13. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 953
Freitag, 12. Zarmar 1923
Nummer 9
Fernsprecher 951 «Md 953
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Meier Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Las Ruhrgebiet ist von Frankreich besetzt!
Das kleine Frankreich.
Live „grande nation“ ?
Es gab eine Epoche in der Weltgeschichte, in der Frankreich sich die „grande nation" nannte. „Groß" war diese Nation nie! Sicherlich nicht in ihrer Gesinnung, in ihrem Charakter und in ihren Absichten. Wenn nur äußere Faktoren als Maßstäbe gelten sollen, so war sicher das Frankreich eines Napoleon eine „große" Nation. Es verschlägt dabei nichts, daß dieses damalige Frankreich wirklich Kriege provozierte, Kriege starte, Eroberungen und Gewalttätigkeiten über ganz Europa vollführte, um, räumlich gesehen, „groß" $u werden! Da die damaligen Zeiten andere waren, da man sich noch im Zeichen wirklicher Kultur befand, hat man Frankreich die damalige« Missetaten großmütig verziehen. Und der Wiener Kongreß und der spätere Vertrag von Paris haben Frankreich nicht zur Rechenschaft gezogen, haben ihm keine untragbare Entschädigung auferlegt, haben nichts gewußt von „Sanktionen und Pfändern", haben es weit von sich gewiesen, ein besiegtes Volk zu knechten und zu versklaven. Wenn man sich dre Vorgänge von damals vergegenwärtigt und sie mit den im Vertrag von Versailles geschaffenen Dingen vergleicht, dann sollte man meinen, man wäre in der Zeitrechnung nicht vorwärts, sondern um ein Jahrhundert rückwärts geschritten. Aber eine derartige Annahme wäre beleidigend für unsere Vorfahren, denn sie hoben sich wirklich großmütig und edel erwiesen, selbst gegenüber einem napoleonische« Frankreich, das sich ganz Europa zum Söldner machte, um deffen Grdßmachtsvläne willen Hunderttauleude ihr Leben lassen mußten. Tie „große Nation" ruht fürwahr auf einem Fundament, das von einem Meere von Mut und Tränen umspült wird!
Der Traum von der „grande Nation" läßt ober das heutige Frankreich nicht schlafen. Was indessen ist ein Poincarö gegenüber einem Napoleon! Ein quakender Frosch, eine Flieg« im Netze der Weltgeschichte, die keine andere Aufgabe kennt, als die feinen Maschen und Adern durch blindwütiges Gesiramves zu zerreißen. Und was ist die französische Ration von beute? Wahrhaftig keine „große", ein Gemisch von Großmannssucht und Kleinlichkeit, von Haß und Anmaßung, von Begier nach fremdem Gut aus Aergar darüber, einem trägen Rentnerleben unliebsam entrissen worden zu sein. Gott sei Dank gibt es im französischen .Volke noch anständige und ehrbare Kreise und Schichten, die nur mit Aerger und verhaltener Wut den Irrwahn der amtlichen Politik verfolgen, die aber keine Macht und keinen Einfluß haben, »m ihre Auffassungen durchzusetzen.
Und nun schickt sich die „grande Nation" an, ihre größte Heldentat zu begehen, die ihre Geschichte kennt: Unter dem Schutz von fünf französischen Di v i s i o n r n, verstärkt durch ein belgisches Detachenrent, ausgerüstet mit Flieger- und Tank-Geschwadern, mit Kanonen und Mörsern obne Zahl, mit Gasen und chemischen Kriegsmitteln, geeignet, ganz Europa zu vergiften, sollen französische Ingenieur« ins Ruhrrevier einrücken. Zwar war der Einmarsch noch um kurze Zeit entweder aus taktischen oder politischen Gründen verschoben worden, aber die Besetzung ist hente erfolgt.. Das deutsche Volk wehr- und waffenlos, tote es ist, siebt diesen glänzenden „Sieg" der „grande nation" an als bas. wa? er ist. als eine freche, niederträchtige, räuberische Tat. Und die Franzosen werden es bei ihrem Einmarsch schon merken, daß die Be- völkermm der betroffenen Gebiete ihre Empörung und ihre Verachtung solchen Vertretern einer „grande nation" ganz unverhohlen ins Gesicht schleudert. Gegen einen Feind, der über- bauvt nicht Vorhand en ist. gegen eine Einwohnerschaft, die keine Waffe hat, schickt das „große" Frankreich eine oanze Armee, mobilisiert es seine Truppen von Köln bis Basel, macht es Kriegs- vorbereitungen im Rheinland und bi der Pfalz, üch fm z'Mt Vorstoß über Frankfurt mit dem ganz offenen Ziele, den Norden von dem Süden des Reiher zn trennen, llnd das alles, weil vierzig — saae rmd schreibe vierzig! — französische Bergwerksingenieure zur „Kontrolle" der strrhTbcrgwerke geschickt werden sollen!
Aber die französische Presse ist sehr nnvor- sicktig: Sie spricht es ietzt schon klar und deut- lich aus, daß die französischen Generalstäb- l er mit dem -Gedanken der nur „wirtschaftlichen" Oftuvation abfolut nicht einverstanden seien, das ihre Plane viel weiter ginnen. Und schon hört man zur Beschwichtigmrg sagen: Der Gedanke der wirtschaftlichen Okkupation ist ja mrs- gegeben! — Aba! — Denn er sei „undraktssch". praktischer freilich sind die Pläne des Generals Fach der schon längst danach drängt, seinen Säbel bis Bersin tragen zn bürgen, Und dessen Anhänger sich immer noch in dem Gedanken wiegen, die Ma iw - 8 int e militärisch zu besetzen und über den Süden des Reiches ein Protektorat zn errichten, den Norden aber zu erdrosseln und zu einer Sklaven-Kolonie zu machen! Und das ge
schieht also von einem Frankreich, das Angst vor einer SoldatemNütze hat, die auf dem frischen Kopf eines rheinischen Junge« fitzt, von dem Frankreich, dessen bis an die Zähne bewaffneten Soldaten vor der Feuerwehr erschrecken.
Eilügkett in Deutschland.
Regierung «n» Reichstag. lBrivat-Lrltzgram«)
Berlin, tt Januar.
Zu Sonnabend dieser Woche wird der Reichstag einberufen. I« dieser Sitzung wird der Reichskanzler eine Antwort auf die Rede PoincaräS geben. Blau nimmt an, daß die Parteien fich aus kurze Erklärungen beschränken werden. Die Aussprache im Auswärtigen Ausschuß hat ergebe«, daß innerhalb der Parteien weitgehendste Nebereinstim- mung herrscht über die Maßnahmen, die von der Regierung gegenüber dem stanzösischen Bormarsch in Aussicht zu nehme« find. Abseits werden sich nur die Kommunisten und »oraus- ichtlich die Deutsch-BSMschen halten. — Die Reichsregierung hat die deutschen Vertreter im Auslande angewiesen, fei den fremden Regierungen unter eingehender Darlegung der Sach- und Rechtslage gegen die verttagS- »nd völkerrechtswidrige Gewaltpolitik Frmck- reichs und Belgiens Verwahrung einzulegen. — Botschafter Dr. May er ist telegraphisch angewiesen worden, die Geschäfte an den Bot- chasterrat abzugeben und Paris zu verlassen. Eine entsprechende Weisung hat der Gesandte Dr. Landsberg in Brüssel erhalten.
Dr. Luther in Essen.
Essen, 11. Januar. (Privattelegramm.) Der frühere Essener Oberbürgermeister, Reichsernährungsminifier Dr. Luther, ist in Essen efngetrof fen. Gestern abend sand im städtischen Saalbau eine Kundgebung der Bürgerschaft gegen die drohende Ruhrbesetzimg statt. Dr. Luther wird fich mehrere Tage hier aufhalten. Die verbreitete Nachricht, daß mit seinem Rücktritt als Reichsernähnmgsminister zu rechnen sei, wird dem „Berliner Lokalanzeiger" von zuständiger Stelle als unzutreffend bezeichnet.
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Die deutschen Ävllbsamien.
Berlin, 11. Januar. (Privattelegramm.) Die Nachricht, daß die dNttschen Zollbeamten an der deutsch-luxemburgischen Grenze durch französische Gendarmerie ersetzt worden seien, entbehrt seder Begründung. Die deuffchen Zollbeamten find nach wie vor auf ihrem Posten.
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Rwutanlndustrie und Rtryrvrsstzung.
Berlin, 11. Januar. (Privattelegramm.) Rach einer Meldung eines Berliner Abendblattes sollen fich die Führer der Montanindustrie beim Einmarsch der Franzosen auS dem Ruhrgebiet zurückziehen. Rach unseren Erttmdigun- gen ist das falsch. Sümüiche Führer der Industrie bleiben an Ort und Stelle. Ebenso die Ehefingenieure der großen Werke. Es ist auch keine Rede davon, daß durch die Kündigung und Verlegung des Kohlensqndikats etwa eine Rückkehr zur freien Kohlenwirtschaft beabsichtigt ist. Der Reichskohlenkommissar wird seine Befugnisse genau wie bisher von Hamburg aus ausüben. *
Die Kruppschen Arbeiter.
Essen, H. Januar. (Privattelegramm.) Wie wir erfahren, hat der Betriebsrat der Kruppschen Werke nach einer eingehenden Besprechung der Lage besckfioffrn, die Arbeit in den Kruppschen Werken weiterz« führe«. Sollte« jedoch die Franzosen die vorgesehene Ueberwachungskommisfion einsctzen und durch di- geplanten Maßnahme« den normale« Ga g der Arbeit stören, so wird der Betriebsrat die Parole auSgeben, daß die Ar- beit «iederzulegenist.
Die Haltung der Alliierten.
Englands Kabinett und die Börse.
(Eigene Drahtmelduna.1
London, 11 Januar.
Die heutige Sitzung des britische« Ku- binetts wird die bedeutsamste sein, feit Bo- nar Law die Regierung übernommen Hal Lord Derby und Minister Amerh find auf dem Wege vom Kontinent nach England begriffen, um an der Sabinettssttzung teilzunrhmen. Es werden in folgende« Punkten Entscheidungen getroffen werden müsse«: 1 Zuffinstige Haltung Englands zur Reparationsfrage, 2. Haltnng
gegenüber dem Borgehen Frankreichs und die Möglichkeft eines Protestes, 3. Das Verbleiben oder die Zurückziehung der englischen Truppen in den Rheinlanden, 4. Die Vertretung Englands inderReparationSkom- m i s s i o n. — AIS Folge der Ungewißheit in der politische« Lage zeigte sich an der Londoner B ö r s e ein scharfer Fall Ser kontinentalen WSH- rungsarten. Die deutsche Mark erlitt bei Eröffnung der Börse eine« neuen Rekordtiefstand von 50000 für ein Pfund Sterling, später erholte sie fich jedoch wieder etwas und noNerte am Scklutz der Börse mit 46 000 Marl Auch der ranzösische Frank erlttt eine ähnliche Abschwächung. Er notierte anfangs 70 für ein Pfund Sterling und erholte sich ebenfalls später um ein Geringes. Die belgische und italienische Währung bewegte fich in gleicher Linie und lag zum Schluß der Börse weseut- lich schwächer als vorgefier«.
Das Ruhrgebiet ist besetzt!
®te Franzosen find vorgerückt.
ltzrivat-Telearam«.)
Esse« (Ruhr), 11. Januar. (10 Uhr vorm.)
Die Franzosen marschieren in drei Marschkolonne«. Die eine bewegt sich in der Richtung BorbeckOberhansen. Die Spitze hatte kurz «ach 9 Uhr Oberhausen erreicht. Die mittlere Kolonne hat die Richtung DuiS- burg-Mülheim an der Ruhr zum Ziel. Die drttte bewegt fich über Kettwig «ach Essen, treffen Stadttreis kurz nach 9 Uhr erreicht worden ist. Diese Marschkolonnen sind vollkommen feldmarschmäßig ausgerüstet und zähle« sechs- bis fiebeutausend Mau«. Es handelt fich u« keine wirtschaftliche Maßnahme, sondern um eine gänzlich militärische Mion.
Die Besetzungs-Krise.
Line frauzöfischs Note.
(Pttvat-Lelegramm.)
Berlin, 11. Januar.
Gestern haben der französische und belgische Botschafter in Berlin dem Reichskanzler die sran- zöstsche Note überreicht. Dari« wird gesagt, daß wegen deutscher Verfehlungen bei der Lieferung von H o l z und Kohle eine Mission von f r a n- zösischen, belgische« mit» italienischen Jug-nieure« nach dem Ruhrrevier enffandt fei, um die stritte Durchführung des Reparationsplanes zu sichern. Es wird weiter behauptet, daß es sich nicht um eine militärische Maßnahme handelt, auch nicht um eine politische. Die Entsendung von Truppen erfolge nur, um die M i ssi o n z « sch ü tz e «. (?) ES solle« keine Veränderungen im normalen Leben der Bevölkerung eintreten. Die Entente rechne aus den guten Wille« der deuffchen Regierung und der deutschen Bevölkernng. Nur im Notfälle sollen militärische Maßnahme« ergriffen werden. Die Mission soll auch Vollmachten zur Untersnchupg von Fa- brikunternehmen und eine Vollmacht über die Kohlenverteilung erhallen. (?)
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Dreistes Auftreten der Franzosen.
Esse«, 11. Januar. (Privattelegramm.) Die Franzosen habe« zwischen Düsseldorf und Duisburg vier Divisionen Mfammengezogen. Der gröOe Teil der Truppen stammt aus dem besetzten Gebiet. Aus den Zechen freien sie französischen Sohlcnkommisfionen sehr scharf auf. Insbesondere bemängeln sie die Gewichte, von denen sie behaupten, daß sie zu gering seien. Ebenso wollen sie nur reinste Kohle ohne Zusatz von Stein haben, was technisch natürlich überhaupt nicht durchführbar ist.
SurtWtöuna der Amerikaner.
Koblenz, 11. Januar. (Privattelegramm.) Eine Meldung aus Washington bestätigt, daß die Regierung der Bereinigten Staaten nunmehr endgültig ihre Trüppen aus dem besetzten Rheinlande ebberufe. Die „News Ageuee" fügt hinzu, daß deS Militärtransport. schiff „St Mihiel" den Befehl bekommen hat, heute von Newtzork abzufahren, um die letzten Truppen, es mögen etwa noch 1500 fein, auS Europa zurückzuholen.
greife und Gewinne.
Reue Grundsätze.
Heber die Frage, welche» Lewin« der Rauf- macn an «einem Warenverkauf erziele» darf, sehen die «afwtzren weit «nseinauder. z»r nachfreheilde» Betikhl werde» die »eite« Richtlinien ansfiihrlietzer i>e!»r»-Äen:
In der letzten Sitzung der Hmrdelskanmier zu Berlin wurde über die Entscheidung res Reichsgerichts vom 19. Dezember und die Richt- linien des ReichSwittschastsmimsters vom 16. Dezember berichtet. Vom Reichsgericht wtr» festgestellt, daß ein Preis, der sich in den Grenzen des regelrechten Marktpreises Mß, keinen übermäßige« Gewinn enthält, daß allerdings bei einer Notmarkt läge die Sache anders zu beurteilen fei. Eine bloß« Steigerung der Gestehungskosten infolge der Geldentwertung reiche aber noch nicht aus, eine Notmarktlage als vorhanden anzusehen. Nur lvenu dadurch die Warenzufuhr aus dem Aus- laud verhindert sei und ein Mißverhältnis zwischen Angebot und Nachstag« eintrete, könne eine Notmarkttage entstehen. Der Umstand, daß einzelne Waren wegen ihres hohen Preises nur noch wenigen Volksgenossen zugänglich seren, begründe keine Notmarktlage. Als regelrechte Marktpreise sollen nach den Richtlinien auch Verbandspreise gelten, wenn sie auf den durchschnittlichen Gestehungskosten beruhen, dagegen nicht, wenn die Gestehungskosten der ungünstig arbeitenden Betriebe zugrunde gelegt werden, um sie durchzuschleppen.
Mn übrigen können für Waren aus dem Ausland oder solche, die überwiegend auS ausländischen. -Rohstoffen hrrgestellt werden, sowohl nach beiss'reichsgerichtlichen Urteil, wie nach den Richtlinien die Verkaufspreise dem jeweils amtlich notierten Kurs des ausländischen Geldes angepacßt werden. Für die inländischen Gestehungskosten solcher Waren und füt Jnlandwaren darf die Geldentwertung ittcht nach dem Kurs des ausländischen Geldes, sonder« nur nach der i n n e r e n K a u s- kraftderMärk berücksichtigt werden, sowohl nach dem Utteil wie nach den Richtlinien soll dafür der Inder der durchschnittlichen Lebens- haltungskosteN, der vom Statistischen Amt allmonatlich festgestellt wird, maßgebend fein Die Aenderungen des Geldwertes, die sett der letzten Veröffentlichung deS Inder eiutreten, darf der Kaufmann schätzen, wobei die Behörden über geringe Preisdifferenzen, die sich dabei notwendi- gerweffe ergeben, binwegsthen können. Für denfeniqen Teil des A u f s ch l a g s aus den Ein- kaufspreiS, der die Vergütung sirr die TSttqkett des Geschäftsinhabers enthält, und für deinem« gen, der als reiner Gewinn zur Vermehrung de» Kapitals dient, soll iedvck nicht der Inder, son- dem die durchschnittliche Einkommensvermehrung maßgebend sein
Den Wi-derbeschsssungSpreis der Bemessung d-8 Verkaufspreises zugrunde zn legen, bat außer im Falle eines regelrechten Marktes sowohl das Reichsgericht wie der Reicks- Wirtschaftsminister abgelehnt. Obwohl die Geldentwertung jedenfalls theoretisch in der Rechtsprechung des Reichsgerichts bereits Beruck- sichttatmg gesunde« hatte, begrüßt es di« Berlr- ner Handelskammer als einen Fortschritt. daß man sich allgemein über die Schädigungen klar geworden ist. die eine e ngh e r zi g e Auslegung der Breistreibereiverordnunq nicht nur den Gewerbetreibenden, sondern vor allem der Allgemeinheit zufügen. Freilich leide di« Vesiandluna des Prcistteiberrivroblems viel zu, sehr unter dem Gesichtspunkt, alS ob es sich da- bei nur um Jnteressenkonfliktt zwischen Verbrauchern und Gewerbetreibenden handelte, während in Wahrheit die Interessen der gesamten deutschen Volkswirtschaft in Betracht kommen. Nach wie vor hält die Handelskammer daran fest, daß die Vettttteilimg des Kausinanne? wegen Preis- treiberei nicht mebr wie bisher vom richterlichen Ermessen abbänaen darf, sondern daß objektive Tatbestände geschaft fen werden müssen. Weiter, daß auch die Vrtts- tresbereiverordnung die deutsche VolkAvirffchaft nicht daran hindern darf sich das zur Vermr- gung wr deutsch m Bevölkerunr unentbehrliche Kapital zu erhalten, da sonst das Kapital des britischen Kaufmannes zum Teil durch ausländische Kavitäffm ersetzt werden muß. Auch die neuen Grundsätze nähmen daraus nicht genügend Rücksicht. Im übrigen toetft die Handelskammer daraus hin .daß ,dir Preistreiberei- Verordnung nicht der Ort sein kann, wo die Karttklpolitik erledigt werden kann: vielmehr müsse diese Angelegenheit für sich behandelt werden. Zn diesem Zweck wurde sie dem Jndustne- ausschuß der Handelskammer überwiesen.
Für Srn Anschluß Oesterreichs.
Eine Kundgebung in Essen.
Man berichtet uns aus Essen an der Ruhr- Zu einer gewalttgen Kundgebung batte in Essen der Deutsch - Oestcrreichisch« Lutz- eingeladcn.