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Kasseler Abendzeitung
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Stummer 277.
Mittwoch, 28. November 1923,
Einzelpreis: 150 Milliarden.
Einzelpreis: 150 Milliarden.
13. Jahrgang
Versuch ju einer bürgerlichen Regierung.
Ser Kabinettswechfel.
Mit oder ohne Parlament?
Es ist am Platze, sich über die Gründe des Sturzes des abgetretenen Kabinet.s Stresemann und über die verfassungsmäßige Grundlage der Kabinettsbildung überhaupt Rechenschaft zu geben. In formeller Beziehung sei zunächst bemerkt, daß die Reichö- verfassung durchaus nicht die Kabinettsbildung den Parteien überläßt, sondern einem vom Reichspräsiden.en zu ernennenden Reichskanzler. Die Reichsverfassung enthält in dieser Beziehung also ein stark selbständiges Element, ähnlich wie die nord amerikanische Verfassung. Die Einwirkung des Reichspräsidenten auf die Bildung der Jtegierung durch das Recht der Auswahl des Reichskanzlers ist eine ganz enorme. So hat, wie im Fall« der Bildung der Regierung Cuno, der Reichspräsident es auch in der Hand, eine ganz außerhalb der Parteien, ja des politischen Leben- stehende Persönlichkeit zu beauftragen, und das Parlament hat hier eigentlich nur durch die Entziehung des Vertrauens ein Veto-Recht. Der Reichspräsident würde gut tun, bei der Ernennung das parlamentarische Element zu berücksichtigen, das heißt nicht die eigene Partei» politische Einstellung.
Richtig ist vielmehr, die Kabinettsbildung durch die Auswahl des Reichskanzlers sich so vollziehen zu lassen, daß sie dem parlamentarischen Ablauf der parlamentarischen Krise selbst entspricht. DaS wiederholt umgebildete Kabinett Stresemann bedeutete den Versuch eines parlamentarischen Brückenschlages, nämlich unter der Parole der sogenannten Großen Koalition Rechts und Links im Parlament zu vereinigen und so dem Kabinett die breiteste parla- mentarische Basis zu schaffen. Diesen Gedanken hat Stresemann verfolgt. Er hat ihn unter der Idee der Volksgemeinschaft auch agitatorisch propagiert und an ihm festgehalten durch alle Erschütterungen seines Kabinetts hindurch, ja rroch dann, als die Sozialdemokratie ihre Minister aus dem Kabinett zurückgezogen batte. Damit war sein Kabinett aber in eine Abhängigkeit von der Sozialdemokratie gelangt, denn ohne für die Geschäfte verantwortlich zu sein, konnten die Sozialdemokraten jeden Augenblick durch die Weigerung des Vertrauens dem Kabinett das Brett unter den Füßen Wegziehen.
Das Kabinett Stresemann entbehrte also des richtigen parlamentarischen Fundaments. Ein Teil der Deutschen Volkspartei forderte als Folge des Austritts der Sozialdemokraten die Erweiterung des Kabinetts nach rechts. In diesem Sinne hat die Partei ihre Beschlüsse gefaßt, und waS an ihr lag, war getan, um durch Herbeiführung einer Stellungnahme der anderen bürgerlichen Parteien, nämlich der Deutschnationalen und der Bayrischen Volksvartei, die Lage zu klären. Diesen Bemühungen ist der Erfolg versagt geblieben. Dr. Stresemann selbst hing noch dem Gedanken der Großen Koalition oder bei ler. ihrer Wiederbelebung weiter an. Auf der anderen Seite werden die Teutschnationalen nickt verkennen, daß ihre Politik nto1 auf der Höhe der Situation gestanden hat. Sie geriet immer mehr in einen rein persönlichen Kampf gegen Dr. Stresemann, und dieser Kampf rief eine Reizung der Deutschen VoWpartei hervor, welche für ein späteres Zusammenarbeiten hinderlich war und schließlich zu Auseinandersetzungen in der Deutschen Volkspa.te! selbst führ e.
Rein parlamentarisch gesprochen, war das Kräfteverhältnis nicht zugunsten der Deutschnationalen, sie hatten nicht nur mit der Deutschen Dolkspartei zu tun, mit der sie sich in der Form auseinandersetzten, sondern mit der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft, die als letztes schmales Fundament des Kabinetts Stresemann auch nach dem Ausscheiden der Sozialdemokraten übrig geblieben war. Es ist gerade mit Rücksicht aus . die Mehrheitsbildung in den Ausschüssen de- Reichstages, in denen ja letzten Endes die Arbeit geleistet wird, durchaus verständlich, daß die Deutschnationalen auf die Dauer nicht eine isolierte Stellung einnehmen und die Beschlüsse der bürgerlichen Mehrheit unterstützen wollen, ohne in der bürgerlichen Front auch den vollen Einsatz ihres Einflusses zum Ausdruck gebracht zu sehen.
Aus der parlamentarischen Entwicklung ergibt sich heute die Notwendigkeit der Bildung einer bürgerlichen Regierung, gestützt auf die bürgerliche Mehrheit des Reichstags. Andererseits ist zu berücksichtigen, daß die Linke als gleichberechtigter Gegenspieler im Parlament anerkannt wird so daß ihr, falls die Mehrheit ibr zufiele, die Aufgabe obläge, ihrerseits die Regierung zu führen. Es handelt sich dabei um zwei Gesichtspunkte. Einmal ist staatsnotwendig, den politischen Strömungen im Volke, welcher Art sie auch immer seien, im Parlament ein Ventil und eine Wirkungsmöglichkeit zu schaffen. Doch ist es auch no wendig, je nach der politischen Gesamtlage des Landes, bald die eine, bald die andere Richtung außenpolitisch zur Wirkung kommen zu lassen. Ohne dieses Thema
im Augenblicke weiter zu vertiefen, mag doch darauf hingewiesen werden, daß eine Militärdiktatur in Deutschland außenpolitisch völlig untragbar ist. Wird sie nach der Entwicklung unierer inneren Verhäl nisse notwendig, so muß sie doch mit der Toga des parlamentarisch^, konstitutionellen Staates bekleidet und so in den Rahmen des Staates gefügt werden, daß sie abberufen werden kann, wenn sie ihre innerpolitische Aufgabe erfüllt hätte. Diese nüchterne Auffassung ist bestimmt, zum Nachdenken über die Grundsätze des parlamentarischen Wirkens anzuregen. Ablenken sollen sie allerdings von einer politischen Auffassung, die sich nicht auf die Sache, sondern auf die Person einstellt. G.
Ein bürgerliches Kabinett.
Die Bemühungen um die Regierungsbildung. (Eigener Drahtbericht.)
Berlin, 27. November.
Reichsminister Dr. Albert setzte gestern abend noch seine Bemühungen um das Zustandekommen eines Geschäftsministeriums fort. In später Abendstunde hörte man noch nichts davon, daß Dr. Albert seinen Auftrag, wie Gerüchte behaupten, »urückgegeben hätte. Andererseits liegen Aeußerungen vor, wonach inzwischen eine bürgerliche Koalition im Entstehen begriffen sei, allerdings ohne die offizielle Beteiligung der Demokraten (!) und zwar kommt ein Kabinett in Betracht, das der ehemalige Oberbürgermeister und bisherige Reichsminister Dr. Jarres als Reichskanzler führen würde. Es ist der „Vosstschen Zeitung" zufolge nicht ausgeschlossen, daß sich auch dieser Zusammenstellung im letzten Augenblick Hindernisse in den Weg fttllen worden, aber voraussichtlich bat sie alle Wahrscheinlichkeit für das Gelingen für sich
Die Haltung der Parteien.
Berlin, 27. November. (Privattelegramm.) Der Vorsitzende der Zentrumsfraktion Dr. Marx, der den Reichspräsidenten von den in» zchUchen gefaßten Beschlüssen der bürgerlichen ReWerung in Kenntnis setzen soll, wird erst hewe dem Reichspräsidenten Mitteilung davon mfir>*i. Das Zentrumhat seine Zustimmung zu der Koalition mit den Den tschnationa-! len von verschiedenen außen- und innenpolitischen Programmforderungen abhängig gemacht. Außenpolitisch ließen die Deutschnationalen die Forderung fallen, daß der Versailler Vertrag für nichtig erklärt werde. Innenpolitisch hat daö Zentrum und dio Deutsche Bolkspartei sich verpflichtet, in Breuücu aus der großen Koalition ansznscheiden. Auf dieser Basis wurde eine vorläufige nrundsävliche Einigung erzielt. Die fast unmittelbar darauf gefaßte Entschließung der deutschnationalen Fraktion kam in Gegenwart von Dr. .Helfferick zustande, der eigens zu diesem Zweck nach Berlin gereist Wa", Weiter tagte noch in später Abendstunde djx Deutsche Bolkspartei und die Bntzerifcbe Volksvartei. Sie werden erst heute ihre Zustimmung bekannt geben, machen iedoch, wie verlaufet, Vorbehalte. Jedenfalls wird der Bürgerblock kommen
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Forderung der Neutschnetlonelen.
Brrlin, 27. November. (Prrvattclegramm.) In einer Besprechung zwischen Zentrum und Deutschnationalou über die Stellungnahme zu der Reichskabinettsbildung traten die Deutschnationalen mit der allerdings inzwischen'sal- len gelassenen Forderung auf: sofortige Anberaumung per Neuwahl des Reichspräsidenten durch das Volk, da die Präsidentschaft Eberts immer noch für ungesetzlich angesehen wird, weil sic in der Verfassung keine Stüde findet. Auch die Deutsche Bolkspartei will nach der Bildung des Bürgerblocks auch für diese Forderung der Deutschnationalen eintreten.
Dr. Albert verlangte armllchtlaung.
Berlin, 27. November. (Privattelegramm.) Man hofft, Dienstag abend mit der Regierungsbildung fertig zu sein. Aus gut unterrichteten parlamentarischen Kreisen wird mitgeteil, daß Dr. Albert sich in einer Rücksprache mit dem Reichspräsidenten der Ermächtigung zur Auflösung des Reichstages für den Fall ver. sichert hatte, daß das von ihm gebildete Kabinett nicht die Zustimmung des Reichstages erhält.
Deutschland als Opfer.
Unstimmigkeit in der Revarationskommiffion. (Eigener Drahtbericht.)
Paris, 27. November.
Wie von zuständiger Stelle verlautet, w rd die morgige Sitzung der Reparat onskommiffion, die sich mit der Frage des Sach^erständ-gen- Aussckmsses zur Prüfung der deutschen Zahlungsfähigkeit beschäftigen sollte, nicht stattfinden können, da her englische Ber-
tretet in der Reparationskommission, John Bradbnry. nach England gereift ist, um neue Instruktionen f.iner Reg elung in dieser Frage und zu dem Problem ler Abkommen zwischen der Sechserkommiffion und der Micum einzuholen. Die Behänd ung dieser Frage, von er man erwartet, daß sie die ganze Frage der Ruhraktion ins Rollen bringen wird, ft also vorläufig auf kommenden Freitag verschoben Poincare empfing g ftetn den Finanzminister de Lastchrie. Die Presse er tnurt in diesem Zusamenhang daran, daß die Repara- tionskommiffion nicht 6er,immett kann, ob bestimmte Zahlungen Deutschlands für die Besät- zungskosten verwendet werden sollen, und daß das letzte Mal. als eine derartige Frage aufgeworfen worden war. die Entfche duna hierüber von der Konferenz der alliierten Finanzminister getroffen worden ist.
3m bedrängten Rheinland.
Sonderstaat unter einem Direktorium? (Privat-Telegramm.)
Elberfeld, 27. November.
Hier fand der demokratische Parteivertretcrtag statt, auf dem auch die Nheinlandfrage erörtert wurde. Recht trübe Mitteilungen machte der Abgeordnete Erkelenz, der die Bildung eines „Rheinlandstaates unter einem souvrrä. nen Direktorium" für wahrscheinlich hält. Es solle über die Frage beraten werden, die besetzten Gebiete im Rahmen eines Ber- maltungslörpers zusammenzufaffen, der noch i ber dfe Provinz- und Staatsgrenzen über W estfalrn, Hessen usw. hinübergreife. Au die Spitze dieses Zweckverbandes solle ein zwei- bis fiinfköpfiges Direktorium treten, hinter dem ein Ausschuß gewissermaßen als Berater stehen würde. Dieses Direktorium habe die Aufgabe, einerseits mit den Franzosen, andererseits mit dem Deutschen Reiche alle die Verhandlungen zu führen, die notwendig seien, um wieder Ordnung zu schaffen Voraussetzung dafür sei eine Regelung der Finanzen und der Verwaltung unter vorzüglicher Berücksichtigung der Ausgewiesenen. Auf das Direktorium würde gewissermaßen die Souveränität des Reiches und der Länder für die Zeit, in der in der Weßmar! ein ZwangSzustand herrscht, gesetzlich übertragen werden.
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Sflr eine einige deutsche Bevölkerung.
Elberfeld, 27. November. (Privattelegramm.) Heber die Nebenerscheinungen, die bei der Bildung eines Rheinlandstaates ins Auge gefaßt wekdcn müssen, sagte der Abgeordnete Erkelenz unter anderem: Wenn unter dem herrschenden Druck die Bande zwischen Reich und Ländern gelockert werden müssen, so dürfen wir nicht Frankreich die Möglichkeit geben, die einzelnen westfälischen, rheinischen, hessischen und bäuerischen Teile gegeneinander nu8$u = spielen. Es wird den Franzosen nicht schwer satten, auf das geplante Gebilde ihren Einfluß geltend zu machen; aber die Dinge liegen so. daß wir zwischen dieser Möglichkeit zu wählen haben ober Millionen der Bevölkerung qegeneinan der losaehen und sich gegenseitig auffressen zu lassen. Ich werde deshalb Vorschlägen, daß wir ituS dahingehend erklären, daß wirunterdem Zwang der Umstände und vor der Gefahr des Verhungerns «nd der Verelendung uns mit dem Schritt einverstanden erklären im Bewußtsein, daß die deutsche Bevölkerung am Rhein deutsch ist und bleiben wird, auch wenn die Form des Staates wechselt.
Die Rerilenmark Sm Verkehr.
Unzulängliche Ausgabe von Scheinen. (Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 27. November.
Aus Kreisen der Rentenbank wird uns mit geteilt, daß die Emission an Rentenmarlschei«n bereits etwa 50 Millionen täglich beträgt, und daß diese Beträge vorzugsweise der Landwirtschaft, dem Lebensm ttelhandel unp dem Kohlenhandel zugeft chrt werden. Auch werden d e Firmen. Ne sich verpflichten, die eingezah te Rentenmark zu Lohnzahlungen zu verwenden, beim Umtausch von Papiermark auf Rentenmark bevorzugt. Man rechnet damit, daß bereits in vierzehn Tagen genügend Rentenmark im Um (auf sind, um den gesamten Zahlungsmittelbedarf zu befriedigen. Trotzdem ist das Geld nur mit Schwierigkeiten zu b kommen und im Verkehr laufen nur geringe Mengen um D. Red) — In Berlin wird leider die Wertbestän - b(ff feit der Rcutenmark immer weiter gcfähr- bet. Auch am Berliner Montagmarkt verweigerten die auö der Umgebung kommenden Produ tonten und ländlichen -Sudler die Annahme von Papiergeld und Rentenmark. Sie verlangen ausschließlich deutsche Schatzanleihe oder Devisen
Kasseler Rathaus.
Neue Schulgeldtrhebung nach allem Vorbild.
Die gestrige Sitzung der Kasseler Stadtverordnetenversammlung schleppte sich verhältnismäßig träge hin. Nach der Einführung von Schllossermeister Schneider (Dem.) als Stadtverordneter stellte Stadw. Kreitz namens der Freien bürgerlichen Vereinigung feit daß der Hausbesitzer am Graben, von dem in der letzten Sitzung behauptet wurde, er habe sein Haus an einen Galizier verkauft, nicht der Teutschnationalen Partei angehört. Stadto. Dr. Theiß, der das gesagt'hatte, will sich weiter über diese Angelegnheit erekundigcn. Ohne jeb» Debatte wurde die Erwerb sloftenfürsorgc- Vorlage angenommen, die 28 Billionen bewilligt, eine Summe, die zweifellos bereist? überholt worden ist.
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Schulgeld in die Schule mitbringen!
Bei der nachträglichen Zustimm zur Sch ul beider Höhung erinnert; Pro fessor Hebe l an seine Schulzeit. Damals brachten die Schüler das Schulgeld mit in die Schule. Das sollte heute wieder eingeführt werden. Die Eltern würden dann vor. dem „Anstehend bewahrt und die Stadt hätte Vorteile. Sie käme -zehn Jahre" früher zu ihrem Gelde als bisher. Der jetzige Kreisschulrat.Traudt (Soz.) gab zu erwägen, festzustellen, öb die Lehrer auch bereit seien, diese Mehrarbeit zu übernehmen. Im allgemeinen waren alle Berichterstatter dafür, daß das Schulgeld von einer besonderen Kommission festgesetzt wird, ohne erst mit einer Vor. löge an die Stadtverordnetenversammlung zu kommen. Bürgermeister Brunner betonte, daß die Aufgaben, die hier der Kommission zugedacht werden, Sache des Magistrats ist. Im übrigen stellte er Prüfung des Hebelschen Vorschlags in Aussicht. Pfr. Stein betonte es sei gleich ob die Lehrer einverstanden sind oder nicht, weil die Bürgerschaft von einer unerhörten Bürde entlastet werden muß. In ber Folge, daß war der Beschluß der Versammlung, wird das Schulgeld in der Schule erhoben. Dir
Gefahr für die Büchereien besprach Stadt«. Waldschmtdt (Fr. b. V) Er bedauerte die Notwendigkeit ber Zusammenlegung. Ter Vorschlag von Ostend konnte nicht angenommen werben, weil auch dann die Kosten noch sehr hoch gewesen wären. Wohl oder übel müsse der Zusammenlegung zugestimmt werden. Ein Dauerzustand könne allerdings dadurch nicht geschaffen werden. Notwendig sei eine Zentralisation im Mittelpunkt der Stadt. Der Andrang zu den Büchereien ist groß. Ni<Ä nur Lesebeo-ürfnis, sondern auch Licht und Wärme treiben in die Bibliotheken. Professor Hebel fragte, ob nicht die Umzugskosten und Instandsetzungskosten so hoch sind, daß die Heizungskosten in diesem Winter damit gedeckt werden könnten. Oberbürgermeister Schei bemann sagte Prüfung in diesem Sinne zu und erwähnte verschiedene praktisch: Vorschläge aus der Bür- qerschuft. Sollt: sich der eine ober andere alS durchführbar erweisen, dann wird der Magch- rat den jetzigen Beschluß der Zusammenlegung nicht aussühren, sondern in der ober jener Weise den Bedürfnissen des Publikums entsprechen. Auch FrausWaoscher nahm sich ber Volksbüchereien an. Der Antrag auf Zusammenlegung wurde angenommen, zugleich unter Ausdruck des Wunsches, daß sich die vom Oberbürgermeister angedeuteten Möglichkeiten verwirklichen lassen. Die
Aufwertung der Gemeindeabgaben begründete Magistratsrat Dr. Theiß (Soz.). Er bedauerte die. die davon betroffen werden, aber .... an den Vorschriften des Ministers läßt sich nichts ändern. Die Städte müssen angesichts ihrer Finanzlage, an Steuern und Gebühren heranholen, was heranzuholen ist, umsomehr, als die Möglichkeit bestecht, daß der Staat demnächst seine Zuschüsse zu der Beamten besold« ag streicht. Dann werden die Städte ganz auf sich allein angewiesen sein. Stadiv, B allin (Dem.) erörterte außergewöhnliche Härten dieser Vorlage, weil niemand weiß, wie sich einmal der Multiplikator stellt. Ihm schloß sich Stadw. Kreiß (Fr. b. V.) an. Ter Magistrat, daS erkannte er an, hat sich alle Mühe gegeben, die Sache erträglich zu machen. Es wird nicht zu umgehen sein, die Erhebestellcn zu vermehren, weil die Umrechnung noch schlimmere „Schlangen" verursacht, als jetzt schon vor den Steuerkassen stehen. Wer wertbeständig einzahlt, sollte 10 Prozent Ermäßigung erhalten. Aus volkswirtschaftlichen Gründen hat der Magistrat das allerdings abgelehnt. Bürgermeister Brunner bemerkte, dadurch würde die Papier- mark noch mehr entwertet. Als öffentliche Behörde kann der Magistrat unmöglich eine der* artige Maßnahme wessen, die unter Umwänden strafbar ist. Lberbürgennerster Scheide- mann erkannte die Vorteile des Kreiß'schcn Vorschlages an, gab aber zu bedenken, daß,