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Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

13. Jahrgang.

Nummer 17.

Sonntag, 21. Januar 1923.

Fernsprecher 951 und 953

Fernsprecher 951 und 952

Hart auf hart im Ruhrgebiet!

Sire» lm Nuhrgrbtett

Die rodnzahiung stockt.

-

und Noten werden nicht in Zahlung genommen, ktzui» der Reichsbanksfliale große« Andrang,

TI« RafTeler I>!«uesi«n Nachrichte« «rschetnea wtchenlltch iechSmal imb gmcr a b enb *. Rrt AbormmimtspreiS beträgt «onatNch 780. Marl bei freier Zuftellun-, M Hau«, in bet Geschäftsstelle abgeholt 744. Mark monatlich. AuswürtL durch bte Post l sogen 750. Mark mouaMch einschl Zustellung. Bestellungen werden jederzeit eittgegengeiu-mmen. Druckerei, Äerlag und Reaktion-, Echlachthofstratze 28/30. Für unverlangt eingesandte Beiträge fatal bte Redaktion eine Berautwortung ober Sewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung de« BqugSgeldeS ober Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnüngSmätziger Lieferung anSgeschloisen.

Auesrdkutz aus den Hotels.

Berlin, 20. Januare. (PrivatielLaramm.) Der Verein Berliner Hotels «nd ver.

Wandler Betriede hat auS freien Stücken im Verlauf seiner gestrigen Sitzung, gemäß frü­her gefaßten Beschlüssen, eine« endgültigen Be­schluß herbcigeführt. wonach Frauzofen und Belgier in den Hotels nicht ausgeuom- m e n werden. Französische und belgische Werte

StaatSbergwerl-Brstdung.

DsrhafLung vor» Direktose«, (Privai-Lel^ramm.)

Essen, 20. Januar.

Tie StaatSbergw erke im Ruhrgebiet sind gestern von den Franzosen militärisch besetzt worden. Der Vorfitzende der Staats- bergwerksdirektron. Geh. Obörbcrgrat Re-if- eisen in Recklinghausen, ist verhaftet wor- den. Sei« Aufenthaltsort ist unbekannt. Ein frartzöstfcher Oberst hatForst-Anlngenab- gefahren und Fühlung mit dem Betriebsrat der einzelnen Anlagen genonmren. Der Betriebs­rat einer BcrgwerlsdireMon erklärte, wenn Ge­walt angewendet würde, so würde die. Beleg­schaft sofort in de« A « s st a n d treten. Darauf Haden die Franzosen den Zechendlock dieser An­lage verlassen und halten sich augenblicklich in den Straßen Ker Forst-Anlagen ans. Das K 0 h - lenversandbureau ist militärisch besetzt. Oberbergrat Neidhardt ist Aufenthalts-Be­schränkung anferlegt worden. Die verhafteten Herren sind «ach Düsseldorf gebracht worden. Der gesamte Betriebsrat der Bergwerksdirsktion Recklinghausen hat erklärt, daß er bei weiteren Verhaftungen feit« Arbeit einstellen würde. Auch aus den übrig:« Zeche« solle» die Be- trieböräte erklärt habest, sie würden nur weiter- arbeite«, wen« die Truppen zurückgezogen wer­de«. Der Koks- und Kohlenversand nach Frank­reich und Belgien ist noch nicht ausgenommen.

Französische Weine, Liköre und Lebensmittel werden weder gekauft noch verkauft. Die Lie­feranten werden dringend aufgefordert, sich anzusuiließen und keine französischen und belgi­schen Warrn mehr yi führe«.

gnf e rtt » n «p reifes *) Sinhebnlfche Aufträge: Sie einspaltige DnzetgenrUlr M. 50, Farn!. Nennachrtchteta bte Zetir M. iS., die einspaltige ReklamereUe M 200.. b) SitSwärttge Auf­träge: $te etnWttge Anzeigen,eile M, 50.-, bte etnfpalttge Ret.amezelle M. 200, alles ein. schließlich reuerun-S,Uschlag anb Anzeigen steuer. Für Anzeige» mit desonvers schwierigem Sag hundert Prozent Aufschlag. Für bte Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen AN- zeigen, sowie str «nfnahmedaten und Pllltze kann eine «Sewähr nicht übernommen werd«. Druckerei: Schlachthofstrabe 25/30. «efchSflSstell-: Kölnisch- Straße ».Telephon Str. «1 tmb «52

Waffen in Amerika zu kaufen, wurde durch ein Waffen-Ausfuhrverbot des Präsidenten Harbins verhindert. Unterdessen besteht diegtiechisch - türkische Feindschaft weiter, und England macht sich die Gelegenheit, daß Frankreich in Mit­teleuropa beschäftigt ist, zunutze und nähert sich mit lockenden Verheißungen der Türkei zum Nachteil Frankreichs.

Das ist der »Friedenszustand*, de, durch den Versailler Vertrag geschaffen worden ist. Die Verlegung der alten Grenzen, die Zer­stückelung der Länder, wobei der Schwin­del desSelbstbestimmungSrechtes der Völker' mithelfen mußte, waren b ernt oTS ein ntit aller Ge­meinheit ausgeklügeltes Mittel, um Europa für immer im Aufruhr zu erhalten. Ver­gessen wir nicht, daß diese Methode von Frank­reich, England und Amerika gemeinsam erson­nen worden ist. Aber da§ Schicksal rächt sich an den Westmächten, denn sie bleiben mit ihrem Werke eng verknüpft und kommen selbst nicht zur Ruhe. Die Not Mittel- und Osteuropas Überträgt sich auch auf dm Westm. Die Zeit ist nahe, daß die Alliierten ihren Frevel auch in ihrem Wirtschaftsleben fühlen und dann zur Be­sinnung kommen. Deutschlands passiver Wider­stand wird sie zur Umkehr zwingen! K. F. D.

Die AkbeNSlage.

«»wrrbsiosigkstt infolge de» R«S»beseHu«S»

Mit 6er Bes»saxn»b«« s-m <Mle* **» Tran«, »ettmitteta im «ttirgeBiet unb Sitzeinlord be- Sinnen die Feinde den «smps gegen d«» dent^e Wirtschaft sieben. Sie deutsch» Resiereen« und die Zndnftrie Haven Maßnahmen tue «»wehr der Stet erwogen. Man schreibt *n« en« »erlim

.Das heutige Volk lehnt eS tzb, unter dem Druck der Bajonette Sklavenarbeit für die Frie­densbrecher zu leisten'; mit diesen Worten schloß die Resolution der Hunderttausende. bk auf dem Königsplatz in Berlin gegen die Ruhrbesetznng einmütig protestierten. Mittlerweile ist bte Requisition der Ruhrkohle durch den Befehlshaber im 'Ruhrgebiet angeordnet, die Ausbeutung der staatlichen Forsten befohlen worden; dis Errichtung eines autonomen Koh- lensyndikats für das Ruhrgebiet geplant, di« Sklavenarbeit für die Friedensbrecher soll erzwungen werden. Gleichviel in welchem Aus­maße dies gelingt, eS wird, so hoffen wir, überhaupt nicht gelingen, die Erregung unter den Ruhrbergleuien und -Beamten ist groß. Be­greiflicherweise. Kein Mensch weiß, waS werden soll, ob die Betriebe weiter arbeiten können, ob in 8 biS 14 Tagen noch genügend Löhnung und Lebensmittel vorhanden fein werden. All die Erbitterung nnd Unsicherheit muß auf die Arbeit notwendig ungünstig einwtrken. Und so ist biS jetzt schon

ein FörderungSrückgäng

von 15 biS 20 Prozent f-stgeflöllt. Nach sachver­ständigem Urteil mutz mit einem Weniger an Förher-tna von -»indestens 100.000 Tonnen täg­lich gerechnet werden. Däz ü Mnntt, daß die Btt« Wirrung der Kohlenverteilung infolge der An­ordnungen der französisch-belgischen Befehlsha­ber die Kohlenversorgung noch wesentlich ver­schlechtern wird. Die Zechen sind nach wie vor durch zivilrechtliche Verträge an das deutsche Kohlensyndikat in Hamburg gebunden, sie dür« fett tmb werden einem autonomen Kohlensyndi- kat von Frankreichs Gnaden bet dem Versand der Kohlen keine Gefolgschaft leiste«. Ueberdi-s wird es de« Franzosen auch schott ttuS techni­schen Gründen unmöglich sein, ein« entsprechen­de Kohlenverteilungsstelle im Ruhrbezirk ht ab­sehbarer Zeit einzurtchten, da sie der kaufmän­nischen und organisatorischen Erfahrungen deS deutschen Kohlensyndikates nickt entbehren kön­nen. DieS alles wird einen Rückgang in der Belieferung! bet deutschen Kohlenverhrau- cher zur Folge haben; vielleicht werden die Fran­zosen arrck die KohlentranSporte sperren, um unsgefügiger* zu machen. Die meisten indu­striellen Betriebe, die Mehrzahl der Gasanstal­ten und Elektrizitätswerke sind nur auf kurze Zeit im Durchschnitt eingedeckt. Bei einem Dol­larstande von 22 000 Mark ist auch mit einer aus­gleichenden Zufuhr englischer Kohle,.deren Preis ichon bei einem Dollarpreise Von 10 000 zirka 85000 Mark pro Tonne Menüber zirka 57000 Mark pro Tonne für deutsche Kohle betrug. nicht zu rechnen. Man bofft aber, aus Oberschlesien so viel Kohle zu erhalten, daß die

Betriebe notdürftig anftecht erhalten

werden können. Die Folge kann zunächst eine Arbeitsstrecknng in zahlreichen Bettieben, Vermehrung der Kurzarbeit, dann aber bei einer Verschärfung des KohlenmgNgelS eine Zunahme der Arbeiterentlassunaen sein. Was dies bedeu­tet, mag man auS der Tatsache erkennen, daß in Großbrrktn die Zahl der Arbeitslosen von bet ersten zur zweiten Januarwoche bereits von zirka 7000 auf zirka 58 OOO angewachsen ist. tt einem Zeitpunkt also, in dem die Rithrbesetzung erst drohte. Mn wieviel höher wird sie nun emporschnellen nach dem verhängnisvollen Ein­marsch der Franzosen ins Rnbrgebiet? Nnd ebenso wie in Berlin kann fick die Sage am Ar- heltSmarft auch in den übrigen Städten ver- lchärsen. Was ist gegen diese? drohende Ge­spenst der Arbeitslosigkelt zu tun? Der Reich?- wirtschastsminister hat vor dem Meichswirt- sckaftSrat mtsqefübrtdaß Einschränkungen in der Zuteilung deutscher Kohle unabwendbar sein werden, daß wir unsere Betriebe schon Beute danach einstellen müßten, und daß unter allen , Umständen, wenn ungehindert wettergearbeitet werden soll, fremde Kohle hereingebracksi werden must/ Hierbei bandelte es sich um pri« 1 vatwirtscbaftliche Maßnahmen, die durch geeig­

nete FürsoracmaßnahMen der öflentlich-rechtli» chen Körperschaften natürlich' ergänzt werden müssen. In Betracht kommen vor allem

NotftandSarbeiten,

- deren Finanzierung ans Mitteln der Produkts- den Erwerbslosennirsorge möglich ist. Reich, Zander und Gemeinden werden znsam-

Arbeitern die Löhne auszuzahlen. Bei abzuriegeln Die Inangriffnahme soaenannter der ftävkischen Sparkasse gab es infolge der Be-Kulturarbeiten'. Bo^nverbefferunasnrbeiten , im wsitesten . Sinus. _ iit aevlant. -2aS Reich

Ger Smtfche WlöerstanS.

Wette«« amtlich« Matznahrs««.

(Vrivat-Lelesramm.)

Berlin, 20. Januar.

Amtlich wird bekannt gegeben: Die ReichSre- gierung hat im Einvernehmen mi den Negierun­gen der Länder beschlossen, die durch bie letzen Vertrags, und vötterechtswidrigen Massnahmen der Belgier und Franzose« verschärfte wirtschaft­liche Rotlage der Beamten, Angestellte« und Arbetter in den schweebedrohten Gebieten zu linder«. Sie hat deshalb die Besatzungs­zulage und bie Zulage des ne« besetzten Ge­biets verdoppelt und zwar mit sofortiger Wirkung. Die deutschen Schiedsrichter und staatlichen Vertreter in dem gemäß Paragraph 304 des Versailler Vertrages errichteten und in Paris tagenden deutsch-französischen Schieds­gerichtshof werden an den Sitzungen dieses Gerichtshofes bis ans weiteres nicht mehr teilnehmen, da die gegenwärtige Lage ein gedeihliches Zusammenarbeiten für Deutschland und Frankreich nicht mehr gestattet. Das Glei­che gift nunmehr ebenfalls für den deutsch-belgi­schen gemischten Schiedsgerichtshof.

Bie StrOeiter gegrn Oie fremden Bedrücker.

Berlin/ 20. Januar. (Privattelegramm.) Auf Veranlassung des Vorstandes der sozialde­mokratischen Partei tagten gestern die Vorstände der sozialdemokratischer Fraktio­nen beS Reichstags ttttb des Landtags. Auch Vertreter des Allgemeinen Deutschen Gewerk- fchaftSbundes und der Afa nahmen dar­an teil. Die Besprechungen ergaben Einmütig­keit darüber, dass die gegenwärtige gefahrdro­hende Lage ein geschlossenes Zusam. mengehen der gesamten Arbeiterschaft erfor­dert «nd daß es Aufgabe bet Arbeiterbewegung fei, alles zu tun, um bie Abwehr deS gemalt, tarnen französischen und belgischen Militärein- rnarfcheS durch dienliche Maßnahmen zu stützen.

FlammenzMen. -

Per fortdauersde Krieg in Europa. ,

Ninas um Deutschland züngeln bie Flammen i des Krieges. Es ist zwar nirgenbs offiziell i Krieg erklärt unb doch schwelt das Feuer am i Boden entlang unb es gärt in ben Völkern, als ' müsse es über kurz oder lang zu einer Explosion kommen. Mer forscht matt nach dem Grund und ! rer etwaigen Notwendigkeit solchen Geschehens, so steht man vor einem Rätsel. Selbst der ritt» i bensche Einfall in das westdeutsche Industrie- i gebiet ist ohne Grund und Berechtigung erfolgt. ; Wie für Frankreichs Vorgehen lediglich die Er- ; vberungslust unb Habgier der Beweg- j gründ iit, so kann man die gleiche Triebkra-t atlch in den anderen Ländern beobachten. Die Situation ist für Gewalttaten immer dann gün- i stig, wenn der eine Teil wehrlos, der andere, aber bewaffnet ist. Und die Ereignisse der letz- : ten Jahre haben uns gezeigt, daß bei stärkere; Teil skrupellos seine Ueberlegenheit an militari- 1 scher Rüstung ausrtützt, um den schioächeren zu : berauben. Der angeblich hohe Stand der Kultur i unb Zivilisation hat es nicht vermocht, bie Völ- | ker in friedlichem Geiste einander näher zu brin- gen. Vor 1914 hatten ja die zivilisierten Mächte, an der Spitze Deutschland, England unb Frank­reich, den höchsten kulturellen Stand erreicht, die freundschasMchen Bezieh'.tngen von Volk zu Volk waren so weit gediehen, daß man Lehrkräfte aus- tcmschte und wirtschaftliche Studienkommissionen hin und her sandte. Die Fäden von Verkehr, Handel und Wirtschaft waren so ineinander ver­schlungen, daß man einen längeren Krieg für un­möglich hielt. Trotz allem entstand plötzlich bei furchtbarste Krieg, der alles zerstörte. Ms Deutschlands unb feiner 'Vekbündeten Dotkskrast erschöpft und die Heeresmmbt überwunden war, wurde der ,Friedensv ertrag' von Versail­les uns cuisgezwunge-n, der nur die Fort­setzung des Krieges von bewaffneten Völ­kern gegen das unbewaffnete Deutschland und Oesterreich war.

WaS ist nun aus ben Prophezeiungen der Friedensfreunde und aus den sozialistischen Leh­ren einer PMervevbrüdernng geworden? Heute siebt jeder denkende Mensch in Deutschland ein, daß der Völkerfriede nur graue Tbssrie ist, an die angeblich nur noch Kommunisten glauben, aber nur so lauge sie nicht selbst die Macht in den Händen haben. Wo ist die große Inter­nationale, die den Krieg verhindern will? Man schaue nach Frankreichs nach Polen, nach Eng­land oder Amerika, oder nach den neutralen Ländern. Keine Bewegung erhebt sich gegen das offenkundige Unrecht, das dem seit vier Jähren wehrlosen, geauälten unb friedlich arbeitenden deutschen Volke zugefügt wird. Man läßt es dort bei einigen papiernen Protesten bewenden und freut sich im übrigen, dafEder deutsche Kon- kurrent nicht hochkommt. Denn auch bet fran­zösisch« und englische Arbeiter bewachtet den deut­schen Arbeitet nur theoretisch als Genossen, prak­tisch aber als Konkurrent. Die Franzosen drin­gen hmtter weiter nach Deutschland herein ünd beginnen mit ihren militätischen Zwangsmah- tmhmen das deutsche Wirtschaftsleben lachmzu- legen.

Von der anderen Seite, vom Osten her, wird Deutschland von neuen Feinden bedroht, von den kleinen Kläffern, die sich schamlos und dreist an einen gefesselten und fystematisch geschwächten Riesen heranwschen. Alß. die Litauer in das Memelland eindranaen, war es bemerkens­wert, mit welcher Zurückhaltung die Franzosen, die den Schutz über Memel ausüben sollten, den Ueberfall geschehen ließen. Wie weit die Litauer von den Fanzosen zu dem Uebergriff ermutigt worden sind und etwa als Werkzeug benutzt wer­den, ist noch nickt ganz ersichtlich, doch steht es fest, daß Frankreich die Beunruhigungen an der Ostgrenze unterstützt. Sicher ist auch, daß die V o k e n im Dienste Frankreichs handeln, wenn sie jetzt mobilisieren. Scheinbar richtet sich die Mobilisierung gegen die Litauer, in Wrffickkeit gegen Deutschland, um den Franzosen als Hilfs- ttnppe tut Verfügung zu stehen, wenn Poincarö alle Minen springen lassen will. Wie sich heraus­gestellt hat, hat Frankreich versucht, anck die Tschechen zu einem Angriff gegen Deutschland zu überreden, webet die tschechischen Arbeits­losen als Trrchpen verwendet werden sollten. (!) Die Tschechen ließen sick aber nicht bar auf ein, weil sie keinen Varwil darin ferben.

Blickt man wettet nach Südosten, so beobach­tet man, wie die Ungarn und Rumänen in ständiger stiller Fehde liegen.. In Siebenbürgen, dem Streitobjeft, wird von rumänischer Seite mobilisiert, und als Gegenmaßnahme betreibt Ungarn, das die allgemeine Wehrpflicht wieder einaeft-brt bat, eifrig seine Rüstungen. Zugleich verschärft sich die Svannung zwischen Rumä­nien und Rußland wegen Bessarabien. Wenn am Balkan eine Nation Ästet, wittert die ander« Gefahr und will nicht untätig bleiben. Deshalb gärt es auch in Jugoslawien, dem alten Serbien. Die Jugoslawen kaufen Waffen -und Kriegsgeiät, wo sie es finden. Ein Versuch,

VuSLrLG« des Dolkszorns.

Essen, 20. Januar. (Privattelegramm.) In Steele bei Essen versuchte eine größere Menschenmenge ei» Kino zu stürme«, tt das ein deutsches Mädchen mit zwei franzö- fischen Soldaten hineingegange« war. Die Franzosen mußte« sich in rin Haus flüchten. Dem Mädchen wurden von der Men,;e die Haare abgeschnittrn. In Kettwig wurden einem Friseur, bet ftanzö- fische Katie« zum Berkans mrSgestellt hatte, von der Menge die Fenstet eingeschlagen. Wie lose den Franzosen die Patronen im Geweht stecken, beweist wieder einmal ei« Vorfall, der sich gestern abend in Langendreer abgespielt hat. Rach den von dort vorliegenden Meldungen hat ei« vor dem Amtsgericht stehender ft au. zöfifcher Posten eine» deutfchen Kran- kenpfleger, der ihn angeredet haben soll, niederges chosfen. Der Pfleger war tot.

FsLNzösisch-berZzscher NWb.

Schließung der Banken. * (Eigener Drahtbericht.)

Düsseldorf, 20. Januar.

Gestern ist die Düsseldorfer Reichsbank. Hauptstelle von französischem Militär besetzt worbe«. Es wurde der Haupt- «nv ei« Nebeneingang besetzt und die Beschlag­nahme eines Autos verfügt, das eben im Be. griff war, mit 150 Bttllionen Mark zu einer hie­sigen Großbank zu fahren. Das in der Reichs­bank befindliche Publikum und die Kaffenbeam­te« der Firmen, die heute Gelder zu Lohnzahlun­gen abbolten, bürsten die Reichsbank noch verlas­sen. Weiterer Zutritt und Abhebung von Bar­mitteln war jedoch nicht mehr möglich. Die Be­setzung bat beim Publiftn« heftige Erregung verursacht. Infolge dieses Vorgehens der fran­zösischen Besatzungsbehördr habe» die Kaffen sämtlicher Banken geschlossen. Es er­folgt keinerlei Auszahlung. Der Effekt dieser Maßnahme wird katastrophal sei«, da heute Lohntag ist und die großen Werke durch die Beschlagnahme der Gelder nicht indie Lage kommen, ihre Arbeiter zu entlohnen. Tas geschäftliche Leben ist volffemmen ins Stocken geraten, da Barmittel überhaupt nicht mehr aufzutreiben find. Tas gleiche verbreche­rische Borgeben der Franzosen wird aus Wies­baden, Mainz, Bingen, Bonn und Worms sowie auS Trier gemeldet. In Mainz «ns Wiesbiwen wurden gestern alle Aus­zahlungen, jedes Fortschasfen von Wertpapieren, Aktenmaterial und sonstigen Effeften durch tteber- wachnng verhindert. Der Zugang zur Rcick-sbank ist offen, also auch die Einzahlung, bei dem Ver­lassen deS Gebäudes erfolgt Kontrolle gegen dnS Mitnetzmen von Werten. Der Doppelposten vor dem Wiesbadener Reiibsbankqebäude hat überall starke Erregung in der Bevölkerung verursacht.

Dortmund, 20. Januar. (Privaitele- grcamn.) MS Antwort auf bie gestern erfolgte Verhaftung des BrrgwelksbireftsrS R e i f - eisen unb bes Zechenbirektors Arenbt durch die Besatzungsbehördr Hube« Angestellte und Arbeiter der betreffenden Zechen im Be­zirk Recklinghausen «nd Gelsenkirchen bi« Ar­beit niedergelegt und sind nunmchr in bte Streik eingetreten.

Düsseldorf, 20. Januar. (Prkvattele- aramm.) JnsolW der Besetzung der Reichsbank, fitide durch die Franzosen war es gestern den _____

großen Firmen nicht möglich, ihren >nmw!rkcn, nm bie drohende Erwwbslosiqfeit