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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

.SieSaffeler Sleueiien SnacfirieMett erfdieinen roncbentlirh iediemnl nac6m ttagS. Der Ldonne- mentspreis beträgt für bie Woche vom 36. Nov. 6 8 2. Dez SM Milliarden oei tretet Aufteilung inS Haue,in der SetchätrSfteo dbgeSoltTTOiJiilliarbea. Aeftellungen werden jeder-eit entgegen- genommen. 8erlag UNS Redaltion: ^chlachrooisttnß.' 28/30. Fernsprecher Nummer 951 und SSL ,vur unser langt eingesandte Beitrage tann Vie fltebattion eine<erant. roortuna Over Gewähr in teinem Falle üoerned.nsn. lliüSzahlung des Bezugsgeldes Oder Ansprüche wegen etwaiger nicht orvnungr>nißiger Lieferung ist ausgeschlossen.. Postscheck Frankfurta M 6380. Druckerei: Schlachthofftr. 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Str.

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Nummer 279.

Einzelpreis: 150 Milliarden.

Freitag, 3V. November 1923.

Einzelpreis: 150 Milliarden.

13. Jahrgang

Gtegerwald auf der Ministersuche.

Die Pfalz in Not.

Die Franzosen hinter den Sonderbündler«.

Poincars glaubt sich stark genug, um offen zuzugeben, daß Frankreich für die Sepa- r at i sten, die soeben rm Rheinland ihr schmäh­liches Ende verkünden mußten (siehe zweite Sei­te) Partei genommen hat Wenn es sich auch u«l eine kleine Frage im Komplex der fran­zösischen Neutralitätsbrüche handelt, so ist sei­ne Antwort doch bezeichnend und gestattet gleichzeitig, eine Beantwortung der oeutschcn Noten wegen Verhaltens des Generals de Metz vorweg zu nehmen. Wir wollen dabei nicht nur auf der plötzlichen französischenEhrlichkeit" fußen, sondern, um das französische Gedächtnis aufzufrischeu. mit unumstößlichen Beweisen die­nen, die die Autlvort Frankreichs erleichtern, dem Schwindel mit Ausreden aber die Spitze abbiegen dürsten Wie ließ doch ve Metz durch seine Kreisdelegierten in der Pfalz erklären? In Landau: daß auf Anordnung des Generals de Metz dieautonome Pfalzregie­rung" von Frankreich anerkannt und die alte Regierung n icht mehr als besieh end an­zusehen sei; jedes Unternehmen gegen diepro­visorische Regierung" werde als Revolution aufgesaßt. In Neustadt: Der Delegierte erklärt, daß er auf Befehl des Generals de Metz nur eineRegierung Heinz-Orbis" kenne, Tiefe Er­öffnungen, die gerade das Gegenteil der Erklä­rungen- Poincar^s über dieNeutralität" bet Franzosen besagen, decken sich im übrigen mit einer Erklärung des Generals in eineht Unter­redung mit dem stellvertretenden Regierungs­präsidenten der Pfalz; daß nach seiner Ansicht die Banditen die Macht in den Händen hätten und daß dsiestu--Ta!sc.ch^ Rechnung tragest werde.

Wenn dis Banditen tatsächlich Herrscher bev Pfalz wären, dann doch nur, weil de Metz von Anbeginn der Bewegungder Lage Rechnung tragen" wollte und seine Organe dementsprechend angewiesen hat. Wo die Banditen in Erschei­nung traten, wo ein Ueberfall auf das Gut und Leben der Bevölkerung erfolgte, wo sich die Verbrecher ein Amt und die Macht anmaßten, überall zeigte sich die französische aktive Unterstützung, ja, ehe die Bevölkerung überhaupt das Unheil ahnte, waren die Franzo- fen bereits eifrig bei der Vorbereitung In Ger­mersheim war es, wo der Delegierte einen Tag vor dem Ueberfall den Bürgerselbstschutz entwaffnen und verhaften ließ. In demselben Germersheim standen dieFranzosen bereitskriegs- bereit, ehe das Verbrechergesindel in die Stadt einrückte; dreißig Mann stark, weshalb man den französischen Schutz besonders würdigen muß, denn ohne die französischen Revolver. Gewehre und Basonette hätten sich diese dreißig Ver­brecher nicht in die Stadt gewagt. Und in Speyer: Hinter jedem schießenden Verbrecher standen bei dem Angrisf einige Marokkaner, die zu der französischen Wache vor dem Bürgermei­steramt gehörten, so daß die Verteidiger des Re­gierungsgebäudes nicht schießen konnten, um die Franzosen nicht zu treffen.

Wie sagte doch derseparatistische" Kriminal­beamte zu einem verhafteten höheren Beamten der Regierung Speyers:Trotz des Wderstan- des und trotz der Verluste war der Angriff aus das Regierungsgebäude in Speyer der leichte­ste, weil die F r a n z o s e n rückhaltlos hinter uns standen. Wir hätten das Gebäude nickt nehmen können, wenn uns die Franzosen nicht unterstützt hätten" -Bekanntlich ist Speyer der Sitz de Metz' und de Metz hat seine Räume im Bürgermeisteramt, gegenüber dem Regicrirngs- gebäude. Unter den Augen des Generals hat sich also der Sturm der Franzosen auf das Re­gierungsgebäude abgejpirit. denen als Staffage eine Handvoll Verbrecher, heran befördert in zw'si Ertrazügen der Regie von Neustadt, beigen eben waren. So sieht die französischeNeutralität" aus. Und als am 10. November Verstärkungen der Banditen nötig waren, da wurden sie in Lastautos unter der fron zösiscken Triko­lore befördert, um zu verhindern, daß sie auf der Fabrt nach Speyer von deutfchen Abwehr- ttuvvs abgefangen wurden.

Andere Beweife für die französifcheNeutta- fität" fehlen nicht. Die Banditen, dis im Re­gierungsgebäude in Svever Hansen, benutzen die französischen Mlitärfernfbrechleitungen, indem sie sich mit den Worten meldenGouver­nement du palatinat autonome". Die Aus­weisungen durch die Banditen geschehen im Einverständnis und mit Unterstützung der sran- 'lchen Behörden: bei der Ausweisung dreier Postbeamter am 16 November erklärte einer der Verbrecher auf eine Anfrage wegen der Verzö­gerung der Ausweifung:Die Ausweisungsbe­fehle sind noch drüben bei den Franzosen." Und an der Rbeinhäuferfähre zeigt sick feit ixtt Ban- ditenherrfchaft täglich das Sckauspiel. daß von dem Gesindel Deutsche dem französischen Gen­darmen, der an der Fahre die Paßkontrolle aus­

übt, mit dem Ausweisungsbefehl sibergebsn wer­den.

Eine kleine BlLtenlese des Materials, das Poincars bei der Lektüre der deutschen Protest­noten zur Verfügung gestellt wird. Es ist uns nicht recht klar, wie sich das tatsächliche Verhal­ten des Generals de Metz mit der französischen Regierungserklärung deckt, noch toe*nigcr, wie Poincars dieses Verhalten etwa rechtfertigen wojlte. Für das deutsche Volk mögen diese Fra- gen auch äußerst gleichgAtig fein. Für das deutsche Volk kommt es lediglich darauf an, daß Frankreich, daß französische Organe es sind, die dem Gesindel, das der französische Delegierte in Dürkheim als Lumpen bezeichnete, das von französischen Offizieren trotz des Lumpencharak­ters mit dm Worten:Bon jonr cam^rabe" bchrüßt wird, jede Unterstützung zur Vergewal­tigung des Volkes am Rhein und in der Pfalz gewährt wird. Das ist die Wahrheit, tau­sendfach bewiesm. Dis Lügenmaske herunter, Poincars! Z.

Noch fefne neue Regierung.

Gtegerwald bemüht sich weiter. (Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 29. November.

Obwohl Stegerwalds erste Versuche zur Kabi­nettbildung gescheitert sind, hat er den Auftrag beibehalten. Er wird heute nochmals mit tum Reichspräsidenten und mit den Deutschnationa- len Verhandlungen aufnehmen. Die Demokraten werden bei einem Verzicht der Deutschnationalen nicht abgeneigt fein, einen neuen Beschluß hin­sichtlich ihrer Stellungnahme herbeizuführen. Dazu wird gemeldet: Die Verhandlungen über die bürgerliche Mehrheitskoalition sind gestern abend vorläufig beendet worden. Wie weiter ge­meldet wird, hcrrfcht auch beim Zentrum die Ansicht vor, daß zu einer Aendemng der Koa­lition in Preußen kein Anlaß vorliegt. Wel­chen Weg zur Lösung der Krise man. einschlagen wird, steht noch dahin. Jedenfalls hat Steger- wald gestern abend noch bem Reichspräsidenten Bericht über die Lage erstattet. Es ist sehr wahrscheinlich, daß Gtegerwald nunmehr auf neuem Wege eine Lösung der Krise beabsichtigt.

tim Bayerns Mitwirkung.

Berlin. 29. November. (Privattelegramm.) Gtegerwald wird, falls er Reichskanzler wird, als erste Amtshandlung die bnyrifche Regierung zu direkten Verhandlungen über die Beilegung des Konflikts einladen und um Mitwirkung Bay­erns am Wiederaufbau des Reiches ersuchen.

SteKungnahme drrVarteien.

Die Deutschnationalen zur Kabinettsbildung.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 29. November.

Die Deutschnationalen hattm er­klärt, daß die KoMfionsfrage in Preußen kein unüberwindliches Hindernis darstelle, an dem das Zustandekommen des bürgerlichen Blocks im Reichstag scheitern dürfte. Sie hatten gleich­zeitig die Versicherung des Zentrums, daß es bereit war, die Koalition in Preußen aufzulö- fen. Inzwischen find die Deutschnationalen aber in ihrer Stellungnahme schwankend geworden und daraufhin ist eS zu dem Beschluß gekommen, der gemeinsam mit dem Vorstand der preußi­schen Landtagsfraktionen zustande kam und in der Bildung einer bürgerlichen Koalition m Preußen die Vorbedingung zu «nem Bürger­block im Reiche bildet.

Dir Avlednuns der Demokraten.

Berlin, 29. November. (Privattelegramm.) Die Demokraten haben in letzter Stunde den Bürgerblock abgelehnt «nd zwar, nachdem zuvor ein Beschluß der deutschnationa­len Fraktion ergangen war, wonach die große Koalition auch in Preußen zur Liguidation kom­men solle. Daraufhin haben die Demokraten be­schlossen, die wetteren Verhandlungen abzubre­chen und sich an der Bildung einer Regierung nur auf dem verfassungsmäßig vorgesehenen Wege, auf dem Wege der Verhandlungen mit einer vom Reichspräsidenten zum Reichskanzler ausersehenen Persönlichkeit zu beteiligen.

Sozialdemokratische Gegnerschaft.

Berlin, 29. November. tPrivattelegramm.) Die sozialdemokratische Fraktion hat

den Zusammentrttt des Parteivorftandes für erforderlich angesehen, um die künftige Stellung der Partei gegen ein etwaiges rein bürger­liches Retchskabinett festzulegen. Die Parteivorstände treten in den nächsten Tagen in Berlin zusammen. Aus Kreisen der Bezirks­verbände mehren sich die Anträge an den Par­teivorstand, nach Wiederherstellung der proletarischen Einheitsfront durch praktifche Heranziehung der Kommunisten.

3u Gunsten Deutschlands.

Lloyd George agitiert scharf gegen Frankreich.

(Eigene Drahtmekdung.)

London. 29. November.

Aus Lloyd Georges großer Wahlrede trägt Daily Telegraph" noch nach, daß Lloyd George die französische Rüstungspolitik in Parallele mit dxn Borkriegsrüstungen Deutsch­lands stellte. Wie jene zum Kriege zwangsläufig geführt hätten, (?) fo würde auch die franzö­sische Poli-tik nur durch einen neuen Krieg zum Stillstand gebracht werden können. Diesen Krieg halte er für unausbleiblich, wenn man nicht Deutschland dkm Sch'.ck al Bel­giens in 1914 ausliefern wolle. Eine Vernich­tung der deutschen staatsrechtlichen Unverletzlich­keit vernichte auch für @n glaub den Gewinn des militärischen und wirtschaftlichen Krieges.

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Englische rrlrchentziise Mr Deutschland.

gerben, 29. November. (Eigene Drahtmel düng') DerDaily News" zufolge haben d e englischen Bischöfe in einem gemeinsa- men Beschluß eine kirchliche Hilfsaktion für die Rot des deutschen Bolkes angeregt. Der Aufruf hervorragender englischer Männer spricht sich für allgemeine Sammlungen im Ver­einigten Königreich aus. Die Aktion stehe unter Leitung der englischen obersten Kirchenbehörde, deren nach Deutschland entsandte Kommission kürzlich nach England zurückgekehrt sei.

Sonderbündler-Umtriebe.

Gemeine Verbrecher alsFührer". (Privat-Telegramm.)

Köln, 29. November.

Wie die Kölnische Volkszeitung von gestern abend meldet, ist auch dieRegierung Mar­thes" gestürzt worden. An die Stelle von Matthes hat sich der schon zweimal mit Zucht­haus vorbestrafte Separatist Hektor gefetzt. Matthes so nach dem unbesetzten Ge­biet geflüchtet sein, weil feine Vcrhafttmg wegen Wechsel sälschung, Diebstahl, Plün. derung und anderer gemeiner Verbrechen durch die belgische Behörde bevorstand.

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Blutige Zusammenstöße in Düren.

Düsseldorf, 29. November. (Privattelegramm.) In Düren ist es zu einem schweren Kampfe mit Separatisten gekommen. Tie gesamt- Schutz­polizei hat die Stadt verlassen, nachdem ihr die Ausforderung unterbreitet worden war, sich in den Dienst der Separatisten zu stellen. Es. kam zu fchweren Kämpfen zwifchen der Bevölkerung und den Separattsten. Das Gefängnis wurde gestürmt. Rach den bisher vorliegenden Mel- dungen hat es fünfundzwanzig Tore und sechz'g Verwundete gegeben.

llm Rhein- und Ruhrgebiet.

Eine wichtige Erflärnng Stegerwalds.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 29. November.

StegerWlfld hat gestern zu Abgeordneten des befetzten Gebietes erflärt, er werde, falls er Kanz­ler würde, in der Zugehörigkeit der Rhein- und Ruhrgebiete zu Deutschland von dem unbeugsamen Willen erfüllt sein, keine Zuge- ständnisse und keine Konzession an Frank­reich zu machen, sondern sich streng an Buchstaben und Gei« des Versailler Berirags halten. Die fortgesetzten Zugeständnisse Deutschlands hätten Achtung und Würde vor deutschem Recht zer­stört und die Lage Deutschlands immer mehr verschlechtert. Heber die Selbständigkeit der Rheinlande innerhalb des Deutschen Reiches ließe sich ja noch reden.

Aus dem Kleinhandel.

Klagen und Wünsche.

«uf d«, rasang des «inzelhaabil«, bie vor ?.S.e,Lin ®e,6o ftattf-nd, to*eben bie »»schwer!,chkeltet, KrfprvL e-l. bis ba«®efd>ä te. leben Deuts belasten. Darüber wirb an* bet nachfolgende anschauliche Bericht geschrieben

Gotha, 27. November.

Unter Beteiligung von über sechshundert Vertretern des deutschen Kleinhandels aus allen Teilen des Reiches, auch aus den besetzten Ge­bieten, trat im Festsaal des hiesigenSchloßho­tels" derReichsverband des deutschen Einzel­handels" zu einer außerordentlichen Tagung zwecks Stellungnahme geaen die reichs- und lau. desgesetzlichen Verordnungen, die <Be, dingungen der 8 teferanten, Fabri­kanten und Banken zusammen. Von der Reichs- und der thüringischen Landesregierung aus dem Reichstage und von den gesamten In­teressengemeinschaften des deutschen Einzelhan­dels waren eine große Anzahl Mtglieder er­schienen. Na<v einer Begrüßung durch den Vor' Iltzenden des Thüringer Einzelhandelverbandes, Großkausmann Felmann-Gotha, nahm als er­ster Redner Reichstagsabgeordneter Beythun (Hannover) das Wort. Der deutsche Einzelhan­del, so führte er aus, gehöre nicht zu den Be­rufs- und Volksschichten, die dauernd mit Reden nach außen hinzuwirken versuchten. Er fei der Phrase abhold und habe sich bisher der intertfu ben Arbeit zum Wohle des Dolksganzen gewid­met. Aber in einer der tiefsten Notzeiten des Volkes müsse auch er endlich einmal seine Stäm­me erheben und das schaffende deutsche Einzel- handelsleben zusammensaffen, um feine macht volle eftibeitliche Organ isat'on zu stärken, die da­für sorge, daß der deuffche Einzelhandel in ie- fen schwierigsten Augenblicken des deutschen Volkstums nicht zugrunde gehe. Dadurch, daß der Einmarsch ins Ruhrgebiet uns so außedor- dentlick schwer traf, entstand ganz von selbst das entsetzliche Bild der anwachsenden Arbeitslosig­keit. und es. fehlt uns infolge einer verkehrten Politik jener gesunde

mittelständifche Handels- und Gewerbebetrieb, der auch dem besiegten Volke die Möglichkeit dös Wiederaufbaues bietet. So laufen denn die not­leidenden Massen den Schlagworten von politi­schen Führern nach, die niemals in die inneren Vorgänge des deutschen Wirtschaftslebens em» gedrungen sind und die, statt über den Massen zu stehen und wahrhaft ihre, Führer zu fein, beute den Massen nachlaufen und damit zu Skla­ven der öffentlichen Meinung geworden sind. (Lebhafter Beifall.) Zahlreich sind die Klagen vor allem des deutschen Einzelhandels über die Hindernisse und Wirren auf dem Gebiet der reicks- und laudesgefetzlichen Verordnung gen bett, den Wucher. (Sehr richttgf) Sir finden nicht, daß

der Wucher richtig verfolgt gefaßt und bestraft wird. Die Exekutive wagt oder versteht es nicht, richtig zuzufassen. Wir wollen gewiß nicht nach dem Rezept handeln: O heiliger Florian, verschon' mein Hans, zünd' andre an* und etwa Andere denunzieren, aber wir verlangen, daß die Gesetze ohne Rücksicht nach rechts oder links angewandt werden, wir verlangen, daß die maßgebenden Instanzen auch die richtigen Kenntniffc besitzen und nicht da- leben wie die Ochsen am Berge, wenn sie eine Bilanz lesen sollen, die nur der durchschaut, der mit kaufmännischen Dingen auch absolut ver­traut ist. (Lebhafter Beifall.; Sonst werden immer der mittelstandliche Handel und Gewerbe die Leidttaaenden fein. Der Neuer erörtert

die Schwierigkeiten des Geldmarktes.

bedauert, daß man nicht von allem Anfang an die Devisen allgemein als Zahlungsmittel frei- gegeben habe und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Rentenmark wertbeständig bleiben wer­de, wenn Handel und Gewerbe das unbedingt nötige Werttauen entgegenbrächten und die Mehrarbeit endlich komme. (Beifall.f Der Red­ner beklagt weiter den bei der Reichspost herr- chenden Bürokratismus, der tote eine eherne Maner stehe und die Lebensn otwend:gleiten von Handel und Getoerbe untergrabe. Ein wahres Elend fei ferner bi? Art und Weise, wie die Banken sich dem Wirtschaftsleben gegenüber verhielten. Wenn man sich so sehr über das Ge- bahren der Trusts und Kattelle errege, so sollte man doch auch nicht vergessen, mit welcher Rück­sichtslosigkeit, die geradezu zum Himmel schreie man namentlich dm mittleren und kleineren Besitzer vom Bankverkehr ausschließe dank der täglich unerfüllbarer werdenden Bankbedingun- geit. Während man für gebotenes Geldeinen lächerlichen Zins zahle, verlange man für gege­benes bis zu 2000 Prozent. (Unruhe.) Trotz der llttwirtschtftlickkeit des deutschen Handtts und Gewerbes in der heutigen Zeit belaste man es immer weiter mit Steuern und Abgaben