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"'»einen wöchenlll» <ed>#mat und zwar nachm ttagS. Der bi« Woche vom «.-20.Okt.g0 MilltonenWarl bei irei-rZun-llunz » Ua»aw3ei,ott 87 Millionen. Bestellungen werben jederlei: entaefltn.

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Meier NeUste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 242.

Einzelpreis 15 Millionen Mark.

Mittwoch, 17. Oktober 1923.

13. Jahrgang

Einzelpreis 15 Millionen Mark.

Sie Möhmngsbank als Zwischenlösung.

neSwegS nach eine Beachtung des von der Re- gierung feierlich kurrdgogebenen W.llens aus, Ordnung und Ruhe im Lande herzustellen. Di? Regierung hat sich für die Aufrechterhaltung der gesetzmäßigen Zustande verbürgt und sie wird ihr Versprechen halten. Sowjetfi- l i a l e n können im Deutschen Reiche nicht ge­duldet werden, da sie mit unserer Verfassung und dem Wiederaufbau unserer Wirtschaft un­vereinbar sind und zu bolschewistischen Erperi- menten heute weniger denn ie Zett gegeben ist.'

um rückgang bis 45 Prozent gegenüber der gleichen Zeit im Vorjahr festrustcllen. Don allen Seiten kamen die Zurufe: Weil die Leute kein

trolle der Partei durch die Gewerk­schaften ist also Tatsache, und bezeichnend bleibt, daß diese Kontrolltnstanz ihren Frieden mit den Kommunisten machte.

Daß dadurch die innerpolitische und wirt­schaftliche Lage eine außerordentliche Zuspitzung erfahren hat. und ein Zweifrontenkrieg dreht, daß die Wühltätigkeit der Bolschewisten neu und wahnwitzig einsetzen wird, ist heute um so gefährlicher, als die wirtschaftliche Notlage schon genug Schwierigkeiten bereitet. Die Absicht der Reichsregierung, in Sachsen und Thürtn gen möglichst schnell klare Berhältniffe zu schaf­fen. ist aus der dem Reichskanzler nahestehenden Zett' zu ersehen, in der zu lesen ist:Was sich tn diesen beiden Ländern im letzten Vierteljahre ereignet hat, grenzt an Anarchie und an Recht- losmachung des bürgerlichen Elements gegen­über dem Arbeiter. Wenn nun die Regierung in kommunistische Hände übergeht und Männer von recht eindeutiger Vergangenheit an die Spitze des Startes berufen werden, so sieht das kei-

Ungllnstiae Beurteilung.

Berlin, 16. Oktober. (Privattelegramm.) Der MailänderSecolo" meldet aus Berlin, daß die neunmonatige Rubrbcsetzung insgesamt 15

Reformarbeit" leisten wolle. Er Betonte, daß sich die proletarischen Hundertschaften, deren Auf­lösung jetzt vom Wehrkreiskommandanten ver­fügt worden ist,vortrefflich bewährt" hätten; sie würden Sachsen, wie sich Böttcher ausdrückte, gegen die Auslieferung an den Faszismus ver­teidigen. In der Aussprache, die an Böttchers Darlegungen anknüpste. ergriffen Aimrchisten, Unionisten und ein Vertreter der Erwerbslosen das Wort, die alle erklärten, die sozialistisch-kom­munistische Regierung in Sachsen zunächst unter­stützen zu wollen, zugleich aber die Befürchtung aussprachen, daß die Kommunisten auf den Mi­nisterseffeln ebenfallsverdorben" würden. Dann werde man sie erbarmungslos zum Teuft! jagen.

Die Spannung in »reiften.

Aus der Relchsregierung.

-j Errichtung einer Währungsbank.

(«lgsner Drabtbrricht.1

Berlin, 16. Oktober.

Die Reickzsregierung veröffentlicht eine Be­kanntmachung über die Errichtung einer W ä h- rungsbank. Die Wähningsbank ist als Zwischengründung bis Mr Errichtung einer reinen Goldnotenbank gedacht. Die Goldan­leihe wird von neuem aufgelegt. Die Noten der Währungsbank sind gesetzliches Zahlungsmittel. Die Reichsbank ist ver­pflichtet. Schatzanweisungen des Reickies zu dis- kontieren Diese Zwischenlösung lehnt sich an den bekannten Helfferkchschen Entwurf an, der die neue Währung auf den Roggenwert begrün­dete. Es sind noch keine Einzelheiten mitgeteilt ; worden, aber wie es scheint, hat man sich unter dem Druck der Vorhältniffe und angesichts der fi­nanztechnischen Schwierigkeiten der Materie zu einem Kompromiß zwischen den verschiedenen der < Öffentlichkeit bekannten Vorschlägen entschieden.

Die sächsische Gefahr.

Radikale kommunistische Pläne gegen das Reich. tPrivat-Telesrammi

Dresden. 16. Oktober.

Die kommunistischen Minister Sachsens sind entschlossen, rasch zu handeln, wie aus den Aeußerungcn des Finanzmimsttrs Böttcher her­vorgeht. In einer Versammlung sagte er, da ? man sich nicht etwalangsame und gemütliche

Milliarden Goldmark dem Deutschen Reiche ge- kostet hätte und daß die Substanz des deut- schen Nationalvermögens um zwei Drittel vermindert fei. Das Mailänder Blatt, das in letzter Zeit eine den deutschen Ver­hältnissen gerecht werdende Haltung vertr tt, glaubt nicht, daß eine Besserung per deutschen Verhältnisse in nächster Zeit zu erwarten sei. Ab­wehrmaßnahmen hätten schon vor Monaten er­griffen werden müssen. Der deutschen Denkweise aereiche es nicht »um Ruhme, daß man wieder feine Hoffnung auf ausländische Kredithilfe setze. Die Hoffnungen aus Cunos Mission in Newyork würden bald zerf/aftern. da die New Yorker Finanz ernstlich an keine Hilfsaktion für Deutschland, wie es jetzt noch ist, denke.

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<Suno« Bemühungen In Amerika.

Brelin. 16. Oktober. (Privattelegramm.) Mel­dungen aus Newyork zufolge hat der frühere deutsche Reichskanzler Dr. Cu n o außer mit dem Präsidenten Coolidge und Staatssekretär Hugh s auch Besprechungen mit großen Finanzmännern gehabt. Bei Morgan ist Dr. Cuno zweimal ge­wesen. Die Zurückhaltung der Newyorker Börse läßt besondere Erwartungen auf einen Er­folg der Cuno'schen Bemühungen nicht in. Was von Krediten an Deuffchland verlautet, so schreibt derHerald", dürfte über Handelskre­dite in mäßiger Höhe nicht hinausgehen.

Dresden, 16. Oktober. (Privattelegramm.) Der gestrige Tag und dio Nacht sind in Dresden t ruhig verlaufen. Reichsw ehr patrouillierte in den Straßen. Gestern mittag ging wieder : das Gerücht, daß die Minister des Kabinetts Zeigner durch Reichswehr verhaftet seien. Diese Information traf aber auch gestern niüt »u. Der Reichswehrkommandant hatte den Ministerprä­sidenten Zeigner für 8 Uhr zu einer Unter­redung zu sich beschieden Die Unterredung war um ID Uhr noch nicht beendet. In der Zwi­schenzeit setzten die kommunistischen Minister ihre Brandreden gegen das Reich fort. Die gestrige Rede des kommunistischen Polizeichefs Brandler war eine direkte Aufreizung.

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Maßnahmen 8er 3tel<6<reolenina.

Berlin. 16. Okiobtir. (Privattelearamm.) Zu den Vorgängen in Sachsen wird berichtet, daß die ReichSregterung unter allen Um­ständen dafür Sorge tragen wird, daß die öf­fentliche Ruhe und Ordnung sott auf- rechterhalten blaibt. Die Regierung wird, wenn nötig, auch eine Verstärkung der Wehrmacht dafür ins Auge fassen und wird gegen kommunistische Bestrebungen, wenn sich solche weiter zeigen, mit aller Enargie vorgehen.

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Verhaftete Kommunisten unft Sowjetruffen.

Dresden, 16. Oktober. (Privattelegramm.) Gestern wurden acht weitere Verhaftungen von Kommunisten-Führern vorgenommen. Die Berhastungen erfolgten nach Haussuchun­gen in deren Wohnungen. Es wurden auch mehrere Sowjetruffen gefangen genommen.

Lleverwaschuna in Dänemark.

Kopenhagen, 16. Oktober. (Eigene Draht» Meldung.) Wie dieRational Tidende" mitteilt, hat die dänische Regierung infolge der kommnni- ftischen Propaganda eine schärfere U e b e r w a - chung in allen Hauptstädten eingeführt Die Hafenpolizei ist angewiesen, die Einreise von Sowjetruffen und deutschen Kommunisten in- nomatl bis auf weiteres w unterfaaen.

Dauernde Finanznol.

Die P reffe und Tarife steigen immer Wüter. tVrivat-Telraramm.)

Berlin, 16. Oktober.

Obwohl die Koh'enfieuer herabgesetzt worden ist und auch die Kohlenpreise amtlich um 25 6 8 30 Prozent gesen» wurden, gehen die Kohlen­preise in Wirklichkeit noch in die Höhe. Unbeküm­mert nm die Reichsmaßnahmen zur Verbilligung hat der Kohlenverband Groß-Betlin am Sonnabend die Preise für Kohlen und Briketts m 40 Prozent, am Montag um weitere 20 Pro­zent gesteigert Die Bosttarife, die rm 20. Oftober um 100 Prozent erhöht werden, et« fahren am L November eine weitere Hinauf- fchranbung um 100 Prozent, sodaß dann ein Fernbries zwanzig bis fünfzig Millionen Mark Porto kosten wird. Die Bahntarife werden am 28 Oftober und 1. November erneut um das zwei- bis dreifache gesteigert. Die Straßenbahn- fahrt in Berlin soll ab 30 Oktober 200 Millionen Mark kosten. Allen Preiserhöhungen setzt aber die Post- und Telegraphenverwaltung die Krone

* Der Direktor des Gaswerks, Dr. R i ch a r d t, machte ungefähr die gleichen Ausführungen, wie sie in der gestern vom Nachrichtenamt verbreite­ten Erklärung enthalten sind. Danach sind die Ursachen für die sprunghafte Verteuerung der Gaspr-ise die hohen Goldmarkpreise für Kohlen, die einfach unmöglichen drakonischen Zahlungs- , bedingungen für Kohlen und der Verfall der Währung. Am übrigen stützte er sich auf eine Verordnung des Reichswirffchaftsminist-fts vom 29 September 1923, nach der einstweilige Aw» 1 Ordnungen über Erhöhungen van Preisen bei Lieferungen von elektrischer Arbeit, Gas« und Leitungswasser vom ReichskoUeükommissar er­lassen und mit rückwirkender Kraft bis zu einem Monat, vom Tage der Anordnung gerech­net, versehen werden können. In den hierzu mrausgegebenen Richtlinien des Reichskohlen­kommissars heißt es:Die Wecke müssen Be- triebsstoffe, Löhne und Gehälter innerhalb we­niger Tage nach Erhalt der Lieferung befahlen; demgegenüber erhalten sie nach den allgemein übllchen Lieferungsbedingungen den Gegenwert für ihre Vorauslieferung erst erheblich später. Sobald die Geldentwertung wie t.t der letzten Zeit ein rasches Tempo annimmt, können die Wecke aus diesen verspäteten Zahlimgen ihrer Abnehmer häuftg nur einen Bruchteil ihrer lau» enden Selbstkosten decken. Eine Fockdauer die­ses Zustandes bedeutet für die Werke die voll­ständige Aufzehrung des Betriebskapitals und der Substanz selbst und führt damit die unmit­telbar drohende Gefahr eines sinanziellen Zu» ammenbruchcs der Wecke und die Einstellung der Gas-, Wasser- und Stromversorgung der Bevölkerung herbei. Diese Notlage soll durch die neüe Verordnung im Wege einstweiliger An­ordnungen rascher und weitgehendst beseitigt werden können, als es bisher nötig war. Dis neue Verordnung bezweckt insbesondere Maß­nahmen, welche die infolge der größeren Zeit­spanne »wischen Lieferung und Zahlungseingang eintietenbe. zur Zeit ausschlie'tich die Wecke be» lastende Geldentwertung nach Möglichkeit aus- gleichen sollen. Für solche Maßnahmen kommen vor allem in Betracht: Aenderung der Zablungs- und Lieferungsbedingungen dahin, daß für die Berechnungen der Preise für Strom, Gas usw. der Geldweck am Tage des Zahlungseinganges zugrundegeleat wird, der etwa nach dem an die­sem Tage gültigen Gestehungsvreis, insbeson­dere der Koh^n, oder einem anderen geeigneten Index zu berechnen wäre bezw. daß ein Frte» dens- oder Goldpreis nach einem geeigneten Fuder vervielfältigt wird. Die Maßnahmen können berart mit Rückwirkung versehen werden, daß sie für den Verbrauch gelten, der von dem dem Tage der Anordnung entsprechenden- Tag des Vormonats ab ftsigestellt wird." ,

Mit diesem neuen Verfahren wird am kom­menden Montag begonnen. Direktor D i n e f s e n vom Losseweck bemerkte, daß der Strom schon lange nicht msbr abgegeben werden könnte, wenn wir nicht im Staat einen prompt deckenden Ab­nehmer von 50 Prozent der Erzeugung hätten. Der Reichswirtschaftsminister hat zwar einen Mban der Kohlen preise um 26 Prozent ange- kündigt, aber an demselben Tage stiegen die Frachten nm das Fünffache und die Löhne um 270 Prozent. Gleiche Ausführmiaen machte StÄdtrat Weber und verwies darauf, wie we. nig einheitlich die gesamte Wirtschaftspolitik in Berlin gehandhaht wird. Die unangenehmste Folge davon ist ein R ü ck g a n g des K o n - ums. Fetzt, in einer Zeit wo Hochbetrieb hn Kohlenhandel sein müßte, ist ein Kon--

Gas und Strom.

Die Auseinandersetzung im Stadtparlament.

®le mitgeteUU Anfrage an den Magistrat übet die hohen Prell« für Sa« und Strom fiel gestern mit der Äcnntni«gabe eines Ma- gistraiSdefrhlufse« iu| mntett, der eine wert. deftSndige Siegelung der -preis« für 6a«, euttriiität und Wasser vorsteht.

Zwei Stunden lang hat gestern vormittag der Magistrat über die Preisgestaltung für Gas und Strom beraten und kam dann zu dem Beschluß, der heute amtlich bekanntgegeben wird. Am Abend hat dann das Stadtparlament ebenfalls »wo! Stunden lang die gleiche Materie behan­delt. Das Ende vom Lied war: Der Magistrat überzeugte davon, daß er nicht anders handeln konnte! Wenn die gewerblichen Werke nicht ihre Tore schließen wollen, müssen sie die ange» (ünbigten hohen Preise erheben. Bemeckensweck war die Mitteilung des Vorstehers Grzesinski. daß er in seiner Eigenschaft als Leiter der Wu» ckerpolistii angegangen worden ist, gegen die Stadt einzuschreiten, er habe aber ablehnen müssen, weil die Wucherbestimmungen keine Handhabe bieten. Ebenso hat das Amtsgericht Berlin den bekannten Antrag abgelehnt, straf­rechtlich gegen die Stadt Berlin wegen ihrer Gas- und Strompreise vorzugehen.

Sowjrt-Gachfen.

Die Rote RSte-Politik.

Zwischen Sachsen und dem Reich verschärft sich die Spannung. Was in Dresden bei unab­hängig-sozialistische Ministerpräsident Dr. Z ei g- n e r als sozialistisch-kommunistisches Regie­rungsprogramm verkündete, war nichts anderes als die indirefte Ankündi gnn g einer ro­ten Diktatur. Die Packeien der Linken in Sachsen haben vielleicht die Hälfte der Bevölke­rung hinter sich. Tas Land selbst ist überwie­gend industriell. Statt also die Jndusckie in Gang zu bringen, alle Maßnahmen zu fördern, die zur Besserung der Verhältnisse beitragen könn- ftn, redet der Ministerpräsident von gegenrevolu­tionären Gefahren und sagt der Produktion ganz offen Kampf an. Was soll es heißen, wenn er behauptet,das Großkapital in Landwirtschaft, k-andel und Industrie ift zur Offensive überge- gangen*, als: Der Bürgerkrieg hat begonnen? Zeigner handelt unverantwortlich und fckvol in einer mit Zündstoffen gefüllten Atmosphäre und verspricht, schleuniaft einen Reinignngsdrand an­zuzünden, zu dessen Löschung nachher nicht das Fingerhütlein voll Wasser genügt, das er an praktischen Maßnahmen vorschlägt. Tatsächlich ist Sachsen heute ein Sowjetstaat gewor­den, der von ehemaligen Spartakisten regiert towb.

Bor Monaten, als der Kampf der Sozialisten lind Kommunisten in Sachsen heftig tobte, und die Führer sich gegenseitia die größten Schmutze­reien Vorwacken, griff der frühere sächsische Wirt- schastsminister imVorwärts* ins Wespen­nest. Er erzählte. Sachsen sei seit einiger Zeit unter Zeigner geradezu die Tummelftätte des ben Bürgerkrieg anzettelnden Bolsche­wismus. Bela Kwhn. der Schlächter von Budapest, nebst anderen kommunistischen Söld­lingen arbeiteten und der russische Rubel rolle für die kommende bolschewistische Revolution in Sachsen und Thüringen. Das berüchtig­te, von der Kommunistin Ruth F i s ch e r ent­worfene Organifationsstatut fah ausdrücklich rnx. parlamentarische Kampfe vor, uub zwar auf die Organisierung des Bürgerkrieges zugeschnitten. Heute haben die serftirenben Elemente in Sach- len gesiegt unb Dr. Zeigner, der ehemalige Staatsanwalt, ift ihr Schild . Innerhalb der sächsischen Sozialdemokratie hat das radikale Element die Führung. Das bedeutet, daß nach dem Willen der Kommunisten die sächsische Re­gierung nach demWillen der Massen*, also nach der Dittatur der Straße, regiert wird.

Es ift unter diesen Umständen auch nicht wei­ter verwunderlich, daß der berüchtigte Brand­ler, tschechoslowakischer Staatsangehöriger, Un- teTftaatSfefretär unter der Rätediktatur in Mün­chen, Ches der Staatskanzlei wurde, um von die­sem wichtigen Posten aus alles nach Moskauer Befehlen zu organisieren. Der kommunistische Wirtschastsminister Heckert, einer der Führer der letzten roten Bürgerkriege in Mitteldeutsch­land, als solcher einmal auf Befehl des jetzigen fächsffchen Vertreters in Berlin. Dr. Gradnauer, verhaftet, wird fchon das ©einige dazu tun, um bie sächsische Wirtschaft vollends jn Ruinen zu verwandeln, auf denen dann der Sowjetweizen blüht. Die Unterwerfung der Sozialisten unter den Kommunismus ift sehr vielsagend.

Gleichzeitig mit der Radikalisierung Sachsens hat nicht mnc die T h ü i i n g e n s begonnen, W dem auch die Berlins Gewerkschaftsführer haben sich fett einiger Zeit in der Reichshmipt- stadt mit bett Kommunisten zusammengefunden. Was öffentlich bisher abgelengnet wurde, wird jetzt zugegeben: Die freien Gewerkschaften, der ADGB., der Afa-Bunh und der Allgemeine Deutsche Boamtenbund haben einenÄktions- ; ausschuß* gebildet, der natürlich die parlamen- , torischen Körperschaften der Partei sowie die . Minister unter Druck der Straßensorderungen \ setzt.Aktionsausschuß* heißt hier eine Organi­sation, die gewissermaßen bie Befugnisse eines sozialistischen Rafts Wen soll. Ein» Kon«

Sin engere« Kabinen?

Berlin, 16. Oktobckr. fPrivattelearamm.) Der Reichskanzler Dr. Strefemann beabsich­tigt, wie in parlamentarischen Kreisen vertontet, die Schafftmg eines engeren Kabinetts, welchem der Reichs f inan» Minister, der Reichs Wirtschafts Minister, der Reichsar- b e i t s Minister, sowie brr Reichs innen Mini­ster ongehören soll. Die ZentrnmSfrak- t i o n des Reichstages hat einen besonderen Wirtschaftsausschuß eingefttzt. der für die Däner der Geltung des Ermächttgungsaefet- zes mit der Reichsregierung bei bet Durchfüh­rung der wirtschaftlichen unb finanziellen Maß­nahmen in ständiger Verbindung bleiben soll.

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Die Zusammenkunft Stresemanp-Selpef.

Berlin, 16. Oktober. (Privattelegramm.) Wie verlautet, ist die fiir bett letzten Sonntag in Drgenz geplante Zusammenkunft beS Reichs­kanzlers mit dem österreichischen Bundeskanzler Dr. Seipel verschoben worden. Da beim Reichskanzler Dr. Strefemann der brinaenbe Wunsch besteht, die beabsichtigte Aussprache mit dem leitenden österreichischen Staatsmann bald herbeizuführen, dürften beide Herren in der näch­sten Zeit die geplante Aussprache haben.

auf. indem fte ab 15. Oktober den Gegen - wert des Goldsranken mit 890 Millionen Mark festfetzft. während bet offizielle Börsen­kurs an biefem Tage nur 550 Mill. Mk. war.