Kasseler Neuestes) dchMen
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Einzelpreis: 150 Milliarden.
Mittwoch, 12. Dezember 1923.
Einzelpreis: 150 Milliarden.
13. Jahrgang
Beratung öer neuen Verordnungen.
Aufbau-Vorschläge.
3mx wirtschaftlirtzvn Entwicklung.
Di« Vereinigung der Exporteure Sachsens And Thüringens hat an das Rcichsfincmzmini- sterium eine umfangreiche Eingabe gerichtet, de ten Vorschläge einen neuen Weg weisen. Es itoiib sachlich darauf hingewiesen, daß die Zwangskurse berechtigt waren, solange praktisch im Ausland« die Mark glech Null war. Jemand, der sich in Köln zum Beispiel durch Hingabe von soundsoviel Billionen eine Dollarnote glirck- lich beschaffte, kann natürlich keinen Anspruch darauf erheben, die deutsche amtliche Notierung iu beeinflussen. Zum Ausgleichsversuch der Goldpreise wird festgeftellt: 1. di« innere Kaufkraft auch der Hauptvaliften ist um zirka 70 Prozent gegenüber 1913 gesunken. Was also in Amerika vor dem Kriege einen Dollar kostete, i jetzt dort kaum unter 1,70 Dollar zu haben; 2. es kann angenommen werden, daß auch di« bew schon Preise sich auf diese Basis einstellen mü sen, auch Wenn durch die Besonderheit unserer Verhältnisse das Tempo hier und da verlangsamt werden könnte; 3. eine Goldmarkbasis. die über diese 170 Prozent hinausgeht, ist ungerechtfertigt und daher, unter Umständen mit Gewalt, zurückzuweisen.
Di« Lebensmittelversorgung und der notwendige Import muß von Oestern an sichergestellt werden, da bis dahin die innere Ernte aufgezehrt sein wird. Um die Devisen bereit zu stellen, wird die Erfassung der Exportdevisen abgelehnt, da sie einmal gering ferner zur Herbeischaffung von Rohstoffen ufto. not wendig sind. Devisen durch Zuckerausfuhr zu gewinnen, wäre angesichts der gesunkenen Zuk- kererzeuaung auch kein Hilfsmittel. Dagegen kann das Reich In der Not ebenso wie manche Kommunen, die über großen Forstbesitz verfügen, ausreichende Mengen besten Nutzholzes schlagen lasten .das sich auf dem Weltmärkte leicht avsetzt. In diesem Zusammenhang wird ein Vorschlag gemacht. Es heißt in der Eingrche darüber: Die Ausfuhr von Nutzhölzern muß außer für den Import von Fett und Getreide auch noch so weit gesteigert werden, daß Mittel übrig bleiben, di« hinreichen, um den inneren Baumarkt so rasch als irgend möglich wieder zu beleEen. Es ist das Verhängnis der wittschaftlichen Entwicklung bisher gewesen, daß man übersehen hat. die außerordentliche Fruchtbarkeit zu beachten, die von einem gesunden Baumartt auf alle anderen Gebiet« übergeht.
In der Annahme, daß durch den vorgeschlagenen Holzexport die auch hierfür nötigen Devisen beschafft werden, w-rd weiter vorgeschlaaen, diesen Weg so rechtzeitig zu organisieren, daß alle Vorbereitungen sofort getroffen und die ersten Spatenstiche alsbald getan werden können, letzteres umso mehr, als auch der kommende LÄnter erlauben wird, mit geringen Pausen baulich tätig zu sein. Die Verwendung von Baudevisen ließe sich so regeln, daß das Reich oder die Länder bezw. Gemeinden jedem, der ein normales Mehr, oder Einfanri- lienhaus zu bauen übernimmt, die Hälfte der aus Gold zu errechnenden Gestehungskosten gegen ef- iektiiven Ausgabennachweis — Mißbrauch könnte durch hatte Strafen vermieden werden — a f wertbeständige Hypothek bezw. auf Anfordern gewährt. Ms Zinsfuß würde ein den allgemeinen Verhältnissen Rechnung wagender Satz von acht Prozent zuzüglich zwei Prozent Amotti- scttio-n zu setzen lein Es wird nicht an Stimmen Wen, die ein solches Projekt für unausführbar halten, weil die dann resultierenden Mie- ten derart hoch sein würden, daß sich ihnen nie» mand freiwillig unterwerfen würde. Dies« Beweisführung ist abwegig, weil si« vergißt, daß wir auch in Deutschland den allgemeinen Gesetzen der Weltwirtschaft unterliegen und es daher, ob wir wollen oder nicht, niemals werden verhindern können, daß sich di« deutschen Mittpreise dem Weltmietpreisdnrschchnitt eines Tages angleichen muffen. Anstatt sich dieser ZwangSentwicKung en^gegen-ustnnmsn. sollte es ttne der Aufgaben des Staates sein, ihr vorausschauend durch Wiederbelebung des Bau- markteS schon jetzt Rechnung zu tragen, damit der andere Requliettmgsfaktor. also Angebot und Nachfrage rechtzeitig genug in das gegen« seitia richtige Verhältnis kommen.
Unbeschadet dieser Devisen^schaffunq auf Grund von Nutzholzexvotten 'ft alles daran zu setzen. mtf irgend eine Weise, ebenfalls noch vor Ostern, dem Reiche eine sremde Anleihe größeren Ausmaßes zu sichern. Endlich mutz auch der deutschen Wittschast die Möglichkeit gegeben werden, durch unmittelbare Verhandlun- fitnoen m t dm beteiligten ausländischen Kreisen fremdes Kapital heremzubringen. Nur auf diese Weise wird und kann eS ihr möglich werden, In du strie und Handel wieder io in leidlichen Gang zu bttugen, daß vom 4 ©tunbent/ig' über den 6 Stundentag und 8 Stundentag all-! mählich auf die Mehrleistung und auf die Mög
lichkeit zugesteuett werden kann, den aus unk liegenden Lasten auch nur einigermaßen zu begegnen. Würde schon die Wiederbelebung des Boumarktes eine außerordentlich günstige Wirkung aus die Ziffern der jetzigen Arbeitslosenheere ausüben, so würde die durch ausländische Barmittel oder Privatwittschaftskredite zu uns strömende neue Betrieb s su bst an z hin- reichen, um auch die letzten Schwiettgkeiten au diesem Gebiete soweit zu '»«fettigen, daß sie keine akute Gefahr mehr für den Staat und seinen Bestand wären. er.
Die Arbeit der Regierung.
In Ausführung des EnnächtigungsMsetzes. (Eigener Drahtbencht.)
Berlin, 11. Dezember.
Gestern nachmittag hat sich die Reichsregierung mit der Frage beschäftigt, welche Verordnungen auf Grund des Ermächtigungsgesetzes zunächst zu erlaffen sind. Zur Deramng standen Finanz- und Wirt s chaf t ö s r a gen, Stenerpläne und iöeomtenfragcn. Bei den Steuerpläneu spielt auch, wie bereits früher gemeldet, die M i e t s st e u e r eine Rolle. Man wird sich aber in dieser Frage vor dem früher gemachten Fehler hüten, eine Steuer w rber ein,zusühren. die mehr Vrrwoltungskosicn btt schlang, als sie einbrachte. Das Kabinett hat bezüglich der Mietssteuer noch keine B.schlii-ffe gefaßt. Freilich kann soviel gesagt werden, das! ton einet Heranziehung der Hausmietcn nicht vorbcigegangcn werden kann. TaS Reich braucht viel Geld, um den Etat ausftta'cichen und oi« Wertbeständigkeit btt Renummark zu erhalten. Darum ist bie Erschließung neuer Einnahme quellen nötig. Hausbesitzer mib Mieter können aber erst bann heran,gezogen roerb.n. wenn die Zwangswirtschaft ganz ober zum Teil auch auf bem Gebiet bed Wohnungswesens abgebaut ist. Dieser Gtunbfatz ist ia auch in der Verordnung ausgesprochen. durch eie oie Ncntemnnrk eingeführt wurde.
Lm bie Bramtenvesvwung.
Berlin. 11. Dezember. (Eigener Trahtbc- richt.» Die gestttge Kabtaettüftaug dauerte von 5 Uhr bis in bi« zehnte Abendstunde, Der Hauptgegcnstnnb bet Beratung wat bie Frage bet Beamtcnbesoldung, und ;ronr wur de die Neuregelung nach sem bekannten bereits vctöffentlichten Vorschlag des Finanzministeriums zum Beschluß erhoben. Di« Uehetwa- chungsauSschüffe des Reichstags, die heute vormittag im Reichstagsgebäude zusammentreten, werden sich mit dieser Frage n Hi besoffen, da die BesoldungSorbnung nicht unter bas Ermächt - qungsgesetz fällt. Dagegen wirb sich bet Aus- sclmß mit bem BeomtenabSau unb Stcnerfra- gen feefd-äftioen. Die Beschlüffe des Kabinetts sollen so beschleuniot werben, daß sie in aller Kürze bereits z« erwarte* ftnb.
Die Steuer-Nolverorvnung.
Berlin. 11. Dezember. (Pvivottelearamm.) Im Reichsfinanzminiftcrium haben gestern weitere Beratungen über Pie Steuernolver» orbnnng stattgefunben. Kleine Aenterungen ergaben sich als nswenb g. Tie Delanntgade -.er Berorbnung ist alSbab zu erwarten.
DeuMlanös DerMchttrng.
Neue Wicbergutmachungs-Betatuugen.
(Eigener Drahtberichr.)
Patts, 11. Dezember.
Die Besprechungen zwischen Barthon unb bem arnettbinischen Vertretet, bie sich auf bie Tttlnahme Amerikas an einem zu bildenden Reparations-UntetanSschuß beziehen, ollen, wie in franzSsifchen polnischen Kreisen verlauttt, günstig verlausen. Batthou will bem amerikanischen Vertreter gegenüber vurchvlickeu offen, baß die Vollmachten dieser BusfiMffe nicht o beschränkt seien, wie man bies Meist vermuten onnte. So scheint man stch jetzt barilber klar zu ein, daß es kaum noch möglich fein würbe, bie »eutschen Finanzen zu orbnen, ohne bie GesamthShe bet brutschen Schulb enbgül- tig festzulegen. Bezüglich dieses Punktes habe aber bisher weder in Washington, noch in Paris irgend ein Gedankenaustausch zwischen de» bei» ben Regierungen stattgefunden.
Llm Englands Negierung.
Roch kttn Rückttitt des Kabinetts Baldwin.
(Eigener Drahtberichr.)
London, 11. Dezember.
Eine tatsächliche Entscheidung übet die Wei- tethaltmrg Baldwins im Amte ist noch nicht bekannt geworben. Alle Welt ergeht flch in Vermutungen, aber es scheint, baß bie AuSstchten für eine Koalitionsregierung gering geworben find Lloyd George und Siernon bleiben einer
Koalition mit ben Konservativen vorläufig abgeneigt. Die Arbeiterpartei erllärt, baß fie nicht geneigt sei, sich mit ben Liberalen einzulassen. Die Haltung bet Arbeiterpartei ergibt sich bar- aus, baß Macbonalb bereit ist, ein Kabinett mit ben Liberalen zu bilben, wenn ihm bet radikale Flügel bet Arbeiterpartei feilte Schwierigkeiten bereite. Aus ben gestrigen Meldungen gewinnt man den Eindruck, baß bas Kabinett erst am 8. Januar 1924 vor bem Parlament erscheinen will. Die konsorvative Pattci bleibe immer noch bie zahlenmäßig stärkste her brei englischen Parteien. Man meint vielfach in konservativen Kreisen, daß ein« überstürzte Abdankung bet Konservativen unwürdig »nb feige fei.
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Konservativ! gegen □frbeftetpartrt.
London, 11. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.) Das Bettrauen bet Konservativen zu Balbwin ist. trott seines Mißerfolges bei bett Wahlen, nicht geschwunbchi. Vielmehr steht man weiter solidarisch zu ihm, wenigstens soweit bie Mehrheit seiner Pattei in Betracht kommt. Die Konservativen wollen nicht die Vcrantwor- tnnq dafür übernehmen, daß zunächst die Kabinettsbildung der Arbeiterpartei übetira- nen werde. Der Vorsitzende der Konservativen hat sogar für heute abend eine große Versammlung ttnbernfen. um gegen ben Rücktritt des Kabinetts Balbwin unb gegen rin« Kahinettsbil- düng burch Macbonalb zu bemonftrieren.
Arbeitszeit der Beamten.
Berhnnblung m»t ben Berüänbcn.
(Eigener Drahtbencht.)
Berlin, 11. Dezember.
Im Reichsmittistcrium be8 Inneren werden heiftc mtt ben Bramten-Organisationen bie Besprechungen über bie geplante Verlänge. rn »g bet Arbeitszeit bet Beamten ßott- gefühtt. Die Regieruna ist anscheinend geneigt, ben Beamten in bet Durchführung bet Frage Entgegenkommen zu zeigen, hält ober an bet Heraufsetzung bet Arbeitszeit unbedingt fest. Wie amtlich mitgetcikt Wirb, soll für bie Verlängerung bet Dienststunde zunächst eine Frist von bitt Jahren festgesetzt werben, ohne baß jebock eine Binbnng eingegangen wirb, nach Ablau bieser Fttst bas Abkommen nicht Weiter zu btt länger«. Die neunstündige Arbeitszeit soll sich auf fünf Stunden vormittags und vier Stunden nachmittags verteilen, nur in Berlin unb Hamburg soll dnrchtqearbeittt werben. Die Bearn ten-Organisationen stehen btt Mrk>elt-2,Zeitverlängerung ablehnenb gegenüber, weil ihrer Ansicht nach bie Gehaltsregclnng so unbefriedigt ausgefallen ist, baß ttne Mehrarbeit bet Beamten durch bie neuen Gehälter keinesfalls abge- flvlten sei. In ben gestrigen Bethanblungen, die im Reichsministettum des Innern zwischen bet Regierung und den Beantten-Organisatio- nen stttttsanben, ist es in bet Frage bet ArbtttS. zeitverlängernng M keiner Einigung gekommen.
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<£ln »ogrlftBer Erlöst.
München, 11. D-rr-mLer. (Pttvattelegramm.) Die bayerische Regierung veröffentff-^- einen Erlaß zu dem Beamtenabbau, in bem bie Not- Wendigkeit einer Steigerung ber A r- beitsl istung betont wirb. Die 49stun- bifle dienshzttt soll Minbeftbicnstzeft sein, nötig werde bie 54- Stirnbetttoode fein. Falls «in Dienstbebürsnis vorliegt, sollen die Beamten zu längerer Dienstleistung ohne Sonderentschä- bißung verpflichtet fein.
Rechte der Meistbegünstigung. (PrivaEelegrarmn.)
Berlin, 11. Dezember.-
Rach bem soeben ohgesGoflenen deutsch-amerikanischen Hanbttsvettrag gewähren bie Bereinigten Staaten Deutschland für Handel. Schiffahrt, 2r ben Aufenthalt StaatsangehSriger unb bie Tätigkeit bet Konsulatsbeamten bie vollen Rechte einer meistbegünstigten Ration. Von onstigen Attikeln, soweit sie nicht etwa im letzten Augenblick geänbert sein sollten, trifft Attikel 2 Bestimmungen über bie freie Ausübung ber Gerichtsbarkeit unb stellt auSbrücklich fest, baß bie StaatSangchöttgen bes einen Lanbes in bem anbeten Lande feinen höheren Abgaben unb Steuern unterliegen, als bie eigenen Staatsangehörigen bieses Lanbes. Attifel 3 regelt bie Frage ber Exterritorialität bes beibersei- tigeu Staatseigentums unb ber gegenseitigen biplomatischen Vertretet. Attifel 7 regelt zunächst die Freiheit der Schiffahrt in den bttberfeitigen Gewässern unb bestimmt bann über ben Warenverkehr: Jeder ber beiden Ber- ttagfchließettbctt verpflichttt sich bebingungsloS, der Einfuhr irgend welcher Ware, die in den Gebiete» bes onbertn Teiles gewachsen, erzeugt ober hergestellt finb. keine höheren ober anderen Zölle oder Bedingungen ausznerlegen.
Mut zur Einfachheit.
Cine beherzigenswerte Mahnung.
®n*«6 bi« Verwirrung der flri*->«. und »lachkrieg«z«it find anrtz Sie realen Begriffe »en Slotwendigreiten »6er Lux««, »on e<S»t. Seit oder Schein »eeschoSen werden. Die nachfteheuden Worte von Pauline SBieb verdienen bie Beachtung weiter fireife. Wir leben nicht nur für den heutigen Tag, sondern unfsre Pflichten sind größer, und unser Dasein ist auf weite Sicht eingestellt, darum heißt es mit klarem Blick die Notwendigkeit der Stunde erfassen und thr leben. In einer Periode tofe der heutiges, da unser ganzes Dasein erfüllt ist von einer gewissen Verzweiflung, tret» ben die Gegensätze der Auffassung die üppig, ftat Blüten, der halt- und kraftlosen Seele ist jsder Wink einer Aulehnun gsmöglichkeit will» kommen. Indische Tvcmmspiele mit ihren nur halb verstandenen, weichlich müden Dämme» rungsgSdcmken, Spiritismus mit seinen ftnnber. wirrenden Versuchen des Erforschers Les Uner» forschlichen zwingen ben suchenden Geist in ihren Bann. Fremdwort ist es und Blendwerk, das reiche Rcmkenwerk und die Fülle spielender Ge. danken mag für das tropische Indien mit seinem geheimnisvollen Kult lebensberechtigt erscheinen, uns taugt es nicht. Wir müssen uns des großen Griechen Ausspruch umändern in ein:
„Volk, erkenne dich selbst!"
UmtoanMi müssen wir uns, zurück zum Deutschtum, zurück zur Einfachhttt in Gedanken. Sitten und Gebräuchen. Schrittmacher für bie Tat soll uns bie gebildete Frau werden, sie soll ihn wecken und pflegen, ben Mut zur E infachh eit! Von innen heraus muß jeder grsunds Aufbau kommen, auf schlichtes, aufrechtes Deutschtum wollen wlr uns befinden, die lockenden fremden Träume einer besseren Zu» fünft, einer Wettbeglückung und Einung, die uns ba« -tutzsi kommt, müssen wir verbannen. Was geben uns Die mystisch geistreichen Bücher eines Tagore, deren künstlettschen Wett ich da- mit nicht verringern will, nur sollen uns seine wesenssremddn, geistreich abgeklärten Gedanken einer anderen Wett nicht von unseren jetzigen Pflichten gegen unser Vaterland abhallen. Sie verwirren, itrtb wir brauchen Klarbett, Einfachheit, Natürlichkeit, tiefe, reine Gefühle für unsere Heimat, unerschütterliche Wahrhaftigkttt und feste Treu», durch rci ten Geist beseelt. In einer Lao» wie der unfrigen ziemt es sich, unsere Sitten und Gebräuche, auch unsere Kleidung vor allen Dingen, dem inneren Gefühl anzu- passeu. In Essen und Trinken Matz bal» t«n unb Einfachheit üben, kein nutzloses Darben, sondern nur ein
Einschränken alles Luxus.
Ganze Schichten unserer Heimat sind dazu ber« urteilt. Mangel am Notwendigsten zn erleide i. Unterernährung und Krankheit verelenden intfer Volk, um andererseits einer nie da gewesenen Uevviafeit zu weichen. Es cribt Kino- ftücke, deren Kutturwett anstatt zur Höhe, bank ber Anpassung an den Geschmack der Besucher, immer niedriger sinkt, seichte Theaterstücke, die nur als Kaflenstücke dienen. Gewisse Verauü- gnnaslokale sind beschämend voll, mtb das Geld wird mit nie geahnter Leichtigkeit ansge-zeben. Auch aus ber Sttgße bat sich das Bild der Schlichtheit gewendet. Arbeitsklefder trägt nur noch die Pflegerin außer bem Hause, sonstige weibliche Bttufskräfte suchen das Bild ihrer Be- rufstätigkAt unbedingt zu verwischen; harnen» gleich wandern die Angestellten unb Arbeitettn- ne-t durch bie Straßen, Florstrümvse. Lackschuhe und weitere damenhafte Aufmachung sind ttlbst» terstänblich, urts in ben besetzten Gebieten schlie» jen sie sich mtt Vorliebe ber Mode der Besatzung an. Dabei ist es merkwürdig, daß die bevorzugten Unverheirateten immer mit ihrem Gelbe rci» wöhe-md Kinderreiche n«ch> auskommeN.
Wirmüssen sparen, wenn wir wieder gesunden wollen, nnd wir wollen ihn haben, den Wissen.^ ttne bessere Zeit zu erzwtnqen, aber dazu gehören Op*'ör. und wie klein lind sie. wenn te an A-mßerttchkeit-m gebrockt werden! Ich weiß, daß diese Zeilen bei vielen Entrüstung auslösen werden, aber ich weiß auch, daß es um Großes odbt, denn die Feinde haben ein offene sAuge für alles, was wir tun und treiben. und jeder zur Schau getragene Lvrus dient ihnen als Gradmeller für unsere Lsiftnnasiähia- ?cit. Darum predige ich ihn ganz besonders, den Mut zur Einfachheit, und weiß, daß mit aller Entrüstung die Wahrheit nicht aus der Welt geschafft wird.
DkUtMncrtlonale VEkk.
Erklärung des Rcichstagsabgeordneten Hoetzsch. Lttpzig, 11. Dezember.
In einer deutschnationalen Versammlung gab hier Reichsiagbabgeordneter Prof. Hoetzsch Erklärungen über die Haltung der Partei. Er betonte. daß möglichst kmld Neuwahlen Sein