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lnzelsen mit itfioffti. 28/80 er 051 n. 952.

Freitag, 18. Juli 1924.

Nummer 16» . Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf.

Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf. 14. IahkgaUA

Meier Nmste Nachmhtm

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Die Wettkonfeeenz ist im Gange.

her

der wa

die malerische

Rauchfahne eines Dampfers,

2)ie drei heißen Auilwvchen.

Genf, 17. Juli. (Privattelegramm.) Havas meldet, die Konferenz wolle wöchentlich drei Sitzungen abhalten Man söffe, mit einer Tag'.masdaner von drei Wochen die Ar­beiten zum Abschluß »v bringen.

* Rach den neuerdings aus Berlin vorliegen­den Nachrichten ist die verbreitete Ansicht, daß die Reichsregierung beim Reichstag um ein Er- mächtigunsSgesetz zur Durchführung des

Macdonald und Deutschland.

London, 17. Juli. (Eigener Drahtbericht> Macdonasd fuhr in seiner Eröffnungsrede fort: Wir müssen damit rechnen, daß wir alle anderen Fragen alS die reine und einfache Anwendung des Berichts beiseitesseven. Lassen Sie uns erst den Boden frei machen, indem wir den Dawes- bericht zur Durchführung bringen. Danach Sin ich bereit, mit Ihnen für die anderen Fragen eine Lösung zu suchen. Die Gerechtigkeit des DaweFvlanes. seine Unparteilichkeit und sein Gleichgewicht haben allgemeine Anerkennung ge­funden. Der Dawesplan, sagte der Premiermini­ster weiter, ist nicht nur em Plan, nm Zahlun­gen von Deutschland zu erhalten, er versucht auch die Stabilisierung der deutschen Währung mO

Was Serrlol zu fairen fiat.

Der französische Ministerpräsident führt e. a. auS: ES handelt sich darum, die Interessen der Menschen, die in gleicher Weife und während langer Zeit durch einen grausamen Krieg gelit- teu haben, zu versöhnen, mit der Notwendigkeit, den von allen erstrebten Frieden wieder herzu- stellen. Die Aufgabe, die die Konferenz erwarte, sei außerordentlich schwierig. Aber alle Dele­gierten würden soviel wie möglich darauf hinar- betten, eine Lösung zu erreichen. Herriot sagte weiter, die Aufgabe der Konferenz sei die Er­füllung des Bersailler Vertrages durch Deutschland zu erreichen, Maßnahmen ge- gen neue Verfehlungen zu treffen und die Einig- kett der Alliierten zu sichern, um den Frieden in Europa zu erhalten.

Amerika und Vie andern.

Der amerikanische Botschafter Kellog sagte u. a.: Wir kommen nicht mit denselben Befugnissen, wie die übrigen Delegierten, weil wir nicht Teil­haber am Versailler Vertrag sind. Aber wir kommen in demselben Geist und wünschen, hilf­reich zu sein Mr wollen nur das größte wirt­schaftliche Problem in Europa seit Generatio­nen lösen. Die Notwendigkeit, daß etwas geschehen muß, wurde von der Reparati- onSkommission und den an der Ernennung deS sogenannten DaweSauSschuffes interessierten Re­gierungen erkannt Die Männer des Dawcs- GutachtenS haben in der Absicht gehandelt, fair zu sein und die Rechte aller Länder anzuerken­nen. Vor allem aber, die Fragen vom wirt­schaftlichen und kaufmännischen Standp unkt auS in Betracht zu ziehen. Wir glauben, daß die Annahme des Daw-esberichtes der erste große Schritt in der Wiederherstellung Europa?, in der Stabilisierung unserer Indu­strien und zur Wohlfahrt und zum Glück des Volkes ist.

Der iralientsche Delegierte de Stefani er- klärte u. a. von dem Erfolg der Konferenz hän- oe, vom wirtschaftlichen und politischen Stand­punkt aus gesehen, vollkommen der Wiedermrf- bau und der Friede Europas ab.

die vergangen sind. Bei einem gewissen Wafler- stand erfüllt die Luft kin ununterbrochenes dumpfes Rauschen, mit de«: das Wasser über die weitreichende Längskribbe rinnt, auf deren Rük- ken rätselhaft aus dem Wasser gewachsene grüne Bäumchen nicken und dem Schisser warnende Winke geben. Wilde Enten und Möven kreuzen über den Rhein und mischen von Zett zu Zeit hölzerne Laute in den- Schrei von Raben und anderem Gevögel. Wer in dem Städten herumflaniert, wird noch allerlei hübsche Winkel und malerische Plätze entdecken. Auch geschichtli­che Reminiszenzen steigen mtf. Das alte Elfeld sah 1349 den König Günther von Schwarz­burg in seinen Mauern der deutschen Krone ent­sagen, ihm waren zweiundzwanzigtausend Marks sicher schließlich lieber als seine Haut mit unbe-, ftimmtem Erfolge gegn Karl von Luxemburg zU Markt zu tragen. Johannes Gutenberg, der Vollender der BuO>ruckerkunst beendete wahrscheinlich um 1468 im Hofdienst des Erzbi- schoss Adolf des Zweiten seinen getrübten Le­bensabend. Folgt man in Eltville dem Kiedri­cher Bach, so steht man nach einem kleinen Stündchen überrascht 4>on

zwei prächtigen Kirchen in Kiedrich.

Die Sr. Dalentinuskirche stellt reine Gotik zur Schau, und die um 1440 erbaute zierliche Ma- lhiaskapelle ist ein Schatzkästlein der Spätgotik In geringen Entfernungen folgen sich von Elt­ville rheinabwärts die Dörfer. In Erbach isk man in einer Viertelstunde: am Marcobrum. n e n geben wic mit Gefühlen der Ehrfurcht vor­über, obwohl er sträflich vernachlässigt ist, nach Hattenheim, von wo man zum Kloster E b e r b a ch gelangt. Man passiert dabei emen großen, mauerumschlossenen Weinberg, der sich Steinberg nennt, lieber siebenhundert Jahr- Haben fromme Mönche einen der besten Weine der Welt hier fröhlichen Herzens entgegengenom. men, bis Napoleon ihrem segensreichen Wirken ein Ziel setzte. DaS mit ebenfalls guten Dem- .lagen gesegnet Oestrich liegt so nahe an Stift

... vielleicht einem großen Floß Vorspann lei­stet; es ist ein ganz eigenartiger Eindruck, den diese Landschaft tr. «ns erweckt. Wenn sie aber deS belebenden Sonnenstrahls entbehrt, und ein regenschwangerer Dunst einen Schleier über die weite Fläche breitet, so nimmt sie einen schwer­mütigen Charakter an. Dann wird die roman­tische Melancholie vertieft durch die, Ufer und Inseln dekorativ verbrämende Pappel, deren Blätter in leisem Winde wispern von Zetten,

fährt, dem fällt bald das schöne Bild der Haupt- jiabt des Rheingaukreises, Eltville, wohltu­end inS Auge. Besonders vom Rhem her, wo ihr eine große, fruchtbare Insel vorgelagert tfc bietet das alte Städtchen mit seinen Türmen und grünen Bäumen einen freundlichen Anblick. Vom Ufer aus. wo der vom Brande der Burg 1365 übrig gebliebene gewaltige Turm steht, schweift der Blick Wer den breiten Rhein, fobafc man sich an einen bet oberitalienischen. Seen versetzt glauben könnte. An ber Elt» viller Au vorbei gleitet das Auge Wer eine wei­te glitzernbe Wasserfläche hinaus, auf bei bie schönsten Spiegelungen stänbig wechselnde Bil- hervorzaubern. Den Horizont schmückt et-

Am grünen Rhein.

Was uns feine Wellen wieberspiegelu.

Am Rhein, am etünen Rhein, da ist so milb die Nacht, Ti« Redenhüael liegen in gokd'ner Mondespracht, Und an den tzii eln roanb.lt ein hoher Schatten her, Mtt Schwert und Purpurmantel, di« «tone von Solds schwer

So schilbert Emanuel Geibel sehr stimmungs­voll bie Vision ber Rächt im Rheingau, jener Rhetnstrecke, bte ihre Weltberühmtheit den Er- Zeugnissen ihrer Berge verbantt, wo bie besten Werne ber Welt ber Sonne entgegenreisen. Von seiner Pfalz bei Ingelheim soll ber große Kaiser Karl beobachtet haben, baß in ben Bergen des Rheingaues zuerst ber Schnee wegschmalz unb er soll baraufbin bie Veranlassung zur Anpflan- .zung ber Rede gegeben haben. Der Wein har stets bie Hauptrolle im Rheingau gespielt und alles war barauk bebacht. b:e Bedingungen ZU erhalten, bie man für bie Güte beS Gewächses als notwenbig erachtete. So glaubte man z. B. bte Breite bes RbeineS, ber sich hier mitunter seeartig erweitert, zwiefach nötig zu haben: alS wärmeverstärkenben Spiegel unb als nebelbil- benbe Wasserfläche. Und baß bleie Verhältnisse nicht geändert wurden, darauf paßten bie Rhein» gauer scharf auf unb wehrten sich, wenn es Zeit war. Bon alten Zetten her pilbeten sie ein abge­schlossenes, in sich gefestigte- Ganzes. Ursprüng­lich war bei Rheingau viel gtötzet unb leichte bis gegen WormS; nachbem ei in einen obcien unb unteren Rheingau geteilt woibeu war, er­hielt sich nur mehr ber Name beS oberen TrileS. Wer ben Rheingau von Osten nach Westen bnrch- toanbeit ober von Mainz mit dem Schiff durch»

die Balanzieruug deS heutigen Budgets sicher­zustellen. Er bittet tatsächlich

die einzige Hoffnung für Dentfchlanv. aus dem finanziellen Sumps herauszukommen.

Rach einem Hinweis auf die wichtige« Geld- Wertragtmsbesiimtmmgen, die vielleicht ben wertvollsten Punkt des Berichtes varstelltrn, schloß Marvonalv: Wenn mtfere besten Absichten erfüllt werden fallen, fe müssen wir einig fein. Ohne Einigkeit keine Sicherheit, ohne Sicherheit k»str Frieden. Können unfere In­teressen unb unfere Auffassungen in einer Ber- einbarung kordinirrt werden? Ich glaube ja. Die Berantwortlickkeit wird '»der tragen müssen, der nicht mitmacht unb nickt banach strebt, zu einer Vereinbarung zu gelangen. Wir werben Amerika bitten, nickt als Regierung, fondern als Volk mit zahlreichen Hilfsquellen Anteil an ben finanziellen Plänen zu nehmen, bte zur Durchführung gebracht werben müssen, wenn ein bolbiger Wiebernufbau Europa? stattsinbrn soll. ES wird viclleickt^n der Lage fein, in kritischen Tagen mit freieren* Ansichten und ruhigerem Ur­teil zu helfen, alS wir sie haben, die wir inmit­ten der Gefahren stehen. Darauf erklärte M«c- bonnfb die Konferenz für eröffnet um» gab dem Ministerpräsidenten Herriot das Wart.

Atemlose Spannung.

Auch Deutschlands Weg ist vorgezeichnet.

In diesen Tagen ein nicht gerade erhebende« Bild: der Kampf der innerpolitischen Meinun- gen hat eine Siedehitze in Deutschland erreicht, wie nicht zuvor: die ®efa(r der kommun isti- sche » Umtriebe rüttelt an den Grundfesten des Staates unb der Gesellschaft Schutzzoll und Achtstundentag werden oft mit mehr Eifer als Sachkunde diskutiert die Frag« der in. 1 neren Konsolidierung will nicht zur Ruhe kom» men, und nun wird auch noch der Strettapfel 1 eines Erwacht: gungsgesetz!» in das Volk gewor­fen und das Feuer der Erregung geschürt. Und in Bezug auf die wieder stark diskutierten ; Steuerlasten kann man doch heute wohl sagen, daß man »um mindesten nach besten Kräf­ten bemüht gewesen ist, sie auf alle Schultern des Volkes gerecht zu »erteilen. Und daß heute alle Stände und Parteien an einer günsttgen Wandlung der trostlosen Wirtschaftslage aus Schicksalszeiten deS deutschen Volke» in glei­chem Maße interessiert sind, ist doch eine blanke Selbstverständlichkeit.

ES ist in diesen Tagen, wo wicdermal über Sein oder Nichtsein unseres Vaterlandes von fremden Völkern entschieden wird, vielleicht der geeignete Augenblick gekommen, um nochmals rückschauend die Dinge vom deutschen Stand- pnntte aus zu betrachten. Das Dawes-Gut­achten selbst kennt keine Zerstückelung, keine Lö­sung Zug um Zug. Es muß als Gan^s an» aenommen oder abgelehnt werden. Die Durch- fiihrung muß, inn ein Wort des deutschen Außenministers zu gebrauchen, als geschlossener Akt erfolgen Was folgt daraus? Der Reichs­tag hat die drei Gesetzentwürfe, welche die Durchführung deS Dawes-GutachtenS notwen­dig macht, auf dem verfassungsmäßigen Wege zu erledigen. Jedes Gesetz muß aber den Zett- Punkt des Inkrafttretens enthalten; diesen zu bestimmen, ist weder der Reichstag noch eine an­der- Instanz in der Lage, weil alle» davon ab» hängt, wann und wie die Gegenseite mit ihren Verhandlungen fertig wird. Haben die Gesetze 1 ben verfassungsmäßigen Weg bis Anfang August zurückgelegt, ist sich bie Gegenseite aber noch nicht einig, dann hat es keinen Zweck, die Gesetze schon zu biefem Zeitpunkt in Kraft zu setzen Ebenso hätte e» keinen Sinn, bie Gesetze jn Kraft zu setzen, wenn ein wichtiger Teil bes Gutachtens, z. B. bie Unterbringung der deut­schen AuSlanvSanleide, nicht gesichert ist. Andere Fälle sind d:nkbai Ist das Reichs­eisenbahngesetz erlittet, wird aber die Regie nicht aufgehoben, dann ist dttS Gesetz selbst gegenstandslos; ähnliche MSgHtPeiten können sich bet dem Gesetz Wer die Goldnoten, bank ergeben. Endlich besteht die Möglichkeit, daß die schon verfassungsmäßig erledigten Ge­setze auf beschleunigtem Wege in Kraft gesetzt werden müssen, wenn der Reichstag garnicht ver- smnmelr ist. Für diesen Fall muß die Reichs- regieinng ermächtigt sein, die bereits erledigten Gesetze in Kraft zu setzen. Die Erledigung uno acto macht e? notwendig, daß von ber Ge­genseite daS Gutachten angenommen ist und baß alle Sicherheiten dafür geboten sind, daß die Voraussetzungen für die Durchführung deS Gut­achtens geboten sind In dem Augenblick erst können und müssen die G^-tze L Kraft gesetzt werden, und dann wird die Reparationskom­mission erklären müssen, daß die Durchführung begonnen hat.

Die neue, grunblofe Verwirrung, ob zur Er­ledigung dieser Vorlagen ein Ermächti­gungsgesetz notwenbig ist, ist umsoweniger angebracht. Äs die Einlabu-g an Deutschland zu der Londoner Konferenz bereits in den näch­sten Tagen ergehen wird Wäre es da nickt besser, wenn Deutschrand wenigstens für diese entscheidunasichweir Zeit das Bild größ­ten Ernstes, höchsten Verantwottlickkeitsh»- wußtseias und möglichster Geschlossenheit trotz aller ausetnandergehenden Meinimgen zeigen ivwrde? Frankreich hat darin wirklich cin Vorbild gegeben. Hinter Herriot stand kurz vor feiner Abreise nach London das Vertrau­ensvotum selbst des Senates, auch die Opposi­tion zeigte Beschränkung, wenn diese mich nur vorübergehender und taktischer Art ist. An Legitimation der deutschen Vertreter können solche Zwischenspiele Wohl nichts ändern aber es stärkt deren Autorität. Wenn auch das Aus­land weiß, daß wenigstens für diese Tage ein gewisser Burgfriede herrscht. Wir gc» bör-n nicht in den Optimisten bei der Beurtei­lung des Dawes-Gutachtens selbst, seiner Aus­sichten unb seiner Durchführungsmögsschkeiten Eine ablehnende Kritik bat aber nur Sinn, wenn ne andere Wege zu zeigen vermag. Deshalb mehr Würde in dieser erwartungsvollen Zeit!

dann die Plenarsitzung entscheiden dürste. Es ist zu erwarten, daß diese teckmisch notwendige Verbandluugsform eine ziemlich lange Dauer der Konferenz bedingen wird, da die Ergebnisse der Unterausschüsse natürlich mich untereinander wieder in Einklang gebracht werden müssen. Es ist nickt das erste Mal, daß Deutschland alS Zu­schauer im Patteire den Dühnenvorgängen zu­sieht. die «igentfich nur durch deutsche Mitwir­kung ihren Zweck erfMen können.

Dawes-Gutachtens nachsucken werde, nnwahi.idie politischen und militärischen Fragen ;-n Tatsache ist daß die Gefehentwürfe sogleich nam j diesen Unterausschüssen wird die eigentlicke Ar- ;stier Fertigstellung und dm RLckävßerungon br jbeit geleistet weiden, über deren Ergebuiste Reparationskommission dem Reicksrat rmd dem ReiSstag zuaestellt und ordnungsgemäß ben verfassungsmäßigen Wea geben werden. Rock ihrer Erledigung wird die Reichsregierung sich lediglich vom Reichstage ermächtigen lassen, den Zeitvimkt des Inkrafttretens dieser Gesetze selbst zu bestimmen. Der technisch-praktische Verlauf der Konferenz ergibt sich auS der Bildung von vier Unterausschüssen und zwar für die Notenbank, die Eisenbahnen,

Der erste Att in der Welttonserenz.

Macdonald entwirft sein Standpunkt.

An dem GaiveSgutachten darf nicht gerüttelt werde« / Deutschse dS Wieder­herstellung «m die Anlethe zu sichern / Seine Zuversicht / Sin Wini . Amerika.

London. 17. Juli.

Die interalliierte Konferenz ist gestern vormit­tag um elf Uhr im BuSwättigen Amt mit einer Begrüßungsrede Macdonalds eröffnet worben. Vorher fand noch eine Sitzung beS cnglifchen Kabinetts unter Borfitz deS Ministerpräsidenten tatt, sowie eine Beratung des Kolonialministers TbomaS mit de« Vertretern der Kolonien. Vor dem Auswärtigen Amt hatte sich eine große An­zahl von Reugtettgen angesammelt, dte die Mi­nister lebhaft begrüßten. Macdonald führte die Bettreter der zehn teilnehmenden Staaten in das Arbeitszimmer, wo die Delegationen der Ronferen* an drei hufeisenförmig zufammenge- stellten Tischen Platz nahmen.

London. 17. Juli.

Rach dem gestern abend herauSgezebenen amtlicken Sommuniqnö, das den Wortlaut der Rede Macdonalds wiedergibt. sagte der englische Premierminister unter anderem: Dte Rachkriegs- probleme find zahlrttch und verwickelt gewesen, und es liegt in der Natur der Dinge, daß wir nickt immer gleicher Meinung fein konnten. Nichts hat unS mehr gehindert, alS die wirt­schaftlichen Probleme, bie aus dem Kriege ent­stauben find, unb unter diesen find bie Repa­rationen eins ber fchwierigsten gewesen. Zu Beginn des letzten Jahres entstanden ernst: )5lu« nnngsvettchicbenheiten unter unS über diese Frage, bie zu üblen Folgen hätten führen kön­nen. Der im April dieses Jahres fertiggcstellte Sachverständigenberickt legt uns allen durch feine Einstimmigkeit eine

gebieterifche Verpflicht««» ans, ihn «nverzüglich zur Durchfüh.

rungz« bringen.

Wir haben bisher eine Politik verfolgt, Vie nicht nur nW bie erwarteten Reparationen eilige- bracht hat. fondern die als Folge zu einer Nn- beftändigkcit der Gemüter bei den in Betracht kommenden Völkern geführt hat. Die Nationen haben nicht eine Hoffnung auf Anbrüchen eines friedliche« Tages erblickt, fondern eine graue Wolke drohender Gefahr geschaut. Es ist unsere Pflicht. Klarheit und Einsicht zu schaf­fen. Ich unterschätze keineswegs die Schwierig­keiten unserer Ausgabe. Andererseits hofie ich jedoch, daß die Aufrichtigkeit unseres Wunsches zur Ucbrrwindung dieser Schwierigkeiten nicht unterschätzt Wird. Der Sachverständige n- b e richt ist vielleicht in einigen seiner Vor­schläge anfechtbar. Wir dürfen jedoch nickt versuchen, feine Einzelheiten abzuändcon, sonst fallen wir wieder in die Meinungsverschieden­heiten, in denen Wir uns so oft befunden haben. Der Bericht fordert nickt nur Verpflichtungen von Deutschland, sondern mich von uns. Mir müssen ihm eine Chance bieten. Bon iefen Be­dingungen find zwei wesentlich: Erstens, daß die

wirtschaftliche und fiskalische Einheit Deutschlands wieder hergestellt wird, zweitens, daß angemessene Sicherheiten ben Gläubigern gcgcbe" werden können, die ersucht werden sollen, eine sehr große Anleihe vor- zustteckeu. welche die Grundlage beS Plane? ist. Ick bin überzeugt, baß die bestehenden Schwre- rigkeiteu überwunden werden können.