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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 250.

Einzelpreis 150 Millionen Mark.

Freitag, 26. Oktober 1923.

Einzelpreis 150 Millionen Mark.

13. Jahrgang

Ser Kampf um Rheinland und Pfalz.

Präsident mit einem besonderen Haudfchrei

ben an den bayerischen Ministerprä

Tempo beschafft zu werden vermögen.

In

Der ReltDsvrafidrn? vermittelt.

die die Danken und die Postscheckämter schon

der den der

und dem Reiche im Sinne einer Anregung zur Verständigung eingegriffen. Das Hand­schreiben weist auf die schweren außenpolitischen Auswirkungen hin, wenn der Konflikt nicht schnell durch eine Verständigung beigclegt wird, die das Ansehen des Reiches unter Be­achtung bayerischer Sonderwünsche wahre.

besetzten Ortschaften bis zum Wochenende. Trier ist der Generalstreik proflamiert.

Vrottsi «nd Gegenattivi'.

Berlin, 25. Oktober. iPrivattclegramm.) Der Reichskanzler weilte vor seiner Reise nach Westfalen in der englischen Botschaft. Sein Besuch dauerte etwa eine Stunde. In po­litischen Kreisen nimmt man an, daß der Besuch den Vorgängen im Rheinland gegolten hat. Der deutsche Protest bei den alliierten Mächten ist überreicht worden. Der sozialdemoktatischen Parteileitung liegen Berichte ans dem Rheinland vor. wonach die Gewerkschaften allge­mein z» Gegenaktionen übcrgegangen sind, um die aus Aachen vertriebenen Sonder­bündler auch aus Wiesbaden, Mainz, Trier und den anderen Städten zu versagen. Die Gewett- schaften hoffen auf einen Erfolg ihrer Aktionen in allen von den rheinischen Sonderbündlern

Deutschlands einzutreken und Vertretern deuffchen Regierung Gelegrnbeit zu geben, gegenwärtigen Stand der Hilfsmittel und Leistungsfähigkeit Deutschlands darzulcgen.

Als Landesverrat avgereFnt.

Ludwigshafen, 25. Oktober. (Privat- telsgranrm.s Gestern nachmittag trat der pfäl­zische Kreistag wieder zusammen. Der Vorsitzen­de Beyersdörfer erklärte, daß der Kreistag in der Frage der Autonomie nicht zuständig sei. Damit sei der Antrag vorläufig erledigt. Er fügte hinzu:Ach bekam vorher die Mittei­lung. daß das Reichskabinett sowohl wie die bayerische Regierung sich mit der Frage eingehend beschäftigt haben. Die Reichs­regierung sowohl wie die bayerische Regierung haben die Bildung eines neuen Staates in jeg­licher Form als Landesverrat abge­lehnt." ^Stürmische Zustimmung der Kreis­tagsmitglieder und einer großen Anzahl der Tri- bünenbefucher.s Damit war die Sitzung geschlos- fen. Anschließend fanden Besprechungen von Vertretern verschiedener Korporationen mit dem General de Metz statt.

Standpunkt der Länder.

Tie Reichsmaßnahmen werden gebilligt.

(itiHrt-Celeerentinj

Berlin, 25. Oktober.

Die gestrige Besprechung der deutschen Mi­nisterpräsidenten führte zu dem Beschluß, daß die Maßnahmen der Reichsregierung zu billigen seien, daß aber die baldige Umwandlung des militärischen Ausnahmezustandes in einen zi» vilen Ausnahmezustand erfolgen solle. Hinsichtlich des bayerischen Konfliktes stellten sich die Vertreter der Länder einmütig auf den Standpunkt der Reichsregierung. erklärten je­doch, daß eine Verständigung mit Bay­ern notwendig sei. Der Reichskanzler sprach die Bereitwilligkeit der Reichsregierung aus, den Weg der Verständigung zu gehen und mit Bayern eine Einigung herbeizuführen.

tim das Rheinland.

Wichtige Ministerbesprechungen in Westfalen.

(Privat-relsgramm >

Berlin, 25. Oktober.

Der Reichskanzler Dr. St re se mann, der Reichsinnenminister S o l l m a n n, der Minister für die besetzten Gebiete Fuchs und der preu­ßische Ministerpräsident Braun haben sich ge­stern abend nach H a g e n i. W. begeben, um dort mit den Vertretern der politischen Parteien und Gewerkschaften über die Lage In den besetz­ten Gebieten zu sprechen. Es wird beabsich­tigt, am heutigen Donnerstag in Hagen eine öffentliche Versammlung abzuhalten, in der der Reichskanzler und die ihn begleiten­den Reichsministcr sprechen werden. Im Zusam­menhang mit der Reise rechnet man in politischen Kreisen damit, daß dort auch gleichzeitig die wei­teren Besprechungen zwischen dem Kanz­ler und den Industriellen stattfinden wer­den. Tie Industriellen sind von ihrer Verhand­lung mit dem General Degoutte noch nicht nach Berlin zurückgekehrt und haben bisher auch kei­nen Bericht darüber eingesandt.

Effen (Ruhr), 25. Oktober.

Die Ruhrindustriellen haben gestern beschloss sen, vom kommenden Montag an alle Betriebe des rheinisch - westfAischen Bergbaus zu schließen. Dieser Beschluß ist die Folge der ergebnislosen Verhandlungen mit den Besat­zungsbehörden. Rach dem Scheitern dieser Ver­handlungen sehen die Zechen keineMöglich- keit mehr, die Mittel für die Löhne der Belegschaften aufzubringcn. Bon Anfang näch­ster Woche an werde« alle BerAeute der Er- werbslosen-Fürsorge anheimsallen. Jedenfalls aber stehen in der nächsten Zeit im Ruhrgebiet Erschütterunaen schwerster Art bevor.

Kann man den Brotpreis stabilisiere«?

Der Staat hat keine Mttel, die Wirtschaft keinen Ertrag, aus dem sie ohne Zubuße ihres Vermögens zu einer Verbilligung des Brotes beisteuern könnte Der neue Reichsernährungs­minister Graf Kamtz appelliert an die Land­wirtschaft. Gewiß steht die Landwirtschaft noch bedeutend günstiger da als andere Wirt- schaftsgruppcn, sie hat sich infolge der Geldent­wertung entschulden können, aber jetzt beginnt die Zeit wieder, wo sie sich ohnehin in größerem Umsauge neu belasten muß, um dem Staat die Mittel zur Sanierung bereitstellen zu können, die er als Fundament einer neuen Währung be­ansprucht. Gewiß kann die Landwirffchaft für eine kurze Zeit Korn und Mehl unter den Ge­stehungskosten abgeben, aber dann stünden wir in ganz kurzer Frist wieder vor demselben Pro­blem, und dann wäre der Besitz wahrscheinlich derartig geschwächt, daß die Grundlage un­seres neuen Geldes ins Wanken geraten würde, und wir den Sanierungsversuch mit dem Verlust aller hineingesteckten Mttel zu bezahlen hät­ten. Der Weg erscheint also nur für eine ganz kurze Zeitspanne erträglich, und es ist notweu- dig, sich darüber klar zu werden, was dann ge­schehen soll, wenn die letzten Reserven ver­braucht sind. Das einzige wirksame Mttel ist die Herausgabe vwL Geld in dem Umfange, daß tatsächlich auf iVh Kopf der Bevölkerung die Kauffrast für die allernotwendigsten Nahrungs­mittel entfällt. Deshalb wollen die führenden Persönlichkeiten der Rentenbank die Herausgabe der neuen Rentcnmark ko beschleunigen.

Sin bayrischer Aufruf.

Ludwigshafen, 25. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Die bayrische Regie­rung hat einen Aufruf an das pfälzische Volk erlaffen, jn dem sie sich für ein Zusam­mengehen mit dem Reiche einfetzt und den Pfälzern für ihre Treue dantt. bei Bayern bleiben zu wollen. Die Autonomiebewequng der Pfalz hatte als Urheber den früheren baye- rifchen Ministerpräsidenten Hoffmann .

Die Reparationslasten.

Prüfung der ZahlungsmSglichleiten. iPrivatzLelogramm.'

Berlin, 25. Oktober.

Die Reichsregierung hat gestern der Repara- lionskommiffton eine Rote gesandt, in der sic ihre grundsätzliche Verpflichtung zur Re­parationszahlung anerkennt und um Prüfung der deutschen Leistungsfähigkeit er­sucht. Die wirtschaftlichen Verhältnisie. tofc sie sich seit Januar in Deutschland entwickelt haben, haben der deuschen Regierung tatsächlich die Möglichkeit genommen, jetzt die Geld- mittel anfzubringen, die zur Bezahlung der Leistungen aus dem Vertrag von Versailles erforderlich sind. Infolge der Besetzung des Ruhrrrviers und der wirtschaftlichen und finan­ziellen Abtrennung des Rheinlandes ist die Reichsregierung jetzt tatsächlich außer st and e, die Finanzierung der Leistunaen sortzusetzen. Tie deutsche Regierung stellt daher an die Re­parationskommission den Antrag, gemäß Artikel 234 des Vertrages von Versailles in eine Prü­fung der Hilfsmittel an der Leistungsfähigkeit

Börse und Wirtschaft.

Die Devisennotierung.

Die Lage am Geldmarkt hat gegenwärtig ein ganz eigentümliches Aussehen. Die Regierungs- verfiigung, wonach nur ein Einheits- Zwang skurs für die Devisen in Frage kommen kann, sodaß ankere Kurse, auch wenn sie an deutschen BörMi, etwa im Rheinland, zutage getreten sind, ganz abgesehen von den ausländischen Notterungen der Mark, nicht ver­öffentlicht Werden dürfen, ist eine Maßnahme, zu der man sich nur in äußerster Not entschlosien hat. Die früheren Einwirkungen vom Auslande her hält man nicht mehr in dem Maße für mög­lich, da größere Markbettäge im Ausland gar nicht mehr unterzubringen sind. Die Börse fürchtet aber, daß von dem besetzten Gebiet her, da dort die Regierungsverordnung nicht in Kraft gesetzt werden kann, die Unterhöhlung der Maß­nahme erfolgen werde. Bis jetzt sind aber rhei­nische Aufträge nur sehr wenig eingegangen. Die augenblickliche Regelung ist zweifellos ein zwei­schneidiges Schwert. Daß sie lange beibehalten werden kann, glaubt man in den Wrffchastskrei- sen nicht, und doch mußte der Schritt getan wer­den. Di« Banken selbst haben ihn empfohlen. Das muß auffallen, nachdem die Banken seiner­zeit sehr stark das Zwangskursshstem bekämpften.

Die jetzige Situation ist tatsächlich nur als ein Uebergangszustand anzusehen. Wir stehen ge­genwärtig in der größten Krise des M a r k z e r- falle8. Der Zusammenbruch der Markwäh­rung ist jetzt vollkommen. Daß er zusammen- trifst mit dem Winteranfang, und den damit immer verbundenen Schwierigkeiten der Ver­sorgung der großen Sttwte mit kandwirtschaft- lichen Produkten, kann zur Katastrophe führen, wenn nicht rasch Gegenmittel eingesetzt wer­den. Diese sind nach Lag« der Dinge nur durch die sofortige Ausgabe wertbeständiger Zahlungsmittel zu erlangen. Man versteht es nicht, daß auch jetzt noch technische Bedenken geltend gemacht werden, da unser ganzes Reichs- Haus in Flammen aufzugehen droht. Das ganze Geschäftsleben ist ins Stocken geraten, der Großhandelsverkehr ruht fast vollständig, die landwirtschaftlichen Produkte sind ohne Gold­grundlage gar nicht mobil zu machen, alles war­tet auf die sogenannte-Destmark.. Nachdem man viel zu lange um dieft^vertbeständige Matt, die Rentenmark, verhandelt hat, steht man fetzt einer Leere gegenüber, die rafchestens ausgefüllt wer­den muß. Wenn es technisch nicht möglich ist, die Rentenmark herausznbringen, oder die Gold- anleihe in kleinen Stücken zu beschaffen, dann müssen Zwischenstücke herausgebracht werden. Die Reichsregierung will ja auch in diesem Sinne verfahren. Aber zur Beschleunigung sollte man endlich einmal die tausenderlei Paragra­phen, die sich ntit diesen Dingen beschäftigen, in lebendige Formen bringen.

Der Ruf nach einem wertbeständigen Zah- lungsmittÄ ist in den letzten Tagen geradezu stürmisch geworden. Es handelt sich jetzt in der Tat nur noch um Stunden, in denen gehandelt werden muß. Die Reichsregierung hat jetzt be­kannt gegeben, daß sie sofort kleine Stücke der Gold anleihe, die sich immer mehr im Publikum einbürgern, zur Verfügung stellen will, und daß ab Ende dieser Woche täglich etwa für acht Millionen Goldmark solcher Gold- anleihe ausgegeben werden. Wir halten aber die bisherige Stückelung von einem Dollar ab für viel zu hoch, man müßte mindestens von ein Zehntel-Dollar ab bei dieser Goldanleihe begin­nen. Unterdessen will auch die Reichsregierung in Zwischenscheinen Goldanleihe herausgeben, die auf einhalb, einviertel und auf einzehntel Dollar lauten. Jedenfalls ist Gefahr im Verzug, und man muß wünschen, daß die Reichsregierung ihren Ankündigungen auch sofort di« Taten fol­gen läßt.

Die täglichen Geldverhättnisse sind geradezu absurd. Nach einer sehr schweren, tagelang an­haltenden Anspannung, die tägliche Zins­sätze bis zu 20 und 25 Prozent bedingte, ist plönlich an der Mittwochbörse eine riesige Geld- flüfsigkeit oufg«treten. Es wurden allein in Ber. lin etwa ein Dutzend Billionen Papiermark zur Unterbringung angeboten. Das hatte das Er­gebnis, daß die Zinssätze für tägliches Geld sehr rasch auf zwei bis drei Prozent heruntergingen. Die Urfachen Vieler Geldflüssigkeit sind wohl darin zu suchen, daß an der Montagsbörse von der Industrie, aber auch von der großen Speku­lation sehr erheklliche Verkäufe in Effekten vor­genommen wurden. Die Industrie muß zu sol­chen Verkäufen schreiten, um so die Lohngelder zu sichern. Es sind aber darüber hinaus große Mittel flüssig gemacht worden im Hinblick auf die kritische Zuspitzung der politischen und wirt­schaftlichen Dinge Im Innern, und diese Bettäge haben nun Unterkunft gesucht. Lange kann die- fer Zustand nicht anbalten. Diese Abnormität wird noch dadurch erhöht, daß eine sehr emp­findliche Zablungsmittelnappheit auf getreten ist,

Stabiles Geld.

Dringlicher Vorschlag zur Goldwährung.

MSHrend di« Regierung di« neue orentembaak »erbeteitet, empfiehlt Dankdtrektar Sd)«<6t eine sofortige Siirfithrung der Goldwührung. H ö ch st e Z e i t! Jn diese beiden Worte kann man die Quintessenz dessen zusammensassen, was Bankdirektor Dr. Hjalmar Schacht, der seit geraunter Zeit bei jeder Kabinettskrise als ®> msterkandidal genannt zu werden Pflegt, vor­gestern abend in Berlin in einem Dortrage vor übervollem Hause über die Frage der deutschen Währungsreform aus führte. Nicht Vorträge gilt es jetzt zu halten, meinte der Redner, son­dern zu handeln!Ich glaube/ so sagte er un­ter anderem,wir haben keine Zeit mehr, auf die Rentenbank zu warten, da es ja heißt, es folle vierzehn Tage dauern, bis man zur defi­nitiven Einführung des neuen Zahlungsmittels gelangen lann! Morgen schon müssen Be­schlüsse gefaßt werden, die zum energischen Han­deln drängen; es ist die höchste Zeit; die Ren­tenbank wird sonst gar nicht mehr in Funktion treten können, da die übelsten innerpolitischen Zustande sie im Keim ersticken müßten. Wie aber denkt sich der Vortragende die Lösung? Die Rentenbank in ihrer ganzen Ausmachung scheint ibm nickt erfolgreich genug, denn nicht allein, daß sie zu lange auf sich warten läßt: sie wird keine internationale Anerkennung haben das «ist doch schließlich Vorbedingung für jede Wäh­rungsreform, daß das Ausland diese Währung anerkennt und ihr das nötige Vertrauen ent­gegenbringt Dies kann nur durch eine Wäh­rung geschaffen werden, die auf einem allgemein respektierten Fluidum beruht, dem Golde,

Goldanleihe mit wirflicher Golddeckung, dies muß das Leitmotiv sein für jede deutsche dahingehende Reform. Dann wird auch diese ewige Flucht aus der Mark in den Sach­wert zuEnde fein dann wird auch die Pro­duktion belebt werden, dann wird das Wirt- schastsleben neu durchblutet, und dann werden 1 alle anderen Faktoren resultieren, die mit einer dauerhaften Währung zusammenhängen. Ohne die Hilfe des Auslandes geht das aber nicht. Die deutsche Industrie rft mit ausländi- ' schein Kapital groß geworden, weshalb sollte sie ; nicht neuerdings mit solchen Anleihen hoch kom­men. Es liegen Anzeichen vor, die auf eine bc- , reitwillige Unterstützung fettens der ausländi­schen Industrie schließen lassen. Der Redner stellt sich das so vor, daß ausländ sches Kapi­tal direkt an unseren Unternehm» n- gen interessiert wird. Grundlegende Voraus­setzung für alle diese Projette jedoch ist, daß die Wirtschaft wirklich Wirtschaft wird, denn in einem zerrütteten Staatswesen, dem man aller­orts die Autorität abspricht, kann eine Wirtschaft nicht bestehen, geschweige denn florieren. Es ge­nügt praktisch nicht, daß man eine Goldanleihe im geringsten Wert eines Dollars ausgibt, son­dern es muß sofort eine kleine Scheide- münze geschaffen werden, die sich für den täg­lichen Gebrauch eignet. So rasch als möglich müssen solche geprägten Stücke ausgegeben wer­den, nicht erst in vierzehn Tagen. »Das Ver- trauen in alles, was mit unserer Währung zu- sammenhängt. ist derart geschwunden, daß man tatsächlich das Schlimmste be^rchteu muß, wenn 1 nicht gehandelt wird. Es ist allerhöchste Zeit."

die die Banken und die Postscheckämter schon Berlin, 25. Oktober. (Privattelegramm.) wieder zu ^Rationierungen der Auszahlungen Wie wir erfahren, hat gestern der Reichs-

Der Streit um die Vfalz.

Stellungnahme der Pfälzer, (inner Dradtdericht.l Ludwigshafen, 25. Oktober.

Gegenüber der Forderung der alliierten Rheinlandkommifsion, die Pfalz in einen auto­nomen Staat umzuwandeln (siehe 2. Seite) erklärte der Vorsitzende des Kreistages dem Ver­treter der Rheinlandkommifsion, daß er dem Ge­neral den Bescheid des Kreistages übermitteln werde. Weiter sagte er:Der Beschluß ist durch Verhandlungen zustande gekommen, die der Bür­germeister Kleefoot, zweiter Bürgermeister von Ludwigshafen, Rechtsanwalt Wagner, und der frühere baycrifche Ministerpräsident Hoffmann in Kaiserslautern als Führer der Sozialdemo­kraten mit dem General de Metz geführt haben. Ich glaube, daß Sie alle tief erschüttert von dieser Mitteilung sind, und schlage vor, die Sitzung zu unterbrechen, um den Parteien Gelegenheit zu Beratungen zu geben." In einem Artikel der in Ludwigshafen erscheinen­den sozialdemokratischenPfälzischen Post" wird ausgesührt, die Stunde fei gekom­men, umdiePfalzvonBayernzutren- nen, um sie dem Reich zu erhalten. Die de­mokratischeNeue Badische Landeszeitung" in Mannheim warnt in einem Artikel die Pfälzer vor einem solchen Schritt gerade im jetzi­gen Augenblick, wo man in Berlin versuche, die Differenzen mit den Bayern zu fchlichten.

Die kommende Arbeitskrise

Betriebsschießungen im Ruhrgebiet.

lVrivat-Telearamm)

zwingen. Das erklärt sich daraus, daß die Geld- flüffigkeit in der Hauptsache nur buchmäßi g, .. ___ ____ _ ____________ __________

alw auf dem Sßege des Giros, vorhanden ift, fibcnton in den Konflikt zwischen Bayern wahrend die durch die riesig sorffchreitende Mark- verschlechterung notwendig werdenden U rn- lau f sm ittel überhaupt nicht in demselben