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Meier Mueste Mchnchtm

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nrmrmer 297. Einzelpreis: 150 Milliarden.

FreiLsg, 21. Dezember 1923.

13. Jahrgang

Einzelpreis: 150 Milliarden.

Reform-Beratungen im Kabinett.

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Llm öle Relchsgrwatt.

An Sihrin und Ruhr.

Rheinland und Ruhrgebiet sind in Gefahr. 3'toar macht dir Reichsregierung durch die vor einigen Tagen gegebene Anregung zu Verhand­lungen mit Frankreich noch einen Rettungsver­such. Die will als unbedingtes Erfordernis die deutsche Reichsgewalt Wer das besetzte Gebiet sichern, um nicht diese unentbehr­lichen Gebiße mit der treudeutschen Bevölkerung in dis Hände der Feinde übergeben zu lassen. Mit berechtigter Sorge steht man den Verhand­lungen entzogen, denn Poincars hat verdächtige Vorbehalts gemacht, die wir bereits kritisch be­sprochen haben. Und wenn, nach unserem ge­strigen Berliner Telegramm, der Reichskanzler sich mit großer Vorsicht äußert und sagt, daß wir »dem Endziel noch nicht wesentlich näher gekom- nren sind', so gibt man selbst in Regiernngskrei- sen das Gefühl der Ungewißheit zu erkennen. Wird diese Unsicherheit und Gefahr auch im deutschen Volke empfunden? Wenn weite Kreise sich wenig um die politische Entwicklung küm­mern, so erSärt sich das wohl aus der betrüb­lichen Tatsache, daß wir schon so viele Schick­salsschläge haben erdulden müssen. Aber das dar? kein Grund und keine Entschuldigung für eine passive Haltung sein.

Leider haben wir auch die Beobachtung ma­chen muffen, daß zum Beispiel der Verlust Oberschlesiens mit seinen für die Volksyefamthei so wichtigen Wirtschafts- und Arbeitskräften in seiner Bedeutung nicht richtig erkannt und ge­würdigt worden ist. Gilt das Gleiche von dem jetzt drohenden noch viel größeren Sei» lust des Rh ein- und Nuhrlandes mit fast einem Fünftel der ganzen Bevölkerung des Reiches? lieber die Größe der Gefahr,^>ie ge- witterhaft im deutschen Westen aufgezogen ist, sind sich noch viel zu wenig Deutsche klar. Vom ideellen, menschlichen und nationalen Stand­punkt ganz abgesehen, bedeutet dieser drohende Verlust von deutschem Wirtschaftsgebiet für je- den einzelnen Deutschen eine wirtschaftlich^ Ge­fahr ersten Ranaes. Trotzdem spricht mit Aus­nahme der Presse nur ein versckswindend ge­ringer Prozentsatz aller Deutschen im unbesetz­ten Gebiet heute noch von Rhein und Ruhr. Und wie viele denken, gebannt in ihren alltäg­lichen Gesichtskreis, überhaupt noch an dos na­menlose Elend ihrer der Fremdherrschaft ver­fallenen Bluts- und Stammesbrüder?

Und noch einer anderen unglücklichen Zurück­haltung unseres Volkes muß an dieser Stelle gedacht werden. Es fehlt uns an jener für das Gedeihen jedes Volkes unbedingt nötigen Be­ständigkeit de? nationalen Wollens: es fehlt uns an der erforderlichen Hartnäckigkeit in der Verfolgung großer politischer Gesamtziele. Gerade das, was wir anderen Rationen, zumal manchen romcmisckfen, gern vorwerfen, nämlich, leicht begeistert und eoenso lischt wieder ent­mutigt zu fein, trifft auf uns edrUfo wie auf jene zu. Gewiß, in seinen privaten Verhältnissen ist der einzelne Deutsche ebenso ausdauernd wie beständig. Er ist von einer ungeheueren Ge­duld in der Ertragung widriger Schicksalsfckflä- ge und versiebt es gerade dadurch in der Regel immer wieder und auch unter den ungünstigsten Verhältnissen, sich in die Höhe zu arbeiten. Aber das gilt nur in persönlicher und privater Hin­sicht. In politischer Hinsicht, als Volk, entbeh­ren wir fast gänzlich dieser guten Eigenschaften. Das bewußte Strebsn eines nationalen Willens, da? in hundert Niederlagen immer noch unge­brochen bleibt, das trotz Tod und Teufel mit zähem unbeugsamen Starrsinn an seines Vol­kes endliche Befreiung, Zukunft und Größe glaubt, das ist in unserem Volk stark geschwächt. Dies ist die Hauvturfackie unserer ge.zSnwörti- gen nationalen Wllenslühmung, dies der Hauptgrund für da? graue Elend unseres gegen­wärtigen politischen Lebens. Die Rebel dieses deutschen Winters lasten schwer auf unfer&n Volk

Was ist zu tun? Es gilt pmächst, hn Volke den Glauben zu entfachen an seine Zukunft, an seine Bestimmung: es gilt, das deutsche Volk zu lehren, wie es seine privaten existenzerbal- tenden Eigenschaften, die Ausdauer, die Bv'iün- digkeft, bte Hartnäckigkeit, auch auf das Volks­ganze übertragen muß, ttnd es sieb auf sich selbst besinnen und erkennen muß, daß es nicht die jetueiliaen, mit seiner Regierung betrauten Persönlichkeiten sind, die die Geschicke eine* Vol­kes zum Besten leiten können, sondern das Volk selbst, der naftonale Wille des Volkes. Beson­ders diese Erkenntnis gilt es zu wecken und zu vertiefen. Regierungen kommen und gehen, das Volk bleibt. MLaen jene vom besten Willen beseelt fe<n, das Volk durch Nackt und Rebel doch wieder zur Sonne zu führen, mögen sie das Menschenmöglichste leisten- Nicht sie sind es, die den Ausschlag geben, sondern das Volk selbst. Die Männer einer Regierung können wobl alle jene Eigenschaften der Beständigkeit und Hartnäckigkeit in sich tragen, sie können das Ziel der naticnalen Wiedergeburt für sich selbst be­

harrlich und unentmutigt verfolgen, sie werden es nie erreichen, wenn der nationale Wille des gesamten Volkes nicht ihrem Einzelwillen den nötigen Rückhalt, die nötige Stoßkraft, die nötige Fähigkeit zu beharren gibt. Richt die Regierungen, nicht die Parteien, die nur Teil­ausdrücke und oft sehr verwischte der Volksmeinung sind, werden das Volk aus den Nebelarmen dieses Unglückswinters befreiet. Rur das Volk selbst kann dieS tun, indem es aus seiner politischen Zurückhaltung herausgehl, indem es in seiner eigenen Tiefe den Glauben cn feine Zukunft neu entfacht und triefen Glau­ben unerschütterlich fesch alt in dem einheitlichen nationalen Lebenswillen! ss.

WeOemsWS'BemMng.

Beschlüsse über Eisenbahn- und Finanzsragen. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 20. Dezsmber.

Im ReichSkabinett wurde gestern ein- gehend die Frage der Selbständigma- chung der Reichseisenbahn berate» und beschlossen, in Verhandlungen mit den Ländern einzutreten. Weiter har daS Kabinett in Aussicht genommen, sich mit der Gründung der Rhei­nisch-westfälische» Notenbank einver- tanden zu erklären. Die Bank, die diesen Na­men führen wird, erhält ihren Sitz in Koblenz. Das Einverständnis soll erfolgen, wenn be- stimmte Bedingungen Erfüllt sind, die in den letzten Tagen mit den Vertretern der Rhei­nischen Bank erörtert worden sind. Rach den in diesen Verhandlungen gewonnenen Ein­drücken tzcht zu erwarten, daß über diese Be­dingungen eine Einigung erzielt wird.

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MecftenWsrk.

Berlin, 20. Dezember. (Privattelegramm.) Reichsfinanzminister Dr. Luther beantragte ge­stern beim Aufsichtsrat dejr deutschen Renten- Sank, daS Institut möge dem Reiche über die in der Rentenbankverordnung vorgcfehenen 1200 Millionen Mark hinaus noch einen Zu­satz krodit gewähren. Der Antrag wurde in­dessen vom Aufflchtsrat ab gelehnt, um das B e r t r a u e n in die Rcutenmark auftechi zu er­halten. Gleichzeitig kündigt daS Reich die Aus­gabe auf Rentenmark lauteinder Schatzwechsel an. Deutschland und Frankreich.

Um den Lebensrnittelkredtt.

(Eigene Drahtmekdung.)

Paris, 20. Dezember.

Echo de Paris berichtet: Die Kriegslastenkom­mission hat die deutsche Note betreffend Gewäh­rung des Vorrechtes für einen ausländischen L e - benSmittelkredit bisher nur kurz>behan- delt. Es soll mit Beschleunigung die Stellung- nähme der alliierten Regierungen eingeholt wer­den und zwar unter B ufung auf die außer­ordentliche Bedeutung fcc-.> deutschen Antrags für die Reparationssi cherungcn. Der Vertreter Frank­reichs fchlug vor, die Gewährung des LebenS- mittelkredits nur gegen gewisse Deutfchland aus­zuerlegende Verpflichtungen auszusprechsn.

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(Sin neuer OrutftBer Schritt.

Berlin. 20. Dezember. (Privattelegramm) Wie zuverlässig verlautet, hat das R e ich S k a b i- nett beschlossen, sobald der VkeinungSaustausch mit der französischen Regierung wieder in Gang kommt, die übrigen Alliierten zu einer Teilnahme der Aussprache über die Repara- tionSsrage zu ersuclLn. Der bisherige deutsche DHrttt in London und Rom beschränkt sich ans die Bekanntgabe der in Paris überreich­ten Rate. Im ReichSkabinett wird seit Diens. tag eine weitere Note an Poincarö vorberei­tet, die ave diejenigen Fragen enthält, über die Deutschland direkte Verhandlungen mit der fran­zösischen Regierung wünscht, und die PoincarS ersucht, Zeit und Ort der Aussprache Mischen deutschen und französische» Vertretern zu bestim- rnen. Die Rote soll noch vor Weihnachten abgehen.

B

®?t Nudrlnbustric-Dertrflsk.

Berlin, 20. Dezember. (Privattelegramm.'» Vertreter der Ruhrindustrie weilen seit gestern in Berlin. Der Reichskanzler nahm Gelegenheft, ihnen mitzuteflen, daß die Verträge der Ruhrindustriellen mit der Micnm ans völlig neuer Basis aufgebmtt werden müssen. Auch die Arbeitszeit »ud die Erwerbslose n- sürsorge nach dem 1. Januar sind Gegen­stand der erwähnten Besprechungen.

Wohnungen und Wielen.

Maßnahmen zur Besserung.

(Privctt-Telegramm.)

Berlin. 20. Dezember.

Der FSnszehner-Ausschntz beschäftigt- sich gc- ßern mit der Verordnung zur Aendernng des Mieterschutzgesetzes und des Woh­

nungsmängelgesetzes. Die Verordnung berechtigt die Oberste Landesbehörve im Inter­esse der Kleinrentner und rrnterstützungsempfän- ger sowie derjenigen Gruppen von Lohn- und Gehaltsempfängern, die ihre Bezüge wöchentlich erhalten, statt der monatlichen die wöchent­liche Mietszahlnng znzulassen. Fermr sollen die Vorschriften de« Gesetzes auch ruf Neubauten, die mft Zuschüssen ans öffent­lichen Mitteln begonnen find, nach Anordnung der Obersten Landesbehörden angewandt werden können. Der Ausschuß beschloß, der Regierung zu empfehlen, den Obersten Landesbehörden die im Entwurf vorgesehene Ermückttgung zur An­ordnung der Vorauszahlung der Mieten u i ch t zu erteilen.

Das unruhige Bagern.

Kein bayerisches Ermächtigungsgesetz.

,j. (Privat-Telegramm.)

München, 20. Dezember.

Der Landtag hat gestern nachmittag in feiner Vollsitzung das Ermächtigungsgesetz ent­sprechend einer Entscheidung, die schon vormit­tags im ständigen Ausschuß gefallen war, a b - gelehnt. Es stimmten mit Ja 91 ASgeord- nete der Bayerifchen Volksxartei, der Bayeri­schen Mittelparlei, der Deutschen Bolkspartei und der Demokraten, sowie der Landwirtschaftsmini­ster Mnzrlhofcr vom Bayerischen Bauernbund, 54 Stimmen der gesamten Linken des Bayeri­schen Bauernbundes außer Wuzelhofcr, waren dagegen. Für die Annahme wären 106 Stirn- men nötig mwesen. Rach der Erklärung des Fraktiousoorsitzenden der Bayerischen VollS- partci, deS Abgeordneten Heldt, ist der Banern- Hurb als aus der 'Koalition «usgetchiede» zu be­trachten. Deshalb dürfte die Stellung des baye­rischen Landwirtschaftsmini firrs im Kabinett hiermit erschüttert sein.

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DvrflSt morn VuNGversache.

München, 20 Dezember. (Privattelegramm) In Ergänzung der gestrigen Meldungen über Putschgefahr kommen heute weitere Rachricksteu. Tie Regierung hat ein wachsames Auge aus dir Nationalsozialisten und hat umfassende Vor­sichtsmaßnahmen ungeordnet. Der Landtag er­hielt verstärkten polizeilichen Schutz. Ebenso nmrde» Post- und Telegraphenamt durch Lan- deSpolizei gesichert. Die Ausführung der OperTosra", die für gestern abend in, der Münchener Oper angefetzt war, ist abgesagt worden. Den Anlaß zu dieser Absage gaben die Gerüchte, die von geplanten Demonstra­tionen der Nationalsozialisten während der Vor­stellung wissen wollten.

Dorkrie-ksprrise für Lrdrnsmfttel.

München, 20. De-emb-er. (Privattrlegramm.) Eine Verfügung deS GeneralstaatskommiffarS verordnet die Einführung der BorkrieqS- preise im LebenSmittelhandel ohne jeden Ausschlag bei Androhung Strafen.

Der griechische Staatsstreich.

Uneinigkeit der Revolutionäre.

(Eigener Drahtbericht.)

Wien, 20. Dezewber.

Ans Athen wird gemeldet: Der Abreise des Königs nd blutige Zusammenstöße im Athener Offizierskorps vorausgegangen. Am Montag wurden acht Offiziere des dritte» Jnfanterie-RegimeMs kriegsgerichtlich zum Tode verurteilt und am gleichen Tage erschossen. Die ZeitungCntoros" ist von der Revolutions- remenrm besetzt worden. General Gonatas hat die Enft-^ffnnng der Garnison Coimbra ange­ordnet. die am DienSiag der Athener Regierung ein Mttmattn» zustellte. daS den Anmarsch aus die Hauptstadt ankündigte. Venizelos er- Parte, er billige nicht die Abschiebung deS- nigspaares. Er mache die Uebernahme der Re­gierung in Athen von dem RücktrittderGe- iierale PlastiraS und GonattaS abhängig.

Derhcftuns von Hvsbeamttn.

Z ü r i ch, 20. Dezember, i Privattelegramm.) Der Corriere meldet aus Athen: Gesyrn find eine Anzahl Beamte deS HofeS v er hastet worden wegen Vorbereitung einer verbotenen Handlung gegen die Sichercheit des Staates. I» Athen find Revolutionsgerichte eingesetzt worden. Der rumänische Gesandte ist abgereist.

B

3Iu<$) rcte Aufrührer,

Wien, 20. D^ember. (Eigene Drahtmel- dunq.) Aus Griechnland wird noch berichtet: In Saloniki ist eineMatrosenregie­rung" anSgcrnfen. In Saloniki weht von Schü­fen und Gebäuden die rote Fahne. Die griechische Regierung schifft im Piräus zuver- läsfige Truppen nach Svlonfti ein.

Die Goldnotenbank.

Anterrevung mit WLHrungSkommiff ärSchacht

" Der hrnn,»kvmmigar 9*. Sjalmar

schtls» t ««toäbtte ftttm Säe. M. «Serbe- man«, dem S.r.iutz Vertreter des

bamer tetegeaaf',einc Untetrebnng, in der er fich über bie$rage berSelbnotenbant Sutzerte

Der Zettpimtt, zu welchem dieses Institut ins Leben gerufen werden wird, steht noch nicht fest, doch handelt es fich höchstens um Wo- che « und vielleicht nur um T agr. Diese Gold- notenbank wird mit Hilfe von deutschem und ausländischem Gold erstehen. Deutscherseits wird man alles tun, um, soweit wir dazu in der Lage sind, die erforderlichen SDHtM aufzu­bringen. Ich rechne aber auch auf dei Betei­ligung ausländischen Kapitals, auf holländische,, englische, amerikanische, französische, schwedische und skandinavisch« Unterstützung. Diese neue Bank wird dem Ausland die Mög­lichkeit bieten, in durchaus sicherer und gewinn-, bringender Weise Kapital zu investieren. Selbst, verständlich werden die auMndischen Interes­senten ihr Geld nicht ohnr weitestgehende Ga­rantie unsererseits zur Verfügung stellen. Die neue Dank wird daher sowohl vom Deutschen Reich als auch von der deutschen Regierung un­abhängig sein und vollkommen

unter die Kontrolle der Geldgeber

gestellt weiden. Die Gründung der deutschen Goldnotenbank ist der Kernpunkt meines Pro­gramms. In Anlehnung an diese neue Bank wird das deutsche wirtschaftliche Leben sich wieder auf die GoldbasiS stellen und ge­sunden. Erst wenn der deutsch« Handel und die Industrie saniert sind, wird es möglich sein, das deutsche Budget in Ordnung bringen. .Ist NtztztEt befürcktcu, daß die uns-lösste Rspara- ttonSsrage den Erfolg der Goldnotenbank ver- hindeim wird?" ,S)-ie Gokmotentbvnk ist mei­nes Erachtens von der RÄparcttionssrage unab- HLMH, denn sie ist ein volflonrmen auf sich selbst beruhendes Institut mft privatem Kapital, das Goldkredite nur an solch« Gläubiger geben wird, die dieser Golokredite würdig sind. Man muß unterscheiden zwischen drr Errichtung einer Goldnotenbank und der Lösung der Währungs- srage. Ich hin über zeugt, daß die WA h r u n g s- fraae ohne eine erträgliche Lösung der Repa, rationsfrage $u erledigen sein wftd." (?) Ich fragte Dr. Schacht, tote es tfrm gelungen sei,

den KurS der Papiermark

an allen Weltbörsen zn verdoppeln, tote er die Billion in Amsterdam auf 61 und 62 Emt halten könne und täglich sich vergrößernde Beträge au Devisen dem doutscken Handel und der Industrie zur Verfügung svftlen könne. Er antwortete lächelnd:Das sind technische Fragen, für die das große Publftirm kein Interesse hat. Ich hege redoch die begründete Hoffnung, daß ich mein System durchführen kann, bis sie deutsch« Goldnoteubank ihre Tätigkeft begimvt.A u f diefe Bank", sagte Dr. Schacht,wartet das ganze Deutsche Reich. Im Hinblick auf die Gründung des Zentralinstituts haben die Einzelstaaten »ud die Städte davon abge­sehen, eigenes Goldgelb in den Verkehr zu brin­gen. Die Zeitungsmeldungen, daß Bechern ein eigenes Goldgeld Herausgeben wolle, treffe» nicht zu. Was zurzeit im Rbeiirlaud geschieht, vollzieht fich außerhalb des Bereichs meiner voll­ziehenden Gewalt. Tas Rheinland ist die große Wunde des Deutschen Reiches. Die Errichtung einer rheinische» GoldnotenhMk geschieht ohne meine Mitwirkung, und grimdsätzlich be­trachte ich. was da geschieht, als unzweckmäßig. Es liegt auf drr Hand, daß es schwierig sein muß, Goldwoten, die durch ein kleines und in sich selbst in toirtschatflicher Hinsicht nicht »nab« hängiges Gebiet ausgegrben werden, Weltgel­tung zu verschaffen. Je mächtiger der Staat ist, der hinter einer GokduotenbaNk steht, deüo siche­rer ist das Geld garantiert. Was ftn Rheinland geschieht ist Zersplitterung unserer Kraft. Ich stellte Dr. Sckacht dann die Frage, »b Nicht, für Deutschland eine

Sanierung nach österreichischem Vorbild

möglich sei.Ich betrachte die Arbeit von Dr. Zimmermann (der Sanierungskommissar des Völkerbunoes für Oesterreich) mit größter Sym. fathie und Dewimderung", antwortete Dr. Schacht. »Deutschland würde gern mit dem Völ­kerbund Msamnren arbeiten, es stellt aber die Bedingung, daß auf keinen Fall die große antr- rikanischc Reptrblik ausgeschaltet werde. Vor- lauftg versuchen wir uns dtttch eigene Initiative zu helfen. Schließlich stellte ich Dr. Schockt die Frage, ob das Reichsgerichts-Urtetl Mer nie

Auswertung der Hypotheken

und Hypothekenschulden nicht etwa rin neue- finanzielles EhaoS in Deutschland beranfzube- schwören drohe. »Ich glaube nicht," lautete die Antwort, .daß eS zu einer Auftverttmg der Hv- potheken kommen wird. Dagegen wird daS ReicS durch schwere Stenern diejenigen treffen, die aus ver W-ertvernnncruna der HY-,