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Meter Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 216

Sonnabend, 13. September 1924.

Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf.

Um die Ausnahme in den Wkerbnnd

Die jetzigen Kämpfe.

die sich um

Vor der StrM<2g£-3l? tech*.

Die Vervandiungen in SlreitsäNen.

Genf. 12. September. (Eigeye Drahtmeldung.) Die japanische Delegation hat gestern abend

wonach sie der Kommission einen Zusatz an - 1 r a g zur Schiedsgerichtsfrage unterbreitet hat, der direkte Verhandlungen der st r e i - tcndenParteienvor Anrufung des Schieds­gerichts obligatorisch machen soll. Der Znsatz- antrag wird die Kommission voraussichtlich schon in ihrer heutigen Sitzung beschäftigen. Ter fran­zösische Delegierte ist zu Verhandlungen mit Her- riot nach Puris abnereist.

Berlin, 12. September (Privati-legramm.» 3m Zusammenhang zwischen Regierung und Landtaasausschufi ist von besonderem Interesse die Tatsache, daß in der nächsten Ausschußsil- zung auch der Termin der Neuwahlen zum Preußischen L a n d t a g zur Beratung lvm-

llnMmmrgkett in Vreußen.

Streit um die Verwaltungsreform.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 12. September.

Die Ablehnung der Regierungsvorlage über 6:c Verw altu n gs refo rm im Aus­schuß deS Preußischen Landtages hat Ver­stimmung unter den Regierungspar­teien hervorgeruseu, die sich möglicherweise zu einer ernsthaften Krise auswachsen kann. Innen ministcr Sevrring wird in offiziellen Besprechun­gen mit den Fraktionen einen letzten Versuch

und daß unmöglich damit gewartet werden kann, bis nach den Februarwablen ein neuer Landtag zusammentritt Sollte sich die Mehrheit der Fraktionen ablehnend dagegen verhalten, so hat Minister Sevrring in Aussicht gestellt, daß er weitere Konsequenzen daraus ziehen werde.

Die Ehinakrise Ei« Kampf der Geueräke.

Von

K. F. Dreßler,

men soll. Falls sich eine Einigung nicht er- reilllen läßt, rechnet man vielfach damit, daß die Neuwahlen schon am Schluffe dieses Jahres vorgenommen werden, zumal da die Rechtspar­teien mit einer solchen Vorverlegung des Wahl- lermins sehr einverstanden sein würden, weil er ihnen die Möglichkeit geben würde, dre Regie­rungsumbildung in Preußen noch früher zur Diskussion zu stellen, als cs sonst möglich wäre.

Wir und der Völkerbund.

Uneinheitliche Haltung im Kabinett.

(Eigener Drabtbericht.l

Berlin, 12. September.

Wie wir zuverlässig erfahren, ist die Haltung der Mitglieder des Reichskabinctts in der Frage der sofortigen Aufnahme Deutsch­lands in den Völkerbund nicht einheitlich. Der Auffasiung des Außenministers Dr. Strese- mann in derZeit", daß Deutschland aus sach­lichen Erwägungen heraus nicht in der Lage sei, sofort feine Aufnahme nachzuluchen, wird, wie aus Auslassungen desVorwärts" hervor­geht, von mehreren Mitgliedern des Kabinetts in Gesprächen mit ihren Parteifreunden entschie­den widersprochen. Man kann deshalb mit leb­haften Auseinandersetzungen in dieser Frage unmittelbar nach Zusammen-ritt des Reichskabinetts am Montag rechnen. Vom preu- ßisck>en Staatsministerium findet ein starker Druck auf die Reichsregierung statt zugunsten eines Aufnahmeantrages an den Völkerbund.

Abrechnung im Ruhrgebiet

Falsch« franaöfifd,. Jtsfrru.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 12. September.

Wu-Pei su und Tscki-Hsi.'-yüan (Kiangsu) auf der einen Seite, Ln-Yung-Hstang (Tscbekiang, auf der anderen Seite ausgefocktm, und zwar ist das Streitobsekt zunächst das Schanghaier Arsenal, das stärkste in China, das sich tut Machtbereich des Gouverneurs Lu-Äung-Hsiong befindet. Seitdem Lu-Pung-bsiana im Ver­laufe der letzten zwei Jahre versucht, feine Macht im ^Gebiet des Panatsefluffes in Tsche- kinq und Süd-Kiangsu zu stärken und sich von der Pekinger Regierung möglichst unabhängig zu machen nach einer letzttägigen Meldung toll er die Provinz Tschekiang bereits als unab­hängig erklärt haben, besteht die Feindschaft. Wn-Bei-su beabsichtigt nun. den Rebellen zu be­seitigen oder ihn weniastens unter die Herrschaft der Regierung zu zwingen und dann auch die anderen Gegner niederzuwerfeu. Dieses Vor­haben ist allerdings mit erheblichen Schwierig­keiten verknüpft, denn der südliche Gegner Sun- Not-ken ist weit vom Schuß, sodaß ein Zusam- menstoß mit den Kantonesen nicht so bald mög­lich ist. Andererseits wird er auch nicht so leicht von ihnen bedroht, denn Sun besitzt weder ge­nug Truppen noch Geld Eine Gefahr droht ihm aber von Norden, von Tschrng-Tso-lm Dieser besitzt auch eine Heeresmacht von ansehn­licher Stärke, womit er ob ne Mühe imstande ist, von Mrrkden ber das nahe gelegene Peking an- zngreifen Cb die Regierung und Wu-Vei-fn Noch genug Truppen in Bereitschaft haben, um dre Hauptstadt zu schützen, läßt sich im Augen­blick nichr übersehen, dock ist anzunehmen, daß Peking nicht unvorbereitet ist, da Tschangs Ver­hältnis zur Regierung sich schon seit einigen Monaten verschlechtert hat.

Die A u s st e l l u n g, pie von der französischen Regierung über ihre E i n na h m e n im besetz- ren Gebiet veröffentlicht wurde, wird von deut­scher Seite für lächerlich gering gehalten. Selbst wenn man die Auffassung zugrunde legt, daß die veröffentlichten Zahlen nur die Reineinnah­men darsiellten. Die Reichsrcgierung ist zur Zeit noch nicht in der Lage, die Unterlagen dieser Aufstellung im einzelnen zu kontrollieren, weil der Vcrwaltungsapparai im besetzten Gebiet in einem solchen Matze leistungsunfähig geworden ist. daß eine schnelle Kontrolle sich als unmöglich herausgestcllt hat. Cs sind jedoch sofort die nöti­gen Anordnungen getroffen worden, um deutschrr- scits eine Gcgenrechnung aufzustellen, die im Verlaufe von einigen Wochen voraussichtlich beendet sein wird. Die Reichsregierung wird alsdann in einer der Kommissionen, die zur Zeit in Koblenz über die Abwicklung der französischen Berivaltuna beraten, die Gegenrechnung über­reichen und darauf bestehen, daß auch französi- schersclts eine genaue Nachprüfung erfolgt und daß die tatsächlichen Einnahmeziffern der end­gültigen Abrechnung und der Ucberweisuna auf Reparationskonto zugrunde gelegt werden.

machen, um anstelle der Regie« ungsvorlage die Zustimmung zu dem Entwurf zu erreichen, der von Dr. Preuß und Dr. Drews ausgearbeitet worden ist. Der Minister ist der Ansicht, daß die V e r w a l t u n g s r e f o r m an sich dringliche Ausgabe der nächsten Zei

Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf 14. ZahkgNNg

Aussichten der Anielhe.

Erft die Ruhrräumung, dann das Geld. (Telegraphische Meldung.)

Essen, 12. September.

Es verlautet, die amcr. Bankiers hätten Frank­reich und Belgien darüber unterrichtet, daß die Ruhrräumung unerläßliche Bedingung für die Ausgabe der Deutschlandanlcihe sei. Die amerikanischen Finunzmännrr wichen nicht um Haaresbreite von ihrem Standpunkte ab Für den Fall, daß Frankreich und Belgien trotz ihrer Zusage, die Räumung innerhalb eines Jahres durchzuführen, nach einem Vor wand suchten, die Besetzung einzelner 2ci. l e des Ruhrgebietes darüber hinaus aufrechtzu­erhalten. erklärten die Bankiers, unter solchen Umständen sei eine Anleihe unmöglich, da die Sicherheit der Anleihe illusorisch gemacht würde durch ständige Gefahr neuer Konflikte.

Kalkeler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal nachmittags. DerAbonnementsprels.betriml tür den Monat Sevtember2Mtzbei freierZuftellung WZL*? Geschattsstelle abaeholl 1.80 Mk. Durch die Poft monatlich 2.00 Mk. ausschließlich Zustellungsgebüdr. Verlag und Redaktion: Schlachthofstraße 28/80 Nermvrecher 8SI und 952. Kür unverlangt eingesandte Beiträge kann die Re- daktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen Rück­zahlung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ist ausgeschlossen. Postscheckkonto Frankfurt a. Main Stummer 6380

.SR wenigen Wochen."

Rom 12 September. (Eigene Drahtmeldu.ig.) Carl Mitchell, ein Mitglied der drei amerikani­schen Bank-Organisationen, die sich für die Aus gäbe der Achthundert - Millionen - Anleihe für Deutschland verpslickftet haben, erklärte derTri- buna". die Anleihe werde in wenigen Wochen aufgelegt Er hoffe einen umfas­senden Erfolg in Amerika, eine Beteiligung Frankreichs mit 5 Prozent schein" ihm wahr­scheinlich. er hoffe auch auf Beteiligung Italiens.

den Kämpfen bedrohten Schanghai haben die Frrmden einen Selbstschutz durch Fretwtl- ligenkorps, gelandete Marinesoldctten und schuß­bereite Kriegsschiffe eingerichtet. Das sind Vor­sichtsmaßnahmen. Mehr zu tun, liegt int Augen­blick keine Veranlassung vor, oa die Fremden nicht in direkter Gefahr finb Mittelbar werden sie von den Ereignissen insofern betroffen, als der Handel Schanghais mit dem Hinterlande stockt, weil die Chinesen die bestellten Waren infolge der Verkehrsstörung und der unsicheren Lage nicht abnehmen. Dadurch sind zahlreiche fremde Kaufleute schon in Geldschwierigkelten geraten. Tas Verhalten der einzelnen Mächte ist also abwartend. Deutschland wird sich voraussichtlich von jeder Einmischung iernhal- len, da wir besondere Rechte^nicht zu schützen haben, seit der Versailler Vertrag uns dte ehe­malige Exterritorialität in China geraubt ha!. Wenn die Engländer und Amerikaner mit dem Gedanken einer Einmischung spielen, so werden sie bei einer etwaigen Verwirklichung wenig Freude erleben, denn China wtrd sich ihren Forderungen nicht mehr so willfährig zei­gen tote früher. Frankreich rät ab, toc.l es eine Vormachtstellung Englands fürchtet. Den Vorteil würden zweifellos Rußland und I a- p a n haben, die sich wahrscheinlich nicht an einer Einmischung beteiligen, sondern hinter den Ku­lissen eine ftiedliche Auseinandersetzung und Einigung versuchen würden Die Lage ist also voll ernster Möglichkeiten (Siehe die Telegram­me auf der zweiten Seite.)

Die gestrigen Nachrichten aus China besag­ten, daß die Kämpfe ir der Nähe von Schanghai durch einen Wolkenbruch und Ucberschwemmung unterbrochen seien. Angeblich soll das Hochwas­ser unter den Truppen mehr Verluste angerichtet haben, als die Kämpfe. Eine Vorwärtsbewe­gung im Gelände ist damit unmöglich. Wie lauge dieses Zwischenspiel der Natur wirksam sein wird, hängt ganz von der Stärke des Unwetters ab. Jedenfalls kann man aber nicht mit einer Beendigung der Operation rechnen, denn die Feindseligkeiten, die sich schon seit zwei Jahren im Stillen vorbereitet haben, werden zu gege­bener Zeit fortgesetzt werden, inzwischen aber vielleicht an anderen Stellen zu Zusammenstößen führen. Um die verwickelte Lage beurteilen zu können, muß man wissen, daß die innerpo­litische Spannung in China, die jetzt zur Explosion gekommen ist, hauptsächlich zwischen einigen Persönlichkeiten besteht, die die militärische und finanzielle Macht haben. Von einemBürgerkrieg" in unserem Sinne kann nicht die Rede fein denn das Volk steht den Vorgängen teilnahmslos gegenüber und hat keinen sehnlicheren Wunsch, als Ruhe im Lande zu haben, hat aber keinen Einfluß in sülchen Fällen Tie Führer der Bewegung sind einige M'lttärgouvcrneure, die sich gegenseitig die Macht streitig machen.

Die Lage ist wie folgt: Der militärisch mäch- ftgste Befehlshaber Nordchinas ist General Wu-Pei-Fu, Militärgouverneur der Pro­vinzen Tschili (in der Peking, der Sitz der Regierung liegt), Hönau. Schaust und Schan- tung (in der Tsingtau liegt). Auf seiner Sette steht der Präsident Chinas, T s a o - K u n, der naturgemäß ein Interesse daran hat, ganz Cm- na unter seiner Macht zu haben, sowie der M- litärgouvermur der Provinz Kianzsp, Tscki- Hsie-Iüan in Nanking. Dies ist die eine Seite der Kämpfer. Ihre Gegner sind der Acilitärgouveriieur Tschang-Tso-lin in der Mandschurei, der Militärgouverneur L u - Dung-hsiang in der Provinz Tschekiang, so­wie der Befehlshaber S u n - U a t - s e n in Kan­ton (Provinz Kuangtung), der vor einigen Mo­naten fälschlicherweise totgesagt wurde. Tie Provinzen Tschili, Honan, Schaust, L ch a n t u n g und Kiangsu, wo sich die erst­genannten Heerführer befinden, liegen in der Mitte, die gegnerischen Provinzen: Mandscku- r e i nördlich von Tschili, T s Ä e 11 n n g südlich brn Kiangsu, Kwangtung weitab in Süd­china.

Das schwarze Hebel.

Frankreichs Kolonial-Sorgeu.

Da Frankreich bei der Jusammenstellnng feiner Armee auf die schwarzen Hitfötruppen an. gewiesen ist, so ist es sehr besorgt über die Be- vötkernngsabnahme in den Kolonien. Darüber wird wie folgt berichtett

Die Pariser Blätter führen zurzeit lebhafte Klage über den Bevölkerungszustand in den afrikanischen Kolonien, die ihnen zu lebhaf­ten Befürchtnngen Anlaß gibt. Zwar fehlen ausreichende Statistiken, und die Volkszählungen haben bis jetzt nm nach unzuverlässigen Metho­den und ganz vereinzelten Angaben »orgenom- men werden können. Indessen stimmen die über­all eingezogenen Erkundigungen darin überein, daß die bisherigen Schätzungen der Bevölkerung Französisch-Afrikas viel zu hoch gegrif­fen waren. Der letzte Generalgouverneur Augag« neur, hm eine Zahlung veranstalten lassen, die ergab, daß auf einem Gebiet von 2 600000 Qua­dratkilometer weniger als 3 Millionen Einwoh­ner leben, das heißt, etwa ein Afrikaner auf einem Quadratkilometer. 1914 hatte man für dasselbe Gebiet in allzu optimistischer Schätzung noch rund 5 Millionen angenommen. Die Lan­deskundigen sind einmütig ber Ansicht, daß die B e v ö l k e r u ng s a b n ah m e durch das Miß­verhältnis zwischen Geburten und Todesfällen rapid vor sich gehen wird. In Französisch-Mtt- telafrika sind die verschiedenen Stämme fast de­zimiert. Mit der rein zahlenmäßigen Vermin­derung geht auch

ein physischer Verfall

Hand in Hand. In Französisch-West­afrika ist die Lage der Dinge etwas günstiger, aber immer noch weit davon entfernt, als zufrie­denstellend auaeiehen werden iu können. Hier rriVU uvun tut lUliltiy mvir» tu» -- **>-

wohner auf 3900(XX) Quadratkilometer, d. h. durchschnittlich 3,5 Einwohner auf 1 Quadrat- tilWeter. Die Rekrutierungs-Kommissionen be­richten, daß erst der fünfte oder gar sechste Ein­geborene zum Militärdienst tauglich ist. Aus allen Teilen des afrikanischen Kolonialgebieis, in denen statistisch: Erhebungen angestellt werden konnten, kommt dieselbe Klage: wenig Geburten, viele Todesfälle. Die afrikanische Menschheit Hot gefährliche Feinde, die an ihrem Bestand zehren und ihren physischen und moralischen Verfall bedingen. Tas sind vor allem die

Geschlechtskrankheiten und Sumpffieber.

Namentlich die erste Art ist stark verbreitet. Neun­zig vom Hundert der Eingeborenen, die in den Spitälern am Senegal behandelt werden, fragen ihre Merkmale. An der Elfenbeinküste ist der Hundertsatz etwas niedriger. Ganze Stämme, wie beispielsweise die Tukulörs und die Peulhs, sind ihr fast ohne Ausnahme verfallen Tas Sumpffiever bemächtigt sich schon der kleinen Kinder und läßt sie im ganzen Leben nickt mehr frei. Die Erkrankten sind auf Lebenszeit ge­schwächt. Furchtbar werden die Wirkungen auf den menschlichen Organismus, wenn die bei­den Krankheiten zusammen auftreten. Die Unkenntnis jeder Hygiene in Kleidung, Woh­nung und Nahrung und die Unterernährung fra­gen dazu bei, die Menfchen für die Krankheits- keime befonders aufnahmefähig zu machen. Die hauptsächlichsten

inneren Krankheiten sind Lungenentzündung und Tuberkulose. Sie treten in den Gegenden am häufigsten auf, die zuerst von den Europäern besiedelt wurden und müssen hauptsächlich auf das Konto des Alko­hols geschrieben werden, mit dem die Bringer der Kultur die Kinder der Wildnis beglückt ha­ben. Blattern, Gehirnhautentzündung, Lepra, Schlafkrankheit, Tpsenitie und Hautkrankheiten aller Art üben ihr V"*wüstungsw:rk aus, Tas Gelbe Fieber, die Pest, die GÄpve und die Wut­krankheit wüten epidemisch. Alle diese Krank­heiten haben natürlich verheerende Wirkungen aus den Bevölkerungsnachwuchs Sie verurtei­len die Frauen zur UnfDchtba ckeit. Kein Wun­der, daß die französische Oessentlichkeit, die selbst unter dem Druck der Bevölkerungsab­nahme steht und in der afrikanischen Menschen­reserve die letzte Rettung gesehen hat, unruhig zu werden beginnt und die bedrohlichen Anzei­chen eines physischen und moralischen Vers.rlls der schwarzen Untertanen mit ernster Sorge verfolgt.

Die Htr uns wichtigste Frage ist nun. wie die fremden Mäckte sick Cbina gegenüber ver­halten werden. Tie europäischen und der ame­rikanische Gesandte haben ia bereits Warnuiigs- noten an die Pekinger Regierung gerichtet mid sie für Leben und Eigentum der Ausländer ver­antwortlich acin<rf<t. Eine andere Note der Gesandten, die eine neutrale Zone um Schanghai fordert, ist abgelehnt worden. In dem von

Aus öer Genfer Tagung.

Das Interesse der Delegierten flaut ab. (Eigene Drahtmeldung.)

(Senf, 12. D-pckwrebirr.

Der gestrige Tag hat kein neues Moment in die Kvmmisfionsberatungen getragen. Die Zahl der Abänderungsan träge zu dem Schicdsgerichsentwurf hat zehn er­reicht. Die dritte Kommission will den Sonntag und een Montag sitzungssrei lassen. Das A b - Hauen des Interesses zeigt sich an der Ab­reise mehrerer prominenter Mitglieder der fran­zösischen, englischen und italienischen Dclcgmio- nen in ihre Heimat. Aus der argentinischen De lcgation verlautbart, daß diese einen Vcrtagungs- antrag für den Fall stellen wird, paß die Bera­tungen am 25. d. M. noch nicht beendet sein wer­den, um den einzelnen Regierungen Gelegenheit zu geben, in per Zwischenzeit das Schiedsgerichts­verfahren in den Parlamenten zur Aussprache zu bringen.

Sin Hilfswerk in Not.

Für die Errettung Schiffbrüchiger.

Berlin, n. September

Die Presse wird um vie Verbreitung folgen­den Aufrufs gebeten: Durch den Krieg und die nachfolgende Inflationszeit ist die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiff­brüchiger in »ine außerordentlich schwierige Lage geraten und ist es nur bei alleräußerster Sparsamkeit möglich genesen durch Instandhal­tung der Rettuugsgeräie das deutsche See-Ret­tungswerk aufrecht zu erhalten. An einen wei-

eine it ist

Anzeigenpreise Geschäfts-Anzeigen Zeile 15 Pfennig, Famitien-Anzeiaen Zeile 15 Pfennig, Kleine Anzeigen das Dort 2*/» Pfennig. Reklamen die Zeile 80 Pfennig. Oftertgebüdr 10 Pfennig (bei Zusendung der Onerten 20 Pfennig». Rechnungs­beträge ftnb innerhalb 5 Tagen zu bezahlen. Maßgebend tft der Kurs des Zahlungs- tages. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahmedaten und Plätze kann nicht garantiert werden. Für Anzeigen mit befonders schwierigem Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: Schlachthofstr. 28/30 Geschäftsstelle: Köln. Straß« 5. gegenüber der Spohrstratze. Fernsprecher 951 u. 952.

AS ? r die sich um eine Sitzung abgehalteu und unmittelbar dar-

KuÄit «m>? vm- 60t-eine Information an die Presse ausgegeben,