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Meier Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 271.

Einzelpreis: 80 Milliarden.

Dienstag, 20. November 1923.

Einzelpreis: 80 Milliarden.

13. Jahrgang

Günstige Aussichten des Reichskabinelts.

London, 18. November. «Eigene Trghtmel- dung.) Man befürchtet hier, datz die Dinge zwi­schen Deutschland und Frankreich dem offe­nen Bruch zutreiben, gleichzeitig gilt die Entente für gefährdeter als je, trotzdem der Diehardminister und der StattsfekretSr im Auswärtigen Amt, Moncill, gestern erklärte, er könne die Hoffnung immer noch nicht aufgeben, die Franzosen würden ihre Erhaltung ennög- lichen. England verweigert die Zustimmung zu französischen Sanktionen. In einem langen Times"-«rtikel wird ausgeführt, daß die fran­zösischen Bedingungen für die Ruhrgruben nach Ansicht britischer Sachverständiger völlig unmöglich sind.

Bedingung für amerikanische Hilfe.

Rotterdam, 19. November. (Eigene Draht- mekdung.) Wie der LondonerTimes" aus Wa- hington berichtet ivird, soll die amerikanische Hilfsaktion kür fr* notleidenden Teil des deut­

ferner wirtschaftliche Strasmaßnahmen oder, »mch einem Bericht desNewyorker Herald" die Besetzung von Elberfeld und Barmen

schen Volks keine günstigen Aussichten haben. Ge­plant war, der Reichsregierung einen Kredit von 150 Millionen Dollar zum Ankauf von Lebensmitteln zu gewahren. Dafür macht die mncrikanische Regierung zur Bedingung, datz die deutsche Regierung das Ruhrgebiet nicht sich selbst überlasse, denn die Verteilung der Lebensmittel müsse die Reichsregierung vorneh­men, könne also nicht von amerikanischer Seite in das Ruhrgebiet geleitet werden. Andere Blätter, zum Beispiel derDaily Telegraph", glauben dennoch, datz eine Finanzierung von Le­bensmitteleinkäufen, wenngleich in geringerem Betrag, beispielsweise in Höhe von dreitzig Mil­lionen Dollars, zustandekommen werde.

Stallen* Stellung gegen Frankreich.

Rom, 18. November. (Eigene Drahtmel. düng.) Der italienische Ministerpräsident Mussolini erklärte, die italienische Regierung würde eine weitere Besetzung deutschen Gebietes nicht billigen können. (Sehr leb­hafter Beifall.) Man müsse den Mut haben, zu sagen, daß das deutsche Volk noch am Leben sei. Man dürfe und könne nicht daran denken, dieses deutsche Volk zu vernichten. (Beiiall und Hände­klatschen.) Mussolini fuhr fort: Es ist ein Volk, welches morgen vielleicht noch der europäischen Zivilisation viel iu geben haben wird. Die Richtlinien der italienischen Regierung sind Herabsetzung der deutschen Schuld aus eine vernünftige Ziffer und infolgedessen Herab, setzung der alliierten Tklzulden. ein genügend langes Moratorium für Deutschland, ausserdem für die Reparationen in natura, Ergreifung von Pfändern nnd Garantien, Räumung des Ruhrgebietes nach Erlangung der Pfänder und Garantien, keine Einmischung in die inneren Angelegnheiten Deutschlands, aber moralische und politische Unterstützung einer Regierung, welche die Ordnung im Reiche wir- derherstrkft und Deutschland z«r finanziellen Ge­sundung führt und keine Veränderung ter. ritorialer Art. Italien ist bereit, in dioser Richtuna vorzugehen und sich allen in diesem Sinn? gemachten Versuchen anzuschlie- ssen. Mussolini soll mit der Bemerkung geschlos­sen haben, Italien sehe den Ereignissen voller Vertrauen entgegen. Sein Heer sei ge­rüstet. Mussolini wurde nach seiner Rede ooi, amtlichen Senatoren beglückwünscht.

England und ArankrelH vor dem Bruchs

uno durchlaufenden SclterLip^rbslsoen. Vst. ;'

len Torbogen wacht die panzerumhüÜre «. eines steinernen Renaissancekriegers und Ma, steinernen Schilder zu beiden Seifest zeigen Wappen zweier Dynastien.

Die Stadt selbst liegt ruhig und geschäftig in der kalten Novembersonne. Ein Hohenzollern» Wörter. wie, man früher zu sagen pflegte. In der Stadt ist bereits bekannt, daß der Kronprinz zurückkehrt, aber man nimmt es als eine Selbst- Verständlichkeit hin. Die Familie des Kronprin- zcn ist den Oelsern gut bekannt, W doch die Kronprinzessin Cecilie mit drei ihrer Kinder, den Prinzessinnen Alexandrine und Ce. cilie und dem elfjährigen Prinzen Fritz, schon seit Mehr als zwei Jahren hier. Der junge Prinz besucht das Oelser Gymnasium. So ist es keine welterschütternde Uebetraschung. daß nun auch der Familienvater hierher zurückkehren soll. Nur dick Korrespondenten der Auslandsbläitcr, Die in Oels eingetroffen sind, zeugen von der Wich- tifltot des Ereignisses. Es sind ihrer nicht viele, aber es sind immerhin die zehn größten Blätter der Welt vertreten, und die Presse führt drcki Tage lang einen wahren Belagerungskampf.

Dienstag -wend. Tie letzten Ansklänge des Jahrmarktes. Es dunkelt bereits, aber die Stra­ßen sind noch voll, als kurz vor sechs Uhr zwei schwere Autos durch das Breslauer Tor fahren, um dann in dem Torbogen des Schlosses zu ver« chwinden. Nun weiß man der Kronprinz kommt. Um sechs Uhr fährt fein Auto heran, ein schwerer, neuer-rrkopp-Wagen, mit dem er die fast tausend Kilometer weite Strecke zu» rückgelegt hatte. Kaum dreißig, vierzig Leute leben im Torbogen und niemand hat den Kron.

genommen, u. a. noch immer die Beschlagnahm der Eisenbahnen i

Essen. 19, November.

Die für gestern nach hier zusammengerufenen Gewerkschaften des besetzten Gebietes ha­ben die von der Reichsregierung überwiesene Summe von 100 Millionen Goldman als nur für acht Tage ausreichend bezeichnet und für ten Rest des Novembers eine weitere Zahlung von Reichsgeldern in Höhe von dreihun­dert Millionen Goldmark aeforderr. Wie mitgcteilt wurde, haben gestern eine Reihe Be- triebsräte beschlossen, sich der separatisti­schen Bewegung zur Bersügung zu stellen.

Ärnttum und Demokraten.

Berlin, 19. November. (Privattelegramm.) Bevor der Reichstag zusammentritt, werden die demokratische und die Zentrumsfraktion noch ihre Haltung zum Kabinett festlegen. Die dem Kauz, ker nalfestehendeZeit" schreibt:Datz die De- mokraten und das Zentrum auf der Seite des Kabinetts Dr. Strefemann stehen, ist von derGermania" ausdrücklich bestätigt wor­den. Das Zentrumsblatt druckt itnfere darauf bezüglichen Ausführungen zustimmend ab und bemerkt, die Demokraten hätten in der Tat eben- sowenig wie das Zentrum die Absicht, dem Ka­binett Dr. Strefemann Schwierigkeiten zu machen. Damit fallen ave Krisengerüchte, denen wir entgegentraten, völlig zu Boden."

Das teuere RuhmeNet.

Die Gewerkschaften fordern längere Untersuchung. (Privat-Telegramm.)

Kein sozialdemokratisches Mißtrauensvotum.

Berlin, 19. November. (Privattelegramm.) Die sozialdemokratische Fraktion wird heute zur Entscheidung zusammontreten. Nach allen bisher vorliegenden Informationen wird die Fraktion kein Misstrauensvotum für das Kabinett im Reichstage einbringen.

Hüter französischem 25er?51

Essen. 19. November, (Priva stelegramm.) General Degoutte Hai gestern ene Anordnung unterzeichnet, wonach die Industriellen des RnhrgebieteS. die einen Teil oder die Ee- samtlfeit der Arbeiterschaft entlassen, mit Gefängnis bis fünf Monaten und mit G dstra- en bis zu IGO 000 Gmbmark bestraft werden.

Wlerlngm... Oels.

Die Rückkehr des Kronprinzen.

Gilt Bcrictztcrstattcr eines Berliner Blat e«, der,sich neben einer grSßeren Anzahl von Vertretern ausländischer Blätter nach Set« begeben hatte, um der Antun t te» St ton- Prinzen deizulvoynen, skhildert feine Ein­drücke in einem ®tiinmnng6bil6, bauen wir die nachfolgenden Stelle, entnehmen.

Die Krckssradt Otts liegt in Schlesien, eine Stunde Bahnfahrt von Breslau entfernt. Sie besitzt ein Amtsgericht, ein Rathaus mit einem Glockenturm, ein Postamt (das in den letzten Tagen eine besonders hervorragende Rolle ge­spielt hat) und eine Garnison, bestehend aus einer ganzen Eskadron des Reichswehrrchterregi- ments Nr. 8. Die Konditoreien der Stadt Oels sind, wenn man verläßlichen Berichten Glaubest schenken darf, wegen ihrer Streuselkuchen beson­ders berühmt. Trotz diesen Denkwürdigkeiten ist es der Stadt Oels bisher noch nicht gelungen, drei Sterne im Bädecker zu Erlangen (aber jetzt Wird es bestimmt gelingen, Oels ist für die Welt nm eine Sehenswürdigkeit reicher) der deutsche Kronprinz hat seinen Aufenthalt in der kleinen schlesischen Stadt genommen, nachdem er aus dem Exil zurückgekehrt ist ...

Bierundvierzigtausend Morgen umfassen die Ländereien, die zum kronprinzlichen Schloß Oels gehören -- davon sind allerdings mir etwa vier­tausend Morgen Privatbesitz des Kronprinzen, die anderen vierzigtausend sind Thronlehen und Gegensttnd eines Prozesses zwischen Dynastie und Staat, aber die Eingeweihten wollen wissen, daß die Sache des Kronprinzen durchaus aut steht, imb er aller Wahrscheinlichkeit nach Setter im Rechtsstreit bleiben wird. Zum Thror. en gehört auch das Schloß selbst, das in der Mitte

chen" ließ, und die Wälder seines Besitzes bie­ten eine prachtvolle Jagd.

Er ist in vier Tagen durch ganz Deutschland gereift. Am Sonnabend morgen verließ e*r Wie- rinqen und passierte noch am. selben Tage die Grenze bei Bentheim, wo ihn in ckiuem Auto zwei freunde aus dem Kriege erwarteten. *<$r verbrachte die erste Rächt in dem kleinen Lagd-

6treit um Deutschland.

Frankreich droht wieder mit Sanktionen. (Privat-Telegramm.)

Paris, 19. November.

Poinears hat gestern feine üblich« Sonn, tagsrede gehalten, aus der lediglich folgende Sätze bemerkenswert sind: Wir werden auf Grund des Versailler Vertrags Sanktionen ergreifen solange nicht alle Bestimmungen des Versailler Vertrags erfüllt sind, wir werden bag besetzte Gebiet nicht räumen, auch nicht früher, als bis wir in stärkster Weise gegen alle neuen Möglichkeiten eines deutschen Angriffs (?) geschützt sind. Die Absicht Frankreichs, allein gegen Derttschland vorzugehen, wird von England für sehr bedenklich gehalten, da hier­durch das englisch-französische Bünd- nis g e f ä h r det würde. Der Standpunkt des französischen Kabinetts scheint der zu sein, datz falls am Mo n t a g keine gemeinsame Drohnoie gegen Deutschland zustande kommt, Poincarä allein gegen Deutschland vorgeht. Die versiffte

2,520 Billionen war. Wenn auch zugegeben werden mag, daß der Newyorker Kurs zu hockt ist, so Wird sich doch der feste Einlösungskurs für die Papiermark wesentlich höher stellen, als er jetzt ist. Da die Rentenmark in -feste Rela­tion zum Dollar gebracht wurde, (eine Renten- tnarf gleich 1 Dollar: 4,20) wird vielfach daran die Auffassung geknüpft, später werde sich die Ren­tenmark zur Goldmark wie 80 zu 100 Verhalten, der Goldmark, die eben hie Uebergangswährung ablösen soll. eh.

oenjreu 'S t r u ft ss n Msm? »

Papiermark und Rentenmark Abstand Nahm. Aber man glaubte, auf diese Weise ope­rieren zu müssen, einmal weil der Verkehr noch nicht hinreichend mit Rentenmark versorgt wer den tonn, vor allem aber, weil die Noten- bracht worden ist, denn die Reichsbank kann au .den Bestand von Rentenbankscheinen und att lombardierte Handelswechsel nach wie vor Pa- picrmatt ausgeben, also immerhin nur gedeck les Papiergeld. Der Währungskommissar rechnet darauf, daß wir hierdurch zu einer Sta­bilisierung der Mark kommen werden. Umsomehr, da ja der so .niedrig" gehaltene Dol- karkurS immer mehr dem effettiven geuäbert wird. Der derzeitige Währungswirrwarr macht sich einmal in der Zahlungsmittel- knappheit und zweiten« darin bemerkbar, daß die Preisbildung aus dem Wa­renmarkt sich nicht nur nach dem effektiven, sondern nach dem erwarteten, will sagen erhoff­ten DollarkurS richtet. ES ist selbstverständlich, daß jedem Preiswucher, tote er sich heute breit­macht. mit allen verfügbaren Mitteln begegnet werden muß: aber das wirksamste Mittel ist und bleibt, Verkäufern und Käufern wertbestän dige Zahlungsmittel in hinreichender Menge Mr Verfügung zu stellen. Ob die Rentenmark diesen Zweck erfüllen wird, bleibt abzuwarten. Immerhin handelt eS sich hierbei nicht um real gedecktes Geld, sondern um garantiertes, wenn auch mit weitgehenden Sicherheiten ver­sehenes

Wenn man den Wert der Rentenmark der Goldmark oder genauer gesagt, dem 2790. Teil eines Kilogramms Gold gleichgesetzt hat, so wird doch ihre Wertbeständigkeit von der Att und dem Maß ihrer Verwendung abhängen. In dieser Beziehung ist zu bemerken, daß die Nachricht, wonach der Reichsregiernna von der Rentenbank 900 Millionen Rentenmark zur Ver­fügung gestellt worden feien, unzutreffend ist. Vielmehr steht dem Reiche nur ein unverzinsli­ches Darlehen von 300 Millionen Rentenmark zur Ablösung der Schatzanweisungen zur Verfü­gung, von dem bisher 50 Millionen abgerusen wurden, während die KX) Millionen für die Er- werbslosenfürsorge im besetzten Gebiet von dem unverzinslichen 300 Mtllionen-Kredit abgehen, der von der Aufstellung eines Etats auf Geld­rechnung mit genauesten Unterlagen abhängig gemacht wird. Das Reich hat einen bestimmten Kredit in Rentcnmark erhalten, mit dem es zu­nächst 30 Prozent der Gehälter in Festwährung bezahlen Will. Man will also dieseSmal statt, Wie bei der Goldanleihe, von oben her, von un­ten herattf das neue Geld in den Verkehr brin­gen. Wenn man annimmt, daß ein. Teil der Gehaltsempfänger zunächst die Rentenmatt spatt, das Geld also nicht voll in den Verkehr gelangt und zu kursieren beginnt, so ist ferner die Gefahr noch nicht behoben, daß Papicrqcld- gewalttae die vereinnahmte Rentenmark ihrer­seits Hamstern.

Tas beste Mittel wäre die genügende Bereit st ellung von Renten matt gewesen, und zwar für den Staat und für die Privat­wirtschaft. Die Privatwirtschaft hat bis heute von den 1,2 Milliarden Rentettmark, die für sie als Krebst vorgesehen waren, noch nichts er­halten. Die Elnziehuna der Papiennarr ist als technische Frage ebenfalls noch nicht gelöst In Rewyork steh , da dort die Matt wieder notiert wird, bet Dollar gleich rund vier Billionen Papiermark, roäfcenb der Berliner Mittelkurs

Für die RerchSkkmerMg.

Vertrauensvotum der Deittschen Bolkspartei.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 19. November.

Der gestern tierfamtnelt gewesene Zentral­vorstand der Deutschen Bolkspartei hat einstimmig nach einem rednerischen Erfolg des Reichskanzlers eine Vertrauen skundge- bung für Dr. Strefemann angenommen und zwar mit der überwältigenden Mehrheit von 206 zu 11 Stimmen. In der Entschliessung heisst es. schon mit Rücksicht auf die aussenpolitt- scheu Beziehungen fei jede Aenderung in der Führung der politischen Geschäfte völlig auSge- schloffen. Der Vorstand sieht in der Zusam­menfassung der zur Zeit das Kabinett stützenden Parteien unter Führung des Reichskanzlers Dr Stresemunn Re einzige poli­tische Möglichkeit für eine gedeihliche politische Weiterarbeit, solange die Möglichkeit nicht be­steht, eine grössere Basis "ür das Kaam-tt Zu­stande zu bringen. Schliesslich nimmst j: Zen- tralvorstand davon Kenntnis dass, Ass 'hNIiglied der Reichstagsfraktion gewillt 'S8ie Person rungen anderer Parteien zum Chfenx\» bringen und erwartet von der Reichstagsfra^^m, van sie ihren Führer in feiner Politik restlos «rc-crilützen wird. Auch gab man der Auffassung Ausdruck, dass das besetzte Gebiet unter allen Um­standen eine Einheit mit dem Reich bleiben müsse.

sowie der Eisenbahnlinien in der Nähe des Ruhrgebietes. Die Besetzung von Hamburg soll derDaily Mail" zufolge nicht mehr in Frage kommen. Wie weiterhin aus gttt unterrichteten Kreisen verlautet, hat die französische Regierung an dje englische offiziös die Anftage gerichtet, ob sie sich an neuen Srafmassnahmen gegen Detttschland beteiligen werde. Wenn eine nega­tive Antwort erfolge, würde Frankreich seinen eigenen Weg gehen.

Die Jtentenmarf.

llmrechnungS- und Aebergangs-Verhältnisse.

Die Ausgabe der vtelfach mit so großen Hoff­nungen erwattetenR e n t c n m a r t hat sich un­ter Begleitumständen vollzogen, die einigerma­ßen an die Anfänge der Goldanleibe erinnern. Die Rentenmark ist da aber man sieht sie nicht, man bekommt sie nicht. Zwar ist sie in Dettin bei den Zahlungen in Verkehr gege­ben worden: aber es scheint, daß die Empfän­ger sie ebenso, toic es bei der Goldanle-be der Fall war und ist, nach Möglichkeit behalten in der Erwartung, daß die Spanne zwischen Pa­piermatt und Rentenmgrk sich unterdessen noch erweitern werde. Es wird <uch bereits trotz aller De-rbote mit der Rentenmark Spekulations- Handel aetrieiben, weil man ebenso darauf rech­net. daß der amtlich« Dollatturs. der sich in der letzten Woche vervielfacht hat, noch weiter dem effettiven Dollatturs genähert werden wird. Der neue Reichswährungskommissar Dr. Schacht hat zwar versprochen, daß die Rentenmark schon in den nächsten Tagen in hinreichendem Umfangt zur Verfügung stehen werde, und die jetzt noch vorhandenen Schwierigkeiten dadurch beseitigt würden, aber .die Botschaft hör' ich wohl. ."

Die Hauvtschwierigkeit liegt eben darin, daß die alte Währung, die Papiermarkwährung, zm sammengebrochen. die neue aber noch a cht fertig ist. Es war zweifellos ein bedenkliches Erperi- ment, daß man zunächst von der Festsetzung ei- r.es bestimmten Verhältnisses zwischen

der ^tadt .liegt, eincft der schönsten deutschen

unter die Beschlagnahm.^ -t «IW mftE »«zMNNSfjer lüftete »'nen östlich von Frankfurt.' TsirÄl? oeruerten Mttch. der am SoMim--k

Prinzen erkannt, der mit zwei anderen Herren im Fonds des Wagens sitzt. Erst als er schne Lederkappe abnimmt, erkennen, ihn einige Be­dienstete des Schlosses und schreien Hurra. $ie wartende Menge folgt. Die Tore schließen sich und das Auto biegt auf den Hof ein ... Der Kronpttnz ist angekommeni Seine Frau und die Kinder begrüßen ihn, mit dem Kammerherrn Major v. Müller und der Hofoame Fräulein von Tschirfly.

Er ist noch immer fo schlank wie früher, .>.t Haltung ist stramm, aber sein Haar ist grau, trog der einundvierzig Fahre. Mettngen hat ihn er» grauen lassen. Seine Stimme ist tiefer und sein Ton langsamer geworden. Er ist müde. Tie kurze Erklärung, die er den Journalisten abgab, ift sicherlich aufrichtig gemeint. Er will als Pri­vatmann leben und feine Ruhe haben Er will nichts von Politik wissen. Gesellschaft wird er in Oels haben in seiner unmittelbaren Nach­barschaft woyni der ehemMge Dachsenkönig, der die guten Dresdener ihren »Dreck allecne tna»