Hessische Abendzeitung
Nummer 278
Dienstag, 28. November 1-22.
Fernsprecher 951 und 952
12. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952
Französische Hetze gegen Deutschland
nung
den BalkanvSlkern getroffene Abkom
Berlin, 27. November.
gab
Ver-
lcr (Bonn) nicht eine einzige seiner Behauptungen habe widerlegen können. Man kommt dann über diese unerquicklichen Szenen zur Abstimmung. Der kommunistische Mißtrauensantrag wurde unterstützt von den drei völkischen Abgeordneten, worüber das Haus in stürmische Heiterkeit ausbrach. Die Kommunisten riefen den Deuffchvölkischen .Heil" zu. Der demokratische Antrag, der die Billigung dahin ausspricht, daß die neue Regierung ihre Politik auf Grund der Reparationsnote führt, wurde in einfacher Abstimmung von sämtlichen Parteien gegen Kommunisten und DeutschvöMsche angenommen. Damit ist der neuen Regierung eine Grundlage gegeben worden, auf der sie nun ihre Außenpolitik beginnen kann.
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Erhöhung der Vostgebühren
Die Tarifschraube wird weitergedreht.
lPrivat-Telegramm)
der großen Petroleumkonzerne zusam- menkomnlen. Diese Vertreter haben natürlich lein Recht zur Teilnahme an'den Konferenzver- handlungcn, aber ihre Rührigkeit soll nichtsdestoweniger bemerkbar sein. — In Lausanne 'st der tschechische Außenminister Be,resch ange-
GchauspNerstreikm Berlin.
Ein erbitterter Wirtschaftskampf.
(Eigene Drahtmeldung.1
Berlin, 27. November.
[Der Streik der Berliner Schauspieler ist am Samstag abend offiziell proklamiert worden, doch hatte sich der Streik gestern noch nicht bei allen Theatern ausgewirkt. Henle wird aber berichtet, daß sich die Lage verschärft. In einer gestrigen stark besuchten Versammlung erklärte der Präsident der Bühnengenoffenschaft, Rickelt, daß er den Streikbeschluß nicht nur unterschreibe, sondern ihn auch billige. Er betrachte den Streik als eine Kraftprobe. Es handele sich um Leben oder Sterben. Es gehe nicht nur um die wirtschaftliche Existenz der Künstler, sondern auch um ihre künstlerische. Jetzt gehe alles darum, die Zukunft zu sichern, in der das Brot wahrscheinlich zweitausend Mark kosten werde. Die finanzielle Lage der Streikleitung sei gesichert. Biele Millionen lügen auf der Bank, um die Streikenden zu unterstützen. Der minderbemittelte Künstler könne tausend Mark für den Tag ausbezahlt erhalten. Wenn er nicht gewußt hätte, daß der Streik so gut fundiert wäre, würde er ihn nicht gebilligt haben. Nach der Stimmung die in der Versammlung herrschte, ist anzunehmen, daß der Kampf auf beiden Seiten mit größter Erbitterung durchgeführt werden wird.
innerer Steift te Frankreich.
Poinears speicht von der „Deutsche» Gefahr^.
(Eigener Drahtbericht.)
Die Grundlage.
Der Reichstag und die Regierung.
Als Grundlage für das Kabinett Cuno der Reichstag am Sonnabend das indirefte
indem wir unseren inneren Zank wiedererweckc» sollen? Können wir nicht wenigstens damit Watten, bis wir unsere Rechte anerkannt und gesichert wissen? Ich für meinen Teil ermesse zu genau die Größe der Schwierigkeiten, die wir zu überwinden haben, um nicht in Zerrissenheit zu geraten und unsere außenpolitische Wirksamkeit zu schwächen, Ich lehne es ab, unsere nationalen Kräfte zu zersplittern. Ich beschwöre alle guten Bürger, um die Regierung der Republik eng geschart zu bleiben und ihr die Unterstützung angedeihen zu lassen, die sie braucht, um endlich nach so langer Trauer und so vielen materiellen Verlusten, dem Vatcrlande die Früchte des S i e g e s und die Wohltaten des Friedens zu sichern." Der Appell PoincarSs ist besonders bemerkenswert im Hinblick auf die Gerüchte, die in der letzten Zeit die Erschütterung der Kammermehrheit ankündigen.
Paris, 27. November.
In der französischen inneren Politik machen sich die scharfen Gegensätze immer mehr geltend. Um die Spaltungen zu überwinden, malt Poin- rare wieder die „deutsche Gefahr" an die Wand. In einer Rede in Boulogne, die er gestern bei einer Denkmalseinweihung hielt, sagte er: Bor Ende dieses Jahres werde Frankreich und seine Verbündeten vor die schwersten Probleme der äußeren Politik gestellt werden. Sie werden wichtige Entscheidungen zu treffen haben, von denen zum Teil die Zukunft abhängen
Stambulinsff und von Bemzelos ins Leben gc- ruftn wurde, zu krönen. Der russische Vettreter in Lausanne, Borowski, hatte eine Zusammenkunft mit dem serbischen MinifterLsiinffchiffch.
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Professor Horneffetz-Gietzen.
Dieser stellte sich auf den Standpunkt, daß es eine zweite Frage ist, ob der Staat monarchisch oder demokratisch regiert wird; wenn nur in Staat und Wissenschaft etwas gxleisttt wird, dann blüht auch das Geistesleben. So aber wird heute die geistige Kultur Deutschlands rasiert. Es kann kein Buch mehr gedruckt werden und, was noch schlimmer ist, keins mehr geschrieben werden. Umringt vom wirtschaftlichen Nöten, kann der Gelehrte nicht mehr geistig produzieren. Ter Vortragende wiederholte dann im Großen un Ganzen seine im Kaufmännischen Verein gemachten Ausführungen über Marx und Nietzsche und erhob auch hier unter spontanem Beifall die Forderung: Wir brauchen Männer, wir brauchen führende Persönlichkeiten, die Erzeuger und Erzieher der Masse sind. Es handelt sich jetzt um die RettungderDemokratie durch geniale Regierer. Mit Parteiprogrammen' allein läßt sich nicht regieren. Die einzelnen Minister _ Horneffer betonte, daß dies seine persönliche Meinung sei — können aus den Parteien gewählt werden, wenn sie aber ihre Berufung« an die Regierung erhalten, dann nur als Persönlichkeiten und Männer. Es müssen Qualitätsmenschen sein, die Eindruck machen. Das ietzige' Kabinett Cuno ist das erste nach der Revolution, das sich vom Zarteidogma und -Schema frelzumachen sucht. Ich fordere Sie auf, sagte Horneffer, mit aller Energie diesen Gedanken in die Allgemeinheit hineinzutragen und die Regierung mit allen Kräften zu unterstützen in dem Streben und fortgesetzten Bemühen,
Persönlichkeiten und Männer
Die Skandinavier.
Seufunne, 27. November. (Eigene Draht- Meldung.) Die drei skandinavischen «taaten etvb enden auf Einladung der Entente Delegierte zur Teilnahme an der Lausanner Konferenz, um dort ihre Stellung in der Frage der Kaputa- lationen darzulegen.
ö h n e n und P r ä m i en, Beförderungen nach Tüchtigkeit und Bildungserweiterung von Fonds zur Ausnützung der Konjunk- ur, Bildung von Jnteressengemein- ch a f t e n mit Lieferungsfirmen der Rcichsvost und Nebergang zu einer, die Preise der Privat- produttion kontrollierende Eigenproduktion sowie größere Selbständigmachimg gegenüber dem Reichsfinanzministerium.
gebühren. Infolge der Geldentwertung will die Reichspost die Postgebühren möglichst am 15. Dezember erhöhen. Bei den Porto-, Postscheck- und Telegraphengebühren soll es sich im allgemci neu um eine Erhöhung von hundert Prozent handeln; bei den Fernsprechgebühren will man die Grundgebühr auf der bisherigen Höhe belassen; die G e s pr ä ch §- und R e b c n g c - bühr jedoch verdoppeln und die Ferngebühr um das zweieinhalbfache erhöhen.
DreOrrerttwnskrenz.
Amerika erkennt keine Sonderabmachungen an.
(Eigene D'ahtmeldung.)
Lausanne, 27. November.
In Lausanne ist entschieden worden, daß die bisherige Schweigepflicht über alle Verhandlungen der Konferenz aufgehoben wird. Den Konferenzmitgliedern ist es auch nicht mehr verboten, Preffeverttetern Informationen zu erteilen. Diese Maßnahme soll auf Betrttben des amerikanischen Beobachters auf der Konferenz, Chlld, beschloffen worden sein. — Der amerikanische Boffchafter in Rom, der als Beobachter der Vereinigten Staaten in Lausanne weilt, hat in der Konferenz an die drei alliierten Vettreter die sehr wichtige Er- ttärung übermittelt, daß die Bereinigten Staaten keinerlei Sonderabmachungen wirtschaftichrr oder territottaler Natur, die mit der Türkei getroffen werden anerkennen können. Die Vereinigten Staaten beständen unbedingt auf der Innehaltung des Grundsatzes der offenen Tür.
scheinung getreten sei, das Zusammenfas f en aller Kräfte und im Einklang mit dem Zentrumsführer Marr das Nusschalten des parteipolitischen Gezänks.
Der Abgeordnete Leicht schilderte in erschütternden Bildern die ungeheuerliche Not des Mittelstandes, namentlich des ehemaligen sogenannten besseren Bürgertums, des Hand- tverks, der Studenten, wie überhaupt der aebil- deten Kreise und der Geistig-Schaffenden. Leicht sprach sich besonders für eine Aenderuna unserer Wirtschaftsmethoden, für Maßnahmen zur Hebung der Produktivität aus. Seine Ausführungen begegneten steinendem Interesse im Hause. Leicht wurde, als er unter gleichfalls grundsätzlicher Anerkennung des Achtstundentages eine Mehrleistung forderte, von den Kommunisten unterbrochen. Er parierte die Angriffe aber so geschickt, daß er das gan-e übrige Hans auf feiner Seite batte.
Der neue peinliche Zwischenfall Müller (Bonn), der zu einer Krise in der neuen Regierung schon am ersten Tagen ihres Auftretens führte, ist damit erledigt worden, daß Müller dem Reichspräsidenten fein Amt zur Verfügung stellte und daß das Kabinett die Demission entgegennahm. Rach Page der Dinge war in der Tat eine ersprießliche Mbeitsmögli<st- feit für den netten Ernährungstmnister nicht mehr gegeben, wenngleich die schweren Anariffe der, Sozialdemokraten gegen die sonderbünd- lensche Tätigkeit Müllers durch eine Aussprache, die zwischen Müller und Sollmann in Kegen- ^sirt des Reichsiustizministers stattgefunden batte, ihrer Schärfe entkleidtt worden waren. Um aber die Arbeit des neuen Kabinetts von Anfang an nicht allzu schwer zu belasten, hat der Reichskanzler die Konseauenzen gezogen und Dr Müllers Rücktritt zuaestimmt.
Em Zwtschensvtel Hot die Rede des ebemali- gen deutschnationalen, jetzt deutschvölkischen Abgeordneten Graefe, der für das deutschvölkische Dreimännerkolleaium sprach, wäbend vor ihm Ledebour für die Zweimünner-Frattion Lede- bour dos Wort genommen batte. Graefe wurde von der Linken von Anfang an unterbrochen Man ahmte seine schnarrende Stimme noch und suchte ihn und was er sagte, ins Lächerliche zu ziehen. Müller-Franken lSoz.i betonte dann un- ter Hinweis _anf Graefes Rede und Aeußerttn- gen deuffchvölfi scher Organe die Notwendiakeit der unbedingten Auftechterbaffi'ng der Revnblff- Lchutzaefetzgebttng im Geaenfatz zu Strefemann rrm übrigen fiel Müller die Aufgabe zu. gegenüber den scharfen Angriffen von den übrigen Parteien, namentlich des Zentrumsredners. die Stellung der Sozialdemokratie bet der Krise zu retHfertigen. Eine saure Arbeit, die ihm denn auch keineMneas gelang. Müller saate. daß der eigentliche Krisenherd nicht bei der Volkspattei, sondern beim Zentrmst gelegen habe, die „Zentrumsfraktion unter Führung des Stegerwald- Flnaels. der Aararier und der Industriellen, vaste dte große Koalition unter allen Umständen. Mte eS, waS eS wolle", jetzt durchführen wollen! Die Art der Bilduna der gegenwärtigen Regierung hält Müller für keinen Fortschritt, denn waren die Fraftionen befragt worden, so wäre ttn Fall Miller dem neuen Kabinett erfbart geblieben. Der Schluß der Sitzung gestaltete sich außerordentlich stürmisch. Sollmann erklärte zu- u.nchst in einer persönlichen Bemerkung, daß Mül-
Der neue Reichspostrninister Stiegl beruft die Mitglieder des Verkehrsbeirates heim Reichspostminisierium zu einer Sitzung am 28. November zur Beratung zusammen. Zur Beratung konnnen Sparmaßnahmen der Reichspotz und Telegraphenverwckltung, ein Antrag auf Einführung von Lebensrnittel- Paketen zur ermäßigten Gebühr, eine beabsichtigte Aendcrung des Tarifsystems im Fernsprechverkehr und eine Borlage des Reichspostministeriums über Erhöhung der Porto-, Postscheck-, Telegraphen- und Femsprech-
Hinter die Negierung!
Eine Kundgebung des Biirgerbnndes.
»er So*neffe*Vo*t*aa im Diirgerbnnd am Sonnabend oeHaltete sich zu eine* Kundgebung be« Raffele* Diirgerbnnd«!», in diese* Seit de» Zusammenbruchs sich geschloffen Hinte* die übe* ben Parteien stehende neue Regierung zu Retten. Der Vorsitzende des Kasseler Bürgerbundes, Bankier Pfeiffer, setzte der starken Versamm- lung, die den großen Saal des Evang. Vereins- Hauses besetzt hielt, die furchtbare Lage auseinander, in der wir uns heute befinden. Wir stehen, so sagte er, unmittelbar in dem Zusammenbruch unseres Landes. Tausend Matt haben nur noch die Kaufkraft von 60 Pfennigen. Wir können finanziell nicht mehr weiter. Unsere Steuern sind auf eine Höhe getrieben, die keine Steigerung mehr erträgt. Die Einkommen werden bis zu sechzig Prozent genommen. Die Industrie wirft nur scheinbar hohe Dividenden ab, die nichts bedeuten gegen das in Goldmark hlneingesteckte Kapital. Unsere Industrie steht tatsächlich vor dem Zusammenbruch. Schon kann die Textilindustrie die Rohstoffe des Auslandes nicht mehr kaufen. Es droht Arbeitslosigkeit mit all dem Elend, das zwingend die Folge davon ist. Zn diesen trostlosen Zuständen tritt der Druck von Außen. Immer unverschleierter erkennen wir die französischen Absichten: Der Rhein soll Frankreichs Grenze sein! Unter diesem inneren und äußeren Druck m ü ß t e sich das ganze Volk zu einem Block zusammenschmieden, an dem jeder Feind zerschellt, und statt dessen sehen wir Parteien, die sich wütend bekämpfen und die Vorgänge in Bayern lassen ein Zerreißen des Reichs befürchten. Höchste Zeit ist, daß alles getan wird, um eine Besserung herbeizu- uhren, das Volk wieder zusammenzusaffen und Einigkeit und Geschlossenheit in un- er politisches Denken zu bringen. Und nun? Diese Frage erörterte, nachdem Pfeiffer gesprochen,
Rerchspost Neuorganssatwn
«ine Denkschrift aus Bayern.
(@igenc Drabtmelduna.l
München, 27. November.
Der Vorsitzende der Fraktion der bayerischen Volkspartei, Abgeordntter Held, hat als Mitglied des VerkehrsbeiraieS der Reichspost eine Denkschrift ausgearbeitrt über die innere und nutzere Organisation der Reichspost. Diese Denkschrift soll grundlegend für die tun Dienstag stattfindende Sitzung des Verkehrsbcirates der Reichspost sein. Held macht zahlreiche V o r - chläge für die Verminderung des Defizit s der Ausgaben. Er faßt seine Denkschrift m fünfzehn Anträge zusammen, in denen geordert wird, den Satz des fchematisl^n Acht- tundentages zu ändern. Uebergang von der Entlöhnung nach der Zeit zur E u t l ö h nach Leistungen, Einführung von A k Ii - ~ - - ---
vetroleum-Äntereflen.
Lausanne, 27. November. (Eigene Draht- meldung.) In Kürze wird auf der Wirtfchafis- konferenz die Frage von Mafful zur Sprache kontmen. Man sieht infolgedessen sowohl in Lausanne wie in Bern und Genf Vertreter
Kasseler Neueste Nachrichim
Kasseler Abendzeitung
ausfindig zu machen. Wenn wir keine solchen Führer haben, so liegt das daran, daß wir nicht bewußt die Genies aus der Linie genommen haben, wie es beim Generalstab der alten Armee gewesen ist, der, weil er von der Kleinarbeit bereit war, Großes leistete. Wir brauchen in Zukunft einen politischen General st ab, eine politische Behörde, eine Staatsmän- ner-Akademie, eine Politik auf wissen- chaftlicher Grundlage. Es geht nicht an, daß, wie es seit der Revolution geschehen ist, der Dil- lttautismus auf den Thron erhoben wird. Wir . .. ...— —............... „,lHV. brauchen ein geschultes und tüchtiges Beamtenkommen. Benesch hat bic Absicht, das zwifck-n mit weitem Blick, das Fühlung mit der Beden Balkanvölkern getroffene Ekkernng hat, in dem sich Persönlichkeit und
m e n auszudehnen und bSt X Gesamtheit verbinden. Jetzr fft der Augenblick
vor allem n«, Vern * Ftrt: b“6 ssekommen, wirkliche Reformen in die Weae zu
vor allem von dem bulgarischen Autzenmimster leiten! Weiter erklärte der Redner, daß Revo
lutionäre nicht schöpferisch fein können und betonte: Alles Große wächst nur im Zusammenhang mit der Tradition! Die Forderungen Hor- neffers gingen dahin: Uebetzbrückung der Gegensätze zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Mehrleistung durch Beseitigung des sch e m a t i« scheu Achtstundentages und Schaffung des deutschen Einheitsstaates. Das deutsche Reich muß zum zweitenmale gegründet werden. Das letzte Heil erblickt Horneffer in der Beseitigung des Versailler Vertrags und in der Bildung der Vereinigten Staaten von Europa obn-- England. Wir müssen den Dolchstoß dieser
tranensvotum durch die „Billigurigsforrnel" Aussprache und Abstimmung wiesen wesentlich neue Punkte nicht mehr auf. Gleichwohl waren einige Reden zu vernehmen, die über den Rahmen solcher politischen Aussprachen sich weit erhoben. Das gilt zum Beispiel für die Rede des Deutschvolksparteilers Strefemann und des Führers der Bayrischen Volkspartei Leicht. Strese- mann nahm gegenüber den Wirtschaftlern kein Blatt vor den Mund. Er bedauerte, daß nicht mehr solche Persönlichkeiten dem Beispiel Cunos gefolgt seien. Er wandte sich mit aller Schärfe gegen diejenigen, die sich vor der Verantwortung drücken, wo sie immer auch sitzen, und er forderte gerade von den Besagten die vollste und rückhaltloseste Pflichterfüllung. Er würde jeden Minister, der nicht das Letzte einsetzen würde, um die Währung zu heben, einen Verbrecher bezeichnen. Großes Aufsehen machten die Ausführungen Stresemanns, die sich in der Richtung der Anregung bewegten, die sogenannten Republik-Schutzgesetze .aufzuheben und die freie Entwickelung wieder herzustellen. Die damalige Verabschiedung dieser Gesetze hält er für einen politischen Akt, der notwendig gewesen sei, und zu dem er sich auch heute noch bekenne. Lärmende Zwischenrufe von links unterbrachen hier Sttesemann, man hörte die Rufe: „Fragen Sie mal Helfferich!" Und man hörte Hinweise auf neue drohende Rechtspuff Strefemann fordert anaefi
einer so