K-MRMM
Kasseler Abendzeitung
Hesstsche Abendzeitung
Nummer 290
Donnerstag, 13. Dezember 1923.
Einzelpreis: 150 Milliarden.
13. Jahrgang
Einzelpreis: 150 Milliarden.
Die Raffelet Sleuefien 9la*rtrt>ten ertoefnen mndientlt* fediSmnl nadim ttagÄ. Der Sbonnt- mentästete beträgt für bie Woche vom 10. b S 16. De,emb:r 800 Milliaroen vev freiet ßuneUunä ins Hau ,in bet Sefdiaftäfteue abgeboü 77O3ltll'iaroen. Bestellungen werden Jebcrseö entgegen« genommen, «erlag und »cbaition: Schlachtoosfttaße 28/30. Fernsprecher Nummer 951 und 952. ,<ür unverlangt ctngcfanbti Beiträge tann die RedaMon ein? Gerant, n-otkung ober Seivähr in tetnem Falls übernehmen. Rückzahlung bei Setugägefbeä ober Ansprüche wegen etwaiger nicht orbn-mg-lnt ^‘ger Lieferung ist aus geschloffen.
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Seine Hoffnung auf Englands Kabinett.
deutet dis Abteho von iahrtzunderlelan-ren fatla.
'«tiznlMft ffcrndr in der eeaenicätiiacn Lage
mentsrMen Crbrauchrn, den Kon.a außerbalpolitisch verhängnisvoll v>5«.
des politischen Meinungsstreites zu lassen.
Der pc?riamrntarifGr Deirst.
Wen« gegen manche HandslSgebräuL-e nicht genügend eingrschritten werde, so dürfe man nid# das Beamtentum für mangelnde Initiative und Tatkraft der einzelnen Behörden büßen lassen. Bo« der Rentenbank müßten höhere Kredite Mr die Bezahlung der Beamtenschaft heransgeholt werden können unter Zurückstellung anderer weniger wichtiger Ausgaben.
Dir Kosten brr WaM-rmpftS.
London, 12. Dezember. (Privattelegramm.) Daily Mail meldet, die Kosten des Wahlkamp. fes in England werden allgemein mit fast 80 Millionen Schilling angenommen. In vier Wahlkreisen d:S schottischen JnduftriegebieteS waren kommunistische Kandidaten ausgestellt, die c8 kaum auf ein paar hundert Stimmen brachten.
<Sia Difzfp'-'-narvcrfsSrrn.
Berlin, 12. Dezember. (Privattelegramm.) Auf MaltzahnS Beschwerde hat er ein Antwortschreiben drS Finanzministers erhalten. Dar aufhin soll Herr v. Maltzahn ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst beantragt haben.
Dir IrrdrttrrpkMel meidet stch.
London, 12. Dezember. (Privattelegramm.) Ter Arbeiterführer Macdonald hat in einem Schreiben an den König gegen die Neubildung eines Kabinetts ohne vorlserige Befragung der Arbeiterpartei Verwahrung erhoben. Der ungewöhnliche Schritt des Arbeiterführers be-
EWlemös KadinettSkrile.
Baldwin bleibt vorläufig im Amt.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 12. Dezember.
In maßgebenden konservativen Kreisen herrscht fetzt die Ansicht, daß Baldwin nicht znrücktrcten, sondern sein Amt weitcrfüh. ren und vor das Parlament treten würde. ES sei keineswegs sicher, daß er sich dann in der Minderheit sehen würde, denn es sind, wie verlautet, Schritte unternommen worden, um die Ansichten der Liberalen kenncnzulernrn, und die Regierung habe jetzt die Genugtuung, daß durch die Liberalen nicht unnötig opponiert werde.
Weihnachten für die Armen.
Eine Veranstaltung der Reichswehr.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 12. Dezember.
Unter der Spitzmarke: „Reichswehr-Wrih- nachten für die Armen", hat General von Scecki einen Anfrnf erlassen, in dem es unter anderem heißt: Ten Armen und Bermftcn über den Heiligen Abend Hinwegzuhelfen, sie, wenn auch nur ein einziges Mal ans der Rot des Ta- geS hrrauSzuheben, ihnen Sättigung, Wärme
Auskommen hat, der ausreichende Bekleidung und warmes Obdach besitzt, darf sich dieser Forderung entziehen. Die Wc h r m a ch t des deutschen Reiches hält sich fiir verpflichtet, ihre Mittel und Kräfte in den Dienst dieser Ausgabe zu stellen. Es ist Anordnung getroffen worden, daß in allen Garnisouortrn des deutschen Reiches am Heiligen Abend den Armen und Notleidenden, Wärme, weihnachtlich ge. schmückte Räume, reichliche Bewirtung und soweit es möglich ist, auch Bescherung bereitet wird. Mittel dazu sind zum Teil schon beschafft worden, aber angesichts der unermcß- (toten Not wendet sich die Reichswehr auch an alle anderen Kreise der Bevölkerung mit orr Bitte, ihr bei diesem Liebeswerk zu helfen.
Die Bkümtengchälirr.
Ei« Protest von höherer Stelle. (Privat-Telegramm.)
Berlin, 12. Dezember.
Staatssekretär v. M a l tz a h n, der Leiter des Auswärtigen Amtes, warnt in einem Schreiben, daß er sämtlichen Ministerien zugcstcllt hat, vor den folgen der jetzige» Gehaltsregelnng für die Beamten. Er bezeichnet die vorgesehenen Sätze als durchaus unzureichend. Die Beamten des Auswärtigen Amtes würden dabei noch nicht die Hälfte des Friedrnsgehaltes erreichen, während die Preise für den Lebensunterhalt sich mindestens auf das Doppelte der Vorkriegszeit belaufen. Das ganze Beamtentum werde schließlich bei einer so unzulänglichen Entlohnung zugrunde gerichtet, obwohl ein Versagen der Be-
Dle WaBrhett tolrö verSmnnr.
Angst der Bolschewisten vor Büchern.
Der in Berlin erscheinende »Sozialistische Bote", das Zentralorgan der russischen Sozialde- mokratie, erzählt: Der „Alawpolitproswjet", das Organ der russischen Regierung für die politische Aufklärung, hat eine Anordnung herausgegeben, die die Behörden verpflichtet, alle öffentlichen Bibliotheken durchzusehen und sie von „konterrevolutionärer und un- künfilerischsr Literatur" zu »reinigen". Die Bücher, die aus den öffentlichen Bibliotheken ausgeschieden werden, werden in zwei Kategorien geteilt: Die der ersten Kategorie sind unter behördlicher Aufsicht zu vernichten; die der zweiten Kategorie dürfen nur in akademischen Bibliotheken bleiben, müssen aber dort in besonderen Schränken versperrt und dürfen nur zu Zwecken wissenschaftlicher Arbeit ausgegeben werden. Aus Volksbibliotheken müssen diese Schriften entfernt werden. Zu dieser zweiten Kategorie gehören nach der Instruktion u. a. alle Schriften von Flato, Descartes. Kant, Spencer, Mach gehören die Evangelien, der Koran, der Talmud, alle Schriften von Earlhle. Krapotkin, Maeterlink, Nietzsche, alle Schriften Leo Tolstois außer den Romanen und selbst die Geschichte des Materialismus von Friedrich Albert Lange.
Vernichtet sollen alle Agitations-Schriften gegen den Bolschewismus, außerdem sollen aus den Volksbibliotheken entfernt werden: Alle veraltete Agitattonsliteratur und alle veraltest
Berlin, 12. Dezember. (Privattetegramm.) Der neue parlamentarische Beirat, der Fünfzeh- ner-BuLschuf,', wird voraussichtlich in der nächsten Zeit Tag für Tag Sitzungen halten und die ge- „ ...... . .. ...
steril begonnene Abbaüvrrordnung im einzelnen: und Kerzenglanz zu verschossen. das ist die For- weiter beraten. Reichssinanzminitzer Dr. Lutheri dcrung der Stunde. Kein Deutscher, der sein
stellte gestern im Ausschuß erneut die katastrophale Finanzlage des Reiches dar. Der Ausschuß nahm einen Antrag an, wonach dir Reichsregierung ersucht wird, geeignete reichseigene Gebäude durch Einbau von Läden, Umgestaltung zu Bureaubanten usw. finanziell ertragreich zu gestalten. Zw den Verhandlungen waren bereits einige Abgeordnete hiuzugezogen, dir dem Fünfzehner-Ausschuß zwar nicht angc- hören, aber Spezialisten für Beamtenfragen sind.
Winlemebel.
Erkenntnis führt auf neue Wegs.
In den nächsten Tagen wird die deutsche Oefsentlichkeit wissen, welche Maßnahmen die mit diktatorischer Vollmacht ausgestattete Regierung Marx anwenden muß, um das Reich zu- süÄmienzuhalten. Diese Maßnahmen werden in steuerlicher und sozialpolitischer Beziehung außerordentliche Verschärfungen bringen. Sie müssen an den OPsersinn nicht nur appellieren, sondern einfach zum Opfer zwingen, wenn das Ganze nicht zerbrechen soll. Man wird dem Kabineit Marx nicht verwerfen können, es sei reaktionär. Aber daß gerade die deutschen Mittelparteien und ihr Kabinett einen Weg beschreiien, der grundsätzlich ein Ende macht mit all dem Gerede und all den Taten, die seit fünf Jahren über Deutschland dahinfluteten, ist bezeichnend für die innere Verschiebung der Verhälinisse. Es ist der Bankerott einer Politik, die statt Brot Steiue, statt Freiheit Worte uud statt Frieden Unfrieden fetzte. Wir haben bis zum Ruhreinbruch eine Atempause gehabt, in der unsere Verluste an Wirsschastsgütern, der Druck des Feindes, das Dahinschwinden unserer Substanz, uns nicht voll zum Bewuß.sein gekommen ist. Nachdem Frankreich sein Ziel, die Vervollständigung des Versailler Vertrages durch die Herrschaft über Ruhr und Rhein, erreichte, steht das deutsche Volk vor der Aufgabe, fo viel zu erarbeiten, um zu leben, fo viel feine Lebenshaltung zurückzuschrauben, um vegetieren zu können, fo gründlich alle früheren Vorzüge umzuftoßen, um den Gesamtkörper wenigstens einigermaßen bei Kräften zu erhalten.
Nur die Erkenntnis, daß von außen her keine Hilfe kommt, oder daß Anleihen ufw. von uns mit Wucherzinfen zurückgezahlt werben müssen, vermag eine Kare Stellung zur Wirklichkeit zu geben. Das hungernde Deutschland des Mitiel- "«Ldes würde heute für jede verzweifelte Politik zu^aüen sein, wenn sie nur Aussicht auf Bes- ferunck böte. Die Extreme von äußerst rechts und unks sind trotzdem nicht durchgcdrungen. Wie Hitler scheiterte, lief sich auch der Kommu- i-ismus tot. und fo war es nötig, einmal dem Volke zu zeigen, daß die bisherigen Theorien nach ihrer vollkommenen Erfolglosigkeit durch Besseres zu ersetzen sind. Eine Innen- und Außenpolitik der Werbung ist nur möglich, wenn zunächst durch zwangsweises Zusammenbündelu aller noch gesunden Kräfte ein Vorbildliches ge- schafsen werden kann. Gelingt das unter Hader der Parteien, Bedachtsamkeit der Regierenden und ängstlichem Hinhören auf die Schreie der Straße und der Interessenten nicht, dann hat Deutschland die letzte Frist verspielt . nd vertan. Wer wollte leugnen, daß diese Uebergangs- zeit nach der durch die Inflation geschaffenen Scheinblüte uns geradezu ärmlich findet. Der Produzent wie der Arbeitnehmer wird unter dem Druck der Festmark zu einer Umstellung gezwungen, die ihm ungewohnt und brutal vorkcmmt. Jene Kreise des Mittelstandes, die unter dem zweifelhaften Segen der Börsenspekulation sich Nieseneinkommen vortäuschten, fühlen sich zurück- geworfen; manche Händler glauben, sie gewännen weniger als in den Zetten, da sich die Preise am Taae mehrmals verändetten, und di« Banken sind fast geschäftslos. In diesen Kreisen wispert und raunt es, die Rcntenmark würde den Weg der Pachiermark gehen. Ist da nicht der Wunsch der Vater des Gedankens?
Aber das VoA, daS beute durch den Stimmzettel sicherlich einer Genesungspolitik sein Mißtrauen aussprcchen würde, muß durch staat- liche Maßnahmen zum Vertrauen erzogen werden, und die Regienmg mutz ohne Rücksicht auf politische Stimmungen, oder Aufbegehren der Politiker und Interessenten, so handeln, als müsse die Genesung aus uns selbst heraus kommen. Vielleicht ist eS verfrüht, her Meinung Ausdruck zu geben durch daS Mitleid des Auslandes, den Ausfall der Wahl in Großbritannien werde uns Hilfe kommen. Selbst der bri- tifche Arbeiterführer Ramsah Macdonald hat in einer Unterredung mit dem Vertreter des .Motin" eine Politik umrissen, die auf ein Zusammenarbeiten mit Frankreich hinzielt. Das Matz unterer Besserstellung hängt allein von den Kräften ab. die wir selbst zu organisieren und zu entwickeln vermöqen. Wenn die heuttge Zeit dem fieberkranken Deutschland wie durch ein Sckwitz- bad alle Krankheitsstoffe ai'sscheiden soll, dann mutz der Arzt, in diesem Falle die Regierung, vor allein den Fieberkranken nicht in Illusionen wiegen, sondern ihm sagen, daß er wie ein Irrer im Nebel nackrevolutionSrer Vorstellungen den Psca verlor und über einem Abgrund hängt. S.
unöAapiermark
Vorschriften für Pofieinzahlungeu.
((Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 12. Dezember.
vom 17. Dezember ab wird der gesamte Post, scheckverkehr auf wertbeständisse Basis gestellt und eS wird dann keine Paprermark mehr für P oftschxckeinzahlungcn angenommen werden. Reberweisungen in Papiermark müssen zu diesem Termin in Postanweisung bewirkt werden, für die nach wie vor Papier- mark und Rentenmark angenommen werden. Für das besetzte Gebiet, für das die Rentenmark noch nicht genehmigt ist, wird für die UeberaangSzei die Einzahlung von Papiermark auf Vostfcheck- kon!o auch weiterhin erfolgen können. Dir Auszahlung im unbesetzten Deutschland erfolgt in Rentenmark. Man hofft biS Ende dieses Mo- nats die nötigen Mengen wertbeständioen Geldes für die Gemeinden des besetzten Gebietes auföringen zu können, um auch dort zum weri- betzändigen Potzscheckverkehr übergehen zu können.
Kein; VvlM in bayrischen Schuten.
München, 12. Dezember. (Privattelsgramm.) Der bayrische Kultusminister hat den angekündigten Erlaß gegen die politische Betätigung der Jugend, besonders der Schüler, herauSgegebeu. Er stellt darin fest, daß durch solche Betätigung ter Schüler die Zucht in der Schule wie im Elternhause bedenklich gelok- tert werde und daß Schüler, die noch nicht die erforderliche Reise und Lebenserfahrung besitzen, verschiedentlich durch fanatisierte Führer zu ge- setzwidriarm Berhalten verleitet worden find. Solche Auswüchse müßten im Interesse der Schüler selbst unterbunden werden. Die Politik sei aus der Schul- feruzuhaltcn.
Schützt die Familie.
-Der Kultusminister an die SlterntzsrSLndS.
Sii Not her Zelt hat aruh auf dem (Bebtet der Erziehung und der Farnille sehr nach, teilte gewirrt, «nregung zur Besserung gibt der Kultusminister Basitch in Echrlsteu i :ib Sieden. Man betidbtet u-S dcrriivcr In einer anläßlich der NeichSerziehungswoche in Alagdeburs von dem Evang. Reichselternburrd einberutenen öffentlichen Versammlung in der überfüllten JohanniSkirche sprach der preußische Kultusminister Dr. Boelitz über »Die Gegen- wartsnöte und die deittsche Familie". Der Vorsitzende des Evang. Reichselternbundes, Ober- prästdent a. D. D. Dr. v. Hegel, begrüßte die nach Tausenden zählende große Versammlung. Die markanten Ausführungen des Ministers Boelitz galten zunächst der auch die Elternschaft stark bewegenden Frage des Schulabbaus; einschneidende Maßnahmen werden sich nicht abwenden lassen. Auch Einschränkungen der Zahl der Lehrer und eine ftärtere Ausnutzung ihrer Arbeitskraft werden, wie zu besorgen ist, Platz greifen. Dies alles jedoch nur in Verbindung mit planvollen Organisationsmaßnah- men, die eine Steigerung der inneren Leistungsfähigkeit verbürgen. Nie wird etwas unternommen werden, wodurch die g e i st i g e Substanz unseres Volkes und vor allem die geistige und körperliche Ertüchtigung der Jugend gefährde; werden könnte. Bedeutsamer als alle Or- ganisationspläne wird der Geist in der Schule sein, der sie in allererster Linie zur Erziehungsschule macht, in der die
Charakter- und Willensbildung, die Erziehung zur Volksgemeinschaft und zu einer starken Staatsgesinnung int Vordergrund steht. Kein Volk ist so gläubig eine so innige wit tu-w ritt ent um einge- yLngei., irrt das deutsch^; ouic rsttäfrequeae.*« - nutzbar zu machen, ist Aufgabe nicht nur der Kirche, sondern auch der Schule. Das Entschei- dende-fedoch ist, daß die deutsche Familie gesund bleibt und in lebendiger Kraft sich immer wieder erneuert. Sie ist beute aufs schwerste bedroht durch die leibliche Not aller Art, die umso unerttäglicher ist, weil im grellen Gegensatz zu! ihr aufdringlich und frech sich der Luxus von neuen Reichgewordenen erhebt. Und durch die noch größere seelische Not: Unsere Jugend in Stadt und Land hingerissen in einen Taumel furchtbarer Geschehnisse, erfaßt von frühreifer Genußsucht und einem praktischen Materialismus, der sie nicht nur darüber belehrt, was Schiebergeschäfte abwerfen und wie man an Spe- kulations- und Börsengeschäften teilnimmt. Wohin wir fchmien: Lockerung von Sitte itn\ Sittlichkeit. Dazu eine souveräne Derachti^g religiöser Kräfte und eine LoSlö'ung von der Welt des deutschen Idealismus.
Dem mutz die Familie begegnen.
In erster Linie durch Selbstgesundung: Einfache heit, Selbstzucht und Mut zur Armur sind die drei Leitsterne, die über jeder deutschen Familie stehen sollten. Und dann durch Slbwehr all des Häßlichen, de' an unsere Jugend herankommt, durch Kluge Leitung der Kinder und durch verständnisvolles Eingehen auf die Nöte ihrer jungen Herzen. Hütet die Flamme des heiliacn Herdfeuers frommer Zucht und Sitte in eurem Haus und forgt, daß die Ehrfurcht nicht schwinde und daß die Wahrheit herrsche l
DZe LKrrDer MD Das 9trrch. Sachsen protestiert gegen den Ausnahmezustand.
(Privat-Tclegramm.)
Berlin, 12. Dezember.
Ter Reichsregierung ist gestern der Antrag der fächfischen Regierung zugegange« nach Wiederauf heb« ng der militärischen Ausnahme-Maßnahmen im Freistaat Sachsen. Wie wir erfahren, lassen die bisherigen Erörterungen im Reichskabinett eine Ablehnung auch des neuen Antrages der sächsischen Regierung mit Bestimmtheft erwarten. Bisher find im Freistaat Sachsen mehr als achthundert Beamte als ungeeignete politische Parteivertreter aus ihren Aemtern wieder ent. fernt worden, was sie den Angaben des im Gefängnis fitzenden Herrn Zeigner verdanke«.
Um dre Separatismen.
I« Erwartung der Teilnahme Amerikas.
(Eigene Drcchtmeldung.)
Paris, 12. Dezember.
In der ReParationSrommission wirrtet mau noch auf die Antwort aus Washington, ob bte amerikanische Regierung in dem zu bilden, den UnterstützungsauSschüssen vertre ten sein will. Sollte die Entscheidung Amerikas br Freitag nvÄ nicht offiziell bekannt gegeben sc so glaubt man, daß eine Sondersitzung der ReparationZkommisflon einberufen wird .sobald eine derartige Mitteilung in Paris eingelaufen ist. — Die Londoner „Daily Mail^' meldet aus Washington: Ruch die neuen fron« zöfischen Erklärungen über die Aufgaben der Sachverständigen-Konferenz genügten in Washington noch nicht, um die Teilnahme Amerikas zu '.cchtfertigen. Aus Aeutzerungen HugheL - i S.iiatot Johnson gehe hervor, daß Amerika ^hue vorheriges Fallenlaffen aller Beschränkungen keine Vertreter senden wolle.