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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 112.

Einzelnummer 150 Mk.

Donnerstag, 17. Mai 1923.

13. Jahrgang

Einzelnummer 150 Mk.

Mlikörischer M aus Deutschlands Vorschläge.

Die Willkür

' Dienstag haben noch nicht der Erörtern

cs liege in Paris unverkennbar die Absicht vor^-

LLnter dem feindlichen Zwang Ausbeutung der rheinischen Waldungen.

Die Franzosen vor Frankfurt.

Frankfurt a. 5R, 16. Mai. (Privattele- granun.) An der Grenze des Frankfurter Stadtbezirks ziehen die Franzosen Kavallerie und Artillerie zusamuien. In der Stadt Höchst find gestern neue Besetzungen aus Mainz in Stärke von fast achttausend Mann angekommen.

Rdrinschiffadrl unter den Alliierten.

Mannheim, 16. Mai. (Eigene Drahtmel­dung.) DerTrmpS" verkiindrt die bevorstehende Uebernahme der Rheinfchifsahrt in allüertes Re­gime. Die Franzosen haben am Dienstag nachmittag die Besetzung bis zum Mann­heimer Hafen weiter ausgedehnt. Dir fran- zösischen Posten sind seit gestern abend bis an den Aenttal^8ttterbah»h»f weiter vorgedrungen.

Neue Truppen für Dorimund.

Dortmund, 16. Mai (Privattelegramm.) Der seit kurzem angckündigte neue Truppencin- marsch ist erfolgt. Es sind in Dortmund vier­hundert Jnfantrriemanilschaften eingczogcn, die in einer Turnhalle einquartiert worden find. In Habinghorst beschlagnahmten die Fran­zosen die letzte bisher für den Unterricht frei- gegebene Volksschule. Da nun alle Schul­gebäude mit Militär belegt sind, kann kein Unterricht mehr abgehalten werden.

werden in diesen Tagen drei Bataillone in Gel­senkirchen einrürken. Ein Bataillon wird auf dem früheren Flugplatzgelände, wo bis zu ihrer Auf- Hebung die Schupo untergebracht war, Quattier nehmeki. Das andere Bataillon soll im Stadt- teil Bismarck untergebracht werden und das dritte wird eine in der Nähe des Hauptbahn­hofes liegende Schule beziehen. Es handelt sich um eine dauernde Besetzung der Stadt.

________ fortgesetzt werden ob weitere Zugeständnisse gemacht wer­den sollen. Nach Informationen aus zuverläs­siger Quelle ist die Entfck-cidung durch das Kabi­nett im zustimmenden Sinne gefallen.

Äefn Ai-syalten 6er Gewalt.

Haris, 16. Mm. (Eigener Drahtbericht.) DaSEcho de Paris« meldet, die neu zu besehen­den Gebiete Deuttchlands werden Anfang Juni in die dem Paß zwang unterworfenen Gebie­te einbezogen. DerMatin" meldet: Trup- pentranSvorte auS Südfrankreich sind in der Stärke von 15000 Mann in den letzten Ta­gen über den Pariser OMahnbof gegangen. Sie erfüllen Frankreich mit der Hoffnung, daß keine enalilche oder italienische Einmischung die fran­zösischen Maßnahmen und Absichten aufhaltrn.

land und durch weitere Besetzungen zu beein­flussen.' Der geringe Erfolg des Ruhrein­bruchs zwinge Poinrarö, durch militärische Maß­nahmen in Deutschland bei der Kammer Ein­druck zu machen. Führende Politiker berausch­ten sich an den militärischen Berichten aus Deutschland und sprächen bereits von einer Be- sctzßung deutschen Gebietes bis zur Weser.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 16. Mai.

DerMalin" macht einige Angaben über die Ausbeutung der rheinischen Waldun­gen durch die Franzosen, die bekanntlich Anfang Januar zu gleicher Zeit mit der Ruhrbesetzung beschlagnahmt wurden. Man beschlagnahmte da­mals die Archiv« und wies etwa zweihundert Oberförster aus, die man durch 17 französische und belgische Forftoffiziere ersetzte. In wenigen Wochen haben diese 17 Forstoffiziere die A b - trennung der Domänenwälder vorge­nommen. Seit Anfang ging man an die Vor- bercittmg der ersten Holzverkäufe, deren erster am 19. März in Koblenz stattfand und 2635 200 Francs ergab. Die Käufer waren le­diglich französische Kaufleute. Neue Verkäufe fanden am 24. und 30. März statt und ergaben zusammen etwa 7 Millionen Francs. ? m 8. April fand ein weiterer Berkans statt, der etwas über 3 Millione« Francs erbrachte.

Das zweite deutfcheAngebot.

Besprechung der ReichstagSparteie«.

(Privat-Tel eat cnnm.)

Berlin, 16. Mai.

Die Parteibesprechungen im Reichs- tag haben den ganzen Dienstag über angedauert. Das Ergebnis der Besprechungen ist, daß mit Ausnahme der nationalen Rechtsparteien die Ergänzung und Reufaffung des deut- scheu Angebots an die Alliierten verlangt wird. Das Zentrum unterstützt die weitergehen- dcn sozialistischen Bestrcbun^n, in dem neuen Angebot die Summe von fünfunddreißig Milliarden Goldnmrk zu nennen, weil die­ser Betrag sich mit den Mindestvorschlägen Eng­lands in Paris decke. Gestern waren mehrere Führer der Sozialdemokratie beim Reichspräsi­denten Ebert. Mutmaßlich stand ihr Besuch mit den sozialdemokratischen Wünschen für die Nvtenbeantwortung im Zusammenhang.

Vormarsch ostwärts von Limburg.

Frankfurt a. M.. 16. Mai. (Privattele­gramm.) Wie verlautet, sind heute früh franzö­sische Vorposten aus Limburg nach R u » k e l an der Lahn vorgestotzen. Gegen Sy2 Uhr wurden die Abteilungen wieder zurückgcnommen. In Limburg sind drei Schulen und eine große Anzahl Privatwohnungen für das Militär beschlagnahmt worden. Zweck der Besetzung Limburgs scheint die Beherrschung der Bahnlinie von Koblenz ostwärts und wei­terhin ihre Militarisierung zu sein.

Weitere Truppenverstürkung.

Düsseldorf, 16. Mai. (Eigener Draht- bericht.) Havas meldet, daß die Besetzung L i m- burg« de« dritten Teil der beschlossenen Be- fetzungspläne zur ErMingung der Repa- rationsleistungen eingeleitel habe. Den mili­tärischen Bewegungen nach zu urteilen, beabsich­tigt die Besatzungsbchördc eine allgemeine Um­gruppierung der Truppen vorzunrhmen. Im Zu­sammenhang wird auch dir Stadt Gelsenkir-

Wettere Äugeständnifse.

Berlin, 16. Mai. (Privattelegramm.) Die Reflortvcsprechungen in der Reichskanzlei

RaubanfAle sind, ebenso wie die früheren, un­ter protokollarischer Mitteilung der Zeugenaus­sagen der Ortskommandantur mitgeteilt worden, aber sie nehmen einen immer größeren Umfang an, und es ist deshalb erklärlich, daß die wehr­lose Bevölkerung sich in einer ungeheuren Er­regung befindet, da sie sich einer Soldateska preisgegeben sieht, die mit ihren Waffen macht, was sie will. Nachdem die fremden Gewaltha­ber durch die Vertreibung der Schutzpolizei Die deutschen Behörden außerstande gesetzt haben, die Bürger zu schützen, sind sie vor Gott und den Menschen verpflichtet, nun selbst diesen Schutz auszuüben. Aber weit gefehlt! Sie sorgen im Gegenteil nur dafür, daß jegliches Recht in Un­recht verkehrt wird, und daß Zuchtlosigkeit und Verbrechertum überhand nehmen können.

Verschärfte französisch« Zwangsmittel.

Alle Kreise der Bevölkerung des Ruhrgebiets sind fest entschlossen, den paifsiven Widerstand nach wie vor fortzusetzen. Eine Kund­gebung der in einer Arbeitsgemeinschaft znsam- mengeschlossenen Rühreisenbahnrr die in diesen Tagen veröffentlicht wurde, ist nach dieser Richtung hin besonders bemerkenswert. Gerade die Eisenbahner stehen ja mit in der vordersten Kampflinie, und ihrem entschlossenen Widerstand ist das Mißlingen der französischen Pläne zu einem guten Teil zu verdanken. In ihrer Ent- ichließung verlangen die Eisenbahner nun als Vorbedinguna einer entgültigen Regelung das Verschwinden des Militärs aus dem Ruhrgebiet und die Wiederher st el» l.üug unserer verfassungsmäßigen Po. lttischen und wirtschaftlichen Rechte, sowie ihre zukünftige Sicherstellung gegen fremo« Willkür. Wetter wird dann noch Sie Wiedergutmachung aller angerichteten Schäden gefordert. Zum Schluß heißt es:Für die Erreichung unserer oben angeführten Ziele sind wir bereit, uns auch Wetter mit aller Kraft einzusetzen und im Ab- weyrkampf zu verharren. Wir bitten die Reichs- regterung, feine Vereinbarung einzugehen, Sie unteren Forderungen widerspricht."

Man ist sich dabei vollkommen bewußt, daß die ttranzosen in der Folgezeit ihren Druck auf ote Bevölkerung noch verstärken, daß sie immer n e u e Mi 11 e l und Wege ersinnen werden, die Abwechrfront zu ,zermürben. Den Anfang mtt diesen neuen drückenden Maßnahmen bat vor kurzem schon der General Degoutte gemacht durch eine verschärfte Beringung über die Kohle», und, Ko kM; eieu.» ae>'., «awr»RTe-t Ler sitgung Ar. 33 soll jede Person verpflicht-, >etn; gemäß den von der interalliierten Kom- tnission.der Fabriken und Bergwerke erlassenen Anorbnungen, Kohlen, Koks oder jeden anderen Stoff zu liefern. Im Weigerungsfälle wird eine Gefängnisstrafe biö zu fünf Jahren und eine dem doppelten Wert der verlangten Lieferung gleichen Geldstrafe oder eine von diesen beiden Strafen verhängt, doch darf die Geldstrafe nicht iveniger als zehn Millionen Mark betragen. Auch wsird jede Person, die durch irgendwelche Hand­lungen die Ausführung der vorgenannten Lie­ferungen hindert oder aufhält, oder dies zu tun versucht, mit einer gleichen Geldstrafe belegt.

. Durch diese Verordnung wird natürlich mehr noch als bisher jeder Willkür Tür und Tor geöffnet. Aber auch diese Verordnung wird die Franzosen ihren hauptsächlichsten wirtschafttichen Ziele im Ruhrgebiet, der Gewinnung des so dringend benötigten Kokses, nicht näher führen. Denn die Zechenbesitzer des Ruhrgebiets haben in. Uebereinstimmung mit ihrer Arbeiterschaft vor einigen Tagen beschlossen, sämtliche Koke- reibetriebe still zu legen, womit sie dte Franzosen an ihrer empfindlichsten Stelle getrof. fett haben, denn sobald die jetzt noch auf den Halden lagernden Koksmengen abgefahren sind, wtrd auch die bisherig«, ohnehin schon äußerst knappe Abfuhr nach Frankreich, die zudem nur untch den größten Schwierigkeiten bewerkstelligt werden konnte, ihr Ende erreicht haben. Damit ist dann auch die von den Pariser Blättern be­reits für Ende April in Aussicht gestellte Steige­rung der täglichen Koksabfuhr ins Waller gefal­len. Eine Inbetriebsetzung erkalteter Kokereibe­triebe durch die Besatzungsmächte ist gänzlich ausgeschlossen, da sie fachmännisch vorgebildetes Personal und technisch« Äusftihrtmgen erfordert, die viel Zeit in Anspruch nehmen. So schneiden sich die Franzosen dadurch, daß sie uns zur Fort­setzung des passiven Widerstandes zwingen, wirt, schaftlich nur selber ins Fleisch; ihre Aussichten auf wirtschaftliche Ausbeutung d«S Ruhrgebiets schwinden immer mehr, und sie werden bald auf dem Nullpunkt angelangt fein, wenn in nicht all- zuferner Zeit überhaupt keine Tonne Koks mehr abgefahren werden kamt. Sehr bezeichnend ist es auch, daß jetzt die chemischen Werke in Mannheim, Höchst und Nerdingen besetzt worden find.

Reben diesen Bedrückungen der Bevölkerung des Ruhrgebiets durch alle möglichen Verord­nungen und Verfügungen geht di« Belästi- g u n g der Bevölkerung durch die Angehörigen der Besatzungstruppen in verstärktem Maße weiter. Von allen Ecken und Enden des Ruhrgebiets mehren sich die Meldunaen über Angriffe und Ausschreitungen stcmzöstscher und belgischer Soldaten, unter denen Straßen- »äubereien gar nicht so selten sind. In Horst (Emscher) ist die Zahl der Sttaßenraubanfälle auf elf gestiegen. Anfang des Monats wurden sechs Bürger, darunter drei katholische Geistliche, unter Vorhaltuna von Revolvern von zwei fran­zösischen Soldaten beraubt. Zunächst forderten die Soldaten 20600 Mark, dann 10000 Mark uns schließlich 3009 Mark. Der Einspruch der Geistlichen und ihr in französischer Sprache vor- gcbrackter Hinweis darauf, daß sie Priestei seien, wurde von den Soldaten mit einer nnr

StrnfpraSleitunorn durchschnitten

Essen, 10. Mai. fvrivattelegramm.) In Essen sind gestern sämtliche Fernsprechlritungen von französischen Truppen durchschnitten worden.

Erwartung in England.

Dor wichtigen enropäischen «ntscheidnnge» (Ligene Drahttneldung.)

London, 16. Mai.

DieTimest" schreibe«: Bonar Sato» Rück­reise nach London erfolgt auf dringendes Ver­langen des gesamten Kabinetts, das vor w i ch - Ilgen Entscheidungen in den europäi­schen Fragen steht. Sowett aus Berlin Nach­richten vorliegen wird daS neue deutsches n- gebot von grundlegender Art sei« und vielleicht gerade deshalb zu Auseinander­setzungen mit dcn bisherigen Alliierten Veranlassung geben können. Der Premiermini­ster wird spätestens am Sonnabend in London cintreffen, nachdem er zuvor in Paris und Brüs­sel offzielle Besprechungen gehabt hat.

Ausdehnung der- Besetzung.

Druck auf das deutsche Angebot.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 16. Mat.

Der PariserTentps" meldet: Die neuen Be­setzungen in Deutschland sind eine weitere Phase des Programms, das seit Januar seststeht. Die Besetzungen deutscher Gebiete werden solange fortgeführt, bis Deutschland sich unterwirft. (!) Die Besetzung findet in den nächsten Tagen ihre Fortsetzung sowohl im Ruhrgebiet wie in S ü d d e u t s ch l a n d. Karlsruhe und Mannheim werden im Süden die weitere Phase der Zwangsmaßnahmen darstellcn. Der Mai­länder(Sortiere della Sera" meldet aus Paris,

Die pariser presse.

Auflageziffer« und politische Tendenz.

Joachim «ahn veröffentlicht im jüngst et chiynp- nen Heft derPreußischen Zahrüilcher-- in,er» effante Mitteilungen «der die Pariser Preff«.

Die meisten deutschen Zeitungsleser sind na­türlich nur ganz oberflächlich über die französi­schen Pressoverhältnisse unterrichtet. Zu einer 3eit, in »er es für den deutschen Zeitungsleser von größter Wichtigkeit wäre, zu wissen, welche Bedeutung den zitterten Aeußerimgen französi­scher Organe beizulegen ist, wird zum Beispiel der »Homme Libre" noch immer für Clsmee- ceaus Leibblatt gehalten die wenigsten wissen, daß sich derTiger" längst ein eigenes Organ, das von Tardieu geleitete Tageblatt »L'Echo National", geschaffen hat, während »Homme Libre" das Matt des dem Präsidenten Mille- iand nahestehenden Eugsn« Lautter geworden ist. Oder man hält noch immer oas »Petit Jour­nal" für eines der gelesensten Blätter der Welt und weiß nicht, daß seine Auflage längst von anderthalb Millionen auf rund 600000 Exem­plare zurückgeaangen ist und hie und da mag wöhl auch jetzt noch einer dieHumanitS" für ein in unserem ©inne mehrheitssozialistisches und denPopnlaire" für ein kommunistisches Watt halten, während es sich gerade umgekehrt verhält. Deshalb fei einmal vor Augen geführt, welchen Aeußerimgen Wert beizwlcgen ist und welchen nicht.

An erster Stelle sind die vier großen Pariser Nachrichtenblätter zu nennen, vie fast die Hälfte der französischen Zeitunqslefer mit Nachrichten versorgen. Alle vier stehen auf dem Boden des NationalenDlockS und wenden sich anßen- ckchari.ue

.en ochentagen' in einundeinhalb, am Sonn­tag in zwei MAioen Exemplaren. Er wird von den Brüdern Dupuv dirigiert, deren Schwager Francois Arago, der Führer der Kerngruppe d«s nationalen Blocks in »er Kammer ist. Die Außenpolitik behandelt Philippe Millet, die In­nenpolitik Gustav Hervs. DasJournal", mit einer Auflage von annähernd einer Million, wird von dem Besitzer Henri Letellier gesteuen, der die Zeitung nur vom Standpunkt des Ge­schäftsmannes betrachtet. Die Außenpolitik wird gut chauvinistisch von Saint Brice; die innere Politik berücksrchtiat den schwerindustriellen^Ein- schlag; der literarisch« Teil wirbt um die Sym­pathien der breiten Mittelschicht. DerMati n" hat eine Auflage von 800000. Der Besitzer Mau­rice Bunau-Varilla, ein Bruder des Panam'.sten aleichen Namens, leitet ihn ebenfalls in erster' Linie als Geschäftsmann. Die chauvinistisch« Außenpolitik, mtt persönlicher Spitze gegen Cls- menccau, leitet Stephane Lausanne, einer der widerwärtigsten Hetzer in der europäischen Press«. Die Spezialität des Blattes ist von je­her ein gewisser Biedermannston, hinter dem sich di« krassesten Geldinteressen verbergen. Das P e t i t I o u r n a l", vor Jahren Wohl die Der. breitetst« französische Zeitung, druckt immer noch ungefähr 600000 Exemplare. Es Wird von Se­nator Charles Prevet geführt und steht politisch unter den genannten Blättern am meisten rechts. Im übrigen hüten sich diese vier großen Blätter, innerpolitische Gesichtspunkte, die ihre Verbrei­tung schaben könnten, zu sehr in »en Vorder­grund zu rücken.

Die $«*rtretung parteipolitischer Tendenzen bleibt der sogenannten Mcinungspresie überlas- sen. Wenn wir hier von rechts nach links, von. den Royalisten zu den Kommunisten fortschrct- ten, so ist an erster Stelle dieAction Francaise" zu nennen, deren Auflagenhöhe auf 85000 Exem­plare gsfchätzt wird. Sie ist das Leibblatt der Ultraroyalisten, die innerpolitisch eine royalistische Dikiatitr und außenpolitisch dte Weingrenze ersehnen; der rheinische Pufferstaat, mit dem sich der nattoaale Block beanügen würbe, ist ihnen zu wenig. Die pollttsch« Lei­tung ist in der Hand von Charles MaurraS und Lärm Daudet, von denen elfterer etwas wie ein in monarchistischem Fanatismus entgleister Den. ker, der letztere, obwohl Sohn des berühmten Schriftstellers Alphonse Daudet, nur ein Geist­loser und vermutlich nicht voll zurcckmungssähi. ger Schimpfer ist, der nebenbei auf erpresseri- scheu Wegen ertappt wurde. Stteng klerikal, jedoch ohne erheblichen Einfluß sind die ,8i- berts' und dieLibre Parole". Ms Außenpo- litiker der erstesten (und derAction Francaise") wirb zuweilen der scharf chauvinistische Jacques Bainville zittert. WM» deutschfeindlich sind wich die offiziellen Organe der katholischen Kirche ,8a Croix" undUniverS".

Unter den Organen des nationalen, Blocks, daS heHt der Gruppierung r-epublikant« sche r P ar t e t en, tri« drei Viertel der heutigen ran-LMchen Kammer aussüllen, steht »er Auf­lage nach an der Spitze dasEcho de Paris" mit ungefähr 200000 Eremplaren. Unter dem Einfluß des Schriftstellers Maurice Barres pflogt es besonders die klerikale, militärische und nationalistische Rote und predigt die Abfpaltun

. ...... men, die bisher nicht militärisch besetzt war,

noch drohenderen Haltung beantwortet. Diese ^französische Truppen aufnehmen müssen. Es