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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 231

Dienstag, 3, Oktober 1922

12. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

Vie Men rüden nach Thrazien vor.

tungen aus dem Verluste des Krieges zu leistenCorsian" hat den Hafen von Southampton m:t

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sind, wertlos.

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lungen Vie neutrale Zone bei Safalalan über­schritten und elf griechische Soldaten getötet hät­ten. Ein Gegenangriff vertrieb die Türken. Der Führer der Türken ist der Derwisch Redjeb, der eine eigene Truppe gebildet hat. Havas meldet aus Konstantinopel, daß fortwährend neue g r i e- chische Trupprnverstärkungcn in Thra­zien eintreffen. Die Truppen seien aber schlecht ausgerüstet und ohne Disziplin. Zwei Züge wurden von den Verstärkungen, die sich in ihnen befanden, gezwungen, nicht nach der Front weiterzufahren, sondern umzukehren. Die Athe­ner RevÄlutionsregicrung übertrug General Po- ltzmachos den Oberbefehl in Thrazien.

XIeberftißrtttung des Bosporus.

Paris, 2. Oktober. (Eigener Dvchtbericht.) Jntranstgeant" meldet aus Konstantinopel, daß dreihundert Mann der kemalistifchen Artillerie den Bosporus bei Bettos in der Nähe der neutralen Zone überschritten haben. ES wird gemelr«t, daß Kemal Pascha ein Angebot der englischen Regierung angenommen habe, seine Truppen durch russische Schiffe nach Thrazien zu überführe«. Die Truppen Ke­mal Paschas würden an der Küste des Schwar­zen Meeres zufammengezogen. Sie könnten auf diese Weise über das Schwarze Meer noch Thra­zien gelangen, ohne dabei mit den britischen Truppen in der neutralen Zone oder etwa mit den britischen Kriegsschiffen, die die Meerengen besetzt halten, Msammenzustotzen.

haben und wie diese Ableistungen in Einklang zu bringen sind mit unseren eigenen Bedürfnissen, wie mit unseren Pro-duktionsmöglichleiten, so­lange ist jedes Dlalt Papier, auf das Repa­rations-Debatten und Resolutionen geschrieben

eintauscadfünfhundert Offizieren und Soldaten, mit dem Orient als Ziel, verlassen.

auf Jahre hinaus den ganzen Ertrag des Fisch­fanges gepachtet hatten und ah""'-1 Wasserkante, in Hamburg, W

und Geestemünde, werden die einlaufenden

$ie Kafieler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich kchSmal unt> pvar av ends. Der Adonnenient«pretS betragt monatlich 120. Mark bei freier Zustellung in« Hau?. in der Geschäftsstelle abgejjolt 115. Mark monatlich. SnSwärtS durch die Post bezogen 120. Mark monatlich einschl Zustellung. Bestellungen werden jederzeit entgegen genommen. DruSerei, Perlag und Redättion: Schlachthofstrab« 28/80, Für unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des BezugSgeideS oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

Der türkische Vormarsch.

Die Engländer bei Tschanak umzingelt.

(Eigener Drahtbertcht.)

London, 2. Oktober.

Daily Chronirle" gibt folgendes Bild von der militärischen Lage in der neutralen Zone: Die britischen Truppen bei Tschanak sind ganz von de» Türken eingeschlossen. Diese haben sich an verschiedenen Stellen den Drahtverhauen genähert. Türkisüw Patrouillen befinden sich auch am User des AegSischen und des Marmara-Meeres. Englische Flieger haben berichtet, daß stch hinter den türkischen Patrouil­len starke Artilleriedctachements befinden. Auch bei I s m i d nähern stch die Türken immer mehr dem Marmara-Meere. Bei Ismid stehen aber noch nicht so viele Truppen wie in den südlich gelegenen Bezirken. Der britische General Har­rington hat den türkischen Streitkräften den Vor­schlag gemacht, daß er auf die sofortige Einhal­tung der neutralen Zone Verzicht leiste und nur eine SicherheitS-Linie verlange.

Kampfe um Thrazien.

Zusamenftotz auf europäischen» Bode«.

(Eigener Trahtbericht.)

Wien, 2. Oktober.

In Athen ist ein Telegramm des Oberkom-

Der Völkerbund.

Man ruft nach Dentschlanö.

Sehr spät ist in diesem Jahre der Zustand der xotltijlyen Ruhe und Stabilität eingetreten. Tie Zeiten oer .Hundstage"" einer gtüälicheren Vergangenheit smo vorüber. Seit den Krcegs- iühren oesindet sich unsere innere Politik im Zu- nand einer fortzeietzten, sich immer wieder iiei- gernden Unruhe und Aufregung. Es ist ein charatteristiiches Zeichen der Zeit, daß heute auch die politische Stabilität nach der Stabilität des

3nfertton8ptetfe: a) Einheimische Aufträge: Die einspaltige Anzeigenzeile W. 10., die einspaltige Reklamezeile M. 30.. b) Auswärtige Aufträge: Die einspaltige Anzeigenzeile M. 10., die einspaltige Reklame-eile M. 30., alles einschlietzüch Teuerungszuschlag und Anzeigensteuer. Für Anzeigen «U besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Für die Rilhiigkeft aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Ausnahme­daten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht, ho-strabe 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5, Telephon Nummer »öl und 952.

Gelües und Geldmarktes eingeschätzt werden mutz. Für unsere Innenpolitik ist gegenwärtig, so­weit die Reparvionszahlungen in Betracht tom>

Serbien bestreitet.

Falsche -rachvtchte« über Mobilmachung.

(Eigene Drahtmeldung.)

Fischfänge sofort versteigert und auf die Märkte nah und fern gebracht.

Nur in einem Punkte stehen die Binnenlän­der hinter den Küistcnbcwohnern zurück, in Be­zug auf die Auswahl der Fische. Markt­gängig sind tat Binnenlande an Seefischen außer dem Hering hauptsächlich Schellfisch uns Kabeltau, Flundern oder Schollen, Rotzungen, an Edelfischen der Steinbult, seit einiger Zeit auch die Makrele. Beliebt vor allem ist der He­ring in jeder Gestalt, frisch, gesalzen, geräu­chert und mariniert als Rollmops, Matjes- und Bismarckhermg mit seinen nächsten Ver­wandten,den Sprotten, Sardinen und Sardel­len. Ein Liebhaber des Herings war Bismarck, der einmal meinte, der Hering Erde noch Weir mehr geschätzt werden, wenn er nicht in so gro­ßen Massen erschiene. In ärmeren deutschen Gegenden wie im Erzgebirge, ersetzt der Hering das Fleisch Vor dem Kriege verzehrten die Deutschen jährlich rund 250 Millionen Kilo­gramm Heringe, das ist etwa 4 Kilogramm 30 Stück auf den Kops der Bevölkerung. Nicht überall ist der Hering so beliebt wie in Deutsch­land. In England wurde er während des Krieges trotz der zeitweiligen Lcbensmittcl- kncchpheit verschmäht.

An Schellfisch und Kabeljau ver­brauchten die Deutschen neunzig Millionen Kilo- gtamm jährlich, also etwa 1/ Kilogramm auf den Kopf. Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, wie verhältnismäßig billiger als Fleisch die Fische waren und es heute noch sind und Wir rasH und leicht sic sich zubereiten lassen. Außer dem zarten Schellfisch, dem gefälligen Kabeljau der knusperigen Scholle, der schmackhaften Rot- zunge. der leckeren Makrele und dem feinen Stcinlmtt gibt es noch eine Reihe anderer See­fische. die an der Wasserkante geschätzt werden, im Binnenlande aber noch weniger bekannt sind. Der Köhlerfisch wurde früher verachtet und tn$ Meer zurückgeworfen, wenn man ihn in den Retzen fand , Heutzutage schätzt man jedes Le- bensmittel höher und unter dem neuen verlocken­den Namen SeelachShat auch der Köhkersisch Abnahme gefiinden. Geräuchert wird er schmack­hafter und kann preiswürdia verbaust werden. Ein anderer FisS zweiter Güte ist der Rot« barsch, der im Handel Seekarpfen. Sce- zauder oder Goldbarsch genannt wird.

Zwei ausgezeichnete Fischarten sind im Din- ncn'ande noch viel zu wenig bekannt, obschon sie stch durch Schmackhaftigkeit und Nahrhaftig­keit auszeicknen. Ter Seeteufel und der Knurrhahn. Der Seeteufel wird bis zu einem Meter lang und in neuerer Zeit als Kar­bonadenfisch verknust, weil ihn der Händler ähnlich wie den Kabeljau und am Mittelmeer den Tunfisch in Scheiben schneidet und die Kö­chin ihn wie Karbonade bratet. Selbst für ver­wöhnte Feinschmecker ist dieser Fisch ein Lecker­bissen, dabei be.ucm zu essen, weil et nahezu grätenlos ist. Anders geartet, aber mit seinem festen Fleisch ebenso nahrhaft und schmackhaft list der graue Knurrhahn, in neuer Zeit auch

G nechenlLnös Revolution.

Ein neus Kabinett Zaii.tiü.

(Eigener Drahtbericht.)

Wien, 2. Oktober.

Aus Athen wird gemeldet: Das revolu­tionäre MUitärdirektorium tagte im Parlament und bildete ein neues Ministerium. Premiermi­nister ist Z a i m i s, Außenminister P o l i t i s, General Harmkampis hat das Kriegsmini- sterium. Admiral Papaoristo das Marine­ressort übernommen. Harnckampis ist der be­kannte Premierminister aus der Kricgszeit. eine unabhängige Persönlichkeit. Die übrigen Mini­ster sind otte Venizrlisten. Das revolutionäre Direktorium hat Venizelos alle Vollmachten, das Land zu vertreten, gegeben und ordnete an, daß alle Mitglieder des königlichen Hauses, au­ßer Prinz Paul, das Land verlassen müssen. Das Direktorium wird erst nach den Neuwahlen zurücktreten. Die Meldungen über vas Königs­haus lauten verschieden. Während von einer Seite berichtet wird, daß der bishcr:ge König Konstantin sich noch in Athen befinde, ver­lautet aus anderer Quelle, daß er Athen be­reits vor einigen Tagen verlassen habe.

eingetreten. Freilich flackern auch jetzt noch le­ben Tag hier und da züngelnde Flammen auf, die an unserem Reichsbau erneut zehren. Und es erheben sich auch schon neue Vorzeichen, die, wie beispielsweise die steigende Teuerung, nichts EuteS für unser: nächste innere Entwicklung ahnen lassen. Der Schwerpunkt Wr Re- parationLfragc liegt gar nicht m Berlin oder bei uns in Deutschland, er ruht in den Ka­binetten der Entente. Aber auch diese haben

jof: britische Vorbereitung.

Lond.in, 2. Oktober. (Eigene Drahtmel­dung.) Am Sonntag vormittag fand abermals ein Ministerrat statt, dem die leitenden Stellen des Militärs, der Flotte und der Lustftreitkräste beiwohnten. Die Generäle nahmen auch an der Kobinettsübung teil, die am Nachmittag abgehal- trn wurde. = Ter englische Transportdcunpfer

Verhandlungs-Neigung.

Der Zuhalt der türttsche» Antwort.

(Eigener Drahtbericht.)

x. Paris, 2- Oktober.

Die französische Regierung veröffentlicht jetzt die Note vom 29. September, die der Außen minis-w Aer Angora-Regierung, Jus- ses Pascha, gesandt hat. Dieser schreibt: Im Ver­trauen auf die Versicherung, die Frankreichs Ver­treter, Franklin Bouillon, soeben dem Chef der türkischen Streitkräfte gegeben hat und davon überzeugt, daß man unverzüglich Verhand­lungen zwecks Herbeiführung eines gerechten Friedens einleiten wird, haben wir Befehl gege­ben, die militärischen Operationen in Richtung auf Konstantinopel nnd Tschanak zur Verfolgung der griechischen Armee sofort zu u n - terbrechen. Die Versicherung des Herrn Franklin Bouillon hat die gerechte Gesinnung gegenüber den Ansprüchen der Türkei dargetan, dagegen ist cs gefährlich, Thrazien auch nur einen Tag länger unter der Verwaltung und Besetzung der griechischen Armee zu lassen. Es ist unbedingt notwendig, Thrazien bis zum Nordufer der Maritza sofort von den G r i e - chenräumenzulassen und der Regierung der türkischen Nationalversammlung zu überge­ben. Die Einberufung einer Konferenz von alliierten und türkischen Generälen zum Zwecke der Ordnung alter Fragen, im Einklang mit den Wünsche» der Entente, wird bis zum 31. Cft»6er vorgeschlagen.

Türkische Forderungen.

Paris, 2. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Wie die Blätter melden, haben sich die französi­schen Delegierten und Kemal Pascha auf folgende Punkte geeinigt: Thrazien soll sofort von den Alliierten besetzt werden. Nach einem Monat soll die Provinz einem Oberkommissariat unterstellt werden, das eine kcmalistifche Gendarmerie znr Seite Ijat Kemal Pascha wünscht, daß Thrazien den Türken nicht in demselben Zustand übergeben wird, wie Anatolien; es sei keine Zeit zu ver­lieren und schnelle Maßregeln zu ergreifen. Eine Antwort fei innerhalb achtnndvierzig Stunden, also spätestens bis heute stüh. erforderlich. Für die Regelung aller Fragen wird eine Konferenz vorgeschlagen, die aber erst noch der Zustim­mung des Parlaments von Angora bedarf. Nach Meldungen von anderer Seite ist für diese Kon- strenz bereits der 3. Oktober vorgeschlagen.

es für ratsam gehalten, die eigentliche Entschei­dung immer und immer wieder von stch abzu- ivälzen und dem eigens dazu geschaffenen Organ, der R e p a r a t i o n s k o m m i s s i o n, zu über, lassen. Don der Wucht der Verantwortlichkeit ist über auch diese mehrfach so sehr in Anspruch ge- frommen, daß sie nicht übel Lust zeigte, auch ihrerseits die Entscheidung abzuwälzen auf ein Anderes Organ, als solches nach Lage der Dinge :ur noch der Völkerbund in Frage kommen 'önne.

Die Debatten, die über die Rcparationsfrage vAitf dieser Tage vor der Völkerbundver- emmtung gehalten worden sind, haben, wie amtt noch je zuvor, die innere Schwäche dieses Völkerbundes erkennen lassen. Die Genfer Cionnifation trägt den Namen eines Völker­bundes zu Unrecht. Was man früher nicht zu jagen wagte, wurde nun in aller OeffentliOkeit ;-urd) den englischen Vertreter ausgesprochen, daß ine Lösung der Reparationsfrage ohne die Hinzuziehung und Mitarbeit Deutschlands in Ding der Unmöglichkeit ist. Da aber im Völkerbund in seiner heutigen Gestaltung Deutschland nicht vertreten ist, kann dieses Organ für die definitive Gestaltung der Reparations- jrage auch gar nicht in Betracht kommen. Aus :cn verschiedensten Aeugerungen auf der Genfer ?'.-'lkerbundstaguno kl-ma der Wunsch, daß Deutschland in diesem Völkerbund vertreten sein )K>ge und daß in Verbindung mit Deutschland Ann die Reparationsfrage einer ersprießlichen Lösung zuaesübrt werde. Der offizielle Stanv- ninft ist aber, auf Frankreichs Widerspruch hin, heute immer noch der, daß die Regierungen der einzelnen Länder in erster Linie sich über diese Reparationsfrage auszusprechcn hätten und daß der Völkerbund erst dann in Frage kommen würde, wenn er von den betreffenden Regiernn- ren zur Entseheidung angerufen worden sei. Slber der Schweizer und der englifchc Vertreter sprachen es auch diesmal ganz unumwunden aus, daß die Regierungen ja gar nicht in der Lage seien, diese mit der Weltwirtschaft und ihren Funktionen auf das Innigste und Unlös­barste verknüpften Probleme gewissermaßen in dem geschlossenen Zirkel der Alliierten zu läsen Immer und immer wieder fehlt das wichstickte Verbindungsglied: Deutschland und seine Wirtschaft. Ticke Erkenntnis herrscht überall vor, nur nicht in Frankreich. Wenn man sich aber ihrer Durchsetzung entgegenstellt, so sind eS immer wieder Politische Tendenzen, die, wie ge­rade auch Genf und verschieden« bmrtiae Reden zeigten, auch beute noch trotz allen Erfahrungen der Testen Jahre tat heftigsten Widerstreit mit wirtschaftlichen Vernunstgründen liegen

Die RevarastonSftage muß noch in diesem Jähre in Angriff oenommeit werden, wenn nickt die deutsche und die Weltwirtschaft den schlimm­sten Schaden von einer weiteren Hinauszögerung einer endaÄltiaen Regelung leiden sollenDer aeaeratoäriiae Zustand einer aewisfenLta« h i l i t ä t ist tu unsicher, als daß er das für icde geschäftliche Wie Pclistfchc Zusammenarbeit notwendige Vertrauen begründen könnte. Mit diesen Dingen hängen alle Frauen der Vatata, der Teuerung, des Budgewnsaieichs. des Auf- fnmntena an Steuern, her Währung und tatet Stabilisierung, der Ptodukstonssteiaening. wie überbai'vt der Regelung unserer Wirtschaft, bet Ein. und Ausfuhr, der Zahlungsbilanz ustv. zu- Rmmen. Und keine einzige dieser Fragen kann mit Aussicht auf Erfolg in Angriff gern»« werden, ebne daß endlich einmal von bet Poli­tik v on V er sa i lle s Ab k ehr Gehalten Wirb, tmb obn.e baß man von bet Politik bet Zahlen, pbantoste unb der Phrafen sich abwenbet und endlich einmal feststellt, waS ift! Solange Wir mit Ziffern und Zahlen rechnen, die .etzten Enhe^ in den Mond geschrieben sind, solange wir nicht feiten Baden unter den Füßen haben unb genau wissen, was wir an wirklich tragbaren Verpslich-

Die ännerjjolltifäjcn Streitigkeiten.

Wien, 2. Oktober. (Eigene Dravttneldung.) In Athen wurden fünf griechische Mini­ster des zurückgetretenen Kabinetts verhaf­tet, darunter auch Gunaris und Bratos. Sie sollen vor ein Kriegsgericht gestellt werden, um sich über die Niederlage in Kleinasien zu verant­worten. Die venizelistischcn Blätter erklären, daß sich die Benizelisten weigern, on der Regie­rung teilzunehmcn, da vorläufig eine parteilose Regierung gebildet werden solle, um bann Neu­wahlen votzunehmen. In Kreta ist eine vcnizelistifche Regierunflökommission provisorisch mit der Leitung der Geschäfte betraut worden.

Emähmngsstagen.

Der Seefisch im Binnrnlanv.

etngefl<t>ts der L-Hwierigieiten auf dem Ernähr' »ugsgebiet, toe die steigende Teuerung der Han»' frau oft Sorgen bereitet, find folgende sm# au" gesandten fsstillthen Ausführungen veaehlent wt tt1 Noch immer besteht im Binnenlande vielfach die Meinung, daß Seefische stisth und preiswert nur an der Wasserkante zu haben sind. So Ivar es einmal, als es doch keine Eiscnbechnen und noch keine Eisfabriken gab. Heutzutage werden frische Seefische von der Rrodsee bis nach Ober- bahern, nach Wien und der Schweiz verschickt und dort nicht weniger frisch und preiswert wie an.der Wasserkante angeboten. Nach einer alten Erfahrung gehen leicht verderbliche Lebens« und Genu «mittel nicht dorthin, wo sie die höchsten Preise erzielen, sonder dorthin, wo sie den größten Absatz finden. So kommt es, daß Le­bens- und Genußmittcl in den Großstädten bil­liger sind als auf dem Lande, zuweilen billiger als am Erzeugungsort selbst. Ein Fischfreund, der ein O st s e e b a b besuchte und einmal dar- über klagte, daß dort frische Fische selten zu haben sind, brachte seine Erfahrung in folgende Bevse:

.Und ein Fischer, den ich fragte, Um den Grund des schlimmen FEs, Kratzte sich den Kops und sagte: ..Der Erport, Herr, fordert alles!

Wenn Ihr wollt auf Eurem Tische Solchen leckcrn Luxus treiben, Müßt Ihr oute Oftscefifche

Schleunigst aus Berlin verschreiben*

So war es auch in O st e n d e. Wollte dort ein Gasthoföcsitzer Seefische haben, so mußte er, obwohl sie vor der Tür gefangen wurden, sich nach Paris an die Großhändler wenden, die

Wien, 2- Oktober.

Aus Belgrad wird berichtet: Aus Italien kommende Nachrichten über Kämpfe in Alba­nien, fotoie übet Aufstellung eines albanischen Streitkorps für Kemal Pascha werden von der hiesigen albanischen Gesandtschaft als Erfindung bezeigtet. Die aus denselben Quellen stammen­de Nachricht »on einer Mobilmachung Südsla- viens wird ebenfalls als falsch bezeichnet. Ge­rade diese Nachricht habe in Belgrad verstimmt, dessen Regierung in bet Adriafrage vor einer endgültigen Einigung mit Italien stehe. Sud­fl-Wien verhält sich, wie an zuständiger Stelle er klärt wird, im gegenwärtigen Konflikt vorläufig abwartend. Es würde erst dann sich vor Entscheidungen gefkllt sehen, wenn die Vor­schläge der Alliierten von Kemal Pascha nicht angenommen werden fotttcu.

Fernsprecher 951 und 952

weit die ReparPronszahiungen in Betracht wm- kandierenden der griechischen Armee in Thrazien inen, ein -MoM er Ruhe» und Beharrungszustand xingelausen, ras besagt, daß türkische Abtei-