Hessische Abendzeitung
Nrnnmer 166.
Einzelnummer 500 Mk.
Freitag, 20. Juli 1923.
13. Jahrgang
Einzelnummer 500 Mk.
Englands unvmijckban Ziele.
werden jetzt neue Versicherungen sowohl auf
der geste- a Betrachdinaen ^iüe2I.i'6'en Dollarstandes abgeschlossen, wie auch rchkeit u. Aussichten eines r w o r f V e r f i d) e r it rt c n. Tie un
terste Grenze für eine Goldmarwersicherung (de
Die Wirtschaft wirb geschont.
Eine besondere Gefahr
Sn der Franzosendölle.
Muffolinis viüne unv Entschlüsse.
Etwa 11 große
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haben im
Berlin, 19. Juli. (Eigener Drahtbericht.)
' neuen Preisberechnung sollen die wirr-, . . _____
. J wre bei s o lchen Versicherungen würde allerer ung der T a - »mgs dann eintreten, wenn die Mark sprunghaft
o ^ben e-ne beängstigende Ern besonderes Kai ?I^^k"^'"ielknappheit wird N'naswesen steten die Vi ö« botil bk Besatzunastrup-, ernrelner Gesellschaften dar Et!
Pen ungeheure Mengen Lebensnrittel austaufemldeutsche Vederungsgesellschaften
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tue versuchen, die Grenze vom besetzten uns unbeietzt« Gebiet zu überschreiten, obne je- b^" Anrufvon den gewaltig verstärkten franzö- Nlchen Poften geschossen. An den Grenz- statronen von Lcharnhorst und Brakes hörte man
Ernste Mahnungen.
Sine Veröffentlichung der Regierung.
(eigener Drahtbericht.)
Vrivatverslcherung.
Wie schließt man heute Versicherungen ab? - Wie zahlt man Prämien? - Wie wird man ausgezahlt?
Wie stellen sich die Privatversicherungen gegen Feuerschaden, Einbruchsdiebstahl-Dchaden usw., wie die Lebensversicherungen auf die Geldentwertung ein? Eine Frage von größter volkswirtschaftlicher Bedeutung. Eine Frage auch, die heute als gelöst angesehen werden kann. In der
Lebensversicherung
. Dn. Frieden von Lausanne ist nach fast dreft bierteliahngem diplomatischem Ringen grundsätzlich gesichert. Dieser Frieden von Lausanne kommt m seiner Wirkung auf die erste Revision der nach dem Weltkriege abgeschlossenen Frie- densvetträge hinaus. Die große weltpolitische Bedeutung der Einigung von Lausanne liegt aber darin, daß England einen unbestrittenen Sieg b-wongetragen hat. Wer die Dinge von
“ufX“Uc” rootlen: aber im Rahmen unserer Vorschläge an Deutschland werden wir gern Anregungen und Sonderwünsche unserer Verüün- deten übernehmen. Das Haus gab seinen Beifall zu der Antwort des Premierministers kmid.
ein Parteisüppchen zu kochen, übeBerratam deutschen Volke. Die Reichsregierung be- snt ihr Einverständnis mit der preußischen Reiterung, besonders mit dem Innenminister Se 'cring. und erklärt weiter, daß sie bemüht ist Nit den Landesregierungen von Sachsen und chüringen ein Einverständnis zu erzielen.
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Die Urheber der Gerächte.
V n i-ufU 's'' £ie «visp-lttz« änietgenjeHe 1200 Marl.Kamt.
lrennachiichtm bl? ’.elt; 1000 Mark, sie eLnfpattigeJle.’lameseile 3300 Mark b) Au-iv-rttze Auf. athV ä"aetgenat«e 1200 Mark die einspaltige -Otettam.-etle 3300 Mark, alles eta. L-ueruazLzuschlag mA ÄtljeigenOeuer zür Anzeigen mit deson-.'rS schwierigem für die Rtchttgk-it aller durch -rnsprech.'r aufgegeüenen An. zeigen, «wie kur Anfnahmedaten und Plätze kann ein« »ewätzr nicht uberno amen werden rru.erei -chlachtaootroSe 28/30, «ekchäftslielr kölnische Ztratz- >. Telephon Nr. 931 uns 952
Die erste Revision
Der Frieden von Lausanne.
Die Grenzkontrolle wird in rigorosester Weis e durchgeKhrt. Viele Hunderte von Per- UA Drrsuch machten, dir Kontroll-
« ! l 1 wurden von den Pofien
mißhandelt. Sogar die Pässe wurden ihnen abgenommen. Die Lebensmittelverfor- infolge der ASschnü-
V1 * ® 1 ® 6 a L In vielen Orten sind mrf /-n Nichts zufammenoe- «ine beängstigende
erstehende amtl^e ©rflte^bie^on^n B^r-
itner Morgenzeitungen an leitender Stelle ver-
entlrcht wird, ist offenbar dazu bestimmt Be- ,T, , .- ----- ——..Q... ^U|
-higung zu schaffen gsgeirüber einem Artikel Goldmarkbasis unter Zugrundelegung des
„9) 0 I tt) ä T t t— m . - toY>iorTrzr^rt ^c.^ .r^£.r-rr— . ... <
anstellte über die Möglichkeit'm Äussichwn''eines ^Bürgerkrieges. Dieser Artikel hatte den s ä ch s i»i rn o rt Mi n i i * n » m M 2 n . - * i
nur zu Land, sondern auch zur See ist damit Frankreichs und Italiens Einfluß auf ein Mini- "'"w herabgedrückt. Jedenfalls hat England ft.' nut der Kontrolle über die weltpolitisch bedeutsamsten Dieeresstratzen auch eine Sicherung schon für die ganze Ostseite des Mittelmeeres geschaf- ien und damit die schwerste Gefahr schon ans lemem Wege nach Indien weggeräumt. Die bei dieser jetzigen Regelung au» n.etn schlecht. Sie erhält eine Greirzsicheruno gegenüber Griechenland und Bulgarien, wie sie nach der Niederlage kaum in kühnsten a.raumenerwartet werden konnte. Es er-
Alte Bersicherttnaen
S»MenrifinhnS^,^'rrt§Jn Friedenszeiten ah- gescniehen sind, werden heute, weil ihre Prä- fen iÄnn-^bi-C Derwaltungskosten nicht dek- fen, ,a oft nicht einmal das Porto lohnem schon I f«t l-mgerer Zeit als prämienf reifnr^ vielfach lösen die Versicherten solche tuna^mir^-" ^'rch eine einmaliae Abo^
Sie Safieter Neuem Nachricht« erscheinen wöchentlich -echsu-a- uns zwar aoens«. Der Abonnemenirpreis beträgt monatlich 11000 Mark bei tretet ruiiellun ins g-., s ™«eneaQr,8tl,Ott ,07^™ar! 3.fte0rUn"end“3
«7 ^5 0-1 e5ä uns R.daltloa: -chlachibo sttaßr 28/30 Femfprecher Nummer
“b -x1 « moeriangt eingefandte Beiträge kann die Redaktion e>n- era^ »der Ansprache"^. * '2*"!'" ”a“' übernehmen. Rückzahlung de« Bezugsgeivee . »der Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnuugSmäSiget Lieferung auggefchloff-w
.versichern, int Wege der Papiermarkversicherun- gen; deren unterste Versicherungssumme ist eine Million Mark. Hier bleibt die Versicherungssumme immer eine Million Mark, einerlei welchen Wert die Mark am Auszahlungstage hat' «Denn ailch die Prämien nehmen ja an jeder ti.ertvermehrung oder Wertverminderung teil, gute Prämie von etwa sechzigiousend Mark im Jahre ist heute nicht schwer anfztibringen. Und E,/<rM»HeckÄtz^g..wird scbr hä-uffgae- . _________weil laut Steuergesetznovelle vom 23. De-
terverkehr eine solche von 150 Prozent. Rack E im Jahre 48000 Mark Lebensver-
lm-Franksurtin der dritten Klaffe 315000 Man! k'"s,eit von fünfundzwanzig Jahren be- und eine Fahrt Berlin-Hamburg in der btiftcnlbfutS?t in der niedrigsten Steuerklasse eine Klasse nicht weniger als 218 750 Mark. ■ eJ a wtste uerersparnis von 207196 Mk.,
' w der höchsten von 519 741 Mark, bei einer Ver- s'werungssumme von einer Million Mark. Das ist also eine recht beträchtliche Verzinsung der ausgewendeten Versicherungs-Prämien.
Rotterdam, 19. Juli.
Sht« London wird gemeldet: Die Antioori- >'0te an Deutschland hat in den letzten Tagen zu bedeutsamen politischen Konscrenzen u. Botschaf- icrkesprechungen in London geführt. Die letzte Erklärung in Sachen der Antwortnote gab em Dienstag Baldwin int Unter banse aus die Anfrage Hendersons, ob die englischen Vorschläge an die Alliierten nur Anregungen oder Mindest fi>rderungen wären. Baldwin erwiderte' Un- fQctC ”Dt.e »ibt Grundlinien, die baS ^fr1i
u»d lönnen ”«'.‘bkfe« (SraWInl« Sn E'. de-r neiieu ,i!r,,eiei-chn>,«g Men die >
.......... '.'s-"» & ‘»'ES te? bw1fm feeiWl-unfte wurde die i-gtausend Mark Jahresprämie unter Umsiänd^ Ermäßigung des ^Zuschlages für die Befördi-Iunerschwinglich sein. Die Spekulation derer die Güterwagen von zchn Prozeni solche Versicherungen abschlichen, rechnet aller- auf fünf Prozent von der Verwaltung vorgeschla dlngs nicht mit einer sprunghaften wohl aber g-u und vomAusschuß gutgeheißeu. Eingeheno mit einer allmählichen, in zehn, fünizehn M^ ?rorterr wurde die »rage der Einführuna wen ttg Jahren wesentlich werdenden Markverbeffe- bchtändister Tarife. Voraussicktlich wird zum rung. Und Viele zahlen heute, wo es ehu Ä. erften September dazu Mergegangeu. It'Mt ist. die auf die Ge f a m t baue r der Ve^' I lrorechneten Jahresprämien samt- NmL'"en.Satz in der ErwaNung. daß L r^T»r»9k ve,nL Heutigen Geldwert nicht so schwere Hunderttaufenide-Zahlitna in fünfzehn snnfundzwanzig Jahren, am Fällig- keltstaae. sie als eine Million von vielleicht »riedenswert beglücken werde. Auch wenn man diese Erwarttlngen mit volkswiNschastlichen Er- ^-zwrt: daß man' nach
eiMtt besseres Geld als heilte
eryaii, durfte als ausgemacht gelten.
Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung ~ *—
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Ectzarfer Einspruch gegen das OtuforaBenteuer. .. .■ß ll r i ch, 19. Juli. (Privattelegramm.s ©in ttaliemsches Blatt meldet aus London: Lord ?“r3.b«t in seiner Unterredung mit dem »urnliri»°J *” Botschafter Grafen St.i -------u>x»avi»iujviii,
KS.tf L ---
UtMe Kreise in London haben den Eindruck cPnvat-Telearamm >
bSLJz 5et belrebiger französisch-belgischer Be- Berlin, 19 Juli.
Seine ^rbalb Deutschlands sich dem Ende «US dem besetzten Gebiet find vom 1. bis 15. fast zwei Junten Botschafter, der Juli 11602 Personen ausgewiesen worden, dar-
6ti«elreten, v«ß fnmzöstfchc" Trupp«n,»af" in ' 316 dersonn. wurden in der gleichen
Stabte unb Orte bes noch Mcht besetzten Deuts» b»rch die Besatzungsarmee verhaftet. — J„! touds zwecks Sanktionen nicht die W»r fi"s k— — *—* ~ '
rf f r‘beseitigen, sondern sie ver- h»mrt nK— 8eoen“6ct einem Lande, bE offiziell fein Kriegszustand bestehe.
am besten zu unterbleiben hätten.
Die ’ReMiareni^«,» 19‘ ^uIi- oon smariiyorst UND Makel hörte man
sÄÄÄnW Mäp J-f“,* W*"- drohenden Bürgerkrieg und erklärt m emer offiziellen »crflJif6flrung daß leber Versuch, gegen Ruhe und Ordnung v°rzu- gehen, mit allen Mitteln rücksichtslos un. ter brückt wird. Rach d-r Buffaffuna ter Xeidgreßierung haben Presseerörterungen über d,e Mogltchkett eines Bürgerkrieges in ben Tat- Men lerne Grunblagr. Die überwiegende Mehrheit teä deutschen Volkes lehne verbrecherische Torheiten und blutige innerpolitische Kampfe ab. Wrr in dieser Zeit der Not des Va terlandes vom Bürgerkriege spricht, um daran
Darmstadt sind i« ben letzten brei Tagen über zweihunbert ausqewiesene Eisenbahnersamilien aus bem besetzten Gebiet eingetreffen. Für heute wirb wieber bie Ausweisung von 149 Eisenbahnerfamilien aus Seidesheim augekündigt. Ganze Straße,t!
einElömischen St Mi?'iIINenuwett
feer politischen Lage feinen Urlaub ixrtaat Ter f lM testgenommen. BiS zur Stunde ist mit Essen ^Ttttsfumme sich allmählich ans,zehrt.
SÄ8 der englischen Aittvorinote in Rom ^^^nrg und Bochum immer noch feder Verkehr ^uer= und Diebstahls-Bersichentngen
3?a» etnlausenden B-richten wird auf alle Ar«!Dollarstand zurückaearissp»bten fönen, di- häufen ku m™,,. w.l ‘re,.r“.ifanjt mQn to,rb- Auch hierbei
ber «eriuger Bewertung
fctn- Und die Witt.
Ssisis E Kraft des Verstcherunasnebmers fn, fteffen w’e b"e rt01f> kortaefetzte SaKwett«rböHt na 3"J.ier namentlich Jndustricmtternebmunaen /f^^-eaend- Probleme, deren Löftmg Ln
Kn S/rfVnr// ! r ? u 6 ä n b e r zu einer ge- 11 k bat. Don Friedens-
M fen h^r ? Versickerunaen dieser Art bo- Jjren natürlich einer Rachversicher»
wau es nicht vorziebt, dur» Abgeltung der ää mjrasusjs r4Ät, Ä L?u-
eres Kavitel int
die Valutavervflichtunaen
■—-"7”d Von flUiicrtcti
-ruppen wird zirgesagt. Wenn man sich daran
ÄfÄSS ä5Ä »<w «iRnba»n-SoOrwrtfe. dSSTÄ L L ääuiww* - L-L-LäWLDS
weltpolitischen Anm w d?wi?'T«ttschm Mr" \ Berlin. 1s. Jüli. IveniMrn. im Weae der ^ierwnr^-.^-----
tich nicht die Rolle eines Aschenbrödels spielen? ,. brr gestrigen Sitzung des stündigen Aus.
schuffes des Reichseifenbahnrates wurde eine weitere gewaltige Erhöhung der Eisen- Sa h n t a r i f e beschlossen und zwar zum 1 August. Eine Erhöhung der Lohntarife um dreihundert Prozent in der erften und zweiten WageMafse und von zweihundertsünfzig Pro - i iC,*i i" der dritten und vierten Klaffe, im GS j
Ä6tt$eÄbätt auch fein« insularen ^tz^^^u7d M lu D e u t sch land sich abchieleudeii poltti-vor allem wird Konst an tinovel al's di- betrachtet werden. Au dem Ergebnis Hauptstadt der europäischen Türkei anerfann*
S, ist klar zu erkennen, daß Frank- Die Räumung Konstantinopels
reich selbst seine bedeutendsten Orientintereffen, --- - -
.um deren Verteidigung willen es eine Zettlana bereit war mtt England den Konflikt aufzuneh- men, preisgibt, um die Erreichung seiner politisch imperialistischen Ziele in Europa, im besonderen gegenüber Deutschland.
Die französische Polittk im Orient nach Unterwerfung der Türkei ging darauf aus. mit Hilfe der etwa noch gebliebenen Trümmer der ttirki- fchen Armee den Einfluß Frankreichs in Vorder- sssien zu verankern. Frankreich war sich vollkmu- m-n klar darüber, daß es sich damit bewußt in emeit Gegensatz zu England stellte. Es fand aber Rückendeckung in Italien das ebenso wie Fraitk- rclch sein Interesse daran batte, die Türkei in etwas zu erhalten, um nicht England vollständig das Feld überlassen zu müssen. Ohne Wissen Enalatvds hat dann Frankreich schon im Oktober US1 einen P-rtraa .m>e i» na - ra si» etablierenden türkischen Nebenregierung geschlissen. Dieser Vertrag widersprach schroff den Orlentinteressen Englands. Andererseits suchte ?ie Angoraregiening eine Annäherung an Scw- itrußland. das sich bereit erklärte, die Anaora- türkeu mit Waffen unb Geld zur Bekämpfung des engilifchen Einflusses im Orient, besonders in Vorderasian, zu unterstützen. Für England ' war damit eine ganz heikle Lage geschaffen Aber bie nunmehr emsetzende diplomatische Taktik der englischen Regierung ist wiederum einmal kennzeichnend für die bewundernswerte Elastizität, > die England schon immer in solchen Situationen ( aufgebracht hat. Sie ist aber auch bezeichnend für ben ganz anders gearteten außenpolitischen Sinn des Engländers. Während man anderswo, unb namentlich in Deutschland, bie Stärke ber Position in dem starren Festhalten ber einmal gezogenen Linie erblickt, hat England feine größten außenpolitischen Erfolge der ietoeiligen Anpassung an die gegebenen Tatsachen zu verdanken. Unb bie englische öffentliche Meinung geht in solchen Fällen bedenken- unv kritiklos mit'ber Außenpolitik ihrer Regierung, auch toenn sich etn völliger grundsätzlicher Wechsel in der Einstellung ergibt. Denn wie England in Lausanne arbeitete, das kam in ber Tat auf eine drastisch? Umkehr aller bisherigen Politik hinaus. ^^Eugland suchte unter ber Hand zunächst Anschluß an bie Angoratürken, bie mehr unb mehr für bie englischen Auffassungen, natürlich auf ber Basis sehr wichtiger Zngeftändnisse volitif»er unb wirffchaftlicher Art gewonnen wurden. Da- mtt unterhöhlte in langer, zäher Arbeit Eng- land bas Fimbament, bas sich Frankreich als slussallsvosition gegen Englanb int Anqora-Ver- ttag geschaffen hatte. Diese Taktik war'England möglich geworden, nachdem Frankreich sich im Ruhraebiet sestgebiffen hatte. Schritt für Schritt Wick Frankreich zurück, weil ihm die stiele ae- aem'iber Deuffchland dock noch höher standen als die Position im Orient. Es mag dabei auch bie berechnende Erwägung mitaefbielt haben, daß Frankreich, wenn es erst einmal die Meinlande und das Rubraebiet feinen Volt tischen, wittschaft- li»en und militärischen Zwecken diensth-rr gemacht haben würde, den Austrag der Gegensätze mit England bezw. der Orient-Jntereffcn mit verstärkter Muckt aufzunehmen in der Lage sei. England bat aber auch weiterhin verstanden einmal Sowjet-Rußland allmählich ganz aus den Lausanner Friedensverhcmdlunqen nuszu- schalten. andererseits aber dennoch wi-derum durch Konreffionen wirtschattlicher Art Sowjet- Rußland st» nickt zum absoluten Feind zu machen. Mer das Bestreben, die neue Türkei von Sowzet-Rußland Wegzitmanövrieren, ist England glänzend gelungen, und für bie türkische Angoraregierung war bie russische Hilfe nur so lange annehmbar als nicht ein onberer tarn, der einen höheren Preis für bie Türkengunst bezahlte
Der große weltpolitische Erfolg Englanbs bei bem Frieden von Lausanne liegt darin, daß durch das Zugeständnis der freien Passage ber türkischen Meerenge — unb twar nicht nur auf bem Wasserwege fonbern auch tn ber Lust, unb nicht nur in Friedenszriten, sondern auch bet kriegerischen Verwicklungen — Englanb die unbestrittene Borhernchast in ben türkischen Gewässern und hn Schwarzen Meere n&alt Das bedeutet eine schwere Niederlage Rußlands, das seit einem Jahrhundert im Berem mit ber früheren Türkei Englanb bie Erlangung btejer Position streitig gemacht hat. Nicht
Europas Rettung.
Baldwins unbeugsamer Wille...
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