Kasseler Neueste Nachrichten
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Hesfische Abendzeitung
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Nummer 260. Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15 Pf.
Freitag, 6. November 1925
Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.
15. Jahr garr
Mlitärkontrolle ohne Ende.
Don außen gesehen.
Deutschlands Wiederaufstieg in... Ungarn.
Von Dr. Paul Rohrbach.
Budapest, 1. November.
Beim national empfindenden Oesterreicher ist es selbstverständlich, daß er politisch mit Deutschland suhlt und außerdem alles auf die Anschlutz- srage bezieht. Diese beherrscht ihn. Politische Sympathie für Deutschland haben auch die Ungarn. Sie sind in derselben Lage wie wir, nur noch grausamer verstümmelt, und sie hoffen, wenn Deutschland wieder ernporsteigt, direkt oder indirekt mitgezogen zu werden. Das Eigentümliche dabei ist der Unterton restloser Zuversicht auf Deutschlands Erhebung. Kein Mensch zweifelt daran, und niemand glaubt, daß es noch lange dauern wird bis dahin. Debatten mit Hinweis auf die Entwaffnung und die übrigen Friedensbedingungen werden gar nicht akzeptiert, am allerwenigsten in Ungarn. Der Glaube in Deutschland ist u n z e r st ö r b a r. Richt nur der .Mann aus der Straße", auch der wirkliche Politiker hier rechnet so. Locarno wird einfach als ein großer deutscher Erfolg gewertet. Man kümmert sich gar nicht um die Einzelheiten, sondern sagt: die Konferenz selbst, die ganze Atmosphäre, die neue Tonart, die Stellungnahme Englands nsw. — alles seien Beweise dafür, daß die anderen einsehen, Deutschland könne nicht ausgeschaltrt und müsse wieder als Großmacht anerkannt werden; dies sei die Hauptsache. So falsch es wäre, auch vom deutschen Standpunkt einfach darin cinzustimmen, so zweifellos hat die Tatsache, daß saft die ganze Welt so empfindet, eine gewiss« reale Bedeutung. Hier, wo man zum Beispiel Prag, Belgrad und Bukarest sehr genau beobachtet, glaubt man zu wissen, daß auch dort inbezug auf Locarno dasselbe Gefühl herrscht, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Man spürt ein Unbehagen, und in Warschau selbst mehr als das!
Ungarn hat eben zwei Schritte getan, die deutlich zeigen, welchen Wert es auf die Pflege seiner Beziehungen zu Deutschland legt. Es hat zum Gesandten in Berlin eine Persönlichkeit ernannt, die seit Jahren maßgebend im Auswärtigen Amt in Budapest war und für die Zukunft noch höher eingeschäht wird, und außerdem ist der ungarische Kultusmini st er eben in Berlin gewesen, wo er zu einem Studien- hauS für junge Ungarn den Grund gelegt hat Der Minister ist, wie hier berichtet wird, bei der Gelegenheit auch gefragt worden, wie eS denn den Deutschen in Ungarn ginge und ob sie mtdi deutsche Schulen hätten. Seine Antwort war sehr diplomatisch: es gäbe schon hundert Schulen, an denen Unterricht in deutscher Sprache erteilt würde. Natürlich fragt sich, in welchem Umfange. Nominell sind fünfzig Schulen mit TOirflid) deutscher und fünfzig mit deutsch und ungarisch gemischter Unterrichtssprache errichtet worden. Aber dem Tvpus, wo nämlich Deutsch überhaupt verbannt ist, und das bei deutschen Kindern, gehören eiwstweilen noch die Schulen in den allermeisten deutschen Gemeinden Ungarns, über vierhundert, an. Die alte Generation, die Leute um die Fünfzig, hat noch deutsche Schulen gehabt. Die jüngere, jetzt erwachsene, hat in der Schule nicht ein deutsches Wort gehört und ist von den Lehrern gescholten und gestraft worden, wenn ft’ außerhalb der Stunden auf dem Schulhof Deutsch untereinander sprach
Hier möchte ich noch auf die sehr bedeutende Rede Hinweisen, die der ungarische Ministerpch- sident Graf Bethlen soeben im Parlament über die Behandlung der Minderheiten im Völkerbünde und über die weitere Frage gehalten hat, ob Ungarn deswegen aus dem Völkerbünde austreten solle. Graf Bethlen stellt mit Recht fest, daß der Völkerbund vor seiner Aufgabe, die Minderbeiten zu schützen, in trauriger und skandalöser Weise versagt hat. Trotzdem v e r n e i n t er die Richtigkeit des Ausscheidens für Ungarn und führt als einen der Hauptgründe Deutschlands bevorstehenden Eintritt an. Er sagte, .in zwei Jahren" werde man sich voraussichtlich doch »einer anderen Welt gegenüber finden — ebenso wie die internationale Lage Europas nod> vor zwei Jahren in vielen Fragen ganz anders war", und fuhr dann fort: »Ich glaube, daß schon die Tatsache allein, daß ein großer besiegter Staat zum Mitglied des Konseils werden wird, so manche Aenderung mit sich bringen dürfte, Aenderun- gen, die in der Vergangenbeit vielleicht als undenkbar erschienen waren. So wie ich die Dinge sehe, haben wir (d. h. Deutschland und Ungarn) in zahlreichen Fragen, wie eben in der Frage der Minderheiten, parallellaufendeJnter- essen, und ich vertraue darauf, daß dank dem Verhältnis, in dem wir uns immer befanden, und das wir festhalteu wollen, diel« gemeinsamen Interessen kraft ihres Gewichtes durch- dringen werden." (Zustimmung.) Das ist
in aller Form der Ausdruck der Zuversicht, daß Deutschland und Ungarn zukünftig beim Völkerbund eine gemeinsame Politik in der Minderhei- tenftage machen werden, und zugleich der Hoffnung, daß diese Politik erfolgreich sein wird. Das Parlament begrüßt die Stelle, die in allen Zeitungen durch auffallenden Druck als polittsch programmattsch hervorgerufen wird, mit starker Zustimmung. Auch sie ist ein Beweis dafür, daß man fortan mit einer aktiven und den Völkerbundsmächten eine gewisse Rücksicht aufnötigenden deutschen Politik rechnet. Man steht, daß nicht Regierungsaktionen die Hauptsache sind, sondern der Eindruck auf die Gegenseite, daß ein großes Volk in Erregung ist!
Die Faust im Nacken.
Deutschland hat noch nicht ganz erfüllt...
(Eigener Ttt-bibrridn
Paris, 5. November.
Ein Blatt teilt mit, der Kontrollbericht über die Entwaffnung Deirtfchland wird u. a. fest- tellen, daß das Deutsche Reich unbestreitbare Anstrengung vorgenommen hat, daß jedoch die Bedingungen der Julinote der Botschasterkon- ferenz
noch nicht vollkommen erfüllt
int). Die alliierten Regierungen wollen jedoch >is zum Beweise des Gegenteils annehmen, daß die deutsche Regierung aufrichtig die Politik von Locarno sich zu eigen mache. Bisher sollten die Räumung der Kölner Zone und die lieber« tragung der Militärkontrolle auf den Völkerbund gleichzeitig mit der Erfüllung der militärischen Klauseln erfolgen. Es ist nicht unmöglich, daß man die demnächstige Räumung der Kölner Zone ankündigt, aber die interalliierte Militärkontrolle ausrechtcrhal- re, da die Frage der Entwaffnung augenblicklich noch nicht als gelöst angesehen werden kann.
<2in Wer 11. November.
London am Waffenstillstandstag.
(Eigene Drahtmeldung.!
London, 5. November.
Ein Teil der englischen Presse wünscht den Wafsenstillstandstag am 11. November aus- chlietzlich dem Andenken der im Kriege Gefallenen zu widmen. Der Prinz von Wales lehnte die Teilnahme an einem großen Wohltätigkeitsball ab. Darauf wurde der Ball auf den 12. November verschoben. Am 11. November wird in der Alberthall nur eine einfache Gedenkfeier stattfinden.
Shamvenam oer Heio fee Tages
London, 5. November. (Eigene Drahtmeldung.) Am 20. November wird zu Ehren Chamberlains im Savoyhotel ein Essen gegeben wer- den, um Chamberlains Verdienste um die Sache des Friedens und des Locarnopafts zu feiern. Anwesend sein werden seine Kollegen, die führenden Persönlichkeiten der Opposition, Botschafter, Schriftsteller, Künstler usw.
*
Sdomberlo n« erst e Wort über Locarno.
London, 5. November. (Privattelegramm.) Laut Pressenotiz wird der Staatssekretär des Aeuheren, Chamberlain am Montag abend auf dem Guildhallbankett zum ersten Male seit der Konferenz von Locarno eine öffentliche Rede halten, wobei er sich auch über die auf der Konferenz erzielten Ergebnisse verbreiten werde.
Der vawe Orient in Aufruhr.
Ein FreiheitSfeld in Syrien.
(Eigener Drahtberich«.)
London, 5. November.
Fünf Führer des Indien-Kalifats fordern die musalmanische Welt zum energischen Widerstand gegen die Mandatsmächte auf. Auch Jerusalem macht die Ereignisse in Syrien zum AuS- gangspunkt der Propaganda. Ferner vermehrt sich in Arabien die Zahl der Aufständischen, die schon jetzt nach bestimmte« militärischen Plänen arbeiten. Ein Syrier namens Bakry soll sich zum Präfideniendersyrischen Republik und zum Generalissimus der aufständischen syrischen Armee proklamiert haben.
Achistundentrrg unö Locarno
Das Programm der Arbeiterinternationale.
(Eigener Drobrverichi.)
London, 5. November.
Bon der sozialistischen Arbeiterinternationale, an deren Konferenz Delegierte aus aller Herren Länder teilnahmen, wurde folg. Kommunique
veröffentlicht. Es wurde allgemein anerkannt, daß der Achtstundentag international garantiert werden müsse. Massenkundgebungen sollen veranstaltet werden, um dem durch die Ratifizierung in Belgien gegebenen Beispiel weitere folgen zu lassen. Macdonald eröffnete die Locarnodebatte Ferner sprachen de Broueker-Belgien, W c l s-Dentfchland, Bracke- Frankreich. Eine Entschließung wird entworfen.
Drusen ringsum!
Bedrohliche Lage der Franzosen.
London, 5. November.
Aus Damaskus wird gemeldet: Die Lage in Syrien wird täglich schlechter. Die Regierung erwartet Angriffe der Aufständischen, von denen viertausend Mann dicht bei Damaskus stehen. Die Franzosen werben zur Verteidigung der Stadt kurdische und andere eingeborene Truppen. Das ganze Gebiet nördlich von Damaskus befindet sich in den Händen der Räuber. Ter Norden, der ebenso wie Palmyra von Süden abgeschnitten ist, ist in voller Gärung. Aller Verkehr ist eingestellt. Die Franzosen werden Damaskus nicht halten können.
3mijcDrrt Oft unö Weft.
Moskau und Berlin nach Locarno.
(Eigener Drahlbertcht.)
London, 5. November.
Einem Pressevertreter erklärte der russische Botschafter Ratowslr bezüglich Locarno und
Es dürfe nickt veraessen werden, daß Die Bez.eyuuLeu zwischen »tauten nicht nur durch Berrcagsformeln bedingt werden, sondern durch Die tat,schlichen Jntereyen die sie verbänden, und es sei augenblicklich unmöglich, zu sagen, welche Gefüllt die deutsch-rufsijastm Bc- zieyungen annehmen werden. Rakowski wies dann aus die wiederholten Erklärungen Luthers und Stresemanns hin, daß Locarno die dcutsch- ruistjche Freundschaft nicht beeinträchtige, sowie aus ein deutsch-russisches Handelsabkommen und den deutschen Hundert-MlUionenkredit. Deutschlands Politik werde nickt nur von feinem eigenen guten Willen abhängen. Er persönlich sei nicht der Ansicht, daß das Locarno-Abkommen auf jeden Fall in einer sehr nahen Zukunft die Einleitung einer aktiven gegen die Sowjetregie- rung gerichteten Politik sein könne. Rakowski erklärte außerdem, die Sowjctregieruug sehe keineswegs die asiatische Frage als ein unüberwindliches Hindernis an für die Sckprsfung vollkommen normaler Beziehungen mit England.
Die Parteien hinter Luther.
Wird die Rechtspartei mitmachen?
(Eigener Drahtbertchl.)
Berlin, 5. November.
Vertreter der W i r t s ch a f t s p a r t e i schlossen sich gestern in einer K a nzlerko nfere nz dem Standpunkt der Regierungspartei an. Die plötzliche Aoschwenkung bedeutet, daß die Wirtschaftspartei nunmehr ocm Vertragswert von Locarno im Prinzip ihre Zustimmung erteilt hat. Man folgert daraus eine Einwirkung aus die Deutschnationaltzn dahingehend, daß diese ihre Haltung gegenüber Lororno doch noch revidieren werden. Abg. Koch (Dem.) teilte dem Reichskanzler mit, daß seine Partei ihre Zustimmung zum Vertrage von Locarno von einer befriedigenden Lösung von Rückwirkungen abhängig macht. Dem Abg. Westarp (Dntl. gegenüber wies Luther daraufhin, daß die Reichsregierung die Annahme des Bertragswer- kes von Locarno von der Sichtbarmachung der Rückwirkungen abhänguig mache. Volksparteiliche Kreise sind von einer Zusti mmung der Deuffchnationalen zu den Verträgen überzeugt.
3m Neichstag zeigt sicher. Umbildung erst nach der Locarno-Abstimmung.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, ö. November.
Zu dem Empfang der deuffchnationalen Frattionsführer bei Reichskanzler Dr. Luther weiß ein Rechtsblatt noch mitzuteilen, daß die Haltung der Partei unverändert sei. Gegenüber den zugesagten Rückwirkungen auf die besetzten Gebiete würden sich die Deutschnattonalen abwartend verhalten. Zu dem demokratischen Forderungen bemertt ein Stresemannblatt, daß eine sofortige Regierungsumbildung nicht Verfangt worden fei, denn welche Parteien die Durchführung der Politik von Locarno mitmachen, werde sich erst aus der Abstimmung im Reich«ag im Laufe des November ergeben.
Heller Wahnsinn.
Ein Dichterftanzose über Versailles.
In einem klink ick auch ins Deutsche übertra- eeneu Werke ..Gespräche mit Auatole Stauet* bat sich Frankreichs moderner Klassiker mit geradezu vrovbetischem Blick über die verhängnisvollen Folgen des Versailler „Friedens" ausgesprochen, die nun ia dnrch den Ber. trag von Locarno z. T. varalnsiert «erden sollen. Ju de« Buche beitzt es unter ander«:
... „Die Zertrümmerung Oesterreichs ist Wahnsinn; die Balkanisierung des Zentrums von Europa muß den Keim neuer Kriege zeugen. England weiß ganz genau, was es will. Es versichert sich zunächst der Kolonien und der Flotte Deutschlands — uns aber speist es mit Versprechungen und einer Schuldforderung ab, die sicher uneinbringlich sein wird. Dieser Friede ist bestimmt der unheilvollste und schäd- lichste, den Frankreich jemals geschlossen hat. Bei alledem ist und bleibt W i l s o n die komische Figur. Er weiß nicht das Mindeste von Europa und seiner Geschichte und will dennoch die Rechte der Staaten mit der Präzistonswage.abwiegen. Lloyd George liest zwar aus der Bibel vor u. singt Psalmen, dabei füllt er seine Taschen und dient überdies den Interessen seines Landes. Er ist ein großer Engländer. Er wird uns alsbald im Stich lassen, denn im Grunde seines Herzens verabscheut er uns. Nur Frankreich ist seiner Aufgabe nicht gewachsen: Wir schwanken zwischen zwei entgegengesetzten Polen — am imperialistischen und dem Versöhnungs-Frieden hin und her. Wir können weder den einen noch den anderen ehrlich abschließen. Clemanceau strebt den ersteren an; die Verbündeten geben in ihrer Heuchelei vor, die zweite Alternative zu wählen. Der Vertrag von Versailles ist ein mißlungener Ausgleich zwischen den beiden Anschauungen. Er trägt das Gepräge seiner Widersprüche an der Stirne und in seinem inneren Gefüge. Den Frieden wird er nicht sichern; er wird vielmehr
den Ausgangspunkt neuer Kriege
bilden." France: ,»Jn zehn Jahren werde ich nicht mehr leben — aber Sie sind jung und werden sich erinnern, daß ich richtig geurteilt habe. Dieser Friede ist ein Bankrott; für Frankreich bedeutet er einen furchtbaren Schlag. Wir werden nie zu unserem Gelde kommen. Wie vermag Deutschland allein sämffiche Reparationen zu bezahlen, die, wenn ich nicht irre, 232 Milliarden ausmachen? Warum verlangt man von Deutschland, es solle sich als der alleinige Kriegsschuldige bekennen? Die Schuld an diesem großen Kampfe tragen die Völker und einzelne Gruppen von Menschen, in deren hauptsächlichem Interesse Kriege geführt werden. Aber es ist heller Wahnsinn, ein einziges Volk mit der ganzen Schuld an so ungeheuren Ereignissen zu belasten. Kriegsschuldige gibt cs bi allen Ländern; einige befinden sich in GngfanMfeinige in Rußland. Alles andere ist
Süge, Heuchelei und Blendwerk.
Damit glaubt man die Völker zufriedenzustellen, deren Haß aufgestachelt wurde und denen man nichts von dem Versprochenen zu geben vermag. Während des ganzen Krieges sind Geschäfte gemacht worden; auch jetzt ist noch immer von solchen die Rede, und unter den Sorgen der Unterhändler spielen Bergwerke, Kohle, Petroleum, Handelsschiffe und der Weltmarkt eine viel größere Rolle als die Rechte der Nattonen, die Befreiung der Unterdrückten und der Abschluß eines dauerhaften Friedens. Das G e l d, nur das Geld beherrscht und unterjocht alles. Der Kapitalismus verteilt die Erde und spottet des vergossenen Blures und der Menschenopfer. Ueber den Friedenspräsidenten Wil- s o n machte sich France stets gerne lustig. In ihm erblickte er einen jener mit den besten Vorsätzen ausgerüsteten Idealisten, die in der Welt stets das größte Unheil anrichten. Im übrigen war France der Ansicht, daß sich Europa in einem vorgeschrittenen Auflösungsproprozesse befinde. Die Zertrümmerung Oesterreichs erklärte er für eine Dummheit; die Rückkehr Rußlands zur astatischen Barbarei nannte er eine Störung des im Laufe des 19. Jahrhunderts mit so großer Mühe aufrechterhaltenen europäischen Gleichgewichts France: „$al- levrand und Metternich handelten klüger; sie wollten nicht das Glück der Völker begründen; dadurch aber ermöglichten ste ihnen zu leben "
Wien schreit nach Brot.
Heute Ende im Däckcrstreik?
Die Wiener Bäcker streiken. Die Stadt ist ohne Brot. Auf einzelnen, vom flachen Land«