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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 103.

Einzelrmmmer 150 Mk.

Sonnabend, 5. Mai 1923.

Eirkzelainnmer 150 Mk.

13. Jahrgang.

Weitere Versuche trotz Ablehnung.

Der Qrirntkampf.

Sie Gegensätze in Lausanne.

Die zweite Orientkonferenz läßt sich bischer nicht erfolgreicher an als die erste, die bekanntlich infolge der tiefgehenden franzö­sisch-englischen Gegensätze scheiterte. Alle Be- rlchte aus Lausanne stimmen darin überein, daß bisher keinerlei nennenswerte Fortschritte er­zielt worden sind, was die englische Presse auf die türkische Opposition schiebt. An die Stelle der großen Kommissionen, die vom November vergangenen Jahres bis zum Februar dieses Jahres der Schauplatz so heftiger und negativ ausgegangener Kämpfe waren, find jetzt die ver­schiedenen Ausschüsse für die politischen, wirt­schaftlichen und finanziellen Fragen getreten. Aber die Gegensätze sind dieselben geblieben, und die Verhandlungen über die finanziellen Fragen sind bereits ins Stocken geraten, da die Meinungsverschiedenheiten zu groß sind und Ismet Pascha den Versuchen der Alliierten das ist der einzige Punkt, in dem sie einig sind, die Türkei auszubeuten, ent­schiedenen Wider st and entgegensetzt.

Auch jetzt wird die Konferenz wieder, trotz der Ableugnungen von Paris und London, durch den englisch-französischen Gegen­satz beherrscht, zunächst, weil keine der beiden Mächte der anderen die Festsetzung in Konstan­tinopel, dem besten Hafen am Aegaischen Meere und dem Schlüssel zum Schwarzen Meere, gönnt. Die Franzosen wollen den Briten nicht den drit­ten Ausgang zum Mittelmeer überlassen, und die letzteren betonen, daß die Dardanellen, etwa in französischer Hand, die britische Seeherrschaft im Mittelmeer in Frage stellen würden. So wird man sich zum Schluß wohl oder übel auf die Neutralisierung der Meerengen einigen müssen. Aber die Türkei will bisher der von der Entente gestellten Entfestigung forde- rung nur unter Bedingungen zustirmnen, und vor allem macht Sowjetrußland Schwie­rigkeiten, weil es die Sperrung der Durchfahrt für Kriegsschiffe nach dem Schwarzen Meer durchsetzen will.

Wäre immerhin hier, sowie in der Frage der von den Türken verlangten Abschaffung der Ka­pitulationen eine Einigung zu erreichen, so liegt die Hanptschwierigkeit vor allem darin, daß so­wohl England wie Frankreich für die Zugeständ­nisse in jenen beiden Fragen als Ausgleich weit­gehende Vorteile auf wirtschaftlichem Gebiet be­anspruchen. Den Engländern kommt es da­bei in erster Reihe auf den ungeschmälerten Besitz der Petroleumquellen bei Mossul an, WÄrend die Franzosen noch viel weitergehende Ansprüche stellen, die sie teils offiziell, teils hin­ter dem Rücken des englischen Delegierten in Privatvcrbandlungen mit der Türkei zu erreichen suchten. Der französische Delegierte Gene­ral Pellot hat in einer Unterredung mit Ismet Pascha umfassende Vorschläge für eine Menge von Konzessionen in Kleinasien, vor allem Eisenbahnkonzessionen in Anatolien, gemacht, die er als Ersatz für die sogenannten Chester - Konzessionen der Rordamerikanischen Union fordert. Als Ersatz hierfür will Frank­reich den Türken eine Anleihe gewähren. Was in schroffem Gegensatz zu der Behauptung steht, daß das französische Budget nur durch deutsche Reparationen ins Gleichgewicht gebracht werden könne. (!)

Die Türkei ist aber infolge der unzuverlässi­gen Haltung der Franzosen auf der ersten Orientkonferenz, wo sie zum Schluß sogar mit Griechenland gegen die Türkei zu paktieren such­ten, mißtrauisch geworden und verhält sich gegen die französischen Vorschläge zunächst vorsichtig abwartend, wobei sie natürlich von England, dem aber die Türken ebensowenig trauen, eifrig unterstützt Wird. Der Fraaenkomvler wird da­durch noch verwickelter, daß auch Amerika im Anschluß an die Chesterkonzession einen Sevaratvertraa mit der Türkei abzuschließen der- sucht. Mft diesem Abkommen des Admirals Chester ist den Franzosen sowohl als auch den Engländern ein Stein in den Weg gelegt wor­den, denn es betrifft den Bau von langen Bahnlinien auer durch die Türkei. Damit macht sich die türkische Regierung finanziell mich von Amerika abhängig und beeinträchtigt die enAifch-ftauzSsische Finanzkontrolle. Infolgedes­sen können England und Frankreich nicht mehr in Lausanne nach ihrem Belieben austreten. Sie sind natürlich über Amerika? Dazwischentreten sehr entrüstet, was aber den Amerikanern keiner­lei Bedenken bereitet. Die dadurch gestärkte Lage der Türkei kommt neuerdings in der militä­rischen Bewegung zum Ausdruck. Tür­kische Truppen Werden an der syrischen Grenze zusammengezogen. Diese Bewegung haben die Franzosen mit Kriegsschiffen und Trutchen- verstärkunaen beantwortet. Es ist klar, daß durch solche Erscheinungen auch die Lausanner Konfe­renz hemmend beeinflußt wird.

Weiter kommt den Türken auch zustatten, daß das immer noch bestehende Bündnis An­gora-Moskau ihnen den Rücken steift. Zwar

hat die Konferenz beschlossen, die Russen nur zur Erörterung der Dardanellenfrage zuzulassen, aber hinter den Kulissen arbeitet die Sowjet­diplomatie umso energischer gegen die alliierte Slusbeutungspolitik. All dies wird Verschärft durch den französisch-englischen Gegensatz und hierin liegt vor allem die Wichtigkeit der Lausan­ner Verhandlungen für Deutschland, denn die französische Polittk sucht für ihre Zugeständnisse an England Kompensationen in der R c p a rationSfrage und wenn möglich freie Hand an der Ruhr zu erwirken, wobei es PoincarS an schärfstem Druck auf Bonar Low nicht fehlen läßt. Diese intimen Zusammenhänge kennzeich­nen die Bedeutung der Konferenz für die aktu­ellste Frage der europäischen Polittk.Oft und West" Lausanne und Ruhrsind nicht mehr voneinander zu trennen".

Frankreichs Ablehnung.

Das Ruhrgebiet als Pfand.

(Eilener DraOtbericht.)

Paris, 4. Mai.

Eine halbamtliche Mitteilung besagt, daß die französische Rote etwa ebenso lang werden wird, wie das deutsche Angebot und in ausführlicher Form die Gründe darlegen soll, aus denen heraus die deutschen Vorschläge für Frankreich nicht annehmbar find. Die fran- zöfifche Antwort wird betonen, daß die von Deutsüfiand formulierten Bedingungen, vor allem die, daß die Räumung deS Ruhrgebie- teS den Ausgangspunkt der Verhandlungen dar- zustellen habe, die Zustimmung von vornherein auSschlictze. Die Verbündeten (das heißt Frankreich und Belgien) seien entschlossen, das Pfand zu behalten, (!) das sie nach drei Jahren vergeblichen Wartens auf deutsche Erfül­lung in den Händen haben. Die französische Auslassung betoM ferner, daß die deutsche Note keine posittvcn Garantien für die Ausfüh­rung der deutschen Verpflichtungen andeute, und daß die von der deutsch«» Regierung genannte Summe eine bedeutende Verminderung des alten Zahlungsplanes darstelle. Am Schluß der französischen Antwort wird hervorgehoben, daß die weiteren Forderungen Deutschlands, vor allem hinsichtlich des Rheinpaktes, den Besttm- mungcn des Versailler Vertrags widersprechen.

Xruppenvrrftarkulrg als Antwort.

Paris, 4. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Poincarö hatte gestern längere Unterredungen mit dem Fimmzminister, mit dem Minister der öffentlichen Arbeiten, dem Wiederaufbauminister und dem Vorsitzenden der Reparationskommif- fion. Rach amtlicher Auskunft wurden in diesen Beratungen nähere Maßnahmen zur intenstveren Gestaltung der Ruhrattion und zur Ausbeutung der Ruhrgruben ins Auge gefaßt. Allem Anschein nach hat die französische Regierung die Absicht, die deutsche Rote durch Truppenver- stärkungen im Ruhrgebiet zu beantworten.

Frankreich will 40 Milliarden.

Rotterdam, 4. Mai. (Eigene Drahtmel­dung.) Der franzosenfreundlicheTelegraas" mel­dete gestern aus Paris, daß fich Frankreich nur mit einem Angebot von vierzig Goldmilliarden Mark zustiedengeben würde. Aber auch dann würde es die deutschen Bedingungen ablchuen.

»

Sin französischer Srarnvorschiag.

Paris, 4. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Eine kurze Rottz imTempo" über die deutsche Rote wird allgemein dahin ausgelegt, daß Frankreich, um einer deutschen Aktion bei den Alliierten zu begegnen, schnellstens feine eigenen Vorschläge zur Beratung stellen will, wenn fich die Aussprache der Alliierten über die deutsche Rote nicht umgehen läßt.

Nachklänge vom 1. Mal.

«ine Erörterung der Münchener «orgSnge.

Weener Drehtdericht.)

München, 4. Mai.

In einer gestrigen Sitzung deS HaushaltSauS- fchuffrs des Landtages wurde die Regierung von mehreren Abgeordneten um Erklärungen über die Vorgänge in München im Zusam­menhänge mit der Maifeier und besonders über das bewaffnete Auftreten der nationalso­zialistischen Kampstruppe aufgefordert. Der Minister des Innern Dr. S ch w e y e r er­klärte in seiner Antwort, daß im Gegensatz zu

anderen Behauptungen Reichswehr und Landespolizei in den letzten Tagen sich durchaus tadellos gehalten und in vol- lcm Umfange ihre Pflicht getan hätten. ES fei auch unrichtig, daß die Reichswehr Waffen an die Nationalsozialisten abgegeben habe. Der Verlauf der Dinge habe gezeigt, daß die Staats- regicrung im Stande war,

Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten.

Die am Vorabend des 1. Mai von den Hitler- Leuten verbreiteten aufreizenden Flugblätter hätten zu Verhaftungen von sechs Leuten geführt. Polizei nnb Reichswehr seien von vornherein entschlossen gewesen, nötigenfalls vf- fenfiv gegen die Hitler-Leute vorzu­gehen. Das habe fich aber nicht als notwendig erwiesen. Wegen der bewaffneten Attion auf dem Oberwiesenfelde wird auf Grund des Pa­ragraphen 127 des Reichsstrafgesetzbuches einge- schritten werden, weil eS fich um das Auftreten bewaffneter Haufen mLt Munition gehandelt hat. Der Minister teilte noch mit. daß die Staatsanwalffchaft wegen der unerhörten Frei­heitsberaubung an der ehemaligen Abgeordne­ten Frau Dr. Kaempf cinschreitet.

Noch nicht gescheitert. DieReichSregieruug macht weitere Versuche.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 4. Mai.

Wie aus Mitteilungen des Reichskanzlers zn dem Abgeordneten Herold zu entnehmen ist, wird die Reichsregierung auch im Falle einer AUebnung ihrer Vorschläge durch Frankreich ihr; Wtioa zur Lösung der Ruhrsrage und der Separationen für noch nicht gescheitere ansehen. Vielmehr würde der einmal eingelei­tete diplomatische Notenwechsel mit den Signa- tarmächten des Versailler-Vertrages von feiten Deutschlands fortgesetzt werden, um ben deutschen gute« Willen und die Grenzen der deutschen Leistungsfähigkeit allen Alliierten zu beweisen. Voraussagen über den endlichen Aus­gang dieser mühsamen diplomatischen Klein­arbeit lassen fich natürlich nicht geben.

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Berlin hak noch Hoffnung.

Berlin, 4. Mai. (Eigener Drahtbericht). Bei der Besprechung der ablehnenden Meldungen aus Paris fragt derBerliner Börsen­kurier": Ist die Tür zugcfchlagen? Das Wort Ablehnung" in dem amtlichen Bericht über die Pariser Ministerratsfitzun« sei noch kein Beweis dasür. Es würde im Poinears-Franzöflsch heißen, daß selbst dann twch Verhandlungen möglich wären. DasBerliner Tage, blatt" weist auf den Satz der französischen Meldung hin, wonach die ftanzöstfche Regierung fich mit der belgifcken wegen der Stellungnahme gegenüber den anderen Alliierten verständigen würde und erklärt: Daraus ergibt fich ziemlich deutlich, daß die Allierten vor eine vollendete Taffachr gestellt werden sollen. Das richtet fich gegen England. Deutschland hat seine Rote an alle Alliierten geschickt, die französische aber will die anderen Mächte ausschalten, als ob die Reparationsangelegenhcit, um die sich doch alles dreht, allein eine Angelegenheit Frankreichs sei. DerVorwärts" schreibt: Aus dem ttockenen französischen amtlichen Bericht ist eS zwar schwer, etwas anderes heraus zu lesen als eine AAehnung, indessen ist es möglich, daß die Formelunannehmbar" nicht den Sinn bat. daß die Tür zu irgenwvelchen wetteren Erörtern»- acn von Frankreich nunmehr zugeschlagen ist. DieDeutsche Allgemeine Zeitung" stellt fest: Der ablehnende Beschluß des franzö­sischen Minifürrats enthüllt den wahren Cho­ratter des Poincarismus in zynischster Form.

Die tapferen Eisenbahner. Weiterer Abwehrkamvf gegen bte Gewalt.

(Wee*e Brahtmelduna.)

Essen, 4. Mai.

Die Eisenbahner-Gewerkschaften des Ruhrge­biets haben gestern eine Entschließung zum Ab- wehrkampf gefaßt. In der Enttchließung heißt es unter anderem, daß derpassiveWider- stand gegen den Ruhreinbruch bewußt und mit voller Verantwortung ausgenommen worden sei, weil die Eisenbahner damit gegen den RechtSbruch und den Militarismus der Franzosen protestier en wollen, weil sie strner niemals einer ftemden Macht daö Recht geben würden, Deutsche zu einem Verzicht aus Arbeit, Freiheit, Löhnung und Wohnung, auf Volk, Staat und Gemeinde zu zwingen. Sollten Verhandlungen stattftudcn. so muß unter allen Umständen zunächst der Militarismus verschwinde« und die verfassungsmäßigen politischen «nd wirtschaftlichen Rechte müssen wieder herzeftellt sein. Für die Erreichung die­ser Ziele find die Eisenbahner im Ruhrgebiet be­reit, auch weiterhin alle Kräfte einzufetzen und tot Abwehrkamps zu verharren!

DeutscbeSVolksopse r

te Verwendung der Gelder.

ES ist wiederholt barenf hingewicfen worden, >aB die finanzielle Hilfe tm Ruhr-Abwehrtampf nicht erlahmen darf. Um einen Bericht Über bte wirksame Verwendung der geopferten Gel der tu geben, fei daS Nachfolgende mitgeteilt t Die Verteilung der Sammelgelder erfolgt durch einen Arbeitsausschuß, 'bei des­sen Zusammensetzung auf die Heranziehung von Persönlichkeiten aus den besetzten Gebieten be­sonders Bedacht genommen ist. Dem Arbeits­ausschuß gehören an: ein Vertreter des Reichs­kanzlers als Vorsitzender, sechs Vertreter des Reichsrates, und zwar zwei Vertreter Preußens und je ein Vertreter von Bayern, Baden, Hessen, Oldenburg-Birkenfeld, ein Vertreter des Preu­ßischen Landesausschusses für das Deutsche Volksopfer, je fünf Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, von denen je zwei von der Zcntralarbeitsgemeinschast der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutschlands (darunter ein Handwerker) be­stimmt werden, und je einer aus dem Verkechrs- wesen, der Landwirtschaft und dem Kleinhan­del; ein Vertreter des Kardinalerzbischofs in Köln, zugleich Vertreter des Charitas-Verban- des für das katholische Deutschland; ein Vertre­ter der evangelischen Kirche des besetzten Gebie­tes, zugleich Vertreter des Zentralausschufles für die innere Mission der deutschen evangeli­schen Kirchen; je ein Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes, des Hauptausschufles für Arbei­terwohlfahrt, des ZentralwohlfahrtsauSschusses der christlichen Arbeiterfchast, der Zentralwohl- sabrtspslsge der deutsche. Jnr-«- der Beamten­schaft, der fo:....K7.vJJ.n ^.--r^ngen, der deutschen Presse; zwei Vertreter des Vorstan­des der Ruhrhilse der Wirtschaft. Diese Zu­sammensetzung des Arbeitsausschusses dürste

somit jede Gewähr für die ordnungsmäßige, zweckentspre­chende und paritätische Verteilung des Deutschen Volksopsers bieten. Was die Art der Verteilung der Spenden anibetrifft, so hat der Reichsarbeitsausschuß des Deutschen Volks­opfers die bisher zur Verteilung gelangten Mit- tel an die L 3 n d e r zur freien Verfügung ver­teilt, die ihrerseits die ihnen überwiesenen Gelder und Mar wiederum möglichst ohne Bindung an die örtlichen Stellen weiterleiten sollen, denn diese sind auf Grund ihrer genauen Kenntnis der Verhältnisse am besten in der Lage, durch geeignete Fürsorgemaßnahmen (Bärunterstützungen, Lebensmittelbefchaffung. Milchiverforgung, Einrichtung von Speisungen, Kleiderbeschaffung) die Not da zu lindern, wo sie am größten ist. E i n h e i t l k ch zusammen- gefaßt ist im Einverständnis mit sämtlichen cha- ritativcn und Kommunalverbänden, sowie mit Zustimmung der Reichs- und Staatsbehörden

lediglich die Kinderhilft, deren große Ausgabe darin besteht, möglichst viele Kinder ans dem Einibruchsgebiet auf das Land zu verschicken oder, soweit sie schwächlich oder krank sind, in Heimen unterzubringen. Zur Durchführung dieser Aufgabe ist eine »Zen­tralstelle für Kinderhilfe im Einbruchsge­biet" geschaffen worden, deren Leitung unter Mitwirkung besottderer Ausschüsse dem Verein .Landaufenthalt für Stadtkinder" in Berlin W. 9, Potsdamerstratze 134 a, übertragen worden ist. Diese Kinderhilft kommt nicht nur den einzelnen Kindern und deren Eftern zugute, sondern be­deutet auch fiir die Gesamtheit unter den herr­schenden gespannten Verhältnissen eine beson­ders erwünschte Entlastung und dient zugleich auch in vollkommenster Weise der Verbesserung

der Milch- und Lebensmittelversorgung

des Einbruchsgedietes. Erst kürzlich ist wieder ein so grober Betrag des Deutschen Volksopsers den im besetzten Rhein- und Ruhrgebiet beste­henden Stellen der örtlichen Wohlfahrtspflege, sowie der Zentralstelle für Kinderhilfe überwie­sen worden, datz bereits über die Hälfte der bei der Reichssammlung bisher eingegangenen Gel­der verausgabt ist. Es bedarf daher der ange­spanntesten dauernden Sammeltätigkeit, um weitere Mittel zu beschaffen, die zur Bekämp­fung der mit der Dauer der Besetzung wachsen­den Rot unumgänglich erforderlich find. Die Verwaltungskosten des Deutschen VoMopferS sind ans das geringste Maß her- abgedrückt, da das Reich und die Länder die Personal- und Sachkosten im wesentlichen übernommen haben. Tas Deutsche Volks­opfer dient keinem anderen Zweck als dem deS ausschließlich charitativen H i l f s w e r ks für die notleidenden und bedrängten Volksgenossen im Richr- und Rbeingebiet ohne Unterschied der Klassen, Parteien und Kon­fessionen. ES darf weder zur Abnahme oder Erleichterung der Lasten des Reichs oder der Länder noch zu polittfchen Zwecken verwendet werden. Parallel mit dem Deutschen Volks­opfer geht die .Ruhrhilse" der Wirtschaft.