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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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27. Einzelnummer 10 Pf- Tonntaq-S 15 Pf.

Dienstag, 2. Februar 1926

Einzelnummer 10 Pf- SonnlagS 15 Pf. 16. ZabkgaNg

England hört die Glocke am Mein.

muß sehr bald die Freiheit am ganzen deutschen Rhein im Geiste von Locarno folgen!

Der Rundfunk als Bkfreiungsbote

Berlin, 1. Februar. (Privattelegramm.) Ueberall tm Reiche konnte die wunderbare Feier in allen ihren Einzelheiten durch den Rundfunk völlig ungestört miterlebt werden. Sogar die Gemütsbewegung der Bevölkerung der rheini­schen Metropole teilte sich den Hunderttausenden

Wie der Jubel brauste.

Selbst England war ergriffen.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 1. Februar.

Die Presse veröffentlicht eingehende Berichte über die Räumung Kölns. Ein Blatt berichtet, daß man in London gestern habe hören können, wie die Kölner Bevölkerung die Stunde be­grüßte, die für sie die Aufhebung eines Joches bedeutete, wenn auch eines leichten Joches, weil eS das britische gewesen sei. Das Ge­läut derDeutschen Glocke" habe sich angehört wie das donnernde Echo eines gewal­tigen Gongs, vom Hammer eines Gottes geschlagen". Es habe überirdisch geklungen. Zwei Minuten lang habe ihre Stimme allein die Luft erfüllt. Dann habe man auch die anderen Glocken Kölns vernommen und sodann die Stimme des Oberbürgermekstcrs von Köln ge hört, dessen Schlußhochruf auf das geliebte deut­sche Vaterland so deutlich vernehmbar gewesen sei, daß man den Eindruck gehabt habe, er stehe neben einem. Die donnernde Erwiderung dar­auf von Seiten der Bevölkerung fei überwälti­gend gewesen. ES sei ein Erlebnis für jeden Engländer gewesen, gestern abend in Lon­don am Kamin seines HauseS zu sitzen und den Jubel Deutschlands über die Befreiung Kölns von der britischen Besatzung mit anzuhören.

*

Begeisterung in Bonn.

Bonn, 1. Februar. Zur gestrigen BefreiungS- stunde hatte sich eine unübersehbare Menschen­menge auf den Straßen und besonders auf dem Münsterplatz eingefunden. Punkt 12 Uhr setzte daS Geläut aller Kirchenglocken ein. Die Menge stimmte dann begeistert daS Deutschland­lied und andere patriotische Lieder an. Die westdeutsche Studentenschaft sandte ein Huldi- gungstelegramm an den Reichspräsidenten.

Fahn-n heraus!

Wie Krefeld den großen Tag feiert.

(Eigene Drahtmeldung.)

Krefeld, 1. Februar.

Heute morgen richtete Oberbürgermeister Dr. Johannsen an die Bevölkerung einen Auf­ruf, in dem es am Schluß heißt: Schmückt Eure Häuser mit Fahnen und beleuchtet sie abendS festlich. Der Ausdruck unserer Freude soll zu- gleich einGrlöbniSderTrruezu unserem geliebten deutschen Baterlande sein. HandelS- mtniste* Schreiber hat den WirtschaftSkreisen für die in schwerer Zeit bewiesene Standhaftigkeit und Treue gedankt und den Wunsch auSgespro- ckien, daß die Wiedererlangung der Freiheit der Wiederbeginn einer aufsteigenden Entwicklung sei. Ave Kriegsopfer der Stadt sowie die Ve­teranen aus den früheren Feldzügen sollen eine Ehrengabe in barem (Selbe erhalten.

*

Deutsche Fahnen über Stein.

Köln, L Februar. (Funktelegramm.) Trotz RegenwetterS hatte stch bereits frühzeitig eine sehr große Menge auf dem Domplatz eingefun- den. Die Gebäude haben Flaggenschmuck angelegt. Das am Haupteingang zum Dom aufgestellte Rednerpult trägt die deutschen Reichsfarben. Der Unterricht fällt heute an allen Schulen, auch an den Hochschulen auS.

etrefemann über Deutschlands Zukunft.

Dresden, 1. Februar. (Funktelegramm.) Auk Einladung des Studenten-AusschuffeS sprach Außenminister Dr. Stresemann über das ThemaAkademische Jugend und Deutschlands Zukunft" und wies besonders auf die Führer­rolle hin, die die intellektuellen Schichten in der Demokratie zu spielen haben. Zum Schluß verbreitete stch der Reichsaußenminister insbe­sondere über Außenpolitik und die Räumung der nördlichen Rheinlandzone. Der Abzug der Besatzungstruppen müsse der Anfang einer groß­zügigen Politk der Verständigung sein.

tritt der De.trag von Locarno in Kraft und damit hat der Geist von Locarno aufgehört, ein willkürliches Phantom zu sein, sondern muß nunmehr greichare und sichtbare Gestalt am Rhein annehmen. Wenn daher am 1. Februar durch die befreiten rheinischen Lande die Glok- ken zur Begrüßung der Freiheit klingen, dann mögen sie von allen beteiligten Mächten gleich- «eilig als Mahnung erkannt werden, daß das gewissen der Welt sich gegen den Geist von

Versailles und für den Geist von Locarno ent- . . .... ... _________ ______

schieden hat. Der Freiheit in der ersten Zone von Zuhörern mit, die aus der Ferne an der

Genug ist nicht genug.

Ter ganze Rhein muß frei werden, von Richard Posselt.

In mitternächtiger Stunde zum 1. Februar kündete die Deutsche Glocke im Rhein vom Köl­ner Dom den Anbruch neuer deutscher Freiheit am Rhein und alle Glocken, nicht nur Kölns, sondern des gesamten befreiten Landes setzen zu feierlichem Dank- und Freiheitsgeläute ein. Kölner Land, rheinisches Land, heiliger deut­scher Bode» von fremder Besatzung frei! Nur wer weiß, was diese BevöKeruug in diesen lan­gen, schweren sieben Jahren fremder Besatzung erduloet hat, wer ahnt, wie unsere deutschen Brüder und Schwestern diesen Tag der Freiheit herbeisehnten, der wird begreifen, welche Ge­fühle ihre Herzen in diefer mitternächtigen Stunde erfüllten. Schon im letzten Sommer ans Anlaß der Rheinischen Jahrtausendfeier zur Erinnerung an tausendjährige Verbunden­heit deutscher Kultur rechts und links des Rheines hat das übrige deutsche Volk gesehen wie unerschütterlich der Glaube am Rhein an die unbezwingliche Einheit des deutschen Volks- und Stammestums ist. Wie stark die Treue zu Reich und Volk am Rheine wurzelt und wie groß die Hoffnung und der Wille zu deut­scher Zukunft und deutscher Treue im rheinischen Volk begründet ist. Heute, wo auch die letzten Fesseln und Schranken Zwischen den Ländern rechts und links des Rheines wenigstens am Riederrbein gefallen sind, werden diese Bande der Zusammengehörigkeit deutscher Volksstämme im Osten und Westen deutschen Landes sich im­mer fester gestalten. Nicht rauschende Feste sol­len und werden gefeiert, um diesen Tag der Freiheit zu grüßen, aber die Freude wird im­pulsiv aus den Herzen der rheinischen Bevölke­rung hervorlodern, daß endlich die Besatzunas- zeit ihr Ende fand.

Wenn heute die erste Desatzungszone vom letzten Mann fremder Besatzung frei wurde, so erfüllen die Besatzungsmächte nur eine Ver­tragspflicht, der sie allerdings schon ein volles Jahr früher batten Nachkommen müssen. Keine Militärkommission, keine Botschasterkon- ferenz und keine alliierte Regierung wird dem deutschen Volk die Auffassung nehmen können, daß die Besatzungszeit für die erste Zone will­kürlich und ohne Rechtsgrund um ein volles Jahr verlängert wurde. Die Rechtslage und die Vertragsleistungen Deutschlands in der Frage der Reparationen und der Entwaffnung war so eindeutig feststehend, daß nur sehr vage Behauptungen und sehr fadenscheinige Begrün­dungen vorgebracht werden konnten, um die Besatzungszeit der ersten Zone durch Willkür der Vertragsbruch zu verlängern. DaS mutz ausgesprochen werden auch an dem Tage, wo trotz allem daS deutsche Volk Freude und Ge­nugtuung darüber empfindet, daß endlich ein Stück rheinischen Landes recht- und vertrags­mäßigen Zuständen zugeführt wurde. Ein Ver- tragSzustand ist geschaffen worden, nichts anderes!

Hierbei aber allein bars eS nicht bleiben. Mit Deutschland haben England, Frankreich, Bel­gien und Italien am 1 Dezember v, I. in Lon­don ein Pakt unterzeichnet, der der Befriedung Europas, der Versöhnung einstmaliger Gegner, der Schaffnung eines neuen Geistes auch am Rhein dienen soll. Die Wirkungen dieser Abmachungen von Locarno müssen die Verhält­nisse auch in den besetzbleibenden Zonen voll­kommen umgestalten. Soll dieser in Locarno so eindringlich gepredigte neue Geist sich wirk­lich durchsetzen, dann hat eine fremde Besatzung am Rhein keine Daseinsberechtigung mehr. In Deutschland verlangt niemand etwas Unmög­liches. Man begreift, daß man auS innerpoli- tischen Gründen in den Ländern der stüheren Entente langsam den Geist von Versailles ab­bauen und daß erst allmählich sich der neue Geist durch entsprechende Taten durchsetzen muß. Trotzdem aber besteht die deutsche Erwartung zu Recht, daß, wie man aus formalistischen Scheingründen die Besatzungszeit der ersten Zone um über ein Jahr verlängerte, die Be­satzungsfristen der zweiten und dritten Zone auS moralischen Gründen, aus Gründen der VerttaaStreue gegenüber ungeschriebenen Ge­setzen wesentlich abgekürzt werden müssen! Deutschland wird in kürzester Frist seinen Ein­tritt in den Völkerbund anmelden. Damit

moralischen Befreiung der rheinischen Brüder teilnahmen. Niemals vorher ist die kulturelle Bedeutung deS Rundfunks in solcher Weise le­bendig vor die Augen getreten.

*

Trier muß weiter dulden

Trier, 1. Februar. (Eigener Drahtbericht.) Die Besatzmigsbehörde teilt mit, daß am 5. Fe­bruar 920 Mann Franzosen abtransporticrt wer­den. Trier bleibt dann immer noch mit 1750 Mann bcstzt, eine Zahl, die die der Besetzung vor Räumung der ersten Zone übersteigt.

Beim zwölften Schlag.

Eine unvergeßliche Stunde in Köln. (Privat-Telegramm.)

Köln, 1. Februar.

Neber die Besreiungsfeier in Köln (f. a. Ar tikel 4. Spalte) wird berichtet: Auf dem Dom- platz standen seit Stunden dichtgedrängt viele Zehntaufende und warteten auf den solange er- schulen Augenblick. AlS der zwölfte Schlag verhallt war, flammten aus großen Pylonen rechts und links vom Haupteingang des DomeS Feuer empor. Hunderte von elektrischen Lampen erhellten den Platz taghell. Die Deutsche Glocke am Rhein, die Petrus- glocke des Doms, begann zu läuten und kündigte Köln an, daß es frei ist. Oberbürgermeister Dr. Adenauer betrat das Rednerpult und gab in flammenden Worten der Freude Kölns Aus­druck. Begeistert wurde fein Hoch auf das beut scheu Vaterland ausgenommen, und aus mehr als hunderttausend Keblen brauste das DeutslUandlied zum nächtlichen Himmel AlSdann ergriff der preußische Ministerpräsident Braun das Wort. Mit dem Absingen der ersten Strophe de« ChoralsGroßer Gott, wir lohen Dich, tic Feier.

6K liefen auf den Hotts.

Englands Protest gegen den Gewaltakt.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 1. Februar.

Nach einer Meldung aus Tientsin haben chi­nesische Truppen auf den Taknfort- Ge­schütze aufgestellt und drohen, auf alle Dampfer zu feuern, die nach Einbruch der Dunkelheit in den Fluß einlaufen. Daß Blatt bemerkt dazu, dies sei eine offenkundige Verletzung des Protokolls vorn Jahre 1911, das die Schlei­fung der TakufortS und die Aufrechterhaltung der Verbindungen zwischen Peking und der See vorsah. DaS Vorgehen müßte ein Eingreifen der Engländer mit Marine zur Folge haben.

(Srft am 15. April.

Warum die Abrüstungskonferenz vertagt wird. (Eigene Drahtmeldung.)

Parts, 1. Februar.

Laut Pressenotiz überbringt der soeben ab­gereiste BölkerbundSsekretär Sir Eric T>rum- mond in Genf den Antrag, die für den 15. Februar angesetzte vorbereitende Abrüstungskon­ferenz zu vertagen. Italien habe sich ange­schlossen, während England stch biS jetzt noch geweigert habe, den Antrag zu unterzeich­nen. Die Vertagung soll wahrscheinlich biS 15. April erfolgen. Der Anttag auf Vertagung soll n. a. damit begründet werden, daß einige Länder noch nicht H)re delegierten be­stimmt haben, sowie mit der Notwendigkeit, daß man ihnen die erforderliche Zeit gewähre, um die ernsten Fragen^gründlich zu studieren.

Hais über Kops tn den Völkerbund.

Berlin, 1. Februar. (Eigener Information- dienst.) Der Eintritt DenflchlandS in den Böl- kerbund ist nur noch eine Frage von Tagen. Der Auswärtige Ausschuß ist für den kommenden Mittwoch einberufen worden. Man nimmt an, daß nach Abschluß der Beratung daS deutsche Aufnahmegefuch nach Genf abgehen wird.

Dem Achtstundentag nahe.

Einladungen zur Londoner Konferenz.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, L Februar.

Die Antworten der Regierungen von Belgien, Frankreich, Deutschland und Italien auf daS britische Ersuchen, ob fie die Einberufung einer Konferenz wegen internationaler Regelung der Arbeitszeit in der Industrie für wünschenswert halten, find eingetroffen. Die britische Regie­rung beschloß daraus, demnächst Einladun- gen zur Teilnahme an einet Konferenz in London an die betr. Regierungen zu richten.

Ein Volk jauchzt aus.

Das Mitternachtsfest im heiligen Köln.

Glück der Freiheit. Ei» Schwur des OberbSr- geemeifters. Dentschlaud über alles. Braun rüburl die deutsche Treue. 8m Geist von Lo­carno. Lin Bolt, ein Vaterland. Die

Glocken dröhnen ...

Köln, 1. Februar. (Privattelegramm.) Um Mitternacht begann feierlidfeS Glockengeläut des Domes und der Übrigen Kirchen Kölns. Um 12 Uhr 7 Minuten ergriff Oberbürgermeister Dr. Adenauer das Wort zu feiner Ansprache, wo- rauf die vor dem Dom versammelte Menschen- nienge die drei Strophen deS Deutschlandliedes saug. Darauf sprach der preußische Minister. Präsident Braun. AlS er schloß, wurde von der Menge der ChoralGroßer Gott, wir loben Dit#" angestimmt. AlS die Klänge des Chorals verhallt waren, fetzte wiederum das Glocken­geläut ein.

Oberbürgermeister Adenauer hielt folgende Ansprache:Die Stunde ist gekommen, die so heiß und inbrünstig ersehnt tst. Vereint sind wir wieder mit unserem Staate, unserem Volke, unserem Vaterlanoe. Vereint und frei nach sieben Jahren der Trennung und der Unfrei­heit! Ihr deutschen Volksgenossen in den noch besetzten Gebieten habt mit uns Schulter an Schulter aeftauden, Euch, die Ihr noch der Frei­heit entbehrt,

grüßen wir in dieser Stunde in Liebe und Treue.

Schweres haben wir erdulden müssen durch die harte Faust deS Siegers in sieben langen Jah­ren. Heute in dieser weihevollen Stunde laßt uns davon schweigen. Ja, wir wollen gerecht sein, ttotz vielem, was uns widerfahren Ift Wir wollen anerkennen, daß der geschiedene Gegner auf politischem Gebiet gerechtes Spiel Hai wal­ten lassen. Hossen wir, daß unsere Leidenszeit nicht umsonst gewesen ist, daß nunmehr ein wahrhaft neuer Geist in die Völker Europas einzieht. Die Grundsätze des Rechtes und der Moral, die für das Verhältnis der einzelnen Menschen zueinander gelten, die jeden Men­schen als frei und gleichberechtigt erklären, müs­sen auch in Wahrheit, nicht nur in Worten Gel­tung erhalten für die Gesellschaft der Völker. Brüder, Schwestern! Wir sprechen die gleiche Sprache, wir lieben die gleiche Heimat. Ob reich, ob arm, ob links ob rechts, die innersten und tiefsten und menschlichsten Gefühle sind uns allen gemeinsam. Gemeinsame Not haben wir getragen. Erfahren haben wir, was Schicksals­gemeinschaft ist. Wenn jetzt die Last von uns genommen wird, wenn wir hinaustteten in die Freiheit, dann laßt uns das niemals ver­gessen! Dieser Platz wurde dereinst geweiht durch die Worte:Dem Geist deutscher Einigkeit und Kraft sollen diese Dompforten Tore des herrlichsten Triumphes werden/ Auf diesem geheiligten Platz haben die fremden Truppen gestanden. Laßt uns ihm von neuem die Weihe geben.

Ein Symbol der deutschen Einheit und Einig­keit ist unser Dorn. Wie Schwurfinger ragen seine mächtigen Türme hervor in den nächt- licken Himmel. Wohlan! heben auch wir zum Schwur die Hand! Und Ihr alle in deutschen Landen, die >hr jetzt im Geist bei uns weilt, schwört mit unS Schwören wir Einigkeit, Treue dem Volke, Liebe dem Vaterland, ruft mit mir: Deutschland, geliebtes Vaterland Hoch, hoch hoch" Die tausendköpfige Menge stimmte begeistert in den Rus ein und fang die drei Strophen des DeutfchlandliedeS.

* *

Hel en des L lds.

Preußens Dank an die Befreiten.

Nach Dr. Adenauer ergriff Ministerprä­sident Brauns zu folgender Rede das Wort: Heißen Dank zollen und werden wir immer zollen dafür, daß Rheinlands Männer und Frauen Im Bewußtsein 'hier nationalen und wirtschaftlichen Verbundenheit mit dem un­besetzten Baterlande in den vergangenen stehen Fahren eine unerhörte Fülle seelischen Leidens und herben Ungemachs, wirtschaftlicher Not und harter Prüfungen erduldet haben. Die

Drangsale und Entbehrungen

der BesatzungSjahre find von der Bevölkerung für uns alle im unbesetzten Deutschland ge­tragen worden. Diese Erkenntnis ist heute Ge- meingut aller Deutschen geworden. In jenem Zeitpunkt außenpolitischer Schwierigkeiten bat der Kölner Oberbürgermeister bei der sabrtaufenbfeier die anwesenden Vertreter der Regierung und der Volksvertretung, man möge freiwillig tn keine neuen Lasten und Ketten Deutschlands einwilligen, lieber wolle die rheinische Bevölkerung Notund Oual wei­tertragen, bis Reckt und Gerechtigkeit, auf deren Sieg daS Rheinland fest vertraue, dem rheinischen Voll die Freiheit zurückgebe. Diese