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Kasseler Abendzeitung
Sto Hessische Abendzeitung
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Nummer 232
Fernsprecher 951 und 953
Mittwoch, 4. Oktober 1922.
12. Jahrgang
Fernsprecher 951 uud 953
Die Alliierten und Türken verhandeln.
eine
ditfsrmeil eingesetzt.
Paris, 3. Oktober.
Hin V rötest der Russen.
scher unb anderer Handelsschiffe, die Lebensmit tel und sonstige Waren nach Rußland bringen.
London, 3. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Der englischen Regierung ist eine neue Rote der Sowjetregierung zugegangen, die noch, mais gegen die Sperrung der Dardanellen für Handelsschiffe Protest erhebt.
tim dos Llmlagegeiretde.
Berlin, 3. Oktober. (Privattelegranun.) Der „Vorwärts" berichtet: Das Reichskabi- nett wird voraussichtlich am Dienstag sich mit der Erhöhung der Preise für das Umlagcge- treifte (das erste Drittel) erneut befassen. Der Reichsernährungsminister Dr. Fehr hat dem Kabinett eine Gesetzesdorlage zugehen lassen, in der eine rückwirkende Erhöhung des Um- lagepreisrö für das erste Drittel auf 20 700 Marl die Tonne, also das Dreifache vorgesehen ist. Von dem im Reichsumlagegesetz abzuliefernden zwei Millionen Tonnen Getreide sind bisher erst 123 000 Tonnen zur Ablieferung gelangt. In der gleichen Zeit des Vorjahres wurden bereits 400 000 Tonnen abgeliesert.
Frankreichs Wiederaufbau.
Deutsches Material und deutsche Arbeit.
(Eigener Drahtbericht.)
Der Mittelstand
Dor dem Zusammenbruch.
Der Mittelstand spielt in Deutschland ..... diel wichtigere Rolle als in fast allen anderen Ländern der Welt. In jenen gibt es nur eine verhältnismäßig kleine Schicht von Führern, der eine unendlich große Zahl einer mehr oder weniger gut organisierten Masse gegenübersteht. Bei
Heimatboden und Voik.
Eine Lntschließung der Bodeureformer. (Privat-Telegramm.)
Karlsruhe, 3. Oktober.
Im Anschluß an die 27. Hauptversammlung deS Bundes fter deutschen Bodenreformer fand eine große öffentliche Versammlung statt, in der Reichstagsabgeordneter Dr. Ludwig Haos, LandtagsprSM»ent Pelz, der Zentrums-Abgeordnete Erfing und der erste Vorsitzende Dr. Damaschke sprachen. Am Schluffe ihrer Ausführungen wurde folgende Entschließung angenommen: Deutsches Volk! Deine Rot ist groß. Rettung kann Dir nur aus Deiner eigenen Kraft kommen. Die Wurzeln der Kraft liegen in der Heimaterde, zu der das ganze deutsche Volk bis zur letzten F a m i l i e in lebhafte Be- ziehungen gebrackst werden muß. Inländisches und ausländisches Kapital reißen Deinen Boden an sich. Wir werden Knechte im eigenen Lande und darum fordern wir Männer und Frauen auf, aus dem ganzen deutschen S?trift, das B o - denreformgesetz zu fördern. Wir fordern die Zusammenfassung der Siedlungs-, Pacht-, Kleingärten- und Wohnungsgesetze. Wir fotfteri ihre Umgestaltung in dem Sinne, daß nach der 'l-rheißung des Artikels 165 der deutschen Bcr- affung jeder deutschen Familie eine ihren Be- dürfniffen entsprechende Wohnungs- und Wirt- schaftsheimftätte gesichert wird.
Die türkische Haituns.
Paris, 3. Oktober. (Eigene Drahttneldung.) Fn der orientalffchen Frage hat die türkische Ratiomilversammlung in Angora die Haltung ihrer Regierung einstimmig gebilligt. Die Regierung wird von her Nationalversammlung er- mächtigt, Vertreter zu der bevorstehenden Konferenz zu entsende».
Besorgnis in England.
Fremdenfeindlichkeit in Konstantinopel.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 3. Oktober.
I» diplomatischen Kreisen herrscht Besorgnis wegen fter zunehmenden Gärung gegen die Fremden in Konstantinopel. Tiefe Gärung werde durch Tausende von kemaliftischen Türken geschürt, die sich durch de» griechischen Kordon durchschinugtftlten. Man fürchtet den Ausbruch ernster Zwischenfälle, die die Alliierten vor neue Probleme stellen könnten. — Nach dem „Daily Herold" hielt der Arbeiterführer Smilly in Glasgow eine Rede, worin er erklärte, daß achtzig Prozent aller Engländer gegen einen Krieg zwischen England und der Türkei sich aussprechen würden, wenn etwa eine Volksabstimmung über diese Frage vorgeuommen würde. Sollte es dennoch zu einem Kriege kommen, so müßten die Arbeiter-Organisalionen in Großbritannien sich vor die Frage gestellt sehen, sämtliche Arbeiten sofort niederzulegen.
zu Monat entwertet. Aber das darf uns nicht hindern, s e l b st alle Kraft zu entfalten und unsere früheren Tugenden, Fleiß und Gewissenhas- ttgkeit, allgemein wieder zu erlangen. Die Selb st Hilfe hat in dieser Beziehung die größte Berechtigung und zeigt sich als die größte Notwendigkeit. ss.
gen die Tätigkeit eines solchen Inspizienten bereits aus und es sei hervorgehoben, daß das Personalamt kein Isttereffe daran hat, Beamte oder Angestellte zu halten, wenn sie nicht nötig sind. Es wird jedenfalls an allen Ecken und Kanten gespart. Ter Bürgermeister bittet schließlich, derartige auch teure Experimente zu vermeiden. Solch ein Beamter müßte mindestens im Range eines Bürodirektors stehen. (Zuruf Kreiß: Es sind ja eilte Masse da!)
Stadtverordneter Leineweber (Dem.) stellte eine Bemerkung des Oberbürgermeisters insofern etwas richtig, als die Anregung zu: Verschmelzung der Meldeämter hei der Stadt und bei der Polizei aus der Dereinfachungskom misston hervorgeganyen sei. Von den Magistratsplätzen aus wird abgewinkt und Vorsteher Grzesinski bemerkt: Vor zwei Fahren schon habe er in Berlin darüber verbandelt. Notwendig, so fuhr Leineweber fort, ist, daß der Oberbürgermeister und alle Dezernenten den betreffenden Beamten in jeder Beziehung mit Einsetzung ihrer ganzen Autorität unterstützen. (Bon den ersten Magisttatsplätzen aus wurden Zustim- mungsbemerknngen laut.»
Der Aktionsausschuß für die zerstörten Ge biete trat gestern in Paris zusammen, um zu dem Vorschlag des Verbandes sozialer Baubetriebe in Deutschland für Lieferung von Materialien und Arbeitskräften für Rordfranfteich Stellung zu nehmen. Die Versammlung nahm einen Bericht ihres Mitgliedes, deS Elsässers Crumbach über die kürzlich in Köln zwischen fteuffchen und französischen Vertretern geführten Verhandlungen entgegen. Die französische Regierung hat ihr Interesse an diesen Verhandlungen durch den Aufbauminifftr Raiole bekunden lassen In einer demnächst stattfinden- den Sitzung wird der französische Ausschuß seine Vettreter zu der in Paris bevorstehenden Konferenz zur endgültigen Vollziehung der Vertrage benennen. Diese Konferenz sollte n$. prüuAich bereits am 8. Oktober stattsinden, sie । ist aber inzwischen auf den 15. Oktober verschoben, i
Stabt und Sparen.
Der Berich« der Vereinfachnngskourmisfion.
3« der gestrige« Sitzung der Kasseler Stad«. verord«ete»»ersam«lung wurde der Bericht der sogenannte« BereinfachuugSkomwisgvu erstattet und ja« Erledigung gebracht.
Vor fast zwei Jahren setzte die Kasseler Stadtverordnetenversammlung auf demokratischen Antrag eine Kommission ein, der die Aufgabe übertragen wurde, zu prüfen, ob in der Besetzung des Rathauses mit Beamten und besonders mit Angestellten nicht Ersparnisse gemacht werden könnten. Die Kommission hat sehr bald ihre Tätigkeit ausgenommen, ihre Mitglre- der erschienen in allen Dienstzweigen und bald war der „schöne" Name dafür geprägt: „Schnüs- selkommission". Und das Ergebnis? Die Berichterstattung ließ auf sich warten. Erst 'kurz vor den Sommerferien erschien sie. Mr haben kritisch dazu Stellung genommen. Von Sitzung zu Sitzung wurde die Berichterstattung vertagt. Gestern endlich kam der Bericht zur Erledigung und diese verlief wie das Hornberger Schießen!
Berichterstatter der einzelnen Frakttonen waren für die Sozialdemokratie Göpffarth (Soz.), Heß (Dem.) und Geck (Freie bürgerliche Vereinigung). Ersterer war es, der die Materie in historischer Beziehung und in der Auswirkung am intensivsten behandelte. Vom Rathaus, so berichtete er, werden gegenwärtig — gegen 800 im Frieden — 1486, darunter 230 weibliche Peresonen beschäftigt. Ein Vergleich mit anderen Städten läßt sich nicht rechtfertigen. Tie Verhälttrisse sind je mach den Ausgabenkreisen der Städte verschieden. Der Sinn der Ausführungen war der: Es ist getan worden, was möglich war, und zwar auch ohne Zutun der Kommission ... mehr konnte nicht geschehen!
Stadtverordneter Heß gab gestern noch verschiedene Anregungen. Er behandelte besonders auch die Arbeit der Stadtgärtnerei und legte — was später der Oberbürgermeister abbog — mU dem 8 Sttrnden-Tag zusammenhängende unannehmbare Verhältnisse in der Stadtgärtnerei dar. Weiter erklärte er: Durch den Wegfall fteS städtischen Meldeamts ist eine Million Mark ge- spart worden. Es lasse sich namentlich bei Un- terstützungssachen viel vereinfachen. Auf ähnN- cken Ton waren auch die Ausführungen des lediglich auf Grund der Akten berichtenden Stadtverordneten Geck abgestimmt ... der Stadtvater hat der Kommission nicht angehört! Ueber die weitere Behandlung der Angelegenheit sei wie folgt berichtet:
bältnisse in einer außerordentlich vorteilha ten Weise dahin entwickelt, daß zwischen Fül rein und Geführten eine sehr kräftige Schicht selbständiger bezw. in selbständigen Stellungen befindlicher Existenzen sich bildete, die geistig und industtiell außerordentlich produktiv wirkte und in sozialer Beziehung die Gegensätze in erfreulicher Weise milderte und a u s g l i ch. Infolge biefer feiner Zwischenstellung hat der lettische Mittelstand, gestützt auf eine jahrhundertelange Tradition und auf gute geistige und gewerbliche Ausbildung, in leber Beziehung b.anz Außerordentliches geleistet, fo daß man ihm einen ausschlaggebenden Anteil an der deutschen Vorkriegsblüte zuschreiben kann. Die Nachkriegszeit hat die Bedeutung des Mittelstandes noch klarer in Erscheinung treten lassen, da sich nach dem ersten Ueberschwang des revolutionären Ge- dantens sehr bald die Notwendigkeit ergab, den Mittelstand, den man als unnötig bescittgen wollte und tatsächlich auch vielfach beseitigt hat, wieder zu seiner alten Tätigkeit heranzuholen.
Diesem Mittelstand, der für Deutschland Unendliches geleistet hat, oroht Verderben. Vollständig ruiniert sinh bereits die mtttelständle- rischen Kleinrentner, die von ihrem Verluden, geschweige von ihren Zinsen, überhaupt nicht mehr leben können. Dem Verelen- dungSprozeß sehr nahe gekommen sind die Angehörigen der freien mittelständlerischen Berufe (Schriftsteller, Gelehrte usw.). die ihr Einkommen der Geldentwertung nur unzureichend anzüpaffen vermochten. Besser als Jene stehen vorläufig noch da die in festen Stellungen befindlichen Beamten von Staat und Kommu-
Gegen die Teuerung.
Maßnahmen derReichs-nndLandesbehörde» (Privat-Telegramm.)
- Berlin, 3. Oktober.
Ein Unterausschuß des Reichswirtschastsrates hat in seiner Sitzung vom 2. Oktober die Beratung fter herrschenden Währungs- und Kreftitnot begonnen. Es wurden zwei Ar- beitsausschüffe zur Beratung der Maßnahmen die zu einer Stabilisierung der Währung führe« können und zue Ausarbeitung neuer Kre-
Oberbürgermeister Scheideman«
betonte, daß der Magistrat jeden Fingerzeig dankbar entgegennimmt, um so viel als irgend möglich zu sparen. Er persönlich, der nicht auS der Beamtenschaft hervorgegangen sei, sehe den heil. Bürokrattus mehr als jeder andere, aber, so sagte er, rücken Sie ihm mal auf den Leib, wie wollen Sie das machen? Es müßte schon ein Kaufmann oder dergleichen ins Rathaus kommen und darin arbeiten. Stadtv. Kreiß (Fr. b. V.) Wandte auf die Vereinfachungskom- misston das Wort an vom kreißenden Berg, der ein Mäuslein geboren. Eine Anzahl der abgebauten Stellen wäre auch fo zum Abbau gekommen. Redner regt an, eine Art Inspizient aus den Kreisen der städtischen Beamten mit der Ausgabe der Ersparungsmaßnahmen zu betrauen, denn ... es kann gespart werden! Vorsteher Grzesinski gibt zu bedenken, daß die Durchführung dieser Anregung kaum möglich ein wird, weil die Städteordnung keine Handhabe bietet.
Aus diese« Standpunkt stellte sich auch Bürgermeister Brunner. Rach dem Gesetz gehe es nicht an, einen Beamten unmittelbar der Stcchtverordneten-Versammlung zu unterstellen. Der Leiter des Personalamtes übte im Uebri-
Die bayerische
Vermeidung des Krieges?
Di« Britt» »»ft Türken verhandel».
(Eigene Drahttneldung.)
Paris, 3. Oktober.
Nach dem letzten Bericht deS britischen Generals Harrington ans Gallipoli haben die Türken die ersten Schritte Mr Bersöh. nung getan, in dem sie begonnen haben, sich von den englischen Stellungen in Tschanak zu- rückzuziehen. Wenn auch vorläufig von einer Räumung her neutralen Zone nicht die Rede sein kann, scheint der inzwischen herabgeminderten englisl^n Forderung doch Genüge getan und ein Londoner Communique besagt, daß nunmehr am heutigen 3. Oktober eine Zusammenkunft des Generals Harrington mit dem Vertreter Kemal Paschas, Jsmeft Pascha in Mu» ft a n i a die weiteren Schritte zur Verständigung anbahnen werde. Eine zweite Konferenz, die wahrscheinlich im Anschluß daran gleichfalls in Mudania stattfinden soll, wirft neben den englischen und türkischen auch die italienischen und französischen Vertreter umfassen und her Ordnung fter thrazischen Frage gelten. Vermutlich wirft mau sich darauf einigen, nach Ostthrazien eine interalliierte Kommission zu schik- ftn, die mit Hilfe von militärischen Abmachungen der drei Großmächte für die Aufrechterhaltung fter Ordnung sorgen und die muselmanische Bevölkerung schützen sott.
Staatsregierung hat an den Reichskanzler eine Note gerichtet, in der sie auf den Ernst unserer gegenwärtigen Wirtschaftslage hinweist um» Maßnahmen anregt, um fter Teuerung und Not zu steuern. — Das braunschweigische Staatsministerium hat sich durch die ständig zunehmende Teuerung veranlaßt gesehen, das vor einem Jahr aufgelöste Landespolizeiamt gegen Wucher und Preistreiberei wieder für Braunschweig ins Leben zu rufen.
Dor den Verhandlungen.
Paris, 3. Oktober. (Eigene Drahttneldung.) Bis zur Stunde ist an hiesigen amtlichen Stellen noch nicht bekannt, ob Kemal Pascha an den Besprechungen in Mudania teilnehmen wird. Die Franzosen wünschen die Entsendung eines griechischen Generals, damit über die Räumung Thraziens mit Griechenland verhandelt weichen kann. Die neue griechische Regierung scheint jedoch zu solchen Verhandlungen nicht bereit und hat bis jetzt noch keinen General delegiert. — Rack» Meldungen ans London ist e5 nych nickt sicher, ob England den bereits begonnenen Rüchzug der türkischen Truppen aus der Tschanak-Zvne mit einer Rücknahme seiner Streitkräfte vom asiatischen Ufer bet Dardanellen zu beantworten gedenkt. ,
uen und die Angestellten; aber auch deren Einkommen bildet nur einen Bruchteils des Fr'e- densgeldwertes. Im gewerblichen Mittelstand liegen die Dinge so, daß die auf Einkommen aus Haus- und Grundbesitz Angewiesenen saft ganz verelendet sind, ein Prozeß, dem das Handwerk bisher zwar entgangen ist, in den es aber immer mehr hineingezogen wird, da es zwischen hohen Arbeitslöhnen und Materialkvsten einerseits und der steuerlichen Belastung andererseits zerrieben zu werden droht.
Die schlimmsten Folgen der hier gekennzeichneten Entwicklung werden sich erst in späteren Jahren zeigen. In ihrer ost bewährten Pflichttreue wird die jetzige mittelständlerische Generation trotz ihrer augenblicklichen schwierigen Lage und trotz der trostlosen Aussichten ihrem Aufgabenkreis weiter gerecht zu werden versuchen. Sie ist aber nicht mehr in der Lage, den Nachwuchs so $u erziehen, daß die Bil- duirg der künftigen mittelftändlerischen Generationen gewährleistet ist. Diese Wird vielmchr, von einem kleinen Prozentsatz abgesehen, durch Herabstnken vollkommen verschwinden. Dieser Prozeß bedeutet nicht nur für Deuktschland kulturellen und Wirtschaftlichen Verfall, sondern auch Möglichkeiten sozialer Zerrüttungen. Ein Teil der bereits Herabgesunkenen und noch Herabsinkenden wird den Unzufriedenen zwar Führer zum Guten sein urib diese mit neuem geistigen Leben erfüllen, ein anderer wird jedoch in begreiflicher Verbitterung bereits bestehende Zersetzungstendenzen weiter tteiben.
Wie können wir aus dieser Rot herauskom- men? Es gibt noch ein Hilfsmittel: die Steigerung der Produkts on. Alle Handels-, sinan-- und währungspolitische Maßnahmen zur Aushebung des Währungsverfalles müssen — so fagt eine Entschließung des Reichswirtschaftsrares — wirkungslos bleiben, wenn sie nicht von energischen Anstrengungen begleitet werden, den Kern des Uebels, soweit dieses innerwirtschaftlicher Natur ist, zu beseitigen: der zu geringe Ertrag der deutschen Prodnttion auf allen Gebieten bes Wirtschaftslebens, die unzureichende Leistung ' des gesamten Produkttons-Apparates in, Deutschland ist jene Ursache unserer Not, die an jn»eiter Stelle gleich nach den außenpolitischen. Gründen des Währungsverfalles steht. In gar v-elsälttger Weise schädigt der Produkts ons^Rück- gang. Die richtige Nutzanwendung liegt in der , straffen Durchführung einer Lebenshaltung und Betrtwsftihrung. die der schweren Lage unseres । Volkes Rechnung trägt. Gelingt es nicht, in rtefem Punkte alle schaffenden Streife des Volkes über alle Sonderinteressen und Parteigruppierungen hinweg zu einigen, so fällt die Verantwortung sttt das, was dann kommen wird, auf das Haupt derer, die diesen Entschluß sich nicht abringen können. Unsere Not ist noch einer Verichlrmmerung stchip Aus der Krise tarnt ftte vroten erveor
Selbstverständlich ist!Die Öffnung fter Dardanellen sei von außer- ^as Hauptubel im Versalller Vertrag be° ordentlicher Wichtigkeit für Rußland und eine gründet, dessen Zwang uniere Mark von Monat'Schließung hindere die Durchfahrt amerikani-