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Ksffeler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 111. EiuGlnmmner 10 Pf-, Sonntags 15 Pf.

Sonntag, 11. Mai 1924.

Einzelnummer 10 Pf , Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang j_____________'

Die Parteien zur Regierungsbildung.

ZweiWahlsonntage.

In Deutschland «nd Frankreich.

Die beiden Wahlsonntage, der 4. und der 11. Mai, stehen in einem unbestreitbaren Zusam­menhang. Poincars hat den Termin für die französischen Parlamentswahlen hinter die deutschen Wahlen gesetzt, um die Wirkung für seine Zwecke nutzbar zu machen. Er rechnete natürlich schon lange damit, daß der deutscheZug nach rechts" den französischen Ra­tionalismus stärken solle, damit seine Göwakt- politik gegen Deutschland durch neue Sch.'in- grümde bekräftigt werde. So Hat er in seiner letzten Wahlrede noch erklärt, daß Frankreich n«h außen eine energische Rechtspolitik beibe­halten müsse, nach innen aber eine Linkspol-tik befolgen werde. Diese Doppelzüngigkeit ist eine Leimrut» für den französischen Mittelstand und die Arbeiter. Wie diese Agitation shstematisch betrieben wird, das läßt sich auch aus der P a - riserPresfe ersehen, di« von der Regierung die Weisung bekommen hat die st; üb­licherweise gehorsam befolgt das deutsche Wahlergebnis scharf zu verurtei. l e n. Ms in den ersten Tagen nach' der Wahl die Lage noch? .unsicher war, man eine Koalition der Mitte für utöglich hielt und die Sozialdemo­kratie als die ^ärlste Partei betrachtete, da schlug die Pariser Presse noch freundliche Töne an und beruhigte sich selbst damit, daß die Annahme des Sachverständigen-Gutachtens gesichert sei. Diese Beurteilung paßte aber nicht in Poincarös Programm und so wurd; eine Schwenkung voll­zogen, die damit begründet wurde, daß die Deutschnationalen sich zur stärksten Partei ge­wandelt habe und eine Rechtsregierung wahr­scheinlich sei. Genau genommen ist diese Be- grimdung gänzlich hinfällig, nachdem sich die Deutschnationalen ebenfalls bereit erklärt haben, das Sachverständigen-Gutachten als Verhand- lungsgrundlage anzunehmen. Aber Poincars brauchte gewifles Material zur Wahlagitation u. so wurde der Kampf dementsprechend geführt

In der französischen Press«, soweit sie sich vom Quai d'Orsav beeinflussen läßt, ertönt wie­der der Schrei nach Revanche und Beibehaltung der Gewalt gegen den böswilligen Schuldner Deutschland. DerDemps" vexiert sich zu fol­gendem Kriegsgeschrei:Die deutschen Wahlen haben ein großes europäisches Ergeb- n i s Bei den vorletzten Wahlen 1920 standen die Deutschnatioualen am weitesten rechts und erhielten kaum beh siebenten Teil der abgegebe­nen Stimmen. Bei den Wahlen am letzten «onutag erhielten die Deutschnatioualen und Völkischen mehr als ein Viert»! der Stimmen, das bedeutet für ^Frankreich, jede Hoffnung auf eine Einigung zu begraben. Di« Deutschen sind wie unverbesserliche Feind« zu be­handelns!), die weiter nichts tun als den Krieg vorbereiten.« (!) Diese Zügellosigkeit in der, französischen Wahlhetze zeigt deutlich die Abiuht. Das Lügen und Entstellen Laben die Frqiyosm seit «der Kriegszeit beibehalten. Deutschland als Kini^rschreck hinzustellen ist ihre nralte Spezialität. Bei der Befchränktheit des Durchschnitts-Franzosen ist damit zu rechnen, daß di» Hetze ihre Wirkung tut und den Ratio­nalisten eine genügend groß« Anhängerschaft er­halten und vielleicht vermehren wird. Wie sich das gegenüber Deutschland auswirken wird, läßt sich unschwer voraussehen. Derunver­besserliche Feind- Reibt nach wie vor Frankreich. Das wäre auch so geblieben, wenn die deutschen Wahlen eine Regierung der Mitte oder gar ein» der Linken ergeben hatten. Irgendwie hätte es Poincars so gedreht, daß gegen DentMand der Zwang aufrechterhalten werden müsse. Die Erfahrung der letzten Jahre hat uns ja diese Politik schmerzlich genug fühlen lassen I

Gerade die französische brutale Ge­walt gegen das schutzlose deutsch» Volk in sei­ner Gesamtheit und schließlich die militärische Besetzung des Ruhrgebiets und das Quälen der unschuldigen Bevölkerung hat es verursacht, daß bei den Wahlen»in Zug nach rechts stattgesunden hat. Allerdings sind auch die an­deren. Volksgruppen, wenngleich sie in der In­nenpolitik auseinandergehen, darin einig, daß Frankreich t>ie Ursache alles Nebels ist, nur kommt es nicht in allen Parteiprogrammen zum Ausdruck. Leider gibt es ja noch Deutsche, die so schamlos sind, ihr eigenes Land zu schmähen und den Franzosen Recht zu geben, aber sie sind Gott sei Dank Ausnahmen. Es ist schon schlimm genug, daß dir Kommunisten in vaterlandsloser Weise alles Deutsche in den Schmutz ziehen und sich dem russischen bolsche­wistischen Götzendienst hingeben. Die Vorkomm» uiss» der letzten Woche werden wohl allen Par­teien die Augen geöffnet haben. Das Gegenge- wicht auf der Rechten wiegt aber schwerer. 2 ie Dcutichnatioualen sind sogar zu der Einsicht

gelangt, daß es mit negativer Kritik allein nicht getan ist. Die Einsicht kam allerdings sehr spät und der gute Eindruck wird sehr abgeschwächt durch den Umstand, daß es erst nach der Wahl geschah. Immerhin haben sie jetzt Gelegenheit zu zeigen, ob Deutschlands Lage nach ihrer Methode gebessert werden kann. Die neuen Führer können nicht darüber im Zweifel fein, was man von ihnen erwartet. K. F. D.

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»le französischen Darieien

Paris, 10. Mai. (Telegraphische Meldung.) Rach der von Havas veröffentlichten Zusammen­stellung über die am Sonntag stattfindenden Kammerwahlen bewerben sich um die 584 Sitze 2491 Kandidaten. Bon den Depu­tierten der ehemaligen Kammer bewerben sich wieder um Sitze 18 Konservative, 169 Repu­blikaner (Bezeichnung fi'r die Agrargruppe), 116 Linksrepublilaner (Partei Poincares), 39 Ra­dikale (soll wohl heißen nationale Radikale, 46 Radikale und sozialistische Radikale, 36 sozialisti­sche Republikaner (Partei Charles Pafteve und Briand), 5 republikanische Sozialisten und 11 kommunistische Kandidaten.

Llm die Regierungsbildung.

Versuche einer Koalition der Rechten (Privat-Telegramm.)

Berlin, 10. Mai.

Gestern fanden die Besprechungen der hier eingetroffenen FracktionSführer ihre Fortsetzung. Die Bildung verfassungsmäßiger Verhältnisse im neuen Reichstage ist biS gestern abend noch nicht erfolgt. Als wichtigste Tatsache ist zu verzeichnen, daß die Deutsch- Völki­sch en ein neues Berhandlungsangebot an die Deutschnatioualen gerichtet haben, das wesentlich entgegenkommender gehalten ist und die Möglichkeit einer rechtsbürgerlichen Re- gienmgS-Koaiition geben lost, die aus Deutsch- nationalen, Deutschvölkischen, der Bayrischen Bolkspartei, Deutschen Volkspartei und dem Zen- trum bestehen würde. Wie aus Zentrum«, kreisen verlautet, sind der Partei eine große Anzahl Anträge, besonders aus WestdeutsMand zugegangen, die eine parlamentarische Berstän- digung mit den Deutschnationalen an- gesichts der veränderten Machtverhältnisse im Reichstag fordern. Gegen eine nochmalige Koa­lition mit den Sozialdemokraten wenden sich die süddeutsckien Landesverbände der Zentrumspar­tei, da sie von einem solchen Zusammengehen einen weiteren Rückgang der Zentrumspartei In Süddeutschland, besonders in Bayern, befürchten.

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Mütx wieder KükirftrMnvidM?

Basel, 10. Mai. (Privattelegramm.) Ter Basler Anzeiger meldet aus Berlin: In der Re­gierungsbildung scheint sich hinter den Kulissen eine Ueberrnschnng vorzubereiten. Dian spricht mehr von einer N m bildung, als von einer Neu­bildung des Kabinetts. Nachdem weder Sozial­demokraten, noch Deutschnationale für sich die absolute Mehrheit erhalten haben, ist eS immer­hin möglich, daß Reichskanzler Marx auch zur Bildung der neuen Regierung beauftragt wird.

Mr dock bisherige Kabinett.

Berlin, 10. Mai. (Privattelegramm.) Ge­stern abend haben die Besprechungen der Reichsminister beim Reichspräsiden- t e n begonnen. Die Sitzung deS Gcsamtkabinetts unter Vorsitz des Präsidenten Ebert findet erst am Montag statt. Die bisherigen Koalitions­parteien beraten gleichfalls feit gestern abend, und es zeigen sich ernste Bestrebungen, eine neue Koalition für das bisherige Ka. bi nett tot neuen Reichstag zustande zu brin­gen, um zunächst die Durchführung der Gut­achten der. Sachverständigen zu sichern.

Die neuesten Wahlziffern.

Rach der letzten amtlichen Zählung.

(Telegraphische Meldung.)

Berlin, 10. Mai.

Rach den neuesten amtlichen Feststellungen deS Wahlergebnisses .die zum Teil bereits auf den von den Kreiswaülausjchüssen! ermittelten Be­rechnungen beruhen, find abgegeben worden insgesamt 29 311442 gültige Stimmen. Da­von entfallen auf Vereinigte Sozialdemokraten 5 991547. Deutschnationale Volkspartei 5 764 628, Zentrum 3 901 087, Deutsche Volkspartei 2 646 747, Demokraten 1661485, Kommunistische Partei 3 728 089. Bayrische Volkspartei $41982, Bayrischer Bauernbund 685 273, Hannoveraner 318505, Dentschvölkisck^ 922 626, Landliste 568 780, Dei^soziale 338 348.

Der Verteilung der Mandate ist folgende: Vereinigte Sozialdemokraten 100, Dentschnatlonale Bolkspartei 96. Zentrum 65, Deutsche Bolkspartei 44, Demokraten 28, Kom­munisten 62, Bayrische Bolkspartei 16, Bayri­

scher Bauernbund 10, Hannoveraner 5, Deutsch- völkische 32, Landliste 9, Deutschsoziale 4; Ge­samtzahl der Mandate 471. Es ist nicht aus- geschlosseH daß die Gesamtzahl der Abgeordne­tensitze noch eine geringe Erhöhung erfährt. Es hat sich nämlich herausgcstettt, daß die Zahl der ungültigen Stimmen gegenüber früheren Wahlen stark gestiegen ist. Möglicherweise wird ein Teil dieser Stimmen nachträglich für gültig erwart, sodaß der einen oder anderen Partei noch ein Mandat rukallen könnte..

Die Krise im Bergbau.

Eine Verschärfung des Kampfes.

(Telegraphische Meldung.)

Berlin, 10. Mai.

Die Blätter sprechen in ihren Meldungen aus dem Ruhrgebiet von einer Verschärfung des Kampfes im Bergbau. Komm »nisten und die auch jetzt im Ruhrgebiet sehr rege tätigen Separatisten gewinnen an Einfluß unter den ausgesperrten, bezw. streikenden Bergarbei­tern. Die Zahl der Hüttenwerke, die infolge Kohlenmaugels zur Stillegung des Betrie­bes gezwungen find, hat fich weiter erhöht. Auch mutzte die Gasversorgung mehrerer Städte, dar­unter Essen eingestellt werden. DerVorwärts" veröffentlicht einen Aufruf des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und des Afa- Bundes, in welchem Arbeiter und Angestellte aufgefordert werden, für die ausgesperrten Berg­arbeiter deS Ruhrgebiets unverzüglich Samm­lungen einzuleitem da eS fich bei dem Kampf der Bergaroeiterschast um die Verteidigung des Achtstundentages der deutschen Arbeiter handeln. Rack einer Meldung des Vorwärts aus Amsterdam, hat fich eine Anzahl internatio­naler GewerkchaftSführer, darunter englische, belgische und niederländische Bergarbeiterver­treter ins Ruhrgebiet begeben, um fich mit den dortigen Gewerkschaften ins Benehmen zu setzen.

«chlecbte AuSfichien.

Gelsenkirchen, 10. Mai. (Eigene Drahtmel- durtg.) Am Ende deS dritten Tages des großen Konftittes im Ruhrbergbau läßt fich nur feststel­len, daß fich die Lage verschlechtert hat. Von einer Entspannung oder auch nur Ansätzen dazu kann keine Rede sein. Die gestrigen Besprechun- gelt in Essen find ergebnislos verlaufen. Die Aussichten auf weitere Einigungsverhanü- lmtgen, die Erfolg versprechen könnten, sind wei­ter sehr gerinn Die Zahl der gestern int Ruhrgebiet nicht zur Arbeit erschienenen Bergarbeiter beträgt nach Mitteilung des Zechen- verbandes 421000. Die Unruhen im Ruhr­gebiet haben sich gestern erneuert. Es kam zu neuen Znsamenstötzen in Ruhrort und Homberg. Die Metallärbeiterschast im Ruhr­gebiet hat für den morgigen Sonntag Berfamm- lurfgen einberufen um die Unterstützung des Bergarbeiterstreiks durch einen Industriear­beiterstreik zu befchließeu.

Die (SetoertfMafien Warten ad.

Berlin, 10. Mai. (Privattelegramm.) Im deutschen Bergarbeiterstreik ist geftern bei der Berliner Gewerkschastszenirale der Antrag ein- gegangcn, nach einer Solidaritätserklä- runa der deutschen Gewerkschaften für die ausgesperrten und streikenden Bergarbeiter. Der Antrag ist von der BetriebSrätezentrale des Ruhrgebiets gestellt. Wie wir erfahren, nehmen die Berliner Gewerkschaften eine vorerst abwar­tende Stellung ein.

Deutschland als Opfer.

Die Beratungen tot Reparations-Ausschuß.

(Eigene Drahtmekdung.)

Paris, 10. Mai.

Echo de Paris'« meldet, datz die Repara- tionskommifsiyn in ihrer Sitzung am Donners­tag die Sachverständigen-Gutachten weiter be­raten habe. Sie habe die Richtverbin- dnng der wirtschaftlichen mit den Po­litischen fragen ausdrücklich beschlossen, nach­dem diese Verbindung schon im Dawesbericht abgelehnt fei. Für Montag sollen die deut­schen Vertreter ausgefordert werden, fich über diejenigen Gesetzentwürfe zu äußern, die Deutschland bis Ende dieses Monats zur parla­mentarischen Erledigung bringen wird.

□teuer DettugSversuty der Alliierten.

Rotterdam, 10. Mai. (Privattelegramm.) DieTimes" melden: Die Feststellung, ob die Fristen der Rheiubesetzung bereits zu laufen begonnen haben, soll nach Macdonalds Erllärungen dem Völkerbund Vorbehalten bleiben. Inzwischen ist von zwei Bertragsstaa- ten deutlich in London zum Ausdruck gebracht, daß diese Lösung nicht gutgehritzen wird, daß vielmehr darauf bestanden werden soll, datz die Fristen er« nach Erfüllung der deutschen Ver- trnasverpftichtungen zu laufen beginnen. (!)

VerkehlSwerbung.

Kassel, Wilhrlmshöhc und Fremdenverkehr.

Der Kasseler Verkehrsverein hielt gestern unter dem Vorsitz von Stadtrat Weber, cem Verkehrsdezernenten der Stadt Kassel, eine Mitgliederversammlung ab, die berufen war. die­ser Organisation nach öen Hemmnissen der Nach­kriegs- und Inflationszeit neues Leben enizu- flößen. Vertreter der Stadt Kassel, des Verschö- nerungsvereins, der Handelskammer, der Indu­strie, des Kleinhandels, der Hotel- und Saal­besitzer, sowie der Gastwirte wohnten der Tagung bei. Aus einem Ueberlick des Jahres 1923, den Inspektor Schäfer vom Städtischen Verkehrs­amt erstattete, war ersichtlich, daß Kassel im letz- teu Jahre von rund 83000 Fremden besucht wurde, von denen 3100 Ausländer und zwar vorwiegend Holländer und dan» Amerikaner wa­ren. Stadtrat Weber bezeichnete als Haupt- ansgaben des Verkehrsamtes, sich einzusetzen für die großen Verkehrsfragen in den nächsten Jah­ren, die schwebenden Kanalsragen, die Umgestal­tung der Kasseler Hafenanlagen. Verbesserung des Eisenbahnwesens und für Förderung des Luft- und Funkverkehrs, während dem Verkehrs, verein die Förderung des Passantenverkehrs ob­liegt. Was den letzteren anbetrifft, so ist Aus­bau und Verbesserung der Unter» kunftsmöglichkeiten eine der ersten Von bedkngungen dafür. Eine der nächsten Aufgaben des Verkehrsvereins ist Verbilligung uni Verbesserung des

StraßenbahnverkehrS in Kassel. Stadtrat Hoffmann machte sich, als er hierzu das Wort nahm, zum Sprecher der gesamten Be­völkerung. Geradezu unhaltbar ist der Zustand, daß. nur eine einzige Linie, Linie Z,- nach­dem Bahnhof führt, der sonst nur durch Um­steigen zu erreichen ist. Die Verkehrskommission bet Stadt Kassel bat bereits mehrfach gefordert, daß die Linie 7 in irgend einer Form (wäre eS auch nur aller 24 Minuten) durch die Füusfcn- sterstraßc zum Bahnhof geleitet wird. Bei nur einigermaßen gutem Willen wäre die Straßen­bahn in der Lage, diesen berechtigten Wünschen Rechnung zu tragen. Dringend erforderlich ist es auch, durch Wiedereinlegung der Linie 2 eine besondere Verbindung von Wilhelmshöhe mit dem Bahnhof zu schaffen. Von anderer Seite wurde noch auf die Tatsache hingewiesen, daß in anderen Städten am Bahnhof ein reges, Leben herrscht, während in Kassel keinerlei Regsamkeit zu spüren ist. Die Verkehrsverhältniffe sind eben zu trostlos. Besonders traurig sind

die Eisenbahn-Verbindungen

zwischen Kassel und Berlin, Leipzig und Kolm Syndikus Dr. M e 11 e r h a u s e n von der Han­delskammer erklärte dazu, daß besonders die Ver­bindung mit Berlin über Nordhausen sehr ver- nachlässigl sei, ebenso die mit München. Ein Schmerzenskind ist der Bahnhof Bebra. WaS darüber hinaus liegt (Hersfeld und Fulda) ist so gut wie gar nicht von Kassel aus zu erreichen. Von Eschweae nach Kassel stellt sich eine Auto­fahrt billiger als die Benutzung der Eisenbahn. Im übrigen trat Dr. Metterhausen für die Ver­folgung der Kanalbaupläne ein. Kassel darf nicht an einem Stichkanal liegen, sondern muß Zentrale des Wasserverkehrs werden. Was­ser in den Wein war der Hinweis auf die Tat-, fache, daß vor 1944 an die Verwirklichung der Kanalpläne nicht zu denken ist. Aufgabe der Stadt Kassel ist es. dahin zu wirken, daß au« den sieben Schleusen zwischen Kassel und Mün­den zwei werden. Geschieht dies, daun sahreu die Weserdampser statt von Münden von Kassel ab. Die Kasseler Interessen gehen in erster Linie dahin, daß Kassel Umschlage­platz von Weser und Fulda wird. Wenn auch in einzelnen Kreisen der Bürgerschaft ander« Meinung ist, so betonte Stadtrat Weber, die Erbauung derGaragenanlagenam Garde du Corpsplatz ist erfreulich. Bisher hieß ,es in der Automobilwelt: In Kassel ist keine Möglich­keit, unterzustellen. Mehr denn je hat der Auto­verkehr die Zukunft für sich. Das gilt auch für den

Luftverkehr und die DörnbergMge.

Die Segelflüge sind die Grundlage für das ganze künftige Flugwesen. Der Waldauer FluMlay ist nur ein provisorischer. Es muß ein Flug­landeplatz geschaffen werden, der alle Voraus­setzungen dafür erfüllt. Das wird große Opfer erfordern, fcie aber gebracht werden müssen. Sie werden sich sicher verzinsen. Nachdem Stadtrat Wider noch den Gedanken der Abhaltung hes­sischer Musikfeste in Kassel in die Wag­schale geworfen und für das Kur bad Wil- Helmshöhe eingetreten war, sprach er über die planmäßige Verkehrs Werbung für das ge­samte Gebiet zwischen Hameln und Fulda. In einer sehr lebhaften Aussprache wurde von de.i interessierten Kreisen sowohl als von Stadtrat Hoffmann als Leiter der Preispriifungsstelle bei Nachweis geführt, daß die Hotel Preise itt Kassel keineswegs höher sind als in an Deren Städten. Nur die Rechnungslegung ist eine andre. Ernste Besorgnisse hegte Stadthallenwirt Schläft