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Kasseler Abendzeitung

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1(0. Einzelnummer 10 Pf., Sonntags Pf.

Dienstag, 22. I«li 1924.

Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf. 14. HahkgaNg

Berlin im Schatten Londons.

Ein Schritt vorwärts?

Drutschlans vor schworen 8 -sHlüffen.

Es ist ein offenes Geheimnis, daß ine als .Beobachter" nach London entsandten ameri­kanischen Vertreter einen außerordentlich starken Einfluß auf die Konferenz aus- nben und das großartige politische Programm der europäischen Staatsmänner mit ihren nüch­ternen. geschäftsmäßigen Argumenten erheblich verstümmelt haben. Roch glaubt die sranzöfiichr Delegation, an ihren Forderungen scsthulteii zu können, aber die rauhe Offenheit des A m e r i- kaners Young hält ihr ziemlich brüsk ent­gegen. daß sie aus dem bisherigen Wege nicht vorwärts kommen wird. Herr Young hat den aeschickten Londoner Sonder-Korrespondenten des PariserStatin", Jules Sauerwein, zu stch kom- nun lassen und ihm ein Interview gegeben, in welchem er erklärt, die amerikanischen An-echc- zeichner seien nur dann bereit- die deutsche An­leihe zu zeichnen, wenn die deutsche Regie­rung ihre freiwillige Zustimmung zu den Vereinbarungen über das Sachoerstandigen- Gntachten erteilt. Damit ist eine sehr wichtige Frage anoeschnitten. die die Positron eeuifch- lands auf der Londoner Konferenz außerordent­lich stärken dürfte. Start wird der deutschen Re- gierunz kein Diktat vorlegen können, und man wird kein Druckmittel in der Hand haben, um die deutschen Vertreter zur Unterzeichnung eines Protokolls zu zwingen, das nickt den le­bensnotwendigen Interessen Deutschlands ent­spricht.

Die französische Regierung ist nun vor feie entscheidende Alternative gestellt. Entweder erkennt sie den amerikanischen Grundsatz an und bemüht sich, auf die deutschen Voraussetzungen einzugehen, oder aber sie läuft Gefahr, das ganze Sachverständigen-Gutachten zum Schert ein zubringen, lernet beginnt einzufehm, wie außerordentlich jchwierig es für ihn rst, feie ihm vom nationalen Block aufgezwungene Po.tttt der Vorbehalte fortzuführen. Er wird sich zu dem Entschluß durchringen müssen, es endgültig mit den Kreisen Poincares zu verderben und auf der ganzen Linie nachzugeben. <cn den Berliner außenpolitischen Kreisen ist mau der Meinung, daß es selbstverständlich im Interesse Deutschlands liegt, dem sranzöst,chen Mimster- präsidenten seine Ausgabe zu erleichtern, .ue Zu­geständnisse Frankreichs können nur dann erreicht werden, wenn man deutscherseits darauf elngeht, das Sachverständigen-Gutachten, so wie es rst, anzunechmen und zur Durchführung zu Dringen, ohne besondere Bedingungen daran zu knüpfen. Medr als die restlose Durchführung des Gutachtens, das die volle Wiederherstellung der deutschen Wirtschaftsfreiheit vorjieht und das irgendwelche Santtionen gegenüber ^"-uffch- lavd nicht kennt, wird Deutschtand nicht als Be­dingung aufzustellen haben. Was die Frage der militärischen Räumung des Ruhr gebte- tes hetrifst, so ist dies eine Angelegenheit, dre unmittelbar mit dem Problem der deutschen Ern- Leit zusammenhängt, und die man auch zum Ge­genstand der Konferenz selbst gemacht hat. so sehr auch gegen die französischen Plane einer etavvenweisen Räumung des Ruhrgebietes deut­scherseits Einwendungen erhoben werden müs­sen, ebenso wichtig ist aber auch die Tatsache, daß die französische Regierung einen bestimmten Plan über die militärische Räumung aufgestellt hat. Bei aller Kritik und bei aller Ablehnung der von Frankreich in Aussicht genommenen Etappen wird man deutscherseits doch versuchen müssen, den französischen Gedanken nicht brüsk und rund beraus abzulehnen. sondern ihn in den kommen­den Verhandlungen den deutschen Forderungen gemäß umzubiegen. Als Ergänzung toijb die deutsche Regierung verlangen müssen, day auch für die militärische Räumung ein möglichst ge­naues Datum angegebn wird. Wir glauben u wissen daß die Reicksregren-ng in London abso­lut den Standpunkt vertreten wird, daß dieze Frageri in einem zusammenhängenden Protokoll festqelegt werden und auch Deutsch- farJfe die Verpslichtuna auf sich nimmt, bis zu dem vorgesehenen Zeitpunft diejenigen Bestrm- mungen des Gutachtens aus,umbren, die Frank­reich für die militärische Räumung des Ruhr­gebiets als maßgebende Voraussetzung aufstellt.

Die fetzt noch beuchenden Schwierigkeit:» sind gewiß außerordentlich groß, aber sie sind nicht unüberwindlich. Die Londoner Ko>'kereitz vollzieht sich in einem Rahmen, der west über das hmausgeht, was in den früheren Konferen­zen geleistet worden ist. Weder die Konferenz von Cannes, noch die große europäische Zus.un- meukunft in Genua hatten eine so fest: Der­handln ngsgr und läge auszuwclsen. wie die jetzt in London stattfindende Ta.ung. S^ lange die beteiligten Regierungen die Bereit­schaft zeigen, auf die rein sachliche Erörterung Ur mit dem Gutachten zusammenhängenden politischen Fragen einzugehen und eine Lösung vorzuschlogen, der auch Tentscklano ohne jeden Zwang zustimmen kann, besteht jedc-nfalls, wie in Bn maßgebenden Berliner auß.nvolitischen Krci- 1 V.wstchert wird, kein Anlaß zu irgend

einer pessimistischen Beurteilung. Allerdings wird sich in den nächsten Tagen Her­ausstellen müssen, auf welcher Basis die Ein­ladung Deutschlands zu der Konferenz erfolgt. Wenn diese Frage in einem annehm­baren Sinne geregelt wird, fo stehl zu erw men, daß das abschließende Ergebnis der Londoner Konferenz nicht mehr allzu lange aus sich war­ten lassen wird. dt.

Berlin ist gerüstet.

Die deutsche Gegenrechnung.

(Eigener Drahtbertchri

Berlin, 21. Jul:.

Die Reichsregierung hat in den letzten Tagen den Standpunkt feftgeleat. den die deutschen Vertreter im Falle einer Hinzuziehung Deutschlands zur Londoner Konferenz ein- zmiehmcn haben. Wie von unterrichteter Seite versichert wird, besteht volle Uebereinstimmnng darüber, daß die deutsche Regierung in London zn den Fragen der wirtschaftlichen und militäri­schen Räumung des Ruhrgebietes eine eindeutige Haltung einnehmen wird, um eine reibungslose Entscheidung herbeizuführen. Zunächst wird Deutschland verlangen, daß mit der Durchfüh­rung der deutschen Gesetze und der Errichtung der neuen Organisationen über die Rcichseisen- hahnen und die Industrie-Obligationen

alle über das Rheinland-Abkommen hinausgehenden Maßnahmen iu den besetzten Gebieten aufgehoben werden. Außerdem verlangt Deutschland die so­fortige Beseitigung der Micum und der interalliierten Eisenbahnregie. Unter die- fern Vorbehalt wird die Rcichsregleruug, die stch an der Abfassung des Londoner Schlutzpro > iMolls beteiligen wird, ihre Unterschrift l e i st e n. Auf Grund dieser Unterschrift ist dann die deutsche Regierung verpflichtet, dir Annahme der Ausführuugsgesetze durch den Reichstag sicherzustellen. Eine Ablehnung der Gesetze würde nach einer Unterzeichnung des Pro. tokolls unerbittlich zur Auslösung des Parlaments führen müssen. Dir Errichtung der vorgesehenen Organisationen soll mit großer Beschleunigung erfolgen, da die tatsächliche

Durchführung des Gutachtens in spätestens anderthalb Monaten sichergestellt

werden kann. Der französischen Regierung ist ebenfalls ein deutsches Exposee überreicht worden, in welchem ausdrücklich alle Punkte hrr- vorgehoben werden, die Deutschland für die Wiederherstellung des gegenseitigen vertrags­mäßigen Zustandes für unerläßlich hält.

eine Revknoffnil vr in Daris?

Berlin, 21. Juli. (Eigene Drahtmelimng.) Die Tatsache, daß der d e u 1 s ch e B o t s ch r s t e r in Paris während der Abwesenbei: Herriots abermals einen Schritt beim Quai dOrf'Y, un­ternommen hat, hat in den Berliner volittschcrr Kreisen nicht wenig Aufsehen hervorgernftn. Doch bewahrt man über diesen Schritt in Paris strengstes Stillschweigen. In politischen Kreisen nimmt man an, daß die Reichsreqierung wick- tioe Mitteilungen an di- stanzösis^e Regierung zu machen wünscht und sich gezwungen sah, den Umweg über Paris zu wählen. In den parla­mentarischen Kreisen geht das Gerückt, die deutsche Regierung wünsche zu erfaßten, ob Mi­nisterpräsident Herrin zu einer direkten Aus­sprache mit dem Reichskanzler Dr. Marr oder dem Außenminister Dr. Stresemann bereit wäre. Es läßt stch natürlich zurzeit nicht fest­stellen, was an dem Gerücht wahres ist.

Also doch mit Deutschland?

Schacht und Bergmann verhandeln bereits.

(Eigener Drahtbencki.z

London, 21. Jul.

Daily Eknonicle meldet, daß Dr. Schacht und Staatssekretär Bergmann wieder u London eingetroffen sind. Tr. Schacht hatte be­reits eine längere Unterredung mit den beiden amerikanischen Finanzsachverständige». Unser Berliner Berichterstatter erfährt zu d-.cser Mekduna an zuständiger Stelle- Tie genannten Her-en stnd auf Wunsch der Sachverständigen Nack London gegangen, um dort den Schluß- befprechuugen über die drei Grsetzesvor- sngen aus dem Sackversrändigeubt richt beiz»- wohnen. Da überhaupt noch nicht seststeht. ob und wann Deutschland au der Londoner »on'e- renz teilnehmen wird, sind sämtliche Mitteilung en in Bezug auf evtl deutsche Delegierte ver­früht Die Rnckricht, daß der deutsche Bat- kchaster Sthamer die angeblichen Bedin­gungen Deutschlands im Foreign Offne mitge- teil'. haben soll, ist unzutreffend.

Um brn b-istrn Brei.

Rotterdam, 21. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Londoner Blätter melden: Die Frage ter mili­

tärischen Räumung des Ruhrgebtetes ist zurückgesteüt worden für eine neue Konferenz, die in der ersten Augustwoche in Paris stattsinden soll. Der amerikanische Staatssekre­tär Hughes batte am gestrigen Sonntag eine Unterredung mit Macdonald. wobei er die Teilnahme Amerikas an einer für den Oktober einznbeinfcnden Abrüstungskonferenz zusagte.

3m entf<6eiöenöey Stadium.

London, 21. Juli. (Privattelegramm, Rack, einer Londoner Blättermeldung ist der all­gemeine Eindruck der, daß die Konferenz unmit­telbar vor ihrer Hauvtentscheidung steht. Sobald am Montag die Alliierten über den nächsten Konfercnzpunkt eine Einigung voll­zogen haben, wird Deutschland eingela- d c n, den Beschluß der Alliierten anzunehmen.

*

Lloyd Georg ßta Widersacher.

Basel. 2t. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Einem Londoner Telegramm zufolge hielt Lloyd George in Glasgow eine Ansprache über die Notwendigkeit für England, an dem Versailler Vertrag, den Deutschland nicht hätte zu unterzeichnen brauchen, für alle Zeiten festzuhalten, wenn man sich nicht einem neuen europäischen Kriege gegcnübersehen wolle Man könne wohl Milderungen eintreten lassen, an und für sich aber sei der Vertrag int Interesse des Weltfriedens unanfechtbar.

Das Volk wll spreche».

Bor kommenden Reichstagsschkachte».

(Eigener Drahtbenchl.)

Berlin, 21. Juli.

Die Londoner Konfiwenzberichte habe» weder am Sonnabend, noch gestern einen Zusammen­tritt des Reichskabinetts nötig gemacht. In Ber­liner Rcgierungskreisen hat die Meldung von drr bevorstehenden Einladung an Deutschland einen hervorragend günstigen Eindruck gemacht, wenn mau auch die zugunsten Frankreichs er­folgte Verschiebung in der Haltung Amerikas als ernstes Symptom bewertet. Ob bet dem bisherigen Stande der Londoner Beratungen schon in den ersten Sitzungen des am Dienstag wieder zufauunentretenden Reichstag Regio rungserklärunge» zu erwarten sind, ist fraglich.

Brennende Fragen.

Berlin, 21. Juli. (Privattelcgrauun.) Die Reichstagsparteien haben sämtlich für Dienstag vormittag, vor Zusammenrrit des Plenums Frak- tronssitzungen einberufen zur Besprechung der Lage Die ursprüngliche Absicht, Jnterpel- l a t i o n c n an die Regierung dis zum Abschluß der Londoner Konferenz zurückzustellen, ist a u f g e g e b e n worden, wenigstens besteht bei den Deutschnationalen die Absicht, schon in einer der ersten Sitzungen des Reichstages von der Regierung Erklärungen über die Stellung­nahme zu einem Londoner Diktat herbeizuführen.

»

Der Srvßstadi-Hkxenttffel.

Berlin, 21. Juli. (Privattelegramm.) Infolge der Ankündigung kommunistischer Straßcn- demonstrationeu am Tage des Wiederzu­sammentritts des Reichstages sind von der Poli­zei in Berlin umfangreiche Sicherung« maß- nahmen für Dienstag getroffen worden, die besonders eine strenge Absperrung der sogcnnin- ten Bannmeile zum Ziele haben. Die in den Fabriken und an den Berliner Anschlags! ifrln leyte Nacht cmgeklebten Aufrufe eines soge­nanntenArbeiter-Vollzugsrates", die zu einer Demonstration des Proletariats für Dienstag auffordcrn, verfielen der Beschlagnahme.

Das Fazit der ersten Woche.

Amerika und die Sanktionen.

(Eigene Drahimeldung.)

Rotterdam, 21. Juli.

Aus London wirji gemeldet: Der ameri­kanische Komprornißvorfchlag, der die Aktionsfreiheit für Frankreich gegen Prio­rität der Geldgeber zuerkennen will, be­herrscht die Konferenz und auch die Oeffentlich- keit in steigendem Maße. Wahrscheinlich wird bereits die Dienstag-Sitzung die Annahme dieses Vorschlages aussprechc.i, der dann Deutschland endgültig an Frankreich iujaer Frage der militärische» Sicherheiten und Sanktionen «usliesert. Man kann von einem bedenklichen Einfchwenken Amerikas an Seiten der Alliierten spreche», das zu einer neuen Nieder­lage des ewig michgebenden Deutschlands führen muß. Ein Rewyorker Blatt erklärt, es könne nicht bestimmt genug erklärt werden, daß die amerikanischen Bankiers nicht die Deutsche Gold- bank. wie sie im Tawesbericht vorgesehen ist, un­terstützen würden, falls Deutschland nickt den Tawesbericht bedingungslos annchmcn würde.

Wiederaufbau.

Stegerwald und Sie Arbeitnehmer.

Der viel zn wenig gewürdigte Garten der Stadthalle dessen Baume jetzt herangereift sind, dessen Rasenfläche durch Biumen angenehme Wirkung zcittgt. sah gestern nachmittag e:ne freudige Belebung. Tie Ortsgruppe Kassel des Deutschen Gewerkschaftsbundes sei- erte ihr Sommerfest, dem, wie Stadtverordneter Ob er bossel in einer Begrüßungsansprache besonders betonte, eine erhöhte Bedeutung zu­kam durch die Anwesenheit des ersten Führers der christlich-nationalen Arbeitnehmerbcwegung. des ehemaligen preußischen Ministerpräsidenten Steaerwald. Dieser, mit Beifall empfangen, entrollte ein Bild der Entwicklung der nichi- soztalistischen Arbeitnehmerorganisationen, die heute zwei Millionen Mitglieder in fünfzig Verbänden znsammenfaßt. Ihr Ziel ist ein star­ker Staat, ein geschlossenes Volk nach außen nut absoluter Fiiedensbereitschast im Innern. Die Beruse und Stände find feer Ausgangspunkt fees sozialen Wiederaufbaus.

Dieser Wiederaufbau hat in der Familie zu beginnen deren Grundlagen Sittenreinheit, Opferwilliakeit und Treue heißen. Diese Eigen- fchasten müssen auf den Berns und über diesen aus das Volk und die Ratton übertragen wer­den. Sie allein machen eine Nation unüber­windlich. An dieser Grundlage mutz in den nächsten Jahren mit Nachdruck gearbeitet wer­den. Wir müssen zu diesnn Zweck auf das zu­rückkommen. was vor 100 Jahren sp:elte, als K-reitierr von und zum Stein gimrcinsam mit an­deren großen Staatsmännern in dem unterdrück­ten Preußen drei Bedingungen aufstellte:

1. Pflege des Bilduitgswesens, hinsichtlich der engen Beziehungen des Einzelmenschen zur Ge­samtheit.

2. Mitarbeit der Bevölkerung an den Staats­geschicken. anfangend in der Gemeinde,

3 Jnteresflerung des Einzelmenschen durch Besitz art Heimat und Vaterland

Mit bloßer Arbeiterfürsorge und gesetzlichem Arbeiterlchutz kommen wir den Bedürfnissen der 70 Prozent Lohn- und Gehaltsempfänger, die imfere Gesamtbevölkcruuz aufweist in keiner Hinsicht entgegen. Es müssen Arbeitsgemein­schaften zwischen Arbeitgebern und Aibciinch- mern mit öffentlich-rechtlichen Eigenschaften ge­bildet werden und der Gedanke feer Betriebsräte und des Auffichtsratsgesetzes ist mehr als bis- ber dem Volksb- wubtsein einzuprägen Ein be­sonderer Punkt ist die Menschenbehandlung. Die menschliche Arbettskrast mutz psychologisch rich­tig behandelt werden. Ein Hindemis jeden Wiederaufbaus ist der Kleinkrieg aus allen Ge­bieten, der religiöse, polittsche und berufliche Streit.

Wir dürfen nickt überfchen daß Deutschland in den nächsten Jahren genau so das Erperimcn- tietfelb der internationalen Diplomatie sein wird wie vor dcm Kriege der Balkan und das werden wir bei Aufrechierhalttmg der jetzigen Verhältttiffe nicht überstehen. Ohne die Mitar­beit der Arbettnebmer, gleichviel ob Arbeiter Angestellte oder Beamte, ist ein Wiederaufbau de? deniscken Volks- itttb StaatSlebcus nicht denkbar. Unser Volk Muß zu einer Einheit zu- fammenwacksen, es muß durchdrungen sein von dem Bewußtsein, daß nickt der Mammon Sieger !ff sondern christliche Liebe 3tun Anderen. Opfer- Willigkeit und redliches Handeln.

Nur auf dem Wege über religiöse und so­ziale Erneuerung komm»n wir zum naiionalen Wiederaufbau, zu einem starken Rationalgemhl. das Deutschland das alte Ansehen in der Wett zurückgibt Ein Volksfest mit Kinde rbelusti- gungen. Verlosungen. Konzert der Schupomusik unter Musikdirektor Kneisels trefflicher Leitung und schließlich Tanz, dem das Wetter äußerst günstig war. gab d»r stark besuchten Vcranstal- mng ein besonderes Gepräge. -n-

i

Reichsiagung der Bergbauangestellten.

Die Bergbauangestellten aller deutschen Berg­baubezirke soweit sie dem GewerkschastSbund der Angestellten angehören, waren in den letz­ten Tagen in K a f s e l versammelt, um zu be­ruflichen und wirtschaftlichen Fragen der Gegenwart Stellung zu nehmen. Tie Leitung der Verhandlungen lag in den Händen des Markscheidergehilfen Linscheidt - Marten tRuhrgebiet) und des Ingenieurs E. From- bolz-Berlin, Mitglied des R. W. R. Zur s'-zialen Versickerung -m Bergbau, Reichsknapo- lchastsgeseh uh», wurde einstimmig die nack- kolgende Entschließung angenommen:Sie Reichstagmig verlangt mit aller Entschieden­heit eine Reform dos ReicksknappschastSgesetzes nnd zwar besonders in der Hinsicht, daß die am 1. Januar 1924 gestrichenen sogenannten frei­willigen Leismngen wieder eingeführt und die nickt beabsichttgte Doppekversicherung der Berg- bauangestellten aus dem Gesetz wieder tat« i'ernt wird. Mit gleicher Entschiedenheit wen­det sich die Reichstagung gegen die von rfft-