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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 282

Dienstag, 4. Dezember 1923.

Einzelpreis: 15g Milliarden.

13. Jahrgang

Einzelpreis: 150 Milliarden.

vor der ReglemngseMrimg im Reichstag

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und die seit längerer Zeit schwebenden K r e,-

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2.U Haneier Weuenen 9?ad-rt*terr ertoetnen nrndwntltdi <e*«mal nacim ttagS. Der Avorme- mentSvreis betragt für die Woche vom S. 6:8 8. Dezember 8SÜMilliarden oei ireier fiufteUong in« Haue, in der Äeschaftsüeue abgeholt 77OMilliarven. Bestellungen werden jederrei: -»(gegen, genommen, «erlag und Redattion: -chlachrhofftratzs 28/30, Fernsprecher Nummer 951 und 952. Für unverlangt eingesandts Beiträge kann Vie Redaktion eine -oeraui. ivortung oder <3ernähr in keinem Falls übernehmen. Rückzahlung der Be-ngsgeldeb oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnilngsmibiger Stefenm« ist au«geschlossen. Postscheck Frankfurt a M. SZSll Truckereü Schlachthofstr. 28/30. Beschäftrffelle: Kölnische Str. ä

Roch keine Vrasivrnien-Nruwrrvl.

Berlin, 3. Dezember. (Privattelegramm) Zuverlässig wird uns gemeldet: Zentrum und Bayerrschc Volkspartei lehnen ab, in der Fraae der Neuwahl des Reichspräsideuten die Initiative zu ergreifen. Auch die Deutsche Volkspartei will, nach Aeußerungen matzgeben. der Führer, die Ptäsidentenfrage zunächst zurück- gellen, bis zur Klärung der außenpolitischen Si. tmrtlon, besonders der Ruhrfrage.

:ig Prozent. Auch die Hamburger Straße n- -Gefellfchast setzt ihre Preise von heute um , . , ,, - -------. Prozent herab. Die Bevölkerung atmet auf.

Reichsbanl m Borschlag zu bringen. Eine In den Straßen zeigt sich eine kauflustige Menge.

Der Zentralausschuß der Reichs b a n k hat beschlossen, Tr. H e l f f e r i ch statt Di Schacht für den Posten des Präsidenten de

Entscheidung, die auf den Vorschlag des Reichs- rats vom Reichspräsidenten zu treffen ist, ist zur Stundü noch nicht gefallen. Es bleibt zu beto­nen, daß namentlich die demokratische Presse die politische Bedeutung einer Ernennung Dr. .<°>elf- ferichs zum Reichsbankpräsidenteir unterstreicht, weil der Leiter des autonomen Zentralinstituts die Finanzpolitik des Reiches wesentlich beein­flussen kann. Am Dienstag soll der Zentralans- schuß der Reichsbank in einer besonders für die­sen Zweck einborufenen Sitzung formen über die Vorschläge Beschluß fassen, die ihm zu dieser Sache bisher vorgelegt worden sind.

Verhandlungen mit dem Auslaich daS Ermächtigungsgesetz eiubegriffeu werden.

Vrrirstur» in Homburg.

Hamburg, r. Dezemiber. (Privattelegramm.) Unter dem Einfluß der verschwindenden Papier­mark hat in Hamburg eine scharf rückläufige Be- wegung der Preise für Lebensmittel, Be­darfsartikel ufw. eingesetzt. Der Rückgang beträgt im Augenblick durchschnittlich fünfzig Prozent, besonders für Fleisch. Schuhe, Fett- Warrn ufw. Restaurationen, Hotels nsw. er­mäßigten gestern ihre Preise ebenfalls bis um

Dourrnbe franzdfifHe Erpressung.

Paris, 3. Dezember. (Privattelegramm.) Der Temps meldet: Poincars teitte am Sonnabend dem deutschen Gefchäststräger von Hoesch mit, daß Frankreich Anspruch erhebe, zunächst bis Ende 1935 das Ruhrgebiet wirtsckmftlich auszubeuten. Eine Aendr- rung trete nur ein, wenn Deutschland früher, vollständige Bezahlung leisten werde.

Varl« ist mit Marrrufriebrn".

Paris, 3. Dezember. tEigrne DrÄhtmel- dung.) den Pariser politischen Kreisen steht man Marx einstweilen svmpathisch gegen­über und erwartet mit Spannung den Be­weis seiner persönlichen Initia­tive, um so mehr, da Gerüchte in Umlauf sind, wonach Strrsemann, der das Ministerium des Aeußeren in Berlin übernommen hat, eine füh­rende Roll« in der neuen Regierung zu spielen beabsichtige. Di» Berichte der französischen Kor­respondenten verraten deutlich das Bestreben, dem neuen Kanzler Marx in Frankreich zu einem guten Rufe zu verhelfen.

Um Rhein und Ruhe.

Französische Annektion und Ausbeutung.

Di« Reparativnskommission hat den englisch- französischen Gegensatz nicht ausgettagen, sondern ist nach der Methode des Völkerbundes der Ent­scheidung aus dem Wege gegangen und hat zwei Ausschüsse eingesetzt, die die Leistungs- f ä h i g k e 11 Deutschlands prüfen, über die S t a- bilisierung der deutschen Währung beraten und die ins Ausland geflüchteten deutschen V e r. mögen nach Deutschland für die Tasche des Raubverbandes zurüüholen sollen. Diese Korn- missionen bestehen aus Mitgliedern der Entente, die in tzer gleichen Sache Angeklagte und Rich­ter sind. Gegen diese Aufgabe sind alle Taten des Herkules gering. Aber es kommt ja auch nicht Mr die Entente darauf an, sachlich zu ent­scheiden, sondern die Entscheidung selbst, die in der Politik fällt, fo lange hinauszuschie­ben, bis entweder Englands Polittk klar liegt oder Poinoarss Stellung noch fester geworden ist. Für die Briten mußte es darauf ankommen, während der Wühl die Reparationskommission, die ein französisch-belgisches Instrument ist, aus­zuschalten, jedenfalls eine Urteilsfällung zu ver­hüten, die Englands Politiker von vornherein mit der Anrufimg des Haager Schiedsgerichts' treffen wollten. Die Pariser Beschlüsse habens prattisch keinerlei Bedeutung, da die Haltung der Franzosen in den Kommissionen von vornherein politisch festgelegt ist.

Herabsetzung öer Vrrise.

Besprechungen der Fleischer im Ministerium.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 3. Dezember.

Vertreter des Fleischergewerbes Deutschlands hatten eine Besprechung im Ernährungsmini­sterium wegen der Herabsetzung der F l e i s ch p r e i s e. Die Beteiligten wurden auf. gefordert, die gegenwärtigen Preife unverzüglich herabzufetzen und für die Zukunst die Preise auf der Grundlage der tatsächlichen G e - stehuilgskosten und unter Einrechnung eines G e w i n n z u s ch l a g s, der den im Frieden für die Gewichteinheit gehabten Verdienst keinesfalls überschreiten darf, in Goldmark neu festzu­fetzen. Die Vertreter des Fleischergewerbes sag­ten zu, daß sie in ihren Kreisen auf die Einhal­tung dieser Richtlinien hinwirken werden. Er­folgt die Herabfetzuug nicht oder nicht in genügen­dem Maße, dann ist es Aufgabe der Preisprü- Mngsftellen und der Polizeibehörden, mit allem Nachdruck einzugreifen. Das Reichsministerium Mr Ernährung und Landwirtschaft wird in ähn­licher Weise auch mit anderen Zweigen des Nahrungsmittelgewerbes und -Handels ins Benehmen treten, um eine allgemeine Senkung der hohen Lebensmittelpreise zu erzielen.

ZM neue Wegimmg.

Kanzlerrede im Reichstag am Dienstag.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin. 3. Dezember.

Das Reichskabinett hat sich gestern vor allem auch mit dem Inhalt der am D i e n s t a g bevor­stehenden Regierungserklärung beschäf­tigt und den Inhalt im wefcntlichen ststgestellt. Die Kanzlerrede wird diesmal fehr kurz sein und dürste im wefentlichen Aenderungen nicht enthal- ten Vor allem wird die Forderung nach dem Ermächtigungsgefetz erhoben, das unter dem Stichwort:Kleines Ermächtigungs- gefetz" sich streng aus den Kreis der nächAiegen- den Aufgaben befchränken wird. Der Inhalt des Gesetzes dürfte sich auf foziale und wirtschaftliche Angelegenheiten erstrecken und besonders die Re­gierung zu Maßnahmen auf dem Gebiete der Erwerbslofensürforge und der Preis­bildung für Lebensmittel ermächtigen. Es ist anzunehmen, daß auch die bayrische Frage

Die Ardelt?rkltvrrlSngerung.

Berlin, 3. Dezember. (Privattelsgramm.) In feiner ersten Sitzung hat das Reichsknbinett dem Aeichsminister des Innern den Auftrag er­teilt, fchnellstens Vorschläge über eine V e r- längerung der Arbeitszeit der Beam- ten und Staatsangestellten auSzuarbel- ten und eine entsprechende Verordnung dem Ka­binett vorzulegen. Bisher galt mrch Mr Be­amte und Staatsangestellte der Achtstundentag, also die achtundvievzigstündige Arbeitswoche. Das Kabinett beabsichtigt eine Verlängerung der Arbeitszeit um wöchentlich sechs Sunden, also die 54stündige Arbeiszeit.

men zwischen der Industrie und den Franzosen nicht politisch, sondern rein wirtschaftlich zu be­trachten. Diese Abkommen haben den politischen Einfluß Frankreichs ganz außerordentlich ge­stärkt, und da auch in der Entente der Erfolg­reiche immer Recht behält, sind die Rechts-Än- spruche Deutschlands verworfen worden. S.

HavensieMs IlachfM-r.

HMerich als Reichsbankpräfideut?

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 3. Dezember.

Vereinigungen vertreten sind, prüft dringende, der Winterhilfck zugewiefen« Fälle. Alle Mel­dungen solcher Fälle sind an die vereinigte Für­sorge Obere Karlstraße 2 nt richten. Die Zen­trale der Küchen liegt Philipvstraße 1. Die zu- t sammenfassende Rechnungsführung bei Herrn Oberinspektor Waldmann. Geldspenden Mr Kas- sel werden auf das Konto der Kommerz- und Privatbank erbeten. SaMieferungen sind an Herrn Waldmann. Gesundheitsamt, anzumcklden, der ihre Abholung veranlaßt, Lebensmittelspen­den bei Herrn Laaerverwal^er Wilhelm und Herrn Waldmann. Es ist selbstverständlich, daß diese Verbündeten Kräfte und Vereinigunaen neben diesem gemeinsamen Werk, das sonderlich !n der Nolksspeisuna besteht, ihre besonderen früheren Aufgaben nicht aufgegeben haben. De: usammenschlüß lvird ja auch hier zu klarer Nebersicht und gerechter Verteilung führen, aber er soll alte Freundfchaftsbeziehungen nicht stö­ren So bittet besonders die Vereinigte Für­sorge, dran zu denken, daß sie ihre ganz besondern

Aufgaben für die Alten und Schwachen hat, und deshalb in der Hilfsbereitschaft nicht nachznlassen. FM einzelnen ist noch zu bemer­ken: Die Schneider- und Schuhmacherinnung ha- bckn sich bereit erklärt. Veränderungen, Anferti­gungen, Ausbesserungen zu den Selbstkosten der. zustellen, für folche Personen, die ihnen von der Winterhilfe zugewtefen werden Von den Orga­nisationen der Sckn'bmacher uyd Beklejdungsär- beiter liegt die Erklärung vor, daß die Erwerbs­losen dieser Berufe zu Ausbesserungsarbeitckn verwendet werden. Die Vermittlung aller die­ser Arbeiten geht nur durch die Vereinigte Für­sorge Obere Karlstraße 2 Daß unter den ver­einigten Küchen der Winterhilfe die vom Fung- deutschen Orden im besonderen eingerichteten und getragenen Küchen den Namen Geusen« k ü ch e n führen, hätte nicht so falsch gedeutet zu werden brauchen. In die Gegenwartssprache übersetzt, würde das Wort etwa den schärfsten Gegensatz zum aewüt- und beimattofen Schieber bedeuten. Es entstammt dem Freiheitskampf der Niederlande und bedeutete zuerst gewiß im Ntunde der Spanier Geringschätzung: Bettler.

Die Entscheidung fällt überhaupt nicht mehr in »reryanvrungen, die ieoiglicy unter Lern ue» * sichtswinkel der Wirtschaf lichen Ausgleichsver­suche unternommen werden. Was vielleicht vor Spa und London noch möglich war, ist heute ohnmächtig gegenüber dem Damm, den Frank­reich um die Vernunft zieht. Die wirtschaftlichen Mittel Frankreichs sind durch seine Beherr­schung der Saar-, Rbein- und Ruhrpro­duktion außerordentlich gestärkt worden. Es hat das Ruhrgebiet besetzt, nicht um aus dem Erlös die Reparationssununen zu verringern, sondern sich selbst bezahlt zu machen. Poincars hat dreist ausgesprochen, daß zuerst Frankreichs Kosten gedeckt werden müßten, ehe die übrigen Ententemitglieder ihren Beuteanteil erhalten. Das ist also eine Vertröstung auf den St. Nimmerleinstag. England und Italien bät- ien sich gegen ein solches Brigantentum nur da­durch wehren können, daß sie die Rechtmäßigkeit nicht nur der Ruhrbesetzung, sondern auch aller Handlungen und Maßnahmen der Interalliier­ten Rheinlandkommission auzweifelten. Unter der Rheinlandkoyrmission ist das Rheinlandabkom­men ^unzählige Male gebrochen worden. Der französische Einfluß in dieser Kommission ist überwälsigend, der englische Vertreter hat sich stets entweder der Stimme enthalten oder Maß­nahmen zugestimmt, über die auch die britische Presse nachher Zerermordio schreit.

Winterhilfe.

Die Gliederung des großzügigen Hilfswerkg.

Kassel, 3. Dezember.

Das Wort .Wintevhilfe" ist ein lauter, sehr ernster Ruf: Helft mit allen Mitteln, mit denen ^br helfen könnt Es ist bitter nötig. Verar­mung, Krankheit, Arbeitslosigkeit nehmen zu von Tag zu Tag, und der Winter ist noch lang. Wir wollen nicht undankbar fein für den Zusammen- whluß weiter Kreise aller Stände und Berufe zur Beschaffung von Geld und Lebensmitteln in Stadt und Land. Solcher Zusammenschluß ist la bei uns leider selbst in dieser Notzeit nichts Selbstverständliches Mißverständnisse, die sich durch Zuschriften in den Zeitungen zum Teil Ichon in recht scharfen Worten auswirften, sind durch den Willen zu gemeinsamer sachlicher Ar­beit geklärt. Tie im engen Kreise arbeitenden Menschen standen diesen Dingen fern. Es scheint uns aber im Blick aus mancherlei bestehend« Unklarheit in der Kasseler Bevölkerung wün­schenswert zu sein, noch einmal kurz auf die Gliederung der Arbeit hinzuweifen und ein haar sachlich klärende Bemerkungen anzuMgen. Nach der gegebenen Anfrage, die in der Beschaf­fung von Hilfsmitteln aller Art und in allgemei­ner und besonderer Fürsorge, vor allem in der

Einrichtung von Volksküchen

besteht gliedert sich die Arbeit in die Tätigkeit: 1 einmal des Finanzausschusses, in dem unter Leitung des Vorstandes, Herrn IuMzrat Bar- tt-ls, Vertreter der Industrie, des Groß- und Kleinhandels, der Danken, des Handwerks, der Beamten- und Angestelltenvereinigungen, der seVTtZhfrcfteH, tk-ä ^auudUNDeL der Stadt, des tuugdeutschen Ordens, der kirchlichen Wohl, fahrtspflege sich zur Herbeifchaffuug von Geld und- -6ebensmitteln verbinden. Daneben steht zum anderen der Arbeitsausschuß, der sich aus Vertretern obiger Gruppen und einigen Wohl- fahrtsvöreinigungen zusammensetzt und der die Verteilung der Gaben zu überwachen hat. Er löst seine Aufgabe in verschiedenen Sondergrup­pen: Der Transportausschuß setzt sich zusammen ans einem Vertreter des Landbundes, des Jung- deutschen Ordens, der kirchlichen Woblkahrts- pflege Er regelt die Beschaffung ländlicher Le. bensmittel, deren Bereitstellung von Vertretern obiger Vereinigungen in Verbindung mit den maßgebenden Stellen der Gemeinde erfolgt. Der Küchenausschuß. m dem neben Vertretern der Kuchen Frl Schmidt von der vereinigten Für- brge, Oberinsvektor Waldmann, Lagerverwalter Kaustnann Wilhelm Mitarbeiten, ordnet die Ein. richtung und Verwaltung der Küchen. Die tech­nische Leitimg der Küchen, und ihrer Belieferung liegt bei dem Vertreter des jungdeutschen Or­dens. Herrn Lehrer Grünblatt. Ein Prüfungs- ausschuß, in dem die verschiedenen Wohlfabrts-

«metgnwreisi: WeschLstSanzelgm Zeile 15 Tfenntg, Familien.Anzeigen Pelle 10 Pfennig. Kl-tn- Mietgen ba» Wort 2/, Pfennig, Reklamen tue Zeile 50 Pfennig. Oss-rrarbühr W Pfennig (bet Zusendung ver Offerten 20 Pfennig), Rechnungsbeträge ßud innerhalb fünf Tagen zu bezahlen. Maßgebend ist der Kurs de» Zahlung-tages. Für di-Rlchlig. keil aller durch srnsprscher aufgeg-'-nen An,eigen. 'nroie -ar Äufnadmedaten >md Pläne -am- nicht garantiert werden. Für Anzeigen mit besonder« schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Truckeret - Schlachthosüraße LchM. Geschäftsstelle Kölnische Straße !>. gegenüber der Spohrstraße. Telephon Nr. 951 und 952.

Tatsächlich sind die Saargebiete und die Rheingegenden heute einfach als von Frankreich annektierte Gebiete zu betrachten. Wohin Frankreichs Ziele gehen, hat am Freitag In der Kammer Poincars ganz unzweideutig ausge­drückt. Frankreich will den Rhein als Sicherung und das Ruhrgebiet, das es nicht sich einzuver­leiben wagt, soll wenigstens als französische Ausbeutungskolonie verwaltet werden. Es ist kein Zufall, daß nach zuverläfsigen Mel­dungen Frankreich daran geht, das ganze R u h r- g e b i e t mit einem Netz von Militärstalio- n e n zu überziehen. Hinter einem solchen Gürtel kann dann die Loslösung der Rheinlande, die Poincars als Befreiung vom Preußentum feierte, ungestörter vor sich gehen, umso mehr, als das Gesindel, das Frankreich Mr die erste Separatlstenbewegung in Sold nahm, dann mit einer unter den scheußlichsten Drangsalierungen noch mürber gewordenen Bevölkerung fertig werden könnte. Der englische Widerstand gegen das ftanzösische Treiben am Rhein und an der Ruhr wird anscheinend ganz planmäßig abge­baut. Für die um ihre Unabhängigkeit kämpfen­den Rheinländer war wenigstens das von den Briten besetzte Köln noch eine letzte Zu fluch: der Verfolgten und eine Herberge der Gerechtigkeit. Die Briten haben aber jetzt gestattet, daß die tyrannischen Methoden Frankreichs, zum Bei- spiel die Knebelung der Presse, auch in Köln an­gewendet werden.

Vorläufig untersteht also die Weskmark dem fast ungehemmten franzöfifchen Druck. Alle Proteste und noch so begründete Forderun- gen der deutschen Regierung und der deutschen Bevölkerung sind mit kaltem Hohn abgetan wor­den. Auch in der deutschen Westmark hat sich England nicht als Humanitätsapostel in der Praxis bewährt, sondern es hat sich immer mehr dem französischen Standpunkt angeschlossen. Zti warnen ist auch vor dem Gedankengarg, un­ter den jetzigen Verhältnissen seien die Äbkom-

DeMschlMös Wusheittimg.

Der Plan der Sachverständigen-Ausschüsse. (Eigener Drahtbericht.)

Paris, 3. Dezember.

Die Frage des Zustandekommens der S a ch - verstäub igen-Ausschüfse durch die Re- panttionskommission, wie sie in der letzten Zeit ins AuM gefaßt wurden, ist Weinbar wiederum in ein kritisches Stadium eingetreten. Be- kanntlch lag die Enisckfeiduug der Rcparattons- kommisston vor, daß sich die Sachverständigen- Ausschüsse ans Vertretern der alliierten Staaten zusammensetzen sollten, denen auch die Bereinigten Staaten anzugehören hät­ten. @ine größere Anzahl Persönlichkeiten in hiesigen politischen Kreisen faßte dies so ans, da die Sachverständigen-Ausschüsse ohne Teilnahme

Vett-igttn Staaten nttht zustande w-nnzeu sollten. Wie nun der Newyork Herald aus Wa­shington meldet, ist der Plan der ReparattonS- kommission, so wie er von dem amerikanischen Botschafter der Bundesregierung übermittelt worden ist, bereits im Weißen Hause geprüft worden. Der amerikanische Botschafter hat ge­stern nachmittag schon die Antwort der Vereinig­ten Staaten nach Paris abgesaudt. lieber den Inhalt des Schreibens ist noch nichts fretannt

Um 6a« ErmSchtivungSgrsktz.

Berlin, _ 3. Dezember. (Privattelegramm.) Das Erniachtigunasgesetz wird wohl bis zum 15. Februar befristet werden. Falls der Reichstag dem Gesetzentwurf nicht znstimmt, wird die Auflösung des ReiiÄtages erfol­gen, für die der Reichskanzler bereits die Ge­nehmigung des Reichspräsidenten hat. Die Neu­wahlen würden dann Ende Januar stattfinden.