Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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O?tttht!tCt 28. Einzelnummer IN Pf. Sonntags 15 Pf.
Mittwoch, 3. Februar 1926
Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf.
16. Jahrgang
Scharfer Wind im Innenministerium.
Lutber-Gtresemann Geile an Seite mit Koch für den Geist des Fcrtschrtttö.
66 bleibt keine Wahi.
Warum wir uns dem Völkerbund anschlietzen.
Von
Staatssekretär Frhr. v. Rheinbaben (M. b. R.) Zweifellos hat sich die französische Einstellung Deutschland gegenüber in letzter Zeit wiederum versteift. Die Gründe liegen in der inneren Unsicherheit des Kabinetts Briand und in dem wieder größeren Einsluß militärischer und chauvinistischer Kreise, die mit allen Mitteln bestrebl sind, die Rheinposition nicht aus der Hand zu geben. Frankreich wird sich stets und für vorläufig unabsehbare Zeit nur Tatsachen beugen und die ihm durch seinen Sieg und den deutschen Zusammenbruch zuge- fallene Machtstellung nur dann und insoweit aufgeben, wie es muß und wie es in seinem e i a e n st e n Interesse es für nötig und natürlich hält. Dem leider in Deutschland nach vielen Millionen zählenden Pazifismus steht in Frankreich nur eine ganz kleine und auf sie Politik so gut wie einflußlose Gruppe gegenüber, an die sich zum Ueberdruß alle möglichen deutschen Kreise herandrängen und ihr mit propagandistischen Mitteln eine höhere Bedeutung zumeflen wollen. All« maßgebenden Parteien und Persönlichkeiten der letzten französischen Regierungen einschließlich der von Herriot stehen Deutschland gegenüber absolut noch heute auf dem Standpunkt, daß Deutschland der Angreifer war, daß es für sein Vorgehen bestraft werden und in Zukunft nach Möglichkeit niedergehalten werden müsse. Alles andere ist Flugsand oder Schönrederei oder absichtlich dazu bestimmt, die Illusionen gewisser Kreise des deutschen Volkes »um Schaden seiner inneren Wiedererstarkung aufrecht zu erhalten!
Und damit komme ich noch einmal auf einen großen und grundsätzlichen Unterschied zwischen den Gegnern der Locarno-Politik und denjenigen Befürwortern zu sprechen, die ihre Stellungnahme nicht auf pazifistischen Doktrinen sondern auf die nüchternsten, realpolitischsten und damit im besten Sinne des Wortes nationalen Interessen Deutschlands gründen. Mit Recht hat die Debatte der letzten Tage die Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund auf die ganz einfache Formel gebracht .Wo nütze ich Deutschland mehr und wo kann ich seine Interessen am besten und tatkräftigsten vertreten — drinnen oder draußen?" Name und Begriff des Völkerbundes sind mit vollstem Recht in Deutschland aufgrund der Erfahrungen seit 1919 im höchsten Maße unpopulär gewesen und keiner, der es ernst mit seiner Vaterlandsliebe und seiner Ber- antwortuna für sein vaterländisches Tun und Denken hielt, konnte Vertrauen zu dieser Institution haben. Etwas ganz anderes ist aber der Entschluß, angesichts der nun einmal vorhandenen Realität jener dauernden und fortlaufenden Zusammenkünfte der für unk Deutsche wichtigsten ausländischen Staatsmännern der Welt nicht länger fernznbleiben und diesen die Möglichkeit zu nehmen, auch in der Zukunft ohne jede deutsche Gegenwirkung für Deutschland schädliche Beschlüsse zu fasten und sie in die Tat umzusetzen. Gerade weil wir endlich Gleichberechtigung und F r e ih e i t wiederhaben wollen, weil wir auch die Abrüstung der Anderen erstreben, weil wir K o- Ionien haben wollen, weil wir mit der Tai und nicht nur mit Protestresolutionen für die deutschen Minderheiten eintreten wollen — gerade deshalb müssen wir nunmehr an den Konferenzen und Beratungen aller Art teilnehmen, die sich in Genf auf all diesen Gebieten ab spielen.
Erst mußten wir freilich in der Abwehr der französischen Zerstörungstendenzen durch den Ruhrkampf und in Zurückdrängung überspannter und uns den Aufstieg versagender Forderungen in der RevarationSftage die Vorbedingungen für ein selbständiges Auftreten Deutschlands auf dem Genfer Völkerbundskongreß schaffen. Jetzt ist e3 soweit. Jetzt haben gerade unsere Kriegsgegner auS dem Zustande ihrer eigenen Lage heraus erkennen müssen daß hie verwickelten europäischen politischen und wirtschaftlichen Fraaen nur am Konferenztische mit Deutschland weiter entwickelt wer den können Wie schwierig auch die deutsche Position alS die eines militärisch Ohnmächtiger im Kreise militärisch Mächitia-r zunächst sein mag--- der Augenblick ist gekommen, um mh
Mut und Energie an die Ueberwinduna dieser Schwierigleiten heranr"aeben und gerade diejenigen, die in der Oesfentlicbkeft am la-testen über daS nationale Elend unserer Tage klagen, sollten der Regierung helfen, sie lt ü tz e n -nd vorwärtStreiben. anstatt ihr in • >n Rücken zu fallen! Für uns darf die Mitgliev- schäft deS Völkerbundes nichts anderer sein alS
ein Kampffeld für die großen politischen und wirtschaftlichen Auseinandersetzungen der Völker, um eine Neuordnung des durch jahrelange Gewalt- und Kataftrophcnpolitik an den Abgrund geführten Europas herbeizuführen. Diese Kämpfe können auch von Deutschland aus nicht anders geführt werden, als in Anwendung der und in Anspannung an die heut üblichen Formen und Methoden der internationalen Beziehungen, deren präzisester Ausdruck eben der heutige Völkerbund ist
Wenn also die Regierung demnächst im Stande ist, aufgrund bestimmter Tatsachen die Gewähr zu geben, daß die Gegenseite in den für uns wichtigsten Fragen der Auswirkungen der Locarno-Unterschrift ihre Zusagen gehalten hat — und nur dann — wird das deutsche Aufnahmegesuch in wenigen Tagen in Genf eintreffen. Wenn es bann aber abgegan- gen ist, dann sollte endlich in Deutschland selbst ein Schlußakt stattfinden und ein Schlußstrich unter die maßlose inncreVerhetzung und Zerfleischung unseres Volkes auf dem Felde der größten vaterländischen Not, d. h. ber deutschen Außenpolitik gesetzt werden. Das Maß des noch Möglichen und Erträglichen war für jeden, der die Verhandlungen der letzten Tage mitgemacht hat, bis zum Uebcrlaufen voll. Und der eine Wunsch wird sich tausendfach der Seele unseres Volkes draußen außerhalb oes Reichstages entringen: Laßt uns doch nun endlich an das große Werk der inneren Gesundung und Wiederaufrichtung gehen!
Das Auge der NkpubNr.
Innenminister Külz instruiert die Beamten.
<Prtvat»Tel«gramm.)
Berlin, 2. Februar.
Bei der Vorstellung der Beamtenschaft erwiderte Innenminister Dr. Külz auf eine Begrüßungsrede u. a.: Das Reichsinnenministc- rium ist die Zentralstelle alles innerpolitischen und kulturellen Geschehens. Es ist klar, daß der Beamtenkörper eines solchen Amtes von der richtigen Staatsgesinnung erfüllt fein mutz Die Staatsgesinnung ist nicht identisch mit Parteigesinnung. Dem Staat, das heißt der deutschen Republik, zu dienen, ist selbstverständlich Pflicht ledes Beamten der Republik. DaS sind lapidare Notwendigkeiten, an denen ich fcsthaltcn werden und ich hoffe, daß all- Beamten, die das Bedürfnis haben, sich politisch zu betätigen, daß sic nidtl nur die Grenzen erkennen werden, die dienstlicher und politischer Takt riehen, sondern vor allem auch die Grenzen ein-
Konservativismus und fuhr fort: Und dennoch weiß ich auch ganz genau, daß das deutsche Volk nicht so geleitet werden kann, daß es auf ein konservativ-liberal-sozialistisches Gemisch eingestellt ist, sondern daß es darauf ankommt, im einzelnen eine bestimmte Grundauftaffung, einen sozialen seelischen Standort zu entwickeln, ich glaube, daß der Liberalismus in sich selbst die Gigensckmften enthält, andereverstehenzu können, tziegenüber dem politischen Wesen der Gegenwart können wir höhere Werte auf jeden Full erreichen, wenn wir an Stelle dieser mehr technischen parlamentarischen Einstellung, die großen Weltanschauungsfragen gelter, lassen. Jeder mutz den Geist, unter dem der heutige Zusammenschluß erfolgt, begrüßen, weil es sich hier darum handelt, große allgemeine Mensch- heitsgedanlen nutzbar zu machen zum Nutzen des lieben Vaterlandes. (Stürmischer Beifall.)
Wir sind alle Deutsche.
Slresemann für Volks- und Kulturgemeinlchast.
Rach der Reichskanzlerrede erwähnte Außenminister Dr. Stresemann, wie es Bismarck 1871 unmöglich gewesen wäre, das Deutsche Reich zu gründen, wenn nicht die Liberalen so gute Vorarbeit geleistet hätten. Die Idee der Einigung des Dentsck^n Reiches wäre nicht zu verwirklichen gewesen, wenn nicht im Parlament in der P a u l s k i r ch e in Frankfurt die starken liberalen Tendenzen des deutschen Bürgertums vorbereitend tätig gewesen wären. Jeder würde dankbar sein, wenn aus den Parlamenten der Jnlereffenvereinigung sich noch einmal ein deutsches Reichsporlament her- ausbilden titnme, das to viel an Vater- landsliebe und Kulturgemeinschaft in sich trägt, wie das F r a n k f u r t e r P a r l a. ment (stürmischer Beifall.) Der Außenminister stimmte dem Abg. Koch darin bc«, daß, wenn es Parteien gibt, die Grenzen gegeneinander ziehen, doch immer bedacht werden müsse, daß das einende im deutschen Volke
nicht durch tiefe Gräben von einander getrennt fein muß. Scheidungen in nationale und nichtnationale Deutsche gibt c8 nicht, sondern das nationale ist das Selbstverständliche. Unter den Gesichtspunkten wollen wir zusammenwirten für Bater- land und Freiheit. - Abg. Drewitz (W. Vg.) erklärte, daß feine Partei keinesfalls die Rückkehr »um alten Feudalstaate wünsche, sondern sich für den Bolksstaat einfetze.
Weil wir stärker sind.
Frankreichs Furcht: Zuviel Deutsche.
(Von unserem Pariser Berichterstatter.)
Die deutsche» BevSlkeruugsiisseru für 1925 (®c- burfcn di-crich 31 lief gong der titubtrHcr! achtelt u. bgl.) erwecken in Frankreich größte Sorge. Der Vertrag »an Versailles and Clemen- ceans bekanntes Wort ..Dcuijchlaus hat zwanzig Millionen Einwohner zn »kl" fing unbestreitbar der Furcht vor nnierrr Volks irasi cutsvruu- gen. Man muß diele weit verbreitet« srouzo- üsch« Mentalität kennen, nm vieles zu begreifen. Einer unserer Mitarbeiter ichreibt uns:
Paris, Ende Januar.
Die Politik aller Länder wird letzten Endes von ihrer Bevolkerungsstärke und deren Lebenser- .stenz entscheidend mitbefttmmt, die Politik, die Wirtschaftslage sind eben in erster Linie Völker brotfragen. Der französische Schrei nach S.cher- hett für die Zukunft, die ganze Politik Frank- reichs die davon erfüllt ist, erklärt sich aus dem ungelösten Problem des französischen Volkes, das man „das Kernproblem Frankreichs* nennt, der Bevolkerungsziffer. In einem Attikel heißt cd: „©ine niederschmetternde Statistik". Deutschland hatte schon tot Jahre 1924 einen Bevölkerungszuwachs von 508000, Frankreich einen Geburtenüberschuß von 72 000. Diese Zahlen spre- chen eine ernste Sprache! Man kann feststellen, daß auch in Deutschland die Geburtenziffer nicht mehr dieselbe ist wie früher, und daß sie näml.ch in Berlin niedriger ist wie in Paris! Aber für die Gesamtheit des deutschen Reiches weist die «tatisttk ein neues Zunehmen der G-burten- ziffrr ttn Lause des letzten Jr.yres nach. In den deutschen Volksschulen kommen gerade zwei deutsche Schüler auf einen französischen! Das bedeutet in einigen Fahren zwei deutsche Soldaten auf einen französischen! Die Berechnungen Deutschland in fünfzig Jahren ä-s j£..?.l0lun haben wird und Frankreich vierzig Millionen. Falls die Gewohnbeiten der Vorkriegszeit weiter um sich fressen, werden cs in Frankreich vielleicht noch fünfunddreißig Mil- lionen fein. Frankreich wird alsdann nicht mehr die Leute haben zu intensiver landwirtschastli- cherund industrieller Kulturarbeit, und auch nicht mehr die nötige Mannschaft, um das Land 311 Derteibigen. Tie Spatzen pfeifen es von den ??^'-^merkt das Blatt, daß in Frankreich ^jL^eboI,crunO Wie Schnee in der Sonne schmilzt, und das Ausland geniert sich auch nicht im geringsten, un8 das offen ins Gesicht zu sagen.
holten, die die Vorsicht auf das Staatswohl in erster Linie gebieten.
Erst Staat, dann Bartet.
Koch verficht die liberalen Ideale.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 2. Februar.
Benn Festabend der Liberalen Ser« einigungan dem auch Luther und Stre- fe mann, sowie zahlreiche Führer aus Kunst, Wissenschaft und Industrie teilnahmen betonte der Ehrenvorsitzende Prof. Dr. Kahl, daß der Liberalismus keineswegs eine neue Gründung fei, fanden, vielmehr schon zur Zeit deS großen Stein die deutsche Ideenwelt beherrschte. Als der Redner hervorhob, daß die jetzige Sttinde nicht weit getrennt sei von der Stun&e der Be freiung deutschen Gebietes von fremder Be- &und als er daran für das Rheinland Wünsche anknüpfte, spendete die Ser« sannnlung spontanen Beifall. — Reichsminister a. D. Koch erklärte n. a.: Ich bekenne mich dazu, daß die Unterschiede innerhalb des Liberalismus keine Unterschiede der Weltanschauung sind, sondern solche die hervorgehen au8 dem verschiedenartigen Einstellungen zu den Ereig- nissen der letzten Tage unv zu den Parteien. Man könnte unp sollte sich heute finden in Der Ueberzeugung, daß weder im alten noch im neuen Staate alles gut, noch alles schlecht war und ist, und daß nur auf dem Boden eines neuen, eines liberalen Staates der Wiederaufbau Deutfchlands geschehen kann. ES gilt heute, vag deutsche Volk mit Staatsgeist zu erfüllen und es gilt, den deutschen Staat mit Staatsgeist W erfüllen. Tas sind die Aufgaben an denen wir arbeiten wollen. (Stürmischer Beifall.)
Dom Engen ins Weite.
Der Reichskanzler als Fortschrittter.
Rach der Rede Kochs schilderte Reichskanzler Dr. Luther zunächst in launiger Weise seine Beziehungen zu den drei liberalen Parteien im Reichstage. Er sprach dann von den drei großen Kräften. Sozialismus, Liberalismus und
Je eher, je bester.
Englische Stimmen für völlige Räumung.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 2. Februar.
Ein Blatt fchreibt im Hinblick auf die Räumung Kölns: Für praktifche Zwecke ist die Beibehaltung der Besetzung überflüssig, wenn der Locarnovertrag ernst genommen werden soll. Locarno soll ein neue« Verhältnis deS Vertrauens unb des freundschaftlichen Verkehrs zwischen den großen Rationen bedeuten. Wie kann eS möglich sein, daß Drei von diesen Stationen große Truppenmaffen auf dem Gebiet einer vierten stehen haben? AlS Realisten müssen wir wissen, daß Frankreich ihre Zurückziehung nicht zulassen würde. Aber besteht irgendein Grund die Ueberzeugung $u verleug nen, daß die Zurückziehung dem Geiste deS Friedens sicher mehr dienen würde, alS der Locarnovertrag oder Deutschlands mit allen Mitteln angestrebter Eintritt in den Völkerbund.
König Georgs Programm.
Das Unterhaus wird feine Kräfte messen.
(Eigener Drahtderichl.)
London, 2. Februar.
DaS britische Parlament wirv morgen vom König feierlich eröffnet werden. Man erwartet, daß die Thronrede auf Die italienische Schulden regel ung, auf Die lommenDe Reichskonferenz, die Wirtschaft-- und Sohlenlage, die Erfparnis- vorschlöge und auf Den Elektrizilätsplan Bezug nehmen wird. Die Regierungspartei Hal in vierzehn Monaten nur eine Ersatzwahl verloren und behält deshalb ihre Mehrheit von Über 200 Stimmen. Die Arbeiterpartei als Opposition wird von Clyne geführt, da Mar- donald erst Ende Der Woche aus Indien zu- röckkehren wird BefondereS Interesse wird der liberalen Partei zugewandt, die mit weniger als 50 Mitgliedern in Drei Richtungen gespalten ist.
Der ehemalige schärfste Antimilitarist, Gusta- ve Herve, ber Verfasser bes Artikels findet in der übrigen französischen Presse stärkstes Echo. Man muß diese Stimmen Frankreichs kennen, wenn man feine Außenpolitik einigermaßen begreifen will. Sin Blatt bildet Frankreich als ein kleines Mädchen auf dem Schoße eines dicken Eng- länderS ab. Die Kleine spricht weinend: „Früher war ich kein so kleines Mädchen und habe mich selbst verteidigen können!' — Wei sich selbst bedient, der ist am besten bedient, und wer sich selbst verteidigen kann, der ist seiner Sicherheit am gewissesten.' „Die Engländer fverren sich, auf die Dauer den Franzosen die Grenzvertei- digung zu sichern. Ein Londoner Blatt schrieb neulich: Woher kommt denn die grenzenlose Furcht Frankreichs? Weil in Europa die gegenwärtige Kräfteverteilung auf keinen Fall länger bestehen kann. Feder Vernünftig denkende Mcnfch weiß daß Dkvtfchland wieder die Ober- herrfchaft an sich reißen wird, wenn es nur die geeignetste Stunde abzuwarten versteht. Die Franzosen scheinen ein für allemal entschlossen, ihre Geburtenziffer nicht zu erhöhen, felbsi nicht aus patriotischen obe- Sicherheitsgründen. Nun, dann dürfen sie auch nicht erwarten, daß die bri- tifchen Eltern auf alle Zeit die Lücken auf ihren Schlachtfeldern ausfüllen.'
M u f f o l 1 n i hat da? Wort aefprochcn: „Die Rationen, die emporkommen, haben Rechte gegenüber den Nationen, die znrückaeben!' Man darf alfo sicher annehmen, daß Mussolini habet an Italien, an Frankreich, und an Tunis gedacht bat. Die Italiener hoben Kinder Sie können Kolonisten liefern. Sie können Kolonien brauchen, unb Tunis liegt fo frf>ön Sizilien gegenüber! !„ Kultur bringt ben Kolonialvölkrrn bar Selbstänbigkeitsbestreben itnb den Drang nach natinnoffr Nrn bbäntzicchft Es wäre falsche Berechnung zu glauben, daß sie o-,s Iabrzeh.n'e hinaus ouS Freud- am Krieg für entsprechenden Sold ober gar ouS Begeisterung für Frankreich sich auf ben europäischen Schlachtfeldern totfific- Ken lassen werden, zur Rettuna der Ehre und Größe Frankreichs.' .Dos Wort Clemence-'nJ, daß die Deutschen zwanzig Millionen zu viel sind, hat in kerniger Weise die Gefahr der Zu-