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Meler Neueste Nachrichteu

Hessische Abendzeitung

Kaffeler Abendzeitung

Dienstag, 9. Juni 1925.

Der 16. August als GchicksalStag

Der Feftzug.

luge,

Fahnenweihe am Denkmal.

Einem Sonderberichterstatter zufolge hat die Aussprache Briand-Chamberlain den Pakt so-

Den« an den 16 August.

Die Ruhr und die Niederlande.

(Eigene Drahtmeldung.)

DuiSburg, 8. Juni.

Münbener Sonntag.

Appell und Fahnenweihe der Pioniere. i Ci« ftrableader Jaaitag. Zwischen Werra I nnb gulda. Salinen und etanoarkn. Pi»«iergeift denk wie eiirt. öefteloBrnmwel.

Das war ein Tonnlag just zur brausende» Wellfreude,, zu trunkene m Daseingliick, zur Lust an gemeinsamen, harmonischen Volks­festen tote geschaffen. Denn es wölbte sich die lichtblaue kristallene Himmelskugel nicht nur über Kassels und Fritzlars Zinnen und Menschenknäueln - - auch über Mündens grü- neBergtoald- und Stromtälerpracht war para- diesische Schönheit gebreitet, ein maßloses Licht- meer funkelnd ausgegosien. Und mit der Natur toetteiferte das verträumte Giebel- und Gassen- städtchen in; punkenden Festgewand. Denn die Elfer Pioniere hatten zum zweiten großen Appell zusammengeblasen.

Das schmucke Städtchen.

Sckon am frühen Vormittag flutete in gespann­ter Erivartung jnngfrisches Bolt, uniformiert und im duftigweißen Mull durch die buutbetolm- pellen, guirländenüberspannten, tannengeschniuck- ten Straßen und Plätze. In den großen Nestau- ranls war zur Mittagsstunde kaum noch em Plätzchen frei. Fast kein Haus, selbst bis in dte schmalen Seitengäßchen hinein, ohne schwarz- weiß-rote, blau-weiße, gelb-rote oder die Stadt- Wappenstandarien. Der halbe Reinhardswald scheint herabgestiegen und an Türen und i;en- lern Wurzeln geschlagen zu haben. Schon am Bahnhof grüßten, wie noch ein Dutzeudmal m der Stadt, aus mächtigen Guirlandenbogen dte Willkommensgrüße an die allen Kameraden. Stolze»' recgt.rich altersaraues Gemäuer, strecken sich Häufe'Gasse Hinern im tim-- endfältigett Schmuck des Grüns und der Far­ben. Mit Pfeifen- und Trommelschall und wc- benden Fahnen streben Verbände und Abord-.nn- gen ihren Sammelplätzen zu . . .

Hart auf hart.

Die Politik des moralischen Widerstandes.

Von Dr. Paul Rohrbach.

erhoben, weil man w e i tz, daß Deutschland sie um seiner eigenen Sicherheit willen gar nicht er­fülle» kann. Man rechnet aus die deutsche Weigerung, um daraufhin e'klären zu können: Weil die Deutschen sich w # :rn, darum wird die nördliche Rheinlandzoue nicht geräumt!

Es wird aller politischer Klugheit bedürfen, um dem französischen Versuch, uns Fallstricke zu legen, einen nicht nur festen, sondern auch ein­drucksvollen moralischen Widerstand zu leiste». Wir muffen dabei vor allen Dingen die Lage Englands richtig würdigen. Wenn man den Engländer fragt, welches die Sorgen sind, die ibm am meistenit schassen machen, so antwortet e" drei, und Ovar ist die er»e Rußlands Wühlarbeit in Asien, die zweite der Mangel an wirksamen Druckmitteln gegenüber Frankreich, di- dritte die Unsicherheit, wo die Grenzen dessen liegen, was die deutsche öffentliche Mei- nunfl bereit sei, sich gesallen zu lassen. Man kann bei uns nur darauf rechne», daß England ermutigt wird, Stellung g e g c » Frank­reich zu nehmen, to^in wir keinen Zweifel dar­über lassen, in welchem Punkt unsere Bereit­schaft. nachzugeben, ai'.fhort unbje feffer in dieser Beziehung unser moralischer Wille ist, de­sto bestimmter können wir es wagen, dte Grenzen dafür bei künftigen Verhandlungen zu filieren.

Nummer 131. Einzelnummer Pf Sonntags 15 Pf.

Nach fast einstündigem Umzug schließen sich bie Gruppenkolonnen um das Gefallenendenkmal jenseits der Fuldabrücke zusammen. Den Berg- Hang hoch hinauf lagern viele hundert Zuschauer. Auch der imposante Fahnenwald und die Jn- santeriekapellen bauen sich amphitheatralisch auf. Gedämpfte Orchesterklänge wehen nieder. Mächtig braust der Hymnus eines Massenchors himmel­an:Die Himmel rühmen .. ." Und dann feiert Kamerad Professor Dr. Hartenstein, der be­währte Mitarbeiter unseres Blattes, den Geist .s>indeilb»rgs, der das zerrissene Volk zu friedlicher Arbeit zusammenschweitzen wolle. Tiefstes Gedenken aber gebühre den zwölfbun- den gefallenen Elfern, die für die heilige Heimat verbluteten. In de» jetzigen schweren Rockkriegswehen werde uns vielleicht der F r a n* ; ose zu einer Rotgemeinschast wieder zusam- menschweißen. Heldenverehrung müsse das Ideal der deutschen Jugend bleiben. Die Pioniere aber müßten beim Wiederaufbau Deutschlands in vorderster Linie sieben: Spren­ge» Brücken schlagen, Stürmen, um die deutsche Volksgemeinschaft heraufzusübreti. In starkem, stillem Glauben an die Auferstehung legte der Redner den Pionierkranz am Denkmal nieder und schloß mit einem weithtnscballenden Hoch auf das Vaterland und Hindenburg. An die

weit gefördert, daß nunmehr die Verhandlungen mit Deutschland beginnen könnten. Man mune dabei folgende Punkte beobachten: Ter reine Sicherheitspatt könne von Frankreich nur ange­nommen werden, wenn er von Schiedsgerichts- vertragen begleitet wird, die von Frankreich ga­rantiert werden. England seinerseits, das rest­lose Garantien für jeden Angriff , gegen. die Rheinzone gebe, wolle nur die Schiedsvertrage garantieren, die zwischen den Rheinuferstaaten abgeschlossen würden, wolle aber seinerseits mit keinem Staat einen derartigen Vertrag unter­zeichnen. Auch wurde zugestanden, daß Dentjch- land in den Völkerbund eintreten könne, bevor es seine Entwaffmingsverpflichtungen erjuHt habe. Italien trete dem SchiedsgerlchtSsystem bei.

Die bittere Rille.

Was nutzt uns das fromme Bedauern? (Eigener Drahtbericht.)

London, 8. Juni.

Ein liberales Blatt schreibt zur Entwaff­nungsnote: Die Gründe für die V erzöge- r u n g der Absendung seien absurd. Die Ge­samtwirkung der Note fei äußerst u n g ü ck l, ch. Deutschlands Verzüge seien nicht ernst genug, um eine Verzögerung der Räumung Kölns zu rechtfertigen. Die Behauptung von einer ernsten Bedrohung des Friedens sei ein Unsinn. Deutschland sei unfähig, einen modernen Krieg zu führen nnd sei gar nicht in der Lage, einer modernen anderen Macht ernsten Wider­stand entgegenzusetzen. Allerdings fei ein ehr­licher Versuch, die Forderungen der Alliierten, so schwer sie auch seien, durchzuführen, erforder­lich. DaS werde sich für Deutschland hunder - fach bezahlt machen. Auch Lloyd Georges Blatt hofft, daß Deutschland bald gründlich erfüllen werde. Ein diplomatischer Berichterstatter be­tont, daß man auf britischer Seite der Ansicht ei, daß Deutschland unfähig ist, seine Nachbarn auf Jahre hinaus anzugreifen. Dennoch stimmt er den Hauptforderungen der Note zu.

Der ÄontronberKtrt am Dienstag.

Paris, 8 Juni. (Privattelegramm.) Wie Havas meldet, wird der Bericht der Kontroll­kommission über die Entwaffnung Deutschlands am kommenden Dienstag veröffentlicht werden.

Shinefen gegen Ehinefen.

Feindliche Generäle.- Die Schlacht tobt.

(Durch Funkspruch-

Wasijington, 8. Juni.

Wie berichtet wird, erwartet man bei Kanton eine Schlacht zwischen der Kantonarmee des Ge­nerals Hsu und den Streitkräften aus Annan. In den östlichen Vorstädten von Kanton werden Schützengräben auSgehoben. Die amerikanischen Bürger 'wurden angewiesen, die Bvrstädtc von Kanton zu verlassen. Eine spatereMeidung be­sagt, daß zwei Bunangeneräle die Behörden aussorderten, Truppenbewegungen einzustellen. Die Behörden erklärten darauf beide Generale für abgesetzt und ernannten den General Tschn- peitfch zum Führer. Hanghsimin beantwortete diese Maßnahme mit einer Besetzung der Resi­denz des Gouverneurs, der Telephon- und Zele, graphcnämter und der Elektrizitätswerks Die Telephonlinie nach Hongkong wurde durchschnit­ten. Kanonenboote der Kantonleute eröffneten das Feuer auf die Nnnanlente, das von diesen lebhaft erwidert wurde. Das zeitweise sehr hef­tige Gefecht dauerte fast zwch Stunden.

Geeckt benktnicht daran.

Dunkle RlUklrtttsgeillchlc.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 8. Juni.

Wie wir von unterrichteter Seile hören, sind verschiedentlich verbreitete Gerückte über Riick- trUtsgedanken des ReichSwehrministerS gegen­standslos. General v. Seeckt beabsichiigt wie­der, seinen Rücktritt zu nehmen, noch ist ihm die­ser von irgend einer Seite nahegelegt worden..

Die letzten Fliegerfchleifen.

37 sind zurück. Noch tausend Kilometer. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 8. Juni.

Anzeigen mit beton», schwierigem Sas 100 'Sroz.Aussi^aa. Druckerei, ^chlachtbof^ ftrabe Geschäftsstelle: Köln Str. 5. aegenNb.der Svobrstr. sternspr.l'l n.

Die ManeleiJieueften Nachrichten ericheincn wöchentlich lechsmal nachmittags Der Abonnemeiiisvreis beträfli für een Monai 2. Mk. bei '"ter Zustellung ins vanS. in der otoitbättefieUe abgedolt LHOUHf. Dur» eie Po» monatlich 2.ili>Mk auSichliektich -iuiteUungSaebiidr. Verla« und Aedaknon «chlachwoiiiratze ». i>«rl>iorecher »51 und »52. ivür unverlangt «ingetandte Beitrüge kann »'e Re­daktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Raue übernehmen. Ruck« sabluna des -te»iigSgeldeS oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger 'iff-rnnn 'ft anSaekchloNen Postscheckkonto RranfiuTt a. Main Nummer 63S0

Bo» der vierten Schleifenfahrt dcß Deutschen Rundfluges sind außer den gestern schon eingc- troffenen sechsundzwanzig Apparaten heute bis zum Schluß der offiziellen Wertungszeit noch elf Flugzeuge zurückgekehrt. Im ganzen sind also von der vierten Schleife 37 Flugzeuge wie­der im Tempelhofer Flughafen angelangt. Mor­gen um 4 Uhr früh erfolgt der Start zur fünf-, ------------

ten und letzten Schleife, die über Breslau, neue Fahne Miete dann der frühere Garnison- Frankfurt an der Oder, Stettin und Rostock nach Pfarrer Sup. Steinmetz in seiner Weiherede Berlin zurückführt. Die Strecke beträgt 1034 Sm.lbcn unerschütterlichen Glauben an Deutschlands

Die feindlichen Forderungen haben ihr Gutes. Sie llärxn die Lage. Der Reichswehrminister , Geßler hat vor einer Woche im Reichstage ge- sagt, die Abrüstungen müssen allgemein sein - und dürfen tischt auf Deutschland beschränkt blei­ben. Darauf erllärte die französische Regierung sofort, solche Worte seienein Beweis unerhör­ter Anmaßung". Sie bedeuteten eine glatte Ver­kennung des Friedensvertrages: der Vertrag ge­be allen den Länden, für dieder deutsche Militarismus eine ständige Bedrohung" sei, Sicherheitsgarantien in die Hand. Wenn die Franzosen von Deutschlands moralischer Abrü­stung sprechen, so meinen sie damit einen solchen Zustand des deutschen Gemüts, der den Ver­sailler Frieden nicht nur als gegeben, sondern auch als gerecht hinnimmt.

Vor wenigen Tagen hat bei der internatio­nalen Konferenz über den Waffenhandel der deutsche Vertreter den Anttag estellt, es solle im Kriege der Gebrauch von giftigen Gasen überhaupt verboten werden. Die surchtbarste Ausrüstung ist gegenwärtig Amerika im Begriff sich zuzulegen. Zum mindesten sind auf ameri­kanischem Gebiet und auf Veranlassung des ame- rikanischen Kriegsministeriums die umfangreich- ften Anlagen für das Studium und die Fabrika- tion von Giftgasen geschaffen. In Frankreich gibt eS eine ganze Literatur, die darin schwelgt, auszumalen, wie die deutschen Städte von fran­zösischen Flugzeuaen verbrannt und vergiftet werden würden, wenn Deutschland es sich ein­fallen lassen sollt?, den Pfad des Krieges zu de- treten. Auf der anderen Seite aber deuten die Franzosen als den letzten, innersten Grund ihrer Sorge vor Deutschland an, Deutschland könne sich heimlich mit Giftgasen bewaffnen und hinterrücks Frankreich angreifen! Run wohl, dann gehe man doch auf drv deutschen Vor­schlag ein und erlasse ein internationales Ver­bot, mit Giftgasen Krieg zu führen. Deutschland wird bereit sein, sich in dieser Beziehung Bei schärfsten Kontrolle zu unterwerfen, voraus­gesetzt natürlich, daß diese Kontrolle sich nicht auf Deutschland allein bezieht. Wollen die Franzosen noch mehr ? Wenn sie ehrl'ck wa­ren, so könnten sie daraufhin sich alle Entwau- nungsnoten sparen, denn daß Deutschland mit seiner lächerlich geringen Zahl von Kanonen und Gewehren keinen Krieg führen kann, und daß es ebensowenig imstande ist, heimlich unermeßliche. Mengen davon zu fabrizieren, darüber wird sich niemand klarer fein, als der Marschall Fock.

An einem besonderen Punkt werden die fran- zöflschen Forderungen durch englischen Wirtschaftsneid gedeckt. Man weiß, daß die Koittrollofsiziere, von denen die fünfzehnhun­dert Kommissionsbesuche in Deutschland gemacht wurden, größtenteils Vertreter bet i n bi» ft Ml eilen Interessen Frankreichs, Belgiens, namentlich ober Englands waren, die man be­auftragt hatte, diese Gelegenheiten zu benutzen, um die maschinelle Ausrüstung der kon­kurrierenden deutschen Jndustrieen bis ms ein­zelne zu untersuchen. Die Kruppschen Wer­ke in Essen sind im Grund- weniger das Ob­jett der militärischen Besorgnis, als der indu­striellen Konkurrenzfurcht. Auch die eng­lischen Sachverständigen wisse» nawrlicl^ datz die Maschinen, stie bei Krupp, bei den Relchswerken unb anderswo zerstört werden sollen, für die Fa- brikation von landwiratschaftlichen und anderen Friedensgeraten, so wie die früheren Kriegsmaterialfabriken sie letzt bei unz betreiben, notwendig sind. Es ist in dieser Hin­sicht sinnlos, sie zu zerstören aber wenn sie zerstört werden, so wird dadurch die Fähigkeit der deutschen Fabriken, au' dem Weltmarkt ml. den englischen in der Lieferung von Friedenswa­re tu konkurrieren. Darum deckt England das Verlange» der Zerstörung, und wenn eS damit auch kein moralisches Heldenstück begeht, so macht das doch dem englischen Empfinden kei­ne inneren Schnürigkeiten. Wir werden zu ent­scheiden haben, in welchen Punkten wir um des Friedens willen nachgeben können, und wo w.r fest bleiben müssen. Wir muffen uns darüber klar fein, daß es für uns keine Erschwerung sondern eine moralische Erleichterung der ~age bedeutet, wenn Forderungen erhoben werden, von denen es evident ist, daß siekeine stu­tze im Friedensvertrag finden, dav sie nicht mflitärischer, sondern politischer Na­tur sind, und die nur die Bestimmung haben, Handhaben zu neuen Chikanen zu bieten, xffi der Frage der Schdtzpolize, z. B. ist es einfach böser französischer Wille, der die Auslo­sung ihres jetzigen Unterbringungssvstems ver­langt. Die Franzosen wissen, baff Deutschland mit der Schupo I e in e n Krieg zu fuhren im­stande ist. Hier wird seine Forderung nur darum

Paukenschlag und Tsching-tscha-tscha Aus chweren hannoverschen Hengsten biegt ein Rei­tervortrupp um die Ecke. In schneidigem «Piel folgt dieMusik". Hoch zu Roß hinterdrein an der Spitze unabsehbarer Sckarender Herr Hauptmann", in blauer Friedensepoulettenuni- form. Hinter dem Festausschuß die schwarz-weiß ieschärple Ehreiljungerschar mit der noch verhüll­ten neuen Fahne. Und dann im strammen Schritt und Tritt (wer will sie zählen und nen­ne») die Kriegervereine von weit und breit in schwarzer Zylindertracht, die breiten Ordens­schnallen auf der Brust. Renn Kapellen, (stahl- beim, Gymnasium, Oberbayern, Ober weset), Trommler- und Pfeiferchor: Richt ganz Jo wuch­tig wie die Marburger und Göttinger Infante- risten, aber sie stehen ihren Mann. Neue Zuge, Fahnen, Standarten, Schilder: die letzten Hau,- lein der alten Pionierkompagnie 11, in blauer Schirmmütze, Ehrenzeichen des Weltkrieges am Rock, stolze Feld- und Friedensunisorme» (auch Helmpickcl, Generalstreisen im Zug verstreut. Kriegssorrnatiorien aus dem ganzen Reich. Die nationalen Verbände in einer riesigen Länge sie defilieren vorüber, lind auch Mün- bencr Grünröcke im Jägerhut und Hirschfän­ger machen ihnen stattlichen Eindruck. Ein Zug fröhlicher Wandervögel, staubbedeckt, sonncn- gebräunt, schließt den mächtigen Heerbann.

Den offiziellen Auftakt zur Jahrtausendfeier in Duistziira bildete die EnthsisiilNg des B i n k- ke-Denkmals, die gestern Oberbürgermeister Dr. JarreS vollzog. Hier im sogenannten Sanktionsgebiet wollen und dürfen wir auch be­tonen, führte Jarres aus, daß wir noch Völker­recht ein Recht auf Befreiung haben und daß wir die Einhaltung dieser Abmachungen mit den. bitteren Ernst eines Unrecht er­duldenden Volkes erwarten. Dieser Denkstein sei ein Beweis, daß es noch etwas mächtigeres gibt als das böseste Geschick, nämlich den e t n » gen Willen, der Rot Herr zu werden. Dr. Jarres würdigte sodann die Verdienste deS Freilierrn Ludwig von Vincke um den Ausbau der Ruhrorter Häfen. Am 16. August 1924, so ührte der Redner weiter auS, ist die Räumung des Sanktionsgebiets gleichzeitig nut der Räu­mung des Einbruchsgebietes feierlich festgelegt worden. Am 19. August Hai Ministerpräsident Maedonald erklärt, daß keine Gründe mehr für die Besetzung bestünden. Also müsse» nach dem Londoner Pakt die Städte Duisburg und Düs-

eldorf . .

am 16. August spätestens geräumt werden. Wir erwarten, daß dieses gehalten wird. Es sprachen ferner der Oberpräsident der Rheinprovinz Dr. Fuchs, Wohlfahrtsmi­nister Hirtsiefer und der holländische Kon­sul Oberst a. D. van Lith. Alle Redner gaben ihrer Ueberzeugung Ausdruck, daß die wirt­schaftlichen und politischen Schwierigkei­ten beseitigt weiden wurden. Minister Hirtsiefer sprach die Hoffnung aus, daß die Zett bald wieder kommen möge, wo w,r alle wieder frei singen dürfenDeutschland, Deutschland über alles" und als Antwort des neutra­len Auslandes auf den Wunsch deS preu­ßischen Ministers erschien allen Anwesenden die Aufforderung des Konsuls der Niederlande Oberst a. D. van Lith, mit ihm daS Lied an­zustimmenDeutschland, Deutschland über alles", was mit großer Begeisterung geschah. Oberbürgermeister Dr. Jarres schloß mit einem Hoch auf die Niederlande dr« Feier, an bie sich noch eine Besichtigungsrundfahrt durch bie Ruhrorter Hafenanlagen anschlotz.

*

Sin Ausweg aus der NasterniS.

Hamburg, 8. Juni. (Privattelegramm.) Bei einer rheinischen Jahrtausendfeier betonte Bür­germeister Dr. Schramm in seiner Festrede vor allem, daß nur der friedliche Aus­gleich auf nationaler Grundlage die Staaten der Erde retten könne. Deutschland und Frankreich müßten als zwei gleichberech­tigte Nationen mit aufrichtigem Willen ,um Frieden ihre beiderseitigen Lebensnotwen- digkeiten anerkennen. Frankreich müsse einsehen, daß der Rbein und die Rheinlande deutsch sind und deutsch bleiben werden für alle Zeit.

Schon am Ziel?

Die Genfer Aussprache übet den Sicherheilspatt. (Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 8. Juni.

Einzelnummer 10 Pf Sonntags 15 Pf. 15.