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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

£te Staffelet iiieueften 9>art,rlr<it<ni erfctetnen mhtbentttdi <eäi?mal naLm ttags. Der Lbonne- ment=pret6 betragt für die Woche rom 28. Okk. b;8 3. SQoo. 8 Milliarden bei freier Zustellung inä Hau7,in der öiefqaUSüeu-. ubgebott 7,8 Milliarden. Bestellungen werden jeder-eti entgegen, oeitoatmen, Wittag und Slebuition: «chlachttwistcabs 28,30. Fernsprecher Nummer 951 und »52. -ür unverlangt eingefandte Beitrage kann die Redaktion eine - -raut. Wartung oder Gewähr in teinem Falle übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgelder oder Ansprüche wegen etwaiger nicht orbn'-ingsmitztger Lieferung ist auSgeiä lofsen. Postscheck Frankfurt a M 5580. Lruckeret: Schlachtgofstr. 28/30. DelchLftSstellei Lkölnif che Str. ä.

Hessische Abendzeitung

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Nummer 253.

Einzelpreis 13 Milliarden Mark. Dienstag, 39. Oktober 1923.

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Einzelpreis 13 Milliarden Mark.

13. Jahrgang

Verschärfung der innenpolitischen Lage.

Llebergangszufland.

Das neue wertbeständige Geld.

Die letzte Oktoberwoche hat den voMomme- nen Zusammen'bnkch der Papiergeldversorgung »ebracht. Während noch im August der Gold- markwert der Notenflui mindestens 175 Millio­nen Goldmark betrug, war er bereits Mitte Ok­tober auf 70 Millionen gesunken. Trotz aller Einschränkung des Einzelnen und des Kapital­bedarfs der Gewerbe reicht« die Papiergeld­menge nicht aus, um dem Zahlungsmitielbe- darf zu genügen. Die geringe Quantität des Papiergeldes wäre noch katastrophaler in Er­scheinung getreten, wenn nicht für Lebensmittel usw. im Verkehr von Zwischenhandel und Pro­duzenten längst das Papiergeld außer Kurs ge­setzt worden wäre. An der Produktenbörse wurden Käufe in Pnpirrmark überhaupt verwei­gert. Andererseits brachte die Goldrechnun-s ebenso wie die Aushebung des Jnnenwertes der deutschen Währung zugunsten der Dollar- berechnung einen Bedarf an Papiergeldscheinen, der praktisch nicht zu befriedigen War. Wenn di« Beamten in der letzten Qktoberwoch« das Sechzigfache der vorigen an Papiergeld erhalten sollen, also 11-/2 Billionen pro Kopf, so kann di« Notenpresse einfach nicht mit. Der ganze Apparat der Grldversorgung zerbricht d-abei.

Infolgedessen gab die Reichsbank vom Sonn­abend ab wertbeständiges Geld, Renten- m a r k und Goldanleihe-Zwischen- stücke, auf kleine Beträge heraus, aber die Gesamtsumme war zu winzig, um auch nur das dringendste Bedürfnis zu befriedigen. Immer, hin 'wird 'm dieser Woche durch die Auszah­lung der Beamtengehälter usw. wertbestän­diges Geld in größeren Mengen in den Verkehr gepumpt, wobei die Umrechnung zum Papiermarkkurs zunächst mancherlei Unan­nehmlichkeiten mit sich bringt. Vom volkswirt­schaftlichen Standpunkt bringt diese Ueberganzs. zeit gewaltige Gefahren. Es ist zuzugeben, daß die reale Summe des im Umlauf befindlichen Geldes nicht mehr genügte, um die Waren­erzeugung und den Absatz zu sichern. Wenn heute sogar die landwirtschaftlichen Erzeugnisse wie Naturbutler usw. in den Großstädten kei­nen Absatz finden, dann liegt das eben in der schwindenden Kauflraft der Massen begründ?!. Das Wort: -Wir verhungern bei vollen Scheu, nett", das Graf Westarp im Reichstag sprach, war die schärfste Kritik an der SchwerMigleit der ganzen Wirtschaft und der Währung.

Unzweifelhaft wird das neue Geld zu- itädjft die Warenabsatzstoünng lockern, aber nur, soweit es sich um Gegenstände des Dringendsten Bedarfs handeln wird. Die Löhne selbst wer­den, vorausgesetzt, daß eine Inflation vermieden werden kann, nicht die Höhe und Kaufkraft der Friedenszeit erreichen. Demgemäß werden die Gewinnquoten gering bleiben, aber die Be­lastung durch Stenern, Roparationsderpflichtung usw. wird trotzdem die Preis« sehr hoch halten. Wir müssen damit rechnen, daß unter der neuen Währung zwar der Waren verbrauch zu­nimmt und damit die Arbeitsmüglich- leit, was nur zu begrüßen wäre, aber es bleibt fraglich, ob wir den Verbrauch des Einzelnen erreichen werden, der in der ersten Zeit des Markverjalls vorhanden und erheblich höher war als in den letzten Monaten der sterbenden Papiermark. Eine Steigerung des Verbrauchs des Einzelnen wird nur durch Mehrarbeit der Allgemeinheit möglich sein, nur dadurch bezahlt werden können.

Automatisch wird sich in wenigen Monaten zunächst die Produktion und deren Absatz lebhafter gestalten. Durch di« neu« Wäb- rung wird ihr wieder Kapital zugefühn, und wenn es gelingt, die Währung stabil zu halten, wird wieder di« kapitalbildende Kraft, der Sparsamkeitstrieb, seine völkswwt- schastlich äußerst notwendige Tätigkeit aufneh­men. Wenn die Wirtschaft Kredite von 1,2 Mil. l.arden Rentenmark erhält, wie vorgesehen, das Reich zur Ablösung seiner Schulden usw. eben­falls die gleiche Summe, dann kommt das wan­dernde Geld nach einiger Zeit auch in dir Hän­de der Verbraucher. 2.4 Milliarden Zahlungs­mittel in Goldwährung, gegen jetzt vielleicht 50 Millionen Goldmark besagen alles. In Frie- dcnszeiten betrug der Geldumlauf in Deutsch­land etwa sechs Goldmilliarden.

Es hängt allgs davon ab. ob es gelingt,bie Vermehrung des Geldbestandes allmählich vorzunehmen. Werden die Summen plötzlich der Wirtschaft zugcführt, dann entspricht die Geld- menge nicht der Wirtschaftslage. Sie ist, gemes­sen an der Gütererreugung, zu groß und der Kurs des neuen Geldes wird dan.n sinken, trotz aller Vorbeugungsmittel. Hier stimmt bedenklich, daß das Produktionsprogramm nicht gleichzeitig mit dem Uehergang tut neuen

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aimerilas AMog.

Dir Einstellung auf das Technische.

Ein Reichskommifsar ist zur Absetzung der sächsischen Regierung er­mächtigt. Die Reichswehr besetzt die öffentlichen Gsbande in Dresden. Strafantrag gegen Kommunisten wegen Hochverrats.

Berlin, 29. Oktober. (Privattelegramm.) Die innerpolitische Krisis hat durch das Ultima­tum an Sachsen und Bayern eine überraschende Wendung zum Schlimmeren erfahren. Am Sonntag hat die sozialdemokratische Reichstagsfraktion zu dem Vorgehen gegen Sach­sen Stellung genommen. Die Fraktion hat noch keinen Beschluß gefaßt, weil derlinkeFlügel der Partei (die früheren Unabängigen) mit der plötzlichen Forderung aufgetreten ist, aus der Regierung Stresemann auszutre­ten. Der Führer der linken Gruppe der Sozial- demokwten, Crispien, hat abgelehnt, an der Kon­ferenz der Parteiführer beim Reichskanzler Stre- femann teilzunehmen, in der die Erklärung über das Vorgehen gegen das sozialistisch-kommu­nistische Kabinett in Sachsen eingeholt werden soll.

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Ilvftd ng der fSchflfchrn Regierung.

Berlin, 29. Oktober. (Privattelegramm.) Heute früh wird auf Grund einer Verordnung dcS Reichspräsidenten der frühere Ches der Staatskanzlei in Sachsen, Ministerialdirektor Dr. Schultze, zum Regierungskommifsar von Sachsen ernannt. Schultze ist vor vier Wochen durch den sächsischen Ministerpräsidenten Dr. Zeigner abgesetzt und durch den jetzigen kom­munistischen StaatSkanzleichcf Brandler ersetzt worden. Außerdem hat der Reichspräsident ge­stern abend eine Verordnung unterschrieben, nach der der nette Negierungskommissarer- mächtigt wird, die sächsische Regie- rung für abgesetzt zu erklären, ebenso die von der jetzigen sächsisch«» Regierung ernannten Behörden. Der heutige Tag wird viele energische Maßnahmen der ReichSregkeruug bringen.

'IkkvvNmoGunv ser irteKBswcV.

Berlin, 29. Oktober. (Privattelegramm.) Das Reichskabinett hat die gesamte Reichs­wehr des deutschen Reiches in den unmittel­baren Bereitschaftsdienst gesetzt. In Ber- lin und der Provinz Brandenburg finden seit heute stüh bereits Truppenverladungen statt, die nach Sachsen und Bayern bestimmt sind, Auch aus Magdeburg und Hannover werden gleiche Maßnahmen in der Reichswehr gemeldet. Das Ultimatum der Rcichsrcgierung an die sächsische Regierung ist Anlaß geworden, daß am gestrigen Tage die Reichswehr in Dresden mit der Besetzung einzelner öffentlicher Gebäude begonnen hat. Die beiden kommu­nistischen Mitglieder der Regierung und t>et;

Währung fertig gestellt worden ist. Gelingt es nicht, Produktion und Geldmenge wieder zu ver­binden nur durch ihre Trennung kam ba­uend dann wird der Uebergang zur reinen Goldwährung nach der Zwischenlösung niemals gesunden werden. Also mit der Währungsre- sonn muß die Arbeitsreform gehen. d.

Staatssekretär Brandler waren gestern von Dres. denabwesend. Angeblich sind sie verreist.

DluNge Kümpfe.

Dresden. 29. Oktober. (Privattelegramm.) Der gestrige Tag ist in Dresden ruhig verlaufen. Dagegen kam es in Freiberg und Zittau zu neuen Zusammenstößen zwischen Reichswehr und bewaffneten Kommunisten. Die Gesamtverluste in beiden Städten sind sehr groß. In Freiberg wurden vierundzwanzig Personen getötet und 35 verletzt. Es wird sestgestellt, daß die Kommunisten Maschinenge­wehre aus sächsischem Staatsbesitz, Handgranaten itnb Pistolen der sächsischen Polizei besitzen.

Gi; friiise Verwendung von G-ibrnt.

Dresden, 29. Oktober. (Eigene Draht­meldung.) Die bürgerlichen Blätter stellen fest, daß die sächsische Regierung die ihr von der Reichsregierung überwiesenen Zuschüsse für Löhne und Gehälter in den Staatsbetrie­ben in Höhe von achthundert Billionen nur zur Unterstützung von Erwerbslosen in den kom- monistischen Organisationen verwendet hat.

Anklage totgen Hochverrat/.

Leipzig, 29. Oktober. (Privattelegramm.) Im Reichsgericht ist der Antrag der Reichsregie­rung eingegangen auf soforttge Eröffnung des Hochverratsverfahrens gegen die kommunistischen Mitglieder der sächsischen Regierung.

* * «

Kabinett Zemner lehM ab.

Widerstand gegen die Reichsregierung.

Eigene Drabtmeldung.»

Dresden, 29. Oktober.

Die sächsische Regierung hat gestern das Ultimatum der Reichsregierung, zurückzirtre- ten, einstimmig abgelehnt. Wie die Dresde­ner Nachrichten melden, stehen nunmehr ener­gische Maßnahmen der Reichsregierung bevor. Die sächsische Staatskanzlei teilte gegen Mitter­nacht folgenden Beschluß der sächsischen Regie­rung mit; Die sächsische Regierung weigert sich, dem Ultimatum Folge zu leb sten. Ein volitischer Anlaß zum Rücktritt liege nicht vor und rechüich sei das Verlangen des Reichskanzlers nach der Verfassung unzulässig. Rur der sächsische Landtag sei berechtigt, die Re­gierung vou Sachsen abzuberufen. Solange das nicht geschelfe, werde die sächsische Regierung auf ihrem Posten verharren. Sie werde aber alsbald iim Landtag eine Entscheidung herbeiführen.

tionskommission ihre Aufgabe z« nehmen. Die Kommission werde zweifellos in kurzer Zett die Vertreter des Reiche» anhören. Man lasse dir Kommission also ihr- Aufgabe erfüllen.

Bayernvor derEnsscheidung

Um das Ultimatum der Reichsregierung.

Voincar-o neue Absage.

Keine Milderung für Deutschland.

(CifC'.er Draßtbsrtcht.l

Paris. 29. Oktober.

An fkinet gestrigen Sonntagsrede antwortete Poinearö in seinem Heimatsorte Samvigny unter anderem auf Baldwins letzte Ausführun­gen über die wünschenswerte Einberufung einer Konferenz. Die Antwort war sehr scharf. Poin- car« sagte: Wenn tS sich darum handele, auf ei­nem Umweg zu einer Verringerung der deutschen Schulden zu kommen, wie es sich Baldwin Vielbeicht denkt, so to Frankreich nicht in der Lage, diesen Weg zu beschreiten. Wenn es sich aber darum handele, was Deutsch­land später oder in nächster Zeit leisten kön­ne, so sei nichts wichtiger, als eine Untersuchung einzuleiten. Da aber die ReprationSkom- mifsion damit beauftragt sei, die Zahlungs­fähigkeit Deutschlands von Zeit zu Zeit zu prü­fen. so sei kein Grund vorhanden, der Repara.

tEigen« DraStmelduns.)

München, 29. Ottober.

Die gestrige Sitzung des bayerischen Ka­binetts beschäftigte sich mit dem Ultima­tum der Reichsregterung nachWiederher- fteMng der verfassungsmäßigen BrfehlSgewalt in der Reichswehr. lTlehe 2. Seite.) Bis Mitter­nacht lagen Beschlüsse noch nicht vor. Wahr­scheinlich wird die Entscheidung im Laufe des heutigen Tages fallen, da für heute vormitü» eine neue Sitzung des Kabinetts einberufen ist. Die bayrische Bolkspartei hat sich jetzt wieder ge­schlossen hinter Kahr gestellt. DerBayerische Kurier" deutet an. es sei unmöglich, daß die ba­yerische Regierung den General von Lossow fal­len lasse. Möglich wäre aber, daß Herr von Lossow zurücktreten werde, um dadurch dem Konflikt zwischen Bayern und dem Reich die eingetretene Schärfe zu nehmen.

@iit in Amerika wohnende» den« wer «»»»». ftionbent schildert den Unterschied,wischen den« scher un6 amerikanischer Lebensart wie felgt,

Rewyork, im Ottober 1923.

Fast allen, die von Deutschland nach Nord« amevika auswandern Wollen, wird unbekannt sein, daß das amerikanische Alltagsleben im höchsten Grade eintönig ist. Sehr bald der« Mißt Mr Neueingewandene jene Eigenschaft, die in Deutschland alsGemütlichkeit" bezeich­net wird, ein Begriff, für den der englische Sprachschatz bezeichnenderweise keinen Ausdruck kennt. Der Neuankömmling, der ja noch keine Bekanntschaften hierzulande geschlossen hat, kommt sich deswegen anfangs geradezu verlas- sen vor, namentlich an den Sonntagen, die die Eintönigkeit selbst sind. Gasthäuser wie in Deutschland gibt es hier nicht. Und in den Theatern wird sich der Eingewanderte nur lang­weilen, solange er die englische Sprache noch nicht völlig beherrscht. Im Sommer kann man allerdings Ausflüge nach den Vergnügungs­parks unternehmen, die zum Teil sehr hübsch sind. Einige Städte, wie Chicago oder Cleve­land, haben geradezu prachtvolle Parks. Aber Ausflüge in Gottes freie Natur, wie man sie in Deutschland an jedem schönen Sonntag zu un­ternehmen Pflegt, sind in Amerika gänzlich un­bekannt, ja einfach unmöglich, da die Landstraßen von unzähligen Autos wimmeln, sodaß sie von Fußgängern einfach nicht benutzt werden können. Fußgängerwege wie in Deutschland längs der Ca lffccn gibt es in Amerika nicht, da sie ja nie« mand benutzen würde. Außerdem fehlen auch außerhalb bde: Städte Gasthäuser und Som-- mergärten, sodaß man bei einem Ausflug nir­gends einkehren könnte.

Erst wenn der Eiugewanderte sich einen F r e Trtrb e s- und Bckonntenkrei S.erüwr« den hat, gestaltet sich das ,-t ütagsfesei» «ar-- ihn etwas abwechslungsreicher. Ist man Äjr einmal in Familien eiugeführt, so schwimmt man dann auch Mit im Strom der wirklich groß­zügig geübten Gastfreundschaft. Mau lädt sich gegenseitig zu Geselligkeiten ein. Doch auch da­bei vergißt man noch jenen regen Gedankenaus­tausch, der bas Leben in Deutschland so lebckns« wert macht. In Deutschland interessiert man sich für all« Gebiete; der ameri$anitftbe Mittelstand ist dagegen trotz dem College-Besuch durchschnittfich röcht oberflächlich gebildet und beschäftigt sich nur verhältnismäßig selten mit irgendwel­chen idealen Ausgaben. Es sei bemerkt, daß es natürlich auch Ausnahmen gibt; doch diese sind leider spärlich gesät.

Ist der Eingewanderte aber schließfich nach Jahren zu einem gchmissen Wohlstand gelangt, besitzt er dann sein eigenes Häuschen, was hier durchaus nicht so schwer zn erlanaen ist, hat er seine kleine Rabiostation auf dem fiaitSbaA und sein eigenes Auto in der G-arage, Annehmlichtti- ton, zu denen man hierzulande, wenn man sparen versiebt, sehr Wohl kommen kann, dann erst gestaltet sich auch für ihn das Allt"gs^eben gngenöhmer und abwechslungsreicher, weil er es mehr nach eigenem Geschmack einrichten kann. Die ersten Jahre nach bcr Einwanderung sind für den Neuankömmling iedoch manchmal be­drückend öde. Noch ein Urnstaitt ist es. de' die nach Amerika ausgewandten Druttckttn fehr bald fühlbar chittänschen wird. Das ist die stier herr­schende Unausrichtigkeit und Aengst« lichkeit. Grade als Deutscher neigt man ja dazu, seine Ansichten frei und offen zu Stiftern, vielleicht oft mehr aT? nötig ist. Aber selbst die eigenen Landsleute üben eine auffallende Zu- rückbattunq, die ein Döutschamerikemer mir ge­genüber einmal folgendermaßen charakterisierte: In Amerika kommt man nur zu etwas wenn man den Mund zn hallen, nichts zn sehen, nichts zu hören versteht, still und uuau.ftälfia seine Arbeit versiebt und tüch­tig spart." Diese amerffanifefa1 Lestenswois. beit führt allmählich zur Heuchelei. Man ver­spricht alles mögliche: aber an dar Halten der aegebenen Versprechen wird letten gedacht. Durchschnittlich kann bei einem Vorschlag auch niemals b-üabend oder verneinend geantwortet werden. Man macht und findch immer wieder Ausreden zur Umgebung einer stritten Antwort in der Erwartung. baß mit der Zeit da? In« '-resse dessen, ber einen Vorschlag gemacht oder -ine Frag« gestellt bat. von allein astslauen wird. Zinn Beweis dafür fei ein Beifpiel ange­führt: Einer pufner deutschamerikanischen Be­kannten klaate kürzlich in meiner G-a-mwart mnem aup-ren Deutschamerikaner fein Leid dar­über. daß feine ^gchbarn sich stets vor sein Haus stesst-n. nm zu Untschen. und ihm fo tonen gan­zen Rasen ruinierten, bezeichnend war ber Rat, beit d-u andere aast' Kauf Dir ein kleine« Fast- -len Melasse und schütte die Mall« heimlich in d»n Abendstunden v^r Deinem H.-use auf den ^ür-aarsteig und Rasen. Wenn stch dann die azuM^rn wieder zum Klaifchen hinstellen, wer«