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Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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13. Jahrgang
Nummer 262
Freitag, 9. November 1923.
Einzelpreis 6 Milliarden Marl.
Einzelpreis 6 Milliarden Mark.
baldige Ausgabe der Rentenmark.
Wankende Währung.
Alles wartet auf die Rentenmark.
Wir stehen gegenwärtig im schlimmsten Währungswirrwarr, der nicht einmal so.sehr durch die Tatsache der Zerrüttung cm sich gekennzeichnet wird, als durch den Umstand, daß dem gesetzlichen Zahlungsmittel, der Pap-ier- mark, jeder reguläre Kurs fehlt und daß demnach auch diManze Wirtschaft steuerlos geworden ist. Alle Warenmärkte sind ohne Bewertungsmaßstab, auch die Börse hat keinen An. Haltspunkt, ün dem sie ihre Handelsobjekte, nicht zuletzt die Effekten und Wertpapiere bemessen könnte, kurz es Herrscht ein Durcheinander, das nur durch unverzügliche Einführung eines in wirklich ausreichenden Mengen ausgegebeuen und allen Bevölkcrungsschichten in gleicher ■ Weise zugänglichen wertbeständigen Zahlungsmittels auszuräumen wäre. Diese Erfor- dernissc eines verbindlichen, auch dem Auslande als Wertmesser genehmen, im Jnlande in ausreichender Menge zur Verfügung stehenden und nicht nur Großkapitalisten, sondern auch dem kleinen Bürgersmann und dem Handarbeiter zu. gängigem Zahlungsmittels muß die neue Währung, di- kommende Rentenmark in Deutsch, land erfüllen, wenn sie sich durchsetzen will. Diese Rentenmark ist zwar in erster Linie Inlands- Zahlungsmittel aber es ist nicht zu verhindern, ja es ist sogar wünschenswert, daß sie in ein bestimmtes Verhältnis zum Auslands- g e l d gestellt wird. Das ist um so notwendiger, nachoem das Ausland jetzt bis auf wenige Börsenplätze die Notierung der Vapjnrmark eingestellt hat.
Die Einstellung der Notierung der deutschen Mark hat aber den Währungswirrwarr noch erhöht. Die Inlandspreispolitik hat schon immer die Tendenz, sich nicht nach den inländischen Zwangskursen, sondern nach der ausländischen Marknotterung zu richten. Wenn die Nichtnotie- rung beispielsweise der Newyorker Wilsten Kur>> auf der einen Seite endlich damit aufräumte, daß bisher im Handel nicht der Berliner, sondern der Newyorker Kurs zugrunde gelegt wurde, so ist auf der anderen Seite nunmehr dieser, immerhin in gewissem Sinne noch nachkontrollierbare Anhaltspunkt weggefallen, und hat einer großen Willkür Platz gegeben. Es i bei der gegenwärtigen Sitttation überhaupt niemand in der Lage, einen auch nur annähernd richtigen Bewertungsmaßstab für die deutsche Papiermark anzugeben. Die Kursbildung im Inland ist auf der jetzigen Basis eine k ü n st- l i ch e, und die im Ausland ist ebenso irregulär. Zu welchen grotesken Mißverhältnissen es dabei gekommen ist, zeigt der Umstand, daß in diesen Tagen, da der Zwangskurs in Berlin mit 420 Milliarden für den Dollar notiert wurde, an der Londoner Börse, an Welcher die Marknotterung noch vorgenommen wird, für das englische Pfund 40 Billionen Papier-Mark berechnet wurden, was nahezu 9 Billionen Papiermark für den Dollar gleichkommt. An der Amsterdamer Börse stellte sich die Marknotiz für den Dollar mif annähernd dieselbe Summe, nämlich auf 854 Billionen. Das ist aber zwanzigmal höher als die Berliner Zwangsnotterung. Trotzdem ist für Deutschland nur der amtliche Berliner Kurs gültig.
Dir grotesken Notierungsdifferenzen führen dazu, daß im Jnlande die Goldpretz'c, die ohnehin wegen der internattanalen gesunkenen Kaufkraft des Geldes um 20, 30 ja sogar 50 Pro. zent höher liegen als die Friedensgoldpreise, noch weiter erehöht werden. Andererseits ist dte Rückwirkung dieses Kurswirrwarrs auch auf den Efsektenmärtten nach einer Ueberschreitung des Entwertungsniveaus, wie es durch den Berliner Dollarkurs gekennzeichnet war, zu beobachten. An der Börse sagte man, daß dieser Berliner Zwangkurs die richtige Markentwertung gar- nicht bezeichne, und man legte daher den Efsek- tenkursen auch die Auslandsnotterung der Mark zugrunde. So kam es, daß in der letzten Zeit von einem zum anderen Börfentag Vervielfach ungen der Effektenkurse, teilweise bis Verzehnfachungen gegenüber dem Vortag Herauskamen. An den obengenannten, freilich jetzt ja auch künstlich herausgebildeten Marlkurscn gemessen wären aber muh jetzt die Effetten noch nicht angeglichen. Das Mißverhältnis aber zu: inländischen Marknotierung ist teilweise geradezu grotesk geworden, denn jetzt beobachten wir, daß eine ganze Reihe von Papieren, und vielfach noch nicht einmal die solidesten, trotz schwindens der Substanz, trotz zahlreicher Ka
pitalverwässerungen, einen höheren Goldpreis besitzen, als sie im Frieden hatten. Das sind ungesunde Zustände, die freilich erst dann beseitigt Werren können, wenn wir endlich zu einer Regelung unserer Geldmarttverhältnisse übergeben können. Auch daran sieht man, wie notwendig es ist, daß nun endlich die Rentenmark in Umlauf gesetzt wird.
Rentenmark: is. November.
Beschluß der Reichsregierung. (Privat-Telegramm.)
Berlin, 8. November.
Gestern abend beschäftigte sich das Reichskabi. nett mit den dringlichen Währungsfragen, wobei u. a. beschlossen wurde, die Rentenmark am 15. November auszugeben. Nur ganz unvorhergesehene Zwischenfälle, etwa ein Streik, der im jetzigen Augenblick ein Verbrechen wäre, können nach den Versicherungen, die von matz' gebender Stelle gemacht wurden, in diesen Termin Zweifel setzen, an dem sestzuhalten, die Regierung unter allen Umständen entschlossen ist. Solange nicht die Rentenmark da ist, muß es als unmöglich betrachtet werden ein festes Verhältnis der Papiermark zu den wertbeständigen Zahlungsmitteln zu fassen, denn es würde un ter den jetzigen Verhältnissen dazu führen, daß mit der Papiermark auch die Goldanleihe und die Rentenmark in den Abgrund gerissen würden. Am 15. November wird die Rentenmark in genügendem Maße vorhanden sein, um die dringenden Bedürfnisse der Ausgaben zu decken. Von diesem Tage beginnt die Zahlung in Rentenmark und gleichzeitig wird die N o - tenp resse still gelegt, das heißt, es werden keine Sckatzanweisungen des Reiches mehr diskontiert. Dann aber erst läßt sich übersehen, wieviel Papiermark.insgesamt im Umlauf ist, und das ist die Boranssetzung für die Gewinnung einer festen Relation. Es wird dann dar. auf ankommen, mit möglichster Beschleuniquao die erforderliche Menge Rentenmark zur vollkonr. menen Einlösung der Papiermark zu beschaffen
Antek französischem Druck.
Ein Ultimatum bis 10. November.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 8. November.
Der „Temps" meldet: General Rollet ist mit außerordentlichen Vollmachten nach Deutschland zurückgereist. Sofern keine befriedigende Antwort der deutschen Regierung bis 10. November erfolgt, ist Frankreich entschlossen, den guten Willen Deutschlands zu bestreiten und eine neue chwere Verfehlung Deutschlands auf Grund des Versailler Vertrages festznstellen. (!) Die Erklärungen der sächsischen Regierung im Landtag hätten die geheimen Rüstungen Deutschlands bewiesen, (?) die durch weitere Mitteilungen des bisherigen sächsischen „Ministerialchefs Brandler" zu einem Mitglied der interalliierten Kommis- ionen wichtig ergänzt worden seien. (!)
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F?'grn des Kabinetts Zklgner.
L o n d o n, 8. November. (Privattelegramm.) „Daily Mail" meldet, die englische Regierung habe ohne Vorbehalt der Entwaffnungsnote an Deutschland zugestimmt, nachdem durch die „Enthüllungen" des sächsischen Ministerpräsidenten im Landtag das Bestehen bewaffneter Organisationen in Deutschland mit Wissen und Billigung der Regierung auch für England erwiesen sei.
Was Bauern will.
Kein Bürgerkrieg und keine Lostrennung. (Eigene Drahtmeldung.)
München, 7. November.
Die „Miinchen-Augsburger Wendzeitung'' veröffentlicht eine Unterredung ihres Berliner Vertteiers mit dem bayerischen Gesandten Dr. von Preger, der auf die Frage .Was will Bayern?" erwiderte: .Jedenfalls keinn Krieg gegen das Deutsche Reich. Denn diese Groteske 'st nur m solchen Köpfen außerhalb Bayerns verbreitet, die von einer geradezu phantastischen Unkenntnis, gepaart mit Angst und Schuldbewußtsein, erfüllt sind. Wir wollen keine Separation, wir sind und bleiben Deut- cke und im Unglück nun erst recht. Was wir wollen, das ist: Dem deutschen Vaterltn.de aus dem Unglück Heraushelsen in das es unter dem Einfluß der Sozialdemokratie seit drei Jahren immer tiefer hineingeraten ist. Nun heißt es ein Ende machen mit den sogenannten „Errungenschaften" der Revolution und der Ordnung und Arbeit wieder zu ihrem Rechte verhelfen! Nach außen braucht das Deutsche Reich wieder mehr Männlichkeit, Stolz und Selbstbewußtsein."
Eine bunverstaotlkche Verfassung.
Der Gesandte erklärte weiter, daß alle Kon ilikte zwischen Bayern und dem Reiche sich aus
der Weimarer 'Verfassung von 1919 entwickelt haben, auch die Reichsverdrossenheit vieler Kreise in Bayern, die früher in dieser Stärke undenkbar gewesen wäre. Der Gesandte hielt cs für durchaus möglich, daß wir aus legalem Wege zu einer Revision der Weimarer Verfassung im bundesstaatlichen Sinne kommen. Ueber die Lage an der bayerisch-thüringischen Grenze sagte er, Thüringen habe z u erst polizeilichen Grenzschutz aufgestellt, dann erst habe Bayern seine Notpolizei aufge- boten. Das sei alles. Aber nicht im Thüringer Walde, sondern in der Wilhelmstraße in Berlin wird die Entscheidung stillen.
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Die Derhandlungen ohne <srgttmi»t
Berlin. 8. November. (Privattelegramm.) Die Verhandlungen des bayerische» 6kfanät:n von Preger mit der Reichsregicrung sind auf dem toten Punkt angelangt. Die Vorschläge des Gesandten wurden vom Reichskanzler nicht angenommen, der aus der Entfernung des Generals von Lossow und auf Entwaffnung der Hitleraarden unbeugsam bestehen bleibt. Der bayerische Gesandte begibt sich heute nach München zurück zur Entgegennahme weiterer Jn- sttukttonen. Der Konflikt zeigt keine Entspannung.
Ordnungs-Maßnahmen.
Unter Befehl des Reickzswehrministers. (Privat-T el egramm.)
Berlin, 8. November.
Zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung sind weitere Maßnahmen getrosten worden. Die gesamte Schutzpolizei der Einzelftaaten ist dem Befehl des ReichSwehrministrrs bezw. der Reichswrhrkommandanten unterstellt. Für Hamburg. Brernen, Kiel und Königsberg fing besondere Verfügungen an die M a r i n e st r e i t. kräfte ergangen. Der Reiechswehrministrr hat die sofortige Auffüllung des Mannschafts- bestandcs der Reichswehr ungeordnet. Die Reichswehr wird mit Beschleunigung auf den im Versailler Vertrag vorgesehenen Höchstbestaud von 100 000 Mann gebracht. Auch die Kavallerieabteilungen werden vervollständigt: mit der Ausmusterung des erforderlichen Pferdcmaterials ist schon seit Tagen begonnen worden.
Kommunissen-DrrdastunLen.
Rostock, 8. November. lPrivattelegramm.) In Rostock wurden in den letzten Tagen 21 Kommunisten, darunter eine Iran, verhaftet. Ferner wurden bei verschiedenen Kommunisten Haussuchungen vorgcnommen und weitere Verdächtige festqcnommen. In Schutow bei Rostock wurde ein Wasfenlager, dos sechzig Mauserpistolen mit Munitton enthielt, aufgedeckt. Untersuchungen find noch im Gange. Offenbar beabsichtigten die Kommunisten, wir kürzlich in Schwerin uns Neustrelitz, auch in Rostock zu einem Butsch anszuholen, der nun vereitelt ist. — In Königsberg wurden etwa 120 zugereiste ausländische Kommunisten, vornehmlich Russen, von der politischen Polizei bei einer Geheimversammlunq überrascht und aus. gewiesen. Gleiche Ausweisungen erfolgten ans Tilsit und Memel. Das Erscheinen der kommunistischen Zeitungen in Ostpreußen wurde untersagt. Walsen nnd Munition der Kommunisten wurden im Pillauer Hafen beschlagnahmt.
Um die Sonderbündler.
Die Unterstützung durch die Franzosen.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 8. November.
Die Antwort Poincaräs auf die deutsche Protestnote gegen die Vorgänge in der Pfalz ist gestern in Berlin eingegangen. Sie geht au die deutschen Beschwerden an sich nur sehr allgemein ein und erklärt, daß Frankreich in die Wünsche der Bevölkerung in der Pfalz nickt eingreife (?), daß es andererseits aber auch nicht denen, die einen Ausweig aus dem jetzigen Elend suchen, die Tür dazu verschließen könne. — Der Pariser „Temps" meldet aus Koblenz, daß in der französischen Besatzungszone bisher in dreiundzwanzig Städten und Ortschaften die Separatistenbewegung anerkannt sch. Es liege kein Grund vor, angesichts der veränd -n Haltung der belgischen Regierung an em Abflauen der Bewegung zu denken.
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»flgitM korrekte Haftung.
Brüssel, 8. November. (Eigene Drahtmeldung.) Es wird mitgeteilt, daß eine Verlautbarung der belgischen Regierung bevor- stckhe, wonach sie im besetzten Gebiet nur mit denjenigen lokalen Behörden verkehren und nur solche anerkennen könne, die nach den gesetzlichen Bestimmungen und ohne Verletzung der dqutschen Reichsverfaffung zustande kamen
Macht gegen Recht.
Was im freie« Amerika vorkornmt.
Sie vielgepriesene Freiheit Amerika« hat b«. kanntlith manche Schatteuseiien. Don den Willkürlichk-iten gibt der nachstehende Bericht wieder ein bezeichnendes «Beispiel t
Rcwyork, Ende Oktober.
Der. Gouverneur des amerikanischen Bundes' staates Oklahoma, John Callvway Wal- ton, darf sich rtihmen, daß sein Name heute in aller Munde ist. und daß die amerikanische Presse seit Wochen sein selbstherrliches Regiment und seinen ebenso sensationellen wie geräuschvollen Feldzug gegen das unsichtbare Reich des Ku- Klux-Klan zum Therna spaltenlanger Leitartikel macht. Man sieht das Treiben des Gouverneurs mit einem nassen und einem heiteren Auge an; denn wenn sein Vorgehen gegen die Klawlieute auch den Beifall aller Verständigen hat. so ist man sich doch nicht im Unklaren darüber. daß dieser Kampf nur ein Vorwand ist, um seinen Machtwillen den Staatsgesetzen zum Trotz durchzusetzen. Bis vor wenigen Jahren noch war Walton ein einfacher Schlosser; aber geschickt, intelligent und ehrgeizig, wie er war, stürzte er sich als Mitglied der sozialistischen Partei in den politischen Kampf, wurd'e von seinen Mitbürgern auch bald zum Bürgermeister der Bund-shauptstadt Oklahoma City berufen und ein Jahre später dank einem cm- drucksvollen, durch Umzüge und reichliches Frei' hier unterstützten Wahlfeldzug zum Gouverneur des Bundesstaates ernannt. Kam saß er im Sattel, als er zum Entsetzen seiner Wähler sein wahres Gesicht zeigte. Er berief die unmöglichsten Personen zu den öffentlichen A e m t e r n und umgab sich, um für die Durchsetzung seiner Politik ein zuverlässiges Machtmittel in der Hany zu haben, mit einer aus seinen Parteigängern gebildeten Polizeitruppe bgC er ermächtigte, Waisen zu tragen und gegebenenfalls auch zu gebrauchen. Auf der anderen Seite benutzte er allerdings auch die Gelegenheit, sich durch Schaffung von Arbeitsgelegenheit und Wohlfahrtsreformen beim Volk populär zu machen.
Angesichts der immer weiter i m sich greifenden Empörung suchte er indessen gleichzeitig eine Gelegenheit, um die öfentliche Aufmerksamkeit abzulenken. Diese Gelegenheit sand sich bald. In Tulsa, einer Industriestadt von Oklahoma, hatte sich ein Teil der Bürgerschaft dem Geheimbund des Ku-Klux-Klan ange- chlossen und verbreitete in der ganzen Gegend Furcht und Schrecken. Wer sich nächt zum Protestantismus bekanslte und die Kirche fleißig besuchte. wer sich in der Familie, in den Geschäften und in der Politj knicht eines tadellosen Verhaltens befleißigte, wer nicht der weißen Rasse angehörte, wer Ausländer oder Sozialist war, wurde auf alle mögliche Weise drangsaliert- Zunächst erhielt er eine geheimnisvolle Aufforderung, das Staatsgebiet zu verlassen, und wenn diese Aufforderung unberücksichtigt blieb, so überfielen die weißvermummten Klanleute nachts das Haus des Verwarnten, ergriffen den Unglücklichen schleppten ihn in den Wald und peitschten ihn hier bis auis Blut, um dann das Opfer hilflos liegm zu ttssm. Oder man führte den Betreferchen an die Grenze des Bundesstaates und entließ jbn mit der Drohung, ihn beim Wiederbetteten des Gelietes kalt zu machen. In anderen Fällen wurden die Häuser der Verwarnten niederaebrannt; int günstigsten Falle verhängte man über sie den Boykott. Das alles geschah, ohne daß Polizei oder Gerichte einqrif- fen, sei es. daß sie die Rache des Ku-Klux-Klan fürchteten, oder weil Richter und Polizei selbst Mitglieder der Gebeimgesellschaft waren und ge° aen ihre Brüder nicht eingreifen wollten. Jede Nachj flammten auf den Häusern und auf den Bergen zum Zeichen der Herrschaft des mächtt- aen unsichtbaren Reiches große Flammenfanale in Kreuzesform auf. Kurz, die Dinge waren so unerttäglich geworden, daß die große Mehrheit der Bevölkerung in beständiger Sorge um ihren Besitz und ihr Leben dabinlebte.
Diese Angst und Hilflosigkeit bot dem Gouverneur W a l t o n die willkommene Gelegenheit, sich als Retter der Gesellschaft vor der Gewaltherrschaft der Klanleute zu betätigen. Er batte ganz vergessen, daß er, bevor er Gouverneur wurde, selbst dem Bunde anaebört batte, und daß er noch als Gouverneur die Nm- züqe der ssleheimbündler nickt nur gestattet, sondern sich sogar offiziell an ihnen beteiligt batte. Das alles kümmerte ibn wenig und hielt ibn nickt ab, im Interesse seiner wankenden Po- vularität dem K'' Klur-Klan den Krieg bis anls Messer anzittaaen. Zu diesem Zweck mobilisierte er die Miltt des Staates und fdrrfte sie Nack Tulsa, um dort Ordnung zu schaffen. Dessen ungeachtet benutzten feine Gegner die Verstimmung, die die ungesetzliche Aufhebung des Prüfungsausschusses erregt hatte, "m die E'nvöruna gegen den Gouverneur zu schüren. „Weder Klan noch König" wurde bald das Lo-