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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

Dienstag, 26. Zanuar 1926

Nnm mer 21. Einzelnummer IN Pf, Sonntags 15 Ps.

Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf. 16. Jahrgang

Rußlands Kriegsfackel über Ostasien.

vor.

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Vormarsch auf Ti

eingestellt hat.

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Kaufleute sich immer wieder dem Diktat der Mi­litaristen fügen und ihnen das Geld zu ihrem Treiben zur Verfügung stellen, sofern sie nicht selbst dabet spekulieren.

Aber neben der fatalistischen Ergebung der Men- ae in da» Schicksal gibt es einen bewußten Wil­len, der Hvdra zu Leibe zu gehn. Er ist lebendig in der von Sun Vat-sen begründeten Kuomtn-

Auch Japan droh!.

Gegen den Ruffeneinmarsch in Mukden.

(Eigener Drahtberichl.l

Genf, 25. Januar.

Ein Blatt meldet aus Tokio: Der Pre­mierminister erklärte bei der Eröffnung des Reichstags, daß Japans Neutralität in China von der Haltung der europäischen Mächte abhängig sein würde. Das ruffische Verhalten gegenüber China könnte Javan nickt uninteressiert lasten. (!) Es schaffe für Japan eine völlig neue Lage. Eine japanische Rote soll von Sowjetrußland Aufklär ing über die Trcppensendungen nach der Mans ichu- rci erbeten und ausdrücklich daraus hingewiesen haben, daß die Mandschurei ein für allemal japa­nisches Jntereffegebiet ist.

EVina WM da« Llnhest abwenben

Moskau, 25. Januar. (Funktelegramm.) Der chinesische Geschäftsträger teilte Tschitscherin mit daß die chinesische Regierung die strengstena An­ordnungen zur sofortigen Freilassung des Verwalters daer ostchinesischen Eisenbahn Jwanoff, erlassen habe. Der Standpunkt der chinesischen Regierung, der Konflikt müsse loka­lisiert werden, fand die Zustimmung des russischen Volkskommissars Tschitscherin.

London westet für Krieg und votncars.

Rotterdam, 25. Januar. (Privattelegramm.) Ein Matt meldet auF London: Bei Lloyd in London wurden mit Wochenende die Wetten für einen Krieg in Ostasien uis 1. Dezember 12:1, für die Wiederkehr Poincarös bis 1. April mit 10:1 abgeschlossen.

Auf Messers Schneide.

Tschitscherins Ultimatum an Tschangtsolin. (Durch Fmttsprnch?

Moskau, 25. Januar.

Ein von Tschitscherin an die Pekinger Regierung gerichtetes Ultimatum, binnen drei Tagen die Ordnung in der Mandschurei wiederherzustellen, de« Vertrag von Mukden durchzuführen und die Freilassung des verhafteten Leiters der ostchinesischen Bahn, Jwanoff, zu erwirken, hat großes Aufsehen erregt, da, wie die Blätter aus Charbin melden, m Norden der Mandschurei sowjetrussi- che Truppen konzentriert werden. Wenn Tschangtsolin nicht sofort nachgibt, wird mit einer rusfischen Intervention ge­rechnet Ein Blatt sieht in dem Vorgehen der Moskauer Regierung eine Unterstützung dcS Ge­nerals Feng. Ein anderes bezeichnet die Verfügungen TschanatfolinS über die ostchine- fische Eisenbahn als einen Versuch, einen Bruch zwischen Moskau und Tokio herbeizuführen.

Wle Frankreich seufzt.

Ueber vier Milliarden teuer Steuern.

(Eigene Drahtmelduna)

Paris, 25. Januar.

Das im Kammeraussch, ; angenommene neue Fu cnzprojekt der Regierung bezweckt >m we- sentlicken nur den Ausgif.ch des Budgets. Es sieht zur Deckung des vormMcktlichen Defizits von rund 4,2 Milliarden Einnahmen in Höh: von 4,370 Milliarden vor, die sich tote folgt ver­teilen : Einspar mg fünfhundert Millionen, ver­schiedene Bestimmungen betreffend die (ginhm* mensteuer neunhundert Millionen. Besteuerung Ser Börsenoperrt'oen zweihundert Million-«. Erportsteuer 720 M llione». Erhöhung b. i To- -akvreise fünfhundert Millionen KriegSgewinn steuer 150 Millionen, Besteuerung aon Lel, Benzin und Alkohol 350 Millionen, Erhöhung

Eine neue ©turmtoeffe.

Feng wirst sich Wupeifu entgegen.

(Durch Funtspruch >

Peking, 25. Januar.

Die Truppen Fengs haben die Eisenbahn­linie Peking-Tanra unterbrochen, um das Vor­rücken Wupeifus zu erschweren und eine Vereinigung seiner Truppen mit denen TschangtsolinS zu verhindern. Die na­tionale Armee sendet große Berstärlungen ge­gen Tschangtsolin, der aber angeblich bereits aus Grund des Konfliktes mit Rußland den

Rasende Generäle.

Was kann China vom Untergang retten?

(Von unserem Pekinger Berichterstatter.)

Was sich nun seit Monaten in China abspielt, sind Machtkämpfe, tn Szene gesetzt teils durch den persönlichen Ehrgeiz, Eifersucht und Arg­wohn bet herrschenden Militärs, teils von klei­nen Kliquen, die den militärisch starken Mann zum Exponenten ihrer Strebungen machen. Un­ter solchen Umständen bleibt es im Grunde ganz gleichgiltig, ob ein Sun Ch'uan-fang oder Chang Tso-lin oder wie die Namen heißen mögen, wenn doch alle ziemlich dasselbe sind in der Ausnutz­ung ihrer Macht, in dem Fehlenlassen einer auf das Wohl des Volkes bedachten aufbaueaden Politik. Wie ist einem solchen Zustand ein Ende zu machen? was kann dem Lande Rettung brin­gen aus solcher Willkür? Diese Frage muß all- mählich in der breiten Masse des chinesischen Volkes lebendig werden; der Widersinn des jetz­igen Treibens, das dem Lande zugefügte Unrecht ist zu groß. Bisher ist ja nur erstaunlich, tote geduldig das einfache Volk dies alles über sich ergehen läßt. Der chinesische Bauer, wenigstens der nordcktnesische, ist Schicksal gewohnt; bald trifft es als Dürre, bald als Ueberschwetnmung, bald al» Seuche; Geschick des Himmels, das stumm und ergeben getragen wird Und als ein solche» Schicksal, gegen da» der Mensch ohn- mächftg ist, wird es auch empfunden, wenn von neuem der Heuschreckenschwarm der Soldaten oder uniformierter Kulis das Land des Bauer.'

der Post-, Telegraphen- und Telephongebühren zweihundert Millionen, Auiosteuern fünfzig Millionen, verschiedene Einzelsteuern 195 Mil­lionen, von Behörden zu vereinnahmende Ge­bühren und Stempelsteuer achtzig Millionen, Kaffee- und Salzsteuer 85 Millionen, Erb- chastssteuer vierhundert Millionen. Der Ent­wurf des Finanzausschusses sieht außerdem die Schaffung einer autonomen Amortisationskasse vor, die mit der Tilgung der schwebenden Schuld beauftragt werden soll.

Leichen der Genesung.

Die Handelsbilanz bessert sich weiter.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 25. Januar.

Die im deutschen Außenhandel seit Monaten wieder deutlich erkennbare Tendenz der Besse­rung der Handelsbilanz hat auch im Dezember angehalten. Im Dezember ist die Han- delsbilanz zümersten Male seit August 1924 wieder aktiv. Der Ausfuhrüberschuß im Dezember beträgt insgesamt vierund­dreißig Millionen Reichsmark, im teilten Warenverkehr sechsunddreißig Millionen. Im Jahre 1925 beträgt somit der Einfuhrüber- chutz rund 4,3 Milliarden Reichsmark, im reinen Warenverkehr 3,6 Milliarde«. Die reine Warenausfuhr weist im Dezember gegen­über dem Vormonat einen Rückgang um achtuud- neunzig Millionen auf. Daran sind haumptsäck- lich Rohstoffe, halbfertige und Fertigwaren betei­ligt. Die reine Warenausfuhr zeigt im Dezember gegenüber dem Vormonat eine unwesentliche Zunahme (drei Millionen.)

DiegroßeAbrechnung

Kapitän gegen Dittmann.

De« vom Abg. Di tim,«« im Relchsiags- aasschatz gegen die Marinelcitnng getchlenderle» Anklagen «nd ..Entdüllnngen" trat am Sonn­abend als Vertreter der Regierung K-rvetten- kapitii« Canaris entgegen «nd ftellte fest:

Berlin, 25. Januar.

knüpsung und einen Bundesgenossen gegen einen Dritten Die Lage ist wohl noch niemals so ver- woriei gewesen. Was kann China befteicn aus der Sinnlosigkeit derartiger Bürgerkriege? Feng Rn-Hsiang soll kürzlich den Vorschlag gemacht haben, daß alle militärischen Führer sich in Ti­entsin zu einer Konferenz versammeln, nm auf friedlichem Wege ihre Ansprüche ins Gleichge­wicht zu bringen und Uebergriffe abzuwchrea. Irgendwie müßte in dieser Richtung etwas ge­schehen und Vernunft und Gewissen sich unter den Verantwortlichen endlich regen .Sonst möchte in der Tat ein Sieg Kantons über Peking nicht so fern liegen, zumal bei der zunehmenden Teuerung und Verschlechterung der allgemeinen Lebensbcdingungen, mtt der der Winter das einfache Volk bedrückt. S

Durch die Verbindung der Meuterer mit den Unabhängigen wurde auch der Boden geebnet für die Agitation der weiter links stehenden Gruppen, die aktiv aus Revolution nach russi­schem Muster hinarbeiteten. Eine unmittelbare Verbindung zwischen diesen linksradikalen Gruppen und den Meuterern ist aftenmäßig nicht erwiesen, aber diese Gruppen haben die Vorgänge in der Flotte verfolgt und zu ihrer Propaganda ausgenutzt.

Die Vernehmung der Abgeordneten hätte die Angeklagten in keiner Weise entlasten kön­nen, zumal diese Abgeordneten ja als Anstifter galten. Für die Angeklagten hat es strasmil- dernd gewirkt, daß man sie als Verführte betrachtete. Darum sind die Strafen in fast allen Fällen gemildert worden. Die Flotte war über­zeugt, daß ein unverzüglicher Zugriff gegen die Abgeordneten zum Erfolge geführt hätte. Dieser unverzügliche Zugriff ist unterblieben. Diejenigen, die den Zugriff unterlassen haben, trifft die Schuld. Korvettenkapitän Canaris wies dann die Behauptung zurück, daß die To­desurteile nicht gerechtfertigt gewesen feien. Der Gutachter, Oberkriegsgerichtsrat de B a r y ha>>: zwar anerkannt, daß es sich nt bi um eine vollendete Handlung handelte, aber er habe nicht den aeringsten Zweifel daran geäußert, daß die Matrosen Krirgsver.-at begangen habe» Der Flottenchef ist mit außerordentlicher Sorg­falt vorgegangen, er hat die von de Bary oor- gebrachten Bedenken sorgfältig erwogen und seine Entscheidung erst nach längerer Rücksprache mit einem Mitglieds des Reichsmilitärgerichts gefällt. Die Behauptung, daß infolge der Ver- zögerung eine Begnadigung unmöglich gemacht wurde, lst falsch. Das Gnadenrecht des Kaisers war im Kriege auf den Flottenchef übergegan­gen, der hatte sich nach langen Erwägungen, im Bewußtsein, daß von seiner Handlungsweise die Erhaltung des wichtigen Kriegsinstruments der Flotte für das deutsche Volk abhing, ent­schlossen, bei den Haupträdelsführern, die die Rebellion vor dem Feinde propagiert hatten, von dem Gnadenrecht k e in e n Gebrauch zu machen. Zur weiteren Aufflärung der Dor- gänge regte Korvettenkapitän Canaris die Ver- nehmuna weiterer Zeugen an.

auch umgekehrt die Mitglieder der U. S. P. Kenntnis hatten von den Absichten der Matro­sen, die aus einen Flottenstreik und auf gewalt­same Beendigung des Krieges hingingen. AuS der Urteilsbegründung geht hervor, daß die Matrosen nicht wegen Zugehörigkeit zur U. S. P. f;nbern tot l sie sich zur Bro-agan^a der Tat, zur gewaltsamen Lahmlegung der Flotte, zum Flottenstreik, zur Maschinensabotage, evtl, zur Internierung der Flotte in einem neutra­len Hafen verbunden hatten, verurteilt worden find. Anklage und Bestrafung sind wegen vol- lendeten Kriegsverrats erfolgt.

Canaris erklärte zunächst, daß Vizeadmiral von Trotha, der in der kritischen Zeit Chef des Stabes der Hochseeflotte war, die Behaup­tungen des Abg. Dittmann über die Zustände aus den Schiffen w, verlegen und bewe'sen werde, daß bis zum Schluß in der Marine bis auf wenige Ausnahmen zwischen Offizieren und Mannschaften ein ausgesprochen vorzüglrches ungetrübtes Vertrauensverhältnis bestanden hat. Korvettenkapitän Canaris suchte dann nach­zuweisen, daß vie Aadus ühr.-r der Meu:e"ct >:- der Flotte enge Beziehungen zu der U. S. P. hatten und daß die von dort ausgehenden, Ein­wirkungen ihnen den Rücken stärkten und ihnen das L aterial für ihre die Disziplin uiuermc« bende Tätigkeit lieferten. Zu einer Zeit, in der die Verurteilten im Zuchthaus saßen, also für sich nichts zu hoffen hatten, haben sie sich bereit erklärt, ihre Aussagen gegen Dittmann als Zeu- gen vor hem Reichsgericht zu beschwören. Die Verbindung der Meuterer mit Führern der U. S. P. geht aus den Akten einwandfrei her-

Darum mutz angenommen werden, daß umgekehrt die Mitglieder der U. S. P.

Tschangtsolin Witt Krieg.

Wird Rußland auch gegen Japan marschieren?

(Eigener Drahtber'chl.)

Paris, 25. Januar.

Ein Blatt meldet: Tsangtsolin habe von dem Ultimatum des Sowjetbotschafters Karachan keine Notiz genommen. Er habe sogar den russischen Konsul und sämtliche Mitgkie- der der russischen Handelsvereinigung in C h a r - bin verhaften lassen und das russische Kon­sulat geschloffen. Er habe die Absicht, sämtliche Verbindungen zwischen Sibirien und Mukden zu unterbinden. Die Ruffen hätte« zehntausend Mann zusammengezogen und da dte Japa. n e r im Stillen Vorbereitungen getroffen hätten, sich dem Einmarsch der Ruffen auf chinesischen Gebiet zu widersetzen, sei dte Lage ge- spannter den jemals in den letzten Monaten.

Dann kam es zu einem Zwischenfall. Ms Korvettenkapitän C an a r 18 unter großer Unruhe sein Referat beendet hatte, fragte Der sozialdemokratische Abgeordnete Moses, ob die- ser Korvettenkapitän identisch sei mit jenem Korvettenkapitän Canaris, der im Prozeß gegen dre Liebknechtmörder als Beisitzer fnn- gic1 babe und der beschmdtgt vn, dem Sich, knechtmörder Vogel zur Flucht verholfen zu ha- ben. Wenn es derselbe Mann sei, dann müßte der Ausschuß es für eine Brüskierung seitens des Relchswehrminifteriiims ansehen, daß nun etn solcher Vertreter geschickt werde, mit dem m m einfach nicht zusim.m'N arbeiten könne. A'S Korvettenkapitän Canaris es ablehnte, auf diese

Sln Angriff auf die Trikolore.

Paris, 25. Januar. Wie ein Blatt aus Hong­kong meldet, drangen chinesische Truppen in Pakhoi in der Provinz Kwantung in das fran­zösische Hospital ein und holten die französische Flagg« nieder. Den Versuch, auch die Flagge auf dem Konsulat herunter zu holen, gaben sie auf, da die Wache schießen wollte.

Die Stunde naht.

Wann wird die Kölner Zone frei sein?

(Privat-Telegrannn.)

Berlin, 25. Januar.

Laut Pressenotiz find nach dem Räumungs- plan die endgültigen Räumungsfristen wie folgt festgesetzt: Der von den Engländern besetzte Teil wird am 31. Januar geräumt fein. Die belgif chen Truppen verlassen die einzelnen Bezirke spätestens in der Zeit vom 25. Januar biS 4. Februar. Die französischen Trup- pen werden bis spätestens 20. Februar das Ge­biet der ersten Zone endgültig geräumt haben.

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Amerika al« WeitaericdtsbeMtzer?

Washington, 25. Januar. (Durch Funk­spruch.) Heute wird im Senat die Debatte über die Frage des Beitrits der Vereinigten Staa­ten zum Weltgerichtshof geschlossen werden. Man nimmt an. daß die Zweidrittelmehrheit für den Beitritt Amettkas gesichert ist.

tangpartei unid zwar besonders in ihrem linken Flügel. .Vo»»berrschast anstatt der Herrschaft einzelner Militaristen und selbstsüchtiger Inte- rrffenmenscken" heißt dort die Parole; Propa­ganda unter den Massen, Aufflärung Wer dre Loge, Wachrufen des Protestes gilt als das vor- läufige Mittel zu ihrer Verwirklichung. Daher richtet sich der Protest gleichmäßig gegen den inneren Feind, wobei dte Militaristen und die jetzige Pekinger Regierung in eins genommen werden, als gegen den Imperialismus des Aus­land«», der eben gerade Schuld daran sei, daß China nicht zu Ruhe und Gedeihen kommen könne. Die Führer dieser Bewegung sind im Norden vor allem die Professoren und Studen­ten der Pekinger Universität, die kürzlich den provisorischen Präsidenten stürzen und als bor- läufige Regierung ein Kommissariat nach dem Muster der Kantoner Regierung einsetzen woll­ten. In dieser sehen sie bie Anfänge der Reuge- staltung Chinas. Diese Kantoner Regierung ist nun in Wahrheit mtt ihren sechszehn Kommis­saren ein Abbild der Moskauer Regierung und Russen spielen bei thr unmittelbar ein« maßge­bende Rolle. Trotzdem wird man Kanton noch nicht bolschewistisch tot eigentlichen Sinn nennen dürfen, weil gerade das Sowjetsvstem fehlt und aegen dieses auch bei den chinesischen Freunden Cbinrs Harte Abneigung in der Anwendung auf China herrscht. Das ist nun die große Frage für die Zukunft Chinas, ob diese aus Kanton gesetzten Hoffnungen sich erfüllen werden, ob der Eroberung und einheitliche Zusammenfassung Chinas, die in der bisherigen Geschichte so oft vom Norden her ausgegangen ist, diesmal vom Süden her kommen wird.

Unter den streikenden Generalen nimmt Feng M-hsi-ma. der christliche General, der Beherr- scker des Nordwestens. Verehrer Sun Pat-sen's, bekanntlich eine besondere Stellung ein, weil seine Soldaten keine Landplage darstellen, son­dern zu Ordnung. Nüchternheit und Arbeit er­zogen werden Wird er feine Hand dazu bieten, um jene Tendenzen des Südens int Norden zu verwirklichen? Es will noch nichts sagen, daß er dtrekt al»fRoter" gebranntmarft und das Volk zur Abwehr des Bolschewismus ausgefor- toirb. wenn ->r nicht bei seinem Einzug einen verfrühten Glückwunsch aus Moskau zum Sturz der Regierung erhielt Aber Feng hat einstweilen dicke Hoffnungen enttäuscht und es vorge,ogen, Tuan Ch'i-iui die nominelle Leitung der Regie­rung zu lassen Er ist nach einem ckinesisi/en Wort »kehr tief', da» beißt, niemand weiß, wo- reuf er hinaus w-ll (Er spannt jedenfalls seine Fäden nach allen Feiten und knüpft auch solche wieder an die er selbst vorher zerrissen bat. Ne- berhaupt ist das ein charakteristisches Zeichen der Macht Verhältnisse in China, wie locker die fetoei- ligen Bindungen sind Indem die eine Hand losschlägt, sucht die andere bereits wieder An-