Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrichten

Sie Staffelet Neuesten Nachrichten »rfcheinen wöchentlich iechsmal uno zwar übend«. Der AoonnementSprelS beträgt monatlich 4600 Marl bei freier Zustellung ins Hani in der GefchäftSftelle abgeholt 4500 Mark monatlich. Best-lluigen werden ieberrett entgegen, genommen. Strtag u»o SR.ba'.tion: Lchlachtto strotz: 28,30. Fernsprecher Nummer 951 und 952. ftur unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redattion eine Gerant- worlung ober Gewähr in keinem Falle übernehmen. Otückzahlung des Bezngsgeldes ober Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnüngsmätziger Lieferung ausgeschlossen.

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Insertion spreiscia) Einheimische Auftrage: Die einspaltige Anzeigenzelle 500 Mark.Fami- liennachrlchten bie Zelle 400 Mark,die einspaltige Reklamezeile 1500 Mark b) Auswärtige Saf­ttage: Die einspaltige Anzeigenzeile 400 Mark die einspaltige Reklamezeile 1500 Mark, alles ein- schließlich Teuerungszuschlag UNS Auzeigensteuer. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Tatz hundert Prozent Aufschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher auf gegeben en An- zeigen, loroie für Aufnahmedaten und Plötze kann eine Gewähr nicht übernommen werden Sru tereb Schlachthosstratze 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Telephon Nr. 951 und 952

Nummer 141

Einzelnummer 200 Mk.

Donnerstag, 21. Juni 1923.

Einzelnummer 200 Mk.

13. Jahrgang.

Der Markkurs ist wieder gestiegen.

Verschärfter Zwang.

Die Franzosen setze« neue Strafen fest.

(Eigene Drahimeldung.)

MarMufe in der Schweiz.

Basel, 20. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Wie derBaseler Anzeiger" meldet, ist dir Sen­sation der gestrigen Börsenkreise das Auffchncl len teer Mark gewesen. Tic Mark gewann ihren Stand vom 10. Juni wieder. DenBaseler Nachrichten" zufolge beteiligte sich an der ge­strigen Börse an dem Kauf von deutschen Markwerten zum ersten Male seit langer Zeit wieder die Schweizer Großfinanz.

Mißerfolg der Ruhrpolitik, zum zweiten die großen Finanznöte Frankreichs, die vor dem eigenen VoSe durch geschickte Bilanzver­schleierungen Poincares mehr oder weniger ver­dunkelt und verschwiegen wurden. Frankreich schleppt die diplomatischen Verhandlungen mit England noch eine Zeit hin in der sicheren Er­wartung, daß inzwischen der passive Widerstand von selbst in sich zusammenbreche. J. B.

Düsseldorf, 20. Juni.

Der kommandierende General Tegoutte hat die Verordnung, wonach zur Erzwingung der Sachlieferungen die deutschen Industrie. Anlagen von den Besatzungsbehör­den in eigene Regie genommen oder konzes­sionierten Personen übertragen werden können, dahin erweitert, daß jede Zuwidcrhand-

Maßncchmm S?r Banken.

Die Markbefferung an den heutigen Börsen

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 20. Juni.

Der vorgestrige Marksturz und seine Folgen haben nunmehr zu den ersten Maßnahmen gtführt. Unabhängig von teer gestrigen Bespre­chung zwischen dem Reichskanzler und Mitglie­dern der Regierung, sowie Vertretern der Ban­ken, in der die Zentralisierung des Deviscnban- dels im Prinzip beschloffen und die letzten Vor­gänge an der Börse besprochen worden sind, san­den gestern spät abends Besprechungaen mit fünfzehn Großbanken bezw. ihren Ver­tretern beim Reichsbankpräsidentcn statt. Sie haben zuverlässigem Vernehmen nach zu dem Erfolg geführt, daß heute ein umfas­sendes Eingreifen am Devisenmarkt von allen Banken mit teer Reichsbank erfolgen wird.

Die Eifenbahntarife.

Erhöhungen int Juli und int August lBrivat-Telearamm)

Besserung der Mark.

Ein Schritt der Banken in Amerika?

(Eigener Drabtbcrichi.)

Rotterdam. 20. Juni.

Aus Newyork wird demCourant" gemeldet: Nachbörslich verbefferte sich der Kurs der Mark weiter auf einen Markstand von etwa 121 bis 120 000. In Newyork erblickt man in der Mark- bcffcrung die Folgen eines deutschenSchrjttes bei der Newyorker Grotzfinanz ,der schon vor eini­gen Tagen gemeldet worden war. Die deut­schen Bankiers sind bereits auf der Rückreise nach Europa. Der Stand des Franken in New- york war gestern unverändert. Auch in Rotter­dam erfuhr gestern die Reichsmark eine wesent­liche Bcfferung um etwa sechs Punkte. Auch hier stieg die Mark nachbörslich um acht Punkte.

poincans Mißerfolg.

Kritische Stimmen.

Trotz aller glänzenden Schilderungen in den Kammerausschüsscn, besonders dem Finanzaus­schuß, über die Erfolge der Ruhraktion, trotz der außerordentlich glänzenden Abmachung der Nachtrags-Kredite für die Ruhrbesetzung ist diese doch nicht so fruchchar, wie Herr Poincarö das seiner gläubigen Anhängerschar in Parlament und Presse gern ausmalen möchte. Verschiedene Stimmen reden offen vor einem Mißerfolg. So schrieb Gustav Hervö, dem man sicherlich keine poincarsfeindliche Neigung zusprechen kann: Je­dermann weiß, daß die Regierung Cuno unsere Ruhrbesetzung unfruchtbar gestaltet und die eigenen Finanzen damit ruiniert hat, nur weil England den großen Irrtum began­gen hat, uns nicht zu begleiten!" Diese Mei- nungsäußerung ist umso wertvoller, da sie erst kürzlich gefallen ist, also zeigt, daß trotz der immer wiederholten neuen Methoden für die Fruchtbargestaltung der Ruhraktion bisher Herrn Poincar« kein Erfolg beschieden war.

Nun äußern sich in derselben Richtung noch zwei maßgebende französische politische Wochen­schriften, die auf vollständig entgegengesetztem politischem Boden stehen, nämlich die linksradi­kaleEurope nouvelle" und der nationalistisch eingestellte .Progrss civique". Das Urteil beider Blätter über den .Erfolg" der Ruhrbesetzung ist deshalb umso interessanter, weil man aus ihrer Gegenüberhaltung den schönsten Schluß ziehen kann. Die Artikel stehen nämlich äußer­lich in schroffem Gegensatz sich gegenüber, ergän­zen sich aber in einer geradezu überraschenden Weise, so daß man sagen kann, daß sic Herrn Poincarö ungewollt einen schweren Nackenschlag versetzen. Es heißt darin einmal, daß man im Ruhrgebiet jetzt glücklich beim fünften Plan cn gelangt sei, nachdem die vorangegangenen vier Pläne alle versagt hätten. Sie hätten dem eigent­lichen Zweck der Ruhrbesetzung, nämlich dieses produktive Pfand auch wirklich auszunutzen, in keiner Weise entsprochen, denn Kohle und Koks für die französische Industrie batten sie nicht gebracht. Aber auch der jetzige fünfte Plan und das ist für uns Deutsche von besonderem Interesse, da uns ja die Zukunft mehr noch am Herzen liegt als die Vergangenheit sei bereits zum Scheitern verurteilt, denn der Arbeitsmini- ster Le Trocquer habe schon vor einigen Wochen den Verantwortlichen ftanzösischen Stel­len den Rat gegeben, den jetzt mühsam aus dem Ruhrgebiet gewonnenen Koks als Reserve zurückzulegen, weil man nie wissen könne, was noch kommen werde!

Daß in diesem Aufsatz von Le Trocquer noch lehauptet wird, er höre sich so gern den Na­poleon nennen, das spricht ja höchstens Bände für die französische Selbstüberschätzung und ihr Siegesbewußtsein, zugleich kann es aber auch als Beweis dienen für die neuen polittschen Aspi­rationen Frankreichs am Rhein und an der Ruhr. ImProgrös civique" stellt Millet, der große nationalistische Einpeitscher, für die Ruhrbesetzung folgendes Gleichnis auf, das den bisherigen Mißerfolg deutlich hervortut, das aber zugleich auch zeigt, wie wenig Hoff­nung auf Luftige Erfolge der Artikelschreiber selbst hat. Es heißt dort unter anderem: Un­sere Truppen umzingeln die Ruhr, wie ein Zoll- Kordon Paris umgeben ftzürde, wenn man die Rundbahn und alle städtischen Zollposten besetzt halten wollte und von hier aus einige leichte Avantgarden ins Innere der Stadt Vortriebe. Aber das, was tatsächlich im Innern des Ruhr- gebietes vor sich ginge, entzöge sich vollkommen der französischen Kontrolle. Die französischen Truppen wüßten sehr wohl, was in das Ruhr­gebiet hineinginge und aus ihm herauskommt, aber über alles, was sich im Innern abspiele und dies sei doch gerade das wichtigste seren die Truppen vollkommen im Unklaren.

Trotzdem hält es Millet für durchaus not­wendig, die Politik des Zwanges fortzu­setzen. Er kam aber dabei zu dem immerhin interessanten Geständnis, an eine Räumung des Ruhrgebietes sei überhaupt nicht zu denken, aber auch dies alles helfe letzten Endes nicht. Eine Diskussion müsse sich doch eines Tages zwischen Deutschland und den Alliierten abspielen, und die müßte dann auch zu einem Ziele fuhren, um die Pfänder nutzbar zu machen! Dann plaudert aber Herr Millet schein­bar noch etwas au§ der Schicke und kommt da­bei noch zu folgendem Eingeständnis: Tas Schlimmste sei gewesen, daß keine end- gültige Ziffer für die deutschen Vervflich- tungen festgesetzt worden sei. Wenn dicke Zif­fer jetzt weserttlich niedriger als vor zwei oder drei Jahren sein müsse, so habe Frankreich das nur seiner eigenen Blindheit zu verdanken. Wenn man die Wühl hübe zwischen mehreren Uebeln, so müsse man das kleinere wählen, so führt er aus, wobei er für eine Summe von

Berlin, 20. Juni.

Zu teer neuen Erhöhung der Eisen­bahntarife um 200 bis 300 Prozent, die gestern der Ständige Ausschuß des Reichseisenbahn- amtes angenommen hat, wird heute weiter ge­meldet, daß auch diese Erhöhung nicht die Mehrkosten auSgleicht, die seit dem 1. Juni entstanden seien. Voraussichtlich sei schon zum L August mit einer nochmaligen Er­höh u n g zu rechnen. Ein Abbau der Beamten- und Arbeiterschaft sei aus gewissen Gründen zurzeit nicht möglich, da man nicht wie Oester­reich die Stützung und das Machtwort der aus­ländischen Geldgeber hinter sich habe.

26 Milliarden Goldmark eintritt. Solche Aus­führungen, wie sie hier Millet gibt, beweisen . ..

denn doch zur Genüge einmal den vollständigen l u n g gegen die Anordnungen der Besatzungs-

behörden in dieser Richtung mit Zuchthaus­strafen nicht unter zwanzig Jahren bestraft wird. Falls der Widerstand der beteiligten In­haber der Industrieanlagen zu Matcrialbeschädi- gungen führe, sei auf lebenslängliches Zuchthaus zu erkennen. Nach einer weiteren Verordnung des Generals sollen in Zukunft bei Attenta­te n auf Angehörige der Besatzungstruppcn und bei Sabotage gegen Bahnhöfe, sämtliche in der Nähe gelegenen Häuser im Umkreise von zwei Kilometer zwangsweise für dauernd von den Bewohnern geräumt werden. (!) Die Verfügung des Generals bedroht zum Schluß alle Sabotage-Akte, durch die Personen getötet und Schaden entsteht, mit dem Tode.

Unter der fremden Gewalt.

Roheit bei den Ausweisungen.

(Eigene Drahtmeldung.)

Koblenz, 20. Juni.

Das Städtchen Ge r o l st e i n, in dem die Franzosen von jeher sehr scharf vorgegangcn sind, war dieser Tage ein Schauplatz wüster Ge­walt. Sämtliche dortigen 180 Eisenbah­ner wurden unter starkem Aitfgcbot von far­bigen Truppen an beiden Tagen in rück­sichtsloser Weise aus den Wohnungen ver- tr i e b e n und mit französischen Zügen abtrans- porticrt. In Gerolstein, der Hochburg des Souderltündlerttims, ist jetzt kein Eisenbahner mehr. Im Bezirk Mainz ist eine weitere Verschärfung der Ausweisungen dadurch cingetrcten, daß die Familienangehöri­gen nunmehr unverzüglich nach dem Verlassen der Wohnungen durch die Familienoberhäupter ebenfalls die Wohnungen räumen müssen. Die Ausweisung von Familienangehörigen der aus­gewiesenen Eisenbahner der Bahnhöfe Berge- Borbeck, Alteneffen und Katernberg-Süd um­faßt etwa 300 Familien mit über 700 Köp­fen, darunter über 400 Kinder. 36 mit je ein Jahr Gefängnis bestiraste Schupobeantte sind aus Castrop geflohen.

Gegen Säuglinge und Kranke.

M a n n h e i m, 20. Juni. (Privattelegramm.) Die Franzosen haben sechs beladene Wa­tz en mit sechs Pferden der städtischen Fuhr- und Gutsvcrwaltung Mannheim, die auf den städti­schen Wiesen der Frlenheimcr Insel für die städtischen Milchkühe Futter geholt hatten, weggenommen. Das Vorgehen der Fran­zosen ist umso unverständlicher, als der franzö­sische Kommandant in der Hildaschule seinerzeit mit Rücksicht auf die Milchversorgung der Kran­ken und Kinder ausdrücklich das Futterholen von der Fricnhcimer Insel geswttet hatte. Angeblich soll eine neuerliche Verordnung bestehen, wonach es verboten wäre, ohne Bescheinigung teer fran- zösisck)en Behörden mit Fahrzeugen sich im be­setzten Gebiet zu bewegen. Von dieser Verord­nung war bisher nichts bekannt. Es ist noch nicht gelungen, die Fahrzeuge wieder freizubekommen.

Das Reparationsproblem.

Eine Lösung durch England und Belgien T

(Eigene Drahtmeldung.)

Rotterdam, 20. Juni.

DerCourant" meldet aus London: Der deutsche Botschafter ist gestern über- raschenderioeisr aus London abgefahren und nach Berlin gereist. Er wird am Freitag in London zurückerwartet. Der Botschafter soll der Ucberbringer einer wichtigen politischen Mission nach Deutschland sein. Tic Londoner Blätter von heute früh schreiben, daß die Reparations­frage nunmehr einer endlichen Lösung entgc- oengehr. Von Einfluß auf die Stellungnahme Englands soll die Haltung Belgiens fein, das sich nach einer Times Meldung auf die Seite Englands gestellt habe.

*

Frankreich zerstört vie Hoffnungen.

P a r i s, 20. Juni. (Eigene Dr-chttneldung.) Der neue Kammersieg Poincarös hat vorläufig alle Hoffnungen auf ein Einlrn- ken Poincares zerstört. 357 Stimmen sind für den öffenüichen Anschlaa der Rede Poin- rirös abgegeben worden, zweihundert Stimmen dagegen und sechzig enthieltrn sich der Abstim­mung. Die Sozialisten waren wieder gespalten. GeM« Poincarö wnrden anffallcnderweise viele Stimmen aus dem nationalen Block abgegeben, weil ihnen die Rede Poincarö« als Abwehr der deutschen Sabotage nicht weit genug (!) ging.

Der innere Feind.

Teuerung und Tuberkulose.

Sie ungeheuere Teuerung,die über Deutfchland hereingebrolhen ist, gefährdet, wie aus der gestrigen Sauptverfammlung de« Verein« Tuberkulose fürdenVegierungs. bezirklkassel hervorgine» die Bekämpfung der Tuberkulofe in bewrgni« erregend er Weife. Einer der gefährlichsten Feinde, Vie unser Volkstum außer den politischen Feinden bedro­hen, ist die Tuberkulose, und einer der wesentlich­sten Faktoren im Kampfe dagegen ist in Kassel der Verein Tuberkulose-Fürsorge, der gestern im Saale der Landcsversicherungsanstalt unter der Leitung des bewährten ersten Vorsitzenden Sanitäisrat Tr. v. Wild seine Hauptversamm­lung abhielt. Die Regierung hatte Geheimen Medizinalrat Dr. Rockwitz entsandt. Auch Lan­deshauptmann v. Gehren war anwesend. Fer­ner waren außer zahlreichen anderen in der Tu- bcrkulosebekämpfung stehenden Aerzten,» Schwe­stern und anderen Persönlichkeiten, die Stadt­ärzte Geheimer Medizinalrat Dr. Heinemann und Dr. Kcding erschienen. Der rastlos für den Verein tätige Schriftführer Landesobcrsekretär L o e b c r erstattete einen umfassenden Bericht über die Vereinstätigkeit in der Zeit vom April 1922 bis April 1923. Danach stand vor jeder Verein Stätigkeit immer wieder die Teuerung und mit ihr die bange Frage: Wird es möglich sein, die Vereinstätigkeit in dem bisherigen Umfange fortznsetzen? Aber ... mit Hilfe der zur Verfügung gestellten Mittel wurde doch den gestellten Aufgaben voll entsprochen! Während der Verkehr in der Poliklinik des Vereins gegen das Vorjahr noch eine Zunahme aufweist, ist die Zahl der Anträge auf Durchführung eines Heil­verfahrens etwas zurückgegangen. Das hängt zusammen mit den so außerordentlich gestiegenen Pflegesätzen in den Heilstätten, denen der Ver­ein nicht zu folgen vermochte. Seine Arbeit in Kassel galt auch in diesem Jahre besonders wieder der möglichst restlosen

Erfassung der vorkornrnenteen Tuberknlosefälle.

Me hiesigen Krankenkassen und das Standes­amt teilen alle ihnen bekannt werdenden Fälle mit, ebenso die Landesversicherungsanstalt und das Versicherungsamt, sowie ein großer Teil der behandelnden Äerzte. Infolge teer vielen ein­laufenden Meldungen war deshalb der Verkehr in den ärztlichen Sprechstunden des Vereins außerordentlich rege. Besonders trat das bei Frauen und Kindern in die Erscheinung. Die Poliklinik wurde von 2853 Personen besucht, nämlich 706 Männern, davon neu 157, 1012 Frauen, davon neu 239, 1115 Kindern, davon neu 269, und zwar mit 2597 Beratungen. Es gab weiter 7150 Hausbesuche bei Kranken oder ihren Familien. In ständiger Fürsorge befanden sich 1368 Personen. 362 Männer, 396 Frauen und 610 Kinder. Die bisher in den Wintermonaten mit gutem Erfolge durchge-ühr- tcn Bestrahlungskuren mit küü st ki­cher Höhensonne rmfdcn bei 248 Kindern fortgesetzt, die daran anschließend jedesmal eine Speisung, bestehend aus Milch mit Kakao und Brot, erhielten. Fürsorqcarzt Dr. Schotten, der di« Sprcchsttlndeu der Kinder wahrnimmt, be­zeichnet den Erfolg der Bestrahlung- mit ^künst­licher Höhensonne" bei den ihm anvcrtrauten, schwächlichen, unterernährten, mit Drüsen be­hafteten. tuberknloseverdächtigcn Kindern als recht erfreulich. Durch die Besttahlung wird die ganze Oberfläche der .Haut, der Gesamtstoffwech- sel beeinflußt. Allerdings darf nicht indikati­onslos jedes kranke Kind unter die Höhensonne gelegt werden, da bei manchen Erkrankungen eher eine Verschlechterung als eine Besserung eintreten kann. Das erste Symptom einer Bes­serung ist der gesteigerte Appetit, der bei den Kindern fast immer auftrat. Die Kinder nah­men mf Gewicht zu, die Kleinen wurden mun­terer, lebhafter und bei den S-bukkindern trat eine bessere Leistung in der Schrfle ein. Dr. Schotten saßt seine Erfahrungen dahin zusam­men, daß dße Bestrahlungen trittkünstlicher Höhensonne" von auter Wirksamkeit tri der kindlichen Tuberkulöse sind. Auch eine Anmhl von Frauen haben sich nach ärztlicher Bestim­mung diesen Bestrahlunaskuren unterzogen. Bemerkenswert bei tetr Arbeit an kranken Kin- dcrn ist die auch in diesem Jahre fortzusetzende

Durchführung einer Quäkerspcisung bei 200 Kindern, Ne ermöglicht wurde durch Ueberweisung der erforderlichen Sveifemengen (Mebl, Schmalz. Kakao. Zucker und Milcht durch den Ortsausschuß der KindersvuCung. Fabrikant Ludwig Schnell ließ sieben Kinder und drei Frauen in dem von ibm in Volkmarsbamcn unterhaltenen Erholungsheim je vier Wochen vollständig frei vervflcqen und zwar aut und reichlich. Vier Fürsorgerinnen sind in der Po­liklinik und bei Krankenbesuchen tätig. Die bts Ende März 1923 in einer Heilstätte befindli­chen Personen verteilen sich auf die einzelnen r>--ilstätten wie folat: Phikivvstist zu Immen­hausen 99. Walderholungsstätte Kragenhof 27,