Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrichten

Die Kasseler Neuesten tfnd.rtditen erscheinen »ddientltdi «echsmal nach« ttoflg. Der Lbonne- uientdpreis beträgt für die Woche vom 12. biS 18. November 100 SHKiarben bei freier Zustellung inä Haus,in der aefdjaftSfteue abgetzott 97 Milliarden. Bestellungen werden leber-eit entgegen, genommen, «erlag und Redaition: Ächiachiho'ftratze 28/80. Fernsprecher Nummer 951 und 952. Für unverlangt eingefanbte Beiträge kann die RedaMon eine Gerant, wortung oder Äewähr t» keinem Falle übernehmen. Nückzahlung des Beeugügeides ober Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäbiger Lieferung ist ausgeschlossen. Postscheck Frankfurt a SDl. 6380. Druckerei: Schlachthofftr. 28/30. SeschüsiSstelle: Kölnische Str. ä.

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Anzeigenpreise: (BruiibgretSfürbie Zeile 50 M ark, für Reklamen 200 Mark malTchlüs. felzahl für da» deutsche Zeitungrgew-.rbe < zur Zeit 200 O00000),auf Familienanzeigen und Kleine Anzeigen 20% Nachlaß. Aus alle nicht bis zmn Abend des auf den Ausgabetag folgenben Tages bezahlten Anzeigen erfolgt ein Rechnungsau schlag von 10°/,! Bei dieser RechnungS- ertetlun . tfl d.-r Betrag innerhalb - Tagen zu zahlen. Nach Ablauf dieser Frist ist bet Anzeigen- gruntwret- mttb.m am Zahlungstage aülttgen Anzeiaenichlüsselzuveivielsachen. Laufende An­zeigen werden mit dem Tages,eil.npreis berechnet. Für die Richtigkeit aller durch Aernfpredier aufgegebenen Anzeigen, orote für Aufnahmedaten und Plötze kann nicht garantiert werden

Nummer 265.

Einzelpreis: 20 Milliarden.

Dienstag, 13 November 1923.

13. Jahrgang

Einzelpreis: 20 Milliarde«.

Sie Hochverralsanklagen in München.

kein Schiedsgericht.

Poinearö als Saboteur.

Zum zweitenmal hat Frankreich eine Lieb- ftngsidee der amerikanischen amtlichen Politik zerstört. Es hatte die Washingtoner Abrüstungs- konferenz sabotiert und hat jetzt die englisch­amerikanische Anregung, die Reparations­frage durch eine Sachverständigen-Konferenz lösen zu lassen, durch Poincarö zu Fall gebracht. Der Hughessche Plan war eine Zeitlang aus der öffentlichen Debatte ausgeschieden, er tauchte aber wieder auf, als der Mihrkampf sich dem Ende zuneigte, und vor allem die englische Diplo­matie hat kräftig daran gearbeitet, die Vereinig­ten Staaten von Nordamerika wieder für ein englisch-amerikanisches Zusammenwirken in der Reparationsfrage zu gewinnen. Der Redefeldzug Lloyd Georges unterstützte diese Aktion. Lloyd George ist in Nordamerika von Ott zu Ott gereist und hat in zahlreichen Reden immer wieder die Melodie hören lassen, angesichts der f r a n z ö s i- sichen Haltung, der gegenüber England allein nichts ausrichten könne, droheEuropa zu verderben, es sei daher notwendig, daß im Interesse der Humanität und Zivilisation Amerika sich an die Seite Englands stelle, um neue Kriege zu verhüten. Der interimistische amerikanische Präsident Coolidge hat wider Erwarten den Versuch gemacht, die ameri­kanische Politik europawätts zu richten. Er hat sich in der Beziehung recht weit vorgewagt und sagt« zum Beispiel vor kurzem, Deutschland brauche mindestens ein Moratorium von sechs Jahren. Es müsse sich erst erholen, ehe es Reparationszahlungen leisten könne. Die Ameri­kaner vettreten in ihrer Reparationspolitik den Standpunkt, Deutschland werde Reparations­leistungen nur vornehmen können, wenn sein Außenhandel wieder aktiv wäre, es sei also not- weuvio, Deutschland dazu zu verhelfen.

Im wesentlichen hat Amerika an dem Hughes- schen Vorschlag festgehalten, die Leistunsfähia- keit Deutschlands durch eine Sachverständi. genkonferenz feststellen zu lassen, wonach Deutschland dann Aufbaukredite erhalten solle. In wochenlanger Arbeit hat Poincarö auf den verichiedensten Wegen versucht, den Vorstoß abzuwehren. Er berief sich darauf, die Repara- tionskommission dürfe nicht ausgeschaltet wer­den; sie habe ausreichende Vollmachten, um die Leistungsfähigkeit Deutschlands festzustellen und die Zahlungsfrist und Zahlungsweise abzuän­dern. Die französische Verfassung sähe vor, daß jede Renderung die Genehmigung des Parla­ments haben müßte. Das schwerste Geschütz fuhr PoincarS auf, indem er einwandte, ein Aufschub der deutschen Zahlungen um sechs Jahre erfor­dere einstimmige Erlaubnis der Reparationskom­mission. Da Frankreich seine Zustimmung nicht gab, formulierte der amerikanische Staatssekre­tär Hughes gegenüber dem französischen Bot­schafter Jusserand Amerikas Standpunkt, Wonach fein Plan von Frankreich ohne Einschränkung ungenommen werden müsse. Di« Vorbehalte Poincarös machten die ganze Konferenz nutzlos. Nun ist die Entscheidung gefallen Poincars hat durch seinen Gefchäftsttäger in Washington nur in der Form, aber nichts von dem Grundsatz seiner Politik zurückgenommen. Darauf hat das amettkauische Staatsdepartement für auswärtige Angelegenheiten erklärt, es könne PoincarSs Bedingungen nicht annehmen und r-icht an der Konferenz teilnehmen.

Auf Frankreichs Quertreibereien hin hielt der englische Premierminister Baldwin eine große politische Rede, die sicherlich auf Frank­reichs Bedingungen und Sabotage als Antwort gedacht war. Baldwin hat seine politischen Richt­linien der soeben beendtten allbritischen Reichs­konferenz vorgelegt, die seine Polittk gebilligt hat. Wenn er und Curzon vor der Konferenz nur im Namen der brittschen Insel sprachen, so bat er jetzt das gesamt« btttische Imperium hin­ter sich, und das verleiht seinen Wotten beson­deres Gewicht. Man kann die künftige englische Politik aus dieser Rede konstruieren. Jbr Haupt­punkt ist der,daß England nun zu han­deln wünsche,* wie Baldwin sich ausdrückte. England wird sein ganzes polittsches Gewicht in die Wagschale werfen, um die amerika­nische Mitwirkung, dank derer die Alli­ierten vor fünf Jahren den Weltktteg gewonnen hoben, auch jetzt zu erlangen, um den endgül­tigen Frieden zu sichern. Diele Baldwinsche These kündet also an. daß England Frankreich gegenüber nicht nachgeben will. Verstärkt Wird diese Haltung durch eine direkte Mahnung au Teutt'chland, an die Türen von London (und Paris, wie er der Form halber hinzusetzt, wobei statt Paris New York zu setzen ist) zu klopfen, um Anleihen zu erhallen, unter der Vor- aussetzuna, daß dieinnere* Ruhe in Deutsch­land verbürgt sei. Die deutsche Politik wird also um eine Hosfn..ng ärmer sein. Sie hat gegen­über dem Poincarismus künftighin einen schlech­

ten Stand, aber, was entscheidend, gegenüber einem moralisch sowohl wie politisch allein- stchenden, geschwächten Poincattsmus.

*

Frankreich vleidi DartnSrkig.

Paris, 12. November. (Eigener Drahtbe- richt.) Havas meldet, daß die amerikanische Ab­lehnung der Vorschläge PoinrarSs für die Sach- verständigenkonferenz über die deutschen Leistun­gen den französischen Standpunkt nicht ändern könne und daß Frankreich an einer Konferenz, die die Bestimmungen des Ver­sailler Vettrageö abzuändrrn das Recht erhalten solle, nicht teilnehmen werde. Dem Echo de Paris zufolge wird der für den heutigen Mon­tag unter Vorsitz Poincarös einberrrfene Mini­sterrat sich mit der Antwort an die Vereinigten Staaten von Nordamerika besoffen.

MaßnechmeN in BQMM.

Haussuchungen und Verhaftungen.

(Eigene Drahtmeldung.)

München, 12. November.

Wie aus München gemeldet wird, wurde in den Wohnungen und HauStzrundstücken der ver­hafteten Führer der Hitlerbewegmig Waffen und Munitionsvorräte gefunden. Die Verhaftungen in München, Augsburg und Nürnberg wurden den ganzen Sonntag über fortgesetzt. Die Putt schiften in Nürnberg und Augsburg, denen die Besetzung der Regierungsgrbäude ni<f)+ geglückt war, sind gestern nach München zur A b u r t e i> lun g abtransportiert worden. Aus Nürnberg wurden 16 Hitlerleute, größtenteils frühere Of­fiziere, nach München gebracht. Bis gestern abend waren an vierzig Mittäter des Htt- lerputsches verhaftet, ein Teil von ihnen wurde gegen das Ehrenwort, München zu verlas­sen, wieder freigelassen. Wie nachträglich be­kannt wird, versuchten Hitlersche Truvps auch in anderen bayerischen Orten wie Deggendorf, Augsburg und Fürth Butsche, die aber nicht zur vollen Durchführung kommen konnten, weil dort die Landespolizei schon in den Anfangs ftebien gegen die bewaffneten Elemente im Stra- tzenbild scharf vorging. In München dagegen hatten die Umzüge der bechafsneten tzitlergarden schon am Mittag eingesetzt, ohne daß die Kahrsch« Polizei dagegen eingesch-tttten war.

Gegen Sie rechk<rsdttslen Derdünve.

Berlin, 12. November. (Eigene Drahttnel- dung.) Wie aus München berichtet wird, hat ßieneralstatskommissar von Kahr die Entw as f- nung aller nationalsozialistischen Verbände in Bayern bis zum 18. November angeordnet. Die Entwaffnung hatte die Reichsregierung bereits Anfang November von Bayern gefordett. Wie aus Berliner parlamentarischer Quelle gemeldet wird, ist von der ReichSregierung die Auf­lösung sämtlicher rechtsradikaler Verbände im Reich beschlossen worden. Die Durchführung dieses Beschlusses ist den Landesregierungen zur Pflicht gemacht worden. Das Verbot trifft mehr als fünsundreiftia Organisationen, besonders in Pommern, Mecklenburg und efferenten.

Der Abenteurer Hitler.

Seine Flucht nach Oesterreich wird bestätigt.

(Eigene Drahtmeldung.)

München. 12. November.

Nach aufgesangenen Depeschen ist Hitler nach Oesterreich entkommen. In seiner Begleitung befanden sich drei weitere Personen. Die Identität Hitlers ist durch die Grenzwachen an der' Hand von Photographien feftsriteHt. Hitler hatte in den letzten Wochen mit Geld­schwierigkeiten zu kämpfen und mußte sich wegen nii6t erheblicher Beträge von mehreren Seiten verklagen lassen Es scheint, dass i« erster Linie die Rettung aus seinen finanziellen Schwie­rigkeiten die schnelle Entschließung in Hitler hat reifen lassen, plötzlich am Vorabend des 9. No­vember loSzuschagen. Aus den Vernehmungen der verhafteten Anhänger Hiters ist nämlich M entnehmen, dass der Putsch erst für einen späte­ren Zeitraum vorgesehen war, und zwar nicht vor dem Januar nächsten Jahres.

e

Ein Süörtr ohne Seid.

München, 12. November. (Eigene Drahtmel düng.) Wie die linlsSehenden Blätter schrei­

ben. schweben beim Amtsgericht München zwei Zahlungsklagen gegen Hitler über nicht einmal große Beträge. HUler war schon seit Ende Oftober nicht mehr in der Lage, die notwendigen Zah ungen zu leisten. Seine Sturmtrupps fottten die Löhnung am 11. No­vember erhalten. Die Münch ner nationalsozia­listische Bewegung entpuppt sich, laut Münchener Post, as letzter verzweifelter Schritt e neS poli­tischen Hochstaplers, der allo Welt täuschte.

Der Hochvkrmts-MoZeß.

Ludendorffs gericht siche Vernehmung.

(Eigene Drahtmeldung.)

München, 12. November.

Die im Reiche verbreiteten Gerüchte, wonach General Ludendoiff nach Italien entflohen se, entspricht nicht den Tatsachen. Vielmehr li gen Meldungen vor, wonach L u d e n d o r s f in den letzten Tagen zweimal verhört worden ift Der General bleibt dabei, daß er von den Ab­sichten Hitlers bis z«m letzte« Augenblick nichts gewußt habe. Er gehöre wohl der nationalen Bewegung Hitlers an» Ueberzrugung an, habe aber erst im Kürgcrbröukeller von terRegie- ruugsbilduug" Lit ers Mitteilung erhalt n. Spä ter sei er durch Hitler an dem Verlassen des Wehrkreiskommandos verhindert worden. Er habe an eine gissdeutsche Bewegung, nicht aber an einen Lokalputsch geglaubt. Die Aussagen des Generals finden ihre teilweise Bestätigung in der Vernehmung des verhafteten Adjutant n Hisseis. sowie des gleichfalls verhafteten Hit- lerschen Ordonnanzoffiziers '

Die Haltung her VSMertm.

Dir Noten an Deutschland.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 12. November.

Wie der PariserTemps" berichtet, ist die französischeWarnung" an Deutschland vor einer Diktatur noch nicht nach Berlin abMgangen, da eine der verbündeten Mächte gegen die Abfassung Einspruch erhoben habe. Wie ter Matin aus London meldet, will sich England dem suanzösischen Schritt nicht an­schließen, um die Uninteressiertheit Englands an der inneren Staatsform und ter inneren Politik Deutschlands zum Ausdruck zu bringen. Wie wir erfahren, ist die letzte Entwaffnungs- note ter Entente von der deutschen Reichsrc- gierung in der gestrigen Sitzung angenom­men worden, vorbehaltlich des deutschen Etn- spruchs gegen selbständige Anordnungen der allietten Kommission im Reich:.

. tinterltüfcuno durch QImerifa ?

Berlin, 12- November. (Privattelegramm.) Der amerikanische Botschafter war am Sonntag Mittag in ter Reichskanzlei, wo et eine Besprechuna mit dem Reichskanzler hatte. Dies« Besprechung gatt, dem Vernehmen zufolge, ter inzwischen bekannt gewordenen Stellung­nahme Amerikas für den deutschen AMrag nach unbeschränkter Nachprüfung der teutscheu Leistungsfähigkeit, Hoover wird Anfang Dezember in Berlin erwartet zur Vorbereitung des amerikanischen Hittsweris für Deutschland.

Keine Einmischung Frankreichs?

Berlin, 12. November (Privattelegranun.) In einer Berliner Meldung an die französi che Presse über den gestrigen Besuch des französischen Botschafters beim Kanzler Siresemann teißt es. Stresemann habe den französischen Botschafter in ausserordentlich höflicher Form empfangen und ihm crHärt. er stelle mit Befrie­digung fest, dass die französische Regie­rung nicht beabsichtige, sich in die inne ren Angelegenheiten Deutschlands einzumischen und dass er «'S Leiter einer parlamentarischen Regierung durchaus die Auffassung Frankreichs über bie Vorteile der Demokratie teile.

Dir schwarzen Franzosen.

Paris. 12. November. (Eigener Drahtbericht.) Wie terMotin" meldet, ist die für den 30. No­vember bevorstehende Entlassung der dritten Jahrgänge ter französischen Kolonialregi­menter verschoben worden. Vorläufig handett es sich um formale Erwägungen, da der Minister zu ter Stellungnahme ter Vorgänge in Bayern noch feine Aeutzerung getan habe.

Winterhilfe.

Dio Drotattiou der Stadt Kassel.

derWlnterhNfe" wird dem Stil». tifOittt R-ihrtcht-xamt folgende« li»<» die di«her!s» Tätigkeit milgeteil«

Nachdem als Folg« der vom Oberbürgermei­ster und vom Regierungspräsidenten einberuse- neu Versammlung im Stadtverordnetensaal am 25. Oktober der Aufgaberikreis der zunächst die Rentnerfürsorge umfassenden Winterhilfe sich durch Einbeziehung der Fürsorge für Er­werbslose erweitert hat, hat im Rahmen dieses erweitetten Zieles eine umfangreiche uni straff organisierte Tätigkeit der Winterhilfe ein­gesetzt. Unter ter bewährten Leitung von Justiz­rat Battels bemüht sich ter Finanzausschuß um die Beschaffung ter notwendigen riesenhaften Geldsummen. Industrie, Großhandel, Banken, Einzelhandel, Beamten, Angestellte, Gewerkschaf­ten, Landwirtschaft, Arbeitgeberverband, Hand­werk und Gewerbe haben durch ihre Organisatio- uen Sammlungen in die Wege geleitet, deren Er­gebnisse der Winterhilfe zusließen. Diese umfas­sende Organisation allein kann es erreichen,

eine wirklich tatkräftige Hilfe

in dem vor uns liegenden schweren Winter zu bringen. Jede Zersplitterung mutz vermieden werden. Alle eingehenden Betrüge werden dem KontoWinterhilfe" der Kommerz- und Privat­bank, Königsplatz, zugeführt und dott sofort ter Hilfsarbeit dienstbar gemacht oder wertbeständig gesichett. Eingänge an Waren werden bei dem Bureau-Oberinspertor Waldmann, Rathaus, ge­meldet und in Lagerräumen gesammelt. Bei der Geldsammlung sind bereits erhebliche Mit­tel eingegangen. D,ie einzelnen Spenden bewegen sich in lener Höhe -on fünfzig Billionen bis fünf- zig Milliarden abwärts. Viele Geber haben ihre erstmaligen Sven-'en auf dgs Doppelte, oft auf das Zehnfache erhöht. Sammlungen in Gewerk­schaften ter Arbeiter, Angestellten und Beamten sind in Borbereitung. Nährmiitelfabriken, Groß- und Kleinhandel haben Naturalien in beträcht­lichen Mengen für die nächste Zeit bereitgestellt. In bestimmten Stadtgegenden, insbesondere

im Westen und WilhelmShöhe

werden noch besondere Kommissionen bei den in betracht kommenden Persönlichkeiten vor­sprechen Im übrigen arbeiten innerhalb ter verschiedenen Erwerbsgruppen sozial interessierte Persönlichkeiten bereits mit gutem Erfolge. Auch der Arbeitsausschuß hat sich erweitert und außer einer Vettrettmg derVereinigten Fürsorge vom Hilfswerk und Rentnerbund* und terArbeiter- Wohlfahrt*, Vertreter der Jugendpflege, des Jungdeutscheu Ordens, des Landbuntes, ter kirchlichen Wohlfahrtspflege, des Arbeitsamtes und der Gewerkschaften vereinigt. Zu der ersten, immer noch lmisenden Aufgabe der Beschaffung von Kartoffeln für Minderbemittelte, ist die zweite bedeutungsvolle ter Massenspeisun­gen getreten. Hierfür haben Landbund und Jungdeutscher Orden ihre Mithilfe bereitwillig und tatkräftig zur Verfügung gestellt. Die vor­handenen Küchen im Boseheim, in ter Frankfur- rerstraße, im Rentnerheim (Kastell), in der Her­berge zur Heimat in der Hohentorstraße haben sich unter der gemeinschaftlichen Organisation der Winterhilfe erweitert und geben zu einheitlich gestaffelten Preisen

Steifen an Minderbemittelte und Bedürftige ab. Eine Ergänzung dieser Massenspeisungen ist auch für andere Stadtbezirke in Aussicht genom­men. Anträge auf Preisermäßigung oder Er­lassung können bei den Woblfahttsorganisatio- nen gestellt werden, die ebenfalls ihre Arbeit mit der der Winterhilfe in Beziehung setzen. Ueberall regen sich Herzen und Hände zur Hilfe in der gemeinsamen großen Not. Mit dem wärmsten Dank für Alles, was bereits geleistet worden ist, verbindet sich immer wieder die dringende Bitte an Alle: Helft weiter, laßt uns nicht müde werden, es geht um das Ganze.

tReöafteure aW Abgeordnete.

Eine beantragte Aenterung des Pressegesetzes.

Berlin, 11. November.

Der GeschäftKordnungsausschuß teS Reichs­tags verhandelte die prinzipielle Frage, ob mit dem zurzeit geltenden Rechtszuftand gebrochen werten solle, wonach ein durch deine Immu­nität geschützter Abgeordneter den Po­sten eines verantwortlichen Redak­teurs übernehmen darf. Es wurde ein An- trrog Brodaus (Dem.) angenommen, wonach fortan in allen Fällen, in denen es sich um die strafrechtliche Verfolgung eines Mitgliedes de» Reichstags in seiner Eigenschaft als verantwort­licher Redakteur einer periodischen Druckschrift hantelt, ter Geschästsordnungsausschuß grund­sätzlich dem Reichstag die Genehmigung zur Strafverfolgung Vorschlägen )oll- Ferner wird die Mehrzahl der Mitglieder des Ausschusses beim Plenum des Reichstags beantragen, die Reichsregienmg zu ersuchen, baldigst im Sinne des Antrags Brodaus einen Gesetzentwurf zur