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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 151.

Einzelnummer 500 Mk.

Dienstag, 3. Zull 1923.

13. Jahrgang

Einzelnummer 500 Mk.

Scharfe Absperrung des Ruhrgebleks.

'c:Ta<)ty'.o art.'

Feindliche Bergeitungsmatznahmen.

Duisburg, 2. Juli. (Eigener Drahtbericht.) Havas meldet aus Koblenz: Infolge der B r ü t» kensprengung in der belgischen Besetzungs­zone bei Duisburg, wobei ein belgischer Militär­zug verunglückte (Siehe 2. Seite) hat die inter­alliierte Rheinlandkommission nach Beratimg mit General Tegoutte und dem belgischen Obcrkom-

b,-».--.? Ansichten n:M die,WahrbeitA"'>7 - xpjr.

Gefahr für Deutsche in Brüssel.

Brüssel, 2. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Um Kundgebungen zu verhüten, die als Folge des Attentats von Duisburg befürchtet werden, wurden am Sonntag Vormittag vor der deut, schen Grsandschaft in Brüssel starke Polizei und Truppenaufgebote ausgestellt. Auch das deutsche Konsulat wird von Truppen bewach«, um Ausschreitungen unmöglich zu machen.

Lin eigener Schritt Englands;

London, 2. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Tas Londoner BlattObservcr" glaubt, die eng­lische Regierung werde sich keinesfalls mit einer mündlichen Antwort Poincarss zufrieden geben. Lord Grcwc hat in seiner letzten Besprechung mit PoincarS für einen Augenblick die übliche diplomatische Höflichkeit beiseite gelassen und k a- tegorisch verlangt, datz Frankreich nun­mehr eine deuttiche Antwort geben mutz. Falls sich die französische Regierung weigert in den Hauptpunkten nachzugebrn, könne man in wcyigen Tagen eine bedeutsame Aktion der englischen Regierung erwarten. Die Morningpost schreibt: Wenn Frankreich nicht 'christlich antworte, dann würde England eine Erklärung abgcben müssen, wonach der franzö- ifchen Politik in Europa Einhalt getan würde. England habe die Pflicht, mit allen Müteln eint wirtschaftliche Katastrophe in Deutschland zu ver­hindern. In ähnlichem Sinne äußert sich der Daily Telegraph".

Mandanten beschlossen, die Ueberschrcitung der Grenzlinie zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet vom 2. Juli Mitternacht nach beiden Richtungen Mr jeden deutschen Staats­bürger zu u n t e r s a ge n, wenn es sich nicht um Z wecke der Ernährung oder besondere Familien- ereigniffc handelt. Diese Entscheidung bleibt vierzehn Tage in Kraft. Die Bestimmungen über den Durchgangsverkehr werden nicht abge­ändert. In einem zweiten Telegramm aus Kob­lenz wird erkürt, die interalliierte Rheinland- klmnnission habe mit dem Oberkommandierenden des BesatzungSheercs beschlossen, datz in Zukunst in jedem Zuge, der im besetzten Gebiet ver­kehrt, deutsche Zivilpersonen mitfah­ren müssem (!!)

Aus dem besetzten Gebiet.

Schießerei feindlicher Soldaten.

(Privat-Tekegramm.)

Düsseldorf, 2. Jult.

Havas berichtet aus Düsseldorf: Die fran­zösische Schildwachc auf der Eisenbayn- brücke von EuRirchen nach Trier hat aus uchr flüchtende Zivttperfonen geschossen. Man hat Blutspurrn entdeckt, die darauf schließen lassen, daß einer der Deutschen getötet oder Verwundei worden ist. Rus B u er i- W. wird gemeldet: Durch eidliche Aussagen einer Reihe von Zeu­gen ist einnmndfrei bestätigt, daß die S ch ü f s e, die von den Belgiern am Sonnabend Abend auf Sttatzenpassanten abgegeben worden find, vier Einwohner getötet haben. Diese Schüsse find 10 Minuten vor acht Uhr, also vor Beginn der Sperrzeit abgegeben worden.

Dtaub 6er Srwerbsiosengewer.

Paris, 2. Juli. (Eigene Trahtmeldung.) »Echo de Paris" meldet, daß nach der vorläufi­gen Zusammenstellung der Kohlentransporte aus dem Ruhrrcvier seit L Juni der Monat Juni mit rund 45 Prozent Mehrförderung ge­genüber dem Monat Januar abschlictzen werde. Schuld an dem fortdauernden Widerstand der Arbeiter trugen die Gewerkschaften und die deutsche Regierung mit der Er- wcrbslosenuntcrstützung. Die allgemeine Be­schlagnahme der Erwerbslosengel. der ist durch General Tegoutte angcordnet.

Weitere Befedung.

Frankfurt a. M., 2. Juli. (Privattelegramm.) In Limburg a. d. L. sind größere franzö- ische Truppenablleilungen eingetroffen, dar­unter auch Kavallerie. Borposten wurden gestern au der Bahnlinie nach Runkel gesehen, doch sind Besetzungen bisher nicht bekannt geworden. Wie aus Offenburg (Baden) gemeldet wird, Haden die Franzosen dort fast sämUicheu deut chen Eisenbahnern Ausweisungsbefehle bis 6. Juli zugestellt. Tas Eisenbahnerregiment (Ge­nietruppen) aus Rouen ist fest Frettag in Kehl und Offenburg untergebra«V-

Frankreichs, nur zur Sicherheit seiner Repara­tionsansprüche an die Gewalt appeliert zu haben und zwischen seiner sich in dem Verbot der De- Visenverordnung äußernden Praris liegt. Over sollte Frankreich gar zu diesem Verbot gegriffen haben, weil es etwa die »Sicherheit und Würde der Besatzungs-Truppen gefährdet" glaubt? Selbstverständlich sind die rheinischen Wirt­schaftskreise und vor allem die Banken des be­setzten Gebietes nicht verpflichtet, sich dem fran­zösischen Besohl bezüglich des neuen Verbots zu fügen. Im Gegenteil, die Verantwortung der Banken gegenüber den deutschen Gesetzen wird durch das Verbot der Besatzungs- und Ein- bruchsorgane nicht im geringsten berührt. W. W.

Devisenbedarf.

Der Kampf nm die deutsche Mark.

Duisburg, 2. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) In der Nacht zum Sonnabend ist die große Rheinbrücke Duisburg-Hochseld mit unge­heurem Krach in die Luft geflogen, gerade in den, Augenblick, als ein Zug der Besät- z u n g die Brücke passierte. Es sollen fünfzig bis sechzig Tote unter den Trümmern der gespreng­ten Brücke liegen. Die Besatzungstruppen haben die Brücke in weitem Umkreis abgesperrt, lieber den wahren Umfang der durch die Explosion an­gerichteten Beschädigungen und über die Höhe der Zahl der Toten und Verletzten konnte noch nichts Genaues festgestellt werden. Der Versand der beschlagnahmten Kohlen aus dem Ruhrbezirk wurde von der Besatzung fast aus­schließlich über die fragliche Brücke geleitet.

zeigt, daß die Börse

eine wirtschaftliche Notwendigkeit

ist, deren Lage freilich auch manchmal von aller­lei Zufälligkeiten abhängt. Für die Stimmung an der Börse, die allgemeine Tendenz, ist die Stimmung des auf die betreffende Börse am meisten cinwirkcnden auswärtigen Platzes von Wichtigkeit. Daher kommt die Bedeutung des börsentechnischen Rufes: »Wie kommt Wien, Paris, London, Newhork?" An der Verschieden­artigkeit dieser Rufe, wie sie an der Berliner Börse von 18701914 die entscheidende Rolle spielten, zeigt Croner den Umschwung und Auf­schwung der Berliner Börse. Bis 1870 hatte die Berliner Börse einen ausgesprochenen pro­vinziellen Charakter; der einzige Börsenplatz von internationaler Bedeutung war damals Frankfurt a. M. Berlin war in erster Linw von Wien abhängig, und so lautete der Börsen­ruf:Wie kommt Wien". Mit der Grün­dung des Deutschen Reiches wurde die Börse der neuen Hauptstadt auch der Hauptmacht für Deutschland, der vorwiegend einen starken natio­nalen Zug zeigte und das Geld für deutsche Un­ternehmungen vermittelte. Die weiter fortwir- lende Abhängigkeit von Wien zeigte sich in der Krisis der siebziger Jahre, die von Wien ihren Ausgang nahm. Daneben übte auch Paris einen starken Einfluß auf den Berliner Plettz aus. Bis zum Jahre 1880 war die Berliner Börse so ganz deutsch und auf die inneren Verhältnisse eingestellt, daß die politische Lage nur eine gcle- gcntliche Rolle spielte. Erst in den achtziger Jah­ren entwickelt sich der deutsche Geldmarkt und versucht nun neben den anderen großen euro­päischen Märsten sich eine gleichberechtigte Stel- lijng zu verschaffen. London wird ausschlagge­bend, und die Frage: »Wie kommt Wien?" wird übertönt durch die:Wie kommt London?" Seit den achtziger Jahren wird Berlin immer mehr in die

gegen den Doilarstans noch gLgen die Lebensmtt teUeuerung irgend einen Erfolg erzielen könne.

Mit der am 23. Juni in Kraft getretenen D e- vlienverordnung hat die Reichsregierung euren entschloßenen Schritt zur Devisenbewitt- o üetan. Der Handel in ausländischen Zahlungsmitteln im freien Verkehr ist verbot en und unter schwere ©träfe gestellt worden. ?yur den legitimen Devisenbedarf muß jeweils der a m t l i ch e K u r s gelten. Nach der ersten Ueberraschung und der daraus sich erge- benden Unsicherheit haben die Deviseninteressen- M den neuen Verhältnissen anzupassen ver­sucht. Da der Handel in Auslandswechseln aufs äußerste erschwert worden ist, warf sich der be russmagige Geldhandel auf dasjenige deutsche Papler, dessen Kurs unmittelbar von den aus­ländischen Devisenkursen beeinflußt wird- die

" r schatz a nie i h c., In diesem Papier »and von Bank zu Bank ein lebhafterTermin- nk nn-r Ge^st statt, das zwar an dem betreffenden Tage bereits abgeschlossen, aber eln°rn spateren Zeitpunkt erst dÄgefühn Gegen dieses Termingeschäft in Dollarschatzanwelsungen ist jetzt die Reichsbe- horde gleichlalls eingeschritten, weil sie darin erne Durchkreuzung der von ihn eingeEiteten Dsvtsenpolitik sicht. B

Schon wenige Tage nach Erlaß der Verord- zeigte es sich, daß gerade das Vorgehen der Reichsregierung den Pessimismus in den Krei- icn der Devisemnteressenten verstärkt hat. W.-nn es, auch gelungen sein mag, den unbefugten De- vifenhandel und besonders die Devisenhamsterei auszuschalten, so scheint doch die Nervosität des ,egltlmen Ein fuhr Handels für die Nachfrage auf dem Devisenmarkt und damit für die Entwicklung der Kurse viel bedeutsamer zu seln, als d,e Machenschaften der Devisenschieber ^n der letzten Woche stieg die N a ch f r a g e nach I,^senander Berliner Börse so stark, daß eine r'Uteiluna von 25 Prozent und weniger festae- mußte. Die Folge hiervon dürfte stin, daß die Devisenmteressenten einen hohen Bedarf anmelden, um bei der Zuteilung mög- ttchst gunchg davonzukommen. Ständen der Reichsbank unerschöpfliche Mittel zur Verfüg- n9- ^plötzlich anschwellenoer Angstbe- .

befriedigt werden und eben durch diese . volle Befriedigung schon nach wenigen Tagen aufhoren. Verfügte aber die Reichsbank über unerschöpfliche Devisen- und Goldvorrätc so Ware ja die deutsche Währung nicht auf den Heu- tigen traurigen Stand herabgcsunken, und so wäre eben auch die ganze Währungsaktion un- nollg!

Besetzung und Widerstand.

Keine Lösung der Krise.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 2. Juli.

Der päpstliche Schritt bleibt nach der Auffassung der großen Londoner Presse wir- kungslos, nachdem ihn Frankreich ab. gelehnt hat. Ein neuer Notenaustausch zwi­schen London und Paris über den Papstbrief Hai nicht stattgefnnden und ist auch nicht beabsichtigt. In Loydon ist man in amtlichen Kreisen nieder­geschlagen, weil es nicht gelingt, Frankreich zu Zugeständnissen zu bringen. Die Morningpost schreibt, wenn es noch eine Aussicht auf Ver­ständigung geben sollte, dann müsse England jetzt wrfudjen, von Deutschland die Ausgabe des pas­siven Widerstandes zu erlangen, doch es fei sehr fraglich, ob dieses Zugeständnis Poinears zu einer Aenderung seiner Polittk veranlasse» wcrde, die nach ganz anderer Richtung zu gehen scheine. (I)

Dollar und Teuerung.

Die Gewerkschaften fordern Maßnahmen.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 2. Juli.

Das neue Anziehen des Dollars trotz der von der Regierung zugesicherten neuen Mark- stutzuiigsaktron der Reichsdank hat zu einem neuen Schritt der Gewerkschaften bei der Reichsregierung geführt. Vertreter der Gewerk- chasten erschienen am Don,iahend Nachmittag beim Reichssinanzministtr. Eine Besprechung mit dem Kanzler soll sofort nach dessen Rückkehr nach Berlin erfolgen. Die Vertreter der Ge- werksckraften ließen keinen Zweifel, datz sie nun­mehr mit f elb ständigen Aktionen im In. tcreffc der toeiftätigen Bevölkerung vorgehen

internationalen Schwankungen und Krisen hineingezogen. Tas Publikum ge» winnt bei der zunehmenden Blüte der deutschen Wirtschaft eine engere Beziehung zur Börse, sucht in Jndusttiewcrten nicht mehr bloß eine Anlage, sondern beginnt aus Kursgewinne zu spekulieren. Tie große Nachfrage nach Attien ruft ein Fieber von Neugrünvungen hervor, und schließlich spielt die Dividende des Papieres ge­genüber dem Kursgewinn kaum noch eine Rolle. Die immer stärker werdenden Einwirkungen des Auslandes zeigen, daß Deutschland in die inler- nattonale Wirtschaftsbewegung eingetteten ist. Die Wiener Börse steht nun schon in einem Ab- hängigkeitsverhältnis von Berlin. Um bi« Jahrhundertwende wird die Verwicklung bet Berliner Börse mit den ausländischen Märkten, besonders London, immer enger, und nm die Mitte des Jahres 1900 erfolgt im Zusammen­hang mit London der Zusammenbruch der Ber­liner Börse, von dem sie sich erst allmählich wie­der erholt. Seit 1903, wo die besser werdend« wirtschaftliche Lage Amcttkas den deutschem Geldmartt beeinflußt, gestalten sich die Zusam­menhänge zwischen Newpork und Berlin immer enger. Der Ruf:Wie kommt London" wird abgeWft durch die Frage:Wiekommt New. v o r k?" Amerikas wachsender Reichtum strahlt auch aus Berlin über. Zugleich, aber nimmt die äußere Politik von Berlin Besitz, und man kann

Sriitfenfprengung und Zugunglück

50 bis 60 Mann eines feindlichen Transportes tot.

Selbst dem Laien in Wirtschasts- und Bör­senfragen muß es cinleuchtcn, daß der Devi- senbedarf der,deutschen Wirtschaft gerade in diesen Wochen besonders dringend ist Wir ha- kirr die abgesperrte Ruhrkohlc -euere K o h l e n m England zu taufen, wir nafcen auch gerade, kurz vor dem Hereinkommen Erneuen Ernte einen erhöhten Bedarf an aus- M.ch-u Lebensmitteln. Dazu kommt, daß die wirtschaftlichen und finanziellen Schwic- rigkeiten aller Art die ohnehin recht geringe Er- hc*.n Wirtschaft weiter tieL mtnbcrt haben. Die ,etzt von der Reichsreqis- rung eingeleitete Devisenpolitik ist aber bei bei f^'arf zugefpitzten heutigen Krise gerechtsertigi. Eine organische Kur für unsere Währung -st ue allerdings in keiner Weise. Vielmehr bleibt de"' Gebiete einer großzügigen Währungs- reform noch alles zu tun.

Leider traten aber der erfolgreichen Durch- S"« Dev'senvrdnung große Sckwieng- ketten in den Weg. Ern Hindernis ist die Ge­genmaßnahme der Alliierten Rheinlandkommis- siom Das Verbot der Durchführung der Tevi- lenverordnung um besetzten Gebiet erinnert leb- dafi an einen ähnlichen Fall, in dem die fron» "'''we Regierung offensichtlich die Be- muhungen Deutschlands, seine Währung Eder m Ordnung zu bringen, sabotiert k/'nerzeit nämlich die Dollarschatzan- lE auigelegt wurde, erschien zwei Tage vor ^lage eme ftanzösische Regierungserkiä- rung Uber die Pfändbarkeit dieser Anleihe. Der »kJ, a war, daß die Zeichnung erheblich unter Maß der Erwartung zurückblieb. Daß die Franzosen auch diesmal nur darauf ausgehen, die Maßnahmen der deutlchen Regierung zur AwH^g de : Mark und zur Erhaltung der dem. kwe" Wirlchaft und damit auch der deutschen Re- parationsfghlgkelt bewußt zu erschweren, ergibt N Daraus, daß gleichzeitig mit dem Ver­bot der Rheinlandkommission auch von den Or- zanen der Einbruchsarmee im Ruhrgebiet tie Lurchfikhrung der Devisenvcrordnung verboten

,ei0t damit Nar, daß es auch auf diesem GEret nut der gleichen Rücksichtslosigkeit und Hatte weiter zu führen geben«, wie es bisher oen Kampf gegen die deutsche Gesinnung in den Rhein-, Ruhr- und Saarlanden geführt hat. Bei dieser Gelegenheit kann nur nochmals auf den m-arianten Widerspruch hingewicsen werden, der

Berliner Börse.

Wie kommt Wie» ? Wie kommt Newhork?

Angesichts de« allgemeinen InteresieS, da« heute aus die Bewegung de» Mart und de« Dollar« gerichtet ist, gebe» 'wir die nach­stehende bSrsengeschichtliche Plauderei wieder. Niemals noch hat die Börse so im Mittel­punkt des allgemeinen Interesses gestanden, wie in diesen Tagen, da alle Augen auf die Sprünge des DMars gettchtet sind, da AuAfchüsse der der- schiedensten Att sich mit den Börsengefchästen be­fassen, da alle möglichen Reformen durchgrführi werden sollen. Auch die weiten Kreise, die sich früher nicht um die Börse kümmerten, fühlen heute, daß dort unser aller Wohl und Wehe ent­schieden wird. Die Berliner Börse ist heute nicht nur der Mittelpunkt unserer deutschen Wirt­schaft, sondern überhaupt einer der wichtigsten Börsenplätze der Welt, in kaum einem halben Jahrhundert hat sie sich von einer provinziellen Einrichtung zu so internationaler Bedeutung aufgeschwungen. Rcichsarchivrat Johannes Cro­ner, der int neuesten Heft derPreußischen Jahr­bücher"die Entwicklung der deutschen Börsen" behandelt, sieht denn auch in dem Aufschwung der Berliner Börse ein getreues Spiegel­bild der ungeheuren Wirtschaftsent­wicklung, die sich in diesem Zeitraum vollzo­gen. Wie Goethe von der trojanischen Helena, kann man auch von der Börse sagen:Bewun­dert viel und viel gescholten". Während die einen in ihr den feinsten Gradmesser des Wirtschafts­lebens erblicken, sehen andere in ihr nach dem Wort eines preußischen Handclsministers den Giftbaum", her dem Bal? .verderblich -t Daß