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Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

13. Jahrgang

Mittwoch, 21. November 1923

ornmmer 272

Einzelpreis: SO Milliarden.

Einzelpreis: SO Milliarden.

Entscheidung über Regierung und Reichstag.

scheinlich.

SS.

ff

Die Srmachtlguno.

München, 20. November.

Nach nur unwesentlichen Zusammenstößen des »estrigen Tages ist in München allgemein Ruhe eingetreteu Generalstaatskommissar von Kahr weilt noch immer in der Kaserne wo er auch seine Arntsgeschüstsräume «ufgefcklagen hat Ter bayrische Gesandte in Berlin, von Preger, ikt ackern in München cingctroffen. Es verlau-

9t«Xt Hunderistdofirn im Rubraevlrt.

Essen, 20. November (Privattölegramm.) Die Plünderungen im Ruhrgebiet wurden »estern fongefetzt. Die Erwerbslosen in fast allen größeren Städten haben ihren Eintritt in die proletarischen Hundertschaften vollzogen. In Hamborn haben Hundertschaf­ten geplündert, jn Wanne stürmten die Hun­dertschaften das Rathaus und die städtischen Le­ben smittellager. In Düsseldorf kam cs zu Zusamenstößen mit der Polizei, wobei es drei Tote wld vierzehn Verwundete gegeben hat.

Die Auffassung in Brüssel nühert sich mehr dem französischen Standpunkt Di« belgische Regierung beharrt weiter auf der Annahme, daß energische Maßregeln notwendig sind, die durch eventuelle Sanktionen unterstützt werden müßten. Andererseits leat sie auf die Einigkeit »er SMietten den größten Wert. Mr den Fall, daß noch keine Einigkeit erzielt werden kann, ist es wahrscheinlich, daß die Leiter der belgi­schen Politik die Möglichkeit ins Auge fassen toürbcn. gemeinsam mit denjenigen Alliierten, die dieselben Sorgen haben wie sie, Maßnah­men zu ergreifen und evtl. Santtionen in An­wendung zu bringen. Es würde also ein Mei-

^erreir ou, tro-fc scyernoarer Konzessionen, doch nur neue Demütigungen für uns vor? Das Mißtrauen der Goldpreise gegen die Regiernngs- Mldprerse ist noch nicht behoben, soviel ist klar. Werl nun aber noch immer niemand weiß wo derrichtige Goldpreis" liegt, deshalb wird sich auch die Wucherpolizei in einer schwierigen Lage ^7inden, wenn sie mit starker Hand eingreist. Es soll schon vorgekommen sein, daß sie die Un­schuldigen gehängt und die Schuldigen beschenkt bat. So etwas könnte wieder passieren. Wes- halb es ratl'.ch erscheint, die Notierung für den Dollar an der Börse freizugeben, um wie­der einen richtigen Goldpreis zu haben.

KaN für amerikanischen Weizen.

Ein Tauschgeschäft?

Sin Wagnl« für öle Sozlaiöemrkraten.

Berlin, 20. November. (Privattelegramm.) Bei den Abgeordneten der bürgerlichen Arboits- gemeinschast herrscht die Annahme, daß die S o- zialdemokratie von allen Partsien es am wenigsten auf eine Reichstagsauflösung ankom­men lassen könne. Man glaubt allgemein, daß die Kosten des Wahlkampfes von der Sozialde­mokratie in erster Linio getragen würden. Eine Bestärkung in diesem Glauben wird in dem Er­gebnis der Ergänzungswahlen für die Betriebs­räte erblickt. Soweit bis jetzt Mitteilungen vor­liegen, Haban die K o m m u n i st e n auf der gan­zen Linie bei den Ergänzungswahlen gesiegt. Wie der Unabhängige Parlamentsdienft mitteilt, hat die sozialdemokratische Reichstagsfraflion heute beschlossen, infolge einer Vermittlung des Reichspräsidenten Ebert kein Mißtrauens­votum für das Kabinett einzubringen.

nungsaustausch notwendig sein, um eine ge­meinsame Basis festzulegen. Dieser Meinungs­austausch könnte alsdann auf diplomatisch'm Wege stattfinden, oder noch besser durch eine Zusammenkunft der Prennerminister in Paris. Inzwischen ist die Botschafterkonsereiiz auf Er­suchen Englands verschoben worden. Es ist of- fen sichtlich, daß die Verschiebung mit den gro­ßen Schwiecigkefien zusammenhängt, die die Formulierung eines Kompromißvott schlaues macht, der gestatten würde den fran- zöstschen und den englischen abweichenden Standpunkt in der Frage der Rückkehr des Kronprinzen und insbesondere der Frage der Wiederaufnahme der Militärkontrolle nicht mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck kommen zu las­sen. Eine Ueberbrückvng dieses Gegensatzes und die Schaffung eines wirklichen Ausgleiches in der Sache et scheint bis zum Augenblick nach den Aus'coungeu der offiziösen Presse wenig wahr-

tonnten Wer den Kernpunkt der behandelten Probleme sich in unlösbarem Widerspruch befinden. Angesichts der Lage wird von vielen Seiten die Forderung erhoben, daß England daraus bringe, daß endlich einmal die Frage der Schulden der europäischen Alliietten an Eng­land geregelt würde In gelösten Kreisen wird behauptet, die Regierung beabsichtig«, die curo- väischen Alliierten daran zu erinnern, daß vor- läusio nicht einmal die Z nsen dieser Schulden bezahlt worden seien, während das zahlungsäu- mige Frankreich andererseits Geld genug hätte, um der kleinen Entente anderthalb Milliarden Franken für den Ankarrf von Kriegsmate- und Serbien einen Kredit von 800 Millionen Franken für den Ankauf ion Kriegsmate- ri a l zu eröffnen. Trotzdem sei es ein Irrtum, wenn man glaube, die englische Reg erung be­mühte sich nicht darum, eine friedliche Lösung zu finden.

Die englische Regierung erklätt, daß die halb­amtlichen Berichte in den englischen Blättern nicht alle Hoffnungen auf eine Einigung aufge­ben. So veröffentlicht z. B. das Reuterbüro ge­stern abend eine längere offizielle Rote, in der zwar festgestellt wird, daß die Meinungs­verschiedenheiten, die sich in her letzt n Dotschafterkonferenz heransgesttllt haben a "ßer- ordenflich tief gingen. In der Rrutermeldung heißt es, man müsse daraus, daß England der Ruhrbesetzung ablehnend gcgen= Überbeständen habe, erkennen, daß es einer neuen Besetzung dertt-chen Gebietes eben­falls abgeneigt fei. Die englische Auffas­sung der Lage kann man etwa folgendermaßen ziisammenfassen: Die engl'sche Regierung ist der Ansicht, daß das Verhalten Deutschlands in der Kronprinz en frage und in der Frage der Kontrollmissionen eine Protestnote notwendig mache, aber die englische Regierung will hem Kronprinzen eine Märtyreickrone nicht aufs Haupt setzen, um aus diese Weise sein An­sehen zu erhöhen und neue Schwierigkeiten zu schaffen. Die englische Regierung will auch keine überstürzten Maßnahmen treffen, die die in Deutsch'anh bereits herrschende Verwirrung noch erhöben könnten. Jedoch fei es notwendig, gründlich überdachte und wenn möglich, gemein­schaftliche Maßnahmen zu treffen.

Die QlrbeMloffafeli im Ruhrgebiet.

Essen, 20. November. (Eigener Drahtbe­richt.) General Degoutte hat die Frist zur Wiedereröffnung der geschloffenen Ruhr- betriebe bis 30. November verlängert, sich jedoch damit einverstanden erklätt, daß alle Arbeitneh­mer, die aus dem unbesetzten Deutschland ge­bürtig sinh, entlassen und abgeschoben werden dürfen. D'e Ruhrindustrieklen teilten General Degoutte mit, daß sie außerstande seien, der geforderten Rückgängigmachung der Betriebsschließungen zu entsprechen, da sie im zehnten Monat der Besetzung über keine Roh­stoffe mehr verfügen. In diesen Tagen sind in den Privatindustrien des Ruhrgebietes wei­tere dreiviertel Million Arbeiter zum 24. November gekündigt worden.

3teut Gewalttätigkeiten.

Plünderung und Straußenraub in Berlin.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 20. November.

Am gestrigen Abend ist es zu neuen Plün­derungen, besonders in Potsdam und Span- gekommen. Polizei griff in allen Fällen em und stellte die Ruhe wieder her, bevor die Ausschreitungen größeren Umfang angenommen latten. In Berlin find gestern wieder Rej. sende, die onf dem Bahnhof in Charlottenburg uttb auf dem Schlesischen Bahnhof ankamen, von Trupps junger Burschen mit Gummiknüppeln angefallen und ihrer Gepäckstücke beraubt worden. In allen diesen Fällen gelang eS der Poftzm, die Täter festzunehmen und die geraubten Sachen wieder herbeizuschaffen.

Berlin, 20. November. (Privattelegramm.) Ter Reichskanzler wird heute vor Beginn der Reichstagsfitzung nochmals die Führer der Parteien empfangen. Der Reichskanzler hat gestern zu Abgeordneten der deuffchen Bolks- vartei nochmals erklärt, daß er die Ermächtigung zur Auflösung des Reichstags in Händen habe.

Änaetgenpreife: ® r u n b p r e t $ für bie Zeile 50 Mark, für Reklamen 200 Mark mal Schlüs­selzahl ür das deulfche Zeltungsgew-rbe iznr Zeit 80) 000000),auf Familienanzcigen und Kleine Anzeigen '2L»/0 Nachlaß. Auf alle nicht bis zum Abend des aur den Ausgabetag folgenden Tages bezahlten Anzeigen erfolgt ein Rechnungsau-fchlag von 10°/J Bet diefer Rechnung«- erteUun ist d r Betrag innerhalb - Tagen zu zahlen. Rach Ablauf diefer Frist ist der Anzeigen- grundvret mit d >n am ZahlunaStage gültiger Auzeigenschlustel zu vervielfachen. Laufende An­zeigen werden mit dem Tageszechaprets berechnet. Für di« Richtigkeit aller durch ernsprecher aufgegebenen Anzeigen, >oroie für Austiahmedaten und Plätze kann nicht garantiert roemn.

Berlin, 19. November.

D» .Chicago Tribüne" wird ntitgeteilt, daß Reichskanzler Stres emann gestern dem Herrn Grai - Kilver, dem Präsidoittrn des ame­rikanischen Landwirtebundes ein Aus-, taufchabkommeu in dem Sinne vorgeschlagen habe, daß Deutschland Kali gegen amerikani- ichen Weizen austauschen würde. Diese An- reguiia wurde in allen Einzelheiten dem ameri­kanischen Delegiertenvom Finanzminister Luther und Ernährungsminister Kanitz auseinandeltze.

tet, daß er neue Anweisungen für Verhand­lungen mit der Reichsregierung einholt. Die Magdeb. Zeitung meldet aus München: Die Staatsanwaltschaft hat den Haftbefehl gegen General Ludendorff, den der Gene­ralstaatskommissar bereits inhibiert hatte, nun­mehr aufgehoben und beim Volksgericht München beantragt, den General Ludendorff außer Verfolgung zu setzen.

DieAarlaments-Beratungen

Kanzlerrede und Aussprache im Reichstag.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 20. November.

Der Aeltestenrat des Reichstages hat für heute elf Uhr eine Sitzung anberaumt, also zwei Stunden vor Beginn der Plenarsitzung, nm Dis­positionen für die Vollversammlung zu treffen. Die politische Aussprache im Reichstage wirb sich bis Sonnabend erstrecken, wobei der morgige Bußtag für Fraktionssitzungen freigelas­sen wird. Sollte der Reichskanzler heute noch das Wort nehmen, so sollen die Fraktio­nen morgen Gelegenheit haben, über die Aus­lassungen des Kanzlers zu beraten. Eine Ent­scheidung über ein Mißtrauensvotum, falls ein solches überhaupt eingebracht wird, ist vorläufig nicht zu erwarten. Die gestrige Sitzung des Auswärtigen Ausschusses des Reichs­tages, die der Beratung der rheinisch-westsäli- chen Frage gewidmet war, zeigte einen beson­deren Stil dadurch, daß außer den Ausschuß- Blitgliedern auch die sämtlichen Reichstagsabge­ordneten des besetzten Gebietes zugegen waren.

Am die Goldpreise.

Welcher Preis ist richtig tz

Wie wir gestern mitteilten- will die NeichSre- giernng darauf dringen-dastdieSoldgrund- p »eise- di« in den Tagen des »ouarfttUftaude» vielfach erhöht worde < stnd-herabgeseh' werbe». Das» wird in der Berliner ®. A. Z. geschrieben»

Es ist eine alte Erfahrung, daß eine Preis­heraufsetzung sehr leicht und schnell vonftatteil geht, daß aber gegen einen Preisabbau regel­mäßig Bedenken vorgebracht werden, und daß die Herabsetzung der Preise stets nur sehr zö­gernd und unvollkommen vorgenommen wird. Die Konsumenten beklagen sich auch diesmal Wie- der darüber, daß mit den letzten starken Preis­steigerungen für den Dollar keine entsprechende Herabsetzung der Goldgruud p re i se Hand in Hand gegangen sei, obwohl nur der Multi­plikator erhöht ist. Es gibt auf der ganzen Welt vermutlich kein geplagteres Tier, als den deut­schen Konsumenten, der sich im täglichen Kampf mit Geld und Preisen befindet und der weiß Gott diesen Kampf nicht immer siegreich besteht. In seiner Not ruft er auch diesmal nach Wucherpolizei und Wuchergerichten, und schon erklärenzuständige Stellen", daß sie poli- zcilichem Eingreifen durchaus nicht abgeneigt feien, daß siemit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln",mit äußerster Energie" usw. ... nun, man kennt das schon.

Der Konsunrent, der in seinem ehrlichen Zorn Himmel uid Hölle beschwor, wird im Augenblück, da die Sympathie der Behörden sich ihm offen­bart, fleprisch. Er ist nämlich im letzten Grunde ein nachgerade abgebrühter Skeptiker, der zwar hofft, aber immer nur auf eine wer Weitz wie ferne Zukunft, niemals mehr auf bat mor­gigen Tag.

SInttr der fremden Kontrolle.

Die Forderungen nach Entwaffnung.

(Eigene Drahttneldung.)

Berlin, 20. November.

DerTemps" berichtet aus Berlin, daß der franzöfifche und der belgifche Bot- fchafter am Sonnabend der deutschen Regie­rung eine neue Mitteilung zustellten, die sich mit der Zwangsentwaffnung in Sachfeu und Bayern befaßt. Der deutsche Kanzler habe auch auf die neuen Vorhaltungen eine auswei­chende Antwort gegeben. Bevor die Entschei­dung über die alliierte Militärkontrolle gefallen ist, hat General Rollet bereits die Wiederzusam- menstettung der alliierten Militärkommis- s i o n begonnen. Es sind bereits acht fron zösische und vier belgische Offiziere als Mitglieder der Ententekommission in Berlin ein« getroffen und haben dort Wohnung genommen.

poincare droht.

Sanktionen und Reparationen«".

Der britische Ministerpräsident Baldwin hat Frankreich gedroht, daß er nach den Parla­mentswahlen der Haltung zu Frankreich eine neue Richtung geben werde, die möglicher weise zu einer Sprengung der Entente führen könne. Die französische Unterdrückungs- polittk gegen Deutschland wolle England nicht nrehr mitmachen. Dieses Auftreten Baldwins scheint zunächst ein Köder für die britischen Un­zufriedenen zu fein die. wie Baldwin febst, alle englischen Hebet auf Frankreichs Haltung zurück- sühren. Das Scheitern des Schiedsgerichts durch die poincaristische Takttk ist allerdings eine empfindliche Niede-rlage der britifchen Diplomatie, die jedoch vorläufig nicht wett­gemacht werden kann. Vor dem Frühjahr ist feine aktive englische Politik »u erwarten. Das nützt natürlich Poincarö auf feine Weise. Ganz abgesehen von de» französischen Tattik, die Wirtschafts - Verhandlungen im Ruhrgebiet zu sabotieren, Deutschlands Regierung für Frankreichs Sünden zahlen zu lassen (wobei kurzsichtig deutsche Parteien noch betten), hat es die Frage der Rückkehr des Kronprinzen sowie die bayerische Frage zusamt derEntwaffnung* zum Ansatz genom­men, um Napoleons Stiesel anzuziehen. Poiu- ears hat erklätt, Frankreich fühle sich bedroht (!) I und es wette mit Belgien zu Sanktionen grei­fen, wenn die übrige Entente nicht mitmache, d. h. den Friedens- und Vertragsbruch vom 11. Ja­nuar wiederholen und den Versailler Vettrag als Fetzen Papier b-bandeln. Das ist eine in­fame. aber offene Ankündigung gegenüber Lon ovn. Man wird abwarten müssen, wie tue sonst so empfindliche enc-liscbe Politik auf dies« Dro­hung emgegentreten wird, ob sie sich zu mehr als Ermahnungen aufrafft.

Man ist in London über die Weiterentwick­lung alles andere als opttmifttsch gestimmt. Es scheint, daß Frankreich unb Groß-Bri-

' . Aber ist es nicht geradezu fürchterlich, daß das Vertrauen auf denGoldpreis" inner­halb einer ganz kurzen Frist von vierzehn Tagen erfchuttert worden ist? Man hatte doch von . -festen Preisen" eine Art von Beruhigung des Mtagslebens erwartet. Hatte gehofft, wie- der, ein bißchen rechnen, ein wenig mit Erfolg i Vorsorgen, wieder übersehen zu können, wie weit man mit seinem Einkommen das Auskommen finden werde und inwieweit nicht. Auch diese ; Hoffnung ist wieder enttäuscht. Die sogenannten Goldpreise tanzen empor, als wenn sie richtige Papiermarkpreise feien. Sie haben ihre Repu- tierlichkeit verloren, sie sind fo lustige und un­zuverlässige Burschen, wie sie hier iigenbeinmal in den Auslagen ihr Wesen getrieben haben.

In Wirklichkeit liegt die Sache so, daß di« Goldpreise, die ursprünglich mit den besten Ab­sichten sich etablierten, alle Haltung verloren, so­bald die Regierungskunst sich ihrer an nahm. Die Regierung nämlich wollte nichtdie" Goldpreis« schlechthin, sondern sie wollteihre" Goldpreise, sie wollte ihnen Stellung und Größe vorschrei­ben. Sie machte an der Berliner Börse einen künstlichen,Preis für die Goldmark und macht ihn noch. Und diesen Goldpreis machte fix zum FWgelmann aller Goldpreise und kommandiette dann einfach: Richt euch? Sie rich- toten sich aber (in Industrie. Großhandel und Landwirtschaft) gar nicht wir leben nicht mehr rm alten Preußen, und sie hätten sich selbst im ölen Preußen nicht gerichtet. Sondern sie gingen durch und wählten sich ihre eigene Stellung, je nachdem sie sich dazu für berechtigt hielten oder 1* nachdem sie Macht dazu zu haben glaubten.

Nun kommt man und setzt den Berliner Dollarkurs in die Höhe und spricht wieder iwl Weisheit zu ihnen: So, nun habe ich den Wert der Goldmark heraufgesetzt, nun aber seid w fteuudlich und rangiert euch ein. Die Gold- breife aber antworten: Hast du, hohe Regierung, den Goldpreis auch richtig festgesetzt, oder be-

2>te Staffelet Sieueften Slnd-rtft-ten erfebetnen n>nd>entlt* lech »mal nadim ttagS. Der 8 banne- inenteprelä beträgt für 6te Woche vom9. bl8 25. November 100 Milliarden bei tretet Zustellung ins Hau-,in bet Aeschaststteue abgehl ll 388 Milliarden. Bestellungen werden feberteit entgegen, genommen, «erlag und Redattwui -chlachthoistratzi 28/30, Fernsprecher Nummer 951 und 952. ,'üc unverlangt eingefanbte Beitrage kann die Redaktion eine Verant­wortung oder Bewähr in feinem Falle übernehmen. Rückzahlung deS Bezugsgeldes ober Ansprüche wegen etwaiger nicht otdnungSm itziger Lieferung ist auSgefdjIoffen. Postscheck Frankfurt a M 6380. Druckerei Schlachthofstr. 2K/30. Geschäftsstelle Kölnische Str. 5.

Wieder Ruhe in Bayern

Ludendorff außer Verfolgung.

(Eigene Drahttneldung.)

Dor einer Entscheidung.

Entweder Strefernann oder Reichstagsauflösung (Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 20 November.

Die parlamentarische Lage stellt sich heute früh fo dar, daß in der Presse im allgemeinen von einer Gefährdung des Kabinetts Slrr- femann gefprochen wird. bezw. von einem be­vorstehenden Sturz des Kabinetts durch den Rsichstag. Angeblich fallen drei Mißtrauensan- ttäge in Vorbereitung fein, darunter, im Gegen­satz zu der gestrigen Meldung-v-riner von den Sozialdemokraten. Die sozialdemokratische Er- Uärung läßt jedoch erkennen, daß die Partei zu­nächst die Aeußerungen des Kanzlers abwarten will, da die Führer der Partri vom Reichspräsi­denten Ebert persönlich die Erflärung erhalten haben ,datz der Präsident bei einem Mißtrauens­votum dem Kanzler bereits die Ermächti­gung zur Reichstagsauflöfung gegeben habe. Die Geste der Sozialdemokratie wird, wenn das Mißttauensvotum eingebracht wer­den sollte, lediglich eine Konzession an den radi­kalen linkem Flügel per Partei fein, der auf Kampfstellung gegen das Kabinett drängt.