C darstellen sollte, schon den neuen Verordnungen unterstellt wird. DaS würde bedeuten, daß dieser Prozeß vor dem Reichsgericht und dem Sonderkollegium zur Verhandlung kommt, daS in den neuen Verordnungen vorgesehen ist und das neben drei pom Reichsgericht zu bestimmenden Richtern auch vier vom Reichspräsidenten zu ernennenden Persönlichkeiten umfassen soll.
WaS die politischen Folgen betrifft, so sind Befürchtungen zur Stunde nicht am Platze. Die sozialdemokratischen Organisationen bringen auf eine unbedingt ruhige und maßvolle Haltung der Arbeiterschaft. Sie hoben sich dieserhalb mit den Unabhängigen in Verbindung gesetzt und dort auch ein gewisses Verständnis Mr diese Auffassung gefunden. Aus diesen Be- sprechungen haben sich auch die Verhandlungen entwickelt über rin politische» Zusammengehen per Sozialdemokraten «nd der Unabhängigen. MllerdingS haben die Unabhängigen so weitgehende politische Forderungen gestellt, daß es schwer war, ein« Basis für weitere Beratungen zu schaffen. Ein großer Teil der Sozialdemokraten ist oMehrn der Mei«
bezeichnet. Man Mrchtet ernste HenMMngen, zumal auf deutscher Seite im Augenblick ftine Per- sönlichkeit zu sehen ist, die mit demselben Einsatz von Autorität wie Rathenau die schwierigen Ling« zu behandeln vermöchte. Das französische Kabinett hat sich in seiner letzten Sitzung mit der Frage der persönlichen Sicherheit der fron« Eschen Mitglieder der Entente-Kom- Missionen in Deutschland beschäftigt. Das Kabinett hielt diese Sicherheit zurzeit nicht für direkt bedroht, stellte aber eine Entschließung zurück, bis ein von bet tzanzösischen Botschaft in Berlin angefünbigter Bericht in Paris eingegangen sei. 3- “•
nung, daß eine Einigung mit den Unabhängigen der mchrheitsfozialdemökratischen Pattei schaben — - ' - ' ' lungsverhandlungen
skeptisch gegenüber. Immerhin hat man auch beraten Wer die Möglichkeit einer Hereinnahme unabhängiger Parlamentarier in die Regierung. Diese Verhandlungen waren schon sehr weit gediehen, wurden aber schließlich doch wieder wegen zu weitgehender Forderungen der Un- abbängigen abgebrochen. Man Satte die Zuziehung bet Unabhängigen in die Regierung um deswillen durchführen wollen, um nach außen hin gewissermaßen eine republikanische Front, unbeschadet bet Einstellung der einzelnen Par- Wien zu den Spezialstagen der inneren und
— stellen, trat Re Massen im
und sie von Unbesonnen« Schließlich erwuchsen aber _______________ ..Jtft in ihren eigenen Rechen Schwieritfetten, angestachelt von dem kommunistischen Flügel, sodaß aus den Verhandlungen Nichts Ersprießliches herauskam.
Ms eine umnittelbare Fvlge de» Anschlag» ist ftftzustellen. daß da» Schwergewicht der Innenpolitik Wetter nach link» gerückt ist. Da- mH hat sich auch die Spannung -wischen den Deütschn attonalen und den anderen Par- teken verschärft. Selbst innerhalb der deutsch, nationalen Partei sind infolge der furdrtbareu Vorkommnisse sehr starke Meinungsverschiedenheiten entstanden, die viÄieicht zu tiefgreifenden Aenderungen innerhalb der Partei führen können. Jedenfalls drängen die gemäßigten Elemente in der deutschnationalen Partei auf eine Scheidung. Der sogenannte deuffchvölllsche Flügel hat in der deutschnationalen Volkspariei «ach dem Ausscheiden deS Grafen Pofadowsky und anderer eine unbestrittene Vorherrschaft erlangt. Es sprechen viele Anzeichen dafür, da die gemäßigte Gruppe jetzt abbremsen will. — Außenpolitisch wird nach den von einer diplomatischen Persönlichkeit gegebenen Erklärungen ble durch den Tod RathenouS ge» jchafsen- Sage als außerordentlich ungünstig
Dte Besatzungslasten.
LuestsSgliche fetatzliche Schikane.
(Privat-Telegramm.)
Düsseldorf, 28. Juni.
Der belgische Äomnumbont in der »letten Zone hatte tat Dezember 1920 der Stadt Düsseldorf unter Androhung schwerer «trafen befohlen, fsfort auf bet Rheinbrücke, die Düffel- darf mit Oberkaffel verbindet ein Gittertor anbringen M lassen. Trotz der Vorstellungen der deutschen Behörden, bk dahin gingen, daß die Anbringung eine» solchen Tore» den Bahnbetrieb außerordentlich erschweren und sich aus technischen Gründen nur schwer bewerkst:!- ligen lasse, mutzte das Gittertor, das erhebliche Kosten verursache, ausgestellt werden. Dor kurzem hat eine Enteniekommifsion, die die Brücke besichtigte ftstgeflellt, daß diese» Gitter- t o t gegen die Bestimmungen de» Versailler Ber- trageB verstoße tmd entfernt werden müsse. Diesmal mutzte das Tor, das auf Bet- langen eines belgischen Generals errichtet worden war, auf Befehl einer anderen alliierten Stelle wirklich zerstört werdend
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