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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Adendzeitrmg

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Nummer 24

13. Jahrgang

Dienstag, 3v. Januar 1923.

Fernsprecher 951 und 952

Fernsprecher 951 und 953

Sine nationalistische Bewegung.

Das Rattonalopfer.

Sammlung für da« Ruhrgebiet.

Me Hilfe für die Bcvölkerrmg des Ruhrre- diers ist nun organisch auf gebaut worden. Die Grundlage bildet der vom Reichspräsidenten und dem Reichskanzler nebst den Regierungen der deutschen Länder unterzeichnete Aufruf an die deutschen Volksgenossen zur ^Hilse des Vol­kes am Volke" in Gestalt einesgemeinsamen VoÄsopsers". Sofort haben sich Arbeitge­ber und Arbei nehmer getreulich zusam- niengefunden, um ihrerseits diesem Vvlksopfer- gedanken praktischen Ausdruck zu geben. Die Arbeitnehmer und zwar Arbeiter, wie Angestellte und Beamte, haben sich bereit erklärt, zunächst täglich den Verdienst einer Arbeitsstunde für das Ruhrgebiet zu opfern. Die Arbeitgeber wer- den das Vierfache dieser Beträge zur Verfügung zu stellen. Die betreffenden Beschlüsse wurden von den maßgebenden Organisationen einhellig und ohne Unterschied der Richtungen gefaßt. Wo cs sich um Gruppen, Verbände, Organisationen handelt, die nicht durch die unterzeichneten Wirtschaftsverbände erfaßt werden, sind große Hilfsaktionen freiwillig eingeleitet worden, die zum Teil schon zu gewaltigen Ergebnissen ge­führt haben. Auch die Parlamente wollen nicht zurückstehen: Die Reichstagsabgeordneten wer­den als erste Rate einen Betrag von je 10 000 Mark zur Verfügung stellen, in gleicher Weise werden die preußischen Abgeordneten versah-en und die Parlamente der übrigen Länder' schlie­ßen sich an. ,,

Die Gegengabe, die uns jetzt die Ruhr- Bergarbeiter bieten, ist dazu angetan, diese Opferwilligkeit und Opferfreude noch zu ver­stärken. So haben die Bergarbeiter sich bereit erklärt, den bis jetzt durch die Besetzung erwach­senen Förderausfall durch U e b e r st u »- den auszugleichen. Tas Ziel im Ruhrgebiet ist bei der heutigen Lage dieses: Bei schärfstem pas­siven Widerstand all« Kräfte daransetzen, daß das gesamte deutsche Wirtschaftsleben nicht gestörr wird. Mi diesem Sinne haben un­sere wackeren Eisenbahner dafür gesorgt, daß die geförderten Kohlen nach dem unbesetzten Deutschland in viel größeren Mengen hereinka­men, als das bislang der Füll war. Alle Droh­ungen und alle Bahnho fsbese tzungen haben es nicht Verhindern können, daß unsere findigen BahWeamten mit einem plötzlich mit EilzügZ- geschwindigkeit durch die Bahnhöfe sausenden Kohlenzug unvermutet im besetzten Gebiet landeten!

Das Rattonalopfer für das deutsche Ruhrgebiet ist das äußere Bekenntnis des ge­samten Volkes, kein Opfer zu scheuen, um die Abwehr der Franzosen und Belgier wirksam zu machen. Das Ruhrgebiet braucht die Hilfe des deutschen Volkes in seiner Gesamtheit. Es han­delt sich um etwa sechshunderttausend Berg- und Hüttenarbeiter, also um Schiwerstarbeiter, die un. ter ganz besonderen Lebens- und Arbeitsbeding­ungen ihr tägliches Brot erwerben müssen. Landpnrtschaftliche Gebiete gibt es hier nicht. Das über vier Millionen Menschen zählende Ruhrrevier ist bei allen Lebensmitteln auf die Zufuhr von außeuher angewiesen. Das ist auch der Grund, warum jetzt die Preise zum Teil schon um das Roppelte gestiegen sind. Di« Franzosen nehmen von diesem schwer beschaff­ten mch teuren Vorrat der Bevölkerung durch Reguisitionen und durch Beschlagnahmungen noch viel fort Brot und Fett, das sind die Waf­fen, mit denen unsere Bevölkerung im Ruhr- Gebiet kämpfen tarnt. Die Geldmittel, die unter den heutigen Verhältnissen dafür aufgebracht werden müssen, belaufen sich natürlich auf an» endliche Summen.

Es ist selbstverständlich, daß die Lage der Richrbevölkernug auch durch anderweitige und zwar reichsgesetzliche Maßnahmen und Anord» nungen soviel wie möglich erleichtert werden mutz. So wird man insbesondere an der Er­hebung der Steuern, wie an anderen Dingen der Ruhrbevölkerung gegenüber, solange die Bc- setzung andauert einen ganz anderen Maßstab anlegen müssen, als die bestehenden Gesetze er- fordern. Es werden auch besondere organi­satorische Vorkehrungen bei der Reichsregierung nd im Ruhrrevier zu treffen fern und in den nächsten Tagen schon getroffen werden, die dazu angetan find, den Ab Wehr­kampf einheitlich durchzuführen. Die Franzosen richten sich auf zähesten Kampf ein. Das ganze Ansehen der französischen Politik ist ja mit diesem Abenteuer verbunden und man

muß sich darüber klar sein, daß die Ver­schärfung der Lage fortdauernd steigt, daß der eigentliche Kampf erst jetzt beginnt, und daß wie vielleicht etwa erst in vierzehn Tagen auf der Höhe der Krisis angelangt sind. Der zähe .Wille der Ruhrbevölkerung zum Durchhatten darf und wird nicht gestört tverden, sondern er wird seine Ergänzung finden in der entschlosse­nen Hilfsbereitschaft, die sich überall im deutschen Lande in so erhebender Weife regt

Was imMuhmedieS aeMßehr ©ie Störung des Zugverkehrs.

(Mae« Drahtmeldung.)

Essen (Ruhr), 29. Januar.

Der Perfsneuverkehr im Ruhrgebiet ist vollkommen auf den Zufall angewiesen. Auf keiner Station ist eine zuverlässige Mittei­lung über Rnkunst nnd Abfahrt von Zügen zu erhalten. Der V-Zug Berlin-Köln, der sonst über Essen verkehrt, ging tagelang südlich um den Rnhrbezirk herum über Elberfeld. Gestern abend kam er plötzlich und unvermutet wieder einmal über Essen. Die Strecken sind teilweise durch entgleiste Züge gesperrt, an denen ine französischen Eisenbahner ihre Kunst versucht ha­ben. Auch der Sonderzng der interalliierten In- gcnieur-Kommission ist entgleist. Auf der Strecke Düsseldorf-Essen blieb der Salonwagen des Herrn Cosic liegen. Auch er ist entgleist. Der Güterverkehr war bis jetzt noch lebhaft. Kohlen und andere Güter werden nach dem un­besetzten Deutschland verftachtet, und große Le ötnsmfttelsendrmgcu kommen inS besetzte Ce6i.L Die Ankündigung der Zvllsperre hat leider schon eine Reihe ziemlich schwerwiegender wirtschaft­licher Wirkungen gehabt. Die Preise sind der­artig gestiegen, daß man heute wohl sagen kann, daß gegenüber den Zuständen bei Beginn der Okkupation überall hundertfünszig, in man­chen Fällen aber auch schon zweihundert Pro­zent PreiSaufMag zu verzeichnen sind.

Da» Rhtinianökavel durGschntttrn.

Essen, 29. Januar. (Eigene Drahtmel- dnng.) Die Franzosen haben daS Rheinland­kabel durchschnitten. Ter RegierungSpräsidutt von Düsseldorf hat den Franzosen sofort die Forderung unterbreitet, das Kabel durch deutsche Beamte, die nur allein die Stö­rung beftitig'.n können, wieder Herstellen zu las­sen. Insbesondere Hai der Regierungspräsident zu diesem Zweck die Räumung der UusckMc- stationen verlangt, in die die Franzosen un­berechtigterweise eingedrungen sind. Infolge des schwachen SonntagsvcrkehrS hat sich die Außer­betriebsetzung des Rheinlandkabels bisher noch nicht so sehr bemerkbar gemacht, doch ist damit zu rechnen, daß in Kürze der Fernsprechverkehr be­sonders nach dem unbesetzten Gebiet großen Stö­rungen unterliegen wird. Der Fernsprechver­kehr zwischen den einzeknen Orten ist sehr un- regeluräßig. Zum Beispiel ist schon seit gestern jede Verbindung zwischen Gelsenkirchen, Bochum und Essen gestört. Ruch im Ortsver­kehr der Fernsprechämter werden »ft durch Ein­griffe der Franzosen stundenlange Störungen verursacht. Die Nteerwachimg vieler behördlicher Stellen HAt nach wie vor an. Heute läuft in Essen ein Ultimatum der Telegraphen- «nd Tele­phon-Beamten ab die von den Franzosen die Räumung der Aemter verlangen.

VaterlSnösscher Schwur.

Sine Kundgebung der Burschenschafter.

(Pri»at-Lelrgr«mn.)

Berlin, 29. Januar.

Der RrichSgründungsrommerS der Bereini­gung alter Burschenschafter wurde wie alljährlich üblich, am gestrigen Sonntag im Marmorsaale des Zoologischen Gartens veranstaltet. Er gestal­tete sich diesmal zu einer eindrucksvollen Kund­gebung gegen den Einbruch der Fran­zosen in friedliches deutsches Land. Obwohl der größte Saal von Berlin zur Verfügung stand, mußten Hunderte schon vor Beginn mstkehrrn, weil die Türen des Saales wegen Nrbcrsüllung geschloffen waren. Die Kundgebung erreichte ihren Höhepunkt, als nach einer Rede des Psar- rcrS Förtsch, die auf den Wahlspruch der Bur­schenschafterEhre, Freiheit nnd Vaterland" auf- gebaut war, viele tausend Hände sich zu einem S ch w u r zur Rettung des Vaterlandes erhoben.

Unter der fremden Gewalt.

Delagerungszustaud in Mörs.

(Wttne Drrhtmeldun«.)

Düsseldorf, 29. Januar.

TaS Vorgehen der Belgier gegen den Land­rat und den Bürgermeister von M ö r S, die von der belgischen Befatzungsbctzörde ihres Amtes enthoben worden find hat im linksrheinischen Jnpustricbezirk gestern zu einem großen Pro­

teststreik gegen die Angriffe der Militärbe­hörde in die Selbstverwaltun« geführt. Auf allen Zechen deS linksrhrinifchrn Reviers haben die Bergarbeiter die Arbeit eingestellt Alle Werkstätten ruhten am Sonnabend. Die Betriebe der Staatsbahn sowie der Kleinbahnen lagen still. Die öffentlichen Aemter, Post-, Te­legraph- nnd Fersprech-Aemter waren für jeden Verkehr geschloffen; daS Fernsprechamt vermit­telte nur Dienstgespräche. Auch die Schulen waren geschlossen. Die Geschäftsleute so­wohl in MSrs wie in Homberg hatten sich an der Kundgebung durch Schließung der Lü­den beteiligt. Die interalliierte Rheinlandkour- mission hat nun über den Teil, in dem der Kon­trollbezirk MörS liegt am verflossenen Sonn- abend den BelagerungSzustand verhängt.

Ausgrwitfrae Beamte.

Düsseldorf, 29. Januar. (Eigene Drahtmel- bung.) Die französische Besatzungsbehörde Hai den Bürgermeister Schmidt und RegirrU"gsrat Oise ausgewiesen. Beide wurden sowrt in das unbesetzte Gebiet abgeschoben. Der Oberbürgermeister hat für heute nachmittag die Vorsitzenden der Frattionen der Stadtverordne- icn-Dersammluna zu einer Sitzung zusammen- berufen, in der Maßnahmen gegen dieses Vor­gehen der Franzosen ersrirrt werden sollen.

VwüoncMWche Bewegung.

Eine Fahnenweihe desSturmtrupps".

(Privat-Telegramm.)

. « - München, 29. Januar.

Dir Sahchcrjche« Natioualsozialiste« feierten am gestrigen Sonntag Fahnenweihe. Die Sturmtrupps ganz Bayerns und an» allen Tei­len Deutschlands hatten in einem großen Viereck auf dem MarLfelde mit Fahnen und Standarten in militärischer Ordnung Ausstellung genommen. Hittler hielt eine Ansprache. Unter den Klängen deS VräsentiermarscheS wurden die mit dem alten Reichsadler gekrönten neuen Fahnen, die mit der AufschriftDeutschland ermatte" ge­schmückt waren, präsentiert Hittler erklärte, daß diese Flagge als Zeichen vormiwehen solle biS zu dem Tage, an dem Deusschland unter diesem Zeichen siegen werde, hier und im Westen drü­ben mit Rlstin. Rach den Klängen des NedeS Deutschland erwache", erhoben die Führer der Stttrmabteilnngen die rechte Hand zum Schwure, durch den sie der neuen Flagge ewi­ge Treue gelobten. Darauf sprach als Vertreter des völkischen RechtZAocks Oberst v. Xtzlan - der, der seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß trotz aller Angst sogenannttr deutscher Rc- giermigrn, dieser oroße Tag zustande gekommen sei und daß der völkische Rechtsblock mit den Nationalsozialisten einig sei gegen den inneren Feind und einig gegen jene, die das Vaterland zu besudeln wagen, indem sie einfielen in deut­sches Land. Die Nationalsozialisten seien die stärkste Stütze und größte Hoffnung des deitt- sch-n Volkes.

Was sie erstreben.

M ü n ch e n, 29. Januar. (Privattelegramm.s In den öffentlichen Versammlungen der Natio­nalsozialisten wurden folgende Forderun- gen ausgestellt: 1. Sofortige Ungültigkeitserklä­rung des Friedensvertrages. 2. Einstellung jeder Geld- und Sachlieferungen, 3. sofortige Durch- führmig einer Währungsreform, 4. Vorlegung eines Gesetzes zum Schutze deS Vaterlandes und restloser Kampf gegen alle BaterlandSverrSter, 5. augenblickliche Aufhebung der Schutzgefetze; Befreiung der in den Gefängnissen schmachten­den nationalen Verteidiger deS Vaterlandes; Verhaftung derjenigen November-Verbrecher, die als Führer Schuld und Ursache unseres heu­tigen Unglücks sind, 6. abermalige Forderung nach beschleunigter Einführung der Todesstrafe gegen Wucherer und Schieber. Am Schluffe der Versammlungen wurde namens der Partei­leitung an die Versammlungsteilnehmer die Aufforderung gerichtet, nicht in geschlossenen Zügen nach Hause zu gehen, zumal von gegneri­scher Seite Zwischenfälle hrrvorgerufen würden.

2lbschftdung aus

Weimar, 29. Januar. (PrstvattelegraAUN.) Die thüringis-te Regierung gibt amtlich be. rannt, bafi in der Nacht zmn Sonntag aus dem Berlin-Münchener Zuge in Gera 373Rotzbach- Leute heransgeholt und festgenommen worden sind. Unter ihnen befanden sich 40 Offi­ziere, darunter der frühere Führer der thürinaj. fiten Landespolizei, Hauptmann Amsel. Die Roßbach-Leute waren mit Revolvern, Pistolen und Gummiknüppeln bewaffnet. Sie trugen Ab­zeichen mit Stahlhelm, Hakenkreuz und Maschi­nengewehr. Die Festgenommenen wurden zu­nächst in der Kaserne von Gera interniert und dann nach Leipzig abgeschoben. DaS thürin­gische Staatsministerium hat Über den Stadt- und Landkreis Gera Ausnahmezustand verhängt.

RrcMSpflegekostm.

Das «eue Grrikhtskosten-Besetz

Mtt »em 15. Februar teilt ei* ne*«« «t- !tchtst»sten.Se^tz füe »e* St*«- *«» peezrb in «eeft.

leimt nue nertz »ie Volle, »ie halbe **» »! «i "tei SoSühe. »ie bi«-eel«e» viele* 3ehMet^»e»Stze«n sind weggesaUen.

Nach dem neuen Gesetz beträgt die Mindest- Gebühr 100 Mark. Die Gebühr beträat tztzt von 12000 Mark 100 Mark, 24000 Mark 200 Mark Uooo Mark 300 Mark, S-8000 Mmck MO Marr 8-10000 Mark 500 Mark, 10-12000 Ma« UV Mark, 1214000 Mark 700 Mark, 1415000 Mark 800 Mark, 1618000 matt 9CO Mark, 1820000 Mark 1000 Mark. Das Gesotz weder, durchweg eine Gebühr M das gesamte Versag ren (Prozeßgebühr). Diese ist fdjon m tteer vollen Höhe mit der Einreichung, der Klage sal- lig. Die Bestimmung des Termins ist von der Zahlung der Prozeßgcbühr abhängig zu machen. In Armensachen wird dage^n nach wie vor so­fort Termin bestimmt. Die Aufnahme einet Vergleichs ist jetzt gebülhrenfrei, eS sei denn, daß der Vergleich Wer den Streitgegenstand hinan-,, geht Neben der Prozeßgebrchr wird für d« An. ordnung einer Beweisaufnahme nochmals die volle Gebühr (Beweis - Gebühr) und Nr das Urteil dieselbe Gebühr als Entscheidungsgebuhr erhoben. Für -* .

daS gesamte Mahnverfahren

ZMunns- und Dollstreckungsbefehl wird jetzt nur noch eine Gebühr erhoben, und zwar die Hälfte der Prozeßgebühr. (MindeiLeirag 100 y-i-t). Die bisherige besondere Gebühr r-gt-.Povstteckungsbefehl ist wegge,allen. Auch der ZahlnngSbeschl soll nicht vor Zahlung der Mahngebühr erlassen werden. Für das Ver­fahren zwecks Leistung des OMantnflSctbee ist die Hälfte der Prc-zeßgeMhr emgefuhtt. (Mindestbetrag 100 Mark). Dre Gebühr m Strafsachen betrügt 20 vom Hundert der et* kannten Geldstrafe, bei FreihEsttafe biSeme Woche 100 Mark, bis einen Monat 300 Mark. 3» auf Freiheits- urtb Geldstrafe erkannt, so wird jede Gebühr besonders berechnet Im

Privatttage-Verfahren

betetet Ser Gebührenvorschuß 1000 Mark., Wird der Beschuldigte freigefprochen oder strchsrei er- klärt, ist die Gebühr 1000 Mark. MH feste Ge. 'hr von 1000 Mark kommt in der BeruftmgS- Jnstanz nochmals zur Erhebung. Me Schreib- gebühr betrügt jetzt 20 Mark lur d'.e

AuÄaqen werden letzt auch wieder die Postge­bühren und die Zustellungsgebuhren für die Ladung von Zeugen und Sachverständigen er» hoben/ Eine Zusielluna kostet letzt m Kassel 80 Mark, im Fernverkehr 140 Mark.

Gegen die Ruvrdefetzunv.

Aussprache im Preußischen Landtag

Berlin, 29. Januar.

Der Preußische Landtag setzte nach Erledft gung einer Reihe kleinerer Gegenstände die Aussprache zum Haushaltsplan fort. Als erster Redner sprach der Zenirim^äbgeordnrte Metzinger, der als Genossen.schaftssekreto.r an5 Essen besonders geeignet war, zur Ruhrbesetzung zu sprechen. Er versicherte unter dem Beifall des Hause? erneut, daß die topftren Richrleuw nicht willens sind, sich unter das franKousche Joch zu beugen. Als im Jahre 1906 das furchtbare Unglück von Courbieres m Frankreich hereiiibrach, so hob der Redner heteor, eilten deutsche Bergleute mit OorjitgWr Aus­rüstung zur Hilfe dorthin. Der Ruhreinbruch ist die französische Quittung. Wenn^Ien in einem aohciwen Befehl Arbiter ftrr die fran­zösischen Alteressen anwerbe, so fei diese Hal­tung höchst unkorrekt, aber auch sie werden

atu deutschen Widerstand scheitern.

Mt einem Appell an die Landwirtschaft, mit allen Kräften der bedrängten RuHrbe^lkerung beft-ustehen, und mit der erneuten Versicherung ewiger Treue schloß der Redner seine mit stür­mischem Beisall aufgenommenen Darlegungen Tas Wort nahm dann für die Deutschnattonalen der Abgeordnete R i p P l e r, der ja als Hagener die französifche Besatzung vielleicht auch persön­lich zu spüren bekommen wird. Seine Rebe war ein aufrichtiges Bekenntnis zur Ein- heitsfront. Derselbe Gedanke m sich durch bte DnsMrungen des Redners der Deutschen Volksparkei, deS Abgeordneten Dr. Leidig. Die Einheit einer Partei und des internatwna- len Proletariats, wie ein Artikel deS .Vorwärts^ erkläre, fei nicht die Ausgabe der Stunde. Jetzt gehe es

um daS Vaterland.

Möge darüber mrch eine Partei zerschellen und wenn es die eigene fei. Als dann der Kommu­nist Schulz-Neukölln in gewohnter Wesse gegen Schieterreyierung und industrielle Gau­nerei «bete, verließen die Rechte und das Zen- trum den Saal. Es blieben nur zehn Abge­ordnete, darunter acht Konummssten zurück.