Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nmnu.e» 278.

Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15 Pf

Mittwoch, 26. November 1924.

14. Jahrgang

Ginyhuimmer 10 Pf. Sonntags 15 Pf

Gegen Britanniens Gewaltpolitik

Mit der Faust am Schwert.

Eine Tragödie vom Goldenen Horn.

Gouverneur von Alerandrien.

er

Unabhüngigkeitserklärung Aegyptens bestanden Frage geregelt werde.

V

einen zogen.

Frontwechsel völl- in Zukunft nicht mehr

MU Dost dampf gen Aegypten.

Rotterdam, 25. November. (Privattelegramm.) Rach einer Meldung derMorningpost" sind vom englischen HeimatReschwader acht Einheiten nach Gibralta abgegangen.

grs in Sowjetrußland eine tiefgründige Erre­gung hervorgerufrn. In Petersburg kam es wiederholt zu Ausschreitungen gegen englische Staatsangehörige. Die bolscktewistischen Arbei­ter marschierten in Masten auf und temonftriet«

eingelegt. In Kairo herrscht eine

Stimmung wie am Vorabend des Krieges. Ungeachtet des erklärten Standrechtes fin­den auf Straßen und Plätzen fortgesetzt Ver­sammlungen statt, wobei Ansprachen gehal­ten werden, in denen die Nationalisten zur Ver­treibung aller Engländer aus Aegyp­ten auffordern.

günstige Auswirkungen für Deutschland entstehen werden, indem vielleicht England gezwungen sein wird, sich die französische Unterstützung für den Fall einer bewaffneten Expedition zu sichern, um in moralischer Hinsicht vor der Weltmeinung Rechtfertigung zu finden. Es fragt sich nun, welche Konzessionen England den Franzosen für eine solche moralische Unterstützung machen mutz, und inwieweit dabei Deutschland die Kosten zu zahlen baden wird.

hat. Daily News dagegen nehmen einen ande­ren Standpunkt ein und schreiben: Wenn die ägyptische Regierung das Haager Schieds­gericht anrufe, um das Sühnegeld feststellen

London, 25. November. In der gestrigen Sit­zung der deutsch-englischen Handelsvertragsun- terhandlungen kam vor allem die s e ch s u n d - zwanzigprozentige Reparations- Abgabe zur Besprechung. Die englischen Sachverständigen bekämpften den deutschen Vor­schlag, wonach die Abgabe abgeschafft werden follte. Sie vertraten den Standpunkt, daß diese Abgabe die einzige Maßnahme darstelle, um Reparationen in den ersten Jahren des Dawesplanes zu e r h al t e n. Es wurde be- schloffen, über die Reparationslage und über den Handelsvertrag getrennt zu verhandeln. Es scheint im LHrigen, als ob die Verhandlungen über viele deutsche Forderungen sich sehr in die Länge ziehen werden. Man teilt mit,f daß Cham­berlain am 5. Dezember im Quai d'Orsay zu einem Lunch von Herriot eingeladen sei.

Männer mit Fez und Kalpak, junge Damen in eleganter Toilette. Wasser­träger, redselige Bettler, schwarzgekleidete Tür­kinnen und Damen mit tiefem Halsausschnitt, nackten Armen und kurzen Röcken. Die markt­schreierischen Rufe der wilden Händler, der Zeitungsjungen und Schuhverkäufer hallen an den Häuserwänden wider Wohl sind die Stra­ßen in den Abendstunden taghell erleuchtet und belebt: aber das alles ist nur glänzende Fassade. Die Kaufleute und Bankiers haben immer die­selbe Antwort: Es ist kein Geschält zu mach'«, es ist kein Zutrauen mehr vorhanden, das Le«

liebet beit Niedergang rt_nt.au inopelS unb die gegen ehcdenr toefentit«) verän­derten Deihättn.ye bet E abt am Gelbe- nen Hern chrilM bet nawie.gende Artikel Konstantinopel, das Jahrhunderte hindurch die Residenz der Sultane, die Hauptstadt des ottomanischen Reiches und ein Mittelpunkt eu­ropäischen Geschehens war, ist heute durch einen Parlamentsbeschluß dieser Würde entkleidet und

Englands Kriegsparabe.

Ruhe in Kairo ,.. Die Aegypten-Armee. (Privat-Telegramm.)

Zürich, 25. November.

T(ir und - e<7ta die Gewaltkur

London, 25. November. (Eigene Drahtmcb düng.) Dgily Expreß versichert, daß das bri-

finanzieller, politischer und strategischer Gesichts­punkte

mir. um die Nationalversammlung zu diesem.' weltgeschichtlichen Schritt zu veranlassen. Die Türkei von heute hat sich voll Mißtrauen vom europäischen Westen abgewandt. Dieses Miß­trauen wendet sich gegen alte Freunde und alte Feinde, und selbst Amerika, das von allen Völ­kern wie ein guter Erbonkel behandelt wird, bleibt davon nicht ausgenommen. Das Anden- teil an jahrhundertelange Schikanen, mit denen die europäischen Kabinette den kranken Mann am Bosporus behandelt haben, die Erinnerung an die entwürdigenden sogenannten Kapitu­lationen, wirkt noch immer nach. Man mißtraut den Kriechen und haßt die Armenier, die besonderen Schutzbefohlenen Europas. Kon- stai.ttnopel ist seinem Charakter nach immer kos­mopolitisch gewesen und kann auch nichts weiter sein. Es wimmelt in seinen Straßen vonUn­gläubigen". Darum gilt es den Türken als eine unreine Stadt, von der man sich mit Wider­willen fern hält. Man hat Millionen hineinge­steckt, die man sich in Europa hatte leihen müs­sen, und die sich dieses wiederum mit schweren Zinsen bezahlen ließ. Unter Kemal Pascha ist die Türkei nach Asien zurückgekehrt und hat

Auch $n Rußland verspielt

Bolschewistenwut gegen England.

2m Hintertreffen.

Was wir von England zu erwarten haben.

«Sigener Drahtberichi.l

Aegyptens Vroiest an ane Wett.

Kairo, 25. November. (Durch Funkspruch.) Der ägyptische Ministerpräsident Zighlul Pa­scha ist zurückgetreten. Er erklärte im Parlament, er habe sich bereits am Tage des Attentats mit Demissionsgedanken getragen, aber der König habe davon nichts wissen wollen. Ich bin stolz daraus, meine Macht zu verlassen, weil ich das Vaterland verteidige, wie ich es wünsche * Ein anderer Abgeordneter sprach vom Zusammenschluß aller Parteien, weil das Kabinett Zighlul Pascha der Nation nur Nyglück gebracht habe. Das Parlament beschloß darauf einstimmig einen

Protest gegen die englischen Maßnahmen an alle Parlämente der Erde

und an den Völkerbund zu senden. Der neue Ministerpräsident ist sechzig Jahre alt. Er gehörte bereits früher dem Kabinett an, ein­mal als Verkehrsminister und einmal als Unter­richtsminister. Zu Beginn des Weltkrieges war

zu lasten .so werde sich die englische Regierung schwerlich weigern können, auch eine kleinere Summe anzunehmen. Der Entschluß Lord Alleubvs, zur Gewalt zu greifen, sei ernst. Auch ohne Gewalt sei es möglich, daß die sudanesisch:

Än»eigenvrelse Geschäfts-Anzeigen delle 15 Pfennig. iZamilien-Anjeigen Seile 15 Pfennig, Klei ne Anzeigen das Gori M, Pfennig, .Reklamen die Seile öl) Pfennig. Offertgebübr tu Pfennig «bei Sniendung der Offerten 2u Pfennig). Rechnungs­beträge find innerhalb 5 Tagen tu bezahlen. Mangebend iit Ser Kurs des Sablungs- tages. frilr die Richtigkeit aller durch iZernsvrecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für AufnahmeSaten und Plage kann nicht garantiert werden, iSriir Anzeigen ml i besonders schwierigem Lag UM) Prozent Ausschlag. Druckerei: Schlachthontr -28/80 Geschäftsstelle: Köln.Strafte 5. gegenüber derSvohrltrafte. iVentlvrecber 951 n. 952

groß ift Dagegen sei die Ruhe in den Straßen nirgends gestört worden. Der Kö­nig hat nach dem Rücktritt des bisherigen Kabi­netts den Präsidenten des Senats zu sich geru­fen und trug ihm die Bildung des neuen Kabi­netts auf. Bisher sind fünfzehntausend Mann englischer Truppen in Aegypten zusa itmengezo- gen, denen die ägyptische A-mee in einer Stärk- von67000 Mann gegenübersteht. Eine Anzahl sudanesischer Truppen wird zu einer sudanesi­schen Verteidigungsarmee zusammengefügt.

Bis hierver und nicht W iler.

London, 25. November. (Eigene Drahimel- dung.) Die Nachricht bestätigt sich, daß das Sühnegeld von anderthalb Millionen engl. Pfund gestern mittag durch die ägyptische Re­gierung gezahlt worden ist. Diese hat gleich­zeitig eine Protestnote gegen die Forderun­gen der englischen Regierung bezüglich der Zu­rückziehung der ägyptischen Truppen aus dem Sudan überreicht. Auch wird der Behauptung, daß die Interessen der Ausländer in Aegypten nicht gewahrt werden, als ungerechtfertigt und grundlos zurückgewi-sen.

«fr Arveirer nu en nicht mit.

London, 25. November. (Eigene Drahtmel­dung.) In eiiier'Arbeiterversammlung erklärte der Abgeordnete Morgan Jones, daß er die englische Machtparade in Aegypten nicht bil­ligen könne. Wenn er auch mit der Regierung die in Aegypten begangene Untat verurteile, so glaulle er doch nicht, daß die Regierung berech­tigt sei, an Aegypten derartige Forderungen zu stellen, denn dadurch werde der Weltfriede ge­fährdet. Die Ereignisse in Aegypten werden natürlich bei der Debatte im Unterhause eine besondere Würdigung erfahren. Wenn Austin Chamberlain um diese Zeit noch in Rom wer­ken sollte, so ist es nicht ausgeschlossen, daß die dortige Zusammenkunft wegen seiner Ruckbe­rufung eine Aenderung erfahren wird.

Wird sich Aegypten England beugen?

Im kritischen Stadium / England schützt seine Untertanen , Wo bleibt der Völkerbund? / Ausschreitungen gegen Engländer in Rußland.

hat feine bevorzugte Stellung an die kleinasia- ten für die Revolution in England Gelegentlich tische Stadt Angora^abgeben müssen. Nicht nur, dieser Kundgebungen wurde eine i»c,( Angora das Symbol der mrk.ichcn Wie-

Anzahl englischer Staatsangehöriger mißhandelt.!^r°uttichtttng war,^ mutzte der^ Glanz auf^ den Auch aus Moskau werden Ausschreitungen' " ' " " ......

gegen Engländer gemeldet. Der Aufenthalt englischer Staatsangehöriger im Inneren Ruß­lands wird durch die Sowieibehörden unter­sagt. In einer Sitzung des Großen Sowjets, die sich mit der russisch-englischen Spannung be­schäftigte, wurde erklärt, daß Rußland England gegenüber nie die entwürdigende Rolle Deutsch­lands einnehemen werde.

tische Volk voMommen mit seiner Regierung einig gehe und daß von Zaghlnl Pascha, den das Blatt als einen Schwächling hin- tellt, nur Ohnmacht gegenüber den Ereignissen in Aegypten zu erwarten gewesen sei. Wenn Zaghlnl Pascha und feine Kollegen auf ihrer bisherigen Politik bestehen, wie das auch den Anschein hat, so wird England genötigt sein, auf ein Regime zurückzitgreifen, wie es vor der

Kkirg oder Frieden.

Englands Duell mit Aegypten.

Tie Ermordung des englischen Gouverneurs in Aegypten, des Generals Sir Stack, scheint außerordentlich ernste Folgen nach sich zu ziehen. Obwohl die ägyptische Regierung geneigt ist, die Suhneforderungen Englands zu erfüllen und eine Bußesumme an England zu zahlen, besteht zur Zeit kamn noch eine Möglichkeit, zu verhin­dern, daß Waffengewalt über die Gegensätze zwischen England und Aegypten entscheiden wird. Die englische Presse spricht ganz offen die Tatsache ans, daß die Weigerung der ägyptischen Regierung, ihre Trupy-n aus dem Sudan zu entfernen, von England mit kriegerischen Maßnahmen beantwortet werden würde. Ob dies tatsächlich der Fall sein wird, muß zu­nächst abgewartet werden. Wenn das konservr- tive Kabinett in London seine Drohungen wahr, machen sollte, so befindet es sich in einer ähn­lichen Situation tote Oesterreich vor dem Welt­kriege, als Serbien das Ultimatum wegen der Ermordung des österreichischen Thronfolgers ablehnte. Vielleicht werden die Engländer es lernen, über die Vergangenheit anders zu denken, nachdem sie heute den besten Beweis dafür liefern, auf welchem Wege der­artige Konflikte ausgefochlen werden. Die Eng­länder werden vielleicht ihre Haltung damit be­gründen wollen, daß ihre elementarsten Lebens­interessen im Sudan bedroht waren. Dies war aber bei Oesterreich im Juli 1914 in noch viel höherem Grade der Fall als jetzt km Sudan, wo es sich nicht um eine Regierung handelt, hinter der die europäischen Großmächte stehen, wie das be: Serbien der Fall war, sondern um ein Land, das seine Existenzrechte gegen England vertei­digen muß und oabei von niemandem unter» stützt wird. Wenn die englische Regierung sich dazu entschließen sollte, mit Waffengewalt gegen Aegypten vorzugehen, so wird dieses Land kaum in der Lage sein, sich ernsthaft verteidigen zu wol­len Es liegt hier also ein krasser Fall kolonialer Unterdrückungspolitik vor, gegen den niemand Einspruch zu erheben wagt.

Die ägyptische Regierung hat sich bei dem ganzen Konslift mit Würde und Festig­keit benommen. Sie hat nicht nur die Verhaf­tung der Attentäter in ganz kurzer Zeit durch- geführt, sondern sie hat auch alle Forderungen bewilligt, die unter Wahrung der Selbständig­keitsrechte Aegyptens bewilligt werden konnten Wenn sie es darüber hinaus abgelehnt hat, die englische Forderung auf Zurückziehung der ägyp­tischen Truppen aus dem Sudan anzunehmen, so kann sie sich dabei mit Recht ans die ägyptische Verfassung berufen, die durch die englischen Maß- nahrnen in schroffster Weise verletzt wird. J.r- wischen hat England die notwendigen militäri­schen Maßnahmen ergriffen, um seinen Forde­rungen Nachdruck zu verschaffen. Di« englische Politik befindet sich gegenwärtig in der benei­denswerten Lage, daß kaum eine Macht in der Welt es unternehmen wird, ihr in den Arm fal­len zu wollen. Im Gegenteil, es hat sogar den Anschein, als ob sich Frankreich die größte 1 Mühe gebe, das Vorgehen Englands zu unter­stützen, um auf diese Weise die englisch-franzö- fische Freundschaft festigen zu können. Tas ein» zige- Land, das vielleicht in der Lage fein wird, gegen das willkürliche Vorgehen Englands zu protestieren, ist Sowjetrußland. Auffal­lenderweise hält sich jedoch die russische Sowjet- regierung sehr stark zurück, weil sie sehr wohl weiß, daß bei der gegenwärtigen gespannten Lage mit England nicht mehr viel dazu gehört, | den vollständigen Bruch mit dem briti­schen Weltreich herbeizuführen. Man iann eini» i germaßen daraus gespannt fein, welche Haltung \ Rußland im weiteren Verlauf des ägyptischen ; Konflikts einnehmen wird. Es wird natürlich die peinliche Lage Englands im Sudan aus­nutzen, um die Jslamvölker gegen die englische ' Oberherrschaft weiter auszuwiegeln. Ans diese , Weise könnten sie einen folgenschweren Schach- , zng unternehmen, der England in eine sehr pein­liche Lage bringen würde.

Wir in Deutschland sind in dieser Angelegen­heit vollkommen desinteressiert. Wir können ru­hig den Beobachter spielen, weil deutsche Inter­essen bei dieser Frage kaum berührt werden. Trotzdem besteht die Gefahr, daß indirekt un-

Rotterdam, 25. 9cob. (Eigener Drahtbericht.) Die der Londoner Presse vorliegenden Mel- bungen über die Lage in Aegypten lassen in im­mer deutlicherer Weise erkennen, daß es keinen anderen Ausweg aus dem Konflikt mehr geben kann, als die

völlige Unterwerfung Aegyptens.

Das britische Kabinett hielt gestern eine D a u e r s i tz u n g ab, die zu dem einstimmig ge. faßten Beschluß sühne, an den gestellten Forde­rungen unbedingt festzuhalten. Unmittelbar nach Abschluß des Kabinettsrats begab sich der Ches der Admiralikät nochmals zu Baldwin. Reuter meldet kurz daraus die Entsendung wei­terer Kriegsschiffe nach Aegypten und fügt hin­zu, daß diese Entsendung keinen aggressiven Charakter habe, daß sie lediglich der Sicher­heit der englischen Staatsangehöri­gen in Aegypten diene. Ein Mailänder Blatt berichtet aus Kairo die Landung englischer Truppen durch die sofort die englischen Nieder-

derausrichtung war, mußte der Glanz auf den Zinnen am Goldenen Horn erblassen; es spielte auch eine Reihe

®te Uatieler Reueiteu Rachrichten erlcheinen wöchentlich sechsmal nachmittags

*!nnemeffworeis betragt tür oen Monat 2.- Mk. bet iteier Zustellung tnö Vaub in ber OMdjattffteUe abgebolt 1.80 Mk. Durch die Post monatlich 2.00 Mk ausschließlich Zustellungsaebutzr. Verlag und Redaktion^ Schlachtbosstratze 28/30 fttnfprejber 951 und 052 stur unverlangt eingefanöte Beiträge kann die Re» L?iu0" »"f? B e r a n 1 w o r l u n a oder Gewähr in keinem stalle übernehmen. Rück- iaolung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmähiger -teieruna ist ansgefchloßen Postscheckkonto stranksuri a. Main Nummer 6380

nach Westen, sondern nach Osten gerichtet. Der Gedanke der turanischen Gemeinschaft über ganz Asien hin hat die türkischen Köpfe er­füllt. Man streckt die Hände nach dem Kauka­sus, nach Persien, zu den in Turkestan lebenden Rassegeuossen aus, und man ist kühn genug, selbst über die hohen Berge des Himalaya nach

der Mongolei

nach China und nach Indien zu blicken. Diese grundsätzliche Umstellung des alttürlischeu Gedankens, der durch Jahrhunderte das Abend­land bettnruhigen und seine Politik beeinflussen konnte, erklärt die Heftigkeit, mit der die Türkei um Mossul kämpft. Tie Garnisonen der neu­errichteten türkischen Armee sind denn auch hauptsächlich nach dem Osten verlegt worden. Konstantinopel als Hauptstadt der Republik be­deutet eine Türkei, die unter den Geschützen der europäischen Kriegsschiffe ewig dazu Mrdammt ist, von der Gnade Europas zu leben eTaitftan= tinopel befindet sich heute in des Wortes »er» wegendster Bedeutung aus dem Llussterbe-Etat. Noch zehrt es von dem reichen Kapital, das ihm die Natur in verschwenderischer Gebelaune ;n die Wiege gelegt Hal. Aber trotzdem: Kon­stantinopel stirbt. Der Reisende, der vom Meer aus nach dem Goldenen Horn kommt, stellt zuerst fest, daß der Hafen, in dem es ehedem von Dampfern und Barken wimmelte, fast leer ist. Sieben bis acht Schisse höchstens liegen dort melancholisch vor Anker, und die meisten davon sind Passagierdampfer, die dem Reiseverkehr dienen. Und doch war dort ehemals einer der belebtesten Hafenmittelpunkte im ganzen Mittel» meer. Die Landung in Pera täuscht zunächst Wer den unfreundlichen ersten Eindruck hinweg. In dieser Stadt der Europäer und Armenier gibt es noch so etwas wie Geschäfte, Leben und Betriebsamkeit. Man wandelt durch die kleinen Straen und Gäßchen, treppauf, treppab, über die Hügel und Anhöhen, auf denen Pera liegt Es ist einmal reich und einmal arm, einmal schmutzig und einmal sauber. Es gibt schmucke, neue Häuser und daneben elende und verfal­lene Hütten. Auf den Straßen herrscht noch leb­hafter Bettieb;

(Eigene Drahtmeldung.)

Rotterdam, 25. November. Wie ein Londoner Blatt aus Reval meldet, hat die Nichtgenehmi­gung des russifch-englischen Bertra-

lassungeN in Alexandria besetzt worden sind. Auch in Kairo sind die englifchen Besitzun­gen unter militärischen Schutz gestellt worden. Die ägyptische Regierung hat gegen, .dftse; Die ke^en Nachrichten ans Kairo besagen,

anerkannten Souverantrai,?. Aufregung in der Stadt außerordentliky

Aegyptens zuwidertauft, entschiedenen Proteiti -- L " " - - - R