Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Ttr Staffelet Keaeftet Slortrtrtten erfch einen mridienttt* <ed)#mcl nach« ttagS. Der Äbonne» menteprets betragt für die Woche vom 28. Oki. bi» 3. Non. 8 Milliarden Bei freier Zuslellun- in« Heues.vlder LelchaftsueUe abgeboll7,8 Mtlliarben Beftellungen werden jeder,eil entgeaen. genommen. 8 erlag und Stedaltion: »chlachtdoiftrabe 28,-30. Fernsprecher Nummer 951 und »51 ,iur unverlangt eingesandte Beitrage kann die Redaktion eine Berant. roortunp oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung de« BezugSgeldeS oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßige- Lieferung ist ausgeschlossen. Postscheck Frankfurt a M. 8380. Druckerei: Schlachthoffir. 28/80. Geschäftsstelle: Kölnische Str 5

Anzeigenpreise: Grundpreitsürdie Zeile 60 M art, für Reklamen 20V Mark mal Schlüs. 'tiwüt da« deutsche Zeitungsgew rbe zur Zeit 18 OOOOOO), auf Familienm,eigen und »leine Anzeigen 31-/, Nachlaß. Auf alle nicht bis zum Aocnd des auf den ÄuSgabefag folgenden Dages dezahiien Anzeigen erfolgt ein RechnungSau'schlag von 10*U Bei dieser Recht.ungS- erteilun: ist d:r Betrag innerhalb > Tagen zu zahlen, -lach Ablauf dieser Frist ist der Anzeigen, grundpreis mildem am ZahlungSiage gültige.: Anzeigen-chlussel zu ve.vielfachen. Laufende ein- zeigen werden mit dem Tagetzeil nprei» berechnet. Für die Richtigkeit aller durch .. erniprechrr ausgegeoenen Anzeigen, owie für Ausnahmedaten und Plätze kann nicht garantiert werden

Nummer 252.

Einzelpreis 1,5 Milliarden Mark.

Sonntag, 28. Oktober 1923.

13. Jahrgang

Einzelpreis 13 Milliarden Mark.

Sie Reichsregienmg gegen die Umtriebe.

«reüit vorn Ausland r

Beunruhisung Westfalens.

2steur DerfuMe In Berlin.

Sranrüslsche Grfflrung.

Bei Baldwin auch die Erklärung de» franzöfi. scheu Ministerpräsidenten abgegeben, datz Frank- reik seine Vertreter in der Reparationskommis. ston angewiesen habe, für eine Ueberprü- fung der deutschen.Leistungsfähig- kett durch die Reparationskmnmission zu stim> mett. Die ReparationSkommisfton werde bereits in den nächsten Tagen zufammentretrn. Havas meldet: Die Abtrenn ungsbewegung im Rhein­land, die eine interne Angtiegenheit des Rhein- landeS sei, könne nicht Gegenstand einer Aus­sprache »wischen Frankreich und England sein. (!)

Berlin, 27. Oktober. sPrivattelegramm.) Ge> Sern haben die Anruhen sich fortgesetzt. Tau­fende von Demonstranten versuchten nach der inneren Stadt vorzudringen. Sie wurden aber durch die Schutzpolizei daran verhindert. Eine Anzahl Verhaftungen sind vorgenommen worden. Gegen Mitternacht hörte man aus d'r Gegend von Reukölln mehrfach Sdiieftereien. Es hat den Anschein als ob nach dem Fehlschlä­gen befl Kommunistenaufstandes in Hamburg in Berlin zu einem neuen Puttck gerüstet wird. Der zweite Teil der Rockt ist in Berlin ruhig verlaufen. Die Arberwackungsmapnahmen, b-- sonderS im ReaienmaSvierteh sind im Laufe des gestrigen Abends verschärft worden.

Stunde ein Ausweg aus der Gefahr gefunden toirt). Iedensaüs muß man damit rechnen, daß der Reichsregierung neue schwere Auf­gaben entstehen. Sie in dieser Zeit höchster Not zu unter stützen, damit eine starke Volkseinheit dem fremden Zerstörungs- Willen gegenübersteht, rst die erste Pflicht jedes Deutschen! K. D. F.

Köln, 27. Oktober. (Privattelegrmnm.) Dimzehn englische und drei amerikani­sche Industrievertreter sind gestern über Köln in das Ruhrgebiet gereist. Ihr Besuch gilt Ver­handlungen über Gewährung eines grasten i n - ternationalen Kredits zur Wiederauf­nahme der Industrie des Ruhrgebiets.

etrtitoerDot in Hamburg.

Hamburg, 27. Oktober. (Privattelegraamn.) Der Inhaber der vollziehenden Gewalt, General von Hkschwitz, hat eine Bekanntmachung erlassen, wonach jede Betätigung durch Wort und Schrift oder andere Kundaebunqen. die darauf g-rich­tet find, lebenswichtige Betriebe zum Still stand zu bringen, ferner Arbeitsnieder­legung und Aussperrung von Arbeitern, Streikpostenstehen, das Berhindern von Arbeitswilligen an der Arbeit, jede Sabotage- aktion in lebenswichtigen Betrieben mit Zucht- hauL oder Todesstrafe belegt ist.

Dortmund, 27. Oktober. (Pri-attelegramm.) In Böckum. Dortmund und Gelsenkirchen kam es zum Versuch der Ausrufung derRepu­blik Westfalen". Die Separatisten wur­den von der Bevölkerung verjagt. In Hom­berg gelang den Separatisten die Bes.tzung der öffentlichen Gebäude. In Westfalen herrscht große Beunruhigung über die Pläne b-r Se­paratisten auf die nur zu einem Teil von den Feinden besetzte Provinz Westfa en.

Ernte frage sein.

Milch und Fett.

Die Herbeiführung einer ausreichenden Per« orgung der Bevölkerung mit Mlch ist zurzeit das schwierigste Problem der Landwirtschaft. Me außerordentlich schleckte Futtersrnte des vergangenen Jahres batte nicht nur den Diebbestaud verringert, sondern die an und für üch schon gesunkene Leistungsfähigkeit der MAckkikbe weiter erniedrigt. Die im Frie­den möglich gewesene starke Steigerung des Milckertrages, die zu einer mehr als ausreichen- den Versorgung der Bevölkerung mit Milch ge- führt bat, beruhte im wes.inklicken auf der Zu­fuhr von Mweißftittermengen aus dem Aus­land. Soweit eS sich um Rmtbfuttermittel ban­delt. liegen die Berbäknifle in diesem Fabre gün­stig. die Rübenernte aber wird rweifekloS viel zu wünschen übria kaffen. Ein Ersatz deS feh­lenden Kraftfutters durch inländische Produk­tion ist zurzeit nur in geringem Matze möglich

London, 27. Oktober.

Reuter veröffentlichte gestern die Rede deS Ministerpräfidenten Baldwin, in der er Poin. carö mit aller Deutlichkeit auffordert, sich der Einladung Amerikas zur Teilnahme tnt einer allgemeinen Konferenz anzuschtichen. Bon Bedeutung ist, daß Reuter wörtlich den Satz, der Baldwins Erklärung über die rheini- sche Bewegung hervorhebt: Baldwin sagte, vast England die Losreißung irgend eines Tei­lest Deutschlands niemals in Betracht ziehen könne. Die Lage sei heute ernst. ES fei für ihn daher unfaßlich daß, wenn sich, wie augenblick- lich, eine Aussicht auf eine Regelung biete, es jemand geben Sune, der sie ab lehnt. Poinrar« möge sich seine Stellungnahme zweimal und drei­mal überlegen. Wenn Deutschland zahlen solle, müsse erst seine Währung stabilisiert werden.

Die Arbeit im Ruhegebiet.

Ein Viertel der Betriebe stillgelegt. lBnvat-relearmmn.i

Berlin, 27. Oktober.

Die Beratungen im Arbeitsministerium we­gen Stillegung der Ruhrzechen sind gestern zwn Abschluß gebracht worden. Gegen Mitter­nacht verlautete, daß eine Einigung erzielt wor­den ist, die keine völlige Stillegung herbeiführt, sondern die Betriebe in gewissem Umfange aufrecht erhält. Rur eine gewisse Ein. schränkung der Betriebe kommt in Betracht. Schätzungsweise wird nur ein Viertel der Ruhrzechen zum Stillstand kommen. Dio Zahl der Arbeitslosen im Ruhrgebiet wird da­durch von einer Million auf 150 bis 250000 her­abgesetzt. Indessen schweben Erwägungen dar­über, inwieweit diese Arbeitslosen im Wege einyr produktiven Erwerbslosenfürsorge für Belange des Bergbaus nutzbar gemacht werden können.

tinftrt Ernährung.

Eine fachmännische Darstellung.

®u« ®artcgeigen »« e««littet e«iottott <?. tat, Reifet übet die « nShrirngSlage ist jtt entnehmen, datz e« genug iseteeibe .mb Rat. teffeln, «6er zu wenig MlUd stnb Fett gibt. Im flfinielnen febreibt bet Serfaffet folgende« Die Anbaufläche an Brotgetreide betrug im Deutschen Reiche, reduziert auf das jetzige Reichsgebiet, im Jahre 1913: 7 2075000 Hektar. Nach den amtlichen Schätzungen vom August 1923, die in dem .Reichsanzchger* vom 22. Sep. tember 1923 veröffentlicht sind, beziffert sich die Anbaufläche für Brotgetreide 1W3 auf 5971000 Hektar. Es fehlen somit noch 1236000 Hektar oder 17,15 Prozent. So bedauerlich der Fehl- berag an Anbaufläche ist. so haben wir doch ge­genüber der gleichen Feststellung des Jahres 1922 bereits eine erhebliche Vermehrung festzu- stellen, die sich auf rund 328000 Hektar beläuft. Im höheren Mäße ausgeglichen wird der Fehl­betrag an Anbaufläche durch die günstigere Ernte dieses Jahres. Grundlegend gestützt wird die Brotversorgung im Deutsches Reiche durch die Ernte von Roggen und Weizen, die pro Hektar bei Roggen um rund 4 Doppelzentner, bei Weizen um stift 5% Doppelzentner höher ge­schätzt wird als im vergangenen Jahre. Gerste kommr nur in geringem Umfange in Betracht.

An Brotgetreide

standen je Kops der Bevölkerung zur Verfügung 1913: 249 Kilogramm, 1921: 181 Kilogramm, 1922: 137 Kilogramm und 1923: 178 Kilogramm. Bei der Festlegung der Kopfmenge für 1923 ist angenommen, daß im zweiten Halbjahr eine gleich starke Einfuhr an Brotgetreide bezw. Mehl möglich ist. wie im ersten Halbjahr. Ob das er­reichbar ist. muß zunächst vabing^stellt bleiben.

MeKommMMenimRorden

Polizeimaßnahmen in Hamburg.

C$ti»at-Xel»6r6W«.i

Hamburg. 27. Oktober.

Die Säuberungsaktion der Polizei hat im Laufe des gestrigen Tages noch zu e uer Reihe von Zusammenstößen geführt, die aber soweit unblutig verlaufen sind. In Rahlstedt wurde ein Kommunistennest ausgehoben, das noch über zahlreiche Waffen, Munition und Maschinengewehre verfügte. Die angerickteten Zerstörungen sind, besonders, in Barmbrck. un­geheuer. Der Gemralstreik der Kommunisten ist mißglückt, sodaß in allen Betrieben wieder ge- arbeitnt wird. Die Polizei nimmt noch Haus­suchungen bei Kommunisten vor und stellte dabei über 2500 nicht antzemeldete kommunistische Ausländer fest. Die Durchsuchung wird fortgesetzt. Die Zahl der Toten bat sich turch Sterbefälle n den Krankenhäusern um weitere neun erhöht. Auch aus Bremen und den anderen Städten der ttnferroefer sind Me dün­gen eingegangen wonach die kommunistische Bewegung im Abflauen 6epriffen ist Nach Meldungen aus FlenSburg ist die dänische Grenze infolge der norddeutschen Kommuni­stenunruhen gesperrt worde«.

»rschluS der Xeld&tregierung.

Berlin, 27 Oktober. (Privattelegramm.) Die Regierungsbesprechungen in Hagen i W, üb r die Lage im Rheinland haben ihr- Fortsetzung in einer Gesamtsitzung des Reichska- binettS in Berlin gefunden. Wie fuveräffig verlautet, bat das ReichLkab nett beschloss n, territoriale Veränderungen in den auf Grund deS Versailler Vertrages vorüberge­hend besetzten deutschen Gebieten niemals anznerkennen.

Lim Sie Reparationen.

England wünscht eine Gesamtkonferenz.

(Eigene Trahtmeldung.)

DaS sagen wir allerdings schon seit einigen Jahren und mutzten dabei erleben, daß es im­mer schlimmer geworden ist. Aber gerade darum mutz eS emmall besser werden, denn auch daS Leid hat ftim# Grenze. Haben wir die Schicksalsfäden auch nicht in der Hand, sind wir auch zu schwach, um gegen Uebermächtiges zu kämpfen, so wären wir doch wohl in der Lage, unser LoS selbst zu bessern, wenn wir als Deutsche die berühmte Querköpfigkeit unter- drücken, unS von der Eigensucht befreien würden und statt dessen mehr auf daS Wohl der Ge­samtheit bed tcht wären. Richt »Jeder für sich-, sondernAll- für Alle" sollte der Grund- satz lauten. Aber wie sieht es in Wirklichkeit ans? Da gibt es verschiedene Lander und Stamme in Tckitschland, die sich auf ihre .Eigen- art" viel zu Gute tun und erst in zweiter Linie daran denken, datz sie Deutsche sind. Dann gibt e§ ein Dutzend Parteien, die jebe ihr besonderes Programm haben und nur dieses für das rich­tige halten. Weiter .spezialisiert" man sich in Berufsverbänden, in denen endlose Mühe und Zett aufgewandt werden mutz für den Kampf um Lohn, und Gehaltstarife.

AL kämpfen um ihre befanderen Interes­sen. alS ob in Deutschland nickts mehr gutwil­lig geschehen könnte. Sv ist .Konicks" die Pa­role allerwegen. Man kämpft im Reickstag (und tote!), man kämpft in Landesressiernngen gegen die Reichsregie-.ung. man kämpff in Stadt- Parlamenten und Kommissionen und man kämpff auf der Straße! mit Waffen! Dis Unruhen in Hamburg und im Industriegebiet haben gezeigt, datz pokittfche Zwecke die Trieb- feder dabei sind. Teuerung und Rot sind natür­lich ebenfalls bittere Ursachen. Aber der eär*. de Stoff ist umstürrlerifche Polittk. Dir -Menge, die sich treiben läßt, sollte nur einmal darüber nachdenken, datz durch das Plündern von Ge­schäften die Rot nickt beseitigt, sondern noch ver­schlimmert wird. Die Opfer an Toten und Verwundeten und die Gefängnis- und stuckt- hansstrarchi fallen aus das Gewissen der Ruhe­störer. Und letzten Endes kommen sie zu der verspäteten Erkenntnis, daß nichts erreicht ward und die Opfer vergebens gewesen sind! Wann wird die Vernunft wiederkehren, die zur Ein­sicht firbrf?

Es ist An böser Zustand datz selbst anaesichts der furchtbaren Bedrängnis von außen so tiefe Spaltungen im Innern geschaffen worden sind. Mr dürfen nickt die Augen und Obren ver- icklietzen vor dem Unangenehmen. das vom Westen^ her droht. Die Bestrebungen der S o n- derbündler. di^ mit Hilke der Franzosen und Belgier das Rheinland >md die Pfalz vom Reiche trennen wollen, werden mit Zähig­keit fortgesetzt mtb wir brauchen uns nickt wundern, datz sie ihre Finger auch kusteits nack dem Ruhrgebiet ausstrecken. DaS alles ist die Durckfübrunq der weitareffenden französi­schen AnneffionSvläne. Wie diese Vorgärige wirken. erWen wir ja mit grätzlicker Gewitzbeit aus dem Zusammenbruch deS Wirtschaftslebens im Rubraebiet. Biele Betriebe müssen letzt in« iosa,.- Geldmangels still liegen und Hundetttau-

Sine Krifenzett.

Der Weg zur Gesundung.

Man spricht oft von einer Gesundung Arife vnd meint damit, das aus dem Zusammenbruch das überlebende Starks gesund hervorgeht und neu erblüht. Ob sich Deutschland jetzt in diesem Stadium befindet, wer vermag es zu sagen? Vorläufig spüren wir nur den gefahrvollen Fie­berzustand, dessen Ausgang noch ungöwiß ist. Was in den letzten Tagen alles auf das Reich eingestürmt ist, ist eine Häufung von Unglück. Innerstaatliche Schtvierigkeiten, Losttennungs- kämpfe im Westen, Währungszerfall und Tene- rungsunruhen stellen an die schwache Kraft der Regierung hohe Anforderungen. Gelingt es ihr, die vielköpfige Hydra zu überwältigen, dann ist das Schlimmste überstanden. Wohl dem, der aus der bewegten Gegenwart irgend ein Hofs- nungSzeichen für die Zukunft herausfinden kann und der sich durch die unS umbrausende Ver­wirrung nicht aus der Fassung bringen läßt. Wohl dem, der jetzt seine Nerven in der Geivalt hat. Es gibt für die meisten Menschen in Deutschland täglich Ueberraschungen, sei es ge­schäftlicher oder privater Art, die mit Sorgen verknüpft sind. Bald sind es Geldschwierigkei­ten, die infolge der beispiellosen Dollarraserei den Geschäftsmann bedrücken, bald ist es die Nahrungsnot, die der Hausfrau und dem Fa­milienvater den flohen Sinn rauben. Inmitten dieser Sorgen ist cT erst recht vonnöten, datz wir den Kopf hochhalten und uns von dem Schicksal nicht unterkriegen lassen.

Einm-fl mutz eS doch besser werden!

--------------- London, 27. Oktober. (Eigene Drichtmefl

A"erhen arbeitslos, wenn nicht in letzter düng.) Der französische Botschafter Hai gestern

Lorirennung ist unzulässig.

Italien und England gegen Frankreich. iEigener Drabtberickftll

Zürich. 27. Oktober.

Der(Sortiere della Sera" meldet aus Rom, datz auch dort der deutsche Protest gegen die separatistische Bewegung im Rheinland eingegangen sei. Der Protest ist Gegenstand ei nes längeren Meinungsaustausches zwischen den alliierten Kabinetten. Mussolini Hai im Gespräch mit Senatoren sich dahin auSge- lassen, daß während der Dauer der Rheinland besetzung Gebietsabtrennüngen von Deutschland nicht zulässig seien, wenn nicht die Gesamtheit der Unterzeichner des Versailler Verflazes dieser Abtrennung zustimme. Der Seeolo" meldet, daß der deutsche Botschafter gestern abend bei Mussolini war. In offiziösen römischen Kreisen ist man überzeugt, daß die AbtrennungSbetoegung im Rheingebiet am Wi­der st a n d Englands und Italiens brechen werde. Deutschland, so schließt derSc= colo", sei keine Großmacht mehr, habe aber das Recht, aus dem Vertrag Rechte. foT»vio»t»n

SaSverftündigen-Guiachttn.

Sonbon, 27. Oktober. (Eigener Drahkbericht.s Wie die gestrigen Handelsblätter melden, ist der amerikanische Bankier Morgan nach Paris gereift, um über die deutsche Loistungssähigkeit ein Gutachten abzugeben. Nach einer Havas- »epesche wird Morgan lediglich informatorisch in der ReparationSkommission gehört. Auch der Bertreter bar internationalen Großbanken soll über die Lage Deutschlands und über die Re­parationszahlungen gehört werden.

Der Fehlbetrag von ca. 70 Kilogramm je Kopf gegen das Jahr 1913 erscheint an sich groß. ' Wenn man aber berücksichtigt, daß wir im Jahre

1922 mit einer erheblich geringeren Inlands ernte und einer Einfuhr, die todri böher war als die für 1923 in Ansatz gebrachte, eine immerhin an­gemessene Biotversorgung erreicht haben, brau­chen wir ernstliche Besorgnisse für die Versor­gung mit Brot in diesem Jahre nicht zu haben. Ganz ohne Einfuhr werden wir allerdings erst leben können, wenn unsere eigene Gesamt- qetreioeerzeugung sich um 30 bis 36 Prozent g e- hoben haben wird. Angesichts unserer trostlosen Valntaverhältnisse haben wir also alle Veranlassung, die Landwirtschaft in ihrem Bestreben nach Erhöhung der Erträge zu un­terstützen und nickt, tote es fetzt geschieht, zu stören. Im Gegensatz dazu ist in den letzten Tagen leider durch die Beschlüsse des Ausschusses des Preußischen Landtages durch die Grund­steuerverordnung eine BetriebserschwerniS und Verteuerung eingetreten, deren Auswirkungen so ungewöhnlich groß sein werden, daß die Steige­rung der Produktton miss schwerste gefährdet ist.

Kartoffeln.

Eine endgültige Ernteschätzung für Kartoffeln liegt noch nickt vor Nach den Berichten der amtlichen Saatenstandsbetickterstatter wird dis Ernte in den Hanvtproduktt onsgebieten sPreu« 6en) indessen ziemlich übereinstimmend als mit­tet bezeichnet. Rach den neuesten Berichten dürfte die Gesamternte aber unter mittel liegen. Besonders ungünstig lauten ine Berichte auS Sachsen und Bayern. Trotzdem wird man im Gesanrtdurchschnitt des Reiches mit einer Ernte von schätzungsweise 2628 MiMonen Tonnen rechnen können. Der gegenüber dem Frieden jetzt etwas größere Bedarf an Sveisekar- toffeln kann zweifellos auck durch die dies- fährig» mir mittlere Ernte gedeckt werden, da mit Rücksicht auf den rund auf die Hälfte gesunkenen Schweinebeftand sich ein erheblich geringerer Bedarf an Kartoffeln für die Fütterung ergeben wird. Eine geregelte Kartoffelversorgung Wird tti diesem Jahre viel mehr eine Frage der finanzi ellen und ver­kehrstechnischen Organisatton alS eine