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Meier Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung

Die Safiele: Neuesten 'Jiadnithten cricheinen wüLenltiL sechsmal nachmittags Der Äboittiemenisvreis beträgt für oen Ltouai 2.- Hit- bei reier Zustellung ins Haus, in der (Äckchättsstellc abgeholi 1.8(1 Mk. Durch Sie Pott monattich 2.(111 Mk. ausschtiejttich Zustellungsgebübr Berta« unb Redaktion Schlachtbofstrahe 28/30. Fernsprecher 051 und 952 ftür unverlangt eingesandte Beiträge kann die Re- oakrion eine Berantworiung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rück­zahlung des BetvgsaeldeS oder Einsprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäkiiger Vteterunn ft ausgeschlossen Postscheckkonto Frankfurt a. Main Nummer 638(1.

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Hessische Abendzeitung

Nummer 270. Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf

Sonnabend, IS. November 1924. Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15 Pf 14. Ff? rgtkNF

jm Zeitalter der Handetsvertröge.

Kriegöabbau.

Bands der Kultur ... Abrüstung.

(Don unserem Pariser Mitarbeiter.)

Das Hotel Astoria, in herrlicher Lage, nahe dem großen Triumphbogen des Sternplatzes, hat vor und nach dem Kriege viel vonsich reden gemacht. Ein deutscher Unternehmer harte cs erbaut und mit einer stolzen Kuppel gekrönt, die etliche Zentimeter höher geraten war als die Bauordnung gestattete. Es gab einen Verwal­tungskrieg um diese paar Zentimeter. Da brach der Krieg aus und nun wurde den Scharf­machern mit einem Schlage alles klar; die aüzu- hohe Kuppel war eine Station für drahtlose Te­legraphie, die der deutsche Hotelier — selbstver­ständlich ein Vertrauter des deutschen General- stabcs, wenn nicht gar selbst der Leiter der »Vor- kriegsoperationeiE in Paris! — schlau ins Herz des Herzens von Frankreich geschmuggelt hatte. Natürlich war Astoria das erste Hotel, das für Kriegszwecke beschlagnahmt wurde. Die »Repko- ließ sich nach dem Frieoensschluß in den herr­lichen Hallen, Sälen und Zimmern nieder, in denen die elegante internationale Welt geflirtet, soupiert und Fünfuhrtee bei sanfter Tangomusik — wer wußte damals etwas vom Lärm der Jazzband? — geschlürft hatte. Die Rekpo brauchte ungeheuer viel Raum, ihre Beamten vermehrten sich wie die Wanzen und alle diese Beamten hatten herrliche Gehälter. Was kam es darauf an? Le Boche paye tout (der Boche bezahlt alles...)

Aber da kam General Dawes und machte feinen Plan. Die Londoner Konferenz nahm ihn an und die Folge ist. daß das Moriahotel vom 1. Januar 1925 ab wieder ein interna­tionales Hotel mit eleganten Gästen sem wird Die Repko muß nämlich jetzt sparen, denn Deutschland zahlt zwar noch, aber der Da- wes-Plan gestattet doch nicht mehr, von seinem Gelbe Luxusausgaben zu machen, die zwar den Beamten der Repko viel, dem französischen Volke aber garnichts einbringen. Der Abbau soll rasch vor sich gehen. Damit wird ein Stück wirklicher Friedenswelt wieder ausgebaut. Der englisch« Oberst Repington (während des Krie­ges einer der heftigsten und gefährlichsten Ge^ ner Deutschlands) hat nach einer Reise durch Frankreich festgestellt, daß die E n t s P a n n u n g ganz erstaunlich, der Wunsch nach Frieden erng und tief ist. Man will die Kulturbeziehungen zu Deutschland wieder aufnehmen, und die Ein­ladung zur internationalen Kunstgewerbeaus­stellung 1925 ist nur ein Anfang. Durch Massen- hastigkeit wird sich in der ungeheuren verwir­renden Schau, die sich am Ufer der Seine aus­breiten wird, nichts erreichen lasten. Man müßte es für einen Vorteil erachten, Wenn der der deutschen Kunst zugewiesene Raum nicht allzugroß ausfiele. Die deutsche Abteilung der Weltausstellung von 1900 hat die besten Er­innerungen in Paris hinterlassen. Sie war wirklich gut gemacht und namentlich die Quali­tät der herrlichen Erzeugnisse der Buchdrucker- kunst machte einen imposanten Eindruck.

Frankreichs Vertreter im Völkerbund Aristide B r i a nd hat sich kürzlich in Genf über die Fort­schritte der Friedensidee wie folgt ausgespro­chen: Kritik wird immer noch an unserer Arbeit geübt, aber sie hat einen andern Ebarcckter ange­nommen. Die Ironie ist verschwunden, der Sarkasmus ist nicht mehr da. Die Idee har Leben angenommen, sie ist solide geworden, sie schwebt nicht mehr in den Wolken, sie ist mächtig genug, sich selbst zu verteidigen.

Der Krieg entsteht leicht, aber er kann auch leicht verhindert werden. Der KriegsauS- bruchtrennt zwei Völker, die sich dann nicht mehr aussprechen können. Aber blättert nur in den Seiten der Geschichte. Ueberall, wo Kon- flitte in Sicht waren, und es ist verhandelt war- den, es sind Verföhnungsversuche un­ternommen worden, wurde der Krieg vermie­den. Ueberall, wo cs zu einer Kriegserflarung gekommen ist, ist nachher jede vernünftige lieber« legung durch eine mystische Kraft ausgeichaltet und die Völker stürzen sich aufeinander tote besessen. Der letzte Krieg hat gezeigt, was eine solch« Katastrophe bedeutet. Und dabei ist er noch sehr verschieden von dem Krieg, der mor­gen ausbrechen würde, dessen Schrecken über­wältigend groß sein würden.

Und was ist das Resultat Shnlicher Kriege? Sieger und Besiegte, alle find Besiegte, Zerschlagene, Verarmte. So steht ein Krieg von beute auS: Ruin der Wett, Un- alück über die Völker. Tas schöne an dem,Ga­rantiepakt ist, daß er keinen Unterschied zwischen großen und kleinen Völkern macht. Alle Ratto­nen müssen für eine eintreten, sei sie klein oder groß; alle verpflichten sich, zu Hilfe zu eilen, wenn eine in Gefahr ist. Frankreich will als erste Mitarbeiten. Sein VoÜ wünscht gluhenv, von der militärischen Last befreit zu werden Sobald ihm der Völkerbund die Gewißheit der Sicherheit gibt, werdet ihr es als Avant-Garde derjenigen sehen, die das PrMem der Entwajj-

nung lösen 'wollen. (Wem schwebte bei diesen Beteuerungen nicht Fausts Wort auf den Lip­pen: »Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Die Redaktion.)

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Looftdge ruft zur Twlüftung zusammen.

Berlin, 14. November. (Eigene Drahtmel­dung.) Nach Washingtoner Meldungen will Amerika entscheidende Schritte unternehmen, um eine Konferenz zur Erörterung der allgemeinen Landabrüstung nach Washington ein?,«be­rufen. Wie unser Jnfarmotionsdienst dazu erfährt, will die neue englische Regierung in der Abrüstungssraae mit den Bereinigten Staaten zusammen gehen. Man stellt besonders die Frage, ob die Msicht aufrecht erhalten werden soll, Deutschland von den Abrüstungskonferen­zen auszuschlietzen, um angeblich zu ver­hindern, daß Frankreich sich der Abrüstungskon feren$ fernhält. Deutscherseits würde man jeden­falls den größten Wert darauf legen, an diesen Konferenzen tcilzunehmen.

Vuk dem totes? Vunft.

Gescheiterte Berhandlungen mit Frankreich.

(Privat-T"Iegrmnm

Berlin, 14. November.

Das Ereignis des gestrigen TageS war die plötzliche Unterbrechung der deutsch- französischen Wirtschaft 3 verstand - l u n g e n Die Pariser Zeitungen sprechen von einer schweren Krise. Tatsache ist, daß Staatssekretär von Trendelenburg, der Leiter der Verhandlungen yuf dem schnell- sten Wege nach Berlin gereist ist, mn dem Re uns- kabinett über den Stand der Angelegenheit Be­richt zu erstatten unb neue Instruktionen einzu­holen. Es sind ernfte Schwierigkeiten entstan­den. die die Reparationen, wie auch die Wtrt- schaftsverhandlungen selbst betreffen. Zwischen den beiden WirtschaftSdelegationen finden zur­zeit keine Verhandlungen mehr statt. Der deut­sche Botschafter in Paris. Dr. von Hoesch, bat nenerdinas wieder den Auftrag erhalten, der französischen Regierung den Standpunkt des Reichskrbinetts vorzutragen. Es ist wahrschein­lich, daß das Reichskabinett in den nächsten Ta­gen über die Streitfragen eine Sitzung abhält

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‘Tonfilm kS n-stt.

Paris, 14 November. (Eigene Drahtmel­dung.) Die Unterbrechung der iranzösisch-beut- ichen Handelsvertrags-Verhandlungen hat ihren Grund hauptsächlich in einer Kollission zwischen dem allgemeinen Handelsrecht unb den Bestimmungen des Dawesplanes. Die deut­schen Delegierten haben insbesondere auck die S6prozentige Einfuhrabgabe auf deutsche Waren getadelt, durch die die deutsche Wirtschaft von Frankreich am Vorabend der Handelsver- traasverhandlungen in erheblicher Weise behin­dert werde. Die französische Delegation dcnegen

behauptet, daß durch diese Bestimmung im Okto­ber nur eine Million Goldmark abgeworfen wor­den sei, während sie B. in England jeden Monat zwölf Millionen Goldmark abwerfe.

GtreftMQN"S McmlM

Starker Widerhall in allen Lagern.

(Eigene Dr^meldnn'''

Berlin, 14. November.

Die große außenpolitische Rede, die Minister Dr. Strcsemann auf dem Parteitag der Deutschen Bolkspartej in D o r 1 m a n d gehalten hot und die auf der zweiten Seite dieses Blattes wiedergegeben ist, hat in den Berliner politi­schen Kreisen außerordentlich großes Aufsehen horvorgerufen. Mau erklärt, daß diese Rede von größter politischer Bedeutung fei und namentlich im Hinblick auf die gegenwärtige außenpolitische Situation starkenWiderhallin London und Paris finden müsse. Der Minister habe neue Ideen entwickelt, und seiner Partei ein

Programm für die nächste Zukunft dargelegt. Ob die Wirkungen beS außenpoliti­schen Programms Dr. StresemannS im AnS- lande günstig sein werden, bleibt zunächst ab- zuwatten In den deutschen politischen Kreisen ist schon jetzt dir Beurteilung grundver­schieden. Die regierungsfreundlichen Kreise stimmen den Erklärungen des Ministers begeistert zu. Die demokratischen Politiker hätten allerdings gewünscht, daß der Minister sich bei der Erörterung der Bölkerbundsra- g e etwas weniger Zurückhaltung auferlegt hätte, nachdem der englische Premierminister Bald­win ziemlich offen an dir deutsche Regierung appelliert hatte. Einige Stellen seiner Rede müßten die stärksten Bedenken Hervorrufen. Bon führender ZrntrumSsrlte wird unS er­klärt daß die programmatischen Erkläriingen Dr. StresemannS im allgemeinen volle Z u st i m -

m u n g finden können, wenn auch einige Punkte einer erheblichen Revidierung bebürfiyt. Jm La­ger der D e u t f ch n a t i o n a l e u wird die Hal­tung Dr. StresemannS nicht gebilligt. Sie ließe in keiner Weise erkennen, ob die Reichs- regierung die Absicht habe, an der

Notifizierung der KriegSschulderNSrung sestzuholten. Wenn Dr. Stresemann es übrigens iiniernommcn habe, schon jetzt den deutschen Standpunkt hinsichtlich der künftigen Gestaltung der deutschen Wirtschaftspolitik gegen über dem Ausland« festzulegen, so müsse dies den schärfsten Widerspruch herausfordern.

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Sie sollt« ctnflvorttn.

Berlin, 14. Novrmbe» (Privattelegramm.) Im Berliner AuswärtigeukAmte verlautet, daß Minister Dr. Stresenmnn mit seiner Rede die Absicht hatte, die Regierungen Englands und Frankreichs zu einer klarenStellung- r.ahme über die militärische Räumung s- s r a g e unb über die endgültige Einstellung der Militärkontrolle zu veranlassen. Mau hoffe daher, daß omS London und Paris in den nächsten Tagen eine Stellungnahme erfolgt, da­mit Deutschland in die bevorstehende Erörte- mrgen zwischen den alliierten Regierungen eingreifen kann.

Ein verschlagener Gegner.

Belgien wird gegen uns ausgespielt.

(Eigrner Brabtfr ruir i

Paris, 14. November.

Eine Rücksprache zwischen Herrioc und dem Handelsministcr Rcinaldi einerseits und dem deutschen Botschafter von Hoesch und dem Staatssekretär Trendelenburg an­dererseits hat, Pariser Blättern zufolge, gezeigt, daß die Deutschen nicht gerade geneigt seien notwendige Konzessionen zu machen. Andere Blätter werfen den deutschen Unterhändlern vor, daß sie allzusehr geneigt seien, die wirt­schaftlichen Verhandlungen durch daS Hinein­tragen politischer Gesichtspuntte zn erschwe­ren Jm Uebrigen tritt aber die Störung in den deutsch-französischen Verhandlungen hinter den tatsächlichen Schwierigkeiten d» französisch- belgischen zurück. Mit der Ablehnung der sechs­undzwanzigprozentigen Ausfuhrabgabe will Frankreich einen Druck auf die deutsche Delega­tion und die deutsche Regierung in einer Reihe von Streitfragen der schwebenden Verhandlun­gen ansäben. Frankreich hat inzwischen daS Angebot der Meistbegünstigung schon dahin ein­geschränkt, daß in einer ganzen Reihe von Po- sittonen nur der ZwischenpreiS, nicht aber der Minimaltarif für Deutschland in Betracht kom men soll. Die deutsche Regierung muß trotz größten Entgegenkommens natürlich die Grund­lagen zur Durchfichrung deS Dawesgutachtens selbst aufrecht erhalten.

Au? der Kommandobrücke.

Mussolini wehrt sich der Gegner.

(Eigene Drakttweldtmgz

Zürich, 14. November.

AuS Rom wird gemeldet: Der nicht faschi­stische Bund der ehemaligen Frontsoldaten ist aufgelöst worden. Polizeiliche Zwangsmaß­nahmen sind auch gegen die Gewerkschaften ein­geleitet, die entgegen ihren Statuten sich poli­tisch gegen die Regierung betätigt haben. In Rom ist die Regierung zu Maffenverhafiungen ihrer Gegner übergegangen, weshalb die Par­teifunktionäre, die nicht Abgeordnete sind, tags­über nicht aufgefunden werden können. In Turin kam es gestern zu neuen Z u sa m m e n- stößen zwischen Arbeitern nnd Faschisten. Tie Stampa meldet 2 Tote und über 15 Verletzte.

Auf Moskau« Befkffl.

Zürich, 14. November. (Privattelegramm.) Aus Rom wird gemeldet: Aufgefundene Ge­heimbefehle des Moskauer Volkskommissariats an die italienischen Kommunisten, fordern diese auf, die Bildung von Bauern- und Arbeiter- Sowjet? vorzubcreiten. Sollte es zur Kammer- auflösnng und zur Diktatur kommen, so stehen überraschende Entsendungen gegen die russi­schen Gäste in Italien bevor.

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Volttif und Revv'orr.

Rom, 14. November. /Privattelegramm.) In Castellamara erschoß gestern der frühere Faschist Jmperato im Verlaufe eines po­litischen Wortwechsels ein faschistisches Gemein­deratsmitglied auf offener Straße. Der Mör­der ig flüchtig,

Kasseler Rechnung.

1923 Millionenüberschutz, 1924 Fehlbetrag in Sicht

Der Magisttat der Stadt Kassel bat dcn Stadtverordneten einen höchst interessanten Ab­schluß der Stadthauptkasse für das vom 1. April 1923 bis 31. ÄWrz 1924 laufende Geschäftsjahr aufgemacht, für einen Zeitraum also, der genau zur Hälfte im Zeichen des furchtbarsten Tiefstan­des der Valnta stand. Das Endergebnis ist: E n

Ueberschuß von 1,038243 Mark!

Die Zahlen sehen sich glänzend an: 9 682 926,78 Mark Einnahmen, 8 523 208,68 Mark Ausgaben, macht einen Bestand von 1,159 788,10 Mark, dazu 53 931,83 Mark Einnahmerrste aus 1922—23, ab­züglich 175 476,36 Mark Ausgabereste von 1922—23, sodaß sich der erwähnte Ueberschuß ergibt. In den Einnahmesummen sind 2.622 851,38 Mark Ueberschüsse und Ablieserun- gen der gewerblichen Werke und an Zuschüssen 1.584 607,81 Mark einbegriffen. Die Begründung der Vorlage besagt dann weiter: Sämtliche Ein- nahmen und Ausgaben wurden bis Ende De­zember 1923 in Papiermark geleistet. Diese Be­träge setzten sich bei der fortschreitenden starken Markentwritung aus ganz verschiedenartigen Größen zusammen. Die Papiermarkbeträge ga­ben trotz aller Aufblähung keinen Begriff von dem in der Inflationszeit enorm gesteigerten Geschäftsbetriebe der Verwaltung. Am 1. Ja­nuar 1924 wurden zur Geschäftsvereinfachung die Papiermarkbeträge nach dem Dollarstande in sogen. Goldmark umgewertet, tote dieses bei den Reicks-' und Staatskassen teilweise auck ge­schehen ist. Vom 1. Januar 1924 wurden alle Einnahmen in Goldmark gefordert und alle Aus­gaben, insbesondere alle Rechnungen, gleich sallS auf Goldmark ausgestellt. Eine Gegenüberstel­lung ter vereinnahmten und verausgabten Ge­samtbeträge mit bett Voranschlagsbeträgen — wie in den früheren Jahren — läßt sich im Rech­nungsjahr 1923 mit Rücksicht darauf, daß es sich bei den Voranschlagsbeträqen um Papiermark­beträge handelt, nicht d erstellen. Jm Reich und Staat wird in gleicher Weise verfabten. Die näheren Anordnunaen sind für den Staat durch Veifitanng des Innen- und FinanzminttterS vom 25. März 1924 b.'zw. 3. April 1924 betret- fand Abschluß für das Rechnungsjahr 1923, ge­troffen. Ter Magistrat hat sich Hefen grundsätz­lichen Bestimmungen angeschlossen. Auch bei den Staatsrecknunaen fallen bei dem Jahresab­schluß für bas Rechnungsjahr 1923 bte durch Gegenüberstellung zu errechnenden Unterschiede zwischen dem Soll und Ist, also die Zu- ttnb Abgänge fort. Jm Zusammenhang hiermit war die Etnzclbetoilligung von Verlagsüberschrei- tt'Ng-'tt

in der JnflationS- unb folgenden Zeit nickt mehr völlig durckzitführca unb es wurde schltt ftlich davon abgesehen. Weitere Rechnun­gen sind daher von den Verwaltungen zu Ver­lagen die durch den Voranschlag und spätere Bewchigungen zur Verfügung gestellt waren, ge­zahlt worden, ohne daß formell die Veilagsüber- schteitttnaen bewilligt wären. Ein Abschluß über die einzelnen Ergebnisse der Steuerverwaltung befindet sich ebenfalls bei den Akten, lieber den Wert der in -dieser Nachweisung aufgeführten sogenannten Golbmarkbtträge kann nur bas be­reits vorflebend Erwähnte wiederhokt werben. Eine in? Einzelne gebende Prüfung der Ur­sachen des Ueberschuffes ist unmöglich. In der Hauptsache ist der Ueberfckiiß in den erhöhten Ueberweisungen an. Reickseinkommen- und Um­satzsteuer, die nicht vorauszuteben toarer -tt suchen. Der Ueberschuß von 1.038.243,57 Mark ift im außerordentlichen Teil der Stadtbauptkasse !ür das Rechnungsjahr 1924 vereinnahmt und wird hon Mb ft utr Verwendung bereit gehalten. 11 elfer Teilbeträge dieses Ueberschuffes, die in den Akten mit den entsprechenden Projekten näher erläutert sind, mit zusammen 175 500 Mk. ist bereits von den siädt'scken Körper schäften ver­fügt worden. Der Restbetrag des Ueberschusses mnß bei der Unsicherheit her Beurteilung über das vorartssicktlicke Ergebnis des Rcchtwvas- jahres 1924 einstweilen zur Deckuna des (eine ebenso trlereffante wie betrübliche Erscheinung) immerhin zu erwartenden Feblbetraaes bereitgehaltcn werden Der Magistrat hat des- halb bte Stadtverordnetenversammlung um Zustimmung zu seinen Beschlüssen gebeten.

Der Thürlnftvr IMnkfiervrozeß.

Ein Strafurteil unb ein Freispruch.

Weimar, 13. November.

In beut Prozeß gegen ben früheren thürin­gischen Minister Herrmann kam es zum Schluß zu einem Zwischenfall als bet Ober­staatsanwalt festisteltte, baß die unter Eid ge­machten Aussagen des Waffenmeisters Glaß, nach denen Müller-Brandenburg von de« der-