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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 147.

Donnerstsg, 28. Juni 1923.

Einzelnummer 200 Mk.

Einzelnummer 200 Mk.

13. Jahrgang.

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VeiMäi-fung der europäischen Krise.

Rtn unterbrochen Tbeunis hat die Absicht, falls er bis morgen keinen Erfolg erzielt hat, aus die Kabinettsbildunst endgültig zu verzich- ! e n. In politischen Kreisen erwartet man. daß in diesem Jolle kein anderer Ausweg bleiben wird als die Auflösung der Stammet und die Ausschreibung von Neuwahlen. Kammer und Senat treten am Donnerstag zu einer Sitzung zusammen. Damit würde die Erledigung der Reparationsfrage und der deutsci-en Vorschläge ins Unabsehbare hinein verzögert werden.

Wertere Markentwertung.

Erhöhtor Dollavkurs in Newhork. tPrivat-Telegramm.)

Berlin, 27. Juni.

Der Dollar notierte gestern abend in New- York wieder 143000. Für die heutige Ber­liner Börse lag gestern abend bei den Ban­ken eine Ueberfüllc von Kaufaufträgen für Effekten vor. Neben den fortgesetzten Kon- zrrnkäufen, deni Abwandern großer Mittel vom Devisen- und Effektenmarkt und anderem mehr wirkte das neue starke Anziehen des Dollarkurses anregend auf die Anlegung aller freien Mark- bcträge in Effekten. Man rechnet für die heutige Börse mit neuen gewaltigen Kurssteigerungen. Bevorzugt sind namentlich wieder Montan-, Pe- trolrun!- und Btaschinen-Aktien. Steigendes In­teresse besteht für elektrische nnd chemische Werte. Einheitswerte sind in großen Posten verlangt, besonders stürmisch die bekannten Goldpapiere.

Die SMtzungsaMon unmSgNch?

Berlin, 27. Juni. (Privattelegramm.) Die weitere j4 Geschwader cstrine Bewegung am Devisenmv'kte hat eiu- ivandsrei gezeigt, daß jetzt nach Ausschaltung je­der Spekulation im Devisenhandel die Regelung der Mark nicht in der Hand der inläir-

d j s ch e n Stellen liegt Die Reichsbank hat ge­stern ihr möglichstes getan, aber den Bedarf an Devisen konnte sie nicht im entferntesten decken. Die Repartierungen in der Devisenzuteilung gin- gern gestern bis zu 20 Prozent herunter.

Die Sonderbündelei.

Dorten und die Franzosen.

Es gab nach der Revolution eine Zeit, da man nicht wußte, was aus dem Rheinlande wer­den würde, weil bestimmte Kreise der rheinischen Bevölkerung die Abtrennung von Preußen be­fürworteten. Das war in den letzten Monaten des Jahres 1918 und im Laufe des Jahres 1919, als im Reiche die Folgen des verlorenen Krie­ges und des Umsturzes ein erhebliches Durch- elnander geschaffen hatten. Diese Gelegenheit machten sich die Franzosen zunutze, um ihr weltgestecktes Ziel, die Loslösung des Rheinlan- des vom deutschen Reiche und Angliederung an Frankreich, zu erreichen. Sie fanden dabei leider deutsche Helfer, die unter falscher Flagge arbei­teten. Die Umtriebe der beiden Hochverräter Dorten und Smeets und deren Anhänger sind ja bekannt, aber st« leugneten ihre franzö- sifchen Beziehungen obwohl ihnen unwiderleglich nachgewiesen worden ist,» sie in französischem Solde stehen. Ihre Bemühungen haben gründ­liche Mißerfolge erlitten, was einesteils auf die deutsche Gesinnung der rheinischen Bevölkerung zuruckzuführen ist, anderntcils aber auch darauf, daß England die französische Annektionspolittk nicht billigte. Jedenfalls herrschte in den letzten Jahren tm Rheinland ein scharf zugespitztes Par- teiwesen, das die Bevölkerung in Unruhe hielt und nicht minder dem deutschen Reich bezw Preußen viele Sorgen bereitete. Eine gewisse Un­klarheit bestand auch dadurch, daß gleich nach der Revolution führende Persönlichkeiten des rhei- »ascheu Zentrums ein autonomes Rheinland wünschten. Wie das vortrefflichePolitische Handwörterbuch" von Herre-Jagow, das jetzt int Verlag von K. F. Koehler, Leipzig, erschienen >"+.

verzeichnet, handelten jene Kreise, die sich von Preußen lossagen wollten, damals unter dem Eindruck der wenig vertrauenerweckenden Berliner Zustände.

Was in der Oesfentlichkett und hinter den Kulissen vorging, das ist uns jetzt mit besonderer Deutlichkeit klar geworden, nachdem die Lon­doner SonntagszeitungObserver" (ein Blatt, das von Llopd George viel zur Verbreitung sei­ner Politik benutzt wird) den gestern und vor­gestern in unseren Telegrammen erwähnten n auzosischen Geheimbericht veröfsenilicht hat In meiern Bericht macht der französische Obeckom- missar der Rheinlande, Tirard, Mitteiluna an die Panscr Regierung über seine Deziehuw gen zu Dr. Dorten. Man findet darin alles, was man in Deutschland dem Hochverräter Dor­ten vorwarf, in ausführlicher Weise bestätigt Er bat mit französischem Gelde aearbeitct, Aaenten alsheimliche Generalstäbe" in seinen Dienst gestellt, die eine Anzahl Unteragenten batten. Seine Methode war. den Rheinländern borzufpiegeln, daß er ein selbständiges Rheinland innerhalb des deutschen Reiches erstrebe, während er _ln Wirklichkeit beabsichtigte, damit die AuS- Ilewrung an Frankreich vorzubereiten. Seine Erfolglosigkeit führte aber zu starken Meinungs- verschledenherten zwischen Dorten und Tirard. ^bbei das französische Oberkommissariat dem Söldling Dorten schwere Vorwürfe machte und zwar: Es gelinge ihm nicht, die Separaiistcn-Bc- wegung auszubreiten, die ihm zur Verfügung gestellten Gelder habe er veruntreut oder vernachlamat nnd dabei erlaube er sich noch, in der franzöiischeu Presse Angrisfe gegen den Ober- kommissar hervorzurufen. Künftig sei ein bes­ser es Zu s ammenarbeiten Dortens mit dem franzönschen Oberkommando notwendig

Tirards Bericht ist am 16. April 1923 geschrie- ben. Daß d:e Veröffentlichung in dem Londoner Ei'att nun großen Unwillen in Paris verursacht mH, ist erklärlich. Die Franzosen Wollten geheim hinter den Kulissen arbeiten und sehen sich durch ihre Alliierten bloßgestellt. Daher wirkt es läcker- fich, wenn der PariserMatin' aus Rache mit Gegenenthullunaen kommt nnd die Englän­der beschuldigt, mich sie hätten Abtreu- nungspläne geschmiedet. Es werden sogar bestimmte Persönlichkeiten genannt, die mit im «piele gewesen fein sollen. Für den englisch- deutschen Rbemstaat babe der Ebes des britischen Spionagedienstes, Rvan, dreißig Mllionen Vlund Sterling zur Verfügung gestellt gestabt Der Kölner Oberbürgermeister Adenauer sei als rheinischer Ministerpräsident auserseben gewesen

sElwn ihm batten Haaen als Finanzmini­ster, Moenning als Jnftizminister und Meerfeld als Arbeitsminister wirken tollen. Die geplante Rheinische Republik von Köln sei das letzt« Ma­növer der Engländer gewesen, um Frankreich daran zu bindern, sich endgültig am Rbein fest­zusetzen. Auch die jetzige Eutbülluna imOb- server" hab« den Zweck gehabt, dem Führer der rheinischen Sonderbündler, dem französischen Agenten Dorten, in den Rücken zu lallen.

Was an den Enthüllungen desMatin" Wchrbeit und Dichttmq ist. wird sich hoffentlich bald Herausstellen denn weder die britischen Ver­treter im Rheinland«, noch di« angeariffenen deutschen Persönlichkeiten werden di« Behaup­tungen mir Schweigen übergehen können. Sicher

ist jedenfalls, daß die Mehrheit der rheini­schen Bevölkerung nach den französischen Sanktionen", die seit 1921 zum Schaden jedes Einzelnen angewandt werden, und besonders nach der französisch-belgischen Besetzung seit Ja­nuar 1923 Weiß, wohin sie gehört. We­der an Frankreich, noch an England (das die französischen Uebergriffe nicht verhindert) kann eine Anlehnung stattfinden. Beide Mächte stehen dem rheinischen Wesen fremd und verständnislos gegenüber.. Einzig und allein zu Deutsch­land gehört das Rheinland durch seinen inne­ren wirtschaftlichen und fnlturetten Zusammen­hang. Die dauernden Treuegel öbnissc der Rheinländer und erst jetzt wieder die Kund­gebungen im Rheinischen Provinziallandtag be- krästigen daß das Rheinland allen fremden Lok- kungen oder fremder Gewalt trotzen wird. Preu­ßens und des Reiches Aufgabe ist es. unsere Volksgenossen im Westen zu halten! K. F. D.

Vvkberettung zum Krieg? Wettrüsten zwischen England und Frankreich (Eigener Drahtbericht.)

London, 27. Juni.

Baldwin gab gestern abend im Unterhause eine bemerkenswerte Erklärung über die 93er stärkung der britischen Luftflotte ab. (Siehe auch zweite Seite.) Es sei für England notwendig, genügend gerüstet zu fein, um Groß- br itannien g c g e n A n g r i f f e der größten Luftmacht (Frankreich. D. Red.) zu schützen, die innerhalb der erreichbaren Zone liege. Die neue Luftflotte würde aus 5-2 Geschwadern bestehen, wozu im nächste« Iah«

kommen sollen. TerStar" von gestern abend berichtet, es werde in unierricksteten Kreisen all­gemein die Ansicht ausgesprochen, daß diese B:r- stärkung der Lnstwasfe einer Vorbereitung für den nächsten Krieg gleichkommt, auch wird darauf hingewiesen, daß Frankreich Ende 1925 2000 Flugmafchinen besitzen will. Es wird die Frage gestellt, gegen wen Frankreich diese Vorbercitunge» treffe angesichts der Tatsa­che, daß Deutschland entwaffnet fei. Der Beschluß Großbritanniens in dieser Frage, so schreibt die Morningpost". erinnert an den Flottenwettbe­werb, der vor dem Kriege zwisckten Großbritan­nien und Deutschland bestanden hat.

Dasfriedliche" Frankreich.

Der Wolf im SchafSfell.

(Eigene Trahtmeldung.)

Paris, 27. Juni.

Millerand hielt gestern vor ausländischen Pressevertretern in Paris eine Rede, in der er sich bemühte, die französische Politik gegen Deutschland zu rechifertigen. Er sagte: Frank­reich werde nicht eher ruhen, biS alle Verbrechen gesühnt seien. Das Einvernehmen mit den Alli­ierten werde nie anshören. Die Zeitungen möch­ten überall den Standpunkt vertreten, daß der Friede und das Glück der Welt von Frankreich nichts zu fürchten hätten. (?) Auch die französischen Luftstrejtkräste dienten nur friedli­chen Zwecken. Es wäre ein Unglück für Frank reich, wenn es verkannt würde. (?)

Aenderuns der Befetzungsttnle.

Paris, 27. Juni. (Eigene Drahttneldung.) Echo d« Paris" meldet: Der Ministerrat habe die neuen Vorschläge des Landesverteidigungsra les zur Aussprache gebracht. Entscheidungen deS Kabinetts seien noch nicht getroffen worden, wahrscheinlich habe man jedoch nach der Bildung einer neuen Regierung in Brüssel mit einer wich­tigen Aenderunq der jetzigen Besatzungs- linie im deutschen Nord- und Mitte'gebjet zu rechnen. In Gelsenkirchen. Wanne und Wat­tenscheid fanden gestern umfangreiche Trup- prnverschiebungen statt. In Oberhausen wurden die französischen BesatzungStruppen durch belgische Soldaten abgelöst.

Belgiens Kabinettskrise. Endlose Verzögerung der Reparatioasnote.

(Eigene Drahtmeldung.)

Brüssel, 27. Juni.

Die Mitglieder des zurckgetretenen Kabinetts sind der Meinung, daß im Augenblick die innere Lage es ihnen verbiete, die interalliierten Verhandlungen über die deutsche No­te sortzusctzen und die Antwort festzulegen. In­folgedessen werden die Segonnenen Verhandlun-

^esprechungen in London.

London. 27. Juni. (Eigene Drahimeldung.) Hamburger. Berliner und Frankfurter Bank­st e r r e n sind am Montag in London eingetrof­fen. DieMorningpost" bestätigt, daß neue B c - sprechungen finanzpolitischer Att zwischen London und Berlin im Gange sind und daß auch zwei Vertreter der deutschen Reichs­bank seit Montag wieder in London weilen.

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Ziere Gwtzungsvrrfuche.

Berlin, 27. Juni. (Privattelegramm.) Ver­treter der Landwirtschaft sind für nächsten Freitag zum Finanzminister geladen worden. Dem Vernehmen zufolge handelt es sich um Be­sprechungen zur Ucbemahm« eines Teils der neuen Tollarschatzanweisnngen durch die deutsche Landwirtschaft, um eine weitere Markstützungs­aktion der Reichsbank zu versuchen.

Die Gewattmahlmhmen.

Raub von Kohlen und Jndustrieprodutten.

^Vrivat-Telegramm.)

Dortmund, 27. Juni.

Gestern nalfMittag wnrden wieder vier Ze­chen von den Franzosen besetzt. Die Fran­zosen haben mit dem Abtransport der vor­handenen Kohlen und Korsmengen be­gonnen. Bei Bochum wurden 150 Eisenbahn­wagen mit mehreren Lokomotiven ungehalten und von den Franzosen fortgebracht. Dem Tcmps" zufolge ist die Verfügung der Be­schlagnahme aller Kohlenvorräte auch auf den Befehlsbereich der Kommandantur Mainz und der Pfalz ausgedehnt worden. Die alliierte Jngenieurkommisfion des Ruhr­gebiets hat eine Liste von 19 Industrie- Werken dem Miniftcrrat eingereicht, deren Beschlagnahme mrgeschlagen wird.

Verschärfter Zwang gegen Arbeiter.

Essc n, 27. Juni. (Privattelegramm.) Aus Paris wird gemeldet, die französische Militär­behörde des besetzten Gebietes sei entschlossen, die bisherige Nachsicht gegenüber den Vie Arbeit für die alliierte Regie verweigernden Arbeitern der befetzten deutschen Gebiete aufzugeben. Arbei­ter. welche die Arbeit verweigern, würden in Zukunst denfelben Auswckifungs-Befeh- len unterworfen, die bisher nur gegen Eifen­bahner und Beamte angewendet worden sind. Bus Offenburg sind heute früh sechzehn Be amte und Eisenbahner, von den Franzosen aus gewiesen, in Karlsruhe angckommeu-

Rhein und Ruhr.

Kapitulation ist Deutschlands Untergang.

In ganz besonders etndrfngUwer Weise wurde gestern abend gelegentlich eincS Vortragsabends ber ReichSbahndirettion Kassel für dir Spitzen der Behörden nnd der wir«s«hastlichen Kreise über den Wiederaüfban der RrithSbahn 6t« Schwere nnd die Bedeutung des Kamps«» an der Ruhr und im Rheinland d« leuchtet.

In zweistündigen Ausführungen, durch Zeich­nungen und Lichtbilder ergänzt, hatte der Vor­stand des Betriebsamtes 2 der Rcichsbahndirck- tion Kassel, Oberregiernngsbaurat Köhler, eine Einführung in das Eisenbahn-Betriebs- und Sicherungswesen gegeben. Er zeigte, wie hinter der technischen Leistung der Mensch steht, sein Geist und seine Willenskraft, wie die Reichsbahn in ihrer jetzigen Organisation den furchtbaren Niederbruch am Ende des Krieges überwun­den hat, wie sie mit allen Kräften bemüht war und noch ist, ihre Leistungen zu verbessern und damit die wichtigste Grundlage für den deutschen Wiederaufbau zu schaffen. Für das letzte Rech­nungsjahr war ein Verhältnis der Ausgaben zu den Einnahmen von 100:95,5 bestimmt zu erwar­ten ... da wurde diese günstige Entwicklung durch die Besetzung des Ruhrgebiets und die Stillegung der Bahnen im besetzten Gebiet, dem Schwerpunkt des Eisenbahnverkehrs, jäh unter­brochen. Im Anschluß daran hob Regienmgsrat Dr. Blänkner die ungeheuren Leistungen der Eisenbahn und der Eisenbahner im Kriege, an der Front und im Feldbahndienst hervor und be­tonte: Diese Taten treten fast zurück gegenüber dem, was jetzt in dieser Zeit der passiven Ab­wehr nach einer neunjährigen Zermürbung das deutsche Volk und mit ihm oder gerade seine Eisenbahner leisten. Es geht um die letzten Reste unserer Exi-,«nj. Gestützt aus das neuefie «Key- siche Material setzte er auseinander, daß die Franzosen bisher keine wirtschaftlichen Vorteile erreicht haben, wenn sie mich den Hauptgrundsatz des einstmals gewesenen VölkerrechtsUnverletz­lichkeit des Privateigentums" suspendiert haben durch eine sinnlose Zerstörung von Staats- und Privateigentum, an die nicht einmal die Taten der Boxer und der Hereros heranreichen. Bis zum 16. Juni sind 6900 Eisenbahnbeamte und -Arbeiter (mit ihren Angehörigen 16 000) aus- g«wiesen worden, 23 000 aus ihren Wohnungen Vertrieben, und seitdem haben sich diese Zahlen verdoppelt ...! Was das deutsche Bott diesen Leuten schickdig ist. kann es niemals durch Taten ausgleichen, lediglich danken kann es durch Soli­darität mit den Vertriebenen. Roch einmal hat die Geschichte Deutschlands Geschick in unsere Hand gelegt, mit der Bestimmung, den

passiven Widerstand bis zum Aeußersten durchzuführen. Unsere Sorge muß es sein, die Erkenntnis dieser bitteren Notwendigkeit in alle Kreise zu tragen, damit nicht noch einmal über einem großen Kapitel unserer neueren Ge­schichte das Wort stehtVergebens"! Mehr aber, als alles, was bisher gesagt wurde, überzeugten schlichte, ernste Darlegungen eines Loko­motivführers, der helläugig das miterlebt hat, was im Rheinlaude geschehen ist und ge­schieht. Danach haben die Enthüllungen desOb- server" dem Rheinländer nichts Neues gebracht. Er hat es schon längst gefühlt, daß der Fran­zose-nicht am Rbein sieht, um sich bezahlt machen, sondern das Rheinland zu umwerben. Zunächst war er, um mit der sranzösischen Presse zu sprechen. Bemüht mit Lisbenswürdiakeit und Ritterlichkeit das Rheinland wie eine Braut zu umschmeicheln, um sie nach dem Ende der Besat­zungsdauer heimzusühren, dann aber brach der Sadismus des Franzosen durch und entfiemdete den Rheinländer immer mehr von den Franzo­sen. Unerhört sind die Greueltaten der armen Schwarzen, di« Frankreich auf einen Boden ge­setzt hat, auf dem sie nicht wurzeln können. Grö­ßer aber als die schwarz« Schmach ist

die weiße Schmach

der Anhängerschaft an Tr. Dorten und Smeets, die immer wieder auf die Zustände im unbesetz­ten Deutschland binweisen, wo Putsche rechts «nd links und Unfriede den Glauben an das deutsche Vaterland nicht gerade stärken. Den­noch ging die Mehrheit der Rheinländer, voran die Eisenbahnerschaft, mit finsterer Entfchlossen- beit in den Kampf und, so sprach der Redner, wäre nur im unbesetzten Gebiet Kameradschaft und Kollegialität so groß wie im lciddnrchfurch- ten Rheinland! - Die Rheinländer wissen, daß der Franzose nicht zuletzt den Sprung zur Ruhl getan hat um die Rechte des werktätigen deut­schen Volkes, die größer sind als die des eigenen, zu zertreten. Den Bazillus dieser Reble, dessen Ueberareisen er fürchtet, weiß er im Ruhrgebiet. Run such» er mit Brutalität die Bevölkerung zumFa"-Sag»n zu zwingen. Es gelang ihm nicht. Nur in Trier, wo die Smeetsleute beson­ders zahlreich sind, fielen 04 Prozent der Eisen- bahner um, die nun mit schlechtem Gewissen Angst haben vor der Wiederkehr der Ausgewiesenen. Auf diese Anost sind auch die vielen Denun­ziationen zurückzufirbren. Wenn auch der Fran­zose später seine Schützlings schützen wird, ihren