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Hessische Abendzeitung

Nummer 15

Fernsprecher 951 «nd 952

FreLLag, 19. Zarmar 1923

13. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

2;ie Safje.tr S.euesteuAachrichta, erscheinenwöchentlich sechsmal und zwar abends. Der AbouuementrpreiS beträgt monaUtd) 750. Mark bei freier Zustellung ins Haus, in der Geschäftsstelle abgeholt 740. Mark monatlich. Auswärts durch die Post bezogen 750. Mark monaüt4 etnschl Zustellung. Bestellungen werden jederzeit entgegengenommen. Druckerei, llerlag und Redaktion-. Schlachchofftratze 28/30. Für unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des BezugSgeideS oder Ansprüche wegen etwaiger nicht vrdnüngSmäKiger Lieferung ausgeschlossen.

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Feste Haltung auf deutscher Seite.

nut

immer mehr Truppen m BerÄlschast HMeu muß. Diese Truppen aber muß Frankreich wiedermn allein befahlen. Frankreich erwachsen also durch die Ruhrbesetzung nur Kotten, die kei­ne Deckung haben. Und dadurch wiedermn wird der französische Kredit getroffen, weil notwendi­gerweise die Finanzen in Unordnung kommen müssen. Wenn das auch eine Zeit lang bemän­telt Werden kann, im Interesse der Poinearö- schen Glorie bemäntelt werden muß. so muß die Zeit kommen äse Klarheit und Wahrheit bringt. Und das ist der Zeitpunkt, aus den wir ye war­ten haben.

Es beißt folglich Mr Deutschland aus-alten, dnrchhalten. Dark sein. Wenn attcb die Rot an die Türen klopfen wird, wenn das Leben teurer wird, die Einnahmen nicht mebr mit den Aus­gaben in Einklang gebracht werden können, so haben wir doch den Kob? hoch zu halten. Dies­mal arbeitet die Zeit für uns. Die Regierung wird die Aufgabe haben, alles anzuwenden, um dem Volke das Leben zu erleichtern. Sie muß nicht nur dafür sorgen, - jetzt jeder Wucher, der als Feind zu betrachten ist, mit allen Mit­teln bekämpft wird. Man kann mit den Sozial­demokraten übereinstimmen, die solche Forde­rungen an die Regierung richtet. Denn nur dann wird Deutschland durckhalten können. Der

Der femöSSche Zwang.

Milliardenfordorungen an Bettzeug.

(Privat-Telegrannn.)

Düsseldorf, 18. Januar.

Zur Versorgung der belgischen Besatzung mit Bettzeug sind bis zum 1. Mai d. I. gro­ße Mengen Matratzen, Bettladen und Wolldecken im Gesamtbeträge von vorläufig anderthalb Milliarden Mark angefordert worden, um­fassend 40000 Matratzen für Unteroffiziere, be­sonders feine mit Wollfüllung versehen, 100000 Bettladen und 60 000 Decken. Die geforderte Zahl der einzelnen Gegenstände ist so groß, daß au jeden Kopf der belgischen Besatzung im Rhein­land mehr als zwei Matratzen, vier Bettladen und drei Wolldecken entfallen werden. (!)

nes Sitzes auch seine Registratur und sein Akteu- material utttnimmt. Amtliche Einwirkung oder Mithilfe hat dabei nicht stattgefunden.

Beschlagnahmungen.

Essen, 18. Januar. (Privattelegramm.) Von amtlicher französischer SZte wird mitge-

SLMLMgwahme in

®ie Lags im Ruhrgebiet, (Eigene Drahtmelvung.)

London, 18. Jammr.

noch ein unverkennbarer Pessimismus lebt, e s könne doch schief gehen. WäS dann? Diese Frage wirb nicht offen erörtert, sie würde den Glauben der Masse an Pckncar^ WeiMick ttü-ben, deshalb hört man vok diesem Mas dann?* nttr zwischendurch und muß Biermt8 be­stimmte Schlüsse ziehen. Erst wenn die Beset­zung des ganzen Ruhrgebiets beendet ist, wird sich Herausstellen, fiir uns und Mr Voincütch wie die Dinge sich Wetter erttwickeln werben. Ist VoincarS ehrlich, so wird er zugeben, daß seine Aktion ein Mißerfolg war und zum Rück­zug blasen otzer versuchen, durch direkte Ser» Handlungen, die in eiste unanffSlltoe Form gekleidet werden, mit Devsschkänd zu einem Aus­gleich zu kommen. Hier steht ihm aber die d e u t- sche Erklärung getzenssver, daß sie einmal mit Frankreich nicht verhandeln würden, solange der Rechtsbruch nicht gutgemacht ist also so lange die Besatzung aus dem Rubrotzbiet nicht zurückgezogen wird, sodann aber will Derttsch- land nur mit der Entente, also mit allen Ver­sailler Vertraaskontrcchenten gemeinsam verban­deln. Und es bliebe Poincar«r, der anderseits auch ein Aufleuchten in Frankreich befürchten müßte, nichts Wetter übrig, als seinen Weg wei­ter zu gehen und selbst wenn sich ein offenbarer Mißerfolg herausstellt, diesen in einen Erfolg umzugestaltcn.

Auf jeden Fall läßt sich heute schon voraus­sehen, daß Frankreich keine Lorbeeren im Ruhr­gebiet ernten wird, daß sich der Mißerfolg ein- stellen mutz. Frankreich kann unmöglich die Reparationskohle in vollem Umfange erhalten. Es muß ferner diese Kohle bezahlen, denn di- Arbeiter werden ohne Bezahlung, selbst wenn die Kohlen beschlagnahmt werden, nicht arbei­ten. Die deutsche Regierung wird alles Not­geld, das Frankreich schaffen sollte, ableh- n en, und wahrscheinlich werden eS die Arbeiter auch tun. Ter Mißerfolg wird noch fühlbarer für Frankreich, weil es, fe weiter es vordringt, :

Mißerfolg Frankreichs ist gewiß, es kommt auf uns an. ihn zu beschleunigen, es kommt auf die Festigkeit des deutschen Volkes an, einen Sieg, ohne Waffen, über das bewaffnet^ Frankreich und seine Machtpoltt'ck zu erringen. ',

lische Kabinett wird, wie in offiziellen Krcifen versichert wird, heute zu einer wichtigen Sitzung zusammentreten, um die gzDenwörtige europäische Lage, besonders die im Ruhrgebiet, zu beraten. Der Korrespondent der Reuter-Agentnr im Ruhrgebiet gibt der Meinug Ausdruck, daß die Franzosen große Mühe haben werden, sich die gewünschten Kohlenmengen zu verschaf­fen. wenn die Zecheribesttzer aus ihrer Weigerung Metren, Reparationskohle nicht zu liefern. Ter englische Arbeiterabgeordnete Buxton begibt sich heute i« das Ruhrgebiet, um den deutschen Sozialisten die Sympathie der eng­lischen Arbeiterpartei auszusprecheu. DerB. Z."-Korrespondent erfährt an maßgebender Stelle, daß es S t i n n e s gelungen sei, von einer Gruppe Londoner Banken einen Kredit von zwei Millionen Pfund Sterling zu erhalten zum Anlauf von 1% Millionen Tonne« Kohlen.

Anter Sem Zwang

Es muß ei« Mißerfolg werde».

Feste HaMllg Dee Zechen.

Dis Weigerung der Direktoren.

«Eigener Trahtbericht.)

Essen (Ruhr), 18. Januar.

Die in der vorgestrigen Düsseldorfer Ber- fammlung den Franzofen gegenübergetrete- neit Vertreter der Zechen haben gestern der DefatzungSürhörde Erklärungen abgegeben, die jeder einzelne Zechenvettwter mit feinem Na­men unterzeichnet hat und in der es unter an­derem heißt:Der Unterzeichnete bekennt sich zum Empfang der von dem Genemlinfprftor Herrn Toste erteilten Anordnung vom 15. Ja­nuar 1923, in der der Befehl erteilt wird. Unver­züglich zur Ausführung der Kohlen- und Koks- lieferungen im Rahmen des Reparations-Pro­blems zu fchrette«. Demgegenüber erklärt der Unterzeichnete: Der Herr Reichskohlen- kommissar hat unter Androhung von Ge­fängnisstrafen den ausdrücklichen Befehl an alle Zechen des Ruhrgebietes erteilt, keinerlei Brennstoffe an Frankreich ober Belgien zu liefern. Ich kann ans diesem Grunde dem von Herrn Generalinspektor Coste erteilten

Befehl «icht Nachkommen.

Dor einer malischen Mion?

Lontwu, 18. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) In amtiiAen englischen ffreifen ruft die Lage, Wie diePall Mall" berichtet, immer größere Beforgnis hervor und man sei der Neber- zeugung, daß der Vormarsch der Franzosen zur Katastrophe führe. Die Ansicht gewinnt ständig an Boden, daß eine endgültige A k ts o u der bri­tischen Regierung nicht mehr lange verschoben werden, Sune, wenn eine durchgreifende Aend:- rung in der Gesamtkage eintritt. Donar Law be­faßt sich ununterbrochen mit der Lage. Es werde ernstlich bezweifelt, ob Frankreich eine er­niedrigende Niederlage seiner Politik ver­meiden könne»

Mtt den^>auptindustriestLdt»n Essen, ®elfen» klrchen, Bochum, Dortmund ist der größte Teil des Ruhrgebietes in den Händen der Feinde. Mit einer Willkür ohne Gleichen wird auch schon regiert. Die Requisition der Kohlen ist an. gedroht, und man hat teilweise auch schon mit chr begonnen. Die Nequisitionsscheine für Kohlen wie für die Löhne der Arbeiter werdm der deutschen Reichsregierung vorgelegt. Mlt Dortmund haben die Franzosen den gewal­tigen Mittelpunkt der Elektrizitätsversorgung fiir das ganze Ruhrgebiet in Händen. Die seitheri­gen französischen zivilen Kontrollen, auSgesthrt durch die Jngenieurkommisston, ist nun abgelöst durch die Militär-Diktatur des Generals De- goutte. So sieht die .friedliche-- Aktton aus! Jn- zwrscyen sind auch schon Zusammenstöße erfolgt, die, tote beispielsweise in Bochum, zu Dlritver- gleßen und Todesopfern geführt haben. Gegen singende junge Leute und Arbeiter ließen die Jranzozen Maschinengewehre prasseln. Und wirtschaftlich kommen wir nachgerade in eine un- ^^are Lage. Die Mark sinkt ins Boden- lo fe Wahrend der Dollar noch anr Läge dec RuSrbesetzung um 10000 herum schwankte, hat er nun, nach wenigen Tagen, einen Kurs von lrber 18000 erlangt. Die Mark ist auf den vier- tausendfien Teil ihres Frriedenswertes ges'.mten. Mrt anderen Worten: 4000 Papiermärk von cilter einzigen Mark vo-r früher Dre Wirkungen für unsere ganz- Lebenshaftuna toerben druckend sein. Frankreich rüstet sich so- gar zu neuen Schlägen. Die Revarcttions- kommissioN soll nun weitere vier .Verfehlungen" feststellen. Und zwar einmal weaen der Einktel- luug der Kohlen liefen,ngen. sodann der Vieb- nnd Pflastersteinlieferungen und sonstiaer Sach­leistungen. Auf Grund dieser netten Verfthlun- ßen soll das ursprünaliche Pfänberprogramm Poincar^S noch erweitert werden. Man will dos ganze WirtschaftsaeSiet der Rhetnlande und Westfalens samt Forsten und Domänen in fran- zosiiche Gewalt bringen. Man will die sämtli­chen ReichseinWnste jener Gebiete selber erbeb-n Im Ruhrgebiet will man eine eigene Münte schaffen und bis dahin die Gemeinden zur Aus­gabe von Notgeld zwingen, daS Deusschland wieder etnzulösen hätte.

des Ruhrreviers, die im nächsten Jahre ihren siebzigsten Geburtstag begchen kann. Rings um die Stadt rauchen hohe Schlote, dröhnen Ma­schinen, flammen Feuer, drehen sich auf den För­dertürmen die Seilscheiben. Arbeit, schwere Ar­beit, wohin man blickt. Heere von Arbeitern, die Leim Schichtwechsel durch die Werktore flu­ten; dichtgedrängte Scharen von Menschen in den Hauptverkehrsstraßen der Altstadt, vor den Aus­lagen der großen und kleinen Geschäft«, die selbst in so schweren Zeiten wie jetzt voller Käufer sind. Es wird Geld Verdient in Bochimt, wie in aßen diesen Industriestädten. So mancher Kaufmann, der zu Beginn tret neunziger Jahre jung einen kleinen Laden auftat, konnte sich mit vierzig Fahren zur Ruhe fetzen und seinem Nach- rolger ein prächtiges, modernes Kaufhaus über­geben. Das Geld flutete hier schon in den Tagen der Goldwährung, da auch der Pfennig noch eine Rolle spielte; tote anders heute, da die Tau- wndmarkicheine nur so fliegen! Wie sieht eine Stadt tote Bochum ans? Man glaube nicht, ihren Reizen mit. den üblichen Begriffen von .schon" oderhäßlich" beikommen zu können. Im Grunde ist Bochum weder häßlich noch schön; es ist nuchter n, zweckmäßig es ist, tofcttn man will, imposant. Und deshÄb G die Stadt gewiß nicht weniger sehenswert als so manche alte, bei» träumte, mit mittelalterlichen Giebeldächern reich versehene Stadt in weniger rußigen Gauen des deutschen Vaterlandes. So, tote Bochum, sind ene amerikanischen Großstädte, dktz innerhalb weniger Jahrzehnte aus dem Nichts emporae- toadffen sind. Bochum ist im Ruhrbezirk viel- lercht, dmnii verglichen, die amerikanischste Stadt.

Ich bin mir bewußt, daß ich mich durch diese Haltung vollkommen im Einklang mit den Be­stimmungen des SVaffenstillstandes, des Frie- drnsverttags, des Rheinl.indabkommens und allen ergänzenden Bestimmungen, sowie der Haager WeltfriedeuKordmmg und des Völker­rechtes befinde. Der Befehl meiner zuständigen Behörde schafft für die Zechenvertreter einen Fall von höherer Gewalt, bei dem auch nach franzöfi- schem Rechte jede persönliche Verant­wortlichkeit ausgeschlossen ist. Ein Eingriff von höherer Hand ist für mich bindend. Außerdem würde bei der heutigen Sachlage eine Lieferung von Brennstoffen an Frankreich und Belgien die Aktton fördern, die Frankreich «nd Sagten getoaltfam durch-uführen versuchen. Niemand kann gewttttsam gezwungen werden, gegen fein Vaterland eine ehr - lose Handlung z« begehen. Zusammenfas- sind stelle ich fest und erkläre hiermit aus das Bestimmteste: Zu Handlungen gegen mein Va­terland und z« einer ehrlosen SauAkmg lasse ich mich nicht gtoingent"

Gelsenkirchen.

t , Noch dichter der Ruß und Rauch, der über r bem ganzen Industrieland liegt, noch sürubiaer ! dre Straßen im heißen Sommer, noch schlam­miger in der winterlichen Regenzeit. Noch pri- ' mitiver das Stadtbild, dem man es ansiebt, wie . wenig Gelsenkirchen je daran gedacht hat, ein- mal ein Gemeinwesen mit rund 200000 Betooh- ' nern zu werden. Erst im Jahre 1875 hat es die > s tadtrechte erlangt, nachdem zwanzig Fahre zuvor m dieser Gegend der Kohlenbergbau be- ; Munen hatte, der im Laufe der Zeit gerade in diesem Distrikt seine böchstd Enüvicklung nehmen sollte. Gelsenfirchen ist nur und nichts anderes als Kohlenstädt; nur eine einzige, nicht mehr als fünf Minuten Fußweges fange Straße toütft großstädtisch. Es ist bie Bahnhoss- trckß e , der Mittelpunkt des geschäftlichen Le- bens und des Verkehrs in diesem weit auseinan­der gezogenen Gemeiirwesen, in dem der Kem toettaus am lleinssteu ist, und wo die große Mehr­zahl der Bewohner ihre Behausung draußen in. den Vororten hat, die sich .zwischen den Zechen m das hier schon ganz stoche Land hinaus er» ttecken. In der Bahnhofsstraßr cllwin große Kwufladen. elegante Geschäfte, dazwischen )ell erleuchtete, mit bunten Plakaten anreißerisch chrerende Kinotheater: einige Hotels und Restaurants von Mrttelstädttschsm Zuschnitt. Wo man auch um eine Ecke biegt, bört Gelsenkirchen auf, großstädtisch zu sein, und die Sttaßcnbahn^ rattert zwischen nsichtemen. zum Teil nnrerviitz- ten ArbeilerhAusem dahin. Neberbaupt die' Straßenbahn! Ohne sie Ware das'VerkeÜrK.^ leben in diesem ganzen Bezirk nicht denkbar. Innerhalb der Stadt selbst braucht man sie kainn; dre Entfernungen sind viel zu gering, als daß

Trotzdem klingt durch die französischen .Sie­gesmeldungen" ein pessimistischer Unterton. Wenn der Erfolg ausbleiben sollte, so Nest man, werde Frankreich Ki weiteren Zwangsmaß­nahmen greifen. Also liegt in diesem Satz schon die französische Befürchtung, es könnte auch an­ders kommen, bas Eingeständms, daß durchaus noch kein Grurtd vorliegt, von einem vollen Er­folg zu sprechen. Frankreich glaubt immer noch an den Erfolg, es stimmt in seiner Presse Wen Glauben bereits als eine Tatsache um. atoiftfjen 1>en Zeilen, nur wenn ein »Wenn* erfchemt, wird man aufmerksam, tote doch in gewissen französischen Kreisen immer

teilt: Heute Nacht wurde als weitere Santtiou die Beschlagnahme aller leeren Kohlen­wagen, sowie der Schleppkähne auf dem Rhein und dem Rhein-Herne-Kanal angeordnet. Es verlautet weiter, daß heute vormittag eine Beschlagnahme aller Bergwerke und die Ein­führung einer Kontrolle über sie stattfindet.

Die Kontrollmußnahmr aufgehoben?

Elfen, 18. Januar. (Telegraphische Mel­dung.) Die Verkehrs- und Betriebsla­ge bei der Eisenbahn ist noch normal. Im Saufe des gestrigen Tages ist die übliche Anzahl Wagen mtgefordert und gestellt worden. Züge mit Reparationskvhle sind nicht her­ausgegangen. Tie anderen Kohlenzüge sind nor­mal befördert worden. Auch heute ist die nor­male Anzahl Magen angefordert worden. Sie wird auch gestellt werden. Die angemeldeten Kontrollmaßnahmen der Besatzungsbe- hörden find nicht durchgeführt, sondern nach kurzer Zeit wieder aufgehoben worden.

«

Wrtterer Vormarsch r

Berlin, 18. Januar. (Privattelegranmt.) Aus Essen wird gemeldet: Am gesttigcn Tage wurden folgende Orte neu besetzt: Hal­tern. Lünen, Hörde, Cartrop, Ap­lerbeck, Berghofen, Schwerte. Aus Aeußernngen französischer Offiziere in Dort­mund geht hervor, daß die Besetzung von Mün­ster, Hagen, Paderborn und Bielefeld bevorstehe.

AmLLiche MöerlegizZrg.

Gegen Poknearis «nbreechttgte Vorwürfe. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 18. Januar.

Im Anschluß an die Reichskanzlerrede vom 13. Jammr, die sich mit den von Poincarö in einer Kmmuerrede vom 11. Januar vvraebrach- ten Vorwürfen gegen Deutschland vefttßte, wird jetzt in einer umfangreichen amtlichen Kundgebung, die beute in den Beniner Blättern zum Abdruck «langt, noch einmal der snmzöstsck^ Ministerpräsident an der Hand ein­wandfreien Tatsachenmaterials Lügen gestraft. Die von Poincarb vorgebrachte Beschuldigung, das Kohlensyndikat habe Mf Anstisten oder mit Hilfe der deutschen Regierung auch fein Aktenmaterial nach Hamburg mitgenommen, er­ledigt stch durch den Hinweis auf die einfache Tatsache, daß das Kohlensyndikat ein Privatmr- tcrnehmen ist und daß es selbstverständlich ist, daß ein Privatunternebuten beim Verlegen sei-

Kohlenstäöle.

A«S dem besetzten Rtthr.Zudustriegebiet.

Seiet die Entstehung tmb das «nStehen 6« SndusttieStoSfkwt« im weststUi^hen stöhlen- geStet t>tou»ert Arnold t.öllnkr wie felgtr

Bochum.

Eine Stadt der Arbeit. In der Altstadt schmale, krmrwre, kurze und toinllige Straßen; seitwärts zum Teil noch winzige Gäßchen; län­gere, geräde und durchgehende Straßenzüge füh­ren meist bald hinaus in die Äußenbezirke oder die Vororte, die heute sämtlich eingemeindet sind. Denn wenn Bochum auch eine Großstadt von mehr als einer Viertelmillion Einwohner ist, eine Großstadt, deren Leben, deren Rhyth­mus verblüfft lange ist es noch nicht her, daß die jetzt zweitgrößte Stadt Westfalens zu den. GroßstäLten zählt. Noch an der Jahrhundert­wende hatte Bochum nicht mchr 65dü0 Ein­wohner, und man merkte es der engen Alfftadt an, daß sie für ungleich Üeinere, bescheidenere Verhältnisse zugeschuitten war. Doch in den letz- ten zwei Jahrzehnten Hai sitz die engen Fesseln auch im Innern zu sprengen begonnen; cküe Ba­racken sind gefallen, und an ihrer Stelle erheben sich pompöse Geschäftspaläste, die auch in einer Weltstadt zu den Sehenswürdigkeiten ge­hören würden. Nicht nur die schwarzen Diamanten unter der Erde haben Bochum groß und reich g-Macht; auch Eisen Und Stahl haben, wie in Essen, der Stadt ihre Im­pulse gegeben. Man braucht nur an treu Bochumer Verein zu denken, eine der größten

Bergbau- und Hüttenunterttehnmugest