Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 286 Einzeinnmmei10Pf, Sonntags15Ps. Dienstag, 8. Dezember 1925 Eintelnummer 10 P^ Sonntags 15 Ps. 15. Jahrgang
Der Reichspräsident als Wegweiser.
1918—1925.
Eine Bilanz von Scheidemann biS Luther.
Ganz saht planmäßig hat das Kabinett Luther am Sonnabend demissioniert. Welche Regierung die Erbschaft antritt, läßt sich, obwohl sa den Parteien eigentlich Zeit genug gegeben war, dies Problem inzwischen zu lösen, heute noch keineswegs übersehen. Ziemlich sicher scheint zu sein, daß auch der lünstige Kanzler des Reiches wieder Dr. Luther sein wird und ebenso sicher dürste sein, daß die Außenpolitik des Reiches auch weiterhin durch Dr. Stresemann geleitet werden wird. Das neue Kabinett soll ja aus den Grundlagen von Locarno weiter arbeiten. eS muß das dort begonnene Werk fort* !etzen und zu vertiefen trachten, und es wird chließlich die Regierung sein, die den Antrag aus Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zu stellen haben wird. Aus diesem Grunde, und nicht nur allein aus diesem Grunde wäre eS wünschenswett, wenn sich dies neue Kabinett auf einer möglichst breiten, aus einer möglichst tragsähigen Grundlage aufbauen würde, doch sind die Aussichten hierfür leider verhältnismäßig gering, obwohl selbst der Reichspräsident seinen ganzen Einfluß in dieser Richtung aufbietet. Der Verbrauch, den Deutschland in der Nachkriegszeit an Kabinetten gehabt hat, ist ja nicht gerade ganz gering. Die mannigfachen politischen Wirren haben zu vielfachem Wechsel der leitenden Männer und politischen Kombinationen geführt. Rach dem Zwischenspiel des RttS der Volksbs- ouftragten von 1918 kam die erste versaflungS- mäßige Regierung am 13. Februar 1919 zustande. nachdem zwei Tage vorher EbettS Wahl zum Reichspräsidenten ersolgt war. Es war da» Kabinett Scheidemann, das am 20. Juni 1919 vor der Unterzeichnung des Frie- densverrrageS zurücktrat. Abgelöst wurde eS durch daS Kabinett Bauer mit dem Vizekanzler Erzberger, da« sich nach dem Ausscheiden der Demokraten nur noch auf daS Zentrum und die Sozialdemokraten stützte. In seine AmtSperiode fällt die Unterzeichnung deS Vertrages von Versailles, fällt ebenso aber auch die Unterzeichnung der ReichSversas- sung durch den Präsidenten Ebert, fällt ebenso auch der Beginn der Rückkehr der Kriegs- gesangenen. Im Oktober 1919 wurde durch den Eintritt der Demokraten dieS erste Kabinett Bauer umgestaltet. Dies zweite Kabinett Bauer hat den Militärputsch Kapp-Lüttwiy zu überwinden, der Spattakistenausstand tm Ruhrgebiet fällt in sein« Amtszeit.
* Nach einem kurzen Gastspiel deS Kabinetts Müller, in das der „Wehrminister von Ewigkeit zu Ewigkeit" Dr. Geßler eintrat, ging auS den Reichstcgswahlen vom 6. Juni das Kabinett Feyrenbach hervor. In diesem Kabinett, das sich aus Zentrum, Demokraten und Deutsche Vottspartei stützte, übernahm Dr. BraunS dos Arbeitsministerium, das er b i s heute fiele.tet hat Dieses Kabinett kämpft Jür Deutfch.and in Spaa, es muß die Verminderung deS Heeres auf hunderttausend Mann durchführen, in London spricht Dr. Simons das bekannte Nein, dem die Ruhrsanktionen folgen, eS muß den Kommunistenaufstand in Mitteldeutschland niederschlagen. Nahezu ein Jahr kann eS sich am Ruder halten, bis eS im Mai 1921 durch das erste, sich aus die Weimarer Koalition stützende Kabiaett Wirth abgelöst wird. DieS Kabinett muß das Londoner Ultimatum annehmen, eS bekämpft den polnischen Aufstand in Oberschlesien. DaS zweite Kabinett Wirth charakterisieren bann die Konferenz von Genua, der Vertrag von Ra- fiallo, vorher noch die Konferenz von Cannes owie innerpolitilch die Ermordung Rathenau», das Gesetz zum Schutz der Republik usw. Rach mehr alS einem Jahr wird es am 22. November 1922 durch das KabinettCuno abgelöst. DaS Sicherhe.tsanerbieten Cunos, ein Vorläu- ftr deS Stresemannschen Sicherheitspaktes, verpufft ohne Erfolg, der Ruhrkampf beginnt mit allen seinen Auswirkungen.
Im August 1923, in den Zeiten der wildesten Inflation, ersolgt der Rücktritt deS KabintttS. dem nun das erste und bald daraus das z w e i- t e Kabinett Stresemann. das sich auf die große Koalition stützt, folgt. Abbruch des passiven Widerstandes, Putsch in Küstrin, tn München, Rheinland, di« Amtsenthebung der sächsischen Regierung sind Merkmale der Amtszeit dieses Kabinetts. Am 30. November 1923 tritt daS Kabinett Marr die Herrschaft an Auflösung deS ReichsMgeS, Dawes-Gutachten sind die Kennzeichen seiner Amtstätigkeit Der August bringt die Londener Konferenz, der September den Beginn b<r Ruhrbesreiung. Im Oktober ersolgt wiederum di« Auflösung deS
Reichstages, im Dezember die ReichStagSwah- len, aus denen dann das Kabinett Luther hervorging, das jetzt demissioniette.
Das Gebot der Stunde.
Hindenburg für di« große Koalition.
<Prtvat-Telearamv.)
Berlin, 7. Dezember.
Laut Pressenotiz habe beim Besuch LöbeS 3cim Reichspräsidenten dieser den Standpunkt .'«rtreten, daß versucht werden müffe, eine Regierung auf der breiten Grundlage zu bilden, die von den Sozialdemokraten bis zur Bolksl Partei reiche, um den Schwierigkeiten der Wirtschaftslage und der wachsenden Arbeitslosigkeit Einhall zu tun. Den heutige« ins. nnatorischon Besprechungen der Parteiführer werden zunächst interfraktionelle Beratungen folgen. Man fürchtet jedoch, daß diese Beratungen vor dem Weih nachtSfestc kaum zu einem greifbaren Ergebnis der bestehenden Kabinettskrise führen dürfte.
Müller bei Hindenburg.
DaS Mindestprogramm von links.
(eigener Jnf?rmationsdienst.)
Berlin, 7. Dezember.
Der sozialdemokratische Führer Hermann Müller wird in der heutige« Untc-.jaltung beim R et ch S Präsidenten auf bestimmte Voraussetzungen Hinweisen, deren Erfüllung bei der Regierungsbildung unerläßlich fei. Die Sozialdemokratie wird den Ausbau der Enverbs- lofenfürsorge, die Verwendung der HauszinS- frtuer und eine Herabsetzung der Lohnsteuer fordern. Außenpolitisch sei an der durch de« Loearnovertrag festgelegten Richtlinie festznhal- ten. Der linke und znm Teil der rechte Flügel ist noch gegen die große Koalition, wobei man augenblicklich noch an der Person Dr. Luthers Anstoß nimmt Die Frage der Regiernngs- bildung Dürfte auch heute keine Lösung erfahren. — Es zeigt sich setzt mit aller Deutlichkeit, daß sich bei Hinauszögerung der RegicrungSkr fe durch den Reichskanzler Dr. Luther gewisse Ge- fahren in sich barg, und daß man früher Gelegenheit hätte nhmen müssen, die BnrauSsctzungcn für die Lösung der Krise zu schäften, di« nach vem Austritt der Det'ischnationalen aus dem Kabinett doch nicht vermieden werden konnte.
Nur Nutzend fehlt noch.
Englische Stimmen für einen Ostpakt (Eigener Drabtberickn.i
London, 7. Dezember.
halten, um nicht ganz vom Völkerbund abhängig zu werden Sie seien auch moralisch verpflichtet, anderen Mitgliedern ihren Beistand zu leihen. Das Ratskomitee befchlotz, den Antrag einzu- bringen, Deutschland. Amerika Und Rußland zu ersuoen, Vertreter in den vorbereitenden Ab- rüstungs - Ausschuß zu entsenden.
Wölfe in den Saarwäldern
München oie kälteste Stadt Europas.
(Privai-Teleoeomm >
Saarbrücken, 7. Dezember.
Die strenge Kälte u. der reichliche Schneefall Laben cs mit sich gebracht, daß sich wieder W ö l - f e, die eS in dem benachbarten Lothringen zahlreich gibt, diesseits der Saarländischen Grenze zeigen. So wurde gestern vormittag ein ganzes Rudel am Spicherer Berg am großen Saarbrücker Exerzierplatz gesichtet — Gest-r« war München mit 27 Grad Kälte die kälteste Stadt Europas. Selbst aus dem nördlichen Rußland waren nur 26 Grad Kälte gemeldet Ja, sogar die höchsten Bergobservatorien können nicht derartige Kältegrade auswei- fen wie München. — Die Donauschiffahrt webe wegen Eisgangs eingestellt
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Do die 3flge einfriert n. - W ner im ettom
Budapest, 7. Dezember.
Infolge des heftigen Sturmes haben Schneeverwehungen zu BcrkehrSstörungen geführt, sodaß mehrere Züge anssielen. Die Temperatur int. nvn.z-n k'a-rd- bewegte sich zwilchen 23 und 28 Grad niuei »«ü. D r Zugverkehr wurde, da ganze Garnituren einzusrieren drohten, eingestellt — In ganz Italien sind die Temperaturen unter Null gefallen. In Florenz leigte bej Thermometer 4 Grad, in Parma 10 Grab Kalle. In Rom herrschte am Tage 4 Grab Wärme, in der Nacht 4 Grad Kälte.
Roppallo-Aegypten.
Wo Chamberlain Weihnachten verlebt (Eigener Drabtbettcht.)
Berlin, 7. Dezember.
Ein Blatt meldet anS London: Die englische Presse ist bahin informiert worden, daß sich Ihamberlain von Genf nach Rapallo begibt, wo er mit feiner Familie das Weihnacht-- f e ft verleben wird. Nach dem Feste wird er sich nach Alexandrien einschiffen, und als Gast des englischen Kommissars für Aegypten eine Beit lang in Kairo verweilen. Es ist nicht anSge- schlossen, daß er auch Jerusalem besucht und Berlin einen kurzen Besuch abstaite« wird.
Städtische Wirtschaft.
D«r Hessen-Nassauische WirtschastSverband, dem die Stadt Kassel bekanntlich als einzige Gtoßstadt oer Provinz angehört, hielt am Sonnabend int Kasseler Rathaus feine diesjährige Mitgliederversammlung ab. Den Kasseler Magistrat vertraten Bürgermeister Brunner und Beigeordneter Henket Der Vorsitzende, Büraermeister Müller-Marburg kennzeichnete diesen Verband als ein« Interessenvertretung der Kommunen. In feiner Begrüßungsansprache nab Bürgermeister Brunner im Namen der Stadt Kassel dem Wunsche Ausdruck, daß her Sitz des Verbandes nach Kassel verlegt werde. Schon der zentralen Lage wegen. Ge- fchäftsführer Dr. Krasper Prägte bei der Berichterstattung über daS Geschäftsjahr 1924 diesen Satz:
Tie Wirtschaftskatastrophe sehen wir täglich vor Augen! Der Verband habe sich von dem Gedanken leiten lassen, einen Ausgleich zwischen den Bilanzen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer der kommunalen Betriebe herbeizuführen. Dafür, daß dieser Ausgleich gelungen sei, führte der Redner aI8 Beispiel bi« Manteltarif« an, mit betten er sich dann noch eingehend beschäftigte. Zehn Mantelverträge und sechs Lohntaseln liefen neben* einanber her und sechzehn Lohnabkommen seien tm abgelaufenen Geschäftsjahr getätigt worden. Um die lieber*'adjiung dieser Tarife fei die Kommission nityi zu beneiden. Die Mitglieder- zahl sei von 85 auf 68 gestiegen, Kassel, Limburg ititb Warburg feien neu eingetreten. Bürgermeister Müller-Marbura berichtete bau» über ben Reichsmanteltarif für Gemeindearbeiter. In längeren Darlegungen über
die Lohnpolitik deS Verbandes im DerbandSjahr 1924 und die lohnpokitischen Aufgaben im Jahre 1925 führte Geschäftsführer Dr. Krasper aus, baß bet Verband keine eigene Lohnpolitik getrieben habe. Die Löhne in der Privatindustrie feien teils niedriger und teils höher gewesen als die der Kommunalver- Wallungen Man hätte Unterschiede bis zu 50 Prozent festgestellt. Redner befcbäftlgt sich dann ausführlich mit der Geschichte der Indexziffern und der neuen Reform. Eingehend befaßte sich Dr. Kasper auch mit dem letzten
Streik in Kassel.
Die Kraft der Gegenseite sei durch die seltene Anwendung größer. Die Oefstntlichkeit habe noch stets Partei ergriffen für die Streikenden. Weiter verbreiterte sich dann der Redner über die technische Nothilfe, durch die die private Bevölkeruna nicht gestützt würbe .. . RotstanbS- arbetten würden ja von den Streikenden vorgr- febrieben. Die Technische Nothilfe würbe also keinen Schutz gegen ben Streik bieten. Ober» ingenieur Grausmann-Kassel sprach bann über
Ein Blatt führt aus, ber Friede werde nie malS sicher fein, solange die Rheinlandbesetzung fortbauere. Der Pakt bebrüte auch bie A b - lüftung. Deutschlanb sei aber auch an bet Sortierung eines Uebere in ko mme n S mit Rutzlanb interessiert, da es zu vermeiden wünsche, daß es nach Westen oder nach Osten gezerrt wird. Die Unsicherheit der englisch-russischen Beziehungen bilde ein Haupthindernis für eine europäische Abrüstung. Tie anderen Unterzeichner des Loearnopaktrs wünschten ausdrücklich, den Patt durch ein Einvernehmen mit Rußland zu vollenden. Die deutschen Staatsmänner wüßten, daß schwankende Beziehungen zwischen Rußland und dem Westen ein dauernder Faktor der Unsicherheit in Zentraleuropa find. Chamberlain erkenne vollauf, daß durch die neue finge eine neue britische Initiative gegenüber Rußland nötig fei.
RWt völlig wehrlos.
Reue Abrüstungsanträge im Bötterbund. (Eigener Drahtbericht.)
London, 7. Dezember.
Ein Blatt berichtet auS Genf, die Zulassung Deutschlands zum Völkerbund vor der März, sitzung des Rates fei wegen Wiederernennung der Saarkommifsiou von maßgebender Bedeutung für Berlin. Die Entmilitarisierung der Rheinlandzonr müsse bis zum Eintritt Deutschlands verschoben werden. In dem Abrüstungsausschuß fei eine Schwierigkeit entstanden wegen des Wunsches Hollands und Dänemarks vollständig abzurüfirn. Es sei die Frage aufgeworfen worden, ob sie Völkerbundschutz verlangen können, falls sie angcgriften werden. Einige Ar- gumrnte fprechen dafür, daß sie als Mitglieder deS Völkerbundes verpflichtet seien, so bald wie möglicki abzurüfttn, daß sie zugleich aber au«k verpflichtet seien, eine gewisse eigene militSrifdr Streiielra.fi für ihren eigenen Schutz zu unter-
Wlrd Lschangtsolin fallen?
(Eigene Drahtmeldung.)
General Fengs Generaloffensive.
London, 7. Dezember.
Aus Peking wird berichtet, daß e'ne oroß Anzahl von Truppe» Feng Au HfiangS in Rich- tung auf Tientsin vorgerückt ist. Der Tufu von Tschili ist anschein «d bereit, gegen Feng zu kämpfen. Der gesamte Eisenbahnverkehr ist ingestellt. Rach japanischen Meldungen soll Tschanglsolin beschlossen haben, Mukden zu übergeben. General Kuv Snng Ling, -er sich gegen ihn erhoben hat, brackite der Armee oes Sohnes Tschangtsolins eine Niederlage bei "veng hat Hunderte mit Munition beladene Ka- mele sowie Trnppenabteilungcn nach Kaiping '.Provinz Tfchili) in Marsch gesetzt.
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Steine Einmischung Japans.
London, 7. Dezember. Aus Tokio wirb berichtet, bort herrscht Entrüstung über bie unbe» grünbeten chinesischen Behauptungen, baß Japan Tschangtsolin Helse. Die Regierung gibt bekannt, baß ihre Politik ber Nichtein Mischung in China unveränbert fortbestehe.
Aus der FafchMenwacht.
Ein Sommelrus ber Republikaner.
(Eigen« Draytmeldung.»
Paris, 7. D«z«mber.
In bem Republikanisch-Sozialistischen Kongreß routbe gestern bit Mitteilung gemacht, daß die Schaffung ef.ies Ausschusses geprüft werden soll, der mit der Ileberwachung nnd dem Kampf gegen den Faschismus betraut werden soll. Im Berlanfe der Sitzung wurde die Rückkehr zu den Arronbi^ementSwahleu gefordert. Auch Painlcve sprach.
„Neuzeitliche Arbeitsmethoden und kommunal» Sktricbe." Er verlangte eine wissenschaftliche Betrikbssührung in den kommunalen Betrieben, eine aut bnrck>oeführte Organisation unb eine rationelle Ausnutzung bet Arbeitskräfte. Der Redner war
gegen jede Durchbrechung deS Achtstundentages. In vielen kommunalen Betrieben mangele eS noch an zielbewußter Führung. Die Industrie sei ber Arbeitsvoreinsachung — der wissen- sck^stlichen Detriebssührung — bebeutond näher. Di« Ausführungen beS Redners fanden allgemein Beifall, lieber die Angesielltenver- sichernnq sprach Provinttattat Woks-Gießen. Die Frage der tariflichen Reaekung ber Arbeitsbedingungen ber ständig Angestellten debem bette 5"tat trat Dr. Beuermann - Eichwege. während Landesrat Kranzbübttr-WioSbaven über ben Rubelohn für bie städtischen Arbeiter, ©traten* Wärter, unb baS im ArbeitSverhältniS befind» liche Personal referierte. -rl.
Drbettslofe oFne 3obL
I« Berlin bedenklich. Keine Stillegung von Deutz Berlin, 7. Dezember.
Die ArbeitSlofenzifter kn Berlin ist auf 101 758 Köpfe gestiegen. Zum 31. Dezember stnd reicher zahlreich« Reukündigungen auSgefprochen roorben. In Berlin wirb in erster Linie bie Mctallinbuftrie betroffen, bk unter starkem Auf. tragsmangel leidet. Ebenfo der Eifengroßh-in- del und die Textilindustrie. Bei der kanfmän» nifchen Stellenvermittlung kommen zur Seit auf eine offene Stelle zehn Bewerber. — Bo» zuständiger Stelle verlautet, daß bei der Kölner Gasmotorenfabrik Deutz A -G. Arbeiierent- laffungen nur in verhältnismäßig gering-m Umfange fluttfanben unb baß von einer Sttllegung drS Werkes burchauS keine Rebe sein kann.
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TvwstHz-itel für »<e new lKcg'ernug-
Berlin, 7. Dezember. Ein ZentrumSblatt be* zeichnet zwei Dinge als unerläßlich, bie 3714*