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sseler Neueste Nachrichtm

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Stummer 302

Sonnabend, 29. Dezember 1923.

13. Jahrgang

Einzelpreis 15 Pfennig.

Einzelpreis 15 Pfennig.

Genauere deutsche Vorschläge au Frankreich

EZ ist also vorgesorgt, daß ein<

Drlgferrs HaliLNg.

nähme bleibt und daß eine Durchbrechung des

amtlich betrachten, um die Betriebskosten her- abzudrürken. Besoldet wird lediglich ein Juwe.

Brüssel, 28. Dezember. (Eigene Drabsiuel- düng.) Der Besuch des deutschen Geschäftsträ­gers bei Theunis hat der Fortsetzung des Mei­nungsaustausches über die Reparationen und die Ruhrfrage gegolten. Theunis Hal den deutschen Vorschlägen weitgehendes Ent­gegenkommen zugestchert, auch die Amnestie aller von belgischen Kriegsgerichten gefällten Ruhrverurteilnngcn zugestanden, jedoch den B e r z i ch t auf die RuhrScsabungskosten als für Belgien untragbar abgelehnt.

lier, der die eingelieferten Gegenstände zu prü­fen hat und ihren genauen Wert abschätzt. Da­bei bildet er den zu zahlenden Ankaufspreis nicht nur nach dem Metallwert, son.dern^ auch nach dem Wert der Verarbeitung, dem

Länder und Gemeinden zur Regelung des Mietweseus vom Reichsmietengesetz adgchen dürfen. Und zwar sollen sie berechtigt sei», schon ab 1. Aanuar 1924 die vollen Friedyns- mieten einzuführen in Form einer neuen Steuer vom bebauten Grundbesitz; diese soll so hoch bemessen sein, datz ab 1. April 39 Pro­zent, ab 1. Juli 40 Prozent und ab 1. Oktober 50 Prr^ent der Mieten dem Hauseigentümer ver- bleiben. Danach würde also schon am 1. Ja­nuar die volle Friedcnsmiete in Kraft freien. Wie weiter bekannt wird .soll in Kreise» der Be­amte». und Arbeiter-Organisationen gegen diese Matznahmgn des Reichsfinanzministeriums ener­gischer Protest erhoben werde«.

len Schlund der Schränke werden vorsichtig drei Kiste» mit Bkirsnnlschlägen ans steifem gelbem

cittocn. st hoher

KommunWsche Umtriebe.

Politische Wohltätigkeit nach Moskauer Weisung.

(Privat-Telegramm.)

Hamburg, 28. Dezember.

Die Hamburger Behörden haben derJnter- rmtionalen Arbeiterhilfe", von der ssch Komitees in diesen Tagen überall in Deutschland gebildet haben, die Sammelerlaubnis für das Hamburger StaatZgebiot verweigert mit der Begründung, es habe sich herausgestellt, datz die Komitees plan­mäßige kommunistische Propaganda treiben und direkte Weisungen von Mos­kau beziehen. So heißt es in einer Nummer der internationale» Preffetorrespondenz, daß die Gründe der Menschlichkeit Sei der ein-nleitenden Hilfsaktion hinter den politischen Absich­ten zurücktreten sollen. Die deutsche Hungers­not sei ein ausgesprochen politischer Faktor. Ihre Bekämpfung müsse unmittelbar politische Fol­gen haben. Die .Hungerhilfe für die deutschen Arbeiter sei keine bloße Wohltätigkeit. Es han­dele sich darum, Borbedrngrmgetn einer späte­ren Revolution durch die jetzige Tätigkeit der internationalen Arbeiterhilfe zu schaffen. Die Feststellungen der Hambnrger Behörden ergeben, datr es den Beranstaltürn in erster Linie darauf ankommc, einige Kale zu erkalten, um dort eine politische Beeinflussung der Gespeisten zu suchen.

Anter sranzSMcherWillkür.

DaS Schandurteil in Düsseldorf.

DmtMnnS und Frankreich.

Die deutschen BerhandlungsvorschläK:.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin 28. Dezember.

Heber den diplomatischen Schritt in Paris wird von aurtlicher deutscher Seite folgender Be­richt auSgegeben: Die deutschen Geschäftsträger in P a r i s und Brüssel haben bei ihrer neuen Demarche vom 24. Dezember die Vorschläge der Reichsregierung für die Herstellung eines Modus vivendi in den besetzten Gebieten näher präzisiert. Es handelt sich dabei um die Frage des Wirt- schaftsverrehrsderSssetzteuGebr--^-- mit dem unbesetzten Deutschland und mit oem Auslande, um Geld- und Wäh- rungssragen, insbesondere d-ie Errichtung einer Rheinisch-Westfälischen Notenbank, nm Fragen der Rheinschtfsahrt und des Eisenbahnverkehrs, sowie endlich nm Fragen der allgemeines Verwaltung und Gesetzgebung. Die beiden Geschäftsträger haben im Anschluß an die Besprechung eine Auf- zeichnrmg Über diese Fragen überreicht.

Die i.affcler »ieueuen tladiriditen erscheinen wöchentlich sechsmal nawm ttaaS. Stet Abonne- mentSpreiS beträgt für vie Woche vom 24. b:S 80. Dezember 70 Pfennig- de, freier ZuN-llmiz in« Hau«,in der EeschastSltel-e abgeholt 65 Pfe ntg.. Bestellungen loerven jeder-eU entoeaen- genommeu. Berlag uns SiedaMoa: Lchlachtoofftratz- 28/30, Fernsprecher Nummer 951 und 952. rfüv unverlangt eingesandte Beitrage kann die Sledaktion eine vereint, laortuna oder Bewähr in keinem Halle übernehmen, btückzahlung der BezugSgelder oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnangsm ibiger Siefetung Ist außa-lS'offen. Postscheckkonto Frankfurt a M. Nr. 6380.

Erlös erzielt werden kann. Und die Menschen, die hier erscheinen, treibt die bitterste Rot zur Veräußerung ihrer Habe. Etwa fünfzig Man» ner und Frauen nehmen die städtische Goldcm- kaufsstellc täglich an Anspruch; manchmal mehr, zuweilen weniger. Warten zu einigen Dutzend int Zimmer oder auf dem Flur zur Abfertigung. Die Adwickeltlna des Verlaufs der hier an­gebotenen Wertsachen vollzieht sich rein äußerlich denkbar einfach. Die Sachen weiten aögeschahi, bei Verkaussbefchlust gibt es einen Gutschein, der sofort bei der Stabchauptkasse eingelöst wer. den kann und dort mindestens zur Hälft- teert« beständig, 'm der letzten Zeit sogar zu hundert Prozent in Festmark enigelöst wird, und die an. gekauften Wertsachen wandern in die städti- sche Schatzkammer. Das ist das Schicksal der Gegenstände. Menschlich ist dieses nüchterne Geschehen aber in fast allen Füllen der

Schlußakt einer Tragödie.

(Ptivat-Telegrarnm.)

Berlin, 28. Dezember.

Die Berliner Morgenblätter besprechen heute mehr oder minder temperamentvoll das franzö­sische Schandurteil von Düsseldorf. (Siehe zweite Seite.) Besonders bemerkenswert äußert sich das Berliner Tageblatt", das dieses Urteil auf die französische Lügenpropaganda zurückführt und wie folgt schreibt: Poinrars hatte selbst das Wort genommen und die Schupoleute ebenso wie den Regicrunlzsprästdenten Grützuer und die preußische Regierung mitSchmutzbesp ritzt. Er hat nicht die Aufiiärung der unendlich verwik- kelten Umstände und kmoplizierten Zusammen­hänge abaewartet, die ganz ohne Zweifel das Bild des 30. September bestimmen; er hat einfach drauflos behauptet und die. hohe Strafe für den . -.äegi-rSnrtzprSftdcntrn der sich in Sicherheit be­findet, liegt auf derfelorn Linie. Poincarö wird sich über diese Methode ohne abzuwarten, Beleidigungen gegen uns auszustoßen, die ihn: gerade recht erschienen allmählich selbst diskre­ditieren. Mir haben umso mehr ein Recht, von einerMethode" zu sprechen, als es schon seit Monaten Ucbung der französischen Regierung ist ohne weitere Untersuchung für französische Spione im besetzten Rhein- und Ruhrgebiet ehrenwerte Männer als Geiseln einzustrcken.

Mnjrtgenpretfe Gefchästranzeigen Zelle 15 «fenntg, Familien.Anzeigen Beile 10 Pfennig, Kleine Anzeigen dtS Wort 21/, Pfennig, Reklamen die Zeile 50 Pfennig. Offrttgedühr 10 Pfennig (bet Zusendung der Offerten 20 Pfennig), Rechnungsbeträge sind innerhalb fünf Tagen zu bezahlen. Maßgebend ist der Kurs bei Zahlung rtageS. Für die Richltg. keil aller durch «rnfprecher auf gegeben en Anzeigen, toroie für Aufnahmedaten imd Pläne tann nicht garantiert werden. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Druckereir Schlachthofstratze 28/30. Geschäftsstelle Kölnische Straße 5, gegenüber der Spohrstraße. Fernsprecher Nr. 951 und 952.

Goldanlaufstellen.

Unter amtlicher Leitung.

»le «oldankattfSstellen erzählen Deschichte» von der Stet nuferer Zeit, die eine« trancigen Ein- blick in sehr viele arme Familien»«»h<tlt«isse ge­währen. $R«n PH reibt darüber an# Bert»» Seitdem die Stadt Berlin eine amtlich« Goldankaufsstelle im Rathaus errichtet Hai, die Notleidende vor UebervortMung schützen soll, gehen dort täglich viele Leute, die einst bessere Tage gesehen haben ein und ans. Zn dieser Amtsstube ist keiner der Prüfer und Käu. fer amGewinn" interessiert. Deshalb heißt die evste Frage auch nicht:Was wollen Sie für den Ring, die Brosche, die Uhr haben?" Son­dern man sagt den Leuten was man ihnen äußerst geben kann! Ten Dienst der städtischen Goldankaufsstelle versehen von 8 bis 1 Uhr Da- men und Herren, die ihre Aufgabe als e h r e n »

In der städtischen Schatzkammer.

Ein halbes Dutzend riesiger, schwerster Pan» zcrschrünke paradiert Der in dunkelgrüner Uniform wuchtig an den Wänden. Auf ihrem Kopf, knapp unter der hohen Decke, stehen die gläsernen Rüder der Lotterien mit den Loswik- keln in ihrem breiten Bauch. Aus dem dunk-

und in der englischen Arbeiterpartei sitzen genug ftfltematifchc Gegner Frankreichs, .um in dieser etwas simplen Meinung die Regierung zu be= stärken, die an und für sich geneigt ist, ihre Wün­sche für WitkKchkeit zu nehmen/

Auch Saint-Brice imJournal- läßt durch­blicken, daß man eine neue deutsch-englische In trifte zu befürchten habe. Er meint, die T ak« llk Deutschlands sei folgendermaßen zu t"Räten: Durch die Fortsetzungen der Lerhand- lungen mit Frankreich und Belgien wolle Deutschland beweisen, daß es eine E-iniqunz wünsche. Falls es dazu gelange, daß fein Recht, in die Verwaltung der Rheinlande und des Ruhrgebietez wieder einzutreten, anerkannt werde, so sei der Boden Tür eine Er Weiterung der Diskussion vorbereitet, wenn die neue englische Regierung an die Macht gelangt. Gelinge die« dem Reicb aber nicht, bann werde die Lage geklärt sein. Der Beweis sei alsdann erbracht, daß zwischen dem besetzten Gebiet und dem übrigen Deutschland die Trennung voWLn- Ti;a ist. Tas englische Slrbeiterkabinett werde freies Feld haben, um die neue Politik zu bo- cinnen, deren erste Grundlinien Tom Shaw lürzkich in Berlin gezogen habe, das heißt gegen Frankveich

Auch derMalin" äußert die Furcht vor neu­en Mtoegigleiten in den Verhandlungen. Da­mit die Verhandlungen zu einem guten Eiche geführt werden können was derMatin- als ba§ aitkrichtig- und ernste Bestreben der französi­schen Regierung bezeichnet (?) meint das Blatt, sei nicht nur notwendig, daß man in Ber­lin die in Zaris gesetzten Grenzen nicht zu über- schrsiteu wünsche, fondern vor allen Dingen auch, daß mau nicht beabsichtige, die Karten zu verwirren. Als ein unangenehmes Anzeichen die­ser 9Trt vermerkt derMatin einerseits sine Berliner Regierungsüußeruug, die r:n ge Behauptungen aus bet letzten Kammer­rede rurüSweift, andererseits auch den engli-

keiucfl Um- Papier herausgeho-tt uns auf einen Tisch ge- I stellt. Schwer sind diese Kisten. Schwer von

Abrüsiimgsfrage, die das Matt als offen ge­gen Frankreich gerichtet bezeichnet. Derar. tige englische Schritte in eurem Augenblick, wo schwierige Verhandlungen Mischen Paris und Berlin in Gang kämen, könnten nicht geeignet sein, die Erledigung der französisch-deutschen Schwierigkeiten in größere Nähe zu rücken. Die Erfahrung beweise, daß eine direkte oder indi­rekte Unterstützung Deutschrands gegen Frank­reich jenes dazu verführt habe, den Sinn Mr die Wirklichkeit zu verlieren und sich von dem Wege abzuteenden, der allein zu einer allgemeinen Re' gelang führen könne. Man liest aus jeder Zeile die Besorgnis der Franzosen, daß die Ver­handlungen zu einer großen Wäsche führen könnten, wobei ihnen möglicherweise d-e Fells sortschwimmen. Wollen sie aber nicht den Rest ihres Ansehens in der Welt verlieren, so müssen sie in eine Aussprache einwilligen. Notwendig wäre, daß die Oefentlichkeit Wer deren Verlauf unterrichtet würde.

<$no5enö als Suf^mutr.

London, 28. Dezember. (Eigene Trahtme!» tmng.) Baldwin hat die durch den deutschen Botschafter überreichte Einladung zur Teilnahme an dem deutsch-franzöfisch-bclgischen Meinungs. austausch über die Reparationen zur Kennt­nis genommen, die Stellungnahme Eng­lands aber sich bis zum Zusammentritt des Par- lameuts, da8 heißt bis zur Bildung der neuen Regierung Vorbehalten.

Um Mein und Ruhr.

Fraukveich fürchtet Verhandlungen.

Das Streben der deutschen Regierung, mit der französischen und belg'fchen Regierung Ver­handlungen herbeizusühven, um wieder geord­nete Verhältnisse an Rhein und Ruhr zu schaf­fen, wird in Frankreich noch mit Zurückhaltung beantwortet. Pomcare, der kein reines Gewis­sen hat, befürchtet Nachteile für feine hinterhäl­tigen Pläne. Fn der französischen Dresse kommt vielfach das Bedauern darüber znm Ausbruch daß zwischen dem deutschen Schritt und der Em- Iciituifl der Unterhaltung Mit Frcmtreich eine ganze Woche verstrichen war. Der -Petit Pari­si en bedauert es vor allen Dingen, daß diese Woche nicht dazu ausgenützt worden fei. in Un­terhaltungen offiziöser Art die Verhandlungen vorzubereiten, zu denen die Pariser Unterhal­tung doch voraussichtlich Mhren mutz. Es ist allerdings nicht recht ersichtlich, ob der Petit Pa­li sien, wenn er schreibt:Eine offiziöse Unter« ltaltung, bei der keiner der Teilnehmenden ferne Regierung verpflichtet, ist manchmal nützlicher, um eine Lage zu klären, als ein Notenaustausch, wenn auch die Worte noch so sorgWtig abgewo­gen werden, oder wenn er fragt: ,Barum v. Hoesch feine Unterhaltung auf Pomcare be­schränkt und nicht auch die Beamten des Quay d'Orsay besucht. die Meinung der maßge­benden ReMerungsstellen wiedergivt oder nicht. Allerdings gibt dieser Blatt zu. daß man durch die Methode der Noten keine Klarheit gewinnen werde, ober in ähnlicher Weise, wieTemps- Artikel, meint das Blatt, datz etwas unerläßlich iejtDie beiden Regierungen teer, en sich sehr große Diskretionen auferlegen müssen. Wenn die ausgerauschten Roten sofort veröffentlicht werden, wenn die einander gegenüberflshenden Standpunkte sofort enthüllt würden, wenn aus beiden Seiten die öffentliche Meinung sofort zum Richter Wer eine Aussprache gemacht wür­de, bie im Augenblick einen technischen Charak­ter wahren mutz, bann wird eine Einigung recht schwer werden. Wenn die Politik sich auf dem Vordergrund bet Bühne installiert,bann wird man das Stück nicht spielen können. Frcmzösi- scherseits, so meint derPetit Paristen, 'erkenne man bie Rotwettdigkett an, daß eine vollkom­mene Aussprache mit Berlin zustande kommt, aber er bezweifelt, daß in Berlin noch derselbe Wunsch vorherrscht.

Anscheinend ist derPetit Parisien aufs neue von der F u rch t vor einerenglischen Intrige befallen. Er HM eS nicht für un­möglich. daß Marx mtb Stresemann zu der Ucberzeugunq gelangt feien, es sei besser abzu- tearten. Die Inumlaufsetzung der Rentenmark habe die Lage für den Augenblick etwas gebes­sert. die Regierung habe teieber einmal. Kredit und in drei Wochen werde in England vielleicht ein Arbeiterkabinett an die Macht kom­men. wodurch mannigfachen Kombinationen ein unendliches Feld eröffnet werde. ^Wieder einmal, so heitzt es in dem Artikel,blickt man . in Deutschland nach der englischen fato morgana

Vvlncarss TlulflSchle.

Paris, 28. Dezember. (Eigene 'Drcchtmcl- bung.) Der französische Ministerrat hat am Don­nerstag den Bericht des Ministerpräsidenten Po- incarä über die letzte Besprechung mit dem deM- schen Gyfchäststräger von Hoesch entgegengenom­men. Der Ministerpräsident ist nicht in der Lage gewesen, dem benschen Vertreter Zugestätemisse zu machen, da die Vorschläge Deutsckflands zu all­gemeiner Art seien, (?) um einer Stellungnahme Frankreichs zugeführt zu werden. Herr von Hoesch hat zugcscigt, der französischen Regie­rung noch vor Rcujahr genauer formulierte Vorschläge Deutschlands zu überreichen, de­nen gegenüber, so meldet Havas, die Bereitwil­ligkeit der französischen Regierung, weitere Be­sprechungen zu führen, bestehen bleiben soll.

Giuu-dfchulacsetzes in Zukunft unter ständen ftfl-ffinbet

Hier bringen Frauen und Männer, oftmals alte adgearbietet» Ehepaare, ihre Trauringe. An einem Fädchen baumeln und klingen mit feinem zarten Ton die schmalen blinkenden Goldreife. Wandern aus zitternder, hungerfchwaiber Hand auf die Goldteage, um sich zu senen widrigen, jämmerlichen Papierfetzen zu verwandeln, die wir als Geld zu achten gezwungen sind. Matte, traurig« Augen sehen den Ringen nach. Ein Ab- schiednehwen auf Nimmerwiedersehen! Denn bas Sküükaufsrscht, das zunächst geplant War, läßt sich praktisch nicht durchführen,oa die Goldverkaufsfumme mit Goldzinsen zu dem hohen Bankdiskont berechnet werden müßte, der die Zinsen sehr bald das Kapital überwuchern läßt und den Rückkauf tatsächlich unmöglich macht. Zwar sind die hier zum Berkaus gebrach­ten Gold- und Sflherwaren, Juwelen und Spir. zen fast immer mit hohen Erinnerungs­werten verbunden, alte Familienstücke, von denen man sich mir in der bittersten Noi trennt. Aber diese bitterste Not ist ja da. und es fehlt jede Aussicht sagte doch selbst ein Kanzler sie in absehbarer Zeit zu überwinden. Mer auch sie hängen an ihrem Nestchen Leben und erlaufen es sich um jeden Preis. Der präch­tige Krückstock leistet einen letzten Dienfft, macht sogar noch einmal stolz, wenn sich herausstellt, daß bie Krücke von schwerem guten Silber war. Oft acmia gibt es aber auch erschrockene, ver­zweifelte Gesichter, wenn die Prüfung ergibt, daß Generationen hindurch für echt gehaltene Steine sich als wertlos, Gold fachen sich als Double entpuppen. Mit einem Krach, mit einem Stöhnen bricht da wohl auch ein armer Mensch zusammen, dem durch eine solch schreckliche Ein­hüllung d,er letzte Strohhalm entgleitet. Da packt lemand einen silbernen Schöpflöffel aus. Hoffnungsvoll, daß er die fünfzig, hun­dert Mar? einer fälligen Rechnrm« bringen wird. Er wird gewogen und zu leicht befunden. Tee­löffel, Messer und Gabeln wandern nach. Dann ist die Tasche leer. Und die Rechnung noch im­mer nicht aeschafft. Eine Brosche wird losge­nestelt, zaghaft und doch hofstlunssvoll. End- , lich langts. Aber bitter, bitter ist dieses Geben. Ein Mann -schlirchzt auf! Fast sich rasch wieder. Blau vor Ansttengung. Er kann seine Frau nicht unter bie Erde brinoen, wenn er auch nur das bescheidemste Schmuckstück als Andenken be­halten will.

auch juristischer Art nicht zu vermeiden. Weiter bezüglich derisM in dem Entwurf vorgesehen sein, daß hie

Am dis erfüll GchuiZayre.

Ausnahmeregelung des GmndschuigesetzeS.

(Privat-Telegramm.)

Bersin, 28. Dezember.

Dkr preußische KulttiL.Minister hat den Neber- gang von den Volksschulen ht die nt tticren und f;3f*erett Schulen zu Ostern 1921 neu geregelt. Bekanntlich dürfen noch dem Grundschuigefetz bie Ostern 1921 schulpflichtig gewordenen Kinder erst nachvierJahren.d. h Ostern 1225, in eine bShere oder mittlere Schule übergehen. Es hat sich indessen für Ostern 1924 eine Ueber- gangsvorfchrift als notwendig erto ef tt, weil sonst bei den mittleren und höheren Schu­len vierfach ei« Ausfall der untersten Klassen zu befWcksten wäre und weil die privaten Dorschu ien sich rum Teil nicht rechtzeitig auf bie vor­jährige Tauer umgestellt hüben. Es wird daher nunmehr angeordnet, daß zu Beginn des Schul- iahrcs 192425 ausnahmsweise noch einmal b e- sonderS begabte Kinder nach drei Fahren in die unterste Klasse dcr mittleren und böheren Schule« aufgenomm°n werden üi fcn. Diese Aufnahme ist an eine Reihe von Bor bedingunnen gebunden, durch die gewiihrl istet werde» füll daß es bei dieser einmaligen Rus-

Gteuer-AyMervs'HnurigeN.

Die Beratungen im Kabinett. (Privat-Teregrmnm.)

Berlin, 28. Dezembep.

Am Reichskabinett wird heute die Beratung über die dritte Steuer-Notverordnung fortgesetzt. Wie verlautet, soll in dem neuen Entwurf sestgc- etzt werden, daß eK im allgemeinen verboten ist, daß Gläubiger bei Forderungen auf R c i ch s- m a r k eine Erhöhung dieser Schuld ver­langen dürfen. Damit wäre also <ine Aufwer­tung von Papiermaikschulden vorboten. (!) Tic Tragweite dieser Bestimmungen ist über­haupt unübersehbar und schwere Komplikationen