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Hessische Abendzeitung

Nummer 169

Sonnabend, 22, Juli 1922,

Fernsprecher 951 und 952

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12. Jahrgang

Zahlungsaufschub ober Schuldeuherabsetzuug?

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gewisse Wettbewerbe. Arbeiter werden mi'

Zoll- und AuSfuvrkontroNe.

Paris, A. Juli. (Eigene Drahttnelduna.) l'Bie derTemps" mitte»lt, hat das Garantie- komitee es ourchgesetzt, daß die bestehende Kon­trolle über deutsche Zölle und Ausfuhr aufrecht erhalten bleibt. Das Garantiekomitee wird seinen Bericht der Reparationskommisfion nicht vor nächsten Dienstag überreichen.

Englands Schulden In Amerika.

Lon d o n, A. Juli. (Eigene Drahtmeldung) Auf eine Anfrage im Unterhause hat Schatzkanz- ler Horne erklärt, daß die Summe der e n g l i. schen Schulden in Amerika sich heute auf vier Milltarden Dollar beläuft Bis zum 31. März betrugen die Zinsen 600 000 Dollar.

Um den Zahlungs aufschub.

England empfiehlt eine Anleihe.

(Eigene D-ahtmeldung.)

London, 21. Juli.

Gestern fand eine Kabinettsitzung statt, der eine entscheidende Bedeutung für eine Wen­dung in der Reparationsfrage bcigemrflen toird. Lloyd George betrachtet einen Zah­lungsaufschub «ur als eine vorüber­gehende Erleichterung und drängt auf eine Anleihe für Deutschland. Die Aussichten auf eine Verständigung werden als wesentlich gebes­sert bezeichnet. Sollte jedoch eine Annäherung mit Frankreich nicht erzielt werden, so ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß dann die englische Regierung in gesonderte Verhandlungen mit Deutschland Eintritt. (?) Reuter veröffentlicht fol­gende Information: Die englische Regierung glaubt einen Weg gefunden zu haben, um sowohl die Frage der alliierten Schulden, als auch das Reparattonsproblem einer allgemein zufrieden­stellenden Regelung zuzuführe»^

mungen der rbcinisch-westfälischen Industrie, in unmittelbare Verfügungsgewalt zu bekommen.

Frankreich verweigert eine Milderung!

Genf, 21. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Den letzten Pariser Meldungen zufolge beschloß das französische Kabinett, dem deut- schen Ersuchen um Gewährung eines Zah- lungsausschubs keine Folge zu geben, son- dern auf Weiterzahlung gemäß den Be­stimmungen des Versailler Vertrages zu b e h a r- r e n. DerTemps" meldete gestern, daß der Mi-

Schulden-Vermlnderung?

Ein neuer englischer Vorschlag.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 21. Juli.

Berlin, 21. Juli.

Wie bereits mitgetrilt, ist der Reichstags-Ab- geordnete H e n n i n g. der auf dem rechtsradika- len Flügel der Dcutschnationalen Partei «and, laut Borstandsbeschluß aus der Franttion a « s - fle'Hloffen worden. Dagegen protestiert der deutschvölkische Teil der Partei, geführt von den Abgeordneten Wulle und Gräfe. DieDeutsche Zeitung" teilt dazu mit, daß die ReichstagSab- geordneten von Gräfe und Wulle ihren Austritt aus der Deutschnationalen Partei erklärt haben. Demgegenüber wird daran er­innert. daß vor einigen Tagen der Abgeordnete Düringer, der den gemäßigten Flügel ver­trat. als Protest gegen die rechtsradikale Strö­mung aus der Partei ausgetreten ist.

erHäruno der Parteileitung.

Berlin, 21. Juli. (Privattelcgramm.) Die Pressestelle der deutschuationaleu Parteileitung veröffentlicht folgende parteiamtliche Erklärung: 1. Die Partei und ihre Politik ist und bleibt nach wie vor positiv völkisch eingestellt. 2 Beim Ausscheiden des Abgeordneten H e n. »i n g aus der Frattion handelt eS sich ganz und »ar nicht um seine Stellung in der völkischen Bewegung, sondern um seine persönlichen politischen Bestrebungen. 3. Tie Erklärung der Herren von Gräfe und Wulle ändern daran nicht das Mindeste und auch nichts an der völkischen Einstellung der Partei und ihrer Po- litik. A.cr Kurs bleibt der alL^ .

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EineAnlemschule".

Prüfung der Eignung zur Arbeit.

Um eine« leist«nqssiihigeilRachwuchS siirFabrt« Handwerk un» Bureau heran,udildcn, wird dee Gedanke einer shstemattfchen EignunaSpriisuna aufgegriffen. Mau seyreivt darüber Folgendes, Die Wirtschaftspsychologie hat in neuester ijett eine große Menge von Eignungsprüfungen ausgearbeitet, die bei der Auswahl und Ausbildung von Angestellten und ' Arbeitern Verwertung finden. Do hat sich ein ganz neuer WissenschaftszweigDie Eig­nungs-Psychologie" herausgebildet, die dafür sorgen soll, daß immer der rechte Mann an die rechte Stelle kommt und dadurch eine außeror­dentliche kulturelle Bedeutung besitzt. Die Ame. rikaner sind in diesem praktischen Ausbau der Psychologie besonders eifrig gewesen, und die von ihnen gesammelten Erfahrungen wurden von Henry C. Link in einem Werk.Eignung«. Psychologie" zusammengefaßt. In einer .Ein. kchrung" betont Dr. C. Piorkowski, daß die Me- tboden der amerikanischen Eignungsprüfungen zwar nicht immer auf deutsche Verhältnisse ange­wandt werden können, weil das Menschenmate, rtal und besonders der ungelernte Arbeiter in den Vereinigten Staaten im allgemeinen auf einer lieferen Kulturstufe steht als der Deutsche, daß die Amerikaner aber in manchen Dingen, wie in den Fragen der

Bewährüngskontrolle und Anlernung, gerade für deutsche Verhältnisse ungemein Wich- tiges bieten. Do hebt Link besonders hervor, daß die beste Eignungsprüfung Stückwerk bleibt, wenn das Werk der Auswahl nicht in einer Anlernschule systematisch fortgesetzt wird, und man hat daher auch in Deutschland bereits in einigen Prüfstellen solche Anlernschulen ein- geführt. Die geistigen und körperlichen Prüsun- gen wollen bei dem Arbeiter jene Eigenschaften entdecken, die für besttmmte Verrichtungen. ttg sind; sie sind aber auch in ihrer feinsten Aus­bildung unvollkommen. Vor allem find üe zu kurz und reichen nicht dazu aus, jene mit. unter ausschlaggebenden Eigenschaften erken­nen zu lassen, die man als .moralische" bezeich­nen kann. So bringt die Eignungsprüfung leicht einen Arbeiter an falsche Stelle und vor. letzt ihn dadurch in eine falsche Beurteilung: man wirst ihm Faulheit und Nachlässigkeit vor, während er doch nur am falschen Platz ist und am richtigen Vortreffliches leisten würde DieS ist besonders beim ungelernten Arbeiter der Fall, und für ihn kommt in erster Linie die An. lernschule in Betracht, die man mit einem La« boratonum vergleichen kann, wo Angestellte un. ter genau festgesetzten Bedingungen geprüft, ausgebildet oder angelernt werden. Hier wird der Arbeiter mit größter Sorgfalt geprüft, um durch längere Beobachtung seine

natürlichen Fähigkeiten zu ermitteln.

Dor der Entscheidung.

Gegen den Druck von außen.

Kaum hat die deutsche Innenpolitik eine der schwersten Krisen überwunden, vor die sie sich bisher gestellt sah, da bedrängen auch scho-i äußereGewalten die Ruhe und den Frie­den der Nation. Viel zu lange freilich hat man den Blick von der Außenpolitik, mit der unser ganzes innere und namentlich wirtschaftliche Schicksal verbunden ist, abgewandt. Niemanden können wir indessen deswegen eines Vorwurfs zeihen. Die innenpolitische Erschütterung der letzten drei Wochen hat diese folgenschwere Lage mit sich gebracht. Nun gilt es, den Vorgängen in der. Außenpolitik, wie sie sich um die Regelung der Reparationsfrage zusammendrangen, das angespannteste Interesse der ganzen beut* scheu Nation zu widmen. Wir wollen es gleich hier vorausschicken, daß die Dinge, die sich bis zuletzt im Reich ereignet haben, besonders der Verlauf der jüngsten politischen und parlamen­tarischen Krise, nicht zuletzt beherrscht war von bislang vectraulichen Informationen über die geplanten Maßnahmen unserer Gegner hinsicht­lich der Reparationssrage. Im gegenwärttgei: Augenblick eine Reichstagsauflösung mit allen Nachteilen wirtschaftlicher und polittscher Natur auf sich zu nehmen, hätte niemand ernstlich ge­wagt. Die Bildung der Arbeitsgemeinschaft, der vorläufig nur ganz lose Zusammenschluß der bürgerlichen Parteien, müssen in Betracht der Dinge, die sich in der Außenpolitik anbahnen, als durchaus erfreulich und begrüßenswert bezeichnet werden. Denn wenn nicht alles täuscht, wird gerade in den nächsten Wochen die deutsche Na­tion vor die Probe ihrer Einheit und Geschlos­senheit gestellt werden.

Der 15. August wird ein folgenschwerer Schicksalstag für die deutsche Politik sein. Die Reparationskommisfion hat sich Vorbehalten, daß an diesem Tage die Entscheidung über das

krntrolle von einer furchtbaren Schwere sein. In dieser Stunde ist :s dringend erforderlich, daß die deutsche Regierung endlich ein­mal ein energisches Wort redet. Ist sie dazu bereit, dann wird sie sicher auch eine aus­reichende Mehrheit im Parlament finden.

nifterrat unter Hinweis auf die vom Versailler Vcrttag vorgesehenen Zwangsmaßnah­men die Attehnung der letzten deutfche« Note ausgesprochen hat. Pojncars übergab gestern dem Präsidenten der Reparationskommission Du­bois ein Memorandum das er mit dem Finanz. Minister ausgearbeitet hat und in dem die Ver­antwortlichkeit Deutschlands für seine ge­genwärtige finanzielle Lage bewiesen werden soll.

neue Stunoungsgefuch der deutschen Reichsregierung erfolge. Es ist wohl kaum in weiteren Kreisen, wahrscheinlich veranlaßt durch die völlige Inanspruchnahme, die die innen­politischen Vorgänge bedingte, beachtet wor­den, vor welch ungewöhnlicher Situation wir jetzt stehen. Um nichts Anderes handelt es sich, als um die endgültige Klärung und Ent­scheidung der Reparationssrage in ihrem ganzen Ausmaß. Um eine Entscheidung hüben und drü­ben. Die deutsche Reichsregjerung hat nunmehr der Entente erklärt, daß sie für jetzt und für ab- sthbare Zeit überhaupt keine Barzah. lung en in'Gold mehr machen könne. Darum hat die Reichsregierung einen Aufschub dieser Zahlungen auf mehrere Jahre gefordert. Die am 16. Juli fällige Rate von fünfzig Mil­lionen ist nach Abzug eines Bettages von sieb­zehn Millionen verrechneter Leistungen auf die Höhe von dreinnddreißig Millionen festgesetzt worden. Nennenswerte Devisenbestände bat die Reichsregjerung nicht mehr. Die Reichsbank hat sich solcher Devisen in den letzten drei Wochen immerfort entblößt, um den Sturz der Mark nicht in Abgrundtiefe vollziehen zu lassen. Und doch hat man es nicht verhüten können, daß der Dollar in den Tagen der höchsten Unruhe die Grenze von 600 schon streifte.

Wir müssen uns überhaupt an einigen kur­zen Zahlen klar machen, was die Goldzah- lungen von heute gegenüber der Zeit ihrer Uebernähme bedeuten. An dem Tahe des uns durch Dittat aufgezwungenen Londoner Zah­lungsplanes vom 5. Mai 1921 stand der Dol­lar auf etwa 60 Mark, ein Jabr später bewegte er sich bereits nabe an 300 Mark, und die neueste politische Lage trieb schließlich das Dollar-Dher- mometer auf über 550. Die ttoei Goldmilliar- ben des Londoner Zahlungsplanes machten also im Mai 1921 dreißig Papiermilliarden au3, jetzt wären es etwa zweihundertfünfzig Papiermilliarden Mark. Nach der Herabsetzung der Bwzablunassumme auf siebenhundertzwan­zig Millionen Mark und noch dem Dollarstand von heute würden immer noch etwa achtzig bis hundert Papier-Milliarden aufztibringen fein. Man braucht nur diese Zahlen zu nennen, um zu erkennen, daß sie ganz und gar uner- schw i ng li ch sind.

Nun wird die Entente sich über das neue Mundungsgesuch der Reichsregierung zu ent- scheiden haben. Um die ganze Tragweite dieses Gesuchs zu erkennen, muß man sich vergegenwär­tigen, daß es /sich hier um die posifive Erklärung 1 ber völligen Unmöglichkeit weiterer Barzahlungen handelt. Wir find also in jenem Stadium angelangt, in welchem die Reichsregie­rung erBärt, daß die Grenze der deutschen Lei- stungssähigfeit erreicht ist. Was nun? Die En­tente bat die schwersten Forderungen erhoben, He sich insbesondere auf die Ueberlassung von Pfändern und auf die Finanzkon­trolle erstrecken. Sie hat offenbar beabsich- fiot. einen Teil der deutschen Jndustrie- aktien und zwar vornehmlich der Unterneb-

Jm Fabrikbetrieb und im Bureau ist die An« lernschule die Durchgangsstelle, die den Meuan. komm fing so weit in feine Pflichten einweiht, daß er sie nachher im Betriebe richttg ausfüh- ren kann. Sie erfüllt also zwei wichtige Aus­gaben: einmal schnelle Anlernung des Arbeiters, sodann PrÜfimg der Fähigkeiten, besonders der moralischen Eigenschaften. Die Bureau. Ankernschule baut sich auf den wichtigsten Arbeitsarten auf. wie ,. B. Maschinenschreiben, Korrespondenz, Maschinenrechnen, Registratur, Buchführung, Botendienst. Der neue Bewerber kommt zunächst in eine dieser Gruppen, wird vorläufig geprüft und erhält solche Arbeiten, für die et sich am besten zu eignen scheint. Wäh. rend dieser Zeit der Einarbeitung steht er unter dauernder Beobachtung. Die Lehrkräfte müssen ich 0115 erstklassigen Beamten des Betriebes nsammensetzen, die über einen hoben Grad von Erfahrung verfügen und ein scharfes, richtiges Urteil haben. Ter Lehrer wird nun rasch er­kennen. was für positive und was für negative Eigensit'aften die Anfänger besitzen. Eignen sie ich für die betreffende Tätigkeit gar nicht, dann werden sie einer anderen Gruppe zugetetli, und bewähren fick sich überhaupt nicht, entlassen. Indent aber die Ausbildung auf die

Eigenart deS Schülers

Verbote und Haussuchungen.

Berlin, 21. Juli. (Privattelegramm.) Au Grund der Ausnahmeverordnung des Reichs- Präsidenten waren bis Donnerstag früh im

211 Beschlagnahmungen von Druckschriften, 18 Erscheinung s- ""bote für Zeitungen und Zeitschriften, so­wie 33 Festnahmen vollzogen worden. Wie von zuständiger Stelle »erlaufet; fand auf Veranlagung beS* Oberpräsidenten aus Grund von Anzeigen über das Weiterbestehen des durch den Minister des Innern nach den Verordnungen vom 26. und 29. Juni verbotenenB n u» des der Aufrechten" am 18. ds. MtS. Durchsuchungen in Münster statt, bei denen verdächtiges Material aufgefundcn und beschlag- nahmt werden konnte. Der Schriftführer der Ortsgruppe Münster wurde sestgenommen, nach einer Bernehninng aber wieder auf freien Fus gefetzt, da weder Verdunkelungsgefahr noch Fluchtversuch als vorliegend angesehen wird.

Kapitän Srharbtö Verfolgung.

Wien, 21. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) DasWiener Extrablatt berichtet, daß die deutsche Regierung in Wien das Ersuchen ge- ftettt hat, den in Oesterreich sich aufhaltenden Korvettenkapitän Er Hardt, den Führer der Organisation an Deutschland auszulicfeyr-

Vattei-NNßvelligkeit.

Zwiespalt bei den Deutschnattonale«.

(Privat-Telegramm.)

Die Strafverfolgung.

Dechows Aussage für Mitwisser und Helfer. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 21. Juli.

.., Mordsache Rathenau hat eine noch nicht übersehbare Wendung dadurch genommen, daß der verhaftete T e ch o w bei feiner Vernehmung bebaupfet, weder er noch die anderen verhafte- ten Mitwisser und Helfer hätten von dem beabstchttgten Mord an Rathenau etwas gewußt, vielmehr hätten sie alle nur an eine empfindliche Züchtigung RathenauS ge­glaubt. Techow stellt sich auch auf den Staub- puntt, daß er nicht gewußt habe, daß Waffen in dem Automobil, das er geführt hat, verbor- gen gewefen seien. Techows Angaben gehen zweifellos darauf hinaus, nach dem Tode der Haupttäter eine volle Verurteilung wegen Mor- des abzuwenden. Obwohl die mit der Unter- suchung beauftragten Stellen biefe Darstellung nicht glauben, werden dennoch die neuerlichen Techowschen Aussagen genau geprüft.

einer gewünschten L

und ganz allmählich i e Pflichten eingeführt. Aber nicht nur für die neuen Arbeiter ist die

In den Kreisen des Ministeriums deS Aeußern wird es für sehr wahrscheinlich gehal­ten, daß P o i n r a r 6 noch vor Ende dieses Monats nach London reift Von amtlicher Seite wird bestätigt, daß PoincarS nicht daran den«, biefe Reise von einem vorherigen Be­schluß der Reparationskommisfion abhängig zu machen. In den Kreisen bet hsefigen englischen Botschaft verlautet, Lloyd George werde Po- incar6 die völlige Streichung derfran- zösischen Schulden anbieten und alS Ge­genleistung die Zustimmung Frankreichs zu einer starken Verminderung der deut­schen Schulden und einer Verminderung der Besatzungstrüppen im Rheinland auf ein Viertel des gegenwärtigen Standes ver­langen. Die deutschen Schulden sollen nach dem Vorschlag Lloyd Georges auf einen Betrag her­abgesetzt werden, der noch unterhalb der bisher genannten Ziffer für die ermäßigte Schulb- fumntc bleibt

Außerdem werden die Bedingungen der Finanz-gleichzeitig die französtschen Schulden auszulö- kentrolle von einer fur<frtbar,n schen. Dieser Bericht wird in London sehr nün-

stig ausgenommen. Die englische Regierung be- ''rettet die ihr zugeschriebene Absicht nicht. Zweifellos wird hier ein Fühler ausgestreckt

einqeht, ist sie imstande. Eigenschaften, die zu« nächst ql8 schlechte erschienen, richtig anszunüt- ien und so in gute zu verwandeln. Ein Ange- tcllter, der eine ibm nicht zusagende Beschäfti­gung hat, wird mürrisch und langsam sein; eine Arbeit, die ihm liegt, verwandelt den Menschen oft völlig und macht auS einem unfreundlichen Xaufbefy einen lebendigen und zuvorkommenden Menschen. Dem Arbei wird so eine gewisse Freiheit in der WaM ner Beschäftigung ge­währt, seine Entwi wird gefördert durch übte oder ungelernte

Mckr Wie Nachrichten

Kasseler Abendzeitung ""' -

Die amerikanische presse bestätigt.

£ o n b o n, 2L Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Währenb bic englische Regierung selbst noch «roße Zurückhaltung hinsichtlich ber Absicht auf Ermäßigung ber stanzöstschen Schulben bewahrt, bringt bic amerikanische Presse einen Bericht aus London, daß die englische Regierung ein Ange­bot gemacht habe, ein Drittel der deut- sch kN Reparafionsschulden yi streichrg und