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Nummer 98

«iuzelnummer 130 Mk<

Sonnabend, 28. April 1923,

13. Jahrgang

Einzelnummer 130 Mk,

Neuer Zwang jur Kohlenllesemng

lichen und arbeitsamen Bevölkerung ausgetragen i E i s werden. Gerade der unerschütterliche deutsche derer

an Frankreich allein, zu Beginn der kommenden

Straft für die SkoSi Alettmann.

M e t t m a n n, 27, April. (Privattelcgrmnm.) Die der Stadt Mettmann wegen eines auf einen französischen Cfrisier abgegebenen Schusses auserlegte Bcrkehrssperrr ist jetzt wieder aufgeho­ben worden. Für die Bezahlung der Butze von dreißig Millionen Mark ist ein Aufschub bis zum 24. Mai gewährt worden. Bis zu ihrer Bezahlung sollen zwei Stadtverordnete, die bereits drei Wochen in Werden sitzen, weiter in Haft bleiben. Außerdem soll für die Be­zahlung der Butze auch «och ein angesehener Bürger verantwortlich sein, deffen Ver. Haftung bei Nichtbezahlung zum genannten Zeit­punkt bevortzeht. Auch werden im Weigerungs- alle Grmeindegüter beschlagnahmt. Die Tele­phon- und Telegrammsperre bleibt bestehen.

tergang unweigerlich auch den Zusammenbruch Frankreichs zur Folge haben wird.

Widerstand im Ruhrrevier, der in unverminder­ter Kraft weitcrgeführt werden muß, belehrt die Welt, daß Gewaltmittel gegen die Macht einer Idee und gegen den Lebenswillen eines Volkes versagen. Und aus dieser Erkenntnis müssen die notwendigen Folgerungen gezogen werden und zwar restlos, oder wir kommen in eine Epoche noch stärkerer Wirren, bei denen sich das Wort bewährheilen wird, daß Deuischlands Un-

3«fertton#p teilen) Einheimische Auftrage: die einspaltige Anzeigen; eil« 200 Mark, Fami. llennachtichten,die Zelle 160 Mark die einspaltige Reklame,eile 700 Mark di Auswärtige Auf- träge: Die einspaltige An,elgenzetle 202 Mark die einspaltige Rerlam-;elle 7i» Mark, alle« ein. schließlich TeuerungSzufchlag und Aiuetgenfleuer. Für Anzeigen mit besonder« schwierigem Satz hundert Prozent Ausschlag. Für di- Richtigkeit aller durch Fernsprecher abgegebenen An ,eigen, sowie für Aufnahmedaten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. »ruderet Schlachthofstratze 28/30. »eschäftrstelle: Kölnische Straße 0, Telephon Nr. SOI und 852

de» müsse. Diese Forderungen gehen nach dem Berichterstatter darauf hinaus, daß man ent­weder ihren Familien die Möglichkeit verschafft, bei ihnen im Ruhrgebiet untergebracht zu wer­de«, oder datz man ihnen eine Lohnzulage gibt. HavaS mekder auS Düsseldorf: Gestern ist ein wenig unterhalb des Bahnhofs Essen-Süd eine Metallschachtel mit Explosivstoffen von einem in Fahrt beftndlichen Zuge auf einen französischen Wachtposten geschleudert wor­den. Das Geschoß verfehlte sein Ziel und es« plädierte auf dem Boden ohne Schaden an- zuriäften. Eine Untersuchung ist im Gange.

deren Kontra«, soweit es sich um freimütig ein- gestellte handelt, am 6. Mai abläuft, große Un- zusriedenheit herrscht und kommt zu dem Schluß, daß, wenn am 5. Mai die Massenab- reise der augenblicklich Verpflichteten vermie den werden soll, dann schleunigst de» Forderun­gen der TranHwrtarbeitrr nachgekommen wer-

Die Kasseler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentllch sechsmal und zwar ad end«. Der AdonnementSprelS betragt monatlich 3200 Mark bei freier Zustellung tn« Lau- in der Geschäftsstelle abgeholt 3155 Mark monatlich. Auswärts durch die Poft bezogen 3230 Mark monatlich einfchl Zustellung. Bestellungen werden jederzeit entgegengenommen. Druckerei ®erlös und Redaltion. Schlachthofstraße 28/30. Für uneertangt eingefanbte Beiträge kann bte Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgeldes ober Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgefchloften.

enbahnarbeitern im Ruhrgebiet,

Unter seinSSichem Zwang.

Befehle zur Kshlenlieferung.

(Eigen? Drahtmeldung.)

Koblenz, 27. April.

Das Havasburean berichtet: Die Interalliierte Rheinlandkommission hat eine Verordnung er­lassen, derzufolge Industrielle und andere Per­sönlichkeiten, die sich weigern, den Kohlenlie- fernngsbefehlen der interalliierten Be­hörde Folge zu leisten, Bestrafungen bis zu fünf Jahren Gefängnis erwirken. Die vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung erlassenen Lie- serungSbefrhle müssen innerhalb von fünf Tagen nach der Veröffentlichung ausgeftthrt sein, sonst gelangt dieselbe Strafe zur Anwendung. Ebenso wird jede Person, die irgendwelche Manöver Mgen die Ausführung ser Lieferungen unterstützt, in gleicher Weise zur Verantwortung gezogen.

Woche möglich sein wird. Falls nickt unvorher­gesehene Aenderungen eintrrten, ist mit einem Zahlenangebot zu rechnen, das im Nah­men des letzten deutschen BorMags auf der Pa­riser Konferenz gehalten ist. Darüber hinaus dürfte sich die Reichsregierung unter gewissen Voraussetzungen bereit erklären, die endgültige deutsch« Leistungsfähigkeit von Autori­täten abschätzen zu lassen. Es ist ganz selbst­verständlich, daß Deutschland in dieser «bschät- zungskommission vertreten sein nmtz und datz die Zusammensetzung das notwendige Vertrauen in Deutschland haben mutz. Siner Kommission, in der nur die alliierten Staaten vertreten sind, kann die deutsche Regierung die Abschätzung nicht überlassen, lieber den wichtigsten Punkt unseres Angebots, die Garantie frage, die schließ­lich auch die Grundlage bilden wird für eine kom­mende Anleihe, herrscht bei den vorbereitenden Instanzen der Regierung noch nicht volle Klarheit.

Verhaftete Bankbeamte.

Koblenz, 27. April. (Privattelegramm.) Verhaftet wurden von den Franzose« meh­rere Beamte der R e i ch s b a n k, die infolgedessen weiter gefchkoffen bleibt. Es sckzeint sich um dje Nachforschung nach Ruhrgelder» zu handel«.

Zahl und Garantie.

Bor dem Verhandlungsweg«.

Von allen Seiten, von außen und von innen, wird die Reichsregierung dazu gedrängt, jetzt mit einem neuen Angebot herauszukommcn. Was ftlmmungsgemätz insbesondere von Eng­land auS nach dieser Richtung hin geschieht, ist geradezu außerordentlich. Die englische Presse legt mit jeder neuen Ausgabe der deutschen Re­gierung mit stärkerem Nachdruck einen raschen und entschiedenen Entschluß nahe und es fehlt dabei nicht an Drohungen ,daß die gegenwärtig zugunsten Deutschlands vorhandene Stimmung vernichtet würde, wenn die von der englischen Negierung vorgezeichnete Vechandlungsbasis nicht betreten würde. Im Innern sind es na- fsontlich die Sozialdemokraten, die von der Reichsregierung eine rasche Entscheidung verlangen. Aber auch in anderen Parteien wird

Sranzöfische Derfthrsfprrre.

F r a n k f u r t a. M., 27, April. (Privattele- gramntz) Die Franzosen lassen jetzt nicht mehr Personen aus Laftautomobilen und in Perfonen- automobile», die mit mehr als vier Passagieren besetzt sind, dte Grenze zum besetzten Gebiet pas­sieren. Durch diese neue Schikane find die regel­mäßigen Autoverbindungen von hier nach Mainz und Wiesbaden unmöglich geworden. Offenbar wollen die Franzosen die Bevölkerung zur B e - Nutzung der von ihnen betriebenen Eisen­bahnen mit allen Mitteln zwingen.

die Auffassung geteilt, daß in der Tat gegenwär- t!g für die Reichsregierung die Stunde zum Handeln gekommen fei. Sy sehr man nun die letzten Vorgänge im Hinblick auf die Ausführun­gen des englischen Außenministers als einen Schritt auf dem Weae zu Verhandlungen an- sehen kann, und so sehr darauf gedrängt werden muß, daß von deutscher Seite nichts unterlassen wird, was diese sehr wichtige neu« Lage für die deutschen Interessen nutzbar zu machen geeignet ist. ebenso muß man aber doch sich vor Augen hakten, daß die neue Basis immerhin sehr schwg' und auch noch recht brüchig ist.

WaS dir Situation ganz erheblich ev schwert, ist einmal die Frage der Nennung einer fest.s-n S-chuldnie unb rum zwei­ten dte S r ch e r I! n g s f r a g e. Gewiß hat auch der englische Außenminister erklärt, daß Deutsch­land im gegenwärtigen Augenblick eine feste Kahl sehr schwer sagen könne, aber er hat auch keinen Zweifel darWür gelassen, daß es die Dinge wesentlich fördern würde, wenn Deutsch­land tatsächlich eine derartige feste Summe von sich aus bezeichnen würde. Demgegenüber bat pie Reichsregierung erklärt, daß sie sich grundsätzlich immer noch an das damalige Pa­riser Dreihig-Milliarden-Anqebot halte. Diese -Summe ist aber auch den Engländern zu klein Man redet mtn immer mehr davon, daß sich Deutschland dock mit einem Betrcme von vierzig Milliarden einverstanden erklären solle und man stellt in Aussicht, daß in solchem Falle England gegenüber Frankreich, das ja fünfzig Milliarden forderte, vermitteln will.

Nun läßt allerdings die Rede Jortz Curzons die Möglichkeit. ia die Notwendigkeit einer end­gültigen Entscheidung über diele Zahkenlraze durch einen internationalen Ausschuß offen. Aber wie ungeheuer schwer es für die deutsche Reichs reg" eru na ist, aus den Boten eines derartigen Vorschlages zu treten, ergibt sich schon allein au? der Tatsache, datz wir heufr noch gar nicht w-ssen, aus welchen Perionlickfei- ten ein solches Kollegium zulammengel-tzt wür­de, ganz abgefeben davon, daß wir auf feine Zu­sammensetzung überhaupt keinen Einfluß hätten. Die jetzige Unterstellung Deutschlands unter eine derartige Instanz Würde Deutschland von vym- terein in einet betulichen Weise fest- leq en. Wenn sich bi? Reichsregierung für den Vorschlag des amerikanischen Staatssekretärs Himbes ausgesprochen hätte, so auch nut unter der Voraussetzung, datz an dem Zustanteommen einer Entscheidung Deutschland nur mitbeteiligt fei. Run stehen wir aber vor der Tatsache. test Amerika selbst diesen Vorschlag sich nicht mehr zu eigen macht und daß Frankreich ihm von vornherein ablehnend aegenüderstand. Daraus ergibt sich die Schwere einer Entscheidung in dieser Frage.

Ebenso ungünstig, wenn nickt noch schwieri­ger, liegen die Dinge hinsichtlich der Sicke­rungsfrage. Richt alS ob es irgendwie Bedenfra hätte, daß Deutschland den Bnrgfrie- denspakt wieder aufnäbme, wozu es ia auch be­reit ist, oder daß es die Dauer dieses Paktes verlängert, wobl aber hinsichtlich der Bestrebun­gen. die von französischer und zum Teil auch selbst von enakifcker Seite im Hinblick auf das Rheinland geheot werden. Und es sind ja nicht nur Sicherungsfragen aufgeworfen worden für de:. Westen, sondern auch für den Osten Deutschlands Mr müssen uns in dieser Be­ziehung doch an die durchaus zutreffende Be­merkung des englischen Außenministers halten, daß Sicherungen nur auf Gegenfritigkeit beruhen müssen. Denn wenn Frankreich auf den Standpunkt sich stellt, von dem niedergewors-nen D-.mtschland noch übet den Versailler vertrag hinausgehende Sickerungen zu erhalten, dann erst recht muß Deutschland Sickefngen vor Frankreich urtb seiner bisherigen Mftitär- und Sanktionspolitik fordern. Insbesondere müssen bindende Zulagen dahingehend erfolgen, daß wirtschaftliche Streitfragen künstia nick' wieder mit der Besetzung deutschen Gebietes und mit der Vergewaltigung der deutschen fried-

fentlickc Eigentum des Reiches, der Länder und her Gemeinven, vor allem die Eisenbahnen, dann die Forsten und Domänen, endlich die Auslands­guthaben, das gemünzt« oder ungemünzte Edel­metall und die Waren, die sich gerade auf dem Transport befinden. Summa summarum ergs- ben, genau gerechnet, alle diese Posten zusammen als Wert des Vermögens der deutschen Volks­wirtschaft im Jahre ISIS; 376 Milliarden Gold­mark. Wie verzinste sich dieses VolMavt- tal? Das heißt, welchen Ertrag wirtschaftete die deutsche Arbeit 1913 aus diesem Vermögen her­aus? Durch sinnreiche Benutzung der Einkom­mensteuerstatistik läßt sich der damalige Wen der inländischen Erzeugung auf 37 Milliarden Gokd- ntatf schätzen. Das wären also etwa elf Pro-zen, Verzinsung des Kapitals. Was ist aus dem Kapital durch Krieg. Zusammenbruch und bis- herige Wiedergutmachung geworden? Wie groß ist

das heutig« Vokkskapital,

wie verzinst es sich und was wird heute davon abgegeben und Verbrauchs? Raab muß Vas Jcchr 1921 mit 1913 vergleichen, denn für 192*3 liegen die Zahlen noch nicht vollständig vor. Was hat Deutschland bis Ende 19*30 verloren unb preisgegeben? Die 70 bis 80 Milliarden Golhmark Koste» bet Kriegführung sind nicht voll Vom deutschen Volksvermögen abzuschreiben. Ein Teil, z, B- neue Fabriken, ist der Bolkswirr- schaft wieset zugute gekommen. Man rechnet nur bl« Hälfte als dauernden Verlust. Aber Deutschland hat seinen ehemaligen Verbün­deten Vorschüsse in Höhe von insgesamt S Milliarden Goldmark gegeben. Diese For- heruna ging in Versailles auf die Sieger über. Sie ist ohne weiteres in den Rauchifang zu schreiben. Ferner hat Deutschland alle größere» Auslandsguthaben während des Krie­ges und auf Grund des Friedrnsvertrages ver, koren. Man rechnet mindestens 20 Milliarden Goldmark. Die abgetretenen Gebiete betragen ein Acktkl des früheren deutsthen Ge- samtgebietks Man rechnet 38 Milliarden Ver­lust, sehr niedrig geschätzt, denn man denke nur an die entrissene lothringische und oberschlesische Industrie! Abgesehen von den annektierten Ge- bieten sind im Waffenstillstand und durch Aus- Mrung der sogenannten Reparationen biS zum Schlüsse des Jahres 1920 mindestens 37 Mikliar- ve» Goldmark an deutschem DolksvermSgrn draufgegartgen. Der Niedergang der Häufet und des Bodens, der Bergwerke und Wälder (Raubbau) wird mit 10 Prozent des Vorkriegs- wertes geschätzt. Daraus ergibt sich eine Min- destabichreiburtg von 35 Milliarden. Endlich Verlust infolge der Kapitalverschiebung ins Ans, land und allznbilliger Ausfuhr (sowieAusver­kaufs: 5 Milliarden. Alle diese genannten Ver. kuste ergeben zusammen die ungeheure Verrin­gerung des Volksvermögens um mindestens 178 Milliarden Goldmark, sodaß also der Bestand von 376 Milliarden Goldmart auf

höchstens 198 Milliarden

herabgesunftn ist. Und auf diese 108 Milliarden VokkSvermögen hat dann das Londoner Ultima, tum vom 5. Mai 1921 die Hypothek von 132 Mil- i arten Goldmark ReparationSschnlden gelegt. Von dieser Last bleibt als freies Eigentum des deutschen Volkes nur etwa ein Sechstel oder höchstens ein Fünftel des VotkriegsvermögenS der deutschen Volkswirtschaft verschont. Um die Laae Deutschlands richtig zu verstehen und Wege

Um Deutschlands Angebot,

eine Slots an die Alliierten.

(Enrat-Telegramm )

Berlin, 27. April.

DerVorwärts" berichtet: Aus den vorläufi­gen Beratungen maßgebender Regierungsstellen, über ein deutsches Angebot ist zu schlie­ßen, daß die Absendung einer N o t e an s ä m t -

den Goldmark geschätzt. Steinmann-Bncher be­rechnete für 1914gegen Feuer versichertes Pri- vatvermöaen in Immobilien und Mobilien" 200 bis 220 Milliarden Mark. Raab HW sich vor- ...... .... , sichtig an die untere Grenze von 200 Milliarden, l ich e Eierten Staats« unb nicht ausschließlich Dazu kommen nach Raab die Bergwerke, das öf-

Aus brr Orientkonserenz.

-r,»e Befürcht«»,«« in Frankreich.

(Eigene Prehtmeldung.)

Lausanne, 27. April,

Zu den Lausanner Berqandlunge« weiß das Journal des Debats" zu berichten: Die beiden ersten Tag« rechtfertigen unsere Beftfrchtungrn. Die Türken find den Alliierftn um keinen Schritt entgegengewmmen. Im Ge­genteil, sie find hinter ihre Stellung vom 11. Februar zurückgewichen und kein Uebereinkom- men steht i» Aussicht. Das Blatt ist mit der Hal. jung der französischen Regierung, die es zu dem Chesterabkommen gelangen ließ, unzufrieden In einer Besprechung her politischen Lage stellt Bainville in derLiberte" fest, bte Schwierigkei­ten Frankreich« in Lauf anne sollen mit den Schwierigkeiten im Ruhrgebiet zusammen- hängen und man hätte besser getan, die Eröff­nung der Konferenz bis nach Regelung des Ruhrkonfliktes hinauszufchirben. Es liegt aus der Hand, datz die Tütten nach Esse» Hinschauen und die Deutschen die Blicke nach Lausanne rich­ten. Ter Widerstand der Einen im Januar und Februar habe den Widerstand der Ander» verstärkt.

Französische Warenhausverdote.

Dortmund, 27. Aprik. (Privattelegramm.) Die Konfeftionsstrma Fischer hat von den Fran­zosen einen Befehl erhalten, nach dem itjr der BerkaufvonWarenbisaus weiteres ver­boten wird. Außerdem wurde der Geschäfts- ührer verhaftet. Die Firma weigerte sich erneut, an die Franzosen Waren zu verkauft«. Das Warenhaus Gebt. Saustnann wurde von den Franzosen ebenfalls geschloffen, da «S sich ge­weigert hatte. Tuche für eine auf der Lrouenhurg zu hissende Trikolore zu verkaufen.

Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzettung Hessische Abendzeitung

Unsere Wirtschaft.

Ma« kedt von der Substanz.

«i* unfere Molttwirtfkhaft durch den Heilere, neu Krieg und die danach folgend« feindliche «nSbeninng »erftvrt wir», zeigt die «achftehe«. d« sachkundige und «berstcht-iche SorfteUung. ES ist mehr alS eine bloß« Schätzung, daß Has deutsche Vottsvermögen durch bett Krieg urtb feine Folgen ungefähr auf die Hälfte ver­ringert wurde. Die Welt will das nicht hören, und doch ist es fo. Also sprach der deutsche Reichskanzler am 6, Mürz im Reichstag. Wer sich von der grauenhaften Tatsache überzeugen will, daß nicht nur die Staatsfinanzen d?S Deutschen Reiches tief z e r r ü 1 t e t sind, son. Hern auch die Privatwirtschaft lebensge­fährlich erkrankt ist (während sie von den Versailler Gläubigern immer noch als zahlungs. R Schuldner anßefprochen wird), der findet er soeben erschienenen kleinen Schrift von Dr. Raab. Berlin, Zentralverlaz, alles Wissens- werte. Obwohl diese Schrift mit dem Titel Deutschlands WittschaftSbilanz vor und nach dem Kriege" streng wissenschaftlich geschrieben ist, liest sie sich wie eine spannende Novelle. Raav frißt u. a. auf den bekannten statistischen Arbei­ten von Steinmann-Bucher.

Deutschlands Nationalvermögen

wurde vor dem Kriege auf 350 bis 400 Milli ar«

Das Programm ter (Regierung.

Paris, 27. April. (Eigener Drahtbericht.) DosJournal des DebatS" veröffentlicht eine Berliner Meldung, wonach dir drutfche Regie­rung sich zu nachstehenden Programmpuntten entschlossen Hatz 1. Mit dem passiven Wi­derstand bis zum Eintreten einer Lösung fortznfahren. 2. Auf ein mit Garantie» ausge- stgttetes Angebot muß di? Räumung des ssuhrgehixtes erfolge». 3. Frankreich werden Garantien gegeben, die bet RMseinhrit nickt znm Schade» gereichen. Der Reichs­präsident kehrt heute nach Berlin zurück. ES ist zu erwarten, daß sich bann das Reichoka- hinett in Gegenwart des Reichspräsidenten Mit der Porbereitung des deutsch«» Angebotes an die Alliierten beschäftigen wird.

Im besetzten Gebiet.

le llnznfriedenhett der Franzosen.

(Eigene Drahttneldung.)

Paris, 27. April.

Der Sonderberichterstatter des »Petit Jour­nal" in Düsseldorf bestätigt feinem Blatte, daß unter ben mit ter Kohlen- und Koksabfuhr be. schäftigten französischen Transport, und,