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Festigkeit des Kabinetts Strefemaus

Der Münchener Fehlschlag

: Boraänge einigermaßen rätselhaft, sich fragen: wenn die bayrische cht mit Hitler einverstanden war,

Die Münchener Ereignisse find auch in der vorletzten Recht in Paris bekannt geworden und gestern nachmittag war bereits gemeldet, daß der Staatsstreich gescheitert sei. Unter dem Eindruck der ersten Meldungen war die Botschaftcr- konfcrenz bereits vorgestern zu einer außer­ordentlichen Beratung zusammengerufen, die edoch nach Erledigung des Putsche- biS zum Eintreffen bestimmter Nachrichten vertagt wurde. Die Alliierten haben Havas zufolge be­schlossen, bis zur Klärung der Lage in Deutsch­land in dauernder Fühlung zu bleiben.

Sinftoge wegen Hochverrat.

Leipzig, 10. November. (Eigene Draht- meldung) Das Reichsgericht hat noch ge­stern abend das HoÄverratsverfahren gegm, die Urheber und Mittäter des Münchener Putsches cingeleitet. Die bayrische Staatsregie­rung wurde ersucht, die Schuldigen zu verhaften und in das Untersuchungsgefängnis nach Leipzig zu überführen. KS ist möglich, daß Bayern die Aburteilung in München verlangen wird.

Die LKdrrwÄMgnng 6er Aufrührer.

München, 10. November. (Kigene Draht­meldung.) Gestern nachmitta,. als die von den Hitlerleuten erwartete NnterstKtzung durch die Münckener Garnison ausgeblichen war, zogen sich Lu den dorff und Hitler in das Ge­bäude des Kreiskommandos zurück, indem st- stch mit bewaffneten Truppen gegen die anm r schierende Reichswehr zu schlißen suchten T.r zweite Stützpunkt des Hitler'chw Widerstandes war der Bürgerbräu'eller, in den während her -Kahr-Versammlung Hitler mit seinen bewaffn t Leuten eingedrungen war. Ludendor s und Hit­ler wurden zur bedingunaSloken UebergaSe auf- aefordert. Ta fie kies ab ehnien. wrden zwei Bataillone Reichswehr eingesetzt, die n rckmit- tags nach impfen daS Kommando besetzten.

Die HaMmg der Alliierten

Eine Tagung der Botschafterkonferenz.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris. 10. November.

Wehrmacht des Reiches ist mir übertragen und mir mit der vollziehenden Gewalt der Auftrag erteilt, alle zur Sicherung des Reiches ersoreer lickten Maßnahmen zu treff:,,. Ich gedenke, diese Aufgabe in ihrem vollen Umfange zu cr- greiscn und Sin n-ir meiner Beraniwortung ge­genüber dem Volke voll bewußt. Ich weiß, daß ich aus Armee und Marine felsenfest vertrauen kann und daß alle Teile der Wehrmacht zu mir stehen. Kein Zwist zwischen Nord und Süd besteht. Eingriffe Unberufener in die Ordnung des Reiches und der Länder wird die Reichswehr unter meiner Führung mit Nachdruck zurückwei­sen, von welcher Seite sie kommen mögen. Alle staatserhaltenden und reichstreuen Kräfte des Volke? sollen zur Reichswehr ste­hen, ihr vertrauen, sie unterstützen! Als meine vornehmste Aufgabe bei der Sicherung des Rei­ches betrachte sch nebln der Aufrechterhal­tung der öffentlichen Ordnung nach dessen Kräften und mit aller Energie mitzuwir- kei, bei der Sicherung der Ernährung. Rn ihrer Stells mitzuhe fen, ist ernste Pflicht der Milrtärbe eh Staber in ihren Wehrkr ifen. Deut fchc Reichswehr! Auf dich sieht dein Volk mit Vertrauen: gehe ihm voran auf deutschen Wegen!"

Genera! <?. Sceeki qs die Scrichsweyr.

Vertin, 10. November. (Eigene Drahime du ch.) Der Oberbefehlshaber der Reichswehr, General v. Seecki. hat gestern folgend m Erlaß herausge­geben:Die Ausübung des Oberüffeyls teer die

Volksspeisung.

Besuch in den Kasseler Geuscnlüche«.

(Eigener Bericht.)

Kassel. 10. November.

Rathaus, Zimmer 13, dort, wo das Mieteinr* gungsamt seinen Winkel hat, unmittelbar über dem Eingang von der Wilhelmstraße aus. Hier etc bietet der nette Leiter der Volksspeisung in Kassel, Lehrer G r ü n b l a t t, Komtur der Ballei Niederhessen des ra'hausfähig gewordenen Jung- dcutschen Ordens.

Boi ihm fanden wir uns gestern mittag ein, um zu sehen, was ans dem geworden ist, was in der Eiintherschen Wirtschaft vor fünf Wochen a!s G e u s e n k ü ch e begonnen würde. Wir ha­ben in der Freitagausgabe bereits über die neue Organisation des geenwärtig Wichtigsten berich­tet. der Speisung der Aermsten, die sonst nicht wissen, wo sie den be... rühmten .warmen Lös­sel" lemehmen sollen. Herr Ponndorf stellte uns entgegenkommend fein Auto zur Verfügung u. mit Herrn Krauß i>. JO., einem der treibenden Kräfte des Knchengcdankens, als Führer, ging die Fahrt in das menschliche Elend los. . .

Die vierte Gcusenküche machte den Anfang, einaerichtet in der »Kapelle der Landstraße", der christlichen Herberge zur Heimat am Kasseler Dom. der Martinsftrche. Die Schatten der Ver­gangenheit schweben durch den Hof. Graue, dü­stere Mauern streben empor. Ein steinerner Rundbogen zeigt die eingemciselte Inschrift: »Gott ist meine Huelf" und die Jahreszahl 1656. Eine Galerie läuft am ersten Stockwerk des HintergckbÄndes. Wäsche schaukelt sich im Mit- ragSwind. Genau wie die bekannte Szenerie aus demDreimäderlhaus".

lieber breiten Treppen. Zeugen einer gediege­nen Vorzeit, kommen wir der Geufcnküch« nä­her. Noch ist's nicht 12 Uhr und doch gibt's schonein großes Gedränge. Männer, Frauen und Jünglinge stehen an. In der Küche selbst ist's licht und sauber. Es duftet nach Wirsing. Aus einer großen Schüssel blicken uns die er­loschenen Augen von Heringen an. Dann befin­den wir uns in dem Speisesaal. Es ist der Ta­gesraum der Herberge. Der Leiter dieser Kü­che. Diakon Heilmann, seines Zeichens Herbergs" pater, erzählt uns von feinen Schützlingen, wie er so manchen, der aus der Arbeit kam, hier gesehen hat und nach längerer Zeit, in schlechte Gesellschaft geraten, äußerlich und innerlich her­untergekommen.

Die Herberge hat 72 Betten. Daß c5 zu we­nig für eine Stadt wie Kassel fmt>, beweist die bedauerliche Tatsache... allabendlch müssen drcss ßig etwa abgcwiesen werden, die eine Stätte nchen. an der sie ihr Haupt niederlegen können. Um die Mittagsstunde nun dienen Küche und Tagesranm der Volksspeisung. Eben wird die

NachLem der Hitler putsch in München zusammengebrochen ist hat di: Reichs- regieruug in B-r-in beschloss en. die Maßnahmen gegen Bayern, insbesondere die verhängte Verkehrssperre, a u f z u he­ben, da die Verbindung mit der bayerischen verfassungsmäßigen Regierun« in Ordnung ist und kdir Gewähr dafür gegeben, daß in Bay­ern verfafsungsmäßige Zustande wiederhergestellt werden. General Kreß von Kresse,lftein hat sich nach Nürnberg begeb n, und führt von dort aus das Kommando gegen die Hitlerbewegilng, Seitens der Rffchsregierung ist selbstverständlich beabsichtigt, in st ärkster Weise gegen die Urheber des Puffches einzu­schreiten. Im übrigen hat die Relchsregirrunz gegenüber den bayerischen Stellen, mit denen sie sich bisher in Verbindung fetten, konnte, zu er­kennen gegeben, daß ihre Maßnahmen sich nicht gegen das Land Bayern oder ihre Bevölkerung, sondern gegen die Putschisten richten.

Tür geöffnet. Jeder her Harrenden will der Erste sein. Es bedarf liebevoller Strenge, nm die Ordnung aufrecht zu erhalten. Und dann bekommen alle ihr Essen, die einen ins Töpfchen zum Mitnehmen. die anderen, im Eßsaal, auf Tellern. Außer zahlreichen Erwerbslofen kom­men Arme, hie vom Wohlfahrtsamt geschickt wer­den. Teils erhalten sie umsonst, teils für 200 Millionen ihr Mittagsessen und wer sonst Essen begehrt, bezahlt gestern war's jedenfalls so und das in allen fünf Küchen 5 Milliarden.

Ein paar Leute. die da sitzen und »ÄLöonneu­ren" sind, bekunden, daß das Essen sehr gut ist. Wir kosten von dem gut geschmälzteu Wirfing- kobl mit Kartoffeln imterqekocht ... die Leute haben Recht. Es bleibt mich fo. Diakon Heil­mann. der im Kriege Leiter eines Soldaten­heims in Warschau war und tausende von Sol­daten «leichqeitia speiste. versicherte es uns.

3hir auf Bayern beschränkt.

Nach einer lärmenden Nacht erledigt.

Nach wenigen Muiuten hatten wir an der AuSgangsstelle der Geusenküchen. Entwicklung, vor Papa Günthers bekannter Wirffchaft. Jetzt dient der allen Vereinen so vertraute große Saal als Speisezimmer. Eben wird von Da­men der Jungdeutschen Schwesternschaft, die hier dem Leiter, Seebexen, zur VersÄgung ste­hen, ein großer Kessel in Angriff genommen. Gemüsesuppe mit Graupen gibt's Am liebsten, fo wird uns erzählt, essen die Leute Speckerb- fen. An solchen Tagen ist sofort ausverkauft!

Eine Rv.be. die aus oute Kindcr'nchc der hier Speifen den schließen laßt, waltet in dem Saal. Damen, die einst bessere Tage sahen, kleine An­gestellte und Beamte und da^wischeu ein paar alte Mütterchen, di» gottergeben dasitzen und warten, bis d'« Reihe an sie kommt. Eine An­zahl kleine Mädchen mit blassen Gesichtchen . . berchrftiq- Schulkinder, vom Schularzt ausge­sucht! Für sie sind der S-.f'-tlverwastung Frei­karten zur VerAznmg gestellt worden. Der Stadtarzt. Dr. Sebing, geht prüfend an den ar­men Kleinen vorüber, die zögernd teils meist aber tapfer an das kräftige Essen Herangehen.

Der Andrang ist groß. Höchste Zeit, sagt man

Die Führe? verhaftet.

In Bayern ist die Ruhe wieder hergestcllt. (Privat-Telegramm.)

Berlin. 10. November.

Rach den in der letzten Nacht eingetroffenen Nachrichten befinden sich General Luden- botff, Hauptmann Römer, der Führer des Bundes Oberland, der frühere Polizeipräsident P ö h n e r und der ernannte Polizeipräsident Freck, sowie etwa zwanzig Führer, der Nationalsozialisten in Schutzhaft. Dagegen ist nach neueren Meldungen Hitler entkom­men Nach den bisher vorliegenden Nachrichten hat die Reichswehr bei dem Putsch einige Tote zu beklagen. außerdem 67 schwor Verwundete und zwei Leichtverwundete. Im ganzen sind aus beiden Seiten etwa zehn Personen getötet worden. In München herrschte ge­stern abend vollständige Ruhe. Reichswehrund Schutzpolizei sind wieder Herren der Lage. Aus Passau wird berichtet: Es besteht die Mög­lichkeit, daß Hitler nach Oesterreich ent­kommen ist. Ein Auto, in den, sich Hitler befun­den haben soll, passierte spät abends die Grenze bei Freilassing. Da das Auto nicht anhielt, gab die Wache Feuer, ohne aber zu treffen.

Parteien und Kreierung.

Berlin, 10. November. (Eigene Trahtmcl- sung.) Im Reichstag haben gestern säst alle Fraktionen Sitzungen abgehalten, lieber die Sitzung der deutschen Bolkspartei liegen Mel­dungen vor des Inhalts, daß sie den Wunsch habe. Sie Deutschnationalen in die neu zu bil­dende Regierung auszunehmen.

Regierung ntu,. ..... tW(|,u1Hra ,CU1.

wie war die Vorbereitung der Nationalsozialisten möglich, ohne bemerkt zu werden? Und wie konnte Hitler Ministerposten an Männer ver­geben, die seinem Vorgehen fernstanden? Dem- rrach war dieser Gew ältst reich ein plumper Ver­such, der schon durch seine Oberflächlichkeit miß­lingen mußte. Er stellt sich auf jeden Fall als ein Staatsverbrechen dar, das umso verwerflicher ist, als die Verhältnisse im Reiche schon ohnedies sich in politischer und wirtschaftlicher Zerrüttung befinden und dadurch noch durch außenpolitische Schwierigkeiten verschlechtert werden konnten. Hitler ist nicht der Mann, der Deutschlands Ge- ichicke zu lenken imstande ist. Unbegreiflich ist auch, daß Ludendorff sich zu diesem phantastischen Beginnen hergab. Mit militärischem Schneid allem reffet man ein Volk nicht ans der Not. Dazu gehört mehr. Es war daher für die Reichsregierung ein Leichtes, von Berlin aus die Zügel in den Händen zu behalten und den Umsturz zu vereiteln.

Ludenborff gezwunorn?

München, 10. November. (PrivattÄe- flramm.) Von einer Ludendorff nahestehenden Scjite wird gemeldet, Lndeudorff fei von Hitler gezwungen worden, sich in das Wehrkreiskom­mando zu begeben, ohne daß er eine Ahnung ge­habt, fflr welchen Posten Hitler ihn auserfehen.

Mißlungener putsch

Bayern und da« Reich.

chen zu führen, als der Putfch in München be­reits zu Ende war. Hitlers Vorgehen war in dem Augenblick aussichtslos, als sich die gesamte RoichSwchr gegen ihn stellte. Wie aus Kai­serslautern berichtet wird, hat die bayrische Pfalz re gierung aus dir Nachricht von dem Münchener Putsch nach Berlin gedrahtet, daß sie nur mit der versaffungsmäßi­gen Reichsregierung znfmnmenwirken werde und die Puischregierung nicht anerkenne.

Sum 9. November, dem fünften Jahrestage der Revolution, wollten die bayrischen Na­tionalsozialisten ein neues Ereignis voll­bringen, das die Erinnerung an 1918 überschat­ten sollte, und so versuchten sie am Donnerstag abend in München einen Staatsstreich, um am Freitag dem Reich eine neue Regierung zu geben. Eine Rechtsdiktatur sollte es werden, die die Rückkehr zuralten guten Zei " versprach und dieErrungenschaften der Revolution" beseitigen wollte. Die Sache war militärisch aufgezogen und wurde planmäßig durchgeführt. so daß die Ueüernimpeluug der nationalen Kahr-Versamm- lung im Saale des Bürgerbräukellers, wo auch die Mitglieder der bayrischen Regierung beisam­men waren, zunächst einmal gelang. Nach ita- lienlschem und spanischem Muster glaubte auch Hitler an den Erfolg, zu dessen Stützung er die führenden Männer Bayerns sofort zu Ministern und Befehlshabern ernannte und sich selbst zum Leiter der Neichspoliffk erhöhte. Aber ebenso wie der Kapp-Putsch und der Küstriner Putsch, so sank auch dieses Unternehmen schon in seinen Anfängen zusammen, da Kahr, Lossow und Seißer sich am anderen Morgen von dem Wen- teuer lossagten und auch die in Bayern statio­nierte Reichswehr ablehnte. Dadurch werden allerdings die Vorgänge einigermaßen rätselhaft, denn man mir" "' " - * -

Wann treten nun die Männer hervor, die durch Staatsklugheit, politischen Weitblick, wirt­schaftliche und finanzielle Fähigkeit in der Page toai-en, öen Weg zur Besserung zu weisen? Tresen Weg sucht das deutsche Volk leider ver­gebens. Seit fünf Jahren stolpert es über das Geröll und den Schutt des verlorenen Krie­ges und es ist erbittert über die trügerischen Ver­heißungen der Revolution. Blickt man heute tm Reiche umher, so steht man erschreckend viel scelische Bedrängnis und körperliches Leid, das mit jedSm Tage größer wird. Teuerung und Hunger, Geldmangel und Arbeitslosigkeit sind Plagen, die ein Volk aus dem Gleichgewicht brin- gen. Deshalb ist größte Eile geboten für alle Maßnahmen, die Aussicht auf Besserung bieten. Erst am Donnerstag abend kurz bevor die Münchener Versammlung durch die Abenteurer gestört wurde entwarf der bayrische Stoats- kommlssar v. Kahr in seiner Rede ein Pro­gramm zum Wiederaufbau. Sein Grundgedanke war, daß es mit dem Marxismus nicht zu schaf- fen fei. Von der Idee, tafc der Mensch auch ohne eigene Leistung bezw. Leistungssteigerung Anspruch aus alle materiellen Güter der Erde habe, müsse man abkommen. Jeder müsse soviel arbeiten können wie er wolle, um soviel zu ver- fctenen wie er leiste. Jugendliche Unerfahrenheit dürfe nicht im Lohne aleickaestcllt werden mit Verantwortungsgefühl und Erfahrung. Die A r - be,t sei nickff nur ein Recht und eine sittliche Pflicht für den Menschen selbst, sondern auch eine Pflicht gegenüber der Allgemeinheit und dem Staate. Deshalb sei es auch zu rechtfer­tigen, wenn der Staat von der männlichen Ju­gend ein A r b e i t s j a h r für gemeinnützige Un­ternehmungen fordere.

Daß eine Reform des öffentlichen Lebens ein- neten muß, vor allem eine Vergrößerung der ge­samten Produktion, vermehrte Ausfuhr und ver­ringerte Einfuhr, das ist mittlerweile woN Je­dem klar geworden. Ter Weg dazu kann gesun­den und muß beschritten weichen. Auch unsere Reichsregierung hat Pläne, die sich lerwiicklicher lassen, wenn sic küre Macht durch- l'etzl. Es ist in den letzten Tagen besonders viel mu Kabine ff Stresemaun kritisiert worden, weil es die -taten vermissen lasse. Die Unzufrieden- beit ist zwar berechtigt, und doch muß man be- drnien, daß der zerbrochene Wirtschaftsorganis­mus ntdn von einem Tage zum andern wieder -n normalen Zustand versetzt werden kann. Di» ffe-chsregierung sucht sich denn auch selbst zu rechtfertigen und gibt bekannt, daß sie von den

Kranken nicht mehr, wenn er gestorben ist. Bei der Behandlung ist aber zu erstreben, das liebel im Kenne zu ersticken und nicht nur die äußeren Symptome zu bekämpfen. Die hartnäckige und verheerende Krankheit ist aber der Versailler Ver­trag und Poincarä. Um diesem liebel zu wider­stehen, darf sich der Patient nicht selbst schwächen, sondern muß mit dem Willen zur Gesundung selbst die Heilung fördern.!. K.F.D.

(Eigene Drahtmekdung.)

Frankfurt a. M 10. November.

Vorliegende Nachrichten bestätigen, daß der Putsch ausschließlich auf Bayern be» fchränkt war «nd, foweit er in Augsburg und Nürnberg Nachahmung gefunden hatte, schon amfrühen Morgenerledigt war. Nicht zuletzt aus diesem Grunde sollen auch Kahr «nd Lossow auffallend schnell abgeschwenkt sein. Ge­neral Kreß von Kressenstein, der vom Reich ein­gesetzte Oberbefehlshaber der bayrischen Trup­pen, übernahm von Nürnberg aus das Komman­do und war im Begriff, die Nürnberger Garni­son auf Befehl der Reichsregierung gegen Mün- ihr durch das Ermächtigungsarfetz gegebenen Möglichkeiten woitgeheneen Gebrauch gemacht habe. S»:t dem 1.3. Oktober habe sie nicht we- Niger ais sechzehn finanzielle, fünfzehn wirtschast- lije und neun soziale Verordnungen erlassen. 9hm ist es richtig, daß Somit noch keine Gewähr für.eine Besserung gegeben ist, zumal manche Verordnung früher hätte kommen müssen. Die Seit drängt. Die beste Arznei hilft einem

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 264

Sonntag, 11 November 1923

13. Jahrgang

Einzelpreis: 20 Milliarden.

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